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LIITEEAßISlHEX VEREINS
IS' STUTT-jASI
CLXXXIX
TÜBIS6EX
PROTECTOR
DES LITTERARISCHEN VEREINS IN STUTTGART;
SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG.
VERWALTUNG:
Präsident:
Dr W. L. Holland, professor au der k. Universität in Tübingen.
Kassier:
Kanzleirath Roller, uniTersitäts-actnar in Tübingen.
GESELLSCHAFTSAÜSSCHUSS :
Professor dr Barack, oberbibliothekar der kais. Universität»- und
landesbibliothek in Straßburg.
DrBech stein, ordentlicher professor an der g. Universität in Rostock.
Professor dr Böbmer in Lichtenthai bei Baden.
Dr Fischer, ordentlicher professor an der k. Universität in Tübingen.
Dr Hertz, professor an der k. technischen hochsohule in München.
Bibliothekar dr Klüpfel in Tübingen.
Director dr 0. v. Klump p in Stuttgart.
Dr M ar tin , ordentlicher professor an der kais. Universität in Straßburg.
Dr K. V. M a u r e r, ordentlicher professor an der k. Universität in München.
Dr Sievers, ordentlicher professor an der k. Universität in Halle.
Geheimer regierungrirath dr Wattenbach, ordentlicher professor an
der k. Universität in Berlin.
(Geheimer hofrath dr Zarncke, ordentlicher professor an der k. Uni-
versität in Leipzig.
204547
MOßGANT DER RIESE
m DEUTSCHER ÜBEBSETZUNO DES XYI JAHKHODEBTS
HEBADSOEGEBEN
VON
ALBERT BACHMANN
GEDRUCKT FÜR DEN LITTERARISCHEN VEREIN IN STUTTGART
nach umbobhvbb dx8 a178sohübbks vom jhu 1889
TOBINöEK 1890.
ALLE RECUTE VORBEHALTEN
SSUCK VON H. liAUPF IN TOBINGBN
INHALTSÜBERSICHT.
SeltB
Einleitung XIIT
Text
I kapitel. Wie der-kejser Earlj mit einem grossen zug gen Romm
zog lind alle die ertdden lieO, so dem bapat wyderrig wärend,
und satzt inn wider inn das bapatuomb 1
II kapitel. Wie der keyeser Karly ein peraonn geweßt ist und
wie er läpt und wie er sine kind ertzoch , 3
in kapitel. Wie dem keysser Karly bottschafft kam, wie ein groß
volck beiden nO Affricka inn Ytallia kommen wärend , und
wie er wjder sy zoch mit einem groaaen züg und sie über-
wand, und wie Karly ein grossen hM bielt zuo Paris, der
kam Euo unnruowen durch den rerretter (lanellon .... 6
lY kapitel. Wie BuoUand Gannellon ertödt haben wott und
hinweg ab häf schied, des der häf zu grosser betrüeptnus kam,
und wie er inn ein aptyg kämm S
V kapitel. Wie RuoUand mit drjen ryssen atreitt und die swen
ertOdt und der dryfc durch inn zuo dem krjatenlichen glouben
gebrächt ward 10
VI kapitel. Wie Morgant von dem bruoder gräf Kleramunt inn
der kluß getoufft ward 13
VII kapitel. Wie Morgant zwey wildy schwin ertodt, als er gieng
gen waaser reichen, und die inn die kluß truog und darnach
ein todtz pfert inn den wald truog, er allein 15
Vlil kapitel. Wie Buolland und Morgant urlob ron den klußnem
nämmend und hinweg schiedend 17
TX kapitel. Wie Kuolland und Morgant inn das aller acbSnst
schloß kämmend, das sy ye gsächen haltend, und darinn be-
Bchlosaen wurdend 2(1
X kapitel. Wie RuoUand und Morgant mit einem tüffel strittend
and wie sy eines todten heydischeD künigs lichnam uif das
ßlld vergruobend 22
Morgant der ries« a
VI
Seite
XI kapitel. Wie Buolland und Morgant zwenn botten fandend.
die Btrittend mit ein andren by einem braunen 25
XII kapitel. Wie Ruolland und Morgant inn des kunig Maffredons
läger kämmend und anders 26
XIII kapitel. Wie Ruolland mit Leonnett, des künig Coradors sun,
streitt und inn u£P dem feld inn der flucht ertodt .... 28
XIV kapitel. Wie Meridyanna irs bruoder Leonnetz tod vernam
und wie sy mit RuoUanden streyt und wott iren bruoder rächen 31
XV kapitel. Wie Rengnold von Muntabant den verretter Gan-
nellon wott ertSdt haben und wie Rengnold und etlich mit
im ab dem häf schiedend 32
XVI kapitel. Wie Brunor der ryß, Morgantz bruoder, inn die
klussen kämm, vor deren sine zwen bruoder ummkommen
wärend, und wott sich an den bruodern rächen 34
XVII kapitel. Wie der bruoder Gleramunt und sine brüedern er-
lößt wnrdend und die heyden all ertOdt 36
XVIII kapitel. Wie Rengnold und sine zwenn gsellen ein tracken
und ein löwen mit ein andren stritten fnndend, und wie der
track von Bengnolden ertödt ward 40
XIX kapitel. Wie die dry heren ein ryssen fandend, und warumm
inn Rengnold zuo tod schluog 42
XX kapitel. Wie Rengnold ein grossen gmssammen warmm er-
todt, damit und er eines kuuigs tochter erlössen möcht, und
wie der margräf OUyfier der selbigen tochter hold und günstig
ward, desglich sy imm öch 44
XXI kapitel. Wie der gräf Rengnold von Muntabant mit dem
grussammen wurm streytt, und wie sine zwen gsellen übel
verwundt wurdend 46
XXII kapitel. Wie der marggiäf Ollyfier und die junckfrow Foris-
senna, des künig Gorbantz tochter, ir liebe ein andren ero£F-
n^ttend 49
XXIII kapitel. Wie der künig Gorbant und all sine untherthan-
nen den wären, krystenlichen glonben an nämmend .... 51
XXIV kapitel. Wie Buolland den stryt wyder Merydianna ver-
seyt, und wie ir vatter Rengnold beschickt mit im zestrytten,
und wie des künig Corbanti tochter zetod fiel von Olliffiers
wegen 54
XXV kapitel. Wie Rengnold und sine zwen gsellen iren vetter
Magis in eines alten maus gstalt funden 56
XXVI kapitel. Wie Rengnold und sine gsellen an des künig
Goradors häf kämmend, und wie Rengnold und Ruolland mit
ein andren strytten . 58
XXVII kapitel. Wie Gannellon dem künig Gorador und Maffre-
dron ze wüssen thet, daz die rytter, so an iren hoffen werind,
vii
SetM
Ckristen werind , damit dar. bj die ertodind , und wie die
rjtter ein andren erkanttend, and wie Doon erlOßt ward von
Morgant 63
XX VIII kapitel. Wie Maffredon aigloO ward nnd uß dem feld
Hoch, und wie sich Meridianna tonffen V\e(S von Olyfiers wegen
und darnach schwanger ward von im 70
XXIX kapitel. Wie Gannellon dem hejdiHchen kfinig Herniin en-
bot, dag er kemme Muntabaiit belegren. Rengnold wer nüt
an faeitnscb , und wie der j^emelt känig mit einem grossen
züg Muntabatit belegret 77
XXX kapitel. Wie Mattafol mit den manlicheaten ryttem stach,
so an keysser Karlys hüf waren , «ind »y Überwand und fuort
ay gfangen in Hermins zeig 85
XXXI kapitel. Wie die frantzÖssiBchen heren urlob von dem from-
men künig Corador nämmend und wie sy vernämmea , daz
der mechtig künig Hermin in Franckrich gefaren was Mun-
tabant zerstören, dtirumm ay im ein land inn nfimen, nnd
toiiflft wurden. Und wie Doon Morgant reicht an Koradors
häf, lind wie Meridianna mit innen kam mit einem grossen
züg 90
XXXII kapitel. Wie Gannellon Mimtabant wot verätten han, und
wie in Lyonfant wot tödt haben, nnd wie der kfinig Hermin
vernam, wie sin land verloren wer und sin bruoder und aia
frow und kind tod werind . i . . . . 98
XXXIII kapitel. Wie der gräf Rengnold und sin gselachaft gen
Paria kararaeiid und wie sy den kiinig Herniin angrilTend. und
wie die rytter erlöÜt wurdend von HengDold 102
XXXIV kapitel, Wie Rengnold, als er gen Muntabant reyt, uff
dem weg Magis inn nnbekantnen kleidern fand, der nam
im sin pfert Bayard und gab es Ruollanden, dar dnrch Reng-
nold wvd Rnolland zuo grosser vingkeyt kämmend .... 110
XXXV kapitel. Wie, do die zwen rytter stritten wottend, got
Kuollanden ein löwen schickt, der bracht im ein brief, dar-
durch ay nut stritten, und wie der kfmig Hermin, do er das
groß wnnderzeichen gailchen hat, so unser her gethün hat,
do bekart er »ich zuo dem kristenlichen glonben, er nnd sin
volck 114
XXXVI kapitel. Wie Gannellon dem kunig Korador schreib, wie
sin tochter Meridianna wie ein huor gehalten wurd, dardurch
der künig Corador ein atoltzen ryssen zuo Karly schickt, und
wie der gemelt ryß ertödt ward von Morgant 118
XXXVII kapitel. Wie Gnnneilon Karly ein brief sant, sin hnld
wyder zerwerben, und wie Rengnold ab dem haf erkänt ward
und er und sine bruoder Btxäßröaber wurden 123
a*
VIII
Seite
XXXVIIi kapitel. Wie keysser Early ein stächen zao Paris uß
rüeffen ließ, and wie Rengnold dahin reytt, und wie Astolf
gfangen and Karly uberantwurt ward von Gannellon . . . 129
XXXIX kapitel. Wie Astolf vom häncken erlößt ward dnrcfaBuol-
land, Rengnold nnd Richarden 135
XL kapitel. Wie RaoUand ab dem häf schied inn die Türcky und
wie er mit dem ryß Slarckuß streyt und inn ertodt . . . 142
XLl kapitel. Wie Ruolland and Thüring inn gf^ncknus geleyt
wurden, und wie Thüring uß der gföncknus gelassen - ward
und reyt inn Franckrich hilf reichen, RuoUanden zerlössen . 146
XLII kapitel. Wie Rengnold und sine gsellen von Paris schiedend,
und wie Rengnold mit dem künig Marssillia streyt, der wott
sin pfert 3ayard haben 151
XLIII kapitel. Wie Rengnold ein wyld pfert fieng, nnd wie er und
sine gsellen von Marssillia und siner tochter urlob nämmend 15H
XLIV kapitel. Wie Rengnold den thyranischen künig ertodt, und
wie die inn der stat Krysten wurdend 156
XLY kapitel. Wie der amiroll von Persia belegret ward von Reng-
nold und sinen gsellen, und wie Ruolland mit Rengnolden streyt 161
XLVI. kapitel. Wie die stat gewannen ward von Rengnold und der
amiroll getSdt, und wie Rengnold und Ruolland ein andren
erkanttend 167
XL VII kapitel. Wie der soldan von Babilonnia sin her inn Persia
fuort wyder die Chrysten 170
XL VIII kapitel. Wie Ollyfier mit Anthea stach und des soldans
gfangner ward, und wie Ruolland ouch mit junckfrow Anthea
streyt 177
XLIX kapitel. Wie Gannellon zao dem soldan kam, und wie Reng-
nold und Ruolland uß Persia schiedend und dry ryssen inn
einer wfieste fundend, die ertottend sy 179
L kapitel. Wie Rengnold sin pfert Bayard verlor, und wie Reng-
nold gieng atrytten mit dem Alten vom berg , und wie die
wyl Anthea inn Franckrich zoch Muntabant belegren . . . .182
LI kapitel. Wie Muntabant belegret ward von Anthea, und wie
sy mit Allard nnd Guchart stach und bed ir gfangen wurdend 190
Lil kapitel. Wie ^RnolJand inn des künig Falckons stat kam
und des künigs vetter erstach und wie er mit zwey ryssen
streyt, die begertten trybut von dem künig Falckon . . . 192
LI II kapitel. Wie Ruolland dem künig üonstantz sin tochter
brächt, und wie der soldan dem künig Constant enbot, das er
genBabilionniakemme die zwen krysten rytter gsächen rychten,
und wie Rengnold sin guot pfert Bayard wyder fand . . . 199
LIV kapitel. Wie Ruolland dem soldan die fust inn das angsicht
schluog inn gegenwyrttigkeyt siner fürsten 202
IX
Seit«
rT kapitel. Wie die zwen rytter erlößt wurdend von Rengnold,
und wie der Alt den soldan ertodt . 204
lYI kapitel. Wie Morgant Meridianna heim leytted und dar-
nach inn das lüger für Babillonnia kam, und wie die etat
Babillonnia durch inn gewtinnen ward 209
LVlI kapitel. Wie Gaonellon uß der ^ncknus gelassen ward
und ein hyrtten erhanckt und darnach von etlichen ryasen
gfangen ward 211
LVlü kapitel. Wie die heren von Babillonnia schiedend Gan-
i nellon erlössen und wie hj ungewytter haltend, und wie Mor-
n gant von eines wurmß pyÜ starb 213
I LIX kapitel. Wie RuoUand mit des keyasers von Mesiaa hopt-
^^p lütten einem atrejt und inn ertodt .... 215
^^B( kapitel. Wie ein junger rytter Richarden und Olljfier im
^^M atäcben überab stach und den Alten vom berg ertodt und
^^f darnach Hcngnolden öcL ab stach 219
LXl kapitel. Wie der keyser von Measa getödt ward und die
atat Monassa erroberet durch Allexandera ratt .....
LXII kapitel. Wie Gannellon von Rengnold und ainengsellen er-
^^m löL^t ward , und wie ey inn Creontta echloß gfangen wurdend
^1 all .
' rxill kapitel. Wie Magis inn siner kunst erkant, wie die
heren inn Creontta schloß beachlosaen waren, dariimm er nß
reyt von Muntabant und erlöPt sy . ,
LXIV^ kapitel. Wie Astolfo von ainen vettern achied zornig und
wie er dry brüedern fand, die muoBten dry diebeu hilncken, und
wie Rnolland och von innen achied und wofct Astoltio aiiochen
LXV kapitel. Wie RuoUand mit wurmmen und löwen streyt
und darnach Aatolffo vand zuo Cornillia .......
LXVI kapitel. Wie Rengnold und aine gaellen die atat Cornillia
belegretteii, daritin IJuolland und Aatolffo inn wären, und wie
sy ein andren erkantten , und wie Doon von Nantteveil gen
Comnillia kam 242
LXVII kapitel. Wie Rengnold und Allexander mit dem kiinig
Adyllant atryttend und inn Alexander ertodtj und wie Reng-
nold ein töwen ertodt, und wie Gannellon ein grosse verrettery
a» den heren begieng, und wie sy gen Parya fuorend . . 24ri
LXVlIl kapitel. Wie Gannellon Alexander aelb« tryt ertodt, und
wie der fryd zwiischend Karly und ffallorion gemacht ward,
und darnach mit ein andren Gannellon iibertzugend . . . 254
LXIX kapitel. Wie Rengnold durch ungewytter iun ein stat kam,
Achaya geheyasen, da afcreyt er mit jvinckfrowen, und wie
der fryd gemacht ward ewiäachend Karly und Gannellon . 258
LXX kapitel. Wieder kunig Callorion und kunig Arbalyster mit
223
225
228
232
237
Seite
ein andren strittend und bed ummkammen, und wie Reng-
nold durch daa gebot gottes faor ein heyd überwinden . . 263
LXXI kapitel. Wie Rengnold mit einem rytter streyt.'der
streyt umm die schöne siner liebe, und wie Gannellon Beng-
nolden fand und gnad von im begert umm Alexanders tod,
der vergab im ungern 265
LXXII kapitel. Wie Rengnold mit dem ryß Getyon streyt und
inn überwand und zuo krystenlichem glouben brächt . . . 268
LXXIII kapitel Wie Rengnold mit einem wunder streyt, das
was ein halber man und ein halbs pfert, und wie er und
Geryon inn ein bruoderhuß kämmend, da innen ein engel
zässen brächt 272
LXXl V kapitel. Wie die küngin Änthea dem künig Marssillia zuo
Hispannia enbot, sy wett inn Franckrich zücben irs vatters
tod rächen, und wie die mere gen Paris kämmend, Marssillia
rüste sich zekriegen 275
LXXV kapitel. Wie die mere gen Paris kämmend , wie Anthea
kemme wol mit zweymäl hundert tussend heyden für Paris,
und wie Ollyfier inn botschaftz wyß zuo Anthea reyt . . . 280
LXXVT kapitel. Wie RuoUand mit Anthea streyt und von dem
tödtlichen stryt, der nebend Paris beschach, und wie der strit
von den Krysten gewunnen ward mit grosser nott und arbeytt 283
LXXVn kapitel. Wie der künig Marssillia ein bott zuo Karly
schickt umm fryd, und wie der fryd gemacht ward zwüschend
Karly und Anthea, die fuor wyder gen Babillonia mit irem zug 286
LXXVIIl kapitel. Wie Gannellon mit Falseron gen Sarragossa
reytt, da ward die gros verrettery brattytziertt, und wie er
erstlich Marsillia die ursach siner zuokünft sagt inn bysin
siner fursten 289
LXXIX kapitel. Wie die erbermklich verrettery prattytziert
ward, dadurch sovyl voicks umm kam, und von den grossen
zeichen, die an dem end erschinnend, da die verrettery geschwo-
ren ward, und wie Gannellon ein botschaft zuo Karly schickt
im den fryden kunt thuon, den er mit Mcursillia gemacht hat 293
LXXX kapitel. Wie Magis durch ein tüffel Rengnolden zewussen
thett, daz er sich am Rontzefal finden lieb 298
LXXXI kapitel. Wie Astolfo und Beringer und ander heren von
Paris schiedend und ryttend an Rontzefal 301
LXXXII kapitel. Wie Astaroth und Rubicant Rengnolden und
Bycharden an Rontzefal truogen zuo den Krysten .... 304
LXXXIII kapitel. Wie Ruolland gwüsse mere vernam von des künig
Marsillias züg, wie der gegen innen kemme 306
liXXXIY kapitel. Von dem erbermklichen stryt, der am Rontzefal
beschach von den Krysten und heyden 308
XI
Seite
LXXXV kapitel. WieRengnold und Bychart zuo den Krysten inn
strytt an Bontzefal kämmend 311
LXXXVI kapitel. Wie Ollyfier ummkamm verrettersch, und wie
BuoUand sin bom bließ 318
LXXXVII kapitel. Von Ruollanden tod and von dem tod sines
guotten pfert Oallantins, und wie ers beklagt 821
LXXXVIII kapital. Wie EarlyRaoUandenhornn bort blässen undwie
er Gannellon ließ gfangen legen und darnach an Rontzefal reyt 325
LXXXIX kapitel. Wie der keysser Early an Bontzefal zuo Ruol-
landen kam und inn erklagt und die Erysten bestatten ließ,
und der fürnemesten fürsten und beren nammen, die mit
Ruolland ummkämen 328
XC kapitel. Wie der keyser Early gen Sarragossa zog, die ward
Tonn im aller dingen zerstört 381
XCl kapitel. Wie der keyser Early den kunig Marsillia nnd den
künig Blancbardin bäncken ließ 333
XCII kapitel. Wie der bertzog Türing von Ardannia mit Pinabel,
Gannellons frund , ein kampff hielt und inn ertodt , dar-
durch Gannellon von fier pferden zerissen ward 336
XCin kapitel. Wie Bengnold von Early urlob nam , und wie
Early gen Ach reytt , und von den zeichen , so gsächen wur-
dend vor sinem tod, und wie er starb und anders .... 388
XGIV kapitel. Wie sin tod dem ertzbischof Türpin darch ein tuffel
geoffenbaret ward 340
Anmerkungen 343
Namen- und Wörterverzeichnis 367
Nachträge and berichtignngen 423
XIU
EINLEITUNG.
Der deutsche prosaroraan des XV und XVI Jahrhunderts
zählt bekanntlich auch auf dem boden der Schweiz bemerkens-
werte Vertreter. Um die mitte des XV Jahrhunderts ver-
deutschte der Berner Schultheiß Tböring von Ringoltingen
die »Metlusigne« des Franzosen Couldrette, vielleicht auch den
»Cleomades« des Adenes li Roy , wovon indes nur ein unbe-
deutendes bruchsfcßck auf uns gekommen ist; ihm folgte etwa
siebzig jähre später sein mitbürger Wilhelm Ziely mit der
Übertragung der französischen prosaromnne von »Olivier de
Castille« und »Valentin et Oraon.« Und gegen ende des
XVl jhs. erschienen , von dem Basier Johann VVetzel nach
dem italienischen bearbeitet, »Die reisen der drei söhne Uiafifers,
des königs von Serendippe« (vergl. J. Bächtotd, Geschichte
der deutschen litteratur in der Schweiz , s, 240 ff. , 43S ff,).
Diesen drei Übersetzern reiht sich nun ein vierter an, unbe-
kannten namens, aber ohne zweifei schweizerischer herkunft,
dem der vorliegende band gewidmet ist. Seine arbeiten, zwei
übersetzungeu aus dem frauzöaisuhen , welche meines wiasens
bis jetzt ganz unbekannt geblieben sind, bilden den inhalt
einer handschrift der Äargauer katitoiisbibliotbek, auf die Kur«;
UDd Weissenbach in ihren »Beiträgen zur geschieh te und
litteratur« (Aarau 1846) I, 112 aufmerksam gemacht haben.
Diese handschrift, bezeichnet MS. Bibl. Zur!. 41, ist ein
ziemlich starker folioband von 30 cm höhe und 21 cm breite,
mit stellenweise abgegriffenem und beschädigtem ledereinband,
Sie umfaßt 267 blätter aus starkem papier, wobei zwei vordere
XIV
und ein hinteres deckblatt nicht mitgezählt sind. Auf die
Wasserzeichen (bl. 1 bis 205 eine band, bl. 206 bis 267 ein bar in
zwei verschiedenen formen) werde ich weiter unten zu sprechen
kommen. Das ganze ist von einer band geschrieben , durch-
weg sehr sorgfältig, in schonen, regelmäßigen zögen. Ver-
schiedene anzeichen, die später zusammengestellt werden sollen,
machen es wahrscheinlich, daß Schreiber und Übersetzer eine
und dieselbe person waren. Hinter den einzelnen kapitel-
überschrifteu ist in der regel räum für illustrationen gelassen,
die aber nirgends ausgeführt worden sind; hier und da fehlt
auch eine initiale. Die handschrift enthält:
Bl. 1 bis 1G3 die in diesem bände abgedruckte »schöne
hystoria von dem grossen keyser Karly und siuen fürsten
und von einem ryssen , der hieß Morgant , der ward
durch Rucfllandeii zuo kristenlichem glouben gebrächt,
und von dem erbermklichen strytt, so am Rontzefal
bescbach.« Am Schluß: Ein end hat dis buoch (gott
dem almechtigen sig lob und danck gesagt !) und ward
geschriben im tussend filnff hundert und darnach im
tryssigsten jär uflF den dry zechenden tag November.
Amen.
Bl. 164 bis 267 »ein schöne hystoria von den fier sün
des hertzog Amons von Dordonna uß Franckricb, das
sind Rengnold, Allard, Guchart und Rychart, und von
irem vetter Magisund von keyser Karly und sinem
Vetter RuoUanden, und wie sy der keysser Karly be-
kriegt lange zytt.« Am schluß : Got dem almechtigen
sig lob und danck gsagt! Amen. Im 1531 jär.
Der codex bildete ursprünglich, worauf schon seine be-
zeichnung hinweist, einen bestandteil der bücherei des durch
seinen Sammeleifer und seine gelehrsamkeit weltberühmten
generals Beat Fidel von Zurlanben (1726 bis 1799), die im
jähre 1804 vom kanton Aargau angekauft wurde und den
grund zur aargauischen kantonsbibliothek legte. In dem besitz
der familie Zurlauben scheint er sich bereits seit geraumer
zeit befunden zu haben, wie sich aus einer offenbar alten be-
merkung auf der Innern seite des vordem deckeis > ergibt:
H. Batt Jacob Zur Lauben Ciuis Tugiensis anno domini 1624
(vergl. über diesen Leu, Allgemeines belvetisches lexicon,
XI teil, s. 400). Weiter zurück vermag ich die Schicksale
der handsclirift nicht ku verfolg^en.
Von dem inhalte derselben beschäftigt uns an dieser
stelle nur der erste teil, die gescliichte von Morgant dem
rieseo. In bezug auf den zweiten teil ^lemerken schon Kurz
und WeisBHnbaeh a. a. o,, daß hier »eine ganu eigentümliche
darstellung der geschichte von den Haimonskindern vorliege,
welche sowol von der im Volksbuch als von der in der Heidel-
berger handschrift abweiche«, und aie erwähnen im anschluli
daran eine Vermutung Heinrich Hotfmanns, data wir es mit
einer Übersetzung aus dem italienischen zu tun haben, *was
aua den vielen italienischen namen heivorzugelien scheine.«
Dies ist freilich unrichtig, denn der roman von den Haimons-
kindern ist so gut wie der von Morgant aua französischer
quelle geflossen.
Es wird nun meine aufgäbe sein, das Verhältnis dea deut-
scheu Morgant zu seiner vorläge zu bestimmen und dan^na,
soweit möglich, ein urteil zu gewinnen sowol über die Über-
setzung selbst als auch über die peräünlichkeit des ungenannten
Übersetzers. Vorerst muß erwähnt werden, daß unser Morgant
noch in einer andern handschrift vom jähre 1551 überliefert
ist, die sich unter der bezeichnung Mscr. A. 121; 111 auf der
Zürcher stadtbibliothek befindet und im 185. band der Libllo-
thek des litterarischon Vereins , s. XM beschrieben ist. Sie
entbehrt aber für uns jeglicher bedeutung , da sie sich von
anfang bis zu ende als abschrift dea Aarauer textes erweist.
Das berühmte gedieht des Florentiners Lüigi Pulci »II
Morgante Maggiorec , dessen voHständige ausgäbe in 28 ge-
säugen 1483 erschien (vergl. A. Uaspary, Geschichte der ita-
lienischen litteratur II, 2tl8), ist schon früh in französische
prosa übersetzt und in dieser gestalt durch zahlreiche drucke
verbreitet worden. Mehrere dieser drucke verzeichnet Brunet
in seinem »Manuel«, 5. auliage , IV, 974; vergl. auch das
Supplement dazu II, 335; L. Gautier, Les epopees fran^aise-s
III, 590. Für uns kommen davon natürlich nur diejenigen
ia betracht, die vor 1530, das entstehnngsjahr der deutschen
Übersetzung, fallen oder wenigstens auf solche zurückgehen.
XVI
Da mir persönliche Verhältnisse eine reise nach Frankreich
verboten, übernahm es einer meiner in Paris studierenden
landsleute, herr R. Huber, in freundlichster weise, statt meiner
auf den dortigen öffentlichen bibliotheken nach den verschiedenen
Morgan tausgaben 7,u fahnden. Leider waren seine vielfachen
bemühungen nur von bescheidenem erfolge: auf drei biblio-
theken (Mazarine, Ste Genevi^re, Sorbonne) fand sich gar
nichts vor, im Arsenal bloß ein druck vom jähre 1618 (Troyes,
Nie. Oudot) ; einzig die Nationalbibliothek ergab lohnendere
ausbeute, nemlich zwei drucke aus dem jähre 1517 von Alain
Lotrian und von Jean Bonfons, die aber beide völlig mit
einander übereinstimmen. Auch jener druck von 1618 erwies
sich als einfache Umarbeitung dieser altern ausgaben. Auf
weitere nachforschungen in andern bibliotheken mußte ich
verzichten , da es an gelegenheit dazu gebrach ; soweit mir
kataloge zugänglich, waren , habe ich sie gewissenhaft durch-
gesehen, ohne indessen etwas zu finden. So blieben denn zur
vergleichung mit dem deutschen Morgant bloß die angeführten
Pariser drucke ; aber der versuch, einen derselben hierher nach
ZOrich kommen zu lassen, wobei mir der schweizerische ge-
sandte in Paris, herr dr Lardy, seine gütige Unterstützung
lieh, scheiterte an dem reglement der französischen bibliothek,
nach welchem keine gedruckten werke ins ausländ verschickt
werden dürfen. Unter diesen umständen erschien es als eine
glückliche fügung, daß ich schließlich auf der Zürcher stadt-
bibliothek doch noch eine französische ausgäbe des Morgant
entdeckte, welche, wie sich herausstellte, zu den drucken von
1517 im ganzen genau stimmt und also statt dieser der
vergleichung mit dem deutschen text zu gründe gelegt werden
konnte.
Diese ausgäbe (unser F), 1596 bei Benoist Rigaud in Lyon
gedruckt, zählt 218 seiten klein 4**, drei angehängte unpagi-
nierte blätter nicht mitgerechnet, auf denen ein Verzeichnis
der kapitelUberschriften steht. Sie ist in ein pergamentblatt
eingebunden , das von einer hs. deüs Cod. Justin. (IIL 28 de
inofficioso testamento) herrührt. Das erste blatt tr^t den titel :
Morgant le Geant, Lequel avec ses freres persecutoyent souvent
les Chrestiens et serviteurs de Dieu: Mais finalement furent
XVII
SPS deux freres oeeia pur le Corate Roland , et le tiers fut
Chrestien, qiii depiiia aida grandtiment k augmenter !a saincte
foy Catholiqiie, coiuine enteodrez cy apres. Darunter befindet,
sich ein Lolzschnitt, Morgant xu pferd an der spitze einer
ritterscbar darstellend. Solche holzschnitte, (größere und kleinere,
zieren häufig auch die kapitelanfänge, so auf s. 5, 10, 11, 13,
14, 15, 17, 19, 23 u, s. w. Der text zerfällt in zwei teile,
wovon der erste 0(3 kapitel mit einer nicht mitgezählten ein-
leitung, der zweite 68 kapitel urat'aM. Der schluid lautet:
11 me suffit d'avoir acheve ce qua j'ay trouve en rithme Ita-
lienne, qtie avec l'aide de Dien j'ay mis en prose Frau^oise
au nioins mal que mon petit enteudeuient a peu comprendre.
Et fut achevee la translation le dernier jour d'Aouat, l'an de
Fincarnation de noatre Seigneur mil cinq cen« dix aept.
En priant Dieu qui m'a donoe la grace de Fuchever, et mettre
a fin, aussi qu'il dous doint et uous face ceste grace, davoir
a la fin sa gloire. Amen. Fin de Fhiütoire de Morgant le
Geant. Druckfehler sind im ganzen selten ; von größeren ver-
sehen ist zn erwähnet) , daß der zweite bogen verkehrt be-
druckt (auf 3. 9 folgen die ss, 14, 15, 12, 13, 10, 11, 16)
und im IL teil der achlaß von kap. 24 (unsere ausgäbe
8. 249, 12 bis 250, 10) weggelassen ist; derselbe mußte darum
aus einer der Pariser ausgaben ergänzt werden.
Die vergleichung von F mit D (so bezeichne ich die
deutsche Übersetzung) ergab sofort eine nahe vei-wandtschaft
beider, indem sie zum großen teil wörtlich mit einander über-
einstinamen. Immerhin geht dies nicht so weit, daß ohne
weiteres die annähme gestattet wäre, L> sei aus einem mit F
gleichlautenden altern druck, also z. b. ans einem der drucke
von 1517, übersetzt. Denn einerseits weist D gegenüber F
eine beträchtliche zalil von abweichungen aul', in denen es
zu Pulcis gedieht' stimuit , diu also auch seine vorläge
' Pulcia gedieht (ich benutze die Florentiner ausgäbe von 1855, bei
Feiice Le Monnier) aoU nur insoweit in dif^ nntersucliunj,' einbezogen
werden . als es auf das Verhältnis von ü zu seiner vorläge licht zu
werfen vermag'. Auf eine vergleichung der franzöa. bearbeitung mit
dem italienischen orijipnal laaae ich mich nicht ein.
xvm
enthalten haben ranß. Den beweis dafür liefern folgende
stellen :
D
F
16, 23 f. Der bruoder L'abb^ avoit un grand
Eleramant hat ein cheval, lequel il donna
groß pfert, das hat h M.
er lange zjt ertzogen,
- das schanckt er M.
26, 19 gsellen
29, 24 Demnach ylt er
Baollanden nach und
sprach zuo im:
30, 6 mit stein und pfil
und speren
41, 8—5 Aber es was
— glytzert
freres
puis dit h. Roland:
dards et pierres
fehlt
43, 25 inn das angsicht
43, 85 Darnach stuon-
dend sy ab iren pfer-
den und giengend . . .
49, 12 und och den graf
Doon von Nantneil
fehlt
fehlt an dieser stelle
fehlt
51, 13 f. wir ryttend nous allons ainsi se-
also heimlichen inn cretement pour
der weit ummhar und trouver . . .
suochend . . .
I, 67 (L'abate) dette a
Morgante un destrier
molto hello
Che lungo tempo te-
nuto avea quello.
11,51 lamiacompagnia
II, 78 Poi si rivolse ad
Orlando, dicendo:
m, 5 con lance, spade,
con dardi e spuntoni
IV, 8 Egli era quel ser-
pente maladetto
Che getta flamme per
bocca ta' dotte,
Gh*una fomace pare-
Ta in calore,
E tutto il bosco co-
pria di splendore.
IV, 30 Dette in sul viso
al gigante col gnanto
IV, 84 Allor tutti smon-
taron deir arcione,
AUa capanna furono
avviati
IV, 79 E' medici tro-
vava, e comandoe
Che medicassin dili-
gentemente
TJlivieri e Dodon
IV, 94 Cosl pel mondo ci
andiam tapinando . . .
60, 27 ff. Also schick-
tend sy ein botten zuo
Korador, der sagt im
daz, so im Maffredon
enbot von sines ry tter
Brunors wegen. Ko-
rador seit Kengnol-
den das, so im sin
Le roy manda inconti-
nent le messager dire
ce qne Roland avoit dit,
et dit au roy Corador,
que le Chevalier estoit
tout prest et appareill^,
quand ils voudroyent
se trouver au champ et
VI, 26 Subito mandorno
imbascieria ;
Erano ancor coloro ä
ragionare :
Caradoro a Rinaldo si
volgia,
Dicendo: Pro' baron,
che vuoi tu fare?
XIX
ne demandoit autre
chose. Et Olivier . . .
si tu veux dire autre
chose, depesche toy, car
je m'en veux aller en
Tost de M.
UD roy Sarrazin
E
Rinaldo sfavillava
tutlayia ;
Pargli miir annid'es-
ser con Orlando,
E disse : Jo sono in
punto altuocomando.
VII, 7 S'altro non vuoi
parlarmi,
A Manfredonio al
campo vo' tornarmi.
VIII, 15 un gran re
saracino
ilenToyauneambassade VIII, 38 E manda im-
k l'empereur Ch. , de basciadore a
laquelle estoit le chef Carlo Mano . .
un roy payen . .
si Regnaut et Olivier VIII, 43 E se non y'k
n'y sont pas Rinaldo e TJlivieri
E 86 non v'd Orlando
tanto forte
87,11 Darum m gedenck parquoy pense de te VIII, 68 Prendi del cam-
dich zeweren an wyt- deffendre po, alla giostra
ter gesprech vegnamo,
Cbfe dir parole assai
non son disposto.
D
fyend enbot Beng-
nold gab im antwurt,
er wer gantz bereit
und begertte kein an-
der ding. Und Ollif-
fier . . .
66, 25 f. Wiltu nüt an-
ders sagen, so will
ich wider in Maffre-
dons leger
77, 29 ein mechtiger
heidischer knnig
81 , 14 do schickt er
keysser Karly ein
hotten . .
82, 28 so Rengnold,
Ruolland und OUifier
nüt in land sigen
150, 22 f. do gieng sy
wyder inn die gföng-
nnß und sprach zuo
Thüring , er möcht
hinweg rytten, wenn
er wett.
154, 12 sin diener
156, 34 ff. die glUnck-
nuß, darin die frowen
und tochtern wärend,
die nüt zuo sinem
wyllen verwylgen
wottend, die fuortend
grosse klag.
163, 35 wann wer sy,
ich wer tod
fehlt XIII, 14 Epoi tornava
alla prigion ridendo
E disse come il fatto
era fornito.
un homme qni bien XIII, 58 un suo valletto
cognoissoit le pays
la prison , oü estoyent XIV, 4 Quivi sentiva un
les femmes. pianto doloroso
Delle donzelle.
fehlt XV, 18 Chfe so che sanza
lei morivo a stento
171, 25 wann der har- (les armes) estoyent XV, 109 E la sua arma-
nisch was göttyscb, faictcs que nul fer, dura era incantata,
also daz inn kein n'acier, pour trenchant Che nessun ferro tag-
yssen nach stachel qu'il fut, ne les pouvoit liar ne potea.
zerschniden mocht. empirer.
XX
D
F
P.
189, 33 f. das er ein qu'il fut grand piece XVII, 46 tanto cbHu
lange wyl lag und sans se relever pellostette,tramo^
nüt nmm sich selb« tita
waOt
191, 33 und sind zuo et sont en Babylonne XVII, 66 gli bo laseiiiti
Babiilonia inn mines cbez mon pere prigionMri
Tatten gfäncknus AI padre mio.
XVII. 75 Jo maledin
Peraia e T Amoitaiita
192, 26 Yerflaecht werd fehlt
das land Persia, daz
ichs ye gsach
194, 38 Der gros got Le grand dien Mahom XVII, 91 Maeone e
Jupiter und Macbmet GUappifar
und Appollonius
195, 14 acbt rysen ge-
brüedern
huict payens
XVII, 98 Otto giganti
Bon tntti H«telli
216, 5 Bengnold sprach dit il (nemlich Etoland) XX, 61 Diaae mmldo
zuo im
^ 229, 12 f. Alsowur- parquoy ils conclurent XXI, 54 Ed accordini
dond sy eynhellig quMls y iroyent, c'est tntti amanoanuao
sy zeentschutten, ascavoirMaugi8,Astolfo
nämlich Magis, et Alard: et Gnichard
AstolHo, Allard garderoit Montauban.
und Guchart.
Gnicdardo , Alaido^
ire a trovar coifym,
243, 12 sine (Beng-
nolds) dry bruo-
dern
deux de ses freres
XXI, 157 AlardoeBk-
dardetto . • •
Gbicciaidt
24(1, 1 und ist nie- et dedans n'y a que XXII, 18 E' t* 6 dento
man darin dann Guichard avec Vivien VinuD
Vivianus qui luy tient compagnie
248, 1 dyß dry sind ces deux sont mes freres XXII, 53 Qnesto h OwO'
mine brüedern dardo, Alardo--
E queato h Bieeuff'
detto.-
250, 3 und wyll mit et je meneray avec moy XXII, 73 Jo vo' solRic-
mir nemmen mine mes deux propres freres, ciard^o,
dry brüedern c'est ascavoir Alard et Guicdardo, Alardo •■
Richard
217, 2 Der hieß sy wil-
koinmen sin
2«;0, :{1 f. verflüecht
werd din gloub und
alle die, so an dich
gloubend
fehlt
fehlt
XXII, 40 Voi riate in
ogni modo i ben venaii
XXII, 185 Siamaladetto
chi 'I tuo nomeonon
261 , 7 Ich wyll dich Je ne te peax pas tenir XXII, 187 Jo non ti vo'
nüt han teuere
264, 4 das gluck was
also, das , , .
270, 23 f. wann das,
so von gofct geordnet
ist, inuos sin, und
mag nieiuan dar wi-
der thuon
fehlt XXII, 213 Or giiarda ae
Fortuna lavoroel
fehlt XXil, 260 Non dubitar,
chb quel che viiole
IddJo,
Non puö fallir per
accidente alcuDo>
270, 26 Rengnold ruo- R. se repoaa un jour XXII, 261 R. aolo un
wet ein tag und nüt et plus giorno nposoäsi
mer
305, 13 daz groQ mer (es grands aiera
321, 9 Und sobald er
(Roland] ab im wus
321, 18 Ach, Gallantin,
hie ist unaer tetater
tag!
331 1 24 ander ein tbär
331, 27 Die nacht was
vast vinst-er und näb-
lacbtig
339, 38 f. Karly — Pep-
pinua
fehlt
fehlt
anx portes
La nuict fiit fort
obacure
fehlt
341, 29 tochter des fiUe de TEmpereur de C.
großen Herclin, Ce-
sars von C.
341, 33 Earlomanus
fehlt
XXV, 212 la gran pa-
lude
XXVII, 101 comeOrlan-
«' do in terra aeese
XXVII, 102 0 Veglian-
tin, venuta e Tora
sezzat
X X VII, 239 a unaporta
XXVII, 239 Eralanotte
nebulosa oaoiira
XXVIII, 114 Carlo e
Pipin
XXVIII, 127 figlia di
Eraclio, degno im-
peradore
XXVlII,70CarloManno
Noch zahlreicher sind anderaeita die fälle, wo P gegen
D init Pulci stimmt. Die belege dafür hier aufzuzählen, iafc
um so weniger nötig , als viele derselben unten zur spräche
kommen werden. Nicht selten kommt es auch vor, daß alle
drei texte von einander abweichen. Unter den stellen aber,
au denen D weder mit Pulci noch mit F übereinatimmt, gibt
es eine reihe solcher , die wir nicht auf rechnung des Über-
setzers schreiben dürfen , sondern schon in seiner vorläge zu
suchen haben (auch darüber s, u.). Nehmen wir nun dazu
M«rguit der riete \)
XXII
die im übrigen wörtliche Übereinstimmung von P und D, die
uns zur annähme einer gemeinsamen grundlage beider zwingt,
so wird sich für D etwa folgender Stammbaum ergeben (wobei
ich mit A den unbekannten französischen archetjpus, mit V
die unmittelbare vorläge von D bezeichne):
Pulci (1483)
A (vor 1517)
V (vor 1530) P (1517 u. s. w.)
D (1530)
Es muß also eine französische Übertragung von Pulcis ge-
dieht gegeben haben, welche den ausgaben von 1517 wie auch V
zur vorläge diente. Sie enthielt außer dem, was D und F
gemeinsam ist, u. 'a. alles das, worin einerseits D und P.,
anderseits P und P. übereinstimmen. Uns kommt es indessen
weniger auf die gestalt dieses archetypus als auf das Verhältnis
an, welches zwischen D und seiner vorläge bestand. Nur da,
wo DF und DP. stimmen, sind wir darüber ohne weiteres im
klaren ; steht aber D gegen PP. (== A), so erhebt sich die frage,
ob die abweichung gegenüber A auf rechnung von V oder D
zu setzen sei, und sind gar alle drei texte verschieden, so wird
auch A zur unbekannten große und die entscheidung über das
Verhältnis von V und D entsprechend schwieriger, wenn nicht
unmöglich. Ein bis ins einzelne gehendes sicheres urteil über
das verfahren des Übersetzers wird also keinesfalls zu gewinnen
sein ; wol aber werden wir dieses bis zu einem gewissen grade
zu erkennen vermögen aus einer vergleichung vonD
m i t P unter steter berücksichtigung von P. Es ist ja von
vorneherein anzunehmen, daß V noch näher an F steht als D,
daß somit für einen teil der differenzen zwischen D und F
nicht V, sondern D verantwortlich gemacht werden muß.
Dafür lassen sich sogar zahlreiche beweise erbringen; hier
seien einige angeführt , die sich aus der hs. selbst ergeben,
unter den worten »do Agryppartt« 206, 4 ist in der hs. noch
deutlich sichtbar »der gräf ruoUand« ; D hat hier, wahrschein-
lich um schon gesagtes (vergl. 205, 35) nicht zu wiederholen,
XXIII
einen satz seiner vorläge tibersprnngen , der sich auch in F
findet, wo er mit »Le comte Roland . . « beginnt. Statt »sich
gantz verwnnderettend« Gl, 12 hieli es anfänglich »garitz er-
scbräckend« ; D übersetzte damit wie gewöhnlich das franzöa.
>furent toua esbabis« und merkte erst nachher, daG der zu-
ssuumenhang hier eine andere Übersetzung verlange, »gnaden«
233, 14 ist über ein noch lesbares »urlob neuimen« geschrieben;
F hat »prendre conget. In dem satze 38, 20 S.: »wann wir
dorfftend nüt haruß kommen, darumm das wir von den faltschen
ryssen kestiget wnrdeud« ist das zweite »wir« über ein durch-
gestrichenes »sy« gesetzt; vergl. F: car les religieui n'osoyent
sortir de ceans qn'ils ne fussent toiirmentez par les faux geans.
S. anch die anm. zu 216, 3.
Im allgemeinen hinterläßt die vergleich ung von D und F
einen dem erstem günstigen eiudruck, insofern nämlich, als D
den hauptfehler von F, eine ungebührlich breite, weitschweifige
erzählungsweise, fast durchweg mit glück vermieden oder doch
abgeschwächt hat. F liebt es, möglichst viele worte zu
machen ; sehr häufig sind Wiederholungen derselben phrasen ;
bei jedem der so zahlreichen ritterlichen Zweikämpfe kehrt
dieselbe ausführliche Schilderung des hergangs meist mit den-
selben Worten wieder; das ceremoniell wird immer wieder
mit derselben unermüdlichen Sorgfalt verzeichnet u. s. w.
Dem gegenüber macht sieb in D unverkennbar das bestre-
ben geltend, den stoff zusammenzudrängen, Wiederholungen
zu vermeiden , überflüssiges auszuscheiden , das gleiche mit
weniger werten zu sagen. Zwar tritt dieses streben nicht
tiberall gleichmäßig hervor, im ersten teil des romans z. b.
entschieden weniger als im zweiten , was wo! damit zusam-
menhängt, daü sich der Übersetzer seiner vorläge gegenüber
erst allmählich zu einer selbständigem Stellung emporarbeitete.
Hier und da gerät er auch auf abwege, indem stellen, die in-
haltlich von Wichtigkeit sind, ausgelassen oder allzu stark be-
schnitten werden; doch kommt dies verhältnismässig selten
vor. Zur illustration des gesagten genüge es vorläufig an
ein paar heispielen, die sich gerade darbieten :
55, 11 ff. ein tochter, die
ist 80 mecbtig, daz keia
rytter By uli dem sattel
feilen mag , geh wye
mecbtig er stg . .
Q9, 8 ein tüffel ryssen, der
iafc so starck, als if wol
gsächen band.
77, 9 der inn mitier gfänck-
niiH ist
77, 14 Also ward er er-
hänckt ; damit ward im
sin Ion.
164, 22 aber sy belibend
bed inn sättlen, des sieb
mengkliclier verwun-
dert.
182 , 35 Rengnold , der
groaa«n hunger bat, saß
ab und a£i mit dem bjrt.
213, 29 f. Demnach macht
er sich latf die straß gen
Babillonnia und ertaalt
den bereu . . .
XXIV
une filte, laqnelle cat si trespuissante qu'il
n'y a chevalier en tout le monde tant en
ce paye qu'en toute la Chrestientö qui la
sceut vaincre, tant en jouates qu'en autre
maniere . .
un grand diable de geant lequel est si
fort, comine voivs avez veu, qu'il emporta
moy et le priaonnier que luj-raesmes avoit
priDH, et avec noua deus portoit mon po»
villon, et ai ne laissoit point de courir non
plus qiie fi'ii n'eust portÄ qu'vine coiiple de
chappons (zum teil wörtliche Wiederholung;
vergU 68, 3 ff.).
car incontinent que j'euz veu la grande
trahison qu'il brassoit contre voiia je le fis
mettre en prison, en laqnelle il est encores.
parquoy il fut pendu. II airoit apporte
nouyeliea pour faire mourir lea barons de
France, et luy-mesmea tnourut en un gibet,
ainsique la raison le vouloit, car de bon
Service boa loyer.
niaie Tun ne l'auträ ne se meust de la
seile, dont ioua ceux qui lea regacdoyent
furent tous esmerveillez, comuie ils estoyent
demourez sur lenrs chevaux aux grands
coups qnHIa avoyent donnö; maia ce n'estoit
paa de merveilles, car c'eetoyent lea deiix
meilleura chevaliera du monde.
R. qui avoit bon appetit, descendit de aon
cheval et le laiaaa paiatre de l'herbe, puis
s'aaaist anprea du pasteur et maugea avec
luy, car il en avoit bon beaoin
parquoy il ae mit en ehemin pour aller en
bahylonne, le faire aacavoir ä Roland et
ä sea compagnons , et alla taut qu'il fut
en Babylonne, et quand il fut devant hob
barons, 11 leur dit . . .
u. s. w.
I
I
Die anordming desinbaltes ist in D vollkommen die gleiche
wie in F; dagegen weichen beide in der e i n t e i 1 u n g des-
selben ziemlich stark von einander ab. Schon die einteiluog
des ganzen in zwei blicher mit besonderer kapitelzäh lungj wie
sie F hat (a. o.), kennt D nicht ; sie 6ndet sich übrigens auch
in den ausgaben von 1517 nicht nnd wird demnach io V eben-
falls nicht vorhanden gewesen sein. Eine andere frage ist,
ob und inwieweit auch die unterschiede in der kapiteleinteiluug
XXV
auf V zurückgehen. Den 94 kapiteln in D entsprecliea näui-
Uch in F deren 134. Diea rührt davon her, tlal.i D sehr oft
''Wei und mehr kapjte! von F unter einer Überschrift vereinigt,
Häufig ohne daß ein anderer grund dafür vorzuliegen scheint,
als das bestreben, den stoff znsamoienKudriingen, Genau decken
sich in D und F bloß die kapitel (die zahl in klammer be-
zieht sich auf F) 8 (5); 11. 12 (7. 8); 23 (13); 30 (24);
34 (32); 39 (43); 46. 47 (56. 57); 52 (II, 1); 50 bis 63
(13 bis 17); Ü5(20); 72 (36); 80 bis 8(5(52 bis 58); 88 bis 92 (61
bis 65). Aus je zwei kapiteln von F sind zusammengezogen die
kapp. 26 bis 29 (16 bis 23); 32. 33 (28 bis 31); 35 (33 f.) ; 38
(41 f.); 40 (44 f.); 43. 44 (49 bis 52); 51 (65 f.) ; 55. 56 (II, 6
bis 9J; 64 (18 f.); 69 bia 71 (30 bis 35); 73 bis 78 (37 bis
48) ; 87 (59 f.) ; aus je drei kapiteln: 31 (25 bis 27); 36. 37
(35 bis 40); 45 (53 bis 55); 79 (II 49 bis 51); aus vieren
das einzige kap. 50 (61 bis 04). Das gegenstüek dazu bilden
die wenigen fälle, wo D, ineist mit gutem grund, ein kapitel
von F in zwei oder mehrere zerlegt. So entstehen aus F
kap. 6 in D deren zwei, indem der kämpf mit dem teufel und
die erlösung aus dem Zauberschloß in ein neues kftp. (10) ver-
wiesen werden. Die kämpfe Rolands mit Leonet und Meri-
diana erzählt F in einem kap. (9) ; D macht daraus zwei
(13. 14). F kap. iO führt den titel: »Coniment Regnaut comte
de Montauban voulut tuer Ganelon et comment il se partit
de ]a eour«, meldet aber dann auch noch das zusammentreffen
^^ mit Brunor in Kleramuuts kloater, was D unter eine neue
Überschrift bringt (16). Auch der folgende titel : »Comment
* ^l>be fut delivre de prison et tous les Sarrazins luis ä mort«
Stallt bei weitem nicht auf den inhalt des ganzen kapitels,
^^« auläerdem über den kämpf Rengnolda mit einem drachen
^^<i einem riesen berichtet; D widmet jedem dieser abenteuer
^**i eigenes kapitel, so daß dem einen kap. 11 in F deren
^*'^i (17 bis 19) in D entsprechen. Aus dem 12 kap. macht
^ ^iriederura drei (20 bis 22) , läßt aber ungeschickter weise
^^n umfassenden titel von F vor seinem kap. 20 stehen, das
^Och nnr die einleitung zum drachenkarapf enthält. Mit recht
'st dann die entwickelung des liebeahandels zwischen OHfier
^Qd Forisena in einem besonderen kap. (22) untergebracht.
XXVI
Es bleiben eine anzahl kapitel, bei deren abgrenzung sich D
gegenüber F noch freier bewegt. Wie schon angedeutet wurde,
geht dem ersten kapitel in F eine art einleitung voraus. Dem
ersten abschnitt derselben, der von Karls Romfahrt und weitern
Verdiensten um die kirche handelt, entspricht D kap. 1 ; der
zweite, der über den kämpf gegen die afrikanischen beiden
unter Marfurius berichtet, bildet den eingang des 3 kap. in
D (im übrigen = F kap. 1). Das dazwischen eingeschobene
kap. 2 fehlt in F vollständig (s. u.). Das 3 kap. von F zer-
legt D in drei teile: den ersten (ankunft Rolands im kloster
Kleramunts) zieht es zum vorhergehenden kap. 4 (= Fkap. 2);
das mittelstück (Rolands kämpf mit den zwei riesen und Mor-
gants bekehrung) macht es zu einem selbständigen kap. (5)
und den Schluß (rückkehr zum kloster) vereinigt es mit dem
anfang des in F folgenden 4 kap. (= D kap. 6): >Comment
Morgant fut baptize par l'abbe.« Unter diesem titel geht in F
aber auch das abenteuer Morgants mit den Wildschweinen und
die kraftprobe mit dem toten pferd, woraus D ein neues kap. (7)
bildet. F kap. 15 trägt die Überschrift: »Comment Regnaut
et ses compagnons prindrent conge du Roy Corbant, et comme
sa fiUe se tua pour l'amour d'Olivier«, enthält aber außerdem
das zusammentreffen Rengnolds mit seinem vetter Magis auf
dem wege zu Corador. Diesem teil widmet D ein eigenes
kap. (25), während es das übrige dem vorhergehenden kap. 24
(= F kap. 14) zuweist. In ähnlicher weise werden zerlegt :
F kap. 47, von dem die erste hälfte (befreiung Thürings aus
dem geföngnis) dem kap. 41 (= V 46) angeschlossen, die
zweite (ankunft Thürings in Paris und bestellung seiner botschaft)
als passende einleitung an den anfang des folgenden kap. 42
(= F 48) gestellt wird. Kap. 59 »Comment Regnaut se com-
batit contre Anthee, et comment Ganelon vint parier au Sou-
dan« : der eine teil ist zu kap. 43 (= F 58), der andre zu
kap. 50 (= F 60) gezogen. Im zweiten buch kap. 4 »Com-
ment Regnaut recouvra son chevaU : was zu diesem titel ge-
hört, vereinigt D mit kap. 53 (= F 2. 3), das übrige (Ro-
lands besuch bei seinen zwei gefangenen vettern) mit kap. 54
(= F 5). Kap. 11 »Comment Ganelon fut prins par quelques
geans et mis en prisou« : auch hier paßt die Überschrift wieder
XXV n
nur auf einen teil dea kapitels, don 1) an das vorh ergebende
kap. 57 (= F 10) aaschließt ; der andere teil {botschaft des
birten , abreise der französischen lierren von Babilonia , um
GaneloD zu erlösen) wird dem kap. 58 {= F 12) einverleibt.
Ganz gleich liegen die Verhältnisse bei kap. 23 »Comment
Doon arriva ä Cornille, lequel dit ä nos Barons que les Payens
avoyent aßiege Irt noble ville et cite de Paris« und kap. 27
l-»Coniiiient Roland et aea coiupagnons allerent a Paris« : beide
kapitel enthalten mehr, ala ihr titel angibt; lieide zerlegt D
in der weise, daü die zunt titel gehörende häifbe den echluß
des vorausgehenden und die andere hälfte den anfang des nach-
folgenden kapitels bildet. So ist kap. 66 = F 21 bis 23 I,
kap. 67 =- F 23 11 bis 27 1 und kap. 68 = F 27 II bis 20.
Den drei letzten kapp, von F (66 bis 68) entspricht in D eiü
einziges (93); das 340, 29 beginnende kiip. 94 reicht nur bis
341, 14 und ist ein für sieb bestehendes einschiebsei (s. u.).
Es wäre nun zu entscheiden, ob und in welchem maße D für
seine von F abweichende kapiteleinteilung verantwortlich ge-
macht werden darf. Aber zu einer solchen entscheidung ge-
bricht ea durchaus an den nötigen anhaltspunkten. Zwei um-
stände scheinen allerdings dafür zu sprechen , daü die ein-
teilung von F die ursprüngliche sei. Wir stoßen näratich in
D an stellen , wo es zwei kapitel von F zusammenschweißt,
mehrfach noch auf die formelhaften ausdrücke , die sonst in
der regel nur am ende eines kapitels stehen, wie z. b. >al8 ir
hienach hören werdend« , »nun wend wir wider von . . .
sagen« u. s. w.; vergl. 128, 10 (F 39/40); 188, 21 (63/64);
199, 31 ff. (II, 2/3); 201, 20 (3/4); 206, 9 (6/7); 214, 33
(11/12); 234, 38 18/19); 245, 24 (22/23); 264, 12 (32/33);
278, 16 (39/40). An den stellen dagegen , wo D ein kapitel
von F zerteilt, kommt dies zwar (in übereinstiraraung mit F)
auch dreimal vor (34, 25; 56, 23 if.; 179, 22), findet aber
stets seine erklärung iu einem alinea des französischen textes,
das auch die bildung eines neuen kapitels veranlaßt haben
wird, h^ ist also ziemlich wahrscheinlich, daß F die kapitel-
einteilung von A beibehalten hat. Ob nun aber die änderungen
von V oder erst von D herrühren, läßt sich nicht au.smachen.
Ueber das Verhältnis der kapitelUberschriften ist das wesetvt-
XXVIII
liehe bereits im vorstehenden enthalten. Abgesehen von den
durch die verschiedene einteilung nötig gewordenen änderungen
stimmen die titel meist mit einander überein. Nur hier und
da sucht D durch größere oder kleinere zusätze eine Über-
schrift genauer zu fassen, so z. b. kap. 12 (und- anders) , 15
(und etlich mit im) , 17 (und sine brüedern) , 57 (und ein
hyrtten erhanckt), 81 (und ander heren), 83 (wie der gegen
innen kemme) , 84 (von den Krysten und heyden) , 87 (und
wie ers beklagt), 88 (wie Karly RuoUandeu hornn bort blässen),
89 (und inn erklagt — ummkämen).
Wir wenden uns nun zu den übrigen abweichungen der
beiden texte. Dabei fallen von vorneherein alle diejenigen
außer betracht, welche lediglich dem zwecke dienen, die ge-
schwätzige breite und Weitschweifigkeit der französischen prosa
durch gedrängtere ausdrucksweise zu ersetzen, welche also für
den Inhalt ohne bedeutung sind (vergl. s. XXIII).
An die spitze stellen wir eine anzahl föUe, die sich aus
einer bestimmten t e n d e n z erklären lassen. Eine solche macht
sich zunächst in religiöser hinsieht geltend. F steht auf dem
boden des katholischen bekenntnisses ; D seheint diesen Stand-
punkt nicht zu teilen , wenigstens tilgt oder ändert es fast
alle stellen, welche auf spezifisch katholischen glauben oder
brauch bezug haben. Darauf zwar, daß D 18, 16 das franz.
»ä tous bons Catholiques« durch »allen frommen glöubigenc
und 290, 8 »la foy Catholique« durch »den krystenlichen
glouben« übersetzt, ist kaum etwas zu geben ; mehr fällt da-
gegen ins gewicht, daß es beinahe überall, wo F von den
heiligen und von der Jungfrau Maria spricht, auf eine genaue
Übertragung verzichtet, indem es entweder »gott« oder »Jesus«
dafür einsetzt, oder dann die betreffende stelle einfach streicht.
Nur zweimal (103, 8 ; 126, 19) entschlüpft ihm der ausdruck
»by allen heiigen«.
41 , 26 Darumm er nach- parqnoy il invoqua le nom de nostre Seig-
mallen gott anrnoft. neur Jesus-Christ et de la glorieuse vierge
Marie (vergl. P. IV, 11).
48, 33 Des der gräf R. von dont R. et D. lonerent Dieu et la vierge
Muntabant und der gräf Marie.
D. von Nantueil got lop-
tend.
XXTX
67, 20 setzt F nach »bonm«
binza :
67, 35 Er ruoflt got aa.
86,25 wie dir diu got Je-
sus gehulffen bufc.
205, 6 die ruoStend got an
amm hylf.
214, 19 onaer volck (rief
zu) TbeBUs Kryst. Do der
pattron Cyrot von Jesus
bort sagen . .
234, 8 80 verbeyssen icli
got .
et Doon «c recouimandait humblement h
Dieu et ses Saincta (vergl. P. VII, 13).
i] reclarnoit nostro Seigneur Jeaus-Christ
et !a vierte Marie et tous lea Snincts
(vergl. P. VII, ItiJ.
commc ton üieu et ses Saincts t'ont aide
{^ P. VIII, 65).
Icsquels reclaiuoyent Dieu et Hes Saincts.
DOS geoB se recomandoyent li l>ieii et \ la
Vierge Marie et h, tous les Sainct« de Pa-
radis. Quand le patron C. entendit parier
de la Vierge Marie (= P. XX, 39),
je vous jure par tous» lea Saincts qui aont
en Paradis:
2,29 fehlt in D nach »zitten« der satz: »purquoyu honne
raison (Charleniagne) a este ciiuonize et niis avi norabre des
glorieui Sainets«, und 2, 31 nach »gebrächt« : Isnardus nioiue
assembla les Legendes de toua les hJaincts Martyrs qu'il peat
trouver en tout le raonde, et les mit en iin volurae, et fcron-
vons qu'il eetoit toas les jours la feste de trois mille Saincts
Marfcyrs, Charle.s Je grand edifia Ja grande I'^glise de sainet
,Jaques en Galice, et l'institua Ja principale de toutes les Eg-
ises d'Espagne, iJ fonda cinq grandes Eveschez, c'est assavoir
Magonce, Colongne, Treves, Salbourg et Sion. II fonda autaut
d'abbayes qu'il y a d'heures au jonr et en la niiict, ä fin que
toutes beures l'on priat poiir luy«. Auch über katholische
kultuagebräuche geht D stillschweigend hinweg oder nimmt
ihnen den konfessionellen charakter:
18, 10 f. Darumm wir
schuldig sind , gott für
Qcb zebätten zuo allen
zytten.
237, 10 Ruolland nam ur-
lob . , .
283, 7 ließ aicb der keyaer
Karly wapnen.
309,33 Turpin der gedächt
zuo der selbigen stund
QÜt an sixi gebett.
Nous sommes tenua de te faire participant
en toutes lea messes, oraiaona et autres
prierea qui se fönt et feront au temps
adveiiir en ce couvent (= P, I, 79).
Roland ouit messe que Tun des hermitea
cLanta, puia il print conge . .
TEmpereur Ch. ae fit armer
Messe
puia ouyt
T. qui h Celle beure ne penaoit paa \ dire
Messe {=^ P. XXVI, 62).
XXX
308, 30 fi Also nmmfieng- Alors tous les Fraii9oi8 s'embi'asserent Tun
end die Krusten ein an- Taatre, en demandantpardon rimkrautre:
dren und vergäbend ein l'ArchevesqueTurpin leur donnaabsolution
andren. plentere de tous leors pechez, en leur don-
nant bon conrage (= P. XXVI, 42).
Damit sind nun auch die unterschiede erklärt, welche in
der erzählung von den letzten augenblicken Rolands zwischen
D und F bestehen. Nachdem sich dieser mit Rengnold aus-
einandergesetzt hat (322, 34 bis 323, 4), wendet er sich in F
an den erzbischof Turpin: »Mon seigneur et mon cousin, vous
estes mon pere spirituel, je vous supplie que vous me donniez
absolution de tous mes pechez«. Darnach beichtet er ihm
zunächst die drei hauptsünden , die sein gewissen belasten :
ungehorsam gegen Karl, untreue gegen seine gattin und un-
rechtmäßige tötung Douchers. Tui-pin antwortet: >Puisque
vous avez contrition, Dieu vous pardonnera, mais si vous avez
ä dire autre chose, dites le«. Darauf bekennt Roland seine
übrigen vergehen , und Turpin schließt : »Je ne te donne en
penitence, sinon que tu dies Pater noster, et un Miserere, et
toutes les peines et travaux que tu as prins pour advancer
la saincte foy Chrestienne, te soyent toute pour penitence en
Tautre monde« , puis luy donna absolution pleniere de tous
ses pechez.« Nun folgt ein gebet Rolands zu gott und, daran
anschließend, ein neues kapitel (60) >Comment Tange Gabriel
s'apparnt ä Roland, et ä ceux qui estoyent en sa compagnie« :
AuBsitost que Roland eat finie son oraison , nne grande clartä
s'apparut sur eux qui les esbahyt tous, et entendirent en Tair une voix
melodieuse, qni les rendit plus estonnez que devant, parquoy ils mirent
tous les genonx en terre, joignant les mains contre le ciel. Alors ils
entendirent une voix qui dit; ßoland entens ä moy, sacbes que je suis
Tange Gabriel, qui apportay k la vierge Marie la nouvelle de la re-
demption de Thumain lignage, qui te suis envoy^ de Dien, pour te dire
que ton oraisou est exaucee lä haut au ciel. Parquoy scacbes qne je
suis venu querir ton ame, car pour ce que tu as tousjours este bon Ca-
tholiqne, et as grandement travaill^ k augmenter la foy Chrestienne,
et par toy plnsieurs ont estä baptizez, et faicts bons Ghrestiens, qoi
maintenant sont en Paradis en jnbilation, et mesmement ton compagnon
Morgant , car tout ainsi que vous avez tenu compagnie Tun k Tautre
en ce monde, aussi ferez-vous en Paradis. Touchant ton oncle Charls'
magne pour qui tu as priö, il a entendu le son de ton cor, et est de-
party de sainct Jean de pied de porc, et tantost sera icy, et regarde le
xxxr
Boleil qui ne ?e remire d'un lieu il 3f a vinj^t henres qu'il attend aana
tirer en occident, et aera arreste trois jonrs , ä. ßn que ton oucle face
vengeance des Sarrnzine, et acachea (]^ii apres sa raort il sera coUoqnä
aa royanme de Paradia. Aussi aera Alide ta femme , laqiielle demen-
rera vefiie tous lea jours de so, vje en faisant penitence de ses pechez,
Touchant ceux qui aujonrd'huy sont morts en cestc batajlle pour 1a
foy, ÜB uuront tous sepulture, et ieura ames aeront avec lea Sainotg et
Sainctes en Paradis: apree tout je vous donne la paix, Alora l'Ange
86 despartit, et le cbant deaAnges fut ony comme devant. Alora Reg-
naut dit: Ha! man coußio je suis venu d'Egypte poiir le veoir, et si
tost tu nie laiasea: toutes foia je suis bien joyeux de ce qne j'ay sceu
par l'Ange Gabriel, qiie toy et tous les OhrestieDS qui aujonrd'hny snnt
morts en ceate bataille, serez mis en gloire avec lea Anges. Parqnoy
mon Cousin je te prie que qiiand ta aeraa en celle gloire qae tu ayea
memoire de moy, et que tu pries h, Dien qu'apreB ma mort je puisse
aller avec toy en joye perdurable.
Diese ganze darstellung stimmt im wesentlichen überein
mit P. XX VIT, 116 bis 151. D aber weicht insofern ab, als es
einerseits das sündenbekeiintnis Rolands nicht in die form einer
vor Turpin abgelegten beichte kleidet, sondern an geeignetem
orte (323, 25 bis 324, 2) dem nachfolgenden gebete einverleibt,
anderseits die erscheinung des engela Gabriel mit keinem worte
erwähnt. Man vergleiche ferner folgende stellen;
324, 16 ff. Do Kuolland R., le glorieux martyr, acachant sa mort
luy eatre prochaine, print aon espee, et 1a
planta.cn terre, la croisee desana, piiis dit
estant ä genoux: Je t'adore au lieu de la
vraye Croix oü moii Dien fnt mis, qu'elle
me deffeode . . . (= P. XX VII, 152).
befand im der tod nach
sin, sprach er wytter:
»0 gott, min scböpßer,
ich bit dich, du wellest
mich beschirmen . . .
329. 24 Ollyfier ward pen
Ärles gfüert vergraben.
330, 3 ff. Die andren rytter
und knecbb wurdend inn
einem feld vergraben,
da Karly darnach ein
styfft buwen ließ, die
armen da uff zenthalten
zuo lob und eren den
frommen Kryaten, die . .
7, 1 fügt F nach »bewys-
sen batc hinzu:
Le corpa de 0. fut porfcö en Arles, avec
plusieurs autrea oü letlitCharlemagnedonna
grande aomme de deiiiera pour |)rier pour
ieurs ames.
TouB les Butrea chevRlierü et roemts gena
d'armea furent enterrez en un champ qui
prea de lä estoit, lequel PArchevesque Tur-
pin avoit benifc, et auquel depuis l'Empe-
reur fonda un College de trente et aix
chanoinea, pour piier Dien pour Iouh ceux,
qui . .
(le Pape) luy donna pluBieiira sainctes re;-
liqties, queCharlemagneapporta en France.
Wunderbare begebenheiteu überspringt D gerne, ir^soferu
der erzühlung daraus keine wesentliche einbüße erwäcbbt.
XXXIl
Als der fromme ritter Spinol im sterben liegt (208, 12), sieht
er nach F (= P. XVIII, 76) die engel kommen, die seine
seele zum himmel tragen sollen ; D weiß davon nichts. 310,20 ff.
berichtet D über den tod Falserons: Roland durchrennt ihn
mit dem speer und F. »fiel tod zu der erden«. In F (= P.
XXVI, 69 f.) geht es nicht so rasch : F. bleibt mit dem speer-
stück im leib aufrecht auf seinem pferde, »parquoj Roland
pensoit qu'il ne fut point mort, et quand il eut parfaict son
poindre, il mit la main a Durandal sa bonne espee et aassi-
tost qu'il toucha Falseron, il tomba ä terre, car il estoit mort
sur son cheval.« Von der leiche seines herrn weg stürzt sich
Olifiers pferd auf die beiden, um den erschlagenen zu rächen,
und tötet durch beißen und schlagen viele derselben (= P.
XXVII, 70); D übergeht dies (319, 26 nach »bließc). Das-
selbe geschieht mit folgender stelle (vergl. 329, 20 f.) ; »Alors
que l'Empereur Charlemagne eut faict sa complaincte ainsi
que vous avez entendu, il parla ä son nepueu le Comte Ro-
land comme s'il eut este en vie, et luy dit: Je te prie mon
trescher nepueu, que si tu es en estat de grace et en voye
de salyation, si Dieu le te veut permettre, qu'en riant de ta
bouche tu me rendes ta bonne espee Durandal, car d'elle je
feray la vengeance de ta mort, et de celle des aatres Chre-
stiens. Aussi tost que Cb. eut dictes ces parolles, ß. reprint
couleur vermeille et ouvrit les yeux, et en riant de la bouche
ouvrit les bras, lors l'Empereur Ch. print l'espee, puis R. re-
mit les bras en croix et serra la bouche et les yeux. Par ce
miracle Ch. cogneut que son nepueu R. estoit en la voye de
salyation, dont il fut granderaent console de son dueiU (=
P. XXVII, 205 ff.).
Nicht selten läßt F seine beiden bei starker gemütsbe-
wegung tränen vergießen ; D hat , offenbar in der meinung,
daß dies solchen männern nicht wol anstehe, die betreffenden
stellen meist gestrichen oder geändert :
19, 13 f. Do Rnolland ver- Quand B. enteodit que Tabb^ estoit son
stuond, das der bruoder parent de bien pres , il ae print plus fort
so gar ein nacher fründ k pleurer que devant (vergl. D 19, 8) de
was , do ummfieng er la joye qu il avoit , et courut embrasser
den bruoder . . l'abbe . . (= P. II, 5).
XXXIII
19, 17 . . und niifc reden
mochtend ein lange wyl.
20, 27 Und DSmniend ur-
lob Ton ein andren.
34, 16 Und (Rengnold) nam
damit urlob von innen.
191 , 35 do fuorttend sy
groBsy klag.
203, 8 Do Ollyfier Huol-
landen ersacfa, do umm-
fiengend sy inn.
235, 5 f. Gannellon tliet
och der glichen, als ob
er lejdig were.
242,28 des im Aatolf grossen
danck sejt.
244, 1 Do Rfingnold Jason
verstuond.
245, 29 Doon sprach.
265, 11 f. (Hengnold) nam
urlob von slnen brüedern
und von den innwonnern
der stat.
265 , 23 Der patron nam
urlob von lUngnold.
290, 20 f. do nnm (Gane-
lon) urlob von Ruolland
und OUjfier und von den
anderen heren.
et toua denx pleuroyent si fort qu'ils fa-
rent une grande piece aana pouvoir parier.
en pleurant prindrent congä Fun de l'autre
(= P. II, 17).
Fuis taut en plourant R, print cong4 de
aea frer^
ils ae prindrent a pleurer.
Quand 0. apperceut le comte R. , il luy
mit les braa au col, aussi fit le petit Rieb-
ard, et tous avoyent lea larmea aus yeux,
auaai avoyent Constant et Spinolle {= P.
XVIll. 27).
Et G. faisoit semblant qu'il en estoit bien
marry, et tousjoiirs plouroit . . (= P.
XXI, 95).
dont A. plouroit de pifciö (vergl, P. XX f, 153).
Quand R. entendit J. , lequel plouroit a
groaees iarmes (vergl. P. XXI, 1Ö7).
D. a'assit, puia lea larmea h, l'oeil dit (= P.
XXII, 15).
R. print cong^ de ceux de la ät4 lesquels
plouroyent toua de sa deapartie.
Le patron print congü de R- en plourant
a grosses Iarmes (= P. XXII, 222).
G. alla prendre congö de R et d"0. et des
autres Barone en lea embraasant, la lärme
ti Toeil.
All diesen abweichuugen, in denen wir das walten einer
bestimmten tendenz deutlich erkennen, steht nun aber eine
ungleich gröfsere menge solcher gegenüber, die eine ähnliche
erklärung nicht zulassen. Es bleibt hier nichts anderes übrig,
als die einzelnen fälle der reihe nach aufzuzählen. Ich be-
ginne mit den auslassungen von D, Dieselben sind zwar
sehr zahlreich, aber fast durchweg von geringem umfang; nur
selten bedeuten sie für die erzäbluug einen wirklichen verlast.
14, 30 (die bruodern) loptend gott, darunim das . . ]
(rAbbe) dist ä ses religieux, qu'ils aliassent sonner les cloaea
XXXIV
et qu'ils chantassent Te Deura laudamus, en rehdant graces
ä nostre Seigneur de ce qu'ils estoyent . . (vergl. P. I, 56).
18, 29 fügt F nach »hämische hinzu: et (l'Abbö) dit ä
Roland : Je vous donne tous ces harnois, s'il vous fönt mestier
(= P. I, 84); D übergeht diesen satz, weil er kurz vorher
gesagtes (vergl. z. 25) wiederholt. 42, 5 (der low) fieng
an vor anher zegän. Und R. . . ] (le Lyon) se print ii. che-
rainer devant, faisant signe ä R. qu'il le suivit, ce que fit R.
(vergl. P. IV, 18). 33 OUifier] 0. tout honteux (=
P. IV, 23). 48, 26 ff. die rede Rengnolds hat D um
folgende stelle gekürzt : Tes dicts monstrent que tu es humain
et charitable et bien recognoissant ceux qui te fönt bien ; tu
ne te monstres poiut ingrat aux benefices qui te sont faicts.
Quant est de ton Royaume que tu nous donnes, nous te re-
mercions et Tacceptons et comme nostre nous le te donnons
(= P. IV, 73). Da diese worte zum teil auf die vorausge-
gangene rede des königs antworten (vergl. namentlich z. 22 f.),
ist ihre weglassung nicht gerechtfertigt, 31 gehuob
(Olifier) sich übel] (0.) se plaignit, dont tous ceux qui le
virent furent resjouys ; D hat den letzten satz mit recht ge^
strichen (vergl. P. IV, 74). 52, 35 die so manlich rytter
sind] qui estes si vaillans que la renommee en est respaudue
par tous les climats du monde (vergl. P. IV, 99); dieselbe
oder eine ähnliche phrase tilgt D 55, 7; 64, 32; 66, 13;
115, 12; 189, 19 u. s. w. 54, 1 beheben] tenir en 8&
propre nation, im gegensatz zu »in frömbden landenc; di»
Streichung in D ist deshalb nicht am platze. 55, 11 fründj
parent de bien pres. 57, 27 bekant] cogneut ä la pa-
roUe (= P. V, 29); daß D die letzten worte übergeht, be-
einträchtigt die Verständlichkeit der stelle. 58, 8 nach
»hattend« setzt P hinzu: et aussi en baillerent ä leurs chevaux:
lesquels avoyent assez couru (= P. V, 33). 19 hütten]
pavillons et plusieurs gens d'armes tous arm ez (= P. V, 67).
59, 12 s. anm. 61, 12 verwunderettend] furent
esbahis, aussi furent tous ceux qui les virent (vergl. P. VI, 31).
63, 12 in P schließt Rengnold mit den Worten : et t'ap-
pelleray de mon cor, ainsi que j'ay faict, puls chacun fera du
mieux qu'il pourra (= P. VI, 48). 65, 11 uflf die stägen]
XXXV
66, 8 ertödt] F fügt
parquoy ils aont proye
24 gfallen] dar-
F genauer: »aux pieds des degrez.
hinzu: et les laissasmes en un Lois,
a«i bestes sau vages (= P. VIJ, 3).
nach in F: a'il ne se fut tenu ä une iiauraille (diese stelle
fehlt auch R VII, 7). 70, 19 Er schumpt . . ] il estoit
escbauflPe comme le cbien apres la veuaisou , il escumoit . .
23 Galantiti} G. qu'Olivier avoit araene; Wiederholung von
36, 1. 73, 10 kommen wird] darnach in F: Je scay
que plus ne verray le pays de Surie, Je voy bien que je
n'estoye pas digne d'avoir une teile Dame (= P. VII, 71).
75, 14 hatten] darnach in F: Quand ils entrerent en la
cite, les bourgeoia de la ville faisoyent jeux et esbatemene
avec trompettes et clairona et toutes autres sortes d'instru-
inens {= P. VIII, 7). 78, 33 ein silbrinnen ndler] un
aigle d'argent aur un champ de sinopie borde de gueullea.
83, 3 a. auni. 87, 3 zestritten] darnach in F: mais
les Barons se conaeilloyent Tun Tautre (= P, VUl, 67).
88, 35 sin sun] son fils qui esloit si puissant. 92, 17
beliben] in F lägt Roland noch hirjzu: car raaiutes fois il
m'a fait peur (= P. IX, 16). 94, 23 Also nam Reng-
nold . , ] Alora R. dit ä ses compagnous, je ne doute poiiit
que Dieu ne nous ait faiet venir en ee paya icy. II print . .
(= P. IX, 35). 95, 12 9. anra.; auch P. IX, 44 er-
wähüt die totung der kinder Hermins. 96, 7 F malt die
freude Morgants weiter aus : et courut embrasser Doon et luy
dit que miiis qu'il fut en la coaipagnie de Kolaud, de Regnaut
et d'Olivier qu'il n'y avoit ai fort Payen, qu'ils ne fiaaent
trembler (vergl. P. IX, 53). 97, 21 ein andren] satis
pouvoir dire ua seul mot, setzt F hinzu (vergi. P, IX, 65),
100, 22 ritfcer] chevalier qui par semblant estoit bien
triste (vergl. P. IX, 84). 106, 5 zv^reu] darnach iu F:
etla Daraoiselle luy aidoit au mieux quelle pouvoit *. 109, 10
tagen] darnach in F : et aujourd'huy quand nous avons en-
tendu le bruit de la bataille nous cuidions estre niorts ( =
P. X, 72). 115, 22 Astolfo, der h. von E.] F fügt hin-
*
' Das fehlen eines hinweiBea auf Puleia gedieht deutet in der regel
BD, daß dieses keine entspreobende etelle entMIt.
1
XXXVI
zu: leqnel fifc grande feste a Olivier, ä Meridienne et a Mor-
gant, car il ne \es avoit pas veu depuis qu'ils estoyeut venua
des partiea de Levant (vergl. P. X, 105). 119, 36 rysaen]
geant qui de uouveau estoifc venu en la Cour. 121, 38
r, sond] darnach in F: et aiitaiit en dirent Regtiaut et Ro-
land (P. X, 137 : cosi diceva il Danese e Rinaldo). 122, 33
truog] darnaob in F: de laquelle il 86 s^avoit bien aider. <«
124, 30 Ruollandeti] R, efc de plusieurs autres grands Barons
de la Cour (vergl. P. XI, 7). 125, 9 irin sin land] hier
folgt in F ein kapitelschluß l Or laisaons ä parier du Roy
Hermin et parlona de l'Eaipereur Charlemagne qui estoit ä
Paris avecques tous ses Barons » lesqueia menoyent feste et
joye faisant joustes et tournois et autres esbatemens, comme
gens qui estoyent en banne paix; mais fortune qui ne peut M
laiaser les affaires de ce monde en nu estre, envoya un trea- ■
grand trouble en la Cour de TEmpereur Gh., ainsique vous
pourrez entendre cy apres. D läßt mit rticksicht auf das
folgende die ganze stelle weg. Vergl. P. XI, 8. 130, 8
b. muoß] darnach in F : car vous aurez toutes armes estranges
et vos chevaux serout couverta jusques ea pieds; parquoy nul
ne vous cognoistra (vergl. P. XE, 28). 132, 14 häncken
L] te fera pendre au gibet de Montfaucon. 134, 3ö ze-
volbringen] iu F setzt öanelon hinzu: Tantoät ce faux garni-
menl aura la deeserte de ses demeritea. 135, 2 nacber
fr und] cousiß germaiu , et vous scavez que bon sang ne peut
mentir. 136, 37 pfert] darnach in F: et Bayart alloit
comme une arondelle et les autres le auivoyent de bieo pre«
(vergl. P. XI, 98). 137, 13 inn die stat P.] jusques aux
portea de P., lesquelles eatojent ouvertes. Eux quatre , c'eat
a scavoir Roland, Regnaut, Ästolfo et Richard entrerent de-
dans . . 140, 21 Und ob er . . ] Et ores qu'il est sur
8on aage et qu'il est ancieu, si par le conseil . . 144, 1
gegen im] darnach in F : et Galantin alloit comme foudre
(P. XU, 51: com' uuo sraerlo). 145, 31 hindernus] dar-
nach in F: Quaud ils furent ä la porte, le portier teur de-
mauda qu'ils eistoyeut. Roland respondit qu'ils eatoyenfc geus
qui deraandojent ä estre soudoyez. Alors le portier leur ■
ouvrit üuand il vit qu'ils irestoyent que deux. Die Streichung
dieser stelle erklärt sich aus dem voran gecrangenen satze, 38
so will ich . . ] pourceque vous me semblez fort et puissant,
je vous donneray . . 146, 9 an fchan] darnach iu F: et
a gaste tout le pays d'icy autour (vergl. P. XII, 76), 12
achwert] darnach in F: et moy et mon escuyer l'avons en-
terre an pied de celle grande röche qui est aiipres de la eite
(vergl. P. XII, 77). 147, 5 Kryat] Chr. et est du ro-
yaume de France; vergl. 148, 36 f. 38 gfangen] prins et
lie (= P. Xil, 88). 148, 12 daz ir mir . . geben] que
pour le plus seur me donniez . , (vergl. P. XIII, 2). 149, 6
also daz ich . . ] que maintenanfc je suis loing de tous mes
amts, excepte de mon escuyer, et mis . . {— P. XIII, 8),
150, 28 entschöttenj darnach in F : car ce leur aeroit
graud honte si je mourrois en ceste prison. 151, 33 nach
h, sytfcen] ä la mode des Payena, a celle fin qu'üa ne fussent
recogneuK. 152, 29 s. aiim. ; auch P. XIII, 40 erwähnt
Terigi. 155, 2 Sarragossa] darnach in F : Quand les gens
le virent venir il fuyoyent tous devant hiy eomme devant la
foudre , ils fermoyent leurs portes et se cachoyent en leurs
maisons. Regnaut lear disoit qu'ils n'eussenfc point de peur,
car le cheval ne leur feroit ancun mal (vergl, P, XIII, 67).
3 gfangen] darnach in F: et qu'il Tamenoit auaai doux qu'une
chevre. 12 fachen] prendre et de le rendre auasi doux qu'il
ne faiaoit desplaisir ä persoune. 159, 34 küngrieh] ro-
jauiae qui estoit hien grand et y avoit pluaieurd citez et grand'
<}cantite de chasteaux. 160, 7 den amirol von P. b,] in
f gibt Rengnold den grund an : qui tenoit son couain Roland
^Q ses priaons a tort et sans cause (vergl. P. XIV, 26).
161, 24 rysen] Geant, tant qu'elJe pasäa toute outre de
lautre coste (vergl. P. XIV, 33). 26 m. u. kommend] ve-
■^iM a. n. et vous conduirez les gens de ce paya. 164, 7
^apnen] darnach in F : puis il descendit du palais en la cour,
"^ ü trouva aon cheva! tout preat. 165, 38 dann vor]
wnfich in F : puis ii s'eu alla reposer: car il y en avoit bien
^fantl besoing. 167, 2 s, b. ward] fut fort dL»splaisant,
8' Jura qu'il vengeroit aon geant de celuy qui Pavoit occis
(= P. XV, 56). 169 , 18 tödend] a raort exceptö les
femmes et les enfans. 170, 9 iiin fröudeu] menant joyeuae
Uargtut dei riM« C
XXXVIII
vie, et Regnaut et Roland firent enterrer le Corps de l'Ad-
miral ainsiqu'ä un Roy appartenoit (vergl. P. XV, 89).
171, 29 s. anm. ; auch P. XV, 110 erwähnt Penicia.
174, 1 stat] darnach in F: et y eut moult grande abon-
dance de mets et d'entremets et s'il y eut de toutes sortes de
vin (vergl. P. XVI, 24). Auch 267, 12; 291, 28; 293, 10. 18
übergeht D ausführlichere Schilderungen von mahlzeiten.
180, 30 7.U0 RuoUand] au lict de R. (= P. XVI, 91).
182, 10 meint] darnach in F: Galantin le cheval de R.
quand il vit que Ton emportoit son maistre, il le suivit (vergl.
P. XVI, 103). 17 g. were] darnach in F: mais je vous
prie que nous noua mettions en quelque lien ä sauvete pour
la doute des geans: car il y en a encores deux qui ne sont
pas morts (vergl. P. XVI, 105). 183, 1 u. schlief] car
il y avoit longteraps qu'il n'avoit dormy (vergl. P. XVI, 106).
185, 16 thuot] darnach in F: et aussi ä voz gens: car
il est Tun des puissans hommes du monde. 36 nebend e.
t.] au pied d'un sicanior, son espee entre ses bras (vergl. P.
XVII, 11). 186, 2 Ruollanden] R. et Thierry. 187, 22
w. geben] darnach in F: et le pays de Perse tout paisible
(s. 186, 14). 188, 7 Gannellon] G. pour la conduire.
190, 27 meinung] darnach in F : La nuiet Guichard fit
faire bon guet sur les murs, 191, 30 der veas . . ] le-
quel m'eut bien abbattue de sa lance, mais il estoit . . (vergl.
P. XVII, 65). 192, 2 k. wyrt] viendra, et peut-estre
qu'ils trouveront Roland et le bon cheval Bayard. 30 lan-
den s.] pays, tous esgarez par les champs comme bestes. 35
gehertzt] darnach in F : et vous recommandez ä Dieu et il
vous aidera (= P. XVII, 76). 193, 24 Damit . .] Ainsi
que Roland escoutoit la voix, il apperceut une si grande clarte
qu'il n'osoit ouvrir les yeux. La clarte et la voix se dispa-
rut . . (vergl. P. XVII, 82). 29 der hieß F.] lequel estoit
moult sage et avoit nom F. 194, 17 vetter] nepueu
comme mal complectionne qu'il estoit (vergl. P. XVII, 87).
38 der sprach] lequel estoit moult fier et moult villain et
Sans saluer le roy n'autre dit (vergl. P. XVII, 91). 195, 15
mechtig] puissans, et sont si fiers qu'ils ne prisent homme
tant soit puissant (vergl. P. XVII, 93). 19 zestän] darnach
car 118 ont grande miiltitude de «rens avecqnps eux qai
sont aussi meschans coi^ime eux. 196, 17 yssest] darnach
in F: maia je ne te conaeille pas que tu te partes d'icy que
premier ne te faces medeciner (= P. XVII, 105). 200, 35
fro] joyeux de sa justice. 201, 25 wot] darnach in P;
toutes fois le Mammelu estoit toasjours ä cheval. 27 h.
uff der Str.] geus qui alloyent veoir faire la justice (= P.
XVIII, 11). 202, 2 hylf] et (ayec l'ajde) du Mammelu
(vergl. F. XVIII, 15). 31 das ir st. m. | que deraain au
raatin tous deux serez peudus au veut (= P. XV III, 24).
36 wann mau , . ] car nous avous des pareos et amis qui . .
203, 1 Ruollanil] R. ne les autres Paira de Frauce. 6
sunders spr.] ainsi haussa le heaume et dit (= P. XVIII, 26).
14: do sprach . . ] il se douta et luy dit. 16 tragend] dar-
nach in F: ou je diray que tu y penses quelque fiuesse (vergl.
P. XVIII, 29). 26 er wart . . streichen] il se deffendoit
avec le poing et son gantelet, car il ne voulut tirer son espee
a fin qu'elle ne fut cntfime, il se deffendoit k grands coups
de poing (= P. XVIII, 32). 205 , 24 wyJl . . lässenj
avant que tu sois pendu, je te f«?ray arracher la langue hors-
de la gorge, de laquelle tu as profere les parolles (vergl. P.
XVIII, 47). 206, 7 t. wyll] darnach in F: et si scay
bien que vostre mort sera bien vengee par vostre frere Reg-
naut. 34 zuokanft] darnach in F: et alloifc criant ä haute
voix: ores est vainca le Soudan et ceux qui le soustiennent
en sa trabieon. 37 edler vetter] noble et vaiilaut cou.sin,
voussoyez le tres-bieu venu en ceste bonne journee, 207, 10
^y seh. sovylj car voua euaaiez dit de ces quatre chevaliers
inan<l ils eutroyeufc ea une presse que c'estoyent quatre loups
affamez en un parc de brebis, aiusi faiaoyent fuir . . (ver«^I,
XVIII, 64); ein häufig gebrauchtes gleichnis und wol da-
i>M von 1) gestrichen. 12 uff e. pl'.] aus un cheval luoreau
(= P. X\'III, 65). 27 wärend| darnach in F: lesquels esto-
y«Dt eucores sur la charrette les mains liees derriere le dos.
^^ V, werden] darnach in F: car noua avons des aniia en ce
qui bien vous rendront le plaisir (vergl. P. XVIII, 72).
208, 12 was Iro] ßt tant qu'il trouva de l'eau et la
porta en son heaume. 209, 20 warttet] attendant nou-
XL
Teiles. 23 gab iren . . ] luy bailla bonne compagnie pour
la conduire et entre les autres Morgant . . 210, 8 ze-
gwunnen] darnach in F : dar il me semble qua les murs tremb-
lent ä cause de ta venue (vergl. P. XIX, 160). 34 erschrackt]
darnach in F: et feit si grande poussiere qu'on n'y voyoit
goutte d'une grande piece (vergl. P. XIX, 172). 38 Babil-
lonnia] B. et Morgant alloit devant frappant et occiant tous
ceux qui se trouvoyent devant luy et tous le fuyoyent comme
faict la brebis devant le loup (vergl. zu 207, 10). 211, 8
zuo Bab.] de B., dont le Vieil de la Montane fut moult
joyeux, car il avoit un singulier amour ä Roland (vergl. P,
XIX, 178). 24 von innen] darnach in F : car il n'osoit re-
tourner ä Paris, car il estoit banny de Cour (vergl. P. XX, 3.)
213, 34 boum] darnach in F: et raoy mesmes luy aiday
(= P. XX, 22). 214, 6 uff das mer] en un port de mer,
lequel estoit assez prochain de Babylonne pour aller par mer,
car le cheniin estoit plus court par mer que par terre (vergl.
P. XX, 25). 8 uff das mer] au port , ils trouverent une
nef , laquelle estoit toute preste pour aller au pays oü estoit
• Ganelon en prison (vergl. P. XX, 26). 29 werck th.] oeuvre,
quand tu es cause que la grande tourmente a prins cesse.
219, 26 zügs] le corps fut mis en sepulture ä la mode
du pays (vergl. P. XX, 92). 220, 4 rytter] darnach in
F: car tout ä temps y viendrez-vous. 224, 27 deßgl. th.
ö. 0. und R.] 0. et R. les faisoyent fuir comme faict l'es-
previer l'alouette; auch von diesem gleichnis gilt das zu
207, 10 bemerkte. 225, 1 die t. A.] ayans faict une
eglise, A. fut baptise. 10 fro] joyeux et le firent loger au
palais. 33 huß] maison, et les pasteurs leur donnerent assez
de quoy. 228, 18 Nüt d esterminder . . ] et allerent au
lieu, oü estoit G., lequel estoit en une cisterne tenu bien
estroictement. Aussitost qu'il fut dehors, il mit la main ä
Tespee . . (= P. XXI, 51). 231, 21 das er st.] du corps
du dragon sortft une grande abondance de sang tant qu'il
mourut en la place (vergl. P. XXI, 72). 233, 24 bruo-
dern] saincts Hermites, lesquels estoyent allez demeurer en ce
desert pour sauver leurs araes (vergl. P. XXI, 83). 234, 7
roß s.] cheval, et je n'ay pas accoustume d'aller ä pied (vergl.
XLI
P. XXI, 87), 10 iil)cr er ertod . . ] niais pource qu'ila
n'eatoyent jms armez, il eri occit . . 235, 13 umni iren
vatter . . ] quaiid eile iie tvouva pas son pere te Soudaa.
Les Barons da paja füren b moult joyeux de sa venue et par
le consentenieut de Regoaut eile fut couronnee . . (vergl. P.
XXI, 97). 16 wärend] darnach id F : tous les nobles du
pays luy firent hoiutuage comnie k lear Darae naturelle. 22
Jason] J. qui bien gouveruoit le paya. 23 iun a. land] par
les pais circonvoisias. 237, 9 gloubens] darnach in F:
et THermite luy conta, commo TAnge s'estoit apparu a luy
(= F. XXI, 108). 239, 1 das die sunn . . ] et d'en
parier le soleil . , 19 finden 1.] trouver en la grande place
de la eite (P. XXI, 125: alla cittate); z. 27 setzt diese stelle
voraus. 240, 2 mit im] darnach in F: aussi fit Diomedes
arme et monte richemenfc (vergl. P. XXI, 128). 20 Dem-
nach . . ] et saus mettre le pied en Festrier remonta aar aon
cheval , dont ceux qui le regardoyent le priserent plus que
devant (= P. XXI, 135; vorgl. 61, 10 ff.) 29 s. anra,
(vergl. P. XXI, 137). 32 rytter] chevaliur qui est icy pre-
sent, lequel me semble homtne de bien (vergl. P, XXI, 137).
34 R. nüt] R. ne snn cheval ä cause qu'il estoit si niaigre.
241, 31 gehept] darnach in F: Alors Rolaud cogtieut que
c'estoit celuy qu'il avoit laisse ä Monaca. 242, 7 ü. heb]
avoit vaiucu, et qui luy avoit presto son cheval , parquoy il
devoit avoir la seigueurie (= P. XXI, 148). 244, 10
kämmend] darnach in F: et se logerent aux fauxbourgs.
245, 11 Es gfiel \i. w.] R. respondit qu'il estoit tout
prest, et qu'il y avoit longtemps qu'il avoit desire de jouater
contre Regnaut. 20 .stim] voix nt aussi son espee (= P.
XXII, 13). 23 pallastj palaia oü ils furent bieu receus.
11 conterent des adventurea les uns aux autres (vergl. P. XXII,
14). 247, 13 Der heyd . . ] Le payeo corame cuidant
faire du plaisant et glorieux corumc il y en a plusicurs autres
en ceste heure . . 248, 12 Kryst] Chrestien, et depuis
avons longtemps estc ensemblü graiuls arais (= P. XXII, 55).
249, 12 durch den b.] par le ventre, cur il n'avoit pas
la peau si dure au droiet du veutre comme dessus le dos.
250, 9 Kuorüsten] darnach in F; car il luy iwi vJl\t, «^VV
XLII
y seroit plustost par nier que par terre (vergl. P. XXII, 73).
24 und wie J.] et couche en ton palais et comme J. (= P.
XXII, 78). 251, 34 mit stritten] darnacli in F : si tu
nie peux abbatre, je vous laisseray aller tous qnittes, et si
vous bailleray mes gens pour raener ä Paris (= P. XXII, 93).
252, 2 begangen] darnach in F : et aussi quand je joustay
contre Regnaut, j'entendis qu'il t'appella traistre (= P. XXII,
99 ; vergl. 248, 3). 18 sporen] esperons, tant que le sang
en sortit largement (vergl. P. XXII, 105). 253, 10 Sant
D,] S. Denis, lesquels tenoyent grand terre, car le Roy Ca-
lorion avoit grande abondance de tentes et paviUons (vergl.
P. XXII, 111). 254, 2 reichen] darnach : et que bien-
tost il seroit ä Paris (vergl. P. XXII, 116). 255, 2
fachen] prendre dedans son palais (= P. XXII, 121).
256, 24 kam] darnach : et osta son heaunie (= P. XXII, 140).
257, 18 der sinnen] de ses gens et ceux qu'il voudroit
mener (vergl. P. XXII, 148). 24 fürtroffen] darnach : cha-
cun se plaignoit ä cause de sa grande renommee (vergl. P.
XXII, 149). 25 zetruren] Durant l'office l'Enipereur tenoit
tousjours aupres de luy Gerard de R. et le reconfortoit au
mieux qu'il pouvoit (vergl. P. XXII, 150). 26 kirch] Egiise
ä cause qu'iJs estoyent Payens. 258, 6 Doch . . ] Quand
ils eurent gaste toute la terre, ils allerent mettre le siege
devant Poitiers oü Ganelon s'estoit retire, mais il avoit si fort
garny la ville et fortifie les tours et les murailles que les
Fran^ois n'endommagerent pas fort . . 259, 12 u. n.
spyß] et lä oü il trouva des vivres il en print. 260, 19
huob . . ] haussa le bras g. ä tout ce peu de son escu qu'il
luy estoit rest^; parquoy quand R. vit le bras ä descouvert,
il frappa . . (vergl. P. XXII, 182). 20 die band] la m.
avec l'escu (= P. XXII, 182). 24 byt dich . . ] te prie
de bonne affection que tu ne me touches plus car j'ay assez
de mal et te supplie . . (= P. XXII, 183). 26 R. von M.]
R. de M. de qui tu as ouy autres fois parier, cousin du comte
Roland (= P. XXII, 184). 262, 36 sin] darnach: et si
je prie que tu salues le comte Roland (vergl. P. XXII, 206).
263, 34 mit dem schwert] ä la lance et a l'espee; es handelt
sich auch nachher (264, 3) um einen speerkampf. 264, 36
XLIII
das ir . . ] qne tenirz bonne police, et faictcs justice autaiit
au grand conime hu petit et autant au pauvre . . 2t>5, 13
wareudj darnach: et ceax de la cite les convoyerent de veue
tant qu'ila peurent. 266, 17 zuo ir] darnach: il ne sca-
voit pas pourquoy eile le demandoit (= P. XXII, 229), 20
eiu pfert] armes et elieval (verLrl. K XXII, 229). Die Streich-
ung erfolgte wol im hinblick auf 265, 15; aber Rengnold be-
darf wenigstens eines Speeres. 22 ein pfert] armes et de-
sfcrier (s. das vor.) 267, 18 tisch] darnach : et furent
moxilt bien servis. 33 der auiiroll] t'Adra. et tous ceux de
la cite (vergl. R XXII, 237). 268, 1 den R. b. s.] que
l'Ange avoit dit k R., K'quel Tayen avoit nom Gerion (vergl.
P. XXII, 238). 269, 13 pfertj cheval et ses armes (vergl
zu 266, 20). 19 hcBchlosaen] close, pour doiite du geant.
270, 23 Rengnold] darnach in F: faictfs nous seulement
dünner ä niauger, ctir nous en avong hon besoiii, car il y a
deux joura que mes compagnons et uioy n'avons mang^ quo
bieu peu (= R XXII, 260). 271, 12 z. ward] fut nioult
courrouce, et descendit de son cheval, puis avec . . (vergl.
P. XXIII, 6). 14 fiel] darnach: niais R. ne le vonlut pas
toncher jusques k ce qn'il tut relevc (vergl, P. XXIIl, 7).
16 empfangen] car encorcs en suis-je tout estourdy (vergl, P.
XXllI, 7). 272, 36 pfyl] dard, mais Dieu ne vonlut pas
qu'il attaignit R.., ains luy passa . . 273, 4 das er . .]
et pource qu'il u'estoit point arme, il luy fendit . , 8 uf
stuoud] se releva si estourdy qu'il ne seavoit oü il estoit et
comine celuy qui ne seavoit qu'il faisoit donna un grand coup
d'espee a Regnant, lequel quand il vit venir le conp le de-
tourua, et cogaeut bten qu'il estoit hors de son enten dement,
et atteudit qu'il fut revenu en son seus, et quand il sceut
qn'il avoit frappe R. , il mit les genonx en terre et luy de-
iiianda pardon (= P. XXllI, 25). 274, 8 fiel] woran
Rengnold in F folgende klage knüpft: Ha! Bayard mon hon
cfaeval, j'ay faute de vons, une fois a'il piaist ä Dieu je vous
auray, vous ne m'en fistes oncques faute (vergl, P. XXIII, 35).
18 bräcbtendj darnach in K: Gerion regarda ta robbe de
Bassire qiii estoit niort, et veit qn'elle eatoit belle , car eile
estoit de satin blaue ei par dessua avoit un Lyon noir, par-
XLIV
quoy il la vesfcit, et eile sembla si belle ä Regnaut, qu'il en
Touloit avoir une pareille qu'un autre payen avoit vestue qui
gisoit mort en la place (= P. XXIII, 40). 275, 1 's.
aum. 22 den k. nach] darnach in F: et quand le noble
et vaillant Maugis apperceut que Begnaut demeuroit tant a
yenir, il se despartit d'Arcade, et laissa ses cousins, attendant
Regnaut, et se retourna en France. Aber Magis war ja gar
nicht bei den brüdern Rs (vergl. 250, 3), so dass die stelle
in D mit recht fehlt. Dieselbe scheint auf unrichtiger lesung
von P. XXIII, 49, 8 zu beruhen. 276, 20 den die F.
ert. h.] F genauer: lequel par le moyen des Fran^ois avoit est^
mis ä mort par le Vieil de la Montagne. 280, 15 vyl
volcks uß a. K.] une grande armee comme de Normans, Picards,
Flamans, AUemans, Bretons, Angevins, Burruiers, Tourangeaux,
et de plusieurs autres nations comme Lombars, Romains et
autres pays subjects ä luy (vergl. P. XXIV, 56). 25 er-
schräckend] darnach in F: et Roland faisoit la plus grande
diligence qui luy estoit possible. La Royne Anthee avoit uo
capitaine general, lequel avoit nom Brissebarre et conduisoit
l'enseigne, laquelle estoit de gueuUes ä un Mahommet tout
d'or (vergl. P. XXIV, 60. 62). 281, 11 wilkomen] dar-
nach: Je ne vous vis oncques depuis que je vous laissay en
Babylonne en la prison du Soudan mon pere. Olivier luy
dit: II est vray, vostre pere ne s'y porta pas loyallement.
Laissons cela, dit Anthee, et me dictes des nouvelles . . (vergl.
P. XXIV, 68—70). 283, 7 wapnenj darnach: non ob-
stant qu'il fut vieil. 9 die huffen] les batailles qui estoyent
bien cent mille. 284, 17 desglichen . . ] aussi fit Oli-
vier, Octe Duc de Bretagne, Richard Duc de Norraandie, Guy
Duc de Bourgogne, l'Archevesque Turpin et plusieurs autres
Chevaliers . . (vergl. P. XXIV, 127. 130). 286, 13 ire
arm] le bras duquel eile tenoit son espee. 23 hat] darnach :
car ils cognoissoyent bien que sans son aide il n'estoit possible
d'avoir la victoire contre une si grande multitude de Payens.
Quand tous les Fran9ois furent retirez ä P., Roland fit serrer
les portes, et l'Empereur Ch. . . 27 tr. tag] trente jours
pour enterrer les morts (= P. XXIV , 145, wo es sich a>ber
nur um 20 tage handelt). 287, 26 by imm] darnach:
XLV
de peur qiie guerre ne se mmit entre les deux oste (anders
P. XXIV, 155). 31 sprach d. k.| l'Emp. Ch. ee leva de
son siege et s approcba de luy et Jit . . 288, 31 kostlicli ]
excellent et somptueux , puis les mena parmy sou ost, puis
retournereiit aux teiites (vergl. P. XXIV, 172). 34 Faiseron]
F. qui estoit uti iiomuie subtil et un grtmd parleur. 290, 22 f.
RuolLand . . mit im] Ganeloii deuiaada a R., s'il vouloit autre
cliose (lire qu'il le luy dit, ou de bouche ou par eaerifc, R.
luy dit qu'il ue acavoit que luander pour le preseiit. 33
kemmej darnach: pour lay coniirnier la paix entre le Roy Ch.
et luy. 291, 11 pfert] Le Roy M, donna ä G. une riebe
robbe de drap d'or pour luy inoustrer plu.? graud sigue d'a-
tüour (= P. XXV, 18; vergl. 293, 3 f.). 13 Karly] Ch.,
Iti Duc Naymes, Roland, Olivier et lea autres , . (= P. XXV, 19).
35 geriist w.] appareille ii sa dextre (vergl. P. XXV, 26).
294, 3 s. briugKn] daruüch : puis fireut departir ceux qui
esloyent avec eux , et demeurerent sana compagnie (vergl. P.
X.XV, 52). 295, 31 t. sott] Jcy faut noter qu'eu la cite
<iui estoit bieu pres de la ae aceurent rien de ces signes ne
Bul de ceux de la eour (= P. XXV, 79). 297, 6 do
tluckt er . . ] il baissa la teste et se mit a penser. 10 rytte]
darnach: luy et pluaieurs autres chevaliers de la cour. 17
zeflterbenj darnach: et de ae faire enterrer aupres du saincfc
Sepulchrede nostre Seigneur Jesus-Christ, 298, 21 ougen]
darnach : Et Ganelon mit le genoil en terre , eu saluaut le
Koy, Puis aila enibrasaer tous ceux qui estoyent eu la salle
comtae celuy qui veuoit de faire quelque grande chose ( = P.
^V, 111). 28 gm. was] darnacli : L'Empereur Ch. les re-
ceüt avec moult grand' joye. 299, 24 warend] darnach:
lieguaut le fit enterrer, cotnme il appartenoit (vergl. P, XXV,
125). 300, 23 8. anm. {vergl. P. XXV, 135 f.). 301, 17
w. lassen] durnuch : et il sera bien difficile de Tamener apres
ooiis en allant si viste comme uous irons (vergl. P, XXV, 164).
302, 5 nach Samson von B. erwähnt F zunächst Arnaut
ie Beilande. 303, 13 geraandt h,] mandez et pourquüy
je vous ay couduis en ee lieu (= F. XXV, 185) 29 alle
Krystenheyt] F zählt die einzelnen länder auf: la France, la
Bourgogne, Flandres, Angleterre, Bretagne, Normandie, ÄIU-
1
iimgni', Gascouf^ne et tous lea autres paya que tient Cb. ( —
P. XXV, 194). 304, 9 Appollonia] A., paint en aable
sus mi cbamp d'argeufc. 11 Talwygant] T., paint d'argent
sus Uli cliamp de gueulles. 13 von g. g.] faict d'or, assis
SHS un cluinip dazur (vergl. P. XXV, 197 ff.). 305, 12
mit gestr. hj et s'eslevereiit eu l'air et alloyent coiiime «n
carreau, qui part d'une arbaleste. Richart serroit les yeux,
car il ne pouvoit regarder si bas comme le cheval alloit fvergl.
P. XXV, 212). 23 Die truogend . . ] Lea chevaux eureut
assez füin et avoine, et sus les tables y avoifc assez viandes . .
(vergl. P. XXV, 218J. 309, 5 F nennt auch Egypte et
les Indes (-- P. XXVI, 47). 32 gegen den K.] darnach in
F: La lance d'Olivier ne fut pa? brisee, raais en occist trois
Payens avaut qu'elle brisast (vergl. P. XXVI, 62). 310, 7
inn stryt] en la bataille des Payeus. Or pensez que quand
Holand et ses compagnons entrerent en la bataille des Payens,
qu'ii y eut de belles joustes: ily eutmaintea lanees brisees, iiiaints
escus fendus, maints heaumes enfbncez (vergl. P, XXVI, 65),
16 d, 8. tod] darnach in F : Toy et ton Roy M. estes lea plus
traistres qui soyent au nionde, aussi sout tous ceux de sa cour
(vergl. P. XXVI, 67). 23 e. oben s. XXXII. 35 Die Krysten
hieltend . . ] La bataille fut meslee: Roland faisoit inourir tous
ceux qui se trouvoient devant luy , car sou egpee Duratidal
estoit tousjours en l'air, eile eetoit taincte du sang de ses I
enneoiis, aussi estoit soa bras jusques aux espaules, il se de-
lectoit en la mort des Sarrazins, il estoit bien luarry, quand
il ne trouvoit oh frapper: tous luy faisoient cheniin comme
les brebis fönt au loup. 38 vor ,Augewinn' nennt F Bau-
doin (- F. XXVI, 77). 311, 22 sei] darnacli: et suis
content de toy et de ton compagnon. Aataroth dit : Nous
regarderons la bataille et menerons feste, quand nous te verrons
oecire ces Payens (vergl. P. XXVI, 82). 312, 14 uud
kämmend . . ] et en despit des Sarrazins , ils alleren t en la
bataille des Ch. et en aüant Regnaut osta une lance a uii
aiitre qui la portoit, puis laissa aller Bayard, qui couroit comme
foudre (vergl. P. XXVI, 99). 18 k. were] estoit venu si
a poiuct, et R. luy raconta comme il estoit eu estrange
pays . . 19 tüffelj esprit qui les avoifc apportez en luoina
de troia jours. 313, 12 er tod] et par Roland a este
occis Fals. 13 an ich] excepte nioy qui ay fuy eraigiiant
d'estre occis ainsi que les autres (vergl. P. XXVI, 115).
37 flacbt] darnach : efc ils fuyoyent devant Regnaut et Roland
cömnie les brcbis fönt devaat les loups et se laissoyent occire
saus faire aucime deffeoce (vergl. P, XXVI, 124 und oben
zu 207, 10). 316, 11 nranisich] imtour de luj, et quand
il ne Vit paa Saiisou, il demanda a son escuyer Thietry qu'it
estoit deTenn. Tb. luy dit qu'il estoit demeure en une grande
presse de Payeus, ou il se combatoit aveeques Olivier. Roland
alla Celle p;irt et trouva 0. . . {vergl. P. XXVIl , 13 f.).
13 Kr wott . , kommen] dont Roland fut granderaent esbahi,
corame 0. se ponvoit deö'endre contre tant de gens. 11 se vou-
lut iivancer, mais Galentin son cheval s'arresta tout court, ponr
ce qu'il ne voulut pas passer sur Sansou qui gisoit mort a ses
pieds. Quand R. vit S. mort . . (vergl. R XXVII, 15).
20 wärend] darüach in F : car ils doutoyent tons les coups de
K., leqnel fit grand deuil sur le corps de Sanson, et par Thierry
son escuyer le lit porter en son pavillon. Lora Aatolio aeig-
neur d'Ängleterre faisoit merveiltes de mettre k raort cea Sarra-
zins, il rencontra . . (vergl. P. XXVII, 16). 25 doch so
kam . . ] mais Elicbard qui vit le coup, layda a renionter
(= P. XXVIl, 18). 27 Darnach . . ] Richard Duc de Nor-
niandie voulut rompre nne grande presse pour venger la mort
tl'Astolfo, mais il y avoit si grande fouUe de Payens qu'il ne
ponvoit passer, l^uand Roland vint cetle part et qu'il apper-
ceut Astolfo gesir mort en terre comme tout forcene se mit
en la foulle, oii il mit ä mort beaucoup de Sarrazins. Riehard
hiy moustra ceiuy qui avoit rais h mort Asfcolfo, et R. Tapper-
ceut veuir . . . (vergl. P. XXVIl, 19 f.). 34 aber er m.
nütj mais Gal antin alloit plus fort que le cheval du Payen.
Quand R. fi\t pves, il dit au Payen : Si tu ne te retournes je
te frapperay par derriere. Ainsique le Payen se cuida re-
tourner, le comte R. luy douna de son espee . . (vergl. P.
XXVII, 29 ff'.). 317, 3 lyb] darnaeli: tant qu'elle passoit
par derriere plus d'un grand pied (vergl. P. XXVII , 35).
11 8. anm, (vergl. P. XXVIl, 42). 14 rytterj Barons, dont je
ne scay pas les noras. 30 s. anm, 35 nät hört] darnaeli:
XLVIII
La poussiere ne lenr faisoit pas ai grand empeschement qu*elle
avoit fait au commencement, car toute la terre estoit baignee
de sang que tous las corps de morts j estojent meslez.
319, 26 s. oben s. XXXII. Daran schließt sich die in D eben-
falls fehlende stelle : Quand Richard frere de Regnaut Tapper-
ceut (das ledige pferd Oliviers), il se donbta bien que 0. estoit
mort. Regnaut et les autres tenoyent encores la bataille.
Quand MarciUe . . (vergl. P. XXVII, 70. 71). 320, 28
zuo der erden] darnach in F: Blanchardin occit le cheval de
Richard dessoubs luy, parquoy il tomba k terra, mais comme
bon Chevalier qu'il estoit, il se de£Pendoit de son espee. Et
Roland luy dit: Ha, Richard as-tu peur? il y a tant de
chevaux en ceste place , monte sur Tun. Et Richard monta
tout arme qu'il estoit, et alla sur Bl. et luy dit : Traistre que
tu es, il te sera eher vendu mon bon cheval que tu as occis,
qui si bien m'ayoit servy (vergl. P. XXVII, 96 f.). 321, 2
e. möchtend] darnach in F: Thierry l'escuyer de Roland fot
abbatu ä terre, et au cheoir se rompit la jambe, et ne pouvoit
remonter a cheval, et fut foule des pieds des chevaux des
Payens ainsi qu'ils fuyoyent : mais Richard l'apperceut, et luy
aida ä remonter, puis suyvit Regnaut et Turpin (vergl. P.
XXVII, 99). 6 pfert] darnach : et ne pouvoit plus soustenir
son heaume (= P. XXVII, 100). 16 dancks.] darnach: Ha
Galen tin, oü est ores ta grande force? (vergl. P. XXVII, 102).
23 sprach er] il regarda autour de luy et il ne vit sinon de
gens morts qui luy donnoyent grand frayeur, et eut horreur
d'en voir tant, puis il dit (vergl. P. XXVIl, 104). 33 ge-
schlächtz] aujourd'huy sont morts tous les meilleurs Chevaliers
du monde. 322, 28 velssen] daruach: qui (Roland) avoit
oste son heaume. 323, 4 ff. s. oben s. XXX. 324, 21
leytt er s. n.] se coucha ä l'envers et mit son espee en lieu
de croix , puis croisa les bras . . (vergl. P. XXVII , 154).
29 w. gsang] cfaants melodieux des anges qui portoyent son
ame au ciel (vergl. P. XXVII, 155). 326, 27 s. anm.
(vergl. P. XXVII, 172). 29 stalt sich . . ] le soleil qui
estoit tout trouble ä cause de la mort des Chrestiens , devint
clair comme devant et s'arresta . . (= P. XXVII, 174). 36
Karly gsach . . ] Ch. chevauchoit hastivement et en son chemin
XLIX
apperceut . . (vergl. P. XX Vn, 177). 327, 7 und alle . .
gsin sinrj] Ästolfo, le Duo Anseaiirae, Berengier, Richard Duc
de Norraandie, Samsoii, doiit le nolile Roland cuida sortir liors
du sens. Le comte Egibart, (Jautier de Milon, Aiijoii du Maas,
le Comte Angevin, Octe, Gaudebeuf , Marc et Matthieu de S.
Michel, et Baudoiii fils du traistre (4aneloii , auquel il avoit
baüle la cotte d'arraea de Marcille, parquoy les Payeiis rie Iny
touchojent: tnais Roland luy dit qu'il le faisoit pas lascliete,
et quand il s'entendit appelter lasche, il mit jus la cotte d'artue,
et incontinent par nn Roy Payeu il fiit mis a mort. Jamais
bataille ne fut si luortelle, car de toua vos ^ens il n*est de-
lueure qiie l'Archevesqne T. . . (verorl. P. XXVII, 181 — 183;
3~ vinten 8. LIV). 28 verrettery] trahison qui est la pire
cliose qui puisae estre en uu noble coeur. 38 rytten] dar-
nach: et la premiere ehose nnns ilerons enterrer Ics morts de
p»«iir que les iiestes sauviif^es ne les devorent (vergl. P. XXVII,
1 Sl). 328, 14 zerhowenj darnach : les autres ravoyeiit
Ctlfn köpf) separe hors du corps (vergl. P. XXVII, 198).
1 8 r. were] darnach: taut de boyaixK hors du ventre, tant de
cervelles respandues (= P. XXVII, 199). 329, 20 f.
®« oben 8. XXXII. 330, 16 ersach] darnach: il le cogneut
». Tenseigne (= P. XXVII, 224). 26 fiel] darnach; puis re-
t-ira sa lanee, de laquelle il tua un antre Payen {vergl. P.
^^VII, 228). 30 inn zeräehenj je vengeray sa mort et des
^Utrci? Chrestiens. Ce jour TErapereur Ch, se monstra fort
^^illant et mit beaiicoup de Sarrazins ä mort. 331, 10
^*irragos.saJ S. oii sVatoit retire Marcille. 21 am R.J dar-
"^acli in F: II (Marsilia) penaoifc que ce fut Reguaut qui eut
'i^^'lque peu de gens avec luy, car jamais il ne se fut doute
M'ie Ch. fut v<?i tost venu, ne qu'il eut eu si grande compagnie,
'1 ne scavoit rien de la dcsconfifcure du Roy Aigolant (vergl.
^'. XXVll, 238). 332, 2 Wann er . . ] il ae douta bieu
^[ii* l'Empereur y estoit , parquoy il . . 4 Renguold] lt.
^k»it en la grande place de la ville, oü il mettoit a inort tous
t*'« qu'il trouvoit, aaas espargner jeune ne vieil, petit ny grand.
'>gier . . (vergl. P. XXVII, 243). 6 der b. Türpin^ . . f.
Sek] Le bon Archevesque T. en celle uaict fit un mouH grand
et merveilleux meurfcre des dicta mescreans in fidelies, L'Km-
pereur Ch. accorapagne flu Duc Naymes de Kaviere , tenoit
Durandal en sa main toute taiiicte du saug des miiudicfcs Payeua
(vergl. P. XXVII, 244), 13 das mm . . zehören] Qui euib
eutendu les piteux eris et lamentations qui se faisoyeut cJp ceux
de la viile, c'estoit pitense cliose ii ouyr. Ceux qui enbendent
ceöte histoire peuvent nssez entendre la grande desolafciou que
Celle Euict fnt eu la cite de Sarragosse. 28 f. wardend]
darnach : Ei quand la Royne apperceut la destructioo de la
cite et sceut la prise de aon mary, eile fut fort troublee et
crioit qu'on la fit müurir coniine Royne (vergl. P. XXVII, 249).
333, I a. ertödt| darnach: excepte les Chrestiens qui y
fureut trouTex A h. kikid] pour se retirer et sauver la proye
21 daran] darnach in F: Hier chacun faisoit ce que tu com-
mandoisj orea tu es aub)etit au inoindre qui y soit, et personne
ne feroit rien pour toy. 30 BlanchardiuJ Bl. et Falseron
{= P. XX VII, 278). 335, 17 inn alle w.] en tous les
pays eirconvoisins (= P. XXVII, 287). 336, 8 ff. Her,
ich b. iich . . ] F ist viel ausführliclier: Sire, je voua supplie
que me recompensiez de toua les Services que je vous fis oncques,
qu'il vous plaise de me donner uo don , lequel ue sera pas
giand. Quand Cbarlcnmgne entendit R., il le fit lever, et luy
dit: (ientil clievalitir , demaudez ce que vous voudrez, et si
bonnenient le vous puis donner, il ne vous eera pas refuse.
Sire, difc R., c'est qi^ii vous plaise de me donner la comuiission
de faire ia justice du faux trniatre G., qui tatit de fois vous
a trahy et tous ceux du Hoyaume de France, Sire, dit le Duc
Nayoiea, octroyez luy : car il en fera bieu la punition. Le
Roy luy octroya. 14 für K.] darnach: tont lie de bonnes
ebaincs de fer, ayant la hart au col , comme digne de niort
(vei'gl. P. XXVIII, 8). 342, 16 der b. inn] Cos Lombards
faisoyent beaucoup d'enniiy au S. Siege Apostolicqne, Et estoit
pour lors Pape de R«me Adrian komme de grande sainctete
et de haute science, il mauda h. Charles qu'il le vint secourir
(vergl. P. XX VIII, 75). Pour abbreger nostre histoire, Cb.
exiirpa les Lombards d'ltalie, et pacifia le S. Siege Aposto-
licque, et le Pape Adrian luy donua de beaui privileges, passez
par le Concile, celebre par plusicurs saincts peres en FEglise
de Lateran , ainsi qu'il apport au Decret , en la distinctiou
I
I
I
LI
Sofxante et troisiesinp, qufisi par tont. Plusieurs antrea choses
je ponrrois escrire des oeuTrea et hauts faits de Ch. le grand,
tant de sa corpuleiice et de sa force, comrae de sa maniere de
vivre: niais je mVn doporte, pource qn'il se trouve a«x Chro-
nii|iies de France, ruesmemeut en Celles que composa maiatre
Robert Gaguin, ministre de l'ordre de ia saincfce Trinite, Hi-
storiograplie du Roy de France Loys ouziesme : laquelle Ciiro-
nique a este depnis ppu de temps translatee de Latin en Krau-
^ois, et nonvelleraent imprimee. Parquoy qui voudra voir les
hauts faicfcs de rEinpiireur Cb. et de toua les antres Roya de
France, qu'il voye ladicte Chroniqne: parquoy ce seroit une
redite d'escrire ce quil est conteiiu eii icelle. Darauf folgt
der s. XVII mitgeteilte sclilufi.
Wir komoien zn den zns ätzen von D gegenüber F.
Solche, in denen I) mit P. übereinstimmt, die also gegen-
über V keine zusätze sein können, wurden bereits s. XVIII ß\
aufgezählt. Unter den filirigen erwähnen wir zunächst einige,
welche sich durch gröljern nrafang anszeiclinen. Hierher ge-
hört, wie acbon früher bemerkt, dtm f^anze 2. kapitel von D,
d;\8 von Karls des großen persönlichkeit und lebensweise handelt ;
nn der Kuletzt angeführten stelle lehnt ea F geradeau ab, über
diesen gegeuätaud zu sprechen, weil man anderawo darüber
nachlesen könne. Die quelle des genannten kapitels ist einer-
seits die chronik des falschen Tiirpin , anderseits das leben
Karls von Einhard. .3, 11 bis 4, 3 entspricht zieiulieh genau
Turp. kap. XXI : De persona et fortitudine Caroli ; das folgende
(4, 3 bis 17) ist weitere ausfiihruug von Turpins 'Erat donis
largissimus, jndiciis rectis-simus, lociitionibns Ineulentus.* Zu
4, 7 ff. vergl. Einhard kap. XVIII (Mater quoque ejus Bor-
ti)rada in magno apud enm honore consenuit); «u 4, 21 ff.
kap. XIX (Liberoä suos ifca censuit inatituendoa etc.); äu
4, ul ff. kap. XXV (Teniptabat et scribere etc.); zu 5, 1
bis 8 kap. XXVI I (Circa pauperea susteutaudos etc.); zu
5, 8 bis 11 kap. XXII (C<»rpore fuit aniph» etc.); zu 5, 11
bis 24 kap. XXLV (Caena cotidianu etc.) ; au 5, 35 ff. kap. XXt
uud zu 5, 37 ff. kap. XVI (Cum Aaron rege Persamm etc.).
33öf 20 bis 337, 25 schiebt D den kämpf des herzogs Tlmring
vou Ardamiia mit l'inabel ein; eine besondere quelle dieses
und des damit zusammenhHngent
16 bis 21 habe ich nicht gefnnilen. Weiter feblt in F die
Vision Turpins (= Turpin, kap. XXXH) und die beschreibung
von Karla begräbnis (340, 29 bis 341, 26); doch ist die aus-
lassuug wiederum ausdrücklich begründet: Je ne parle point
de sa mort glorieuse, comment eile fut aunoneee ä rArcbe-
veaque Turpin, ne aussi de la magnificence et richeaae de sa
sepulture, car plusieura livrea en sont tous pleins, comnie ie
Miroir Historial et les Chroniques des Roys de France; par-
quoy d'en plus parier, je m'en deporte pour le present.
Daau komnieu eine grofae zahl kleinerer zuaätze^dieich wieder
der reihe nach aufzähle ; von solchen, die ganz und gar bedeutuaga-
lo8 sind, wird wie gewöhnlich abgesehen. Zu dem Verzeichnis
8. XVIIlff. werden sich dabei noch vereinzelte nachtrage ergeben.
0, 27 tf. 3. anui. Drei der in F fehlenden namen (Asfcolfo,
Kiehart von Normandia und Balomon von Brettania) erwähnt
auch P. I, 9 f. 7, 38 Gerold = Gherardo P. I, 13.
8, 9 das . . kam, 9, 12 f. inu dem . . . wie ein
schlos. 17 f. s. anni. 25 und och umni apya. 10, 7
ff. Der verwundert . . u. giengend. 36 Wannd. tn. sterben.
11, 34 f. mit , . da har. 12, 16 f. die ich . . g.
hab. 16, 18 f. als ring . . a. gethän. 18, 2 f.
inn u. a. naramen. 17 kriegern. 20, 13 mit mechtig-
keyt, 24 zuo beden s. 23, 7 zuo R. (vergl. P. 11, 33).
31 f. und Kuolland . . seh. wärend. 24, 10 f. Do sy . .
darab. 17 hoffertigen. 25, 1 starcken. 2 nach . .
labe. 5 gegen . . 1. zuo, 26, 2 und 1. i. uf. 12
zuo u), mallen. 28, 15 f. das rain nammen . . und
wüssend. 29, 16 zuo imm selbs, 30, 16 von w. här
(vergl. P. III, 6), 32, 19 von dennen i. d. st. 33, 6
ina die h. 38 sine frönd. 34, 13 s, anm. 35, 4
in die klus. 36, 3 das best , . w. was, 32 f. do
gieng . . end (vergl. P, III, 53). 42, 30 Er . . mir,
43, 9 ff. Ollyfier . , mögend, 44, 1 Sy . . z. ah.
10 die folgenden vier kapitel sind an zusätKen außergewöhn-
lich reich, doch sind die meisten für die erzählung gauz un-
wesentlich. 21 gegen den d. h. 22 0 wee, wee! 23 herfczog.
24 guotter. 2S f. Und ist . , kommen. 34 f. das ein . .
I
I
I
I
I
I
LHI
6. sol. 45, 8 ff. wurdend . . w. Also. 15 vast a.
16 mir m. g. M. 20 Her küiiig. 26 mit d. h. u, g. M.
B2 zuo der ee. Ich hoff . . Machmetz. 46, 3 f. d, och
raine g. 12 f. Das . . thuon. 17 f. do w. sich d. d. h,
32 f. Und der kiinig . . daz thär wjder> 34 u. wobt n. f.
gän. 47, 7 f. das Doon . . im brau. 27 u. namü i.
s, b. h. 36 f. Aber er . . tod were; vergl. 48, 2 f.
48, 6 vast groß. 10 vor imm st. 21 mit ü. g. a.
30 ein wenig. 34 f, desglichen . . v. och. 49, 21 so
. . mocht. 22 f. des k. C. t. 29 daucken . . höchsten u,
33 f. wann . . beschechen. 50, 5 f. nach w. e. n. trincken,
§inn sin k. 17 das sy . . i. ward. 25 dunckt mich.
51, 22 0 her k. C. 23 So w, i. s. erfröwt. 2ö
gewöBlicb. 27 by guotten t. 28 verflUechfcen. 31 u.
aller d. 52, 8 so lange z. 13 wend - . überkommen.
16 wären g. und. 18 u, d. iiwern. 23 rätten . , das
24 almeehtigeu. 26 üch . . underthannen. 29 ff,
, . zeletst. 53, 2 nach von T. 3 güettiger. 38
der, 55, 16 darzuo a. 1. 56, S wunderbarlich.
18, 7 und hunger. 71, 37 sprach , . rächen. 73, 35
JcJi nach. 74, 6 guldinen. 75, 6 das ich . , laß.
9 f. der fiert , . vettern (vergl. P. VIII, 3). 12 und M.
13 mit gr. p. 18 u, in u. gehept. 76, 6 wie ein
tätzer. 77, 18 bis 21 wann er . . Eengnold. 78, 10 f.
^- wirt . . verjächen. 81, 6 f. Etlich . . anthuon
(vergl. P. VIII, 37). 12 f. Lyonffant . . umm u. umm.
84, 14 Nein apr. A. IG f. Das . . erachräcken. 87, 30
^OD Peyern, ebenso 88, 17. Üö, 31 f. Wann . . p. kom-
t>ien. 97, 18 s. anm. 99, 16 u. vaat wol b. 30 f.
^ie wol . . töden. 100, 23 f. ir niüeßtentz . . ab spät,
105, 29 Sanders . . haben. 108, 21 f. und hab . .
igloren. 119, 10 f. daz eines . . g. werd (vergl. F. X, 123).
|B 123, 2 wann . . d. Morgant (vergl. P. X, 151). 27 f.
'^ber . . thuon. 129, 26 der was . . rytter. 131, 30
"^as . . sagen. 134, 11 Gerechter. 135, 24 inn
nl kr. 138, 4 f. Er ertzeigt , . im ist. 143, 34 f.
^ffder . . land was. 145, 37 danckefc im. 147,
ß« soldan . . d. raöchtend. 150, 18 f. hat nut .
Morgukt der riaie ^
31 ff. ■
LIV
153, 25 f. wann er . . sägeß. 154, 37 und nach . .
w. uf. 160, 4 oder L. 169, 18 f. Des . . erschräckend.
23 f. zum . . mocht. 178, 12 das er . . streyt.
ISO, 18 an arbeyt. 182, 20 untz . . drü was. 184, 2
die ye u. e. wärend. 186, 9 ir s, w. 190, 3 gnnog.
192, 32 ich mag . . g. ward. 196, 17 Also . . end
198, 22 dann sterben. 201, 31 uß f., er e. im.
202, 23 sy m. st. 206, 4 zestrytten. 24 Sallin-
corny. 207, 33 mit der zyt. 208, 11 f. was fro
und. 32 hündischen. 210, 38 mit gr. bluotvergiessnng.
211, 20 Das w. im. 22 inn die T. rytten. 213, 8
wann . . seh. lang. 220, 5 des ersten st. 229, 34
Aber . . Astolfo. 230, 15 darumm . . erlössen. 37
grassammen. 231, 3 Ruolland. 38 und hagel. 233, 11
andre. 29 Er aß v., wann. 234, 15 üwer tag. 33 f.
kurtzumm . . n, thuon. 235, 11 Das . . wol. 37 sy
bettend m. o. nüt; ein unglücklieber zusatz im hinblick auf
das vorhergehende >junckfrowen< ! 239, 20 das es n. w.
sig. 242, 20 inn aller w. 243, 3 inn truren. 36
das im . . ü. was. 248, 25 so . . hininn und. 252, 35 f.
Wann der . . merret. 254, 19 wie. 259, 6 das
ichs z. wyll. 264, 7 f. das was den t. 265, 11 von
sinen br. (vergl. P. XXII, 220). 267, 27 f. das kein . .
sigend. 269, 18 Sy w. w. 270, 16 f. und wohin
er w. 280, 7 f. darzuo öcb . . rüste. 282, 37 volck
an volck. 283, 26 f. Das . . wol. 284, 12 wyß.
31 aber iren . . g. mocht. 285, 31 untz . . knüw.
288, 18 f. Ächa . . zuo im thet. 309, 35 mit sim
sper. 38 S. s. anra. ; einen der in F fehlenden namen (God-
fryd uß Burgundia = Guottibuoffi) erwähnt auch P. XXVI, 64.
312, 29 mit w. volck. 323, 37 ich bin zornig . .
gedult (vergl. P. XXVII, 119). 325, 8 kilngrich. 11 ff.
s. anm. 326, 11 f. und wol v. 27 ff. in das verzeich-'
nis der gefallenen Christen hat D auch die namen aufgenom-
men, die Thuring, Rolands Schildknappe, in F an der von D
ausgelassenen stelle seines berichtes über die Roncevalleseh lacht
anfahrt (oben s. XLIX) ; doch ist die reihenfolge ganz verändert.
Dazu kommen dann noch eine anzahl namen, die weder F noch
LV
P. kennt, auagenoramen Hug ufi B. und Aniou von B. (a. a.).
336, 11 f. s. anm. 339, 2ü ff. s. anm. 341, 32 Offrius
und H. g. (s. u,). 37 fi. s. anm.
Sehr oft weichen D und F auch sonst in einzelheiteu von
einander ab. Ich verzeichne zunächst die eigentlichen wider-
spräche zwischen beiden, und «war vorläufig mit ausschluß
der namezt, da von diesen nachher im Zusammenhang die rede
sein wird. 2, 18 das volck] le Pape. 9, 15 Der
brnodern einer] l'ahbe; s. anm. zu 9, 30. 37. 10, 2 s. anm.
15, 33 8. anm. 21, 3 s. anm. {F = P. U, 19).
22, 1 3. anm. (vergl. P. II, 24). 23, 8 darf] veux
(= P. II, 33). 25, 8 schwertachlegen] coups de bastou
(= P. II, 41). 38, 2 8. anm, 40, 15 nie] de longtempa
(verRl P. III, 79). 26 s. anra. (F = P. IV, 4). 46, 20 fflr
der stat thär ußj jnsques ä la porte (= P. IV, 57). 49, 5
und den köpf . . ] qu'ils missent le chef aur la principale porte,
a Celle fin que chacun le peust veoir (= P. IV, 76). 13
3. anm. (P. IV, 77: in marmo d'oro). ^ 50, 26 mich dunckt
gQot] s'il vous serable. 57, 36 fier] trois. 58, 2 f.
Wann ir . . kommen] car en ce desert oü vous estes, ne trou-
Terez de quatre Jours que manger ne que hoire (= P, V, 32).
60, 37 fier]' deux ou trois (P. VI, 28: motto). 63, 12
was willig] fut contrainet de 3'en retonrner ... Da auch
fi VI, 48 »contento« hat, liegt nahe, in »contrainet« einen
dmckfehler für »content« zu sehen. 68, 31 Her] cinq
(verirj. P, VII, 26). 78, 7 wenig kriegslüt] poiat de
gennj'armes qui liiy puissent nuir (= P. VIII, 20). 96, 36
8. anm. 105^ 23 s, anm. 119, 10 alle . . sollend
sin] ay este depiaisant (= P. X , 123). 121, 12 der
schand] de la bonte; doch ist dieses wahrscheinlich druck-
fehler för »honte«. 138, 1 und schruwend] et Ästolf
alloit criant. 140, 32 fier] trois. 160, 14 den botten
T-] eut laue la lettre (vergl. P. XIV, 36). 1G3, 36 zwen]
•Jix. 169, 7 s. anm. (P. XV, 70: la notte segnente).
173, 24 s. anm. (P. XVI, 19: questo gioriio). 174, 4
s. anm. (F = P. XVI, 26). 19 könheyt] promesse, jedes-
falls verdruckt für »prouesse« (vergl. P. XVI, 29). 175, 3
». anm. (F = P. XVI, 40). 177, 8 s. anm. (P. XVI, 64;
4*
LTI
per viltä). 185, 33 s. anm. 189, 16 s. anm.
195, 16 s. anm. 207, 9 sy] Regnaufc. 212, 26
s. anm. 213, 13 s. anm. 36 darumm] yous savez
(vergl. z. 16. 19). 237, 21 s. anm. 240, 19 uff die
himschalj sur le visage (P. XXI, 134: nelle tempia). 26
das Dyomedes . . ] qu'Astolfo brisa sa lance sur rescu de
Diomedes, lequel fut tellement attaint . . (yergl. P. XXI, 136).
29 s. anm. 242, 3 s. anm. 8 Do sy d. w.] en
allant. 245, 6 s. anm. 264, 17 zyt] plaisir.
270, 16 inn] leur demanda qu'ils estoyent. 275, 4
8. anm. 280, 25 s. anm. 287, 26 üff das hat . . J
nous avons scen, comme Anthee est venue vous assieger en
vostre cite de Paris, mais ä ce que j'ay entendu, eile n'a pas . .
288, 27 stuondend sy . . ] eile (Anthee) mit pied h terre
et les salua, en leur faisant grand honneur comme celle qai
bien le scavoit faire (= P. XXIV, 172). 304, 33 s.
anm. 305, 27 kein söUiche sp.] nulle viande. 35 mine
vettern] mon cousin^ Roland (P. XXV, 222: il mio gentil
cugino. 309, 21 s. anm. 312, 19 Die heyden ver-
samlettend sich . . ] L'ost des Payena s'estoit retirö quand
ils apperceurent venir Regnaut; parquoy Roland rallia . .
(vergl. P. XXVI, 103 f.). 314, 25 by dem heim] par la
teste (P. XXVI, 145: per le chiome; Roland hatte Polimites
den heim abgeschlagen). 316, 30 wann . . nüt] car Reg-
naut estoit si furieux qu'ils n*espargnoit nul des Payens (vergl.
P. XXVII, 24). 318, 16 hinderwertz] par les costez
(= P. XXVII, 59); 8. z. 35. 319, 33 Die wußtend . .]
Regnaut ne scavoit . . (= P. XXVII, 73) ; vergl. oben s. XLVIII
zu 319, 26. 322, 7 s. anm. 326, 4 f. do sagt er
. bl. hetten] il ne respondit pas une parolle. 338, 12.
13 8. anm. 339, 22 imm nachfolgenden b.] en un autre
livre. D verweist auf die den 2 teil der hs. bildende ge-
schichte von den Haimonskindern, deren Übersetzung also be-
reits beabsichtigt ist. 340, 8 s. anm. 25 im manott
Mertzen . . acht hundert und zwentzig und drü jär] Van huict
cens quinze (= F. XXVIII, 110).
Von besonderer bedeutung sind die abweichungen in den
namen. Die hierher gehörenden auslassungen und Zusätze
Tön D sind bereits verzeichnet worden. Die letztern ent-
! halten eine ganze anzahl namen, welche in F und P,
überhaupt nicht vorkomraeu: Lauiprecht, fürst iun Brüssen
6, 28. Es geht kaum an , darin den später mehrfach er-
scheinenden ,Lainprecht, künig zno Bonrges' zu erblicken.
D liebt es zwar , wie wir sehen werden , fremde eigen-
namen zuverdeutschen , und macht dabei oft wunderliche
Sprünge; aber der unterschied zwischen den beiden Orts-
namen ist doch zu groß, um sich ohne weiteres dadurch
erklären zu lassen. Näher liegt es, an , Lambert, prinee de
Bruxelles' zu denken, den die »Conquesfces du graut Charle-
magne« der Bibliotheque bleue (nach L. Gautier, Les epopees
franjaises III, 186 amn.) unter den paladiiien Karls nennen.
— Gödfryd, künig zuo Bordellus 6, 28 ; offenbar identisch mit
dem au der eben angeführten stelle vorkommenden ,GeofFroy,
seigneur bourdelois'. — 7,8 heißt ßolaud »gräf zuo Ceaon-
aiat; diese bezeichnung findet sich weder in P. noch F, wol
aber z. b. bei Turpin kap. XII (comes Cenomanensis) und
wiederum in den »Conquestes du grant Charlemagne« {comte
de Cenonta?; Gautier a. a. o.}. — 9, 18 erscheint ein ,herzog
Gödfryd von Thaanemarck' unter den geschlech tagen osaeu des
abfces Kleramunt; nach Gautier a. a. o. wird im »Simon de
Poüillet ein ,Geoffroy de Dänemark' unter den gefährten Karls
erwähnt. — Hoal, Hoel von Nantes 325, 14 u. s. w. = Oellns
comes urbis, quae vutgo dicitur Nantas (Turpin kap. XII);
Hoel, comte de Nantes (Oonquestes du grant Gh., nach Gautier
a- a. 0.). — Die totenliste 329, 27 ff. beruht zum größteu teil
auf Turpin kap. SXIX f. ; daher stammen vor allem auch die
aainen , die D vor F (und P.) voraus hat. Freilich nicht
direkt, sondern durch französische Vermittlung, wie einige
namensformeu beweisen (vergl. auch Hoel) ; D schöpfte sie
eben aus seiner vorläge. Hierher gehören: Der küuig von
Daasia 329, 28, ohne zweifei zurückgehend auf Turpins ,Oge-
rins rex Daciae* : der beiname wurde als selbständiger name
anfgefaßt, aus ,Daciae' durch umdeutung oder misverständuis
td'Asie' (den beweis liefern wieder die mehrfach erwähnten
>Coüqueste8 du grant Gh.«: Ogier le Danois , d'Asie), und D
Terschmolz dann wie auch sonst präposition und subatautix
Lvm
zu einem wort (a. anra. zu 2, 26). — Crystianus,
Brettanya 329, 28 , verderbt aus ,Ara8tagnua rex Brittaniae'
(Turpin), — Der künig Elargiua von Ackyttanya 329, 29,
entstellt aus ,Engelenia dux Äquilaniae' bei Turpin ; ,Engelier'
in den Chansons de geste. — Der hertzog von Lutfcrinuien,
der hertzog Gerian 329, 33 : wiederum ist ein beiname zum
selbständif^en namen geworden ; vergl. ,Garinu8 dux Lotharin-
giae' bei Turpin, ,Gueriü, duc de Lorraine' in den »Conquestes«
(Gautier a. a c). — Der graf Gallerus 329, 38 = Galerus
(Turpin). — Älbrecht, fryher uJä Burgundia 3o0, 1 = Aiberi-
cus burgundio (Turpin k. XXX). -^ Constantinus, der probst
zuo Rom . . 330, 2 = Constantinus praefectns apud urbera
Romum per mare delatus, cum aliis muUis Roiuanis et Apu-
üa, sepelitur (Turpiu k. XXX). Dazu kommen noch: Pinabel ■
33G, 33 (s. oben s. LI); Richart von Mondttier 339, 27, dem "
ich sonst nirgends begegnet bin; Wienn 340, 31 ~ Vienna
(Turpin k. XXXII); Ofi'rius und Heinrich 341, 32: genau so 1
heißen die beiden bastardbrüder Karls in W. Zielys Über-
setzung des romans von Valentin und Orson; das original
(Lyoner druck von 1489} bietet dort , Hauffroy' und , Henri', I
eine der zahlreichen eutstellungen aus ,Rainfroi' und ,Heudri',
wie die namen in den altern quellen lauten. Dieselben oder
doch ähnliche formen muß der Übersetzer in seiner vorläge ge-
funden haben, wenn man nicht annehmen will, er habe hier Ziely, ■
dessen arbeit ihm wol bekanut sein mochte, benutzt, — Auch
eigentliche Widersprüche sind nicht selten: ,Naymea' und
jOgier* ersetzt D überall durch ,Änse8' und iGergis^ Eine
befriedigende erklärung vermag ich dafür nicht zu geben.
Sicher scheint mir nur, daß die abweichung auf den einfluß
einer deutschen quelle zurückzuführen ist und darum vom Über-
setzer herrührt ; vergl. Konrads Rolandslied v. 8285 f. (aus-
gäbe von Bartsch) und die form ,Gergis* , die meines wissens
in französischen quellen nirgends belegt ist , wol aber z. b.
beim pfaffen Konrad, Stricker u. s. w. — Die gemahlin ßo- ■
lands heifit in D mit einer einzigen ausnähme (321, 29) ,Dio-
geuna', in F entspricht au fünf stellen (zu 137, 32. 33; 138,
30; 141, 10. 17) ,Diogene', sonst ,Aude la belle' (= ,Alda
la bella' bei Pulci). ,Diogene' beruht vielleicht auf einer rer-
I
4
LIX
(üggieri) | ToUe
Cortana, e poi tolae
Rondello ; vergl auch
n, o2.
wechslaug mit ,Diones', dem namen einer orientalischen fürsten-
tochter, in welche sich Roland halb verliebt (vergl, Gautier
a. a. o. III, 18P-, 427 ff.).
8, 23 ff. (Roland) gieng (R.) s'en alla en ime P. I, 17 Ad Ermellma
zefuoß uff ein scliloa place... oia se tenoit moglie del Daneae
oder vesty ... da Hermeline la ferame "
Ol lifiera frow Her- ri'Olivier, et ]& ij
malina wSnnet, und printArondel le i:heval
namdäArondal.OlH- d'Olivier.et Courtain
fiera pfert, und sin son eapee.
Schwert fl o c h e n-
k 1 a r a,
Der umstand, dafi D und F ,01ivier^ haben gegenüber
,il Danese' bei Pulci, läßt auf einen fehler dea archetyjms
schtieiäeu (,01ivier* statt ,Ogier'). D (bezw. V) wußte nun
aber, daß das Schwert Oliviera ,naultjilclara'^ hieß (vergl. 227,
29; 318, 18) und setzte daher hier und 11, 14; 30, 7 diesen
namen für , Courtain* ein, während F dem archetypus folgte.
Auf ähnliche weise erklärt sich folgender widersprach:
114, 8 (Roland) nam (R,) print Arondal le P. X, 95: Orlando tolse
Arondal, Olliffiers cheval d'Ogier et son Rondello e Cortana.
gfert, und sin schwert eapee Courtain.
ault aklar a.
Nach 8, 23 ff. hielt D (oder V) ,Arondar für Oliviera
pferd; deshalb die änderuagen. 34, 25 Poffant] s. nach-
trage, 40, 12 Dooa von N.] hier und 51, 13; 66, 13
(^ P. Iir, 80; VII, 5) fügtF hinzu; fik d'Ogier !e Dannois.
190, 22 Allard] s. anm. 199, 16 Aliyson] a. anm.
256, 6 Gerold von R.] davor erwähnt F ,Ogier le D.
(= P. XXII, 136), ebenso z. 10 vor ,Fyffianus' (= P. XXII,
138); z. 11. 17 hat F ,Ogier le D.' statt ,Fiffianua' (= F.
XXII, 138). 295, 7 Sant Johans Port] so immer gegen-
über ,S. Jean pied de port (porc)' in F. Die vorläge muß
,S. Jean de port' gehabt haben (= Sau Gianui di Porto z. b,
F. XXV, 170). S. glossar. 309, 2 BlanchardinJ a. anm.
329, 21 (Karl lii^ß Roland) geng Blaffes füeren vergraben
iDU Sant Rommauus laichen] Ch. fit porter R. pour estre en-
terre eu sa chapelle en la bonne ville d'Aix en AUemagne
(= P. XXVII , 220). D folgt wieder Turpin kap. XXIX :
Rolandum . . usque Blavium Carolus deferri fecit et in beati
Romani baaiiica . , sepelivit; doch spricht die namensforra
LX
Blaffes (= frz. Blaives) auch hier gegen direkte benntzang.
332, 18 Anses, Salamon, Hoel and Thüring von D.] Ogier
le Dannois, le Duc Najmes et le petit Richard. 20 Thfiring
e. M.] aussifost que Richard eut trouv^ Marcille il le print
et le coucha plat par terre . . (vergl. P. XXVII, 246) 23
Hoel] Ogier le Dannois. 338, 14 Blanchardins] AigoUant.
340, 2 inn Ytallien] des AUemagnes. — Eine anzahl ab-
weichungen erklären sich aus dem bestreben des Übersetzers,
auch die namen seiner vorläge zu verdeutschen. Zwar trifiFt
er dabei in den meisten fallen das richtige; vergl. z. b. Ach
(Aix) ^, der Alt vom Berg (le Vieil de la Montagne), Anshelm
(Anseaume), Arnold (Arnaut), Baldowin (Baudoin), Bemhart
(Bemard), Beringer (Berengier), Engelland (Angleterre), God-
fryd (Geoflfroy), Hans (Jean), Heinrich (Henri?), Hugo (Hu-
gues), Jörg (George), Lamprecht (Lambert), Ludwig (Loys),
Meylland (Millan), Schwaben Tütschland (Allemagne) u. s. w.
Aber einigemal gerat er doch auf abwege ; vergl. Albrecht
(Albericus, Aubry?), Berchtold (Berthelot, Bertrand), Brüssea
(Bruxelles?), Gerold (Girard), Godfryd (Gaudebeuf), Hug (Guy),
Kuonrat (Courant), Thüring (Thierry) u. s. w. Zuweilen be-
gnügt er sich mit halber Übersetzung : Asperhäf (Asprecourt),
Hoch(en)klara (Hauteclere), Hochenfueilla (Hautefueille). Neben
den verdeutschten formen finden sich hier und da noch die
ursprünglichen: Baudoin neben Baldowin, Guy neben Hug,
Haultaklara neben Hochenklara u. s. w. — Sonst ist über die
wiedergäbe der fremden namen durch D noch folgendes zu
bemerken: Von zwei aufeinander folgenden vokalen wird häufig
der zweite weggelassen; so z. b. in Agustus, Lassanna (Lau-
sanne), Maduyt (Maudait), Magis (Maugis), Muntabant (Mon-
tauban); Amon (Aimon), Agremunt (Aigremont), Blaffes (Blai-
ves) ; Beffes (Beuves) ; Sena (Seine) ; Guchard (Guichard), Gu-
dellon (Guidellon) u. s. w. Hierher scheinen auch Dobrun
(Doubrin) und Dochier (Doucher) zu gehören; doch läßt die
vergleichung mit den ital. formen Dombruno und Donchiaro
vermuten, daß V (= A) *Dombrun und * Donchier las, dafi
also F die namen ungenau überliefert; vei^l. Manbrin Mam-
*
' Die Terweisongeii auf den text s. im glossar.
brin: Maiibfint Marabriiio. D hlitte daan einfach den nasal
ausfallen lassen, wie in Muttenyß (Mont Cenis), Pofctiers (Pon-
tiers), Sldonnia (Sindonie), Inlautendem v entspricht gewöhn-
lich ff: Angeffin, Beffes, Blaffes, Fiffianus, Poffjg, Poffant;
anlantendera neben Vj fauch w: Wyllafrancka, Wienn. Aus-
lautendes e ersetzt D in der regel dureli a, bezw. ea, ia; ä. b.
in Creonta, Hermalina, Roßraunda, Meridianna, Forisenna;
Aldea, Blondea; Medussia, Provantzia, Grannadia, Cornillia
u. s. w. ; sogar in Marsillia, ToUetta. Zahlreich sind männ-
liche Personennamen auf us: Faspianus , Vivianus, Gallienus,
Adrianua, Crjstianus, Peppinua, Marckiis (Mareon), Taulus
(Taulas) u. s. w. Für Cbarlea braucht D fast durchweg das
iBundarfclichc Karly ; vergl. auch Saliokorny, AppoUony. Nicht
selten begegnen kleinere oder größere Terschiedenheiten in
der Schreibung eines und desselben namens, so bei Aigollant,
Allahaster, Appollony, Archalyda, Asperhäf, Burguudia, Danne-
mark, Galter, Gilbator, Guchart, Haultaklara, Haultafueilla,
Hoal, CafFerus, Klementza, Klerammit, Korador, Leonnet, Lion-
funt, Mataö'er, Morycka, Phiipertta, Rossepina, Scipion, Thiiring,
Türpin, Falseron, Fieramunt u. a. w. Ungenau wiedergegeben
sind auch: Ammalucken (Manimelus), Anthenis (Atbenea), Cor-
dublya (Courdoube) , Gernier Garnier (Guerrier) , Faspianua,
Fregeton (Fl-) u. s. w. ; auf blo&em verlesen (t für c) beruhen
Alletton (Aleeto), Muttenyß, Nithephorus (Nicephorus). Über
Ackaron, Dardannia, Lamostant a. anm. zu 2, 26 ; über Sabu-
lon zu. 195, 14. Saaaia 309, 17 ist vielleicht verschrieben für
Dassia (F d'Asie).
Soviel über die namen. Es bleiben nun noch eine reihe
von abweichungeu, die sich mehr bloß auf die ausdrucksweise
beziehen. Deshalb gehen sie vielleicht mit wenigen ausnahmen
nicht auf ursprüngliche verachiedenheit von V und F zurück,
sondern sind auf rechnung des Übersetzers zu schreiben. Die
meisten der hierher gehörigen fälle verzeichnen die anmerk-
ungen; die folgende Zusammenstellung bringt dazu nur noch
nachtrage : 7, 9 Karlys 1. scbw. sun] nepueu de Ch. D er-
innert wieder an Turpin kap. Xll: (Rolandus) natua ßerthae
sororis Caroli (vergl. oben s. LVII). 9, 19 in sinen j. t.]
en 8on temps. 33 so ist . . band] nous te domierons
I
nous a donue, 11,' 11 mit der
h.] au plaisir. 12, 7 sclilefferig] estourdy. 13, 9
gyrtt] eate. 15, 2 der Krysten) de TEgliae de Dieu.
16, 12 sin b. zespaanen] de tirer de son arc; P. I, 63:
a trar coli' arco. Möglicherweise liegt ein blo&es misver-
ständnis vor, welches durch das zweideutige jtirer' veranlaßt
wurde, 18, 30 under dem h.] parmy la chambre.
19, 24 Ordnung] providence. 20, 2 min vetter] sainct
pere. Vielleicht hat D aus religiösen gründen geändert (s.
oben 8. XXVIII). 19 geschworen] dit. 24, 11 lopt]
remercia. 31 die h. hündj lea infernaux. 27, 1
ryttend u. g.] ehern inerent. 19 die kr. Sachen] le train
de guerre. 30 zegwunnen mit gw.] conquester. 30, 23
mit V. zonm] taut qu'il peut piquer las esperona. 31, 32
wie das 1. gold] comme fil d'or. 37, 4 ein roß uff der
alhneut] uu eheval de louage. 45, 5 schwerer] plus gros.
6 öcharptf] fortes, 44, 23 stalt einen zuo r.] en arresta ■
un. 4(i, 8 das unser . . werdend] que noua serous deux
ä un tranchoir. 10 bat] dit. 47, 18 erwust] eugoula.
49, 19 grussammen] merveiUeux. 50, 2 an des k,
C. häf] en la cite. 52, 33 deßgl. inn aller w. n. ist] le J
norapareil du monde. 53, 35 gehuob sich] feignoit. ■
62, -i das er sich d. duckt] qu'il le fit toufc chanceller
(vergl. z. 5). 7 schauckt] presenta. 34 zeschedigen]
d'abbattre. 64, 26 der begryft vyl] lesquelles sont de
grande admiration. 65, 24 f. RuoUand dächt wol , . ]
R. se souvenoit bien qu'il avoit occis son frere L. , parquoj
11 n'estoit pas bien asseure et se repentoifc . . 66, 23
do erschrack er y. ü,] il ne fut oncques si marry. 67, 80
so möcht n. d. w,] cela Ten pourroit destourner. 35 wie
es umm s. h, st.] en quel estat il estoit. 68, 15 ufit
rott] ne parloit point. 69, 21 unwillig w. s.j serez em-
pesehe. 30 f. abend . . morgen] matin . . soir. 72, 38
wem daz gl. g. w.] ä qui fortune en donnera, 74, 22 ■
daz ir . . mich inn ü. g. h. d. g. m.] que tu mettea en fca
memoire la grande peine . . 75, 22 früntschafft] plaisir.
81, 26 Dennen] te. 83, 11 umm ein h. h.] a la
valeur d'un denier. 86, 27 inn H. zell] en l'ost des Payens ;
Lxni
P. Vlir, 56: in San Dionigi. 88, 4 ^stellen] abbaisser.
95, 2 sach] erabiische; P. IX, 42: trattato. 110, 27
trunck] traict. 111, 18 so wird ich d. a. 1. ßch.] je te
feray mal tes besognes. 117, 37 fruntlichen] hniublement.
121, 6 deu inerern teil] la iiieilleure parfcie. 130, 24
binden] cornette. 135, 33 fürgieng o. v. w.] se disoit.
136, 18 rüst dich] depeache-toj. 138, 5 so muoß
im d, 1. w.] j en feray la vengeance. 144, 9 mit v. zoum]
ä course de cheval. 156, 23 Er kat kein u.J il ne faiet
poJnt de difficulte. 169, 13 f. daa sy . . anzegryffen] eb
fit le contenu de la lettre. 27 duz er . . bog] qu'il l'estonaa
tout. 176, 22 waz die 1. tb.] quels sont les aigoillons
de lamour. 178, 31 vertzoubert] fait. 181, lö bol]
ibsse. 34.f, wann er . . streich] car il se sentoit encores
du coup. 186, 23 diennenj faire plaisir, ebenso 188, 11.
193, 4 ewiger] souverain. 13 wies umm ay st.] a'ils
sout Tifs ou morta. 195, 2 min n. her] mon souverain
seigneur. 199, 23 dienstbarkeyt] captirite. 28 der da
läpt] qu! mouta janiais a cheval. 200, 10 inn der r.] de
Levaut. 203, 24 diennern] mammelua. 20 ö, 15 f.
lälä . . tüden] face quelque injure. 35 gantz rot] convert.
207, 2 Gut sig gelopt, das . . ] je croy que Dieu vous
a amene. 215, 7 ein v- wurm] un serpent aquatique.
220, 25 f. des sieb . . ruemmen] qu'oncques Payen ne me
fit toniber de desaua de mon cheval par coup d'eöpee ne de
lance. 228, 6 so st. h. s. inn] tant eile estoit puissante.
254, 20 bissend] piquent. 256, 28 nach langem]
pois. 290, 13 vernüttest] iaissea. 292, 4 hochge-
lopt] triomphaute. 8 aller m. und h.] treshaut redoubte
et tres puissaat. 322, 35 über dich ufäg. h.] je vous ai
dit 325, 30 das ich mich . . ] que je me suis abuae
a tes fausses p, 334, 6 tattelboum] un autre grand
arbre. — In diesen Zusammenhang gehören auch zahlreiche
syntaktische iindernngen. Besonders häufig verwandelt D einen
untergeordneten sats in einen beigeordneten, einen abhängigen
8atz in einen selbständigen; z. h.
LXIV
a) 52, 16 f. kerend ttch zno . .
^ot und sagen im grossen
danck . .
58, 28 f. und fuorttend gr. fröud
und loptend got . .
54, 11 Eines t. gedächt M.
56, 31 0. reit und dächt . .
103, 22 R. gab dem k. M. und
sprach zuo im.
148, 14 f. Der amiroll ward fro . . ,
vermeint . .
153, 32 f. und sprach und gehuob
sich übel.
157, 22 B. sprach zuo im, was stet
uff siner red.
b) 54, 35 und kam für inn und
gruotzt inn.
83 , 6 Der vernam , das . . , do
fragt er . .
193, 34 f. Der gsach . . , do wot
er . .
198,10 Und der erkant . ., sprach . .
293, 29 Nach dem n. was es nach
früe, nam . .
c) 21, 19 Es ist gnuog sp. hie
90, 20 und uns eer . . bewyssen
band.
d) 43, 31 Und het er R. troffen . .
59, 6 dann wenn sy n. i. st.
e) 51, 14 rjttend und suochend.
25, 22 Darinn thuot er i. zuo
wüssen . .
f) 167, 18 Man hat . i nQt ge-
wüßt . .
g) 111 , 31 das er denke und
mir . . wyder schicke.
129, 82 das du ein m. r. sigeat und
den pryß . . überkommest.
u. s.
retourne devers
rendant grace .
Dien
et meuOTent tres-grande ;
louant Dieu . .
Un jour M. pensant . .
0. alloit pensant . .
R. dit au Roy en luy pre
M.
L'A. fnt joyeux . . cuidant
dist en soy plaignant.
R. luy dit continnant ses {
et quand il fut devant lu]
salua.
uand il scent, qu' . . , il
a . .
Quand il vit . . , il la pri
da
Quand il cogneut . . , il d
Apres le soupper qu'il estoit
haute heure, le r. M. print
(palais) oü il y a tant de
oü Yons nous avez faict de
neur.
que s'il eut attaint R. . .
que si eile estoit aupres .
allons . . pour trouver.
pour les advertir . .
sans scavoir . .
qu'il se delibere de me ren\
(il faut) que soyez vaillant cl
et que faciez tant que vous
pris . .
w.
Seltener kommt das umgekehrte vor; z. b.
11, 32 aber do er d. st. gwär ward,
do kartt er sich dannen.
13, 8 wenn du . . verlast . .
27 , 29 dardurch ich v. gnuog
hab . .
mais il apperceut le cou[
destourna.
parquoy il faut que tu lai
et que j'y ay assez de gen
LXV
309, 25 also daz er ein w. w. ward.
333, 24 das du selba . . ersterben
muost.
et te print un peu en 1a cbair.
et toy-mesmea en mourras.
u. S. w.
Oft ändert D die beziehung zweier sätze durch den ge-
brauch anderer conjunktionen, luanchniEil mit gutem grund:aber]
et 35, 32; wann] et 59, 27; 71, 13; 180, 10; 225, 36;
241, 27; 281, 26 (et aussi); 341, 34; darnmni] et 325, 23;
wann] mais 57, 24 ; und] inaia 23, 16 ; daruram] tnais 249, 22 ;
deßglichen] car 112, 16; aber] car 189, 23; 209, 12; och]
car 221, 36, D setzt auch coDJuuktionen eiu, wo solche in F
fehleu, z. h. 42, 14 (darumm) ; 297, 18 (wann) u. s. w.
Einzelne Satzglieder werden anders bezogen : 5, 13 s, anm.
26, 36 und Morgant] stttht in F im hauptsatz. 45, 14
für den k. C, und för s. t.] in F objekt zu ,grüetztend.'
51, 28 die groß s.] in F noch von ,verläasend' abhängig.
74, 20 zum dickern mal] nach F zu ,ernüwern' gehörig.
167, 18 8. anm. 182, 35 by einem br.] in F auf
ibuot' bezogen.
Hier und da ersetzt Y) indirekte rede durch direkte und
umgekehrt, z, b, 69, 21 (Es wirt r. w.) ; 85, 3 ff . u. a. w.;
bisweilen springt es, abweichend von F, aus der einen in die
^ndre über; s. anra. zu 184, 27; 211, 34; 215, 29 ff. ; 238, 13;
^^39, 37. Nachlässig ist L) auch im gebrauch der anredepro-
^Oiiien ,du' und ,ir', die manchmal iin verlauf der selben rede
>riit einander wechseln; so z. b. 189, 37; 250, 15; 251, 1.
Vergl. auch zu 96, 33. 35.
Mehrfach weicht D irrtümlicher weise im modus von F ab ;
8- anm. zu 54, 27; 73, 12; 124, 34; 183, 29. 31; 247, 21;
^06, 22; 328, 32; im tempus z. b. 84, 31; 222, 6^
Auch sonst sind Übersetzungsfehler nicht selten. Beim
Eitlen oder andern fall, den ich hier einreihe, ist freilich auch die
Möglichkeit absichtlicher änderung zuzugeben ; anderseits mögen
Sich unter den oben zusammengestellten beispielen selbständiger
aüsdrucksweise solche finden , die besser hier untergebracht
'"Orden wären. Eine scharfe gränze läßt sieh eben nicht
♦
' ,erkant' 39, 2 gegenüber jCognoistra' ist kein fehler, da das präseni
Mch futvrriacbe bedeutang haben kann.
ziehen. — Zuerst erwähne ich diejenigen falle, welche sich
aus verlesen oder Verwechslung zweier lautlich verwandten
Wörter erklären lassen; s. anm. zu 10, 23 (est: et?); 62, 23
(corps : coups); 64, 14 (attendent : entendent) ; 79, 2 (d'acier:
d'aznr) ; 119, 34 (recouvrir: recouvrer); 157, 25 (mediter:
nieriter^ vergl. auch zu 159, 37); 162, 15 (punir: purger?
Dasselbe 239, 23); 162, 31 (prendre: pendre); 218, 18 (dos:
d'os); 226, 2 (& = et: a); 231, 28 (sii: dix); 294, 16 (humi-
lier: dissimuler ?) ; 298, 5 (fuir: freniir). Vielleicht ist auch
175, 3 hierher zu ziehen, wo corpa: cor zu der abweichung
anlaß gegeben haben könnte. Oft hat lautliche Verwandt-
schaft des französischen mit einem deutschen worte oder un-
richtige etymologie den Übersetzer zu fehlem verleitet; s. anm,
zu 23, 38 (ziegel: chevrons — ziege: chevre); 35, 14 (thieren: ■
torre) ; 39, 21 (kappen; chappes ; vergl. zu 234, 35); 44, 21
(vvald: vallee val ; ebenso 92, 12. 14; 188, 23; 197, 22; 211,30;
237, 15; 296, 11; 328, 20; s. zu 308, 28); 202, 29 (gros |
stet: grand estat) ; 228, 30 (art: art); 306, 32 (hungerig:
fameuse, von faim!); vergl. auch 212, 12 (pur: pauvre). Für
die übrigen fehler ist in der regel kein besonderer grund aus-
findig zu machen; s. anm. zu 1, 14; 7, 21; 21, 26; 26, 25;
31, 28; 36, 17; 39, 26 (dasselbe 71, 1; 286, 16); 57, 27
(dasselbe 233.31; 236, 17; 238, 19); 64,32; 65, 33; 81,32;
103, 22 (vergl. zu 62, 7); 105, 1; 115,36; 125, 9; 134, 28;
136, 15; 152, 31; 157, 13; 161, 15; 172, 17; 173,35 (das-
selbe 223,21; 306,1); 170,13; 177,20; 189,14.35; 197,16;
200, 15; 203, 24; 204, 16; 214, 11; 217, 8; 230, 33; 234, 10;
251, 9; 295, 5; 301, 9; 305, 20; 306, 19. 27 ; 308, 5; 319,31;
321, 17 ; 324, 30. 33; 328, 24; 334, 9 u. s. w. An mehreren
stellen ist die Übersetzung geradezu unverständlich und sinnlos;
s. anm. zu 25, 22 f. ; 162, 26 ff. ; 231, 22; 296, 1; 299, 35;
300, 28. Ohne zweifei rühren diese fehler zum teil davon her,
daß der Übersetzer entweder ein worfc oder einen satz seiner
vorläge nicht verstand und dann eben aufs geratewol über-
setzte (vergL z. b. zu 203, 24), oder einen passenden deutschen
ausdruck nicht zur Verfügung hatte. In solcher läge half er
sich einigemal auch damit, daß er die betreffenden stellen ein-
fach unübersetzt ließ ; so 175, 25 (la toux la rongne et araours);
203, 13. 20; 207, 85 (visiere, doeli vergl. 35, 31);' 227, 36
(heriesee . . lierfsson) ; 249, 15 (perplexite) ; 205, 82 (discre-
tion); 266, 31 (arrest, s. anm.); 279. 16 (audivy?); 287, 1
(les froutieres, doch Tergl. z. 17); 340, 10 (macule); 340, 12
(Magonce).
Bloße Schreibfehler liegen , abgesehen von den in den
fußnoten zum text bereits angemerkten, wahrscheinlich an
folgenden stellen vor: 14, 26 sy] I. so. 38, 36 hab ghört
r.] 1. hab dich g. r. 41, 24 zerschinden] I, zerschniden?
90, 23 nut] 1. mit. 196, 32 es werd b. w.] 1. ea
werd nüt b, w. 236, 25 ein vetter] 1. sin v. Aatolfo.
237, 19 schwäntz] l. schwantz. 245, 5 heissend] I.
heiß. 254, 18 da werind g.] 1. nüt da w. g. 261, 1
8. nachtr. 281, 23 der min aott s.] 1. die min sottend s.
291, 21 burgern] 1. burgerinnen. 295, 23 isy] I. er.
308, 18 bekümitiertj 1. bek. sin. 316, 1 verlieren]
1. platz Verl.? 323, 22 sitzenj 1. setzen?
Damit sind wir am ende unserer vergleichung angelangt.
Es handelt sich nun darum festzustellen, inwieweit die ge-
wonnenen ergebnisse auch für das Verhältnis zwischen D und
seiner eigentlichen vorläge gültigkeit haben, oder, was auf
dasselbe hinauskommt , bis zu welchem grade wir Überein-
stimmung von F und V gegenüber Ü annehmen dürfen. Leider
steht uns hiezu, wie schon früher bemerkt, nur ein äußerst
dürftiges und teilweise unsicheres material zu geböte, so daß
völlig sichere resultate von vorneherein gar nicht zu erwarten
sind. Immerhin sollte ea raüglich sein, mit hilfe der vor-
handenen anhaltspunkte die frage wenigstens in der haupt-
sache auf befriedigeade weise zu lösen.
Der auffallendste unterschied zwischen D und F beruht,
wie die vergleichung gezeigt hat, auf den überaus zahlreichen
auslasaungen des erstem, deren aufiiählung allein mehr räum
beanspruchte, als die aller übrigen abweichungcn zusammen-
genommen, obgleich die bloß formellen kürzuugen in der regel
unberücksichtigt blieben. Zur erklärung dieses umstandea
stehen drei wege offen. P kann eine erweiterte bearbeitung
von Ä sein , D in seiner kürzern form das ursprüngliche er-
Lxvni
halten haben. Diese annähme ist aber schon deswegen aus-
geschlossen , weil die meisten stellen von F , welche in D
fehlen , zu Pulci stimmen , also auch in A gestanden haben
müssen. Die zweite möglichkeit besteht darin, daß Y die
kOrzungen vorgenommen habe. Doch auch dagegen spricht
mehreres. Dem umstände zwar , daß V ( = D) in einigen
fällen die gestalt des archetjpus vollständiger und genauer
überliefert als F (vergl. s. XVIII fiP.), ist natürlich kein be-
sonderes gewicht beizulegen, da dies ganz gut bloßer zufall
sein kann ; mit demselben rechte könnte man auch daraus
schließen , daß der Übersetzer nicht gekürzt habe. Aber es
läßt sich mit ziemlicher Sicherheit nachweisen, daß V den
archetypus mehrfach durch zusätze erweitert hat (s. u.), wo-
mit die annähme gleichzeitiger tendenz zu kürzen sich nicht
recht verträgt. Ferner wissen wir, daß eine anzahl stellen
von F, welche D wegläßt, in V vorhanden gewesen sind (vergL
s. XXII f. und unten s. LXX f.). Auch dürfen die aus religi-
ösen gründen erfolgten auslassungen, welche einen protestant-
ischen bearbeiter verraten (s. XXVIII fif.), eben deswegen nicht
wol V zugeschrieben werden. Es ist also zum mindesten höchst
wahrscheinlich, daß die kürzungen das werk der Übersetzers
sind ^. Damit wäre eigentlich auch die weitere frage ent-
schieden, wie es sich mit den Zusätzen von D gegenüber FP.
verhalte. Denn wenn der Übersetzer wirklich darauf ausgieng,
seine vorläge, wo immer sich dazu gelegenheit bot, zu be-
schneiden, so ist von vorneherein nicht anzunehmen, daß die
Zusätze , wenigstens soweit sie von größerem umfange sind,
von ihm selbst herrühren, weil er ja dadurch jenem bestreben
gewissermaßen entgegengearbeitet hätte. Zu dem selben er-
gebnis gelangen wir aber noch auf einem andern wege, der
bereits früher (vergl. s. LVII) angedeutet wurde. Unter den
Zusätzen nämlich, die auf den falschen Turpin zurückgehen,
finden sich etliche namen, deren form beweist, daß sie nicht
unmittelbar aus Turpin, sondern zunächst aus einer französ-
*
' Das gleiche gilt vielleicht auch von den änderangen in der ka-
piteleinteilung (s. XXIV ff.), die im allgemeinen ebenfalls auf kürzang
des Originals hinauslaufen.
LXIX
ischen quelle geschöpft sind , wobei natürlich in erster linie
an V za denken ist. Was liegt nun näher als die annähme,
daß sämtliche Zusätze, welche auf Turpin beruhen, auf diesem
weg in die Übersetzung hineingekommen seien, wenngleich
nicht überall bestimmte anhaltspunkte dafür vorliegen ? und
was von diesen Zusätzen gilt, giilt wol auch von allen andern,
für die wir zum teil keine besondere quelle anzugeben ver-
mögen. Ebenso werden wir fUr die Widersprüche zwischen D
tind F , soferu nicht tendenziöse änderungen (s. XXVIII ff.)
oder bloße Übersetzungsfehler vorliegen, nicht D, sondern V
yerantwortlich machen (vergl. a. LIX das zu 329, 21 bemerkte).
Nur in einem oder zwei (s. LVIII besprochenen) fallen scheint
einflufi einer deutschen quelle im spiele zu sein und die ab-
•weichußg deshalb vom Übersetzer herzurühren. In bezug auf
die s. LXl ff. als beiapiele für selbständige ausdrucksweise des
tilaersetzers aufgezählten stellen wiederhole ich , daß es sich
dabei auch um ursprüngliche Verschiedenheit von F und V
oder um einen fehler von D handeln kann; sicheres ist nir-
gends zu ermitteln , und es bleibt durchaus subjektivem er-
xnessen anheimgeatellt, welche erklärung man im einzelnen
falle für die bessere halte. Dasselbe läßt sich von einem teil
der als fehler bezeichneten abweichungen sagen ; bei vielen
ist allerdings jeder zweifel an der richtigkeit dieser bezeichnnng
ausgeschlossen (vergl. s. LXVl).
Wir kommen also zu dem Schlüsse, daß sich der Über-
setzer im großen und ganzen ziemlich genau an seine vorläge
gehalten hat. Wo er absichtlich davon abweicht, tut er es
zumeist im Interesse einer gedrängtem darstellung, dann auch,
*eil er als protcstant alles katholische auSKumerzen, oder als
nfichterner raensch allzu sentimentale und wunderbare stellen zu
Witigen sucht (vergl. s. XXXII f.). Aber immer geschieht
«•es in ganz äußerlicher weise; eigene zutaten von bedeutuug,
hefer greifende änderungen in hinsieht auf den verlauf oder die
raotivierung der begebeuheiten lassen sich kaum irgendwo
ßaciaweisen. Auch in der form zeigt er sich fast durchweg
abbängig von seinem original, und ausätze zu freier, selbständiger
wiedergäbe desselben sind im allgemeinen nicht hiiufig. Oft
führt die abhängigkeit zu sklavischer nachbildung und damit
Morgut der liMa 6
nicbt selten zu yersto&en gegen die dentsohe spräche;
fehler der vorläge werden getreulich übertragen. Beispiele
hiefur s. in den anmerkimgen zu 17, 28; 20, 16; 21, 27;
38,22 ff.; 68,8; 171,37; 174,22; 196, 8; 227, 24 ; 230, 7 f. ;
243, 33; 281, 2; 285, 17; 286, 34; 296, 8; vergl. auch zu
113, 13 (= 160, 6; 197, 24); 125, 18 (= 126, 2; 273, 31).
Dazu kommen noch folgende stellen: 27, 16 das ir von mir
benöegig sin werdend] que tous serez contens de raoy.
41, 30 der low machet im vest] le lyon hiy fiaisoit feste;
s. glossar unter »vest«. 108, 19 under allen minen ge-
gcbäfften] au dessous de tous raes affaires. 178, 1 f. die
zwen rytter inn aller weit, die du . . ] les dem Chevaliers
du monde que tu . . 189, 22 Du refcst von grosser tor-
heyt] tu parles de grande folie. 218, 33 als bald gstollen
als gwunnen] pluatost desrobees que conquises. — Das Perso-
nalpronomen »il< fibersetzt D sehr häufig mit >er<, auch wenn
es sich im deutschen auf ein neutrom bezieht, so z. b. 17, 4.
5. 9. 10; 36, 8; 92, 29. 35. 36. 37; 153, 24. 25. 27. 28;
181, 21; 201, 31. 32; 238, 8; ebenso den acc. >le€ mit »innc
(statt »es<) z. b. 16, 27; 17, 5. 6. 7. 8; 36, 13; 92, 30. 31.
32. 33; 171, 27; 183, 8; 201, 30; 301, 16; 321, 11. 13;
(statt »sy«) 161, 5. Vergl. femer la] sy (statt »es«) 210, 21;
218, 35; 220, 11; lequel] der, den (statt »das«) 238, 8;
301, 15. — Mehrfach überträgt D das gesohlecht einer franzos.
Substantivs irrtümlicher weise auf das entsprechende deutsche :
la fortune] die glück 73, 1 ; la bague] die kleinot 74, 8 ; 131, 31;
de Celle erreur] u6 diser yrthum 159, 9; la lance] die spar
115, 26 u. s. w- (s. glossar) ; ceste commission] dysse befalch
196, 23; si grande noise] ein sölliche gschrey 309, 9; apres
Sa proye] nach siner aß 320, 16 : une grande comette] ein
große oommett 340, 14. — Einigemal fehlt zu einem pro-
Domen das beziehungswort, weil D den satz, welcher es ent-
hielt, übersprungen hat: 180, 38 sy wyrt uns thür werden]
(c'est une foli e), laquelle nous sera eher vendue. 211, 2
und battend inn . . ] (s'en allerent rendre ä Roland) di-
sans qu'il fit cesser l'occision. 312, 21 u. hat große Hoff-
nung s y darvoD ze bringen] (parquoy R. rallia s e s g e n s
au mieuz qu'il peut) et avoifc grande esperance de les sauver.
I
I
I
I
I
I
326, 27 da ich i r e n tod rächen mög] (jusques a ee que
j'aye donue sepulture ä tes bons serviteurs) et que je
puisse veuir au Heu, oü je puisae venger leur mort. Etwas
ähnliches liegt vor 201, 17 f. : Uud thet dem heid . . gros
er an ; das fehlende Subjekt (der soldan) enthielt ein davor
ausgelassener satz: dont le S o u d a n fut nioult joyeux. Vergl.
auch zu 40, 26. Es wäre meines erachtens unrichtig, wena
man in all diesen fällen nichts weiter als naehlitssigkeiten des
Übersetzers sehen wollte; sie erklären sich vielmehr aus der
fast mechanischen art, wie dieser seine vorläge übertrug. Er
verfügte eben bei seiner arbeit nicht über jene Unbefangen-
heit, die aus sicherer beherrschung des stoffcs und der spräche,
aus der man übersetzt, entspringt ; zahlreiche fehler und niis-
verstäudnisse und die s. LXVI f. besprochenen textlücken be-
weisen die mängel, welche seiner keiiutnis des französischen
anhafteten. Dazu kam als weiteres heuiuinis eine gewisse un-
beholfenheit und Unsicherheit in der handhabung der eigenen
s^irache. Belege dafür enthalten die anmerkungen in großer
zahl. Hierher gehört es auch, wenn der Übersetzer ein mehr-
deutiges französ. wort immer nur durch denselben ausdruck
wiederzugeben weiß ; so entspricht dem franz. ,trouble' regel-
aiäßig ,betrüept\ obsehon es mehrfach ,verwirrt, bestürzt* be-
deutet. Alierdinga gibt es auch beispiele für das gegenteil,
nur sind diese weit seltener. Dahin rechne ich z. b. , daß
das eine wort ,glouton' auf aiebt weniger als neun verschie-
dene arten übersetzt wird; buob, gouch, hudler, lotter. Iure,
schalck, schölm, unflät, filtz. Namentlich im ersten teil seiner
arbeit liebt es der Übersetzer, einen begriff durch zwei Wörter
auszudrücken, die durch ,uud', seltener durch ,oder' (auch ,näch')
verbunden sind ; das original bietet dafür immer nur einen
ausdruck: a) ein schlos oder vesty 8, 23; sin knecht oder buob
10, 32; zucht und eer 28, 23 u, ö. ; scbad und verlurst 37, 12 ;
not und gfär 45, 24; wyl uud zyt 47, 5; in nnderthenigkejt
und gwalt 47, 25 ; inn grossem klagen und truren 48, 24 ;
das gantz kuugkrich und land 49, 20 = 52, 3; müeg und
arbeyt 49, 26 ; sin volck und uuderthänuen 50, 32 ; zelieb und
z«o eren 50, 37 ; eren und friintschaflFt 51, 7 ; eren und guot-
tbet 51, 10; bruoder oder klußner 51, 17; vernünffc und ge-
scbickligkeyt 51, 21; kein mncht nach kraft 51, 25; sorgen
und Jammer 52, 7; durch göfcliche Ordnung und zuoschickung
52, 22 ; die ewig t'röud und seJligkeyt 53, 5 ; verfüerung uud
trug 53, 21 ; schmertzen und lyden 73, 4 ; stercke und prjö
82, 36 ; straaröuber , uiörder oder dieben 217, 21 ; gnai] und
vertzichung 263, 31. b) blüeyt und ist 2 , 29 ; beschirmpt
nach entachüt 2, 23 ; zuo füegend und autUuond 9, 36 ; em-
pfangen nach geeret 18, 1 ; gsächeud nach fundeud 21, 4
zesächen und zuo hören 24, 2; gsächen und erlernneu 27, 19
bewiirt und versuocht 27, 25; ertödt uud errobert 34, 83
durchstach und bisse 45, 7; ertöden und umbringen 45, 30
werden sott oder wurd 46, 1 ; erlöüt und entledigt 46, 28 =
51, 33; was und sich enthielt 46, 31; bekümmert und be-
trüept 48, 13; zartzuen und rätt anzethuon 49, 11; zerstört
und verwiiest 49, -0; zerreyß und fraß 49, 21; inn grossen
ängsten wärend und ser erschräckend 50, 6 ; marckt und er- _
kant 50, 15; gwär nach inuen werden 50, 17; sagtend und I
erroffnettend 50, 19 ; kurtzwyl triben und machen 50, 36 ;
gfurcht und entsessen 52, 3 ; hie füvgerytten und har kommen
52, 6; angebetten und geeredt 52, 12; sterben und umkom-
men 52, 21; gehört und verstanden 52, 27; bekenn und ver-
gich 52, 36 ; berüefen und bredigen 53, 13 ; reichen und be-
schicken 53, 16 ; waz . , furgjeng oder verbanden were 135,33;
byt und gebät 264, 36 ; überkommen oder erworben 292, 29.
c) toub oder schellig 8, 28 ; groß und lang 27, 7 ; schön und
adellich 46, 5; hold und günstig 44, 13; falfcach und be-
trogeniich 52, 12; gnedig uud barmhertzig 52, 25; gnedig
und güettig 53, 1; müed und vertrüssig 50, 20; mit guottem
wyllen und gern 49, 33; byfähar und so lange zyt 51, 29.
Bezeichnender weise kommt diese erscheinuog gerade da am
häufigsten vor , wo der Übersetzer sich auch sonst seiner vor-
läge gegenüber ersichtlich freier bewegt (vergl, s. LII unten).
Die spräche der Übersetzung ist der schweizerisch- ale-
mannische Schriftdialekt, wie er sich seit dem anfang des XVI.
Jahrhunderts ausgebildet hatte. Leider verbietet uns der dieser
einleitung zugemessene räum , eine übersieht über ihre laute,
formen und syntaktischen eigentümlichkeiten zu geben , wie
auch sie mit der spräche anderer schweizerischer litteratur-
I
denkmiUer aus derselben zeit zu vergleichen. Zweifellos würde
sich dabei manches ergeben, was für die beurteilung der Über-
setzung, vielleicht auch zur genaueren ermittluug ihres eutsteh-
ungsortea von Wichtigkeit wäre. Wir müssen uns aber hier damit
begnügen, auf ihren scbweizerisehan Ursprung hinzuweisen und
dafür noch einen weitern beweis beizubringen. Der Übersetzer
braucht nämlich eine ganze anzahl wörter , die in der be-
treffenden form oder bedeutung l)i.sher ausschlieMich oder doch
vorwiegend auf schweizerischem gebiete belegt sind. Hierher
gehören u. a. bochseln (e. Stalder, Versuch eines Schweiz, idio-
tikon I, 195 ; Deutsches wörterb. 11, 200); bolicket; britteiu
(s. anm. zu 288, 6); entgünnen (s. Schweiz, idiofcikoii II, 330);
hinthuon = ,wegtun, zu nichte machen' ; hold = ,verliebt' (s.
Schweiz, id. II, 1181); kalle = ,glockenschwenger (s. Stalder
II, 81) ; meiaterbaftig (s. Deutsches wörterb. VI, 1968) ; mütljrelle
(s. ,relle' Deutsches wörterb. Vlil, 804) ; näblachtig (s, Deutsches
wörterb. VII, 482); nächtig adj. (a. Stalder II, 279); tallig
(aus ,t?ilanc' ; s. Deutsches wörterb. 11,698); trüffen (s. anm.
zu 261, 17); üfuen (s. Deutsches wörterb. I, 697) u. s. w. *.
Und nun noch ein wort über den Übersetzer seibat. Eis
ist freilich nicht viel, was wir von ihm wissen, wenig mehr,
als daß er ein Schweizer war und wahrscheinlich zur refor-
mierten kirche sich bekannte. Im übrigen sind wir auf bloße
Vermutungen angewiesen. Dies rührt namentlich auch davon
her, daß er nirgends in seiner ganzen Übersetzung etwas aus
seinem eigenen hinzugetan, nirgends mit einer eigenen meinung
sich hervorgewagt hat , woraus allenfalls Schlüsse auf seine
persönliclikeifc zu ziehen gewesen wären. Vor allem hätten
wir von ihm selbst darüber auskunft erwartet, was ihn zu
seiner arbeit veranlagte und welchen zweck er dabei verfolgte.
* Auch die Wasserzeichen der ha. deuten auf ihre schweizerische
^arkunft. Däs eine derselben, ein bär in zwei wenig von einander ab-
deichenden formen, ist offenbar das reichen der Berner papierfabrik
fder bär ist Berns Wappentier); es läßt sich aaCerdem nachweisen in
haa. aus Solothurn (1524. 1530. 1538), Zürich (1518. 1535) und Schaff-
"Äusen (1530). Das andere, eine band vorstellend, begegnet aonat nur
**o«h in Genfer drucken und hss. von 1521 — 1537. (Nach freundlicher
"Mitteilung von herm C. M. Briquet in Genf).
LXXIV
Oflfienbar hatte er sich kein hohes ziel gestedst. Man darf
rermuten, daß er, ein wolhabender nnd gebildeter bürger, bbfi
zum eigenen rergnfigen, yielleicht um seine mnfiestanden aw-
zuftUIen, die arbeit unternahm, nnd man muß gesteheoi, dafi
er sie mit großer ansdaner nnd gewissephaftigkeit dorchfOhrte.
Auf weitere Verbreitung derselben durch den druok hatte er
es wol kaum abgesehen. Und das war auch ganz in der Ord-
nung; denn irgendwie heryom^oid ist seine leistung, wie '
wir gesehen haben, nicht, und ein yergleich z. b. mit d«[i
Übersetzungen seines landsmannes W. Ziely würde sehr zu
ihren Ungunsten ausfallen. Immerhin verdient sie unsere be-
achtung als neues, bisher fast unbekannt gebliebraes zeogms
für eine litterarische richtung, die im XV. und XVI. Jahr-
hundert auch in der Schweiz eifrig gepfl^ wurde, selbst dancv
noch, als der kämpf um sieg oder Untergang der kirchlidiecA-
reform das ganze interesse der mitlebenden auf sich zc^.
Ich habe oben s. XIV die ansieht ausgesprochen, dai^
unsere hs. vom Übersetzer selbst geschrieben sei. Dies scheiu —
mir hervorzugehen aus den s. XXU f. angeführten stellecr^
welche beweisen, daß der Schreiber das französische originaiM
vor sich gehabt haben muß. Jene stellen ließen sich Übrigen —
noch vermehren. 251, 24 zeigt die hs. nach »es istc ein hal
ausgelöschtes »wäre, das der Übersetzer wol nur deshalb tilgt^^
weil er bemerkte, daß die vorläge bloß »si est« hatte. 273, 1 —
hieß es ursprünglich: »sprach er zuo Geryon«; die zwei letztet*
Wörter wußten fallen, als der Übersetzer si^, daß sie auch iu^
original fehlten.
Unsere ausgäbe bietet einen genauen abdruck der ha^
mit der einzigen ausnähme, daß die abkürzungen aa%elösi^
und offenkundige Schreibfehler verbessert sind; über letztere^
erteilen die fußnoten zum text gewissenhafte auskunft. &, &f-
sind durch uo, üe wiedergegeben; dagegen ist das bogleiiV'
über a, o, u, das »halbe o« nach der bezeichnung des Basier'
{trauHuatikers Kolroß, stets beibehalten, weil es ni(^t überall
durcli gebrauchlichere zeichen zu ersetzen war. ü ist zwar
nichts anderes als der umlaut ü ü , für den daneben auch n
mit Übergeschriebenem punkt verwendet wird ; ä aber- bez^ch-
net «um teil offenes kurzes o (h&f , thär), «im teil naeh ö
LXXV
hinneigendes langes a (gäbend , abend) , wie in mehreren
Schweizermundarten noch heute für mhd. a gesprochen wird ;
in vereinzelten fallen steht es auch für e, ä (gsäch 97, 26;
häncken 141, 33). ö vertritt meist ou (och), selten gewöhn-
liches o (gelöpt 2, 31).
Zum Schlüsse habe ich den vorständen der aargauischen
kantonsbibliothek in Aarau und der stadtbibliothek Zürich für
das mir bewiesene liebenswürdige entgegenkommen meinen
wärmsten dank abzustatten.
Zürich. Der herausgeben
[Bl. 1] Hie facht ein schöne Iiystoria an von dem grossen
keyser Karly und sinen forsten und von einem ryssen, der
hieß Morgant, der ward dorch Enollanden zuo kristeiilichem
gloaben gebrächt, und von dem erbermklichen strytt, so am
Rontzefal bescliacb. «
Wie der keyser Karly mit einem grossen ziig gen
Komm zog und alle die ertöden ließ, so dem bapst
wyderrig warenil, und satzt inn wider iiin das baps-
tuomb.
Wir findend inn den alten krounicken, das inn den jären, lo
als rnitn zalt siben hundertfc und nüntzig jär nach dem tod des
bapst Adryanns, ward Leon, der dryfc des namnifns, ?.uo bapst
erweit. Der was ein senfter, tugpntljcher und fruntlicher
mentsch j?egen allem volck und was erfült mit allen tagenden.
Aber wir gsächend vyl , das die guotten von den böasen ver- i&
folget werden, als der fromm Leon öcb ward; wann eines
tags an Sant Marsen tag, als er sine psalter bettet, do nam-
niend inn etlicb siner fyendeo und stächend und rysaend im
die ougen uß und zungen und machtend im vyl wunden inn
sinen lyb; deranach leyttend sy inn inn ein vinsfcere gtanck- so
nus. Aber unser bergott, der sine fründ uiemraer verläßt inn
iren trüebsalleD, vergaß sinnen nüt; wann er gennert inn all
siner wunden und verleich imm die gsicht und zungen wyder,
Morgant dei Btoi« l
und kam uß der gfSncknus jw>y.d«r einer fjenden willen. Und
reytt von Romm und k&flT '^en ' Paris und beklagt sich vor
kunig Karly un.m deft. 'grossen übermuot, so die Römmer an
im begangen hatt^rid.» "Der künig thet im gros eer an, und
6 do er sin klag .wol verstanden hat, do sprach er zuo imm, er
wett siQh'*^^ u°<^ ^^^^ ^"" ^" sinnen fjenden rächen. Und
inn jjurtfebr zyt darnach schied der künig Karly uß Franckrich
•nui>. g{-o*S8em züg und fuort mit im den bapst und verbrächt
'•fepvyl tagreissen, das er gen Rom kämm, und ließ yllentz die
10 übeltetter fachen. Und als ein gerechter richter begieng er ein
söUiche räch, das inn einem tag mer dann dry hundert Rotner
enthoupted wurdend uff dem platz, der da heyßt Lateran, and
sust vil inn das eilend verschickt, darum m, daz sy den bapst
nüt beschirmpt hattend vor sinnen fyenden. Demnach satz
ii> er inn wyder inn das bapstumb. Darnach durch verwilgung
der Römmern nach dem tod Nythepborus, des keyssers, be-
krönt der bapst den künig Karly zuo keyser. Und do man
inn bekrönt, schrey das volck mit lutter stimm: »Eer und lob
werd Karly zuo allen zytten Agustus!« Und durch disse gstalt
20 kam das keysserthuom von den Kriechen inn der Frantzossen
band, und das mit gerechter ursach, wann die Krystenheyt
hat vyl under dem keyser Nytephorus erlitten, und sy die
Kriechen nüt beschirmpt hattend nach entschüt inn vyl zyttea
har, sunders hatten sy inn grossen sorgen gelassen. Demnach
2» als Karolus zuo keyser bekröntt was, gab imm der bapst di^
universsithet , die da was von Anthonys gen Romm geleyti»
worden, welliche durch den gemeltnen keyser gen Paris ge—
leyt ward, da sy dann nach gegenwirttigklichen blüeyt uni
ist. Der gros Karolus verbrächt grosse ding zuo sinnen zytten,
80 wann durch inn ward die statt Jherusalem und das gantz ge-
löpt land zuo kristenlichem glouben gebrächt. Kein krysten-
licher fürst namm nie als vyl müe und arbeyt den krysten-
lichen glouben zuo meren, als er tbet; wann er was nrsacher,
das das tütsch land und gantz Hyspannien und der mererteyl
«6 Ytallia zuo krystenlicheni glouben gebrächt wurdend, wie das
inn sinen kronicken gemeldet wyrt.
*
26 1 universsithet hs. ; vergl. anmerkangen.
Te der keysser Karly ein personu geweßt ist und
wie er läpt uud wie er sine kind ertzoch.
[Bl. 2] Karly, demnach und er keysser ward, begieng er
wuntlerbarliche ding. Er regiert fiertzeclieii jär im keyser-
thuon und fier und trissig jär kflnig inn Franckrich und buwt 5
vil mechtiger stefcten inn Komannia und ließ oeh vyl widerumm
ernüwern, die nun nüt zertzellen sind von wegen erljingerung
des schribens. Doch damit und ir wfiasend, was mans er ge-
weßt ist, sine werck erfczeigentic. Der ert/.biaclioff Turpin von
Reins, der do mallen reegiert, der was vyl inn Karlys gsell- lo
schafft, sagt, das er ein wol gesetzter grosser man von üb
geweßt sig und lang, und hatt die gsicht hofFertig und scharpff
gehept. Sin länge was acht sig er scbuoch , die wärend vast
lang. Gros und breitfc was er über die achslen und schultern,
und hat ein recht geschaffhen buch, nüt zegroa und zeklein. 15
Bif arinm und schänckel hat er volkommen. Ein ly»tiger, wysser
und vernünftiger ryfcter ist er gsiu und hoffertig. Und von
iiU sinen glidern was er wol gsetzfc und von grosser stercke.
Das angsicht hatt er ein wenig lang und hatt den bartt wol
«iues seh u ochs lang. Die nassen hatt er ein wenig uSgworffen. 20
Ein hüpscbe angstalt hatt er; wann er hatt das angsicht eines
schüochs breitt, ougen vfie ein low mit friiffenlichem ansächen,
^w sternnen inn ougen wie ein karfnnckel, die ongbräwen wie
^in halbe spang. So bald er etwar inn zornß wyß augsach,
80 forcht inn mengklicher, wenn er die ougen uff thett. Der 26
B'^rttel, mit dem er sich gurtt, was acht schuoch lang an das,
W Hnab hanget. Wenn er sinn narrung uamm , mit wenig
«rott was er wol beniiegig, aber er niüobt einß mäls wol ein
nerden teil eines scbäfs essen oder zwey hüenner oder ein
gftnß oder ein guotten schwinninen schänckel oder ein pfäwen so
^'i'^r ein kry oder ein gantzeu hassen. Er tranck zimlich win
"Bit ein wenig wasser darinn. ümra sin stercky was es nüt
*in klein ding; wann er mocht eines Streichs mit sinem
"cbwert ein gewapnetten rytter uff sinem pfert von der hoche
■les hoptz untz hinab zerspalten von ein andren. Deßglichen se
■"am er fier roßyssen, die erst uß der Schmitten k5.na\iQeTii, wcÄ
1*
I
zerreiß sy von ein antTren mit wenig stereky. UncI mit einner
einigen band naiuni er ein gewapnefcten rytter und lupfft inn
vast licbtlich über ain böpt iiflf. Er hatt drü. stuck an im,
die vast adeUich wärend: Erstlich inn schänckinnen was er vast
B ergeb, zuo bispyl dem keyser Tittus, ein sud Faspianus, der
was so ergeb, das im nüt alvvegen müglich waa das zegeben,
BO er verhieß, und wenn man inn fragt, warumm er verhiesse
daz, so er nüt von stund an geben könde, der sprach: >Es
sei nieramaud vor keinnes fürsten angsicht acheyden on etwaz
1" gäben und schänckinnen von im erbollen.« Das ander stuck
was Karly so grächt im rächten , das inn kein mentscb be-
griffen mocht , und och erbermklich und barmhertzig gegen
den Krysten , nach dem und er ein person was. Das dryt
stuck : er betrachtet die red vast wol , wenn er reden wott,
IS und wenn mann mit im redt, so sineb er des reders meinung
gar eigentlichen nach, das er im daruff antwurt geben könde
nach siner meinung. Frow Bertba, des keyaers Karlya muotter, ■
erfült mit grossem wüssen, inn grossem wirdigem laben und
ereil eraltet sy und endet ire tag und ordnet ire büecher, darin ti
30 zelernnen die siben fryen künst, inn denen Karly arbeit namm
zelernnen inn der zyt der kindtb^yt. Kr ließ sine sün und
töchtern inn den siben fryen künfsten leren, demnach und sy
den glouben wußtend und erlernet hatten. Und do die süa im alter
wärend uft" die pfert zesitzen, do mnoßtend sy sich im harniscb
S5 iiebeu und imni stächen , das sy zuo krieg gescbick weriud,
wenns die notturfft erfordertte. Und wenn sy das nüt thettend,
ließ er sy stetz jagen und ander rytterscb knrtzwyli triben.
Und sine töchtern ließ er stetz etwaz adellicher wercken machen,
wenn su-st kein kurtzwil wärend, und das darumm, daz sy nüt
90 durch hinlessigkeyt uud mangel oder gebrästen inn unuerlich
gedancken fiellend oder darzuo ursach bettend. Und wenn er
nüt inn gescbäß'teu was, so leyt er sin zyt an etwaz nüwß
zeschriben und uff zuo zeichnen, damit und er nüt hinlessig
erfunden wurd, als Sant Paulus scbript, der uns alle ermantt
35 allwegen etwaz guotz zetliuou, damit und uns der böß fyend
nüt inn siner hiiillessigkeyt habe, das wir nüt sin verdampte
*
i Bchäckianen hs. 19 er altet ba.
I
meinnung furderind. Er gab öcb gros guot den armmen umrn
gotzwillen, nüt aJleiu inu sinnen landen, sunciers och inn an-
dren landen, da er meintt, da nott und armuot were. Insunder-
heyt über mer schickt er den Krysten etwaon gold und galt
nach notturfft und gelegenhejt der aach, als inn Suriam, Egyptha, b
gen Jheruaaltim und inn andere land , als dt^r, der da sagt:
>Oas gold und galt ist uut min.« Er wott mit meugklicLem
früotschaft haben. Er was uiechtig und starck , einer au-
sächegen gstalt ; die höche des hoptz hat er hüpscti, ein schön
längs här und ein schöiis FröJicha angsicht und ein helly stimm m
und red. Und aß zum meyeaten nüt mer dann fier trachten
inn sineni nachtessen dann gebrätten wildpret, das a& er ob
allen dingen am liepsten zum uachteaaen. Er hatt alwegeu
lässer, die ira die Biblen und kronieken lässend und andere
geschichten, als der, der da als wol die ael spisaen und träucken 15
wott, die da ewigklich ist, mit geyätlicher spyl, das er sj
möcht inn einigkejt der gnaden enthalten gegen siuem schöpffer,
als den lyb, das laben ulfzeutbalten. lusunderheyt laß er gern
inn den Biblen. Er tranck nüt vyl mallen, wann im nacht-
essen tranck er nüt über drü mal; inn auinmers zyt nach mittag ao
aß er gern ein wenig fruchten und tranck nüt mer dann ein
trunck daruff. Darnach leytt er sich schlauen nackett an sin
bett zwo oder dry stund. Die nacht brach er fier oder fünff
mal den schlaf und gieng inn der kammer ummhar. Also
hielt sich der edel [bl. 3J keysser Karly inn früntlichem 2i
küDgklicbem stät. Er Bcbickt och sine rett und botschaiften
inn sijien landen ummhar, die zebesechen und uachfräg haben,
wie manu sich hielt, und Ordnung setzen, gricht und rächt
mengklichem zehalten, stattutben und Satzungen zesetzen und
machen nach syt und gwonheyt der landen, und ließ die ge- so
bietten zehalten und zeschirmmeu by den utf gesetzten buossen,
damit und man inn fryd und eiuigkeyt laben möcht. Deß-
glichen schickt er inn alle weit zevernemmen, wie mann sich
allenthalben hielte, zerkunnen die wuuderbarlicheu geschichten,
die inn der weit für giengend. Er hielt sich so barmhertzigk- S6
liehen gegen mengklichem, das er von mengklichem lieb und
wol gehalten ward. Iiiti der selbigen tji Aarou, der künig inn
Persia, schickt im ein wunder barlic heu hiUlfen von sines huochen
ruoms wegen inn sunderlicber liebe und auder kostlicli gäben.
Dysser Karolus was durch sin grossen adellicben sytten und
brüch inn söllichem ruotn der ereu und mechtigkeyt dea glucks,
daa inn inengkltcher eutsaß.
6 Wie dem keysser Karly l)otsehafft kam, wie ein groß
volck beiden uß ÄÖ'ricka inn Ytallia kommen wärend,
imd wie er wyder sy zoch mit einem grossen zug
nnd sie überwand , und wie Karly ein grossen hat
hielt zuo Paris, der kam zuo unnruowen durch den
M verretter Ganellou.
Die krouickeii zügend, das demnach als Karly widerumm
kouinjeu was uß der gegue Jherusalem und Ternieiut nun für-
hin ruow zebaben inn siner stat Paris, do kämmend im mere,
das ein gros heydisch volck uß der gegne Atfricka komnaeii
16 wärend iiui die gegiie Pullia und Callabria, die verwüestiad
und verbraiittind stett und Schlösser uud wärend rettig worden
Romm zersätören und den bapst töden lu-iseu uud all sin pfaS-
heyt, deuiuacb inn Franckrich zekouimen und die gautz Krysten-
heyt zerstören, Ir oberster hieß Marfurius. Do nun Karly
HO die mere vernam, do versamlet er sin 'lücr und zog mit siueii
zwölf fürsteu über den Muttenyß inn Lainpartten und durch
Rommaniam und verbrächt den strytfc und behuob deu sig an
den beiden, und ir oberster künig kämm umm und etlich
künig mit im, uud die übrigen fluchend, Inn dis.sem stritt
25 ertzöugt des keyser Karlis vetter, genempt Ruolland, Millone
von Anglers suu, die mechtig manheyt, die inn im was; des-
glichen och Ollifier, sin gsell, von Gennow, Gergis von Theune-
niftrck, Lamprecht, fürst inn Brüssen, Godfryd, künig zuo Bor-
dellus, Aatolffo, künig inn Engelland, Gödfrid, künig inn Frieß-
aoland, der hertzog Ansea uß Peyeru, Gerold von Rosailloii,
Doou von Nantueil, ßengnold von Muntabaut, ßichart von
Kormandia, Saloraon von Brettanuia und der hertzog Thüring
von Ardannia und die andern fürsten verbräcbtend grosse rytter-
Bchafft. Nach der Überwindung der heyden kam der keyser
3& gen Komm zumm bähst, wellicher im dancket umm die hilf,
so er der Krystenheyt bewyssen hat. Demnach nam Karly
urlob von im und fuor widtfr iuu Fraiickrich gen Paria. Und
all künig, fürsten und harren fuorend oeh wyder inn ire land
ruowen. Nim begab es sieb uff einem ostertag, das der keyaer
Karly ein grossen adellieben bäf hielt zuo Paris, ülid an &
sinem häf wäread vyl künig, bertzogeu , fürsten, gräifen und
heren, die da kommen wärend uff das österlich vest, fröud und
kurtzwyl zuo tribeu. Under dennen was Ruollaud, gräf zuo
Cenoniiia, Karlys üblicher schwesfcer sun, der nach ein junger
rytter was; aber er was der manlichest uud könnest rytter, lo
so man do mallen fand, wann er bat es wol ertzöugt iun der
Affrickeru scblaciit. Daruniui inu Karly vasfc lieb bat, und
ouch darunini, das er »iner Schwester sun was. Und Ruollaud
bat do zeniäl das gautz regiraent an allem häf. Uud yeder-
maun batt inn lieb und thettend im eer an, als wol von wegen is
siner mauheit, als darrnnm, das er des keyssers nacher fründ
was , und (5ch Ton wegen sines vatters MiUons von Anglers.
Er was öcb von der früutschal't der zwüiff fürsten uü Franek-
ricb, siner gsellen. Uff dissem vest rüstend sich Karly und
all sine fürsten fröud und kurtzwyl zetriben. Aber glück, ao
das da nüt alwegen inn einigkeyt ist, sundera deren fyeud ist,
die inn einigkeyt und fröuden sind, als dann dennen zehäf be-
ßchach ; wann nyd, der da niemraer stirbt, schloff inn ein fürst,
der hieß gräff Ganuelion von Haultafeilla, der was eines stoltzen
bös&eu gescbläcbtz und verretterschen gmüetz. Do nun Gan- ss
nellon gsach, das RuoUand so gar lieb was und inn mengk-
licher entsai, des er grossen nyd gegen im truog; wann eines
tags sprach er zuo KarJy: »Her, vermeinend ir, das wir alwegen
üwerm vetter RuollanJen ghorsamni uud undertheuig sin
sollend? An üwerm haff sind künig, bertzogen, fürsten, gräffeu ao
und lüt [bl. 4] von hocher acbtung , aber sy werdend übel
geöchmechfc daruuim, daa sy einem kind müessend uuderworfl'en
sin. JVIich wundert, das ir nüt änderst darzuo thuond. Wüssend,
das wir nüt mer der meinuug sind seiuHchs zelyden ! Uch duuckt,
er Labe es alleti überwunden inn der biuderscbten scbiacht der 36
Atfiickenern. Ein yetlicher weyfät, wie ieh und andern all
niüed wurdend- Und insunderheyt under uns was der hertzog
Gerold von Rossillon , der so der heideu oberstz feuly nyder
8
Bcliluog, und Rengnold von Muntabant hielt sich als redlich,
daz er biilich sol gelopt werden. Darumm dunckt mich, es
sig QÜt rächt, das ein kind alle eer und gwalt habe über sovil
manlicbe ritter und heren , sunders mich dunckt, die andren
6 sollend irnn teyl ouch haben.« Do der keyaer Karly Gannellon
(veratuond , do sprach er zuo ira , er aeitte war und er wett
Ordnung setzen. Wann der keyser gloupt im alles, waz er
sejtt, darumm, das er ein schönner reder und grosser zenUler
was, daa im nun zuo grossen unstatten kam.
10 Wie Ruolland Gaunellon ertödt haben wott und hin-
weg ab haf schied, des der häf zuo grosser betrüept-
nus kam, und wie er inn ein aptyg kanam.
Do Ruolland vernam die reden, so der verretter Grannellon
mit dem keyser, sinem vetter, gethän hatt, do ward er wan-
16 derbarlichen zornig, und dea nach vyl nier, das im der kejser
gloupt. Daruram er eines tags inn gegen wirttigkeyt des keysers
und aller türsten sin schwert Durandal uLi zog und wott Gan-
nellon ertödt haben. Aber Ollifier stalt sich harfür und mui
im daz schwert ui den henden. Und do inn Karly darumiii
ao vermeint zesträffen, do sprach er zuo iuini zornigklichen, hett
er sin ach wert, er wett inn schlachen. und mit dissen wortten
schied er u§ dem pallast und uß der statt Paria. Und gieng
zefuoß uff ein seh los oder vesty, so zenechst vor Paris was,
da Ollitiers frow Hermalina wannet, und namm da Ärondal,
M OUifiers pfert, und sin schwert Hocheoklara. Demnach rey*
er zuo Dyogenna der schönnen, sinera gmachel. Die kam im
eugegen , do sy inn gsach , und sprach zuo imm : »Sind golt
wilkommen, min her BuoUand !« Er, der da gantz t«ub oder
schellig was, zog das schwert uß und wott sy uff ir höpt ge-
30 schlagen haben, wann er vermeint, es were Gannellon. Aber
sy statt sich hindersieh und erschrack übel darumm , das er
sy sehlachen wott. Aber er kam wyder zuo im aelbs uud
ruoft ir wider und sprach zuo ir, sy sölte im vertzichen, wann
er were also zornig gsin, das er sy uüt erkeut hett» sundeis
85 vermeint, es were Gannellon, der verretter, gsin. Und ertzalfc
siner iVoweii die ursaeh sines hinscheydens ab dem häf. üad
beleyb etlich tag by ir. Demnach schied er hinweg gantz
zornigklicheu und allein und was zerätt worden inn die hey-
denscbäft zerytten, die besächen. Und reytt also allein und
gedächt al wegen an den verretter Gannellon, der nun ein ur-
sächer was , das er ab dem häf und uü der gaelsehafft sovyl &
erlicher edler harren und rittern vertribeu was worden und
das er also allein rytten niuoiät durch die wäld und wüestianen
inn frömden landen und nnder den fyendeu des krystenlichen
gloubena. Und gedächt inn sineni gmüet, er wette sich
rächen. Und reytt also gedenckend, das er nut wuat, war er lo
reytt, und kam ongferd inn ein grosse wüeste. Darinn fand
er ein groß bruoderhufä , inn dem wärend vyl bruodern , und
was gemacht veat wie ein schlos. Das was am end eines grossen
bergfi zwüscheud der Kristenheyt und heydenschafffc an einem
vast vinstern end. Der bruodern einer hieß Kleramunt und 15
was von dem geblüet des hertzog Beifes von AgremuiUz und
des bertzog Amons von Dordönna, Geroldtz von Rossillons und
Doon von Nantueill und von des hertzog Gödfrydtz von Thanue-
niarcks und was inu sinnen jungen tagen ein man lieber rytter
gain. Oben uff' dem berg wannettend dry groß rysseu, stoltz 30
und böß, die thettend den bruodern vyl lydens an und wurff-
end mit schlingen gros stein inn das: bruoderhuß und thettend
altag ein sturmm inn aöllicher gstalt , das die bruodern nüt
torfftend ulä dem bruoderhus kommen umni holtz und wasser
und och umm spys, dardurch sy inn grossem uiangel wärend. 26
Do nun Ruolland an die thür des bruoderhuß kämm, do
kiopifet er au, daz man im uff thette. Aber die bruodern
torfftend nüt ufi thuon, wann sy forchtend, er were der ryssen
einer. Aber do sy gsächend , das erß für und für treib, do
fragt der gräf Kleramunt, wer er were. Ruolland sprach, er so
were ein Kryst. Do er das erhört, thet er im uf und hies
inn gottwilkommen sin und sprach zuo im: »Diewil ir unsers
gloubens sind, so ist alles das üwer, so wir band. Und ver-
wundernd üch üüt , das wir uns gewydert band üch uff ze-
thuon ! [bl. 5] Wann wir sind stetÄ inn sorgen und inn forcht, 35
wann uff dissem berg wänend dry gros rysen, die uns vyl
lidens und Übels zuo füegend und an tkuond.« Die bruodern
faorteud ßuollauden über tisch und gabend im zessen, sovyl
10
und sj hattend, und gabend stnem pfert ßch zessen, wanu
trhetteod es inii eiues boumgärtly iun datj grüeue gras.
Wie Ruolland mit dryRn ryssen atreitt uod die zwerm
ertödt und der dryt durch iun zuo dem krystenlicheii
B glouben [gebracht ward.
Demnach als Ruolland gessen bat, do gieng der gräf Kla-
ramuut mit imm itum bruoderlmü ummhär. Der verwundert
sich der atercky des selbigeu, wann er der glicben nie gsächen
hatt. Und als sy mit ein andren ummhar giengend schwätzend,
10 do fiel ein grosser stein hin inn , der hat schier Ruollandea
pfert Arondel ertödt. »Her der rytter«, sprach der bruoder,
tfder rysen einer hatt dyssen grossen atein hinab geworflfen. Und
thuond daa als vyl, das wir schier uüt wüssend, waz wir thaon
sond ; und wärtt es länger, so werdend wir die klussen müesaen
16 verlassen und zent der weit ummhär gän gen bätlen.« Do
Kuolland den bruoder verstuond, do sprach er zuo im: »Ich
bitt uch, lieber vatter, daa ir mir min pfert an ein sicher ead
thüegend, und thuond im güetlieh! Dann ieh will den geo
sträflfeu, der den stein zuo minem pfert geworfifen hatt, und
£0 will im ertzeigeu, das er unnrecht getbäii hartt.« >Äch, lieber
rytter,« sprach der bruoder, »band erbermd über uch aelba!
Dann ir mögend den ryssen nüt wyder stan. Wann der nechst
ist der aller gröat, der Leyfet Passeniunt, der dreytt dry starck
boggen inn sin er band und ein schlingen under sinem gurtteil,
26 und ich weylä wol, das er vil stercker und mechtiger ist danu
ir, daruinm ir ücL inn sorgen zesterben setzend.« Ruolland
sprach: »Ich bitt üch , das ir die coUatz zuo rüstend, wann
ich hab inn willen vast bald wider zekommeu.« Damit nani
Kuolland urlob von den bruedern und steig den berg uff. Und
30 kam uuwyt hinuf, er fand den ryfä Passemunt, der im nun
vast zuoluoget, do er inn gsach alleiuu kommen, und fraget
inn, wohinn er wett und ob er by im heliben wett sin knecht
oder buob sin. Und Ruolland sprach zuo im: a-Du dorechtiger
ryß, ich kumm bar dir den tod zegeben ; wann du hast den
35 bruodern inn dysser kluli zevil lydens angethan. Darunuu
wer dich! Wann du rauost sterben.« Do der ryfi Ruollauden
jtuond , do gieug er uod wapnei sicli. Demnach kaui er
wjder und lejt eia grossen stein hin ein schlingen und seh laug
den gegen Ruolland und traff iuu uü den helmm mit süUicher
stercky, das er aller dingen ertonntt. Und der wurfF was so
starck, das Ruolland ?.uo der erden fielj als ob er tod were, 6
so gar was er von dem streich ertobet, Passemont vermeint,
er were tod, und sprach: »Ich will den buoben entwapuen,
wann der hämisch ist vast schön.« Und als er inn entwapnet,
do kam er wider zuo im selbs und stuond mit gwalt wyder
uff und sprach zuo im: »0 du faltscher, ich bin nach not tod, m
aber ich will mich mit der Ljjff miues gotz Jhesuchrist an
dir rächen.« Do inn der ryfä verstuoud, do erschrack er und
tuckt sich an lierd und wott ein andren stein nemmen damit
Ruollanden werffen. Aber Ruolland zog sin schwert Hottal-
kerra uß, das vast wol schneyd, und gab dem ryssen damit i»
ein söllichen schlag ujff sin hopt, das er im den inn zwey
stuck zerspielt, das er tod zuo der erden fiel. Und im fallen
liefä er ein grossen aehrey und ächait sin gott Machmet, Und
BuoHand seyt gott danek uram den sig, so er an dem rysen
gehept hat, und sprach : »Min gott, ich sagen dir danck ; Avann ^
an dich hett ich nüt mögen geaigen dem atarcken rysen an,
der ao gär ungemeß ist. Darumm ich mich alwegen inn din
beschirmung und buot enpfilch. Und wellest mich beleyfcteu
inn söllicher gstalt, das ich min vetter Karly wider gsächeu
mög.4 Nach dem und ßuoHand sin gebett verbrächt hat, do 2&
steig er nach höcher inn den berg hinuff, untz das er den
andren risen fand, der bieJä Allabaster. Der huob ein grossen
stein voun einem velsen uff, do er liuollüudea ersach , und
sprach zuo im: »Du gouch , wer hat dich so fräfi'en gmacht,
das du hie har kommen bist?« Und als disse wortt redfc, leitfc so
er den stein inn sin schlingen und schlang gegen Ruolland,
Aber do er des scbliuges gwär ward, do kartt er sich daunen,
wann er wulät, wie schwer der stein was. Und der stein fuor
für, klepffend als ein thonner klapff, mit so grossen krefften
kam er da har. Aber Ruolland nachet sich zuo im und stach ^6
im sin sehwert inn den püttrich untz an das krütz , und der
ryß fiel tod zuo [bl. ÜJ der erden. Des Ruolland unserm bereu
issen danck seitt. Der drytt ry\k, Morgaut genannt, hatt
12
ein hötly mit holtz und herd gmacht, inn deren enhielt er
sich. Und inn der stund , als Ruollaud sine awen bruodern
ertodt, schlieff er inn siner hütten. Do Ruolland den andren
ryßen ertodt hatt , do gieng er zuo Morgan tz hütten und
6 klopftet an der thür, das Morgan t darab erwachet und fragt,
wer da were, der so hertt klopffette. HtioMand sprach: »Kumni,
thuo uff! so wirst es innen.« Morgant, gantz achleflferig, thet
im uf. Und do er ßuollanden im hämisch gsach, do fragt er
inn, waz er euochte. Und Ruolland sprach: »Ich bin harkom-
10 men dir also zethuon, wie ich dinen zweyen bruodern gethän
hab : die ügeud da nyden tod. Wann gott mag nut mer er-
lyden die grossen jämmer, die ir teglichen sinen diennern, den
brüedern inn dysser kluß, kuo füegeud. Und darumm, das er
kein sünd ungestraft läßt, so ist yetz der tag kommen, das die
16 straf beschäcben sol. Darumm wird icb dir glich aiso thuou
wie dinnen zweyen bruodern, die ich mit minen henden ^e-
tödt hak« Do der ryti Ruollanden verstuond, do sprach er
gantz früntlichen zuo im: »Ich bitten dich, edler rytter, das
du mir zuo eren dinem gott kein schmäch bewissest, sunders
20 mir sagest, ob du ein Kryst sigest oder nüt.« Ruolland sprach
zuo im: »Heid, ich will, daz du wüsaest, das ich ein Krist bin
und halt Jhesus glouben, der ist almechtig und hatt geschafei)
den hirael, das erttrich, das mer und die plannetteu und all
creaturen, die da sind. Darummb , bistu wyß, so verlaßt du
3b den falteehen glouben , inn dem du lange zyt bist betrogen
worden, der nüt anders ist dann verdampnuß des lips und
der sei, und nimpst der Krypten glouben an. Und durch dysse
gstalt be warst du din sei uud din laben.« Morgant sprach
demüettigklichen zuo im: »Ritter, ich will dir sagen einen
ao troumm, der ist mir glich erst inn miuem schlaff furkommen.
Mich duocht, mich griffe ein grosser ungestüramer track ^in^
des mocht ich mich nüt erweren , so gar grussamm was er.
Ich ruofft Machraet an, das er mir hilflich were; aber mich
duocbt, er hett gar kein macht mich zeschinumen. Demnach
sfi befalcli icb mich dem gott, der an daz krütz geschlagen ward;
do ward ich von stund an vom tracken erlüßt mit siner hilf.
Und darumm, das ich gaich, das er almeclitig ist und alwegeii
bereyt ist sinen fründcn zehälffeu, bin ich der meinung lirystea
i
^TO^
werden.« Do Rnolland den ryssen verstuond, äo ward er
wunderbarlichem erfrüwt und sprach zuo im : »O edler ritter,
bistu der meinung söUiclis zethuon, ala du sas^st, so biatu wol
glückhafffcig ; wann durcb disse gstalt wirt din seil von der
verdampniis erlölat und ewigen pin und gewyJ&b uff die weg ^
der selligkeyt, and mit dysser gstalt wyrstu inn die ewigkeyt
min gsell sin. Und verheyssen dir, so lang und ich das laben
hab, daz du von mir nüt verlassen werden muost, wenn du
den faltschen glouben verläsb, inn dem du so lange zyt gyrtt
hast.« »Ich verheyssen dir,e sprach Morgant , »das ich nun lo
fürhin Machniet und alle die faltschen götter verlassen will,
an dennen ich hievor glouben gehept hab, und uini Jhesus für
min gotfc und Heren an und will mich lassen touffen, wenn üch
geliept.« Do inn Kuolland verstuond , do uinmfieng er inn
von frouden und sprach zuo im: »Wir mtiessend inn die klussen i6
gän, so unden au dyssem berg stät ; da wirstu gnad von den
bruodern begeren umtn den grossen übertrang, so du innen
hewyssen hast.« »Min lieber friind,« sprach Morgant, »ich
bin gentzlich bereytt zethuon alles das, so dir geliept mir ze-
gebietten; wann die saeh raöeüte hert zethuon sin, das iclis üch so
Verseitte, nnd werß min laben für daz uwor dar zuo strecken.
Aber ich bitt üch durch den gott, an der ir <yloubend, das
Üch geliebe nsir üwern natnmen zuo sagen,* Kuolland sprach
Sfao im: jDu solt wiisseu, das ich Ruolland bin, des k«^yser
Karlis Vetter, t Do das Morgant erhört, do ward er vast fro m
Tind sprach: »Gelopt werd der namni Jhesutn, das er mich so
glückbafftig gmacht hat, das ich so ein edlen heren fanden
hab, als ir sind ! Ich verheyssen üch , daz ich von wegen der
grossen manheyt, die ich Lab von üch gehört sagen, nun IVir-
bin üwer dienner will sin und gehorsanira sin all üwern gnotten so
gebeyssen als rainein heren und meyster.«
Wie Morgant von dem hriioder grat" Kleramaut iun
der kliiß getoufft ward.
Nach dyssen wortten machtend sy sich uff die straß inn
die kluß zegän. und do sy kämmend an die end, da die zwen s*
tod rysen lägend, do sprach Ruolland zuo Morgant: >Du
14
muost mir diner bruodem tod vergeben, 'wann es batt also
dem höchsten gott geliept, das sy gestraft wurdend umm die
grossen übel, die sy teglichen ann den frommen bruodern be-
giengend. Wann [bl, 7] das durch sin götliche kraft und
6 gericht geordnet wirt, da mag niemman dar wider thuon«.
Do sprach Morgant zno RnoUand: »Nütdesterminder wie wol
es mir wee thuot, das ist miner brüedern tod, von des geblOetz
wegen, das nüt liegen mag, so will ich üch ertzeigen, das ich
nüt will wider die hochen gericht gottes gän. Und damit
10 und die bruodern dester sicherer sigend , so will ich minen
zweyen bruodern yetlichem bed hend ab howen ; die will icb
den bruodern schäncken, damit and ich minen fryden dester
baß mit innen machen mög«. Und mit dissen wortten huw
er den zweyen ryssen ire hend ab. Und liessend die korpell
« den thieren und voglen uff den földen, das sy von innen ge-
fressen wurdend. Demnach machtend sy sich uff die strafi
inn die kluß. Und do die bruodern den ryssen und Ruollanden
gsächend kommen, do forchtend sy innen vast übel und sagtend
zuo ein andren: »Sechend den rytter, der hüt von uns ge-
»0 scheiden ist, der bringt ein rysen mit im !< Der bruoder Kler«-
mant was synn übel zefriden, aber Ruolland sprach zuo im:
»Lieber vatter, sind nüt betrüept! Wann dysser ryß hat Mach-
metz glouben verlassen und hat den krystenlichen glouben
angenommen. Und die andren zwenn sine bruodem, die üch
» sovil lydens und kummerß an gethän band, sind von mir er-
todt worden. Und damit und ir dester sicherer sigend, sy
sachend hie ire fier hendl Die hat innen disser edel ryß, ir
bruoder, ab ghoweu üch die zebringen«. Do die bruodem
Ruolhuiden verstuonden und der rysen band gsächend , do
'*> wurdend sy ser erfröwt und loptend gott darumm, daz er sy
erlößt hatt us der underthenigkeyt der faltschen rysen. Und
spräohend: >Xun fürhin so mögend wir wider reichen alles
das. so uns nott wendig ist. on sorg«. Der bruoder Eleramant
gsitch Morgand an. der so gros was und starck, und sprach
** zuo im: »Wenn ich din grosse und st^rcky ansich, so wundert
mich nüt der grossen steinnen, die du zuo uns geworffen hast
Xuun bistu lange zytt des tüffels dienner gsin, und nun wirstu
warer dienner und frund des ol>ersteu gottes. Ich hab gedecht-
15
niiB an den apostei CiHnt Paulus , der erstliclien ein grosser
durrechter der Kry.sten gewußt ist; aber demnach und inn
gott beruoft, do ward er die groß trumraetten des gloubens,
uß dem die stimm inn aller weit ertöndt hat. Also, hfvif ich,
werd es ueh mit dir beschechen: glich wie du die dienner 5
gottea vervolget hast, also werdest du hinfür ein beschirmmer
des beigen krystenlichen gloubens sin und werdest also sine
fyeud Tervolgen. Du solt dich billich erfröwen, wann ufF hilt
erfrüwend sich die engel im birael diner bekerung; wann es
st&t im evangyllio geschriben , das vyl grössere fröud imm i»
hitninel ist von wegen eines Sünders bekerrung, dann ab nun
und nüntzig gerechten. Du wärest uff dem weg der ewigen
verdampnuß, und nnn fürhin magstu die ewig fröud überkommen,
die nieuimer mer gebrist«. Do Morgant den hruoder ver-
stuond, dö sprach er, wenn sy wettend, so wett er sich touffeii la
lassen ; des die bruodern und Ruollaud ser erf'röwt wurdend.
Also touft inn der bruoder Kleramunt von stund an. Und
Ruolland huob inn uß der toutfe. Und verkart im sin nammen
nüb, sunders behuob all sin laben lang den nammen Morgant.
Und dys buoch ist im zelieb gemacht worden. Demnach ao
als Morgant getoufft wa.=!, do fuort sy der bruoder Kleramunt
inD sin kammer, und assend mit ein andren und fuorttend
gros fröud von Morgant wegen , der ein Kryst worden was.
Ruolland und Morgant ruowtend etlich tag inn der klufi.
Wie Morgant Kwey wildy schwin ertorlt, als er gieng au
gen wasvser reichen, unil die inn diekliiß truog und
darnacli ein todtz pfert inn den wald truog, er allein.
H| Eines tags begab es sich, als sy der bruoder Kleramunt
cne klussen sechen ließ und die kamer darinn , do kämmend
sy inn ein kammer, inn deren wärend vyl alter barnisch. Und m
under den allen was ein boggen, der wunder barlichen starck
was, und wärend die pßl darzuo och da. Und do inn Morgant
ersacb , do begert er inn zehabcu und vorsehet den von den
bruodern. Die gäbend im den vast gern, des Morgant vast
fro ward. Demnach beklagtend sich die bruodern , wie sy sa
mangel an wasser bettend. Do sprach liuoUaiid zuo Morgant,
16
er sötte gen wasser reichen. Der spracli kuo im: »Min ter,
gebiettend mir alles das, so ucb geliept, das will ich mit
guottem willen enden«. Damit nain er ein grossen zuber nnd
luod den iiff sin achßlen und gieng zuo einem brunnen , der
6 was by dem berg, dahin er selbs gwooheyt hat gen trincken
kommen. Und do er zenechst by dem brunnen was, do gBBCh
er ein hufF wilder schwinnen kommen durch den wald. und
do er sy ersach , [bl. 8] do leitt er ein pfyi ulf den boggen
(den hatt er mit im genommen) und schoü gegen einer suw.
10 Und schoß ir den pfil iqn kopff , daz sy tod zuo der erden
fiel. Und ein andre kam an Morgant und kämm im so nach,
das er nüt wil hat sin boggen zespannen , sunders hnob sin
fust uff und schluog die suw damit uff die stirnaen, das er
sy tod zuo sinen füessen schlnog. Und die andren karttend
16 sich widerumm inn wald. Demnach fuit Morgant sin zuber
mit Wasser uü dem brunnen und luod sy uff sin achalen, nni
uff die ander luod er die zwey schwinn und kam also inn die
klns als ring, als ein andren hett mit eineai schäf uff siner
acliülen getbän. Do inn Ruoilaud gsach, do verwundert er
*> sich ah siner stercky, Do die bruodern das frisch wasser
gsüchetid , do wurdend sy vast fro und entluodend iVforgant.
Demnach rüstend sy die schwinn und machtend guot gschir
damit ein /.yt. Der bruoder Kleramunt hat ein groß pfert,
das hat er lange zyt ertzogen ; das schanckt er Morgant darumm,
»» das er kein pfert hatt. Und Morgant namß und saß danjf
und reytt es inn ein matten, serersuochen , ob es inn tragen
iöcht. Aber das fuoder was zeschwer, dann als inn Morgant
umnikeren [wot], do fiel es under ini nyder, also das es tod
uff dem platz beleih. Do Huolland das pfert tod gsach , do
'* sprach er «uo Morgant: >lch gsich wol, das du wirst muessen
sefuos mit mir kommen, wann ich weyi dir keins zeüberkonuneu,
das dich tragen mog«. »Des band kein unmnotc ! sprach er,
»ich bin ring gnuog sovast zefnoß zegan, als ir rjtten werdend.
Und wenn ich inn einen stritt kummen , so hoff ich als vyl
luanbeitten zebegän , als ein andern zeroß begän werde
Hxiollaud sprach: »Ich sorg nüt, das du nüt eines maus wertt
7 waldj w^ard fa».
"sfgest zuo stritt, wann du bist gros und starck gniiop;. Aber
ich möcht^liden 1 das dis pfert im holtz were , wann es wirt
vast bald übel schmecken ; aber ich weyü die gstalt iiüt, wie
er dahinn kommen mög«. »Des band kein unmuot!« sagt
Morgant, »er hatt mich nüfc weilen tragen, aber ich will inn 6
tragen. Darumm hültfend mir inn uff min achülen leggen!
So will ich inn in dilä holtz tragen, den wüden thieren zuo
spts«. »Ich rätten dir« , sprach RuoUand , »du Jässest inn
liggen , das er dir niit atso thüeg, wie du im gethäu hast.
Huett dich, das er sich nüt an dir räche!« »Hälffend mir nüt "
raer daun uf!« sagt Morgant, »wann ich will das roß wol
tragen und darzuo alle die gloggen , die inn dissem thurt)
sind.« Rnolland halff im mit dem roß uff. Und do ers uff
ainem ruggen hat, do thefc er zwenn groß aprüng damit, des
sich die brüedern und Ruollaud Terwunderttend. Morgant i6
truog daz roi inn ein wüeste, die ein guotten teyll von der
kluß was, und kam gechJingen wider. Diid do er widerkoraraen
was, sprach Rnolland zuo imm : »Min lieber fr iind, wir müedsend
von hinnen scheiden, wann wir thuond hie nüt dann uns feyß
machen wie die süwen.« Morgant sprach zuo im : »Wie uch 20
geliept, also werd im gethän; wann ich hab vyl lieber un-
ruow dann ruow. Darumm land uns scheiden, wenn ueb guott
dunckt !«
Wie Ruolland und Morgant urlob von den klußnern
Dämmend und hinweg schiedend.
2»
Rnolland öprach eines tags zuo den bruodern : »Ir vättern,
ich will urlob tou üch nemmen, Avann ich bin gnnog hie gsin
und wir band üch costena gnuog zuo gfüegt. Daruram der
guothetten und der eren , so ir uns bewisaen band, ich weyfi
nüt, wie ich üch die vergälten sol, dann allein das ich üch uo
zuo tussend mallen dancksagen, und thuon üch damit zt-wüssen,
könde ich etwaz von üwertwegen thuon , das ich gantz inn
üwerm willen bin, Daruram beger ich urlob von üch und
vertzichung.« Do der bruoder Cleramunt verstuood das , so
Ruolland sagt , do ersüfftzet imm sin hertz uß erbermd, und sn
sprach zuo im : »Edler ritter, band wir üch nüt als erlichen
18
enpfangeii nach geeret, als eioem ritter zimpt, ao gantz
manheyt erfült , als ir sind, so bitt ich üeh ion unser aller
nammen , daz üch geliebe uns unser untzucht ze versprächen,
die nüt klein aind ; wann ich schweren üch by gott, das, wann
6 wir baß gewiläfc bettend gegen üch zethuon, wir wettend es
gethän haben mit unser kleinnen macht , wann der will ist
guot gsin, und och, das wir üch guotz schuldig und pfiichtig
sind uß ursach der grossen raüeg und arbeyt und der grossen
sorg , inn dereu wir so lauge zyt gsin sind von wegen der
10 faltschen rysen, die ir ertödt band. Darumro wir schuldig sind
gott für üch zebätten zqo allen zytten.« »Min lieber vatterc,
sprach Huolland , *ir köndend mir nüt grössere vergältnuß
thuon, wenn ich üch alle die dienst gethän hett, so inn aller
weit gethän werdend, dann gott für mich bitten. Darumm
Iß befilch ich mich allwegen inn öwere gebett; wann es ist ein
ding, das allen fromen glöubigen gaatz notwendig ist, und
• inaunderheit uns kriegern, das wir gros sünder sind.« »Wytter«,
sprach der bruoder Cleramunt, »sag ich üch, das wir gegen
üch inn sunderbarer pflicht stand , und [bl. 9] gJoub vesten-
äo klich, ir sigend von gott har inn dysse wüeate geschickt wor-
den, das ir uns ufi der dienstbarkeyt erloßtend, inn deren wir
so lauge zyt gewefet sind, und och ursächer sind, das disser
ryß inn die weg der warheyt gfüert worden ist, der was inn
den wegen der vinsternus. Wytter es ist hie innen guuog
25 hämisch ; darumnij dörffend ir sinn, so nemraend inn! Wann
alles das, so hie ist, sig üch erlöpt.« Ruolknd sprach: »Wer
etlicher hämisch da., der Morgant reebt were, so ward ich einn
erfröwt.t Der bruoder Kleraniunt fuort sy inn ein kammer,
die lag voll altz hämisch. Also suocht Morgant sovast under
80 dem hämisch, biß das er ein kreps fand, der was gentzUch ver-
rostet. Er erschrack gar darumm, das er im so gantz recht
was, das er im weder zegros nach zeklein was : er was eines
grossen ryasen gsin, den der fromm rytter Mi Hon von Anglers
ertödt hat inn dissem bruoderhuß zuo des frommen künig
36 Peppinua zyfcten, keyser Karlia vatter, Uud inn der vesty des
bruoderhuß was die hyatori» geoiallet, wie der gemelfc Milloo
2 meinbeyt ha.
19
von Anglers inn disser kluasen gain was and wie er den rysen
ertodt hat und vyl heiden mit imm. Do RuoUand erkant,
das sin vatter inn der klnß gsin was, do fielJend im die trehen
ufi den ougen. Und do inn der bruoder Cleranmnt gsach
weinnen, do fragt er inn umni die nrsach sines leydtz. Und s
RuoUand sprach zuo imm : »Ich bitt Geh, das ir mir sagend,
warunim disse hjstoria hie har gemället worden aig.« Der
bruoder spraeli : »Kytter, min guotter friind, ir sond wüssen,
daz ich iifi disses frommen ritters Millon von Anglers gsch lacht
kommen bin, der so ein manlicher und wysser rytter gsin ist, lo
und bin ein fründ und vetter der manliehen rittern Rengnold
von Muntabant und gräf Ruollandon, diß so gar verrfieropt inu
aller weit sind.« Do RuoUand verstuond, das der bruoder so
gar sin nacher fnlnd was, do ummfieng er den bruoder und
sprach zuo im: »Min guotter vetter, suchend hie Ruollanden, i6
üwern fründ 1« Ond ummfiengend ein andreUj also das sy eia
andren nüt konden gän lassen und nüt reden mochtend ein
lange wyl. RuoUand redt zumm ersten und sprach: »Wie
hatt es sich begeben, das ir inn dysse wüeste kommen sind?
Warumm hand ir den hämisch verlassen, ir, der da von edlem »
stammen harkonimen sind und so von manliehen lütten , da
sovil manlicher ryttern sind, und üch zuo einem bruoder er-
geben hand?« »RuoUand, min fründ,« sprach der bruoder
Cleramunt, »es ist alles beschechen durch götlieh Ordnung j .
wann etlich überkommend das rieh der hiralen iun disser 25
gstalt und etlich durch andere gsfcalt. Yedermann mag nüt
durch ein meiaung behalten werden, aunders wie es dem höchsten
gott geliept, Darumm erschrick nüt, das ich ein bruoder
worden bin!« Als der bruoder Cleratuunt und RuoUand mit
ein andren redtend , do saocht Morgnnt under dem hämisch ao
80 lang, untz das er ein grossen yßen hnot fand, der was im
gantz recht; wann er was des rysen gsin, des der kräpß gsin
was. Der selbig huofc was ganfcz rostig, aber imm lag nüt
vyl darann. Darzuo Pand er ein alt verrostet sehwert , das
gurtt er an sin sitten. Demnach faud er an einem end ein »5
zerbrochne gloggen ; er ersach den kallen, der waa groß und
schwer, den nam er und sagt, er wett inn mit im tragen,
nn es were kein so starcken man nüt, den er nüt damit
k.
so
zeminpff schlachen wett. Demnach sprach RooUand zuo dem
bruoder Cleraraunt: »Ich bifct üch, min vetter, ob ir wüssend
inn etlichen landen wytt oder nach krieg oder versamlungen,
das ir mir das sagend.« Der bruoder sprach: »Ich gloub, ich
6 well öch uwer begeren erfüllen, Tnti der gegne gegen uffgang
der sunnen ist ein grosse statt, inn deren ist ein heidischer
könig, der wirt Corador genempt. Der hat ein tochter wun-
derbarlichen schön , die ist so mechtig , das kein rytter so
starck ist er nüt, der sy uß dem sattel stächen mög. Dann
10 wenn sj gewapnet uff dem pfert sitzt, so achtet sy keinen
man nierinert hinn, geb wie edel oder mechtig er sig. Es ist
ein grosser schad, das sy nüt ein Krjstin ist, wann sy wurd
all frowen für träfFen inn aller wält mit mechtigkeyt. Und
umra disse stat lyt ein grosser züg heyden , die band sy be-
lö legret , deren sind mer dann achtzig tussend , und ir kunig
ist Tast manlich und heylät Mattredron. Und die ursach, (3a-
rurara er die etat belegtet hatt, ist darumra, das er zunira
dickern mal die tochter begert hatt zuo der ee, die ist im al-
wegeu verseitt worden, Darumm hat er geschworen, sy müefi
20 im werden, eytwedera durcfe giiette, oder mit gwalt ; wann er
ist der tochter so gar hold, das er da sterben will, oder sr
müeß im werden. Und künig Corador hatt guot rytter bj
im, der überfalt sine fyend vyl, also das iren vyl da tod be-
libend zuo beden syten.« Do Ruolland den bruoder verstuond.
ä* do ward er vast fro. Und nam von stund an urlob von allen
brüedern und befakh sich inn ire gebett. Die bruodem gäbend
innen den eegen. Und näramend urlob von ein andren. Ruol'
latid und Morgant machtend sich uiF die sträß durch die wüesty
gegen der gegne uffgang der aunnen.
so Wie ßuolland und Morgant inn das aller schönst schloß
kämmend, das sy ye gsächen hattend, und darina
beschlossen wurdend.
Do Ruolland und Morgant uß dem bruoderhuß gscheiden
wärend, do ryttend sy den gautzen tag, das sy kein mentsch
36 fundend. Und hattend bed grossen hunger. Der ein wa»
zexoß, der ander zefuöa. Und do es uff der nacht was, do
sprach Morgant zno Ruollaiid: »Mir ist, ich gsäch ein schloß
unwyt von hinneü.t üud als sy dahinn giengeod, do gsäcliend
sy ein schönner pallast [bl. 10] an einem schönnen end stäa.
Und fnndend den offen. Sy kämmend hin inn, aber sy gsächend
nach fundend nieninien, mit dem sj reden köndend. Rnolland 0
saß ab und tht>t sin pfert inn stal; inn dem fand er gnuog
how und haber. Demnach giengend sy hinuf und kämmend
inn die säl und kammern ; wann es was alles offen. Das was
der aller schönst pallast, den ye kein raentsch gsach ; wann
die bett wärend alle bedeckt mit guldiunen und sidinueu 10
tüechern und all säl wareud behünckt mit gewürckten tiiechern,
defiglichen die kammern. Alles kuchygschir was silbriiij die
tisch wärend all bedeckb mit spiß, bereytt zuo essen, und die
püflfett wärend alle gerüst mit guldinem und silbrinem gschir.
Aber sy wärend gar erschrocken , das sy inn allem pallast 15
weder wib nach mannen fundend, mit deunen sy reden kön-
dend. Morgant sprach zuo ßuolland: »Ich verwundern mich,
das ich nüt ein mentsch gsich iiia dissem kostlichen pallast,
den zeverhüetten. Es ist gnuog spyß bie; darumm, wend ir
mir volgen, so wend wir ein tag hie bliben ruowen.« »War- 20
lieb ,< sprach Ruolland, »ich bin gar erschrocken ab dysser
sach, das wir kein mentschen in dissem pallast findend. Er
muoß eines heydeu sin , der will uns neyßwas beschiß zuo
fliegen oder etwaz scbuelligkeyt und der uns unsere ürtteu
woll betzallen lassen will, Oder es sind zouberryen ; wann das 35
ist ein sach, die übel luttet, das ein so kostlicher pallast ou
einiche huot ßige. Darzuo ist es war der glichen, das nüt
lange zit ist, das lüt da gsin sind , wann disse spis ist gantz
frisch zuo gerüst. Darumm kan ich nüt erdencken, waz dis
üin mög.< >Ea gilt mir glich, geb waz das sige,« sprach ao
Morgant; >wie wol ich not weyfi, waz es ist, so will ich nüt
desterminder nüt an essen sin, syt und ich sinn find; wann
ich hab grossen hmiger. Und kumpt uiemmeu umm die zaliung
mines wyrtz, so will ich ein arffel der besten kleinott hinweg
tragen , die inn dissem pallast sind.« Nach dissen wortten 35
satztend sy sich bed zuo tisch und asseud gantz gnuog, wann
sy hattend sinn gnuog, darzuo wärend sy sinn notturfi'fcig. Es
was so vyllerleinn da, so nun ein mentsch erwünschen könd.
b
Morgant aß wol für sechs , er hatt öch Wol herberg darzuo.
Do sy gesseD hattend, giengend sy gen schlaffen an den betten,
die so kostlich bereyt wäreod , und schliefieud untz zuo tag.
Do stuondend sy uff, sich ufif die sträla zemacben. Morgant
B gieng allenthalben imm pallast ummhär, ruofft und scbrey,
das der wirt kemme sieb der ürtten zallen; aber ira gab
niemmen kein antwurt. Sy giengend ufj dem eal, der raeän-
nung hinweg zefaren. Aber do sy inu häf kämmend, do fun-
dend sy keio tbär mer, das sy hinuß komraen möchtend,
10 sunders fundend allenthalben, da sy anhar giengend, die hochen
uiuren, das sy kein nlägang fundend, dardurch sy hinuß kommen
möchtend; daralj sy aer ers«hräckend. Morgaut sprach: »Land
uns wider hinuf gan inu sal zemorgen f sseu ! Darnach mag
ea sich begen, das una gott hältfen wirt.« Sy giengend die
16 stägeu uff; aber do sy hinuf kämmend, do fundend Ey die
tisch uüt nier, daruff sy gessen hattend, nach die spis [naelij
kainmern nach better; darab sy nach vester erschräckend, wann
sy gsäcbend weder thureu nach venster. Morgant sprach:
»Ich weyfi nüt, wo ich bin; ich bin nie als übel erschrocken,
20 ich gloub, wir sigend vertzoubert.« Ruoüand segnet sich mer
dann zuo lussend mallen und sprach; >0 Morgant, ich furcht,
das nächtig nachtnial werd uns thür zckouffen geben.«
"Wie Ruolland und Morgant mit einem taffei strittend
und wie sy eines todten heydischen kunigs lichnamm
j5 uflf das fäld vergruübend.
Und als sy im bäf ummhär giengend, do fundend sy ein
kleines hütly, inn dem was ein [bl. 11] grab. Inn dem ver-
stuoudeiid sy ein stimm, die sagt zuo innen: »0 ir farrendea
ryttern , ir mögen nüt hinuß kommen, wenn ir nut vorhinn
so mit mir redend. Ir müessend diesen grabstein ab mir lupffen,
so uff najr lytt, oder änderst mögend ir nienimer mer uß
dissem schlos kommen.« Inu dem sprach Morgant zuo
Ruolland: »Hand ir disse atiram verstanden, die nnder dissem
stein redt? Ich will luogen, waz es sige.« »So gang,« sprach
3& Ruolland, »und heb den stein uff!« Morgant naehet sich dem
grab und huob den stein uff, der darob lag. Und do er inn
uff gehuob, do sprang daruß ein töffel, schwartz wie ein koller,
und im grab lag eines maaa lichnarn, thür wie holtz. Ruolland
sprach zuo Morgant: »Dii ist ein tüffel , ich bekeün inn an
der gstalt. Laß inn uns uö unser gaelschafft jagen !< Und
der tüffel nam RuoUanden by den armen und fieng an mit im s
ringen. Do Morgaut gsach, daa ay mit ein andren strytfcend,
do sprach er zno Kuolland : »Land ücb nüt belangen! Ich will
üch hälffen.« Ruolland sprach: »leb darf keiner hilf wyder
dissen nütsöllenden tüffel.« Nüfcdesterminderso muoßt Rnollaod
uff sine knüw fallen, so starck hielt inn der tülfel; aber lo
Ruolland stucud mit gwalt wider nf. Und Morgant huob sin
kallen uf und schluog den tüffel damit uö' den kopff. Aber
der tüffel lachet nun ab dem streich. Inn dem ummfieng inn
Morgant und thet inn über sinn willen wider inn daa grab,
daruß er kommen was, und wott den stein wider daruf thuou. 15
Und der tüffel sprach zao im : Hüet dich, das du dissen stein
nüt wider uff mich legest ! Wann thuost du inn wider uff
mich an min rätt haben, so werdend ir niemermer von
hinnen kommen.« »Nun sag uns,« sprach Ruolland, »waz
müessend wir thuon, das wir uß dissem schloß kommend?« 20
Der tüffel sprach : »Ir raiiesaend den cörpell hinweg thuou,
der hie vergraben ist inn dissem grab , und legend inn uffs
fäld , daz er von den thieren zerryssen werde. Wann es ist
eines faltsehen heydischen künigs cörpell, der inn Btnem laben
die Krysten wunderbarlichen kestiget hatt. Aber ich bin sb
darzuo zwungen inn zeverhüetten durch die schwartzen kunst,
untz das dahin ein kristen ritter kommen wirt, der inn da
dannen thuon wirt. Und ich gloub, daa under üch einer der
sig, der inn dsi dauuen thuon wyrt.t Do Morgant den tüffel
verstuond, do namm er den todten üb und truog inn uß dem »o
schlos, und RuolUind reyt im nach. Und do sy uß dem schloß
wäreiid, do wärend sy vast fro; wann ay hattend grosse forcht
gehept, sy möchtend nüt so bald hinuß kommen. Do Morgant
etwann fer vom schloß was, do leyt er den cörpell inn einen
graben , deu er da fand. Und von stund an horttend sy ein sb
groß grümmell und gros tbonnerkläpff im pallast, daa es
glich also was, als ob alte die blytzg und tbonnerkläpff, die
inn lüfften sind, im schloß werend ; wann die stein und ziegel
u
i
und Ifttten flugend im luift als dick wie hagel ; darab RuoUand
und Morgaut aer erschräckeud, ein so gros gebrecht zesächeu
und zno hörem, Sy giengend wider zumm schloß zeluogen,
waz were. Aber es was ein so dicken stoub, das sy nüt
6 gsächen mochten. Nachdem und das bocbslen hinweg was,
do gsäcJiend sy, das an dem end, da daz sclilos gstanden was,
nüt änderst waa , als ob nie kein hus nach scbloS da gsin
were, und darzuo waren weder stein nach ziegel mer da ; wann
der platz was als eben als die andren end, da nie kein wannung
jo gsin waa. Do sy das schlos also zerbrochen gsächend , do
verwunderttend sy sych ser darab. Und RuoUand lopt unsern
heren, das sy aJso uta einer frömden sach enttrunen warend.
Und Morgant sprach: *Syt und ich raeister über dissen tüflel
gsin bin, so förchten ich die andren nüt; dann mag ich ein
Iß mal inn die hell kommen , so will ich mit allen den tüfflen
strytten, die mich bekümern wellend. Wann finden ich den
hoffertigen Lutziffer, so will ich inn ab sinem sitz setzen nnd
will zerbrächen das hirny dem gittigen Mammon. Ich will
dem Astarott und dem Bältaybock nüt minder thuon. Dem
20 Ackaronn will ich den hart ufi ryssen und Plutto dem will
ich all sine sträl zerstören. Ich will dem P'regetton die ougen
uß rysseu und dem faltsehcn portaer Cerberus will ich sine
dry köpff ab schlachen. Den faltschen Sathan, der böst ander
allen, will ich jagen inn söUicher gstalt, daz er stercker loutfen
26muoß, dann ein birtz vor den hunden thuot. Und die tüff-
linnen als Proserpinna, die Gorgonnas, Alletton, Megera und
all hellische thierer will ich inn söUicher gstalt zuo rüsten, J
das sy niemmand kein leyd niemmer mer an thuon müesseud,
Darumm bitten ich üch, ßuoUand, daz ir mich inn die hell
30 fOerend; w^ann ich hab willen, ich welle mit disera kallen die
hellischen hünd all zerkuischen.« Do Rnolland Morgant ver-
stuond, do lachet er ein wenig darumm, das er inn die hell
wott und aber nüt wüßt, waz es umm die hell was. Und
sprach zuo im: »Morgant, min gsell, laß uns yetzoiäl die hell
3ö stän und die tüffel, so darinn sind, und laß uns yetz inn des
künig Maitredons läger keren!« »Her,« sprach Morgant, »länd
uns gän , wo hin ir wend ! Wann so lang und ich dissen
I
fitarcken kallen hab , so fürchten ich kein tüffel , der inn der
hell sig, nach kein mentsch, der da labe.«
Wie Euolland und Morgant zwenn botten fundend,
die strittend mit ein andren by einem brunuen.
Als Ruolland und Morgant die sträli fOerend gegen des b
künig MaflFredons läger zuo, do kämend sy zuo einem brunneu;
da fundend sy zwen man, die strittend mit ein andren [bl. 12]
mit J 'grossen seh wertsch legen. Und glichettend sich wol an
iren kleidern, sy werind botten. Und do Ruolland zenechst
by innen was, do sprach er zuo innen: »Ir herren , hörend !io
Land TOQ dissem strytt und sagend mir, ob ir Krysten oder
heyden sigend und von wannen ir sigend und och die ursach
üwer uniieinigkeyt !« »Her,« sprach der ein, »wüssend, das wir
Kristen sind! Und ich bin des iwaniichen gräffeii Rengnolden
von Muntabantz dienner; der schickt mich inn die laud der ib
heydenschaft , das ich suoche siiier vettern einer, der heyßt
gräf Ruolland. Dem enbüt er , das er wider an des keyser
Karlys häf komme , dann syt und er ab dem häf gescheiden
ist, sind die filrsten und heren am häf inn grossem truren
gsin und nach. Und dysser ist eines andren heren dienner 20
inn Franckrich, Gannellou geheyssen, der bringt den heydischen
küngpu brieff. Darinn thuot er innen zuo wüssen, das er der
gräf RuoJland sig, damit und sy inn verschaffend zuo töden.
Und wir band ein andren fanden by dissem brunnen und
hand von ein andren nüwe mere begertt, als lütt, die durch 26
die land ryttend und semlichs von ein andren forschend. Ich
hab inn gefragt, war er welle und von wannen er sig, und
er bat mir die warheyt gseyt. Und do ich die warheit ver-
nommen hab, das er darumm inn dyfi land kommen ist, einem
so gar manliehen rytter den tod zuo fliegen, als Ruoiland so
ist, do hab ich mich mit im erschlagen. Und werind ir nut
kommen, so hett ich inn erfcödt; wann lüt, die da verrettersch.
brief tragend , sollend nüt uff ertrich laben«. Do Ruolland
den botten verstuond, do sprach er zuo imni überlut: »0
faltscher verretter Gannellon, wiltu niemnier mer uff hören 36
verretteryen zetribeu? Wiiß, nun frund, das ich Ruolland bin,
>
flnn flu #llloch^tI« Do Morgant verstnond , das der bott brief
wiiliT Hin fronimi'n heren fuort, do umfieng er inn und lupfft
iiiii iil', rlftiitiHüh warÜ or inn zuo der erdeo inn söUicher
Kxliilt, iliiM er tod ufi' d^ra platz beleyb. Demnach nammend
II «y itii nijHi brii'C; diu gab liuolland Rengnoldt von Muntabantz
lioiUn und «pnu'.li xiio itti : »Min fründ, du muosb widerumm
inn I^'mrickriüh koren gen Paria und solt dea verretter Gannel-
)(»i;m lirirl' ilcni koiser, luineni vetter, übergeben inn gegen-
H'irlUgkcyt ulier Biiier frt raten und heren. Und sag ina, ieb
iii i'iibrtt.tü im : \&ü er fiich lang durch Gannellon regieren und
durch dii>, ho von sincm gscblächt sind, das er aich harnach
Iriirrig duniintn linden wurri auo mengen mallen, und das ich
duvi*h inn uiul durch sin zentzlerry niüeß inn der weit ommbar
viit(»ii Kohniarolnen under den fyenden unsers gloubens. Dem-
i» »itu'li «»diu mir grttotzon min vetter Renguold , den frommen
iH'vtmg Annw von IVyi'rn, OUifier, Baldowin, Hug von Bur-
giindia, Uergis von Thennemarck nnd die andren forsten und
hi>rt»n aI) am bÄf. Und sag luo Rengnold, ich befelch imm
ntin fhiw und niine gsellen. Wann ich bin nut mer inn
)K> \vill(«n inn Kranckrich zekouiinen, sunders bin des willens inn
d^MiMn laiid dor hcidenschafit xesterben; wann ich kan nüt
inii Kmnckrich «tin^ dÄ dt« seutxler und die rerretter r^erend.c
l\> d«>r U>ti Km4)Mid«ii Torstoond, do sprach er eqo im mit
<M): »Ach, min her, mich danckt, ir söttend
.«U lKNttUk«<K d4 ir Toa Mwgklkhem gar begirig
MwAohfHx »iih), ab iiA dun am h«r «abiLc >Min frund^c
ii)>r«ch KiH>ll4u«d, »toh hin vctaaiil aift na Tillen wider heim
r.'"' UamUMi «UM kk «ikk ««• ^ and far hinweg
t;;<Mft KMteehftft« 4« Vfil Mm^mL« Und mit
«) <Aiwr« xixnHI«« acikw4»<l 17 iraa «w MJim. toallaud meht
mk^htHk f^m ^niJter W1 ftiilaiA «Ml fauch darumm,
^ «r 4m f vif l^aaUwilMi
MaffiredoDS
WW l^Ki^l^ih) ^Mkd ^^oiqgMit iw «^
aw IbaiJftHii Mii )iiMMMI aaa A^
I
wärend , äo rottend und giengend sy so redlich , das sy dö
kiinig Maffredoiis läger ersächend. Dägsächend sy ein grosse
wunderbarliche zal zelten, pannern und fenly. Do Morgant
das läger gsacb , do verwundert er sich darab ; wann er hat
nie keina gaächen. Sy kämend untz zuo des künigs zeit, der t
was ein wysser früntlicher rytter, Do er sy ersach , do ver-
wundert er eich gar ab Morgant, der so groß und lang was.
Er natu Ruollanden pferfc by dem zoumm und sagt zuo im:
»Edler rytter, sind mir wilkommen! Sitzend ab üwerm pfert
und kommen mit mir [bl, 13] inn min zeit, so will ich mit lo
ücb reden.« Ruollaud saß ab sitiem pfert und gab es Morgant,
Und der künig Maffredon nara Ruollanden by der band und
fuort inn inn sin zeit und sprach zuo im: »Rytter, ir sigend
ein Kryst oder heyd, wend ir mir inn dyssem Krieg dienen,
ir und üwer gsell, so will ich üch so guotten sold geben, das is
ir von mir benüegig sin werdend.« »Her,« sprach Ruolland,
>üwer früntlich reden werdend mich heyssen thuon, waz ücb
gfellig ist; es gilt mir glich umm üwern sold, sunders das
ich nun die kriegischen Sachen gaächen und erlernnen mög, «
»Edler rytter,* sprach der künig, »daturam, das ir mich ein 20
wyser geheimmer rytter dunckend sin , so will ich ücb min
händel ertzellen. Es ist war , das ich einer raagt hold bin,
die ist inn dysser statt und ist des kiinigs tochter, das ich
kein ruow nüt haben mag. Und ich bin so ungluckhaflftig,
das wir uns zweyniallen im hämisch bewärtt und versuocht 25
band, sy und ich, aber sy hatt alwegen oberhand gehept an
mir. Darumm bedarf ich üwera rättz wol, wann ich weiß
Tiüt, wohinn ich min hoflFnung wytter setzen sol. Ea ist war,
das ich ein gros läger für disse statt geschlagen hab, dardurch
ich volckg gnuog hab die stat zegwünnen mit gwalt. Aber so
mich dunckt, es were mir grössere eer, wenn sy sust erroberfc
werden möcht. Darumm , wer einer under üch zweyen , der
80 mechtig were, der mit iren stritten wett lib an Hb, so
wett ich im alles das geben, so er von mir begeren törst.«
Ruolland sprach : »Ich gloub, wenn sy fleische und beine aig 36
wie wir , so wellend wir an iren geaigen. Darumm land sy
kommen ! Und ich gloub, ee und sy wider inn die statt komme,
so werde sy nüt als stoltz sin , als sy yetz ist,« »Ich will
2d
üch sagen,« sprach der könig, »ee und die magt gen strytten
kumpt, schickt sy ein rytter vorbin liinuß, der ist ir bruoder,
der ist gnntz früntlich und darzuo manlich und kön uud
lieyßt Lyonnett und ist des königs Coradors sun und deren
6 Ijruoder , zuo deren ich all min liebe gaetzt hab , die heyßt
Meridyauna. Und sichern üch des , das iren der namm wol
gsetzt ist; wau glich also me die sunn inn der stund zuo
mittem tag heytterer ist dann zuo den andren stunden des
taga, also für trifft sy die andren junckfrovven all inn schönne,
10 tugend , Vernunft und adel. Und ir sond wissen, das die
grossen tugenden, die an iren sind, der grossen liebe ein ur-
sacb sind , daruuim ich sy lieb hab. Darumin , edler rytter,
befileh ick mich inn üwere nianheyt und bitten üch, das ir
mir üwern rammen sagen wellend.« »Wilasend, her,« sprach
16 Ruolland^ »das min nammen nie keinem laben digen mentachea
verschwigen beleih! Das muofi er üch 5ch nüt. Und wüssend,
das min namm Brunor ist! Und min gsell ist ein ryiä, und
als ich gloub , so ist er der aller sterekest mann inn allem
dem land uffgang der sunneu und heyßt Morgant und gloupt
20 an Machmet und an Talwygantt und hatt groß begird unsern
glouben zuo meren.« Do der künig Maff reden Ruol landen
verstuond, do ward er gantz erfröwt und rust sich, das er
innen gros zucht und eer bewyssen möcht.
Wie ßuolland mit Leonnett, des künig Coradors sun,
a& streitt und inn uff dem feld inn der flucht ertodt.
Zwenn tag nach RuoUanden zuokunfft katum Leonnett
uflf den platz, da er gewonheytt zuo stritten hatt, und fieng
an und bließ sin hornn und ruofft damit dein künig Maffre
don. und er und sin volck fiengend an zelten und hütten
30 nyder achlacben und das volck ertöden. Die flachend vor im
hinweg als die schäf vor den wölffen. Und die, so nüt fluchen
tnocbtend, wurdend ertödt oder gfaugen. Do Ruollaud ver-
namm, daz Leonnett kommen was ir leger angriffen, und daz
yedermann vor imra flock, do lieJi er sieh wapnen und saß
36 uff Ärrondiil, sinn pfert, und sprach zuo Morgant: »Laß uns
inn denn stryt, wann es ist zyt. Du wyrst uff den hüttigen
v&g gsachen die macht des almechtigen gottes oder Machmetz.«
Morgaut sprach: »leb, bin gantz hereytt zuo strytt ; uff den
hüttigen tag wird ich des gräf Ruollanden grosse manheyt
gsäcben«. Sy staltend steh zuo stritt. RuoHand macht sich
inn die grösten huffen» und Morgant was stetz nebend im, 6
das er gsech, wie er sich halten wurd, und hatt sin kallen
uff der aelis!en. Ruolland ersach Leonnet, der hatt sin schwert
gantz bluottig, und ruotft im und sprach: »Leonnett, gedenck
dich 2U0 [hl, 14] wereti ! Wann ich will mit dir strytten.-ii
Do Leonnett Ruollanden verstuond, do nani er ein starck sper lo
und kam gegen Ruolland , und RuoUand gegeu im. Und
träffend ein andren mit söllicher stercky , das ir sper zuo
stucken sprunpend. Und Leonnett fiel höptlingen über sin
pfert ab. Und Ruolland fuor für, und Morgant lüff iram nach;
der was ser erfröwt, do er Leonnett gsach am herd ligen, und i»
sprach zuo iinm selbs: »Yetz gloub ich, das Jhesua Christ
wärer gott ist und das Machmet kein macht hat«. Do sich
Leonnett am herd gsach, do stuoud er schnell wider uff und
saß wider utf sin pfert und schalt Machmet und all sine
götter und sprach mit lutter stimm: »0 du verretter Mach- 20
met, den ich so gar hoch geeredt hab, ich verleugnen mich
din nun fürhiun, so du mich uf geben hast inn disseu grossen
nötten , dardurch ich ein grosse unneer enpfangen hab,«
Demnach ylt er Ruollanden nach und sprach zuo im: »Rytter,
ich sagen dir, darumm das ich ab gf allen bin, das es mines as
pfertz schuld ist.« Ruolland sprach zuo im: »Wer ich als
du , so wett ichla mit grossen achlegen ertöden.« Morgant
sprach zuo Leonnett: »Ritter, sytmäl und du wider aeroß bist,
so ist es zyt, das du dich an dissem rytter rächest mit dem
achwertt,« Leonnett sprach, er were sinn wol zefriden. Damit 30
zugend sy ire ach werter uü, und kam einer gegen dem andren.
Und Leonuett hat so grossen verdruti darumm, das er ab sinem
pfert gfallen was, und damit, das er sich gerächen möcbt an
ßuoUanden, namm er sin achwertt zuo beden hendeti und huob
es utf iuu nieinung das pfert Arondal damit ertöden. Des at
namm sich Ruolland gwär, und den streich zuo fluchen, kartt
er sin pfert so aehnell umm, das sy mit ein andren zuo der
erden fiellend. »0,« sprach Ruolland, »ist es ein so unmilglich
ding sicli vor verrettern zehüetteu! 0 Gallantin, min fromuis
pfert, du werfest inn einer wyll nüt also nider gfallen.« Aber
er aeyt es so \jü<, das es niemmänd Terstuond. Do inn die
hejden am herd. gaächend , do kämmend sy all xeringa umm
f> ian und schujasend und wurffend und stachen d gegen imm mit
stein und pfil und sparen. Und er wartt aich als ein man-
liclier rjtter; wann mit dem schwert Hochklera zerhüw erß
als der, der sy wenig entsaß. Do Morgant die grossen man-
heytten gsach, so der gräf Ruoüand begieng, do was er imui
10 lieber dann ye, und sprach zuo im selbs: »Es ist wol war
das, so man von dysaera fürsten aeyt ainer manheytten halb.«
Damit huob er sinnen kallen uff und lieug an inn aine fyend
zeschlachen. Und schluog sy nider als die süweo ; wann der,
den er traf mit einem kallen, stuond nieramer mer uf. Sine
15 fyend doriFtend im nüt genachen , aber sy wurffeud iun mit
spereu, steinnen und mit andren weren inn zetöden von witnei
här. Aber es galt im glich , und brächt sovyl zewegen mit
einer stercky, das er Ruolkndeu wider der heyden willen wider
ufF sin pferfc brächb. Do er wider off sinem pfert was, do
20 reytt er und suocht Leonnett. Und suocht inn so lang, untz
das er iun fand, und rantt uff inn. Und do inn Leonnet
ersach , do forcht er inn und huob an zuo flicben gegen der
statt mit verbängtem zoumm. Und RuoUand ylt im nach und
nott Arondal , so vaat er mocbt , und brächt aovyl zewegen,
äB das er Leonnett erylt VRst nach by den thären der sfcat. Und
sehrey im zuo: »0 du heyd, ker dich widerumm! Oder ich
wird siast genottiget dich hinderwertlingen zeschlachen.« Und
Leonnett tioch nach vester. Und do Raolland gsach, das er
aich nüt wider umm keren wott, do gab er im ein söUichen
30 streich mit einem schwert, das er im den kopff iun zwey stuck
zerspielt. Und fiel tod zuo der erden. Demnach reyt R,uol-
land wider uff die waldstat. Da fand er Morgauden, der ver-
brächt grosse mördery an den heyden ; wann alle die , so er
mit sinem kallen traff, wären d von stund an tod.
♦
21 rantt] ratt hs.
31
Wie Meridjanna irs bruoder Leonnetz tod veroam
und wie sy mit Ruollauden streyt and wott irea
bruoder rächen.
Die mere kämmend Meridyanca für, das ir bruoder tod
was, des sy ein groß leyd fuort. Dnd Carodor, der künig, »
fieng an zesagen: -»0 Machmet, du bist ein faltscber gott,
das du also hast min san lassen ertöden durch ein einigen
rytter. Ich mag dich kuraraerlichen mer anbätten.« Meri-
dyanua, die junckfrow, gantz unsinigklich forschet iren har-
nisch und sprach, sy wett irs bruoders tod rächen. Sy ward lo
schnell gewapnet mit all irem hämisch. Dem[bl. 15Jnach gurfc
sy ir Schwert umm und saß uff ir pfert. Demnach namm ay
iren schilt und ir sper und rant inn das läger zumui aller
schnellisteu, so sy mocht , und bließ ein hälffenbeiny hörn.
Und als bald das RaoUand verstuond, do reyt er an das selbig 15
entl, und Morgan t im nach, Do die junckfrow Ruollanden
gsach kommen, do vermeint sy wol, es were Brunor. Und
Ruolland nachet sich zuo ir und gruotzt sy vast früntlichen.
Und sy sprach zuo im: »Du solt mir mit wilkommen sin,
biatu der, so min bruoder Leonnett ertödt hat, der so gar ein ao
starcker manlicber ritter gsin iist, darzuo alle eer dis landtz.
Die götter Maclimett unnd Talwygant und Äppollony zerstörend
dich!« Ruolland sprach: »WüS, das ich der bin, der Leonnet
ertödt hat!« Meridynnna sprach zuo im: »Du hast mir gnuog
gesagt. Gedenck dich zeweren ! Wann ich sagen dir ab uff m
den tod.« Ruolland reyt hindersich, de&glichen thet öch die
Junckfrow Meridianna. Und kämmend gegen ein andren mit
grosser schalckheyt, also das die junckfrow ir sper uff Ruol-
landen schilt zerbrach , und Ruolland traf sy uff iren hälra
mit aöllicher sbercky, das er iren den vom höpt lupfft. Do s»
ertzeigt sich ir schön bar, daz fiel iren uff des pfertz ariä,
scbinnend wie daz lutter gold. Do sy Ruolland also schön
gsach, do sprach er: »Yetz bin ich betrogen; wann ich ver-
meint, es were etwann ein manlicher ritter, der were kommen
Leonnetz tod rächen an mir. Aber ich bin nüt inn dyß land as
kommen mit den frowen zestritten. Daramm, gnedige junck-
1
frow, ir mögend wol wider heim rjfcten, wenn es üeh geliept;
wann von mir werdend ir kein andere beküiiiernuij haben,
wie wol ich üch wol ertöden wett, wenn ichfi thuon wett,
diewil und ir daz hopt eutteckt band. Aber ich were gar
fr bekümmert, wenn ich einer so achöiinen jumikfrowen , als ir
sind, etwaz zeleyd thette.« Do die junckfrow Ruollanden ver-
stuond und sin tugend erkant, de ward sy gantz schäm rarott
und reyt wider inn die stat mit all irem vokk. Und Ruol-
land und Morgautt kämmend wider inn des künig MafFredons
la zeit. Der sprach zuo Ruollaud, do er inn gsach: »Edler rytter,
wie atätz umm den stryt?« »Her, wüssend ,« sagt Ruolland,
»das Leonnett tod ist! Demnach kam sin Schwester und wott
inn rächen. Aber des ersten stächeaa huob ich iren irnn heimm 1
vom höpt uf, und do ich ersach, das ay ein junckfrow was,
iB und ay also schön gaaeh, do het ich iren umm aller weit gold
kein untzucht mögen bewyssen. Daruram ließ ich sj wider
inn die stat rytteu , und ich bin wider zuo üch kommen.«
Hie wellend wir u£F hören zuo sagen von des künig Maffre-
dona läger (inn dem beschächend vyl überfallen voq denueu
so inn der stat; inn dennen begiengeud Euolland und Morgant ■
groa manheytten, wann sy hattend all iren woUuat die heyden
gsächen sterben , die fyend dea krystenlichen gloiibens) und
wellend wider anfachen zuo sagen von des frommen keyaer
Karlya häf und von der grossen uffruor, die da zuo Paris am
S6 häf was zwüscbend etlichen füraten.
Wie Renguold von Muutabant den verretter Gannelion
wott ertödt haben und wie Kengnold und etlich mit
im ab dem häf schiedend.
Der keyser Karly was zuo Paris gantz bekümmert, daz
30 er Ruollanden, ainen vetter, verloren hat. Und Gannelion was
gantz fro, das er ab dem häf was. Aber under allen wärend
einn leydig der gräf Rengnold von Muntabant, ORifier von
Gennow, Astolffo, künig inn Engelland, Hug von Burgundia
und ander fürsteu mer. Eines tags kjimm Clementz, der hott,
w uß der gegne uffgang der snnnen, der grüetzt Karly und all
fürsten am häf und ertzalt innen, wie er den gräf Ruollanden
1
fundpn hett inn geaelschafft eines grossen wunderbarlichen
rjßeu, deu het er zuo kryatenlichem gloubeu gebmcht; »der
grüetzt üeh all ander, ir inine heren djsaes häfa.« Demnach
ertzalt er innen, wie er ein hotten fanden het, den Gannellon
in die heydenachafi't gschickt hett den gräf Rnollanden ver- &
schaffen zutöden. Und zeigt die brief, so Gannellon inn die
heydenschafft geschickt hat. Do ßeugnold den bott Clementzan
verstuond, do sprach er zuo Gannellon: »0 du faltscher ver-
retter, du hast unser gachlächt nie lieb gehept, sundera hast
durch din faltacbe verrettery allwegen prattitziert , wie du i"»
uns urabringeu niöchteät.« Gannellon sprach zuo im: »Ich
bin besser dann du nacb all din gscb lacht.« »Du hast es
erlogen ,« sprach Rengnold und zog damit sin scliwert uß
Gannellon damit zeschlachen. Aber do Gannellon den atreich
gsach kommen, [bl. 16] do macht er sich inn die flucht, wann i»
er bekant Rengnolden stercky wol. Da was ein rytter von
Ganellons gschlächfc, der hieß. Bernnhart von Pottiers; der
sprach zuo Rengnold: »Rengnold, du bist zeübermUettig und
uütsöllend, daa du unser gachlächt also schmechst.« Do inn
Rengnold verstuond, do gab er im ein söl liehen streich mit a«
sinem schwert , daz er im den kopff ob den achßlen dannen
achluog inn gegenwirttigkeyfc des keysers. Do iüffond die, so
von Ganellons gschlächt wärend, uff Rengnold inn raeinnung
inn zetöden. Aber Rengnold stalt sich zuo wer, und wo der
keyser und der hertzog Anses vouii Peyern mit gsin werind a*
(die stiltend das wessen) , so were ein grosse mörderry he-
schächen; wann es was niemman, der Rengnolden gestillen
luöcht. Und die fnrsten, sine fründ, sagtend zuo im, er miieläte
vor gen und das er dem keiser geliorsamm were. Und Heng-
no!d sprach: »Der keiaer mag mir nüt darvor sin: mag ich 3"
deu verretter Gannellon ankommen , ich will im wol darvor
sin, das er kein verrettery niemnier nier tribeu muoß.« Dar-
nach sprach er überlut: »O her keyser, ir uffeuthaltend den
verretter, aber ich sichern »"ich des, das er (ich ein mal leydig
und trurig machen wyrt. Ich erkenn wol, das ir lieber bettend, ^
das Ruolland tod were, dann er. Ich gloub, das ir inn darumm
uflenthaltend , damit und er alle die disses häfs ummbringe
und zeletst die gantz Krystenheyfc. Und darumm, das ich ilwera
Morgaat der Tia«{i "^
lata hancllungen nüt rner erlyden niocht, so will i
acheyden und will so laug rytteii , untz daa ich min vetter
Ruollanden find. Und ee ich wider kommen well, ao will
ich wüesen , ob er tod oder labend ig sig.« Do der margraf
5 Ollitier Rengnolden veratuoud, das er Ruollanden succhen wott,
do sprach er zno im : »Min vetter, du wirst an mich not rytten;
warm ich will nut naer an dissem häf belibeu, da die verretter
lieber sind dann die frommen.« Doon von Nantweil sprach,
er wetib- mit innen rytten ; des sy vaat fro warend. Demnach
10 heruoft Rengnold aine dry bruodern Allard, Guchart und der
klein Richart und sprach zuo innen : »Ir, raine bruodern, ryttend
wider heinim gen Muntabant und verscbafl^end, das wol verhöet
werde, und griletzend mir min vetter Magis und mine fiöD.'
Und ob allen dingen bewärend ücb vor Gannellon und Tor
»lallen dennen, so von einem geschlächt sind! Wann sy sind
all voll verrettery.« und nam damit urlob von innen und hj
von im. Darnach giengend Reuguold und sine zwenn gsellen
und namraend urlob von dem keyser Karly; der was gante
trurrig darunmi, das inn sine fürsten und die aller manlicheaten,
^0 die er hat, verliessend. Er nam grosse müeg , das er sy be-
haben raöcht, aber es was nut miiglich. Rengnold und sioe
gaellen nammend eines riehen heidischen kuniglä farw, der
hieß Manbrinn , und scbiedend ab dem häf und verbrächteDi
sovil wegs, daz sy uß Franckrich käraend , und ryttend dJ«
2B Bträfi gegen Poffant. Nun wend wir von einem mechtigen
rysseu sagen, der was Morgantz bruoder.
Wie Bruiior der ryß , Morgantz bruoder , inn äe
klnssen kämm, vor deren sine zwen bruoder umffl'
kommen vvärend, und wott sich au den bruodern
M rächen.
Inn dem land Barbaria was ein gro.'?ser ryß, der bieß
Brunnor und was Morgautz, Passerumitz und Allepasters bruoder«
die Ruolland ertödt und errobert hat nebend der kluß. Lto
nun Brunor siner brüedern tod vernamra, do versandet er ff"'
a6 fünff hundert man und sprach zuo innen , er wett inn die
klussen züchen siner brOederu tod rächen, Und verbracht
L
sovil wegs, er und ain volck, daz er för die Müssen kam. Und
kam lichtlich darinn, wan sy fundend out vast grossen wider-
stand. Sy fiengend den bruoder Kleramunt und all sine briie-
dern und leyttend sy gfangen in die klua ; wann Brunnor redt,
er wett sy all läbendigen schinden lassen, darnach tnn einem *
für Terbrennen lassen. Enn der zyt, ala der ryEt ßrunor inn
der kluß was, do kämmend Rengnold und sine gsellen öch
dahin. Und do sy gsäehend, das heyden da wärend^ do fragt
ßengnold, wer der her were. Und Brunnor sprach, er werß.
Und sprach wytter zuo im: »Edler rytter, sagend mir, wer lo
ir sigend oder uß wellichem laud !« Rengnold sprach: »Wir
sind farend rytter und sind uß des soldans land. Unser wärend
vyl gsellen ; die andren sind tod uß ursach , das sy sich nüt
band mögen erweren vor den thieren,« Der ryß sprach: »Mich
wunderet, wir ir entrunn^n sigend, Nütdesterminder darnmm, is
das ich üch wol gewapnet gsich, so dunckt [bl. 17] mich, ir
sigend fromm lüt. Darumm, band ir bunger, so sitzend ab
und thuond üch under unser volck!« Rengnold sprach : »Wir
bedörffend sinn wol und versagend es üch nüt.« Der ryß
beruoft einen heyd und sprach zuo im: »Dyfi rytter sind man- 20
lieh lut ; wann ich gloub, sj werdend redlich wider das essen
und trincken strytten , wenn sy das gehaben mögend. Sy
sagend, ey sigend des soldans rytter ; aber ich gloub, sy sigend
deren rytter , die innen zeasen gebend. Ich gloub , sy er-
schlQegend vyl ee ein cappunnen oder ein hännen dann ein 2s
rytter, es were dann etwann einer, der sich nüt weren könde.«
Und also verspotte ttend sy Rengnolden und sine gsellen. Reng-
nold thet derglicben, als ob er sy nüt verstüend, sunders
nachet sich zuo deunen, die zimbyß aasend. Und er, Olljfier
und Doon fiengend an essen und thettend ire hälm nüt ab, «o
sunders ässeud und trunekend durch daz vyssier. Darumm
die beiden iren spottetteud; aber sy littendfcz als, untz das
Brunor zuo siner knechten einer sprach : er sott iren rossen
die zöum abzüchen und innen z.essen geben; wann die roß
müeßteud die ürtteu zallen, oder die hämisch müeßtend da «6
beliben. Rengnold losset dem allem und ließ uüt vom essen;
aber weder Olljfier nach Doon mochteud nüt essen uß ver-
droß. Der heid thet Doons pfert den zoumm ab, demnach
96
Galan tiHj Ruollanden guot pferfc, daa im OHyfier brächt. Und
do er dissen zwejeu zässen geben hat, do kam er an Bayard,
das best pfert , das. iun aller wält was, das waa EtengnoldeD,
und Magiöj sin vetter, hat es im geben ; wann kein andwr pferfc
ft het inn möf^en tragen, so gar gros und lan^ was er. Und
wie der hejd vermeint Bayardeu den zoumui üb zethuon, do
thet ßayard daa mul uff und erwuat inn by den schultern und
ersehnt iun drn oder her mallen , darnach warff er inn zuo
der erden also herttenklichen , das der heyd glich tod was.
10 Und Rengnold sprach : »Disser wyrt die erst ürtten betzallefl.»
Do Brunor gsaeh, wie Bayard sinnen kneclit ertödt hat, do
äprach er «uo Hengnold; i-lch hab nie kein so hoffertigs pfert
gsächen; es sott guot sin, ir raüessenden mir schäncken.«
Rengnold gab im kein antwurt, sunders fieng an essen vyl
iB yester dann vor. Nebend inn kam ein heyd, der waa erhungert
wie ein wolf , der fieng an sovast aasen , daa Rengnold dea
grossen verdrufi hat daruranij daz er die spyJä also zerruortt,
Er naoim ein blatten voll brüeyen gantz heyß und schut sy
ntf den heyd und sprach äuo im , er sötte vom tysch gäu,
20 wann er esse zeübermüettigklich. und der heyd sprach zuo
im : >Ich gloub, du sigest ein narr, das du mich ufi dem minen
verjagen wilt.« Rengnold leyt sin heiitschuoch an ain band
und sprach: »Ich will dir ert^eigen, ob du iim dem dinnea
sigest.« Und gab im damit ein so hertteu streich inn sin
afiangaicht, das er inn tod uff das ertrieh achluog. Do kära-
mend die heyden uff Rengnolden und wottend inn ertödcn.
Aber er zog sin guot sehwert Flamberga uß und stalt sich
zuo wer. Ollyfier und Doon thettend im öch also, lind er-
todtend vyl beiden.
30 Wie der brnoder Cleramunt uud sine brüedera erlößt
wurdead uud die heydea all ertödt.
Do der ryß Brunnor die uffruor erhört, do gieug er an
das selbig end und hieü sinn volck hindersich gän, damit
und er innen wurd, wannen bar die uffruor kemme. Yeder-
36 man stalt sich hindersich, und der ryß sprach xuo Rengnold;
»Sag mir an: wannen har kurapt dieser nfruor, nnd wurunini
^^astw und diiie gaellen mir min volck ertödt, des ich gantz ^^B
bekümmert binn?« Hengtiold sprach zuo im: »Du solt wüsaen :
wie ich ob tisch was, do kaimi] ein pur, der Batzt sich nebend
mich und fraß wie ein rolä uif der altuient, also daz ich zuo
im sagt, er sott hinweg gän und mich ungeyrtt lassen. Das 6
wott er nüt thuon , sunders seyt vyl schältwortten zuo mir.
Und ich gab im ein streich uff der kopff, das er tod nyder
gfallen ist. Und dis ander griffend mich an. Und do mine
zwenn gselleu ersächend, das eovil volck uff mir wärend, do
I band sy mich eDtschtit, als fromm lut thuon sollend. Darum ni i">
sind diner dienern etwenn mengen tod beliben. Aber es ist
nüt grosser schad und yerlurst, wann ey eottend nüt dann
inii die kuchy.« Und diewil sy rettend , hat Rengnold ain
Schwert blola und blüfetig inn der band ; desglichen Seh sine
3wenn gsellen. Brunor sprach: >Ir heran, steckend üwere ^s
schwertter wider inn und verstand min meinung!« 8y atacktend
dre schwertter inn, und Brnnor sprach : »Ich erkenn wol, das
ir recht gestritten band. Aber ein andere sach muoü ich fleh
sagen, und fbl. 18] könnend ir mir not rächte antwurt geben
Titf min meinungj so wyrt das grofi pfert, so mir min knecht »
ertödt hat, mir beliben.« Der heid suocht nut anders dann
ursach, wie er das guotz pfert Bayard überkommen möcht. Er
hat wol recht, wann er were der hast berytten gain inn aller
weit. Do inn Rengnold verstuond, do sprach er zuo imin: »Ich
bin aller dingen bereytt dir antwurt zegeben.« Der ryß sprach : 26
»Ich fragen dich, ob ich nüt dysse kluß zerstören mög, diewyl
ich zwen bruoderu hat , die wonttend inn dissem berg , und
uß ansechung der brüedern wurdend sy bed ertödt durch einen
rytter. Darumra sag ich, daz ich recht hab die brüedern
zeertöden und alles das nemmen, so sy band. Und uß diaser ao
ßrsach bin ich uß Barbarria kommen , das ich die räch be-
gang.« Rengnold gab im antwurt: »Wenn zwo gloggen inn
«ißem gloggentburn werend und man lutte nun die ein, so
könd ich nüt ufrechtlich urteyllen, welche die besser were.
Desglichen diu sag könd ich och nüt wol urteyllen, wann du s«
fedtst allein. Man muoß alle teyl verhören , oder änderest
kötide man mit rächte urtel geben. Darumm heyß die brüedern
•"eichen, so wyll ich sy verhören inu irer wyderred. Demnach
A
wyll ich dir min meinnuog sagen.* Der heyd sprach: »Du
sagst recht« Do wurdend die brüedern beschickt, die hattend
all strick an hälsaen. Und als bald sy Ollyfier gsach, do tbet
er innen die ab und sprach : » Von gott werd der verflüeeht,
a der sy üch an öwer hals gethän hab!« Und Brunnor sprach
zuo den bruodern ; »Ir sind beschickt worden uwer Sachen
zeverantwurtten vor dissera rytter, der dunckt mich ein wysser
und gerächter mann. Ich hab im gesagt die unbiliigkeyt, die
ir mit minnen brüedern gehandelt hand. Nun gebend üwere
loantwurt!« Do .sprach der bruoder Cleramunt zuo Rengnold:
»Sytmäl und ir unser rechtgeber sind, so verstand unser klag!
Es ist war, das ich lange zyt inn disser kluJj gsin bin und
etwann menger brnoder by mir dem almechtigen gott diennend
tag und nacht gnnog arraklichen inn dysaer wüesty. Nun
lö wären d dry nngenielä ryßen da obnen uff diasem berg, die
wärend, als disser sagt, sine brüedern. Die thettend uns vyl
lydens an; wann mit grossen schlingen wurffend sy gros stein
zno uns inn BöUicher gstalt , das sy uns all unser gloggen
zerbrochen hand und vil unser brüedern ertödt. Und mochtend
ij weder wasser nach hotei gehaben ; wann wir dorfftend nüt
haruia kommen darumm, das wir von den faltscben ryssen
gekestiget wurdend. Aber durch die zuoaehickung des obersten
gottes, der läßt durch sin götiiche gerechtigkeyfc kein übel
ungestraft, thet darzuo, das ein edler rytter, gräflF Ruolland
85 geheyssen (der ist des grossen keyaer Karlys vetter und ist
min Tetter och), inn diase kluß kam. Und do er den über-
muot erkant, so die untruwen rysen an uns begiengend, do
steig er allein inn den berg und ertodt iren zwenn mit siner
manheyt und bekart den dritten durch sin Vernunft, der ward
so von mir inn disser kluß getouft. Und sind hinweg gfaren
sy zwenn gegen der gegne uffgang der sunnen.« Do Rengnold
den bruoder verstuond, den er bekant sin vetter sin, und ver-
stucnd , das Ruolland da für geritten was, do ersünfftzet im
sin hertz, und sprach: »0 heyd, yetz hab ich bed gloggen
35 gbört dönnen ; darumm weyß ich , welche am basten töndt.
Ich hab ghört reden; aber diu thuon lyt nunn uff luginiien,
und dyaer bruoder sagt die gantz warheyt. Darumm hat er
recht and du unrecht. Und damit man dir es dester baä
eige, Bo will ich mit dir strytten lyb an lyb, zefuoß oder
zeroß, welliches da am liepsten hast; so erkänt mann durch
disse gatalfc, wellicher aller rechtest hab under öch beden.«
Der heyd sprach: »Ich wils fchoon; aber wenn ich dich über-
winden mag, so rausa din rotä min sin.« »Ea ist billich,« 6
seyt Rengnold, »aber deaglichen öch, mag ich dich überwinden,
so soitu und din volek wider hinweg züchen , das du den
brüedern kein beküraraernuß wytter zuo filegest.« Der heyd
waa sinn wol zefriden. Und sassend von stund an uff Ire
pfert ; demnach ryfctend sy von ein andren und sporttend ire m
pfert mit söl lieber stercky, das das ertrich under inen zyttret.
Der heyd traf Rengnolden uff siu schilt, also dasj_sin sper
ZQO stucken sprutzt. Und Rengnold atielä den heyd^also, daz
er im schilt und haniiach durch stach und im daz sper durch
den lyb gieng und ertzeigt sich an der andern aytten mer i:.
dann zweyer spangen wyt hin durch. Und fiel tod zuo der
erden, und sin sei fuor inn die hell mit einneu zweyen brüedern.
Und do die andren heyden iren heren tod gsächend, do kämmend
sy und griffend OUifier an. Der sprang uff ain pfert und
wartt sich wie ein frommer rytter , den er was. Und Doon ao
entband die brüedern ; die thettend ire kappen ab und nammend
groß stein, die wurffend sy den heyden nach. Demnach saß
Doon uff sin pfert und trang uflF die heyden wie ein wolf uff
schaff. Do Rengnold sin aper uß des ryaaen körpell gefczogen
bat , do kam er an die andren gantz wüettend. Die heyden 20
fluchend vor im wie die wachtlen vor den aperwlen ; etlicb
sprungend zun venstern uß, die andren trungeud zur thüren
ufi. Und der bruoder Cleramunt verhuot sy, der waa vast
mechtig, und mit einem knebell , der eines heyden gain was,
verleich er innen, wie sy für löffend, ein aollichen sägen, das 30
sj keins andren torften. Inn kurtzer stund stiessend syß uß
der kluß und ertodtend sy durch die wüesta fluchend, [bl. 19J
tTnd liesaend sy da all tod liggen, daa sy der wilden thieren
apyß wurdend. Und ryttend wider inn die kluß und beschlussend
daz thär. Rengnold beruoft den bruoder Kleramunt und sprach lü
«uo imm: »Lieber vatter, ich hab durch üwere red verstanden,
ir sigend Ruollanden vetter, des ich gantz erfröwt sin wurde,
Wenn es also were.* Do ertzalt im Cleramunt sine fründ.
Do das RengQold erhört, tlo ummüeng er iiiu und spi-aeh zu«
im: »Wüssend, das ich glich als wol als der gräf Ituolland
üwer nacher frund bin ! Wann ich bin Reiignold , ein snn
«wers Vetters, des gräf Anions von I)ordonna.« Do inn Klera-
E. luiiiit verstuond, do ward er also fro, daz er ein lange wyll
was, das er niit reden mocht. Und do er wjder reden niocbt,
do sprach er: >0 min gott , ich loben und dancken dir, das
dir geliept hat, da?, ich Rengnolden j^sieh und den edlen
Ruollauden och gsächeu hab, die ich niemmer mer vermeint
io zesächen.« Hengiiold sprach zuo ira : »Dyß zweu sind öcli
üwer vettern: disser hie ist der gräf Oiljfier, und der ander
Doon von Nantweyl.« Do der bruoder Cleraraunt Rengnoiden
verstuond, do lüff er und nmmfieng sy bed und fuort grosse
fröad. Mann mag weil ermessen, waz froud sy fuortten, an-
16 gsächen das sy so nach gefrundt wärend nnd ein andren nie
gsäehen hüttend und inn so frömden landen wärend- Eines
tags, nach dem nnd sy frölicb gsiu wärend, do sprach Reng-
nold ziio dem bruoder r >Min lieber vetter, wir sind lang gnuog
hie gsinn. Daramm nemend wir urlob von üch , wann wir
M müeesend wider gen Paria. Wann ich sorg, wir mögend den
nüt £nden, den wir suochend : das ist RuoUand.t »Ir wer-
dend,« sagt der bruoder, »wenn ir ryttend inn die gegne uff-
gang der sunnen inn ein stat, da der kdnig Corador belegret
ist. Wann als er von hinnen schied, do sagt er mir, er wett
36 dalli nn rytten.< »WoU an, so wellend wir dahin rytten,«
sprach Rengnold. Damit nämmend sy urlob von den brüedern,
der gab inen sinnen sägen. Darnach sässend sy utf ire pfert
und machtend sich uff die sträö gegen utfgang der sunnen.
Wie Kengnold und sine zwenn gsellen ein tracken
ao Uüd eiu luwen mit ein andren stritten fundend, und
wie der traek von Rengnoiden ertödt ward.
Eines äbentz vast spätt, als Rengnold vor innen allen
reyt, do kämmend sy an ein lind , da was ein grosser grns-
sanimer track, der streyt mit einem löwen. Do sy Rengnold
35 ersach von dem manschiim, und erkant von ersteu nüt, dax
thierer wärend, sunders darumm, daz der track für ul^ warfl",
sprach Rengnold zno Ollyfier: 5'Ich gsich für under" einer
stnden , es railessend lüt da sin. Land uns luogen , ob wir
disse nacht lierberg finden möchtend!« Aber es was der track,
der warf so groß fürflammen , das das gantz holfcz darvon
glytzert. Do ay nach darzno kämmend, do fieng Bajard so- 6
vast an schnarchlep, daz Rengnold darab erschrack, und Olty-
tiers pfert schluog binden uf nnd Doons pfert wott mit gwalt
wider hindersich. Die heren wärend gar erstunnet, do sy dis
ungestürani thier ereäcliend und den löwen. Der warfct sich
mit aller atercky, aber uß ursach des fürs, 80 der track gegen lo
im warf, hett er sieb nüt lang mögen erweren. Do Rengnold
den stritt ereacb, sprach er, er wett dem lowen hälfl'en. Aber
er thett vor hin sin gebet zuo got, das im geliepte, durch sin
götlich© gnad im die gnad zegeben , daz er möeht diß frejs-
sam thier ertöden. Demnach stnond er ab von sineni pfert la
uß forcht , das thier geschantte imij. Darnach kamra er an
daz thier und gab im mit aiunem guotten echwert Plaraberga
vast groß Stretch. Aber das schwert sprang uff, als ob er
uö' t'in amboß geschlagen het, so gar hert schöppen hat er.
Darab Rengnold ser erschrack. Er stach inn nnden an buch, ao
aber er scliuof nut. Der low halff im, so vast er mocht. Der
fcrack det Rengnolden vyl lydena an mit dem atten als mit dem
für, 80 im znmm hals nß gieng. Do Rengnold gsach, das im
disser track sovyl mtieg gab und im das fleisch nüt xerschinden
mocht, do spracb er: »Ich gloub, du sigesfc ein Sathanas und aö
nüt ein thier.« Darum ni er nach mallen gott anruoft. Dem-
nach nachet er sich dem trackeo und gab im ein schlag inn
haiiä durch den willen gottes , also daz der koplf uff die ein
sytten fiel und der cörpell uff die ander eytten ; des er ser er-
fröwt ward. Und der low machet ira vest , als hett er im so
wellen danck sagen. Do Rengnold wider uf Bayard was, do
lacket der low Bayarden die sehänckel und füei. Ollyfier
und Doon [bl. 20] wärend geüuchen, wann es was innen nüt
möglich, daz ej ire roß beheben raöcbtend. Do sich Rengnold
allein n imm holtz gsach nnd nachtz, do ward er ser betrüept ss
und wüßt nüt, waz er tbuon sott, dann aliein sich zuo gott
keren, und sprach: »0 min gofc, der du durch din götliche
tugend mir die macht geben hast diß grussamra thier zeüber-
42
winden, cilas mir unmüglich was zeÖberwinden an din hilf, des
ich dir groß lob und danck sagen. Wyfcter bifc ich dich, mir
die gnad zegeben , daa ich loine zwen gaellen wyder finden I
niög.« Do RengnoM sin gehet gefchän hat, do duocht inn, der
fi low hett inu verstanden, und fieng an vor anhar zegän. Uad
Rengnold reyt im nach. Und der low fuort in durch ein
an gen weg dähio, da Ollyfier und Doon wärend. Die warend
inn groasera trnrren. Ollyfier sprach: »Nun bin ich wol ar-
hentzällig, daz ich also den edlen heren verlassen hab und
>o im weder hilf nach trost geben hab. Ich will wider zuo im
und im hälü'eu, iat er nüt tod, und ist er tod, so wil ich vjl
lieber sterben, dann daz ich inn nut räche, mag ich den grus-
saramen tracken finden. Aber ich sorg Rengnolden vyl ee
tod finden dann läbendig.« Darum sj bed wunderbarlich
15 leyd fuortend. Und machtend sieh utf die straß Rengnolden
zesuochen, da sy inn gelaaaen haltend. Und darumm, daz ire
roß nüt wyderumm har wottend, liesaend sys by einem brunneji
und giengeud, daz sy nüt wufitend, wo hin sy sottend , dann
an mitten durch das holtz, das sy weder sträiä nach weg
20 hielteod.
i
Wie die dry heren ein ryssen fuudend, und warumiu
inn Rengnold zuo tod schliiog.
Der gräf Rengnold ylt stetz dem löwen nach, der fuort
inn also recht, daz er von dem raänschinn sine zwenn gsellen
26 ereach. Deä er gar fro ward ; aber er ersohraek übel, do er
sy zuo fuoß gsach. Do Ollifier den löwen gsach , do forcht
er inn. Und Rengnold sprach zuo im: »Min vetter, hab kein
forcht ab dem löwen! Wüß, daz der groß track tod, und hab
den löwen erlößt, der ist mit mir kommen und hat mir den
a, weg zeigt, das ich üch funden hab. Er wtli nüt von mir;
ich gloub, er werde uns guotte gselaehaft halten. Aber sagend
mir: wo sind ir mit dwern rossen hinkommen? Hand ir sy
verloren?« Ollifier sagt zuo im: »Es ist war, do du mit dem
tracken strytten, das wir dir hälffen wottend, aber unsere roJj
*
m ick ^J inn he.
I
I
wottend nüt gän, geh wie wir innen fchettend, sunders truogend
uns an mitten durch daz holtz. Und damit und wir dir ze-
bilf kemmend, band wir ay by einem bruuen gelaaaen , wann
sy stundend styM, daz sy trunckend, oder änderst hettend sy
uns nach wytter treytt.« Rengnold sprach: »So iand uns an r.
daz end, da ir sy gelassen band!« Also auochtend syß ao lang,
untz das syfi fundend , ond säsaend wider daruf. Demnach
sprach Rengnold; »Ir, mine vettern, ich wett, das wir uß
diesem holtz werend.« Ollyiier und üoon sagtend: »Wir niöch-
tendtz wol lyden ; doch länd uns im nammen gottes rytten lo
and luogen, ob wir daruß kommen miSgend!* Also ryttend ay
dem 15 wen stetz nach, der gieng vor in neu allen anhär and
zeigt innen den weg. Und do sy ein wyll geritten wärend,
do gsäehend sy für inn einena hflßly, inn dem wänet ein grosser
freyasammer ryß. Der nani, do er die roß erhört, ein grosse u
atangen und lüff uß sinem hüßly. Und der erst, der im be-
gegnet, das was der margräf OUyfier. Und ee Ollyfier ainen
gwär ward, gab im der ryß ein semlichen streich mit sinner
Stangen au die brüst, das er inn ab sinem pfert zuo der erden
scbluog. Do Rengnold sin vetter OUifieren zuo der erden 20
gaaeli fallen, do ward er über uß ser bekümmert und sprach
zuo dem ryssen: >0 du hüerrig und filtz! Ee und der man sich
verbirgt, will ich dir ertzeigen , daz du wyder mich gethän
hast.« Und huob damit die band uf mit demyseinnen hentschen
und gab im ein seralicheu streich inn das angsicht, daz er im 25
all zenn im niul zerschluog. »0,« sprach der ryß, »ich ver-
lougnen minen gott Äppollony , wenn ich mich nüt an dir
räche.« Und huob damit sin stang uf, uff Rengnolden zno
schlacben ; der kart Bayarden umm, do er den streich gsaeh
kommen, und der streich gieng inn das ertrich, das er lut »
ertondt. Und hefc er Rengnolden troffen, so het er inn gar
zerklintst. Und der ryß tuckt den kopff mit dem streich,
und Rengnold, der was schnell, gab im ein andren streich
mit der fust, der was also, das der ryß tod zuo der erden fiel ;
des die heren vast fro wärend. |bl. 2t | Darnach stuondend 36
sy ab iten pferden und giengeud inn des ryssen häßly. Da
funden sy ein kleines hirtzly , den der ryß an ein spyfi ge-
steckt hat zuo brätten; des sy gantz erfrowt wnrdend, wann
8y Irnttend grossen hunger. by tüettend iren pierden die zourn
ab und gäbend inen graJä zessen. Der marggräf Ollyfier bryett
den hirtzen, und Doon suocbt im hü&ly ummliar, ob er nacb
ehvaz anders funde. Und suocht so lang, untz das er drii
B grosse brot fand und ein grossen kruog voll win. Sy liessend
den birtxen kummerlich gmiog blatten, Sy äugend inn ab
dem epyla und ässend inn , wann sy huttend grossen hunger.
Do Gy gesseu und truncken battend, do leyttend sy sich zao
ruowen und schlieffend, untz das es tag ward.
10 Wie Rengnold ein grossen grussammen wurmm er-
todt, damit und er eines kunigstochter erlössen möeht,
und wie der rnargriif Ollyiier der selbigen toehter
hold und gunstig ward, desglich sy imm och.
Do der tag harfilr brach, do sässend sy uff ire pfert und
15 machtend sich uti" die sträü. und ryttend atetz dem iöwec
nach , der gieng stetz vor innen die sträß hin durch. Sj
ryttend uuwytt, sy fundend buwig felder und land und fnn-
dend hirtten, dardurch sy marcktend , das gy nach by stet'
oder Schlösser wärend. Und inn dem, wie sy also ryttend, io
20 verstuondend sy ein groß und lutt gschrey von lötten und
gsächend vyl volck ufi einem wald fluchen gegen den itj
heren, die schrüwend mit heller stimm : »0 wee, wee !« Dff
hertzog Doon von Nantueyl atalt einen zuo red, zuo dem spraclj
er: »Min gootter fründ, sag mir an die ursach , warunim ir
2& also fluchend und ein so gros gaehrey füerend!« Der heyi
sprach zuo im: ileh wils üch sagen. Es ist war, das nw^
von hie dannen ein grosser w^urnira wänet by einer vast grossen
statt , der verwüest das gantz land , und der künig und die
innwanner der stat sind darzuo genöttiget, das sy dem wür"!
30 täglichen ein mentschen betzwungen zegeben sind. Und ist die
each so wyt kommen, dSiS im ufif den hüttigen tag des kußig
Corbana tochter geben wyrt. Die ist wunderbarlichen schön
und adellich und barmnihertzig ; darinuni es ein grosser scliad
sin wirt, das ein so scböne tochter inn söllicher gstal't sterben
SU und ir laben enden sol. und die gemelt stat ist gar ent-
blötzt der lütten von wegen des wurmms.« »Sag mir,c sprach
i
45
(engnold , »ob die statt nnwyt von hinnen sig.« Der heyd
sprach : »Ir werdend vor einer stund inn der gemelten stat
sin. Aber hüefcten uch vor dem grusaammen wurm , das er
lieh kein schmach bewysse! Wann er iat überuß ungemeß: er
ist vyl grösser dann ein ptert und vyl schwerer dann ein ochs; s
er hat die kläwen und" sitie zenn also acharpff und spytzig,
das kein yssen nach stacbel ist, das er mit damit durchstach
und bisse.« Do die hereu den heyden verstuondend, do wur-
deud sy sserätt inn die stat zerjtten und die innwonner zer-
löasen mit dein wurm. Also machtend sy sich nff die sträii lo
gegen der atat zuo. Und do sy darinu kämmend, do eutsali
mengklicber den löwen; aber er thet uiemmen mit, des sich
mengklicher verwundert darab. Sy kämend inn den pal last
für den küuig Corbant und für sin tochter und grüetztend sy
vast adelliclien. Do sy der kunig Corbant gsach, do sprach er ib
zuo innen : »Ir edlen ryttern, sind mir [und] rainem gott Machniet
wilkouimen, sind ir kommen min tochter entschritten vor dem
faltschen grussammen wnrmra. Ich bit öch, das ir mir ilwer
uaminen sagen wellend, und ufi weüichem land ir sigend.«
Rengnold sprach zuo im: »Her kiinig, wir sind uß des grossen 20
Türeken land. Und ich heyfs mit minem rächten nammen
Garnier vom löwen, und min der ein gsell heyiit Tauhis, und
der ander heyüt Mabon. Und gloubend all dry an Machinet,
Und do wir vernommen haiid die grofi not und gfär, darinn
ir und uvvere stat sind von wegen des wurmnis, sind wir bar 26
2U0 lieh kommen, und ilch mit der hilf utisers gotz Machmet«
^entledigen.« Do der kiinig Corbant den gräf Rengnold von
Muntabant verstuond , do sprach er zuo im: »Edler krieger,
'Düchtend ir so vjl ze wägen bringen, das ir den grussammen
'^'urmm ertöden und ummbriugen möchtend, so wett ich ilcb »0
den halben teyll [hl. 22] mines kiingkricha geben und darzuo
Juiu tochter zuo der ee, wenn ir iren begerend.« »Ich hoff,«
ipfftch Rengnold, »wir wellend üch entledigen mit der hilf
nnsers gotz Maclimetz.« Diewyl der kiinig utid Rengnold mit
ein audren i'ettend, besuch der marggraf Ollyfier die junckfrow, 3&
die was wunderbariichen schön. Deren ward er so gar hold,
das er zuo imm selbs sprach, er wett vyl ee sterben, stryttend
wyder den wurm, (]pnn das iui die so gar wunderbarlich schön
junclifrow not werden sott oder wnrd. Und Rengnold spraeb
auo dem künif? Corhant: /Aber, her, ich bin nüt koinmen inu
dis land, köngkricher zegwünnen nach ander guott, deßglichen
Öch raine gsellen, aunders sind kommen tiwer tochter zao lieb,
. B die so achön und adellich ist.«; Rengnold gsach Olliefieren an,
der hat atetz sine ougen nff der junckfröwen, nnd erkantt wol.
das er iren hold was, Darumm er zuo im sprach inn frantzos-
sischer sprach: lOllyfier, ich gsich wol, das unser zweu uff
eiuem täller essen werdend.« Ollyfier gab iinm kein antwurt
1« daruf, Sünders hat die ongen gegen der erden. Rengnold bat
den künig Corbant, er sott im ein Vflsinnen hentschen machen
lassen , der mit starcken langen yssinnen spitzen were. Das
liefä der künig thuon.
Wie der graf Rengnold von Miintabant mit dem
•" griissammen wurmm streytt, und wie sine zwenn
I gsellen nbel verwandt vvurdend.
Do der ysainn hentschen gemacht wws, do wapnettend sieh
die dry heren und sässend uflf ire pfert und ryttend ufi der
I sfcat. Und der künig Corbant und alles volck inn der sbt
I so gäbend inen das gleyt untz fi'ir der stat thär uß. Und der
künig Corbant sprach zuo dem gräf Rengnold von Muntabant:
»Edler rytter, gedenckend Qwer laben zefrisfcen! Wann ich
j. wett ee all min läbeu läng inn der underthentgkeyt des wurramü
1 beliben, dann das ich wett, das ein semlecher ritter, als ich
26 vermeinn, den ir aigend, umm sin manlicbs laben koraraeu
I «Ott.« »Des hand kein sorg, her!« sprach der gräf Rengnold
von Muntabant, »wann ich bin der hoffnung, ee und es myttag
sin werde, werdend ir von dem grassammen wurmm erlößt
und entlediget.« Die dry rytter machtend sich nff die sträß,
ao und der low gieng stetz vor innen anhär den rechten weg an
' das end , da der grussamm wurmm was und sich enthielt.
[ Und der künig Corbant nnd alles volck machtend sich, wider
in die stat und beschlusseiid daz thär wyder. Die dry heren
ryttend unwyt, der low stnond styll und wotfc not fürbaß gän,
*
21 Corbant] Corador he.
'%Bnn er gsacb den wnrmin kommen gegen im , der schluog
sine zenn einen uff den andren ^ wie ein uiülljrellen thuot.
Do inn Rengnold von Muntabant und sine zwen vettern er-
sächend, do sassend sy ab iren rossen. Aber sy haltend nüt
wyl und zjt abzesitzeu : der wurmm beyfi Doon inn sin b
schänckel und durchstach im den harniseh und das fleysch
untz uff das bein. Der wurmm was so vergyit, das Doon sin
sehänckel dar von gantz entzünfc ward und im bran. Er schrey
mit lutter stimm : »Ach , edler marggräf OUyfier, kuram mir
yllentz zehilf] Wann mich dunckt, ich habe für inn minem lo
schänckel.* Und mit disaen wortten fiel er ab sinem pfert
zuo der erden, als were er tod. Der marggräf Ollifier nachet
sich dem gräf Doon von Nantueil imni zehälfen ; aber do inn
der wurmm gsach gegen im kommen , do erwuat er inn by
sinem hälm mit den zennen und truckt inn mit söUicher stercky, i6
das er im damit den harnischt durchstach und ergreiff im
also das fleisch, das der marggräf Ollyfier zuo der erden fallen
muoßt. Und im fallen er wüst im der wurmm die ein band,
und het er den yssinnen hentschen not angehept, so der gräf
Rengnold von Muntabant hat lassen machen, so hett er im so
die band hinweg getragen. Und wie sich der wurmm tuckt,
Ollyfiers band zeverschlucken , do schrey im Rengnold zuo:
> Vetter Ollyfier, streck din armm , damit und ino die spytz
behebend !« Das thet der marggräf Ollifier, darumm er dardureh
den wurmm inn undertheuigkeyt und gwalL behuob. Do das ss
Rengnold ersach , do zog er sin guot seh wert Flamberga uä
und namß inn sine bed hend und gab dem wurmm ein sem-
lichen streich, das er im den kopff von sinem [bl. 23] cörpell
schluog. Und do der wurmm den schmertzen des todes be-
fandf do würgt er dem marggräf Ollyfier sin armm so st&rck, so
das es im unmüglich was den an sich zuo züclien , sundera
entpfand semlichen grossen schmertzen, das er nüt reden mocht
und lag am herd, glich als ob er tod were. Do daa der gräf
Rengnold gsacb , do thet er dem wurmm das mul nfi mit
siiiem Schwert und brächt sovil zewägen, das er im den arm ss
wyder ledig macht. Aber er lag nüt desterminder, als ob
er tod were. Diewyl ward die sach umm den gräf Doon voix
Nantueil umm sovi'l guot, das er wyder uf atnond ; des der ^räf
Eengnold voini Munbalmnt Viist fro ward. Aber der margräf
Ollyfier lag nach stetz äff der erden, das er weder heud nach
fües nflt roddek. Do die heyden gsächend, das der grussamm
5 wunum fcod was , do kämmend sy utä der stat und fuorfcend
vaat groJä fröud umm des gruaaaumien wuriuß toi. Desglichen
kämm öch uII der stat der kiinig Corbant mit grosser gsel-
scbafft, do er gsach , duz der grussamm wurmm tod was, des
er gros fröud fuort ; aber er gsach den gräf Doon von Nan-
10 tueil sorgklichen wund vor imm stän, und uif der andren
s-ytteu gsacb er den marggrat' Ollytier uff der erden ligen wie
ein todter mann, des er ser bekümmert was. Kr gsach den
gr&f Rengnolden und den graf Doon gantz bekümmert und
betrüept , wann sy vermeinttend , der niargj^räf Ollyfier were
16 tod. Darumm er so übel erschrack, das er nut wuüt, was er
thuon nach sagen sott. Nilt desterminder gieng er und umm-
fieng den gräf liengnold und den gruf Doon und sprach zuo
inen: »Ir edel ryttern , wie wirt es mir müglich sin ilch ze-
vergülteu die grossen guothet, die ir mir und all dysaem land
20 bewyssen band, das äti üch inn sorgen zeverliereu was, das
hand ir erlül^t uö aller arbeyt und kestigung mit üiver grossen
arbeyt. Darumm gib ich licli utnin alle vergeltnuü dyü kilngk-
rich und die krön, die miij ist; wanu ir hand es wol ver-
diennet. Aber ich winl atetz inn grossem klagen und truren
äüsinn^ wenn diaser rytter fcod ist.« Der gräf Liengnold voii
Muntabant sprach zuo dem künig Corbant: »Edler kilnig,
das klagen und truren hilft nüt, wann aller weit leyd möclit
im das läbeu nüt wider gebeu.« Inn dem, als liengnold voti
Muntabant mit dem künig Corbant redt, kam der marggräl
3ö Ollyfier wider ein wenig zuo im selbs. Und wie er sich
strackt, gehuob er sich übel und fieng all gmachest au reden.
Des der gräf Rengnold von Wutitabant und der gräf Doon
von Nantueil got loptend; wanu sy haftend do die hoffnung,
er wurde nüt sterben , desglichen der kunig Corbant und all
36 sin volck ocli.
l das] dz da» hs.
49
Wie der marggräf Ollyfier und die jimckfrow Foris-
senna, des küuig Corbantz tochter, ir liebe ein
andren erroffnettend.
Demnach gebot der kiioig Corbant siiiern volck, das sj
den wurm inn rlie stat trüegend und den kopff sampt dem
cörpell an das fürnemmest eiid inn der stat iiff ein steiny sul
stellen liessend, damit und inn yederman gsächen niöchteud.
Und demnach nam er den graf Rengnold von Mutitabant ß
und den gräf Doon von Nantueil und fuori sy inn diu stat
mit grossen fröudeu» Und die burger nämmend den murggräi
Ollifier und truogend inn inn pallaat xuuim aller senftuiüet-
tigesten, so sy kondend, und leyttend iou an ein vast achöns
bett inn einer schönnen kamujer. Demnach wurdeod die lo
besten artzet inn alleoi land beschickt iun xartKueu und rätt
an zethuon, und och den graf Doou von Nantueil. Der künig
Corbant lielä ein grosse boche nianv eilsteine sol machen utt
dem fürneui niesten platz in n der stat; uff die ließ er der dry
heren gstalt sehniden und setzen und mit gnldiner gscbrifft is
iiff zeichnen , wie inn deren ityt drj Leren kotinnen wärend
im die stat, und mit iren rechten nammen (wann sy ofl'iiet-
tend sich im, als ir boren werden), die bettend durch ir grosiä
inaiiheytten den grussamnieu ungestüraraen wurm ertodt, der
^ gantz küngkrich und land zerstört und verwüest hat und 20
alles zerreyß uud fraß, so er an komraeu niochL Do die heren
'H pallaat kämmend, do kam die [bl. 24J junckfrow, des kuuig
^Orbantz tocbter, die da hieß Forrysseniia, und kuüwet uff
""e knfiw für diu dry heren nyder und sprach zuo inen : »Ir
''^len ryttern, der raanheyt und rytterscbafft die oberiten, ich 25
"*iticken üch der grossen müeg imd arbeyt, die üch geliepfc
|^*t zehaben von niinetwegen, durch die ir mich und alle die
"^n dysseui kiingkrich erlößfc band vor dem tod und pyni-
SUög. Darunim dancken ich ilch zuram höchsten und ergib
**ich gentülicben an üch.« Der gräf Rengnold von Munta- j«,
"*^tot nam die junckfrow by der band uud buob sy uff und
*Pfach zuo ir: »Edle junckfrow, ir sind sinn woU wertt, das
"^^^n vyl von üwertwegeu thüege ; wann es ist mit guottein
UorgftQt der ilcie. ^
50
willen uod gern beschechen«. Die heren belibend ein lange
zyt an des künig Corbantj; häf, warttend, iintK das der marg-
gräf Ollyfier siner wunden genesse. Aber er mocht uüt ge-
nessen, uü ursaeh , das er der junckfrovv Foryssenna so gar
6 hoM was, das er weder tag nach nacht ruowen mocht, nach
weder essen nach triucken. Darab die artzet inn grossen
ängsten wären und ser erschräckend ; wann sy wußtend nüfc
von der kranekheyt, die er inn sineui hertzen hat. Nun be-
gab es sich eines tags, das die junckfrow Foryssenna den
•0 marggräf Ollyfier kam beäächeu inn sin kanimer, und glück
wütt es haben, das sy sich allein by ein andren l'uudend.
Und durch des luarggraf Ollyfiers red erkant die junckfrow
die liebe, so er gegen ireu hat. Darumm ward sy im niit
annder hold, dann er iren was. Und do der niarggraf OUy-
15 Jier marckt und erkant, das sy inn öch lieb hat, do ward er
wunderbärlichen erlVöwt. Und sy fuortend ir liebe lange zyt
mit ein andren, das sy niemraand gwär nach inen ward ; wann
diewyl der niarggräf Ollyfier kranck was, kamni in die junck-
frow Fory?)Seuna altag besuchen, und sagtend und erroflnet-
20 tend ein andren ir liebe und wurdend niemnier nier möed
und vertrüssig by ein andren zesinn. Do der niarggräf Olly-
fier und der gräf Doou wol geuessen wäreud, do beruoft sy
Rengnold und sprach zuo inen: »Ir, mine heren, ir wüssend,
das wir unser land, frund und vettern verlassen band, uosern
25 frommen vetter Ruollanden zuo suochen. Daruinra dunckt
mich, das es zyt aig von hinnen zescheyden. Und mich
dunckfc guot, wir sollend unsere nammen dem künig Corbant
sagen, damit und er wüiä, wemm er guotz schuldig sig der
diensten, so wir im bewyssen band. Desglichen will ich ver-
30 suochen, ob er sich zuo krystenlichem glouben bekeren well ;
wann möchtend wir sovyl zewägen bringen, das er und all
sin volck und underthännen Krysten wurdend, so bettend wir
Hier geschaffen , dann bettend wir all würmm , so inn aller
weit sind, ertödt.« Disse meinung gfiel dem raarggräf Olly-
36 fi.er und Doon von Nantueil wol. Der künig Corbaut lieü
thurnieren und stächen und alle kurtzwyl triben und machen
den dryen heren zelieb und zuo eren , damit und sy willig
51
von im scheiden mäcbtend. Aber der marggräf Ollyfier gsach
ü|^n kurtzwil, die im so wo) gfiel ala die edel Forjssenna.
Wie der küum Corbant und all siiie uutherthanDen
den waren krysten lieben glouben an uammeiid.
I
^p Eines taga beruofft Rengnold den küniir und nam tun r>
an ein ortfc und sprach zuo im: »Edler kunig, wir sind üch
vil guotz schuldig von wegen der grossen ereu und frflut-
schafftj so ir uns bewysisen band. Es wirt niemmer sin, das
wir nüfc an üch und an üwer guothet gedenekeud. Und damit
und ir dester baß wussind, wemm ir sovyl eren und guothet m
gethän habend, so müssend, das ich Rengnold von Muntabaut
bin, und dysser ist der marggräf Ollyfier von Gennow, und
der ander ist der edel gräf Doon von Nantueyl. Wir ryttend
also heimlichen inn der weit umiuhar und suochend den gräf
Ruollandcn , der ist ab des niechtigen keyser Karly^ , sines i*
vettern, häff gescheiden. [bl. 20] Und wyr wässend nüt, wo
wir inn snotdien sond, dann das uns ein bruoder oder klußner,
unser vettern einer, gesagt hat, er sig für inn gerytten [und]
inn die gegue gegen iififgang der sunnen gerytten, und das er
ein grossen ryssen mit im füer , den hab er durch sin ver- 20
nunft und geschickligkeyt ^uo unserem krystenlichem glouben
bekert. 0, her künig Corbant , das der oberst gut wett, das
ir oucb also thettend, als der ry& gethäo hat ! So wurd ich
sinn erfrijwt; wann alle die, so Machmet und die anilreri falt-
sehen götter anbättend, die band kein macht nach kraJBft, sind "ß
gewüßlich all uif dem weg der ewigen verdarapnus. Daruram,
her kiinig, rätten ich ilch by guotten triiwen, das ir iren falt-
schen verflüechten glouben verlässend und die grotä sorg er-
messind, inn deren ir und die üwern byßhar und so lange
zyt gevveßt sind, und gloubend an ünsern got, der ist wärer a*>
schöpffer des htraeJs und der erden und aller dingen , der
hat unsere mentscheyt an sich genommen und tod und mart-
ter gelytten hat, die zeerlössen und entledigen , so an inn
glouben wurdeud, und die zeverdampnen, die nufc an inn glou-
_Ueu wurdeod; wann er ist almeehtig. Und vermeinend ir, 35
4*
das ich nach mine gsellen an sin hylf bettend mögen dissen
grossen und grussamiiien wiirmm überwinden, den alle die
eines mechtigen küugkriclis und landes gfürt und entsessen
band und nut band törffen angrjfffen? Aber diiriiinm, das
^ unser gott gantz güettig und barmhertzig ist, hatt er ver-
hängt durch sin gütliche zuosehickung, das wir hie für ge-
rytten und bar kommen aind, das land ulA den grossen sor-
gen und jaramer zuo erlassen, darin n es so lange zjt geweüt
ist. Und ir sond wüssen, her kunig, das diaser wurmm von
10 dem obersten här inn dy£i kungkrich geschickt worden ist üch
zesträiFen darumm, das ir und die üwern so lange zit die falt-
scbeu lind betrogenlichen abgÖtter angebetten und geeeredt
bimd- Darunini , wend ir die ewig früud überkommen, ao
verlassend Machraet, Appollonj und Talwygant und all ander J
1" faltsch göfcter, die ir anbettend und unta bar angebätten band, '
und kerend üeh zno dem »wären gerechten und obersten got
und sagen im grossen dauck umm die grossen guothet, die er
uch und den üwern bewyssen hat und allen dennen inn üwe-
rem kungkrich. Wenn ir wol ermessend die zjt, inn deren
20 wir bar kommen sind, das was inn der stund, do üwere
schöne tochter sterben und uramkomtnen sott, ir werdend
finden, das es durch gütliche Ordnung tmd zooacbickung be-
schechen ist. Darumm rätteu ich uch, das ir üeh zuo dem
obersten alnieehtigen gott kerend, der mag üch selüg niachen
!s oder verdanipnen, und bittend inn, das er üch gnedig und
barmherzig sig, üch und allen üwern undertbannen.« üo der
beydisch kunig wol gehört und verstanden hat das, so der
gräf Rengnold von Muntabant mit im geredt hat, do bedächt
er sich ein wenig, das er im kein antwurt gab daruf; wann
m die sash was im schwer, schnell daruf anfcwurt zegeben. Aber
ye doch zeletst durch götliche inngiessung und mit silnfftzeii
sprach zuo dem gräf Kengnold von Muiitabant : *Edler rytter,
syt das ir der gräf Rengnold von Muntabant sind, deßglicben
inn aller weit nüt ist, der ander der raarggräf OUyfier und
an dysser der gräf Doon von Nantueil, die so manlich rytttr
aind, so bekenn ich und vergich, das ir hie har kommen und
*
3 gfttrt] vergl. atiM.
geschickt worden sind durch (iwern gnedigen und güettigen
got und nüt von Macliemet, Äppollony, nach von Talwyganfc.
und danoit das mir tiwer güetfciger got mine sönd und übel-
thet vertziche und mir gebe am end miner tagen die ewig
fröud und selligkeit, bin ich hiufür des willens, den närri- 6
scheu und betruglichen glouben zererläasen, inn dem ich hie-
vor geweiät bin, und will ein Krysten werden und mich toufiFen
lassen und will den chrystenlichen glouben annemen. Dar-
zuo will ich sovil verschaffen, daa inn all mine underthannen
annemnien werdend. 0 edler gräf Rengnold von Muntabant, lo
dich beniiegt nüt die wurnim zetöden, ryssen, Turcken und
beiden mnm zebriogen, suuders bekarttesfc durch din berüef-
fen und bredigen die heydischen fürsten und künig, desglichen
ander ungläubig ; darumcn bistu grosses lobeß wirdig under
allen fürsten inn der vrc]t.* Der künig Corbant hieß sin 'b
tochter, die junckfrow Foryssenna, reichen und beaehieken die
obersten sines küngkrichs. Also kämmend iren sovil, das der
sal des pallastz voll ward. Demnach [safczt] sich der künig
ufF ein hochen stuol und ertzalt sinem volck all sin meinung,
und wie er Machmetz glouben verlassen wett, den er so lang *<•
gehalten bett, der were fiiltach und böß und vollen verfüe-
rung und trug, und wett [bl. 26] der Kristen glouben an-
nemmen , der were guot unnd heillig. Also ward das volck
durch den wyllen gofctes des wyllig, so der künig wott. Dar-
umm wurdend darnach in kurtzen tagen der künig und sin -'s
tochter und alle die in der stat getoufft, deßglichen alle die,
80 inn sinera land wärend. Die dry heren wärend vast fro,
do sy alles volek kristen gsächen, und fuorttend grosse fröud
und Joptend got darumm, das er sy erlücht hat, sinen heiigen
glouben an zenemmen, Ollyfier was gantz frölich in der ">
lyebe und fleug vil kurtzwyl an , ainer junckfrowen zelieb.
Sy hattend ein andren so lieb, das eynß nüt on das ander sin
mocht. Wenn Rengnold vom hinscheiden sagt, so fand Olly-
fier allwegen etwaz entschuldigung, oder er wer nach nüt
wol gen essen, oder gehuob sich einer andren krancklieyt. Es ^^
ist ein groß ding umm die lyebe, die hat vyl macht, als dann
an Oliftier wol erschein, den hundert man nüt bettend mögen
heben, weder liebe der fründen nach mag hattend in mögen
bebfbeu, und ein eiuige toetiter beliuob inii in IVömbden lan-
den. Und was wyJlig die botben mtuibeytteu zeverlässen, die
er zetbuon in der weit gewon was, mm das er by siner junck-
frowen were. Nun wend wyr die dry heren guot gschir ma-
6 cbeo lassen mit den nüwen Krysten uud weud von gräf Ruol-
laudcn sagen.
Wie RuoUaud den stryt wyder Merydiannii verseyt,
uod wie ir vatter ßengnold beschickt mit im ze-
strytten, und wie des kiinig Corbantz tochter zetod
'" tlel von ülliffiers wegen.
Eines tags gedacht Meridianna an ira bruodera tod ; do
Bcbiekt sy ein herold iu des kutiig M.iö'redons Iliger ßuol-
landeu sagen , sy wetfc mit im stryten Hb an üb , ira bruo-
dera tod rilobeu. Do RuoUaad den herold verstuoud , do
16 sprach er , ur were nüt so ein nüt sollender rytter, daz er
wider ein junckfröwiy strytten wett. »Und eag ireu, daz sj
sich anneramuie zespinnen und nüt zcstritten wyder die fa-
renden ritter!« Do der herold Ruollanden verstanden hak,
do kurt er wyder in die stat uud ertztdt Meridianua daz, so
20 im Ruolland zeantwurt geben hat. Darab sy schier toub
ward und spritcli : »0 iniu got Tahvyguut, schick mir den
tod, ßjt ich also nienert hin von dyösem pürisuhen rytter ge-
achtet werden muoß, der rain bruoder Leonet ertödt hat, den
icli so lieb bat, des tod ich räcben wot, und er wyl nüt mit
S6 mir strytten. Es feit weunig , daz ich nut doub wird.« In
dyssen tagen kam ein rytter in die stat, der brächt uiere von
dem giäü' Renguoldtn von Muntabaut, der so mechtig was,
daz er den wurm ertödt hat, der das gaotz laiid verwuost;
und der gemelt rytter were an des kunig Korbans häf und
ia hieß Gernyer vom löwen. So bald Meridiana den rytter ver-
stuond , do nam sy einen botten und schickt den zu küni|j
Corbant , der was irer früud > iu hätten , das er iren den
mechtigen rytter schicken wet, der au sinem häf were , der
den wurm ertödt het. Der bot reyt fao redlich , das er au
91 kuuig Corböütü häf kam. Uud kam für in und gruotüt in von
dem künig Corador und siner tochter Merydiaaaa und seyfc
im, wie der küuig Maffredon mit einem grossen ?,üg die stat
belegrefc [bL 27] hat, und hefc ein rytter in siner gselscliaft,
der het Leonet ertödt , und het ein grossen ryssen, und die
zwen thettend dennen iu der stat vjl lyttens an; darumra in *
der küßig Corador und sin toeliter bettind, das er innen den
rytter schickte, der nn sinem häf were, der den wurm ertödt
het. Do Korbant den botten verstanden hat, do sprach er
zuo Rcngiiold : »Ich bit üch, daz üch und üwere gssellen ge-
liebe den künig Corador zentacbütten; der ist alt und ein lo
frommer mon und ist min früiid. Und hat nun ein tochter,
die ist so uiechtig, daz kein rytter sy uü dem sattel feilen
mag, geh wye mechtig er sig, und sy ist der schönsten toch-
teru einy in der weit. Dnd es darf daruf stän, wenn MaflFre-
don von üch überwunden wirt, daz Corador und sin tochter, i»
darzuo alles land Kristen werdend, wie wir gethän hand. Und
ich sicheren üch , das Maffredon kein ursach nach recht hat
den künig Korador zebekriegen; wann wüßte ich, das Kora-
dor unnrecht het, wett ich üch tallig biitten dahin zerytfcen,
Daruram bit ich üch, das ir zuo im ryttend«. Do Rengnold ao
den künig Cor baut verstuond, do verdacht er sich eiu wenig
und besint öich, daz im der apt gsagt hat, RuoUand were in
daz selbig land gfaren. Darumm er Korbant verhieß dahin
zerytten, und wett Maffredon ertzeigen, daz er unnrecht thäa
het, daa er kommen wer den künig Korador belegren. »Da- s"
ruram eiibüttend Corador, wir wellend vast bald by im sin !«
Also dancket er Rengnolden gar vast sines guotten willens
und seit dem botten, daz er wyder zuo sinem heren kartte
und im seyte, er wurde die heren vast bald haben, so er be-
gertte. Der bot kam wyder zuo Corador und zuo frow Me- ao
ridianna und seyt innen die raere , so der künig Corbant, ir
fründ, innen eubot, das was, das der raanlich rytter, der den
wurmra ertödt hat, und sine gsellen vast bald by innen sin
wurden , Rengnold und sine gsellen nammend arlob von künig
Corbant, im danck sagend siner guothetten. Und begabend s»
sich .vast in einen dienst: ob im etwas begegnette, so solte
er sy beschicken , eo wettend sy all andere geschafft lä^ssen
und im zehilf kommen. Der künijjj Corbaut dancket innen
k
vast und sprach , er und all ain künigrich werind in irem
willen. Olliffier nani urlob von der schüiwifn Forissenna. Und ir
sond wössen, daz es nüt an groß sünfftzen und klagen be-
schach. Do sy hinweg fuoren, gieng Forissenna in ein bo-
6 chen thuni im pallast , das &j iren fiüud Olliffiereii dester
länger gsüchen möclit. Und do sy inn uüt mer gsäehen
mocht, do fiel sy zetod bin ab ab dem thurn. Do es Corbaot
vernam, fuort er ein wunderbarlich gros leyd. Und gieng
da b^n, da siner tochter lichnam lag, und do er sy tod gsach,
lohet man in nüt gehept, so het er sich selbs ertödt. Und
sprach : »0 gluck, wie bistu so faltsch und untröw ! Du hast
mir all min guot und hoffnung genomniea. Ach , wie was
ich so fro, do ich wüßt, daz min tochter 7ora tod erlößt was,
zuo dem sy verrurteilt was dem wurm ! Aber die fröud hat
ib mir unlang gewert. 0 liebe, du gibst wot nmm ein früud tus-
send leyd, die wyl du miner einnigen tochter tod nrsach bist.
Ach, ich bin alt und on kind. 0 laltsche wält, du ertzeigst
mir wol, das der wol thorachtig ist, der dir vertriiwet!« Kor-
. baut ließ ein schön grab machen nach krystenlichem syfcten,
so in das ließ er sin tochter leggen. Und ließ daruf schriben,
wie sin tochter vom tod erlößt worden was von dry fröumb-
den ryttern, und von der grossen liebe, so sy gegen dem einen
. hat, were ey zetod gfallen. Nun lässend uns den künig Cor-
bant sin leyd füeren und länd uns wyder von den hereu sagen,
2s die gegen des künig Maffredons leger rytten den künig Co-
rador entechütten.
Wie Rengüold und sine zwen gsellen iren vetter
Magis in eines alten mans gstalt funden,
[bl, 28] Die dry heren rittend so vast, als innen raüg-
ao lieh was, als sy dem künig Corbant verheyssen hatteud. Olif-
fier reit und dächt an sin junckfrow Forissenna; der wüst
nüt, daz sy tod was. Eines tags , als sy au mitten in einem
holtz wärend , das was mer dann fier tagreyß lang , do fun-
den sy an irem weg ein man, der duocht sy so alt, das er
86 kum einen) ni entgehen glich sach, so gar ghär und grunipffeu
was er, und duocht sy, er mochte sich nüt euthün. Do iu
Rengnold gsacTi, cß nachet er sicü zuo
zuo im kuni, diiocht er in nach uiigescbaJfner den vor. Der
alt sprach zuo im: »Ich bit dich, ritter, durch den, an den
du gloupet , daz du mich ein wenig uff din pfert sitzen las-
sest, hyJä das wyr uü dysseni waUl kommen; wann ich mag a
sust nüt hinuü komineu.« Rengnold hat eibermd über den alten
mau und safä ab Bayard trnd Itielt in by dem zügel, nntz das
dt-r alt mau daruf was. Und Doon saß ab und half im uf;
wann in diiocht, er het iiöt on hilf mögen uf sytzeii. Aber
do er danif was, nam er den zouui, und duocht nüt, das er lo
kranck wer, sundera lyeß Bayarden louffen, wie ßengnüM, und
fieng au durch daz holtz rennen. Des die heren ser erschrä-
cken. Rengnold sprach: »Nun bin ich wol betrogeuj daz ich
min guot pfert Bayard dyssem alten geben hab. Ich besorg,
er werd uns gnuog zt^schaffen geben.« Ollifier sprach zuo im:i5
»Sitz utf Galantiu und ryt im nach!c Rengnold was sinn
wyllig und salä daruf und rant dem alten man nach , sovast
er inocht. Aber Galautin mocht ßayard not eryilen, und
^S'&s gar im scbweis, wümi er truog ein grosse liurdy. Kein
roß mocht sich zuo Bayard verglichen mit stercke nach mit äo
louffen. Rengnold reit im nach und schrey, so vast er mocht,
aber es was als uniinsust; uunn der alt man was achon wyt,
und het er nüt styl ghept, Rengnold het in nienimer erylt.
^^'^aan do er gnuog geränt hat, huol> er styl. Und do Reng-
nold by im was, sprach er zuo im: »0 du faltscher alter, ss
du gibst mir boß umm guotz.« Und der ait sprach zuo im:
»0 faltscher mörder , waa wy t thuon ?« Also bekant Reng-
nold,, daz es sin vetter Magis was. Des er vast fro was und
sprach zuo im: »Min vetter, ich verwundern mich gar, das ich
^ich in disseu frömbden landen fanden hab*. Magis sprach i^"
'Ich äichern dich, min vetter, das ea nüt on ursach ist.« In
"flu kämmend Oliffier umi Doon , die sassend bed uff Doons
i^oß. Und do sy Magis kanttend, wurdend sy vast fro. Ollif-
ier sprach zuo im: »Du hast uns xirsaeh geben, daz wir büß
off dich tächt band.« »Ir, mine fründ«, sprach Magis, »ich ^6
""i üüt on ursach koiumen. Es sind yetz fier tag , daz ich
von Paris schied und reyt gen Muntabant und besach mine
ööecher, also das ich wüßt, das ir in ein^m vust sorgklichen
land wärend und daz ir liylf und trost nottiirfftig wärend,
daramm bin ich z,uo üch kommen. Waon ir mögend in fier
tagen nüt nl djssem wald kommen. Daruram hab ich üch
eines krutz brächt: die wyl ir sin in dem mund hand, wer-
a deud ir weder hunger nach turst haben , nach üwere roß
öch.< Die heren nämmend sin und loittend sin inn ir mund.
Do vergieng innen glich allen turat und hunger, so sy hat-
tend. Und also, wie sy mit ein andren rettend, do erschein
gechlingen ein groß wyß pfert vor innen , des sy sich all
10 [bl, 29] verwunderttend. Und Magis sprach zuo Rengnold:
»Min vetttir, nira Bayard wider, wann ich bin mit einem and-
ren verseehen. RuoUanrien halb werdend ir raere von im
verneraraen in künig Maffredons leger«. Magis saß uff sin wjfi
pfert und nani urlob von den heren und reit so schnei, das
iB er in dry tagen zuo Muntabnnt was. Und die dry heren fuo-
rend uff die sträa dem Ibwen nach, der zeiget innen den weg.
Und sechs tag, nach dem und Magis von innen geritten was,
kamimend sy uff ein kleinen berg ; do ersachend sy ein grosse
atat und umra die vyl isellen and hütten. Daz was des kunig
20 Maffredons leger, der rust sich ein stürm zegeben.
Wie Hengnold und siue gsellen an des kunig Cora-
dora h"f kämmend, und wie Rengnold imd Ruolland
mit ein andren strytten.
as Die dry heren kämmend an daz thär der stat. Der port-
ner fraget sy, wer sy werind. Doon sprach : »Wir sind fa-
rend ritter, bar geschickt durch den künig Corbant«. Do in
der portner verstuond , thet er inen yllentz uf, und sy ryt-
tend hin in. Und der low gieng stetz vor anhen ; den forch-
30 tend die iüt und fluchend in die hüsser. Die raere wurden
bald inn pallast brächt, die dry ritter ab des kütiTg Corbanti
häf werind in die stät kommen. Des der künig Corador vast
£ro was und rast sich sy zentpfaeheu. Sin tochter Meridianüft
leit ire aller scbönaten rück an und ließ ir junckfrowen zie-
36 ren zum besten und kam in sal. Die heren sassend ab iren
pferden, do sy im häf wärend, und gieagend die stägen uf.
Der künig Corador warttet iren oben an der stägen, der ein-
pnehg sy Tuit grossen fröuden. Sin tochter was by im, die
schein für all aader ulä , als die sunu für die steronen. Do
Rengnold ey ersacli, sprach er zuo OUifier: »Ich hob nie so
schönne creahiren gsächen.« Ollifier antwurt im: »Ich ver-
meiu, das am hirael kein so scbönner nach so lutter sterniien s
sig, dann wenn sy nebend innen stüende, sy wurde innen den
schin nemmeii.c Ben^nold sprach zuo im : »Uüet, das daz
nüw für das erst uöt erlösche! Ich furcht, dieser junckfrowen
schöne weid dir die liebe nemmcn, so du zuo Forissenna
hattest.« »0«, sprach Olliffier, »wenn ich tussend jär läpte, ia
60 müeßte mir Forissenna lyehe nieiuer nier uß dem sinn«.
Dyü alles seyttend sy in frantzösischer zungen. Der künig
fuort sy in den sal und hieß sy wilkomm sin und ordnet, das
iren rossen wol gewarttet wurd. Bald darnach ward der ym-
biß bereit. Der künig hieß sy zuo im sytzen und sin fcoch- 15
ter nebend innen. Sy wurdend wol gespiöt mit raengerley
spis nach heidischem sitten ; wann der künig und sin tochter
flissend sich innen guot gschir zeniachen. Nach dem ymbiß
uani der künig Korador Rengnolden und sine gsellen an ein
ort und sprach zuo innen: »Ir, inine bereu, es ist war, daz aj
der ruoni üwer mauheit bekant ist inn aller dysser gegne.
Nnn ist es war, das der künig Maffredon miner tochter so
gar hold ibt, und darumm, das ich im die verseit hab, hat er
mich belegret. Und min tochter müelä im werden wider minen
willen, dar zuo daz gantz künigrich. Und er hat mir yetz gs
mines volcks vil ertödt. Und ist angferd ein frömbder ryt-
ter zuo im kommen, der ist vast mechtig ; wann er hat mir
min sun ertödt, der so manlich was. Wann ee disser rytter
kam, hat [bl. 30] Maffredon kein man in siiiem züg, der
min SUD törifte bestau; aber syt er kommen ist, so ist mines so
volcks keiner, der sinen beuten törff mit stritten. Und disser
rytter hat in siner gselschaft ein wunderbarlichen rissen, der
treyt ein grossen gloggenkalien, mit dem schlecht er mir all
min voick zerurapff. Und er hat iren sovil ertodt, duz in
min Tolck entsitKt, also das sy nüt mer uJä der stat törffend sö
kommen. Daruuim , tuine bereu, möchtend ir sovil zewegen
bringen, daz ir dissen ritter uud ein ryssen überwinden möch-
tend, so schweren ich üch by allen minen gütteru, daz ir kein
80 gro8 ding nüt höiiscben könnencl, ä&s es ücli nüt werde von
mir oder min tochtcr , oh sy einer mider ücb baben wett.
Dann weun dis zwen Überwunden werind, so wurdeud die üb-
rigen lycbtlich (iberwuaden.« Des künig Coradors tocbter
ä was gegenwirttig, die was so scbou, das Olliffier sine ougen
nüt ab-iren thnon koud, und was so gar vertzuckt, das er
nüt wiifit, wo er was, und verkart zum dickern mal die farw.
Das ersach Rengnold wot. Nun ist war, das der künig Maff-
redou ein specher an des künig Corudora baf bai; der schied
10 von bäf, do er die dry ritter gsäcbea hat, und gieng iu Ma£F- ■
redons zell und gruotzt in. Der kutiig sprach zuo im: >j\liü
fründ, waz ist nüws an Coradors bäf? Hastu sio tochter gsä-
chen, die ich eo lyeb hab?* Der specber sprach zuo im:
»Her, ich bab die junckfrow wol gesäcben. Die denck nüt
16 vyl an üwer liebe; wann sy und ir vatter sind gar erfröwt,
wann uff den büttigeu tag sind dry frömbd ritter kommen,
die sind lang und mächtig und vast kostlich gewapnet. Der
künig Corador hat zuo innen gsagt in miner gegen wyrtti^'-
keyt: mögend sy ein ritter und ein ryssen überwinden, so
20 well er innen alles daz geben , so sy im höuacbea werdend,
oder sin tochter Meridianna, so einem under innen liepte difl
zenemuien«. Ab der red ward Maffredon gantz unrQewig, do
er hört von deren sagen, die er so lieb hat Ruolland sprach
zuo im: »Her künig, schicken dem künig Corador ein botten
25 und entbütten im , das aller dingen gerüst sig mit den rit-
tern zestritten, die nüwlingen an ainen häf kommen sind!«
Also schicktend sy ein botten zno Korador, der sagt im cIMt
so im Maffredon enbot von sines rytter Brunors wegen. Ko-
rador seit Rengnolden das, so im siu fyend enbot. RengBoW
3" gab im autwiu-t, er wer gantz bereit und begertte kein ander
ding. Und Olliffier, der schon Meridianna hold was, ylt »nt-
wurt zegeben und sprach zum hotten: »Gang und sag dem
rytter, der sich so mechtig macht , das er sich uff dem feld
finden laß, so werd er zefechten finden«. Der bott karb wider
35 zuo Maifredon und seit im, das die rytter gerust werind und
das sy inn nach all sin volck wenig entzessind. Ruolland
sprach: »Ee fier tag vergänd, wyl ich ay änderst lernea
reden.« Morgant sprach: »Ich tbuon mich uü, wenn ich sy
>ekrätteii mag, daz ich sy all dry mit einem seil binden wyl
und sy einer burdy har tragen wylL« Rengnold und siue
gseÜen wapnetteiid sich , und Meridianna half Oilyffieren
wfipneü, wann sy was im öch hold. Aber daramm, daz Reng-
nold wol wüst, daz es der manlieli Ruoiland was, do wot er &
Buyard nüt mit im nemmen und wott nüit, das Oliffier Ga-
lantin nemme , damit und Ruolland sy nüt von anfang er-
kautte , sundera rammend anderft roLi , difi innen der liünig
gab, und truogeHd frömtide zeichen an iren hämischen. Do
sy gewaptiet wärend, sassend sy uff ire pfert, daz sy die füeß lo
nüt in die stägreif thättend, des der künig und sin tocbter
sich gantz verwiiu derettend. Sy schied end von Korador und
siner tocbter und ryttend ufi der stat und kämmend an das
ead, da man gewonheit zestritten hat. Und Rengnold blyeiä
ein hörn. Und so bald daz Ruolhind hört, wapnet er sich la
und salj uff sin pfert. Und .er und Morgaut kämmend an
daz end, da die dry heren wärend , und gruotzfc sy in beidi-
scher zungen. und do er den löwen gaach, lieng er an Reng-
nolden schälten und sagt: »Das ist nüt ein zeichen grosser
könhejt ein semlicli thier bringen, das für üch stritten soll. 20
Mich dunckt, [bl. 31] es sig ein grosse grussamkeyt ao üch,
daz ir thierer bringen , so die [lütj zerryssen«. Rengnold
sprach: »Du werest ein guofcter prediger, du retst und weischt
nüt waz. Wann bekanteatu disaen löwen, du wurdest nüt
sagea , waz du sagst. Wann der low ist der natur, das er 25
keinem meutschen nüt thuot, ilaau dennen, die unnrecht mit
' mir strittend , oder dennen, die etwaz verrettery im gmüet
band«. Do RuolJand die natur des löwens erhört, do ver-
wunderet er sich und sprach zuo Rengnold: »Riiter, läfä uns
zuo end kommen! Wiltu mit mir stritten, so bin ich bereyt; so
wann ich hof dir zethuon, wie ich mengem raer thäti bah.«
Doon sprach zuo im : ȧekantestu den wo], mit dem du retst,
du wurdest nüt so frisclilich reden.« »Ot , sprach Morgant
zuo Doon, »kanttestu min heren rocht, du wurdest von foreht
zyttren. Kumni har! Ich bin nüt gewapnet , wie du bist; 35
aber wiltu, so will ich mich mit dir versuocben und wyi dir
ertzeigen , mit wemm du retst«. Do Doon den rysaen ver-
stuond ^ do ward er undultig und leyt sin gleu in und
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kam gegen dem ryssen und traf inn uff die schultern uad v6f''
meint inn zuo erden feilen. Aber der rjß rott sich nie dar-
ab. Und als Doon für faor, gab er im luit siuem kiilleu uflF
den Bchtlt ein so bertten streich, das er sich darab duckt. Do
6 im Morgan t gsach schwäncken, erwuscht er in by den armen
und warff inn uü dem sattel und luod in uff sich und truog
inn inn MalFredons zell und scbanckt im den. Do in Mu£F-
redon gsach , ward er vast fro und Kchvvuor by sinem got
Machmet, so bald Brunor kemm, müelät er au ein galgen
in gt'henckt werden. Und Morgant kart wider da hin, da Ruol-
land was. Do nun Rengnold gsach Doon hin weg tragen,
ward er vasfc trurig und sprach kuo Ruolland : »Kytter, icli
wjl mia gsellen ob dir rächen, aber ich wyl vorhin den löweii
an binden , das er dir kein untzucht bewysse. Wann icL
IS weis, das du unrecht hast und ich recht«. »Wir werden es
gsächen mit den schwerttern« , sprach Kuolland. Rengnol'l
saß ab und band den löwen an ein boura, und saß dem
nach wider uf und Nprach zuo Ruolland : »Rytter, gedenck
dich zewerenl« »Ich hin gerast«, sprach Ruolland, »nun hh
20 ich des löwen halb kein sorg«. Die zwen rytter rittend hn\-
dersich und kämmend gegen ein andren mit semlieher sterckji
daz ire sper zuo stucken sprutzteud, und traffeud einandren
mit den liben so herttigklich , daz sy bed zuo erden ßellenJ-
Die zwen rytter stunden wider uf und zugend ire Schwerter
25 uü und Sengen ein ht-rtteri stryt an. Man het och nut gwüßti
wellicheni mau den vortteil hett sollen geben ; der dissen strit
gsächen het , der het mögen sagen , er were von den '/wey
besten ryttern gschiicben in der wält ir sond uüt sorgWi
ob Rengnold sin vetter nut sparet; wann er gab im fe'"
3» rechten streich und schhiog in atefcz uff den heim, winio
er wüst wol, daz er so starck was, das kein scbwert so goft
was, der inn gschedigen mocht; wann er wofc in not sclie-
digeu. Aber EuoUand, der kaut in nät, fleys sich mit allem
sinem vermögen inn zeachedigen ; aber got, der da gantz göe^'
36 tig ist, wot nut, daz iren keiner schaden hefc, wann sy ffä-
rend die besten kämpffer des gloubens, die in aller weit
*
28 gschacbon] gsächen hs.
wäretid und die mer arbeyt nämmeiid den zemeren. Wann
der low entband sich wnnderburlichen, des Reugnold übel ze-
friden was und seyt zuo ßuoUanil: »Ich bit dich, rytter, das
du beittest, untz das ich den löwen in die stat gfüer; wann
ich wyl dich nüt mit des lüweu hilf überwinden.« »Ich wyl ''
dir sagen«, sprach Ruolland, »wiltu den löwen töden, so nini
nun niins gsellen kalleiu ! Rengnold spracb : »Ich will min
löwen nüt töden , wann er hat mir vil guotter diensten tbän.
Aber ich will dir sagen, waz wir tbuon wend : du solt wider
zuo dinem künig keren und ich in die stat, und ich verheis- ^^
sen dir by niiner fruninikeifc, das ich morn frOe wider har
kotumen wyll an den löwen«. Der gräf Ruolland was willig
und kart wider in Ma£Fredons zell , und Morgant mit im.
Ruolland sprach zuo Morgant uff dem weg : i- Verfltiecht sig
der low; dann wer er nüt gsin , der ritter wer nüt also hin i^
weg gescheiden. Und het ich min guot pfert G alantin ge-
hept, ich wer nüt als*» gfatlen. 0 min [bl. 32] schwert Du-
randal, het ich dich gehept, der rytter het nüt so lang mögen
beharen.« Rengnold und Oliffier karttend wider in die stat,
vast bekümmert umm Doon , der gfangen was. Nun wend 20
wyr von dem . verretter Gannellon sagen.
Wie Gannellon dem künig Corador und Maffredou
ze wtissen thtit, daz die rytter, so an iren hoffen
werind, Ckristen werind, damit daz sy die ertodind,
und wie die rytter ein andren erkauttend, und wiest
Doon erlößt ward von Morgant.
Gannellon hat vil specher durch die Türcky, durch die
vernara er, wo die fier rytter wäreud : Rengnold, Kuolland,
Oliffier und Doon. Und so bald erß wuät , schickt er dem
künig Corador ein brieff by einem botten, versiglet mit sinem so
sigel. Der bot kam in den pallast, und der erst, zuo dem
er sich fuogt, das was xuo gräf Oliffier, und sprach zuo im:
»Wüssend ir nüt, inn wellichem laud ich sig, oder wie disae
stat heiß?« »Min fründ«, eprach Oliffier, »ich w^eiß der stat
nanimen not, aber ich weifj wol, daz der künig Korador as
64
P
Leist.« Do der bot des "küiiigs nammen bort, pjieng er die
stägen uf uud fragt, wo der künig wer. Mau fuort inn für
inn. Der bot gruotzt in hy siriera got Äppolonny und sprach
7.U0 im: »Der gräf Gannplloii grüetKt lieh und schiclit Och
ß dissen brief, der ist nüt kleiner iniihaJtung und beriierfc vast
tiwer er und nut'A.« Do Kiirador dea hotten verstiiond , do
Diam er den brief und thet inn uf und laß den. Der staond
also: »KunJpf Corador, danimm, das icli dir grosse früntsehaft
vergich , so tbuon ich dir kuiit , das der verretter ReugtioliJ
10 von Muntabnnt in kurtzen tagen an din häf kommen ist und
mit im der faltscb Oliffier und Dooa mit innen. Und Ruol-,
land ist by Maffredon. Und thuond der glichen , als ob sy
nüt von ein andren wüssen ; aber du 8oIt des siclier ein, das
sy ein andren wartfcen und band sich gerüst etwaz grosser
ib verrettery xetriben. Wann ruit des grossen ryssen hilf, der
by Riiolland ist, sind sy des füraemmens, der stat muren nider
zewerffen und dich und din volek ertödeu. Du magst wol
verstän, daz sy kein liebe zuo dir band und werden dir nüt
balten, Avaz sy dir verheiüaen band: wann sy sind Kristen uud
2t, du ein beid ; darumm mag einer nüt (grosse liebe mit dem
andren hau. Und daruram, dax icb dicb lieb hab, eubüt ieh
Aitik, damit und du erbernibd über dich und din volek habest«
Do der künig Corador den brief gelessen bat, do ersebrack er
darab und bedächt sieb ein wenig; demnacb gab er Reng-
£G nolden den brief und sprach: »Ritter, ich will, das ir dfö
brief besacheud; der begrift vyt.« Rengnold natn den brief
und laß inn. Und do er Gannellons grosse verettery erhört*
do sprach er zuo Oliffier: »0 min gsell Oliffier, ist es niüg-
lieb, daz diis milt Franckricb an verretter sig? Gsicb die gros
so verettery, so der faltscb Gannellon uff uns prattitziert bat!«
Do Meridiauna verstuond , das der, den sy so lieb bat, dff
gräf Oliffier was, do ward sy frölicher, den der iren duz kost-
lichest küngkrich in aller weit geben het. Der gräf Reng-
nold schickt ein botten üuo Ruolland, hy dem schickt er iw
ein brieffly, in dem stuond: diewyl sy frid bettend untz mornen-
deß, 90 möcbt er sieber inn die stat kommen; daruuim bette
er ino, daz er on sorg kemme, er wett iu^ etwaz sagen, i^
er fro wurd. Do Ruolland den brieff' besächcn bat, do zeigt
er den dem küiiig Mafifrcdon. Def sprach zuo Ruolland, do
er in besäclieü hat: »Ich sorg, [bl, 33] der küoig Korador
well etwaz verrettery triben , so dir der rikter ertzellen well.
Mich dunckt, die wil ir frid tzamraen hand, ir sülleiul ritten.«
Morgan t sprach: »Wend ir ritten, so wyl ich mit üch ; wann 6
ich will mit üch sterben und gennessen.« Ruollamt was sin
zel'riden. Er reit inn die stat. Het er gewist, wa/. lütten es
wärend , er wer vil fröiicher gain , dann er waa. Rengnold
und Oliffier hatten iren hämisch nüt an , damit sy RuoUand
nüt so batd erkantte. Do Rengnold sin vetter Rnollanden ii>
ersach, do gieng er im engegen untz uif die stägen und gruotzt
inn in heidischer sprach. Und RuoUand dancket im. Reng-
nold sprach zuo im: »Land uns zuo dem kunjg Korador!«
»Es gfalt mir wol,* sprach RuoUand. Do Korador RuoUanden
gsach , do stuond er uff von siuem sitz. Und RuoUand wot la
im die fileia küüsen nach heidiächem sytten, aber Korador wot
es nüt lyden ; wann er nam in by der band und sprach zuo
im: »Edler ritter, der got Maebniet bewar [ich! Ich bin vast
fro üch zesächen von wegen üwer grossen manheit.« Do Meri-
dianna RuoUanden gsach, do ließ sy ein grossen aüntffczer, 20
darab im RuoUand etwaz entzaß und sprach zuo ir : »Jungk-
frow, wamram sünfftzen ir? Hab ich üch neißwas zeleid thän?
Wann wer es also, so wefet ich es biiessen nach heiasen disser
edlen ryttern.« RuoUand dächt woJ, es wer von ira bruoders
Leonnetz tod wegen ^ darumm es in geruwen was, daz er also aa
in siner fyenden bend kommen was. Die junckfrow sprach:
»Rytter, wie wol ir wider mich tlian band, so gedenck ich
doch nach wol, do wir mit ein andren stäcbend, das ir mir
des ersten stichs den heim ab stach end , und do ir ersächeu,
das ich ein frow was, do sagtend ir zuo mir, ich möcht wol "o
wyder heim keren , ir wettind nüt uier mit mir anfachen, ir
werend ailfc kommen, daz ir mit fro wen stritten wettend. Dys
reden duucktend mich ao edel meinungen und gtiuogsaraklicb
geredfe, ob die werind geredt worden von einem mächtigen
und manliehen lürsten.« Do RuoUand der junckfrowen red »&
verstuond, die in so vast lopt, do gab er iren kein aafcwurt,
sunders sprach zuo Korador: »Her kuuig, sagen mir die ur-
sacb., waruram ir mich beschickt band!* Der künig antwurttet
Uorgaiit J«T iloso ^
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inim : >Ir werden es vernemnien von dem rytter, der üch <
gegen gangen ist.« Also kwrt er sich unim zuo Rengnoldea
und sprach zuo im: »Rvktftr, sagen mir die ursacb , warumra
ich bescbickt worden sig!« ReugnoUl sprach: »Es ist war, es
5 ist nüt. lange zit, das wir uff unserer strä^s dry rytter fanden, ^
die griffen uns an und sy wärend starck und mechtig inni
schwerttern. Der atrit weret lang , wann sy wartten sich "
redlich; aber zeletst Avurden sy all dry von nns ertödt. und
einer under innen seyt uns, ee er starb, sy werind uß dem
10 küngrich Frauckrich.« Do in Ruolland verstuotid, do was er
gantz erschrocken und sprach : »Wüssen ir der rittern namraen
keiner?« Renguold sprach: >Jä, der ein hies Rengnold von
Muntabant, der ander Oliffier, derdrit Doon.« Ruolland sprach:
>lch mein nüt, das es die sigend, wann es sind nüt ritter, die
16 sich also liessend töden ; snnders sind etwas dieben und sträs-
rüebem gsin, die sich uiä geben band für die frommen ritter.
Es ist nüt vast grossen verlurst , wenn ir das land gerunipt
band.« Doin Rengnold verstuond, do lachet er in siuem heim mal
sprach zuo im : » Wolao, ritter, damit und ich üch zerkenneii
*o geh, daz war sig daz, so ich üch sag, so will ich üch ire pft'rt
zeigen, die sind im stal.« »Ich will sy gern säcben,« sprach
Ruolland. Sy giengend inn stal. Und do Ruolland Bajnrt'
gsaeh und sin guot pferdt Galantin, do erschrack er wuuder-
barlichen übel und was schier zuo erden gfallen. Und spracl»
26 zuo Rengnold: »WÜtu nüt anders sagen, so will ich wider
in Maffredons leger.« Er noocht nüt mer gedalt hai)en l>j
dennen zesin , die sine vettern und fründ ertödt hatten, wi
was inn willen sy zerächeu. Rengnold sprach zuo im: »Rittefi
ich bit üch, das ir ein wenig mit uns kommen in djsse
80 kammer.« Ruolland gieng, daz er kein wort nie redt. Und
do sy in der kfuiier wären, do thettend Rengnold und Olyfiier
ir hanüsch ab. Und do Ruolland sine zwen vetter crkaiit,
do ward er als fro irer gegen wyrttigkeit, als leidig er ir»
todtz gsin was. und lütt" sy uramfacben on reden ; wann er
SS mocht nüt reden, so gar hat er daz hertz kriinckt ufi ursach
der schnellen verrendrung des ieidtz in fröud. Und do er
reden mocht, sprach er [bl. 34] : ?>Ü gofc, ich loben dich des,
daz dir geliept hat durch diu heillige gnad , das ich miue
67
Heben vettern gesund gsieh.« Darnacb fragt er, wo Doon
wer. Rengnold sprach: »Es ist der, so gfangen ist.« Do
Morgant, der die frantzösisch sprach not verstuond, gaach,
daz sy RuolJand uniml'tiiigen hat, do nam tnn wunder, wer sy
sin möchten d, und sprach zuo Ruolland : »Ich bit üch , her, b
daz ir mir sagen, wer dyß rytter sigen , deniien ir so grosse
früntschafft ertzeigt band.« Ruolland nampt im die ; des er
vast fro ward , und thet innen groa reverentü an. Rengnold
sprach zuo Riiolland: s> Lieber vetter, ich rätt dir, leerest nüt
wider zuo Matfredon, sunders du bülffe.st uns den schädigen ; lo
wann er hat unnrecht.« »Du sagst war,« sprach Ruolland;
»wie weud wir thuon, da-s uns Doon werd nß der gfäncknus ?
Wann Maffredon hat im tröwt, er well iun häucken lassen. c
»Land mich machen!« sprach Morgant, »wann Doon muoß vor
nacht gsuiid in djsser stat sin , oder luiu hallen feile mir ic>
dann.« »So thuo im also!« seyt Ruolland, »es wer guot,
mochtest es thuon, ich wett dir dancksagen.« Morgant fuor
utf die sträs. Und als er in die zell kam, fand er, daz E>oon
vor Maffredron stnond, der gebot sinem volck, daz sy in hanckten
an einen boum. Do Morgant in gruotzt, do fragt er in, waz so
er mit sinem gfangnen thuon wett. MaftVedon sprach, er wett
inn hitncken lassen. »Nein,« sprach Morgant, »wann Brunor
liat mich bar gschickt üch zuo sagen, daz ir im den schicken;
Wann sy machend neyswas guotten vertrag und wend dysseu
jytter rantzonnen.« Maffredon sprach: »Ich nem nüt allergo
i< schätz, daz ich in nüt häucken lye& vor nacht.« Mor-
pant sprach: »Thuond irß , so wirt es üch geruwen ; wann
icli verstän, daz üch der künig Corador sin tochter geben sül
tJ'wh disseu vertrag, die so schön ist, und läud ir dyssen
*ytter häncken, so möeht nüt daruti werden. Darunom ist es so
'Pger, ir entlediget in. « Maffredon sprach : »Du weischt wol,
Ate ich by niiuem gofc Machmet geschworen hab , er miieti
whänckt werden; darumm ich nüt des willens bin mich ze-
Terschweren.« Do Doon dyß reden verstuond, gedencken, wie
es im umm sin hertz stiiend! Er ruofft got an, das er im be- ^f>
Jiulffen wer. Do Morgant erkant , das Maifredon nüt ab im
tJjuoü wot, do redt er nüt ein wart raer, sunders kam an die
stuii, die die zell enthielt, und gab so ein hertten streich daruf^
daü sy 7110 erden fiel. Demnacli zerhöw er schnell die seil,
die wärend sidyn, und luod Doon und Maffredon und die
zell uff sin achßlen, als ob es nun ein par kappunnen werind»
und macht sicli uff die sträs gegen der stat eins mecbtigen
B louffs. Do Maffredons volck gsächen, das Morgant irn küaig
und sin zell hinweg truog, do luffen sy im nach -, aber es was
umm suat, watin Morgant gieng innen zevast. Maffredon
ruofft sinem volck unira hilf an ; Doon beyß und kratzt inn.
Morgant kam mit sin er burdy wider der heideu willen nntr,
10 an ein groß wasser, durch daz kam er; aber es was Maffre-
dons Tolck keiner so frisch^ der durch das gemelt wasser törst
kommen. Do Morgant durch das wasser was , do schrey im
Doon und sprach: »Durch got entbind mich! Ich mag den
ättem nüt haben.« Morgant leifc sin burdy nider und ent-
iB band sy, Dnd fand , dfiÄ sieh Maffredon nut rott. Do ver-
meint er, er were tod, und warff inn au boden des wassere.
Aber do Maffredon die kelty des wassers empfand, do kam er
wider zuo im selbs und sprang darnß und gieng zuo sinem
volck vast trurig. Und Morgant und Doon giengend inn die
ao stat. Und do ey itii pallast wärend und ay Kuolland gaacli
kommen, do ward er vast fro und lüff' in ummfacheu unil
fragt inn, wie er uß Maffredons hend enttrunnen were. Doon
ertzalt im uß und uß, wie inu Morgaut durch sin grosse
akercke hinweg trt^en het und wie er Maffredon also tod in
a& daü wasser geworffen het. Des Ruolland vast fro ward umi
sprach: »Wir sond uns fröweu , wenn die heidischen höDtl,
fyend des kristenlichen gloubeua, schaivtlichen enden.« D«ni
nach als Maffredon wider in sin her kommen was , do kam
Gauueüons bot zuo im, der gab im ein brief, Koradors glicli
30 luttend. Durch den erkant er, daz Korador in siner gselscbaft
die fier mechtigesten und redtichesten ritter hat, die iu all^J"
Kristeuheit wärend, und ein wunderbarlicheii starcken ryssea;
diirumni er inu grosseu sorgen was, er mföclifc nüt so lycht-
lich zno end sinea kriegs [bl. 35] kommen, als er het mögeni
SB wenn sy nach in Franckrich werind gsin. Er gedacht, sy
wurdend nrsächer sin , daz er mit siuer liebe nut verferea
♦
33 in inn ha.
möcht, als er im sinn hat, und was schier uß aller hoifnung.
Do er gnnog trachtet hat , do kam er inn ein sölliclie fant-
tasig, daz er nut wüst, waz er thet. Und beruofft die obersten
sines voleks inn ratt und sprach zuo innen : »Ir, mine hereo,
ich furcht, wir werden nüt iwo end dyfi kriegs kommen, als ß"
ich vermeint ; wann ich bin gewarnet, das Korador in siner
gselschaft hat die fier mechtigesten rytter in aller Kristenheit
und ein töfifel ryssen , der ist so starck , als ir wol gsächen
band. Daruram, sytdas Korador so vil manlichel' lütten inn siner
gselschaft hat, so sorg ich nufc, daz sj uut vil angriff*™ gegen 'o
uns thuon werden. Darumm bin ich der meinung , daz wir
uns inn huot haltind und tag und nacht im hämisch sigen,
und vil voicks stefcz ufi' der wacht sigen.« Do die herren inn
verstuonden , do bettend sy gern gwellen in iren landen sin,
und wurden einß, daz sy sieb in huot halten wetten. Nun is
wend wir von Morgant sagen. Der sprach zuo Ruollarid, do
sy zenacht gessen hatten: »Syt Maffredon tod ist, so wirt sin
Tolck lychtlicb zeüherwinden sin. Darumm bin ich des willens,
daz 4ch morn früe , so bald der tag bar bricht , die beiden
I angriffen wyll» und wyll iren sovil ummbringen, daz ir unn- 20
^Hvillig werden sin sy zuo tzellen.« RuoUand sprach : »Es wirt
^^■recht werden.« Morgant gieng nider. Und Ruoltand .sprach
^^rn)0 Korador und zuo den herreo: »Ir, mine bereu, der ry£
^r Morgant ist inn wyllen , morn , so bald der tag bar bricht,
U Maffredons volck anzegriffen. Darumm bin ich der meinuung, 26
W daz wir all gewapnet sigend und gerüst uff die pfert ziio
^' äitzen , damit , ob er hilf dörffe , daz wir all gerüat sigen in
Wntschatten. So hoffen ich , wir werden sy uü dem feld
»chlacben.« >0,« sprach Korador, »buwen ir uff des ryssen
rei? Ir wussen , daz zura nierern mal die reden ara abend so
'ich dennen am morgen nüt verglichen.« RuoUand sprach:
»Ir bekennen Morgans stercky und manheit nüt; wann ir
Verden suchen, daz er alwo thuon wirt, wie er gsagt hat.«
In dem ward es zitt zeschl äffen , und daz sich yederman zuo
^ow leyt untz zuo tag. s»
70
Wie Maflfredon sigloß ward und uß dem feld floch,
und wie sich Meridianna touffen ließ von Olyffiers
wegen und darnach schwanger ward von im.
Am morgen, so bald es tag ward, stuond Morgant nf nnd
6 nam sin kallen und fuor uj& der stat und gieng in der heiden
her. Aber er fand sy nüt, als er sy vermeint zuo finden,
wann er fand sjr im harniscli wachend. Darumm er umm daz
leger gieng und kam an ein anders ort, da die zellen wärend,
in deunen die guotten pfert wärend, und tzunt die an. Und
10 e das sin ye mantz gwär ward, verbrunnen der mertteil. Do
die heiden des grossen Schadens innen wurden, den innen Mo^
gant zuo gefüegt hat, do kämend sy an inn und stächen und
wurffen uff inn inn meinung in zetöden; aber sin kräpß, den
er im kloster genommen hat, was also guot, das im das alles
i& nüt geschaden mocht. Er schluog uff die heidischen hünd
mit sinem kallen mit söUicher stercky, das er sy nider schlnog
wie die süvfen. Es mocht niemen vor im bestän, es wa8*öcb
keiner so frisch, der im dörffte genachen; aber wytneß har
wurffen sy ire wer gegen im. Er schumpt wie ein wild schwin,
to und wie wol er allein was , so forcht er im doch nie. Und
wären sovii heiden umm in, das einer den andren yrtt. Raol*
li\nd der was uff der mur. Do er Morgant inn so grossen
uötion gsaoh, do forschet er sin pfert Galantin and sagt, er
wott Morgant entschütten, er wett inn nüt mer in so grossen
«6 nötteu iän. Die andren heren seytt«n wie er. Und wurden
tili gtfwapnet, und Meridianna half iren [bL 36] fründ Olyjffief
wapnen. Tnd sy ward öch gewapnet, wann sy wott die grossen
mauhoit der bereu uü Frauckrich glichen. Kondor lyeß ali
i^in volck rüsten. Sy ritten all a£ der stat; Ruolland nnd
w Kongnold rytt<ni vor dannen. wann sy wärend uff vortteil be-
ritt^xn. Tnd do Morg:uu $y gsach konuuen, do gwann er so
gixviv^u tuuot. das er $ieh vil stercker entpfiind, dann er des
gantyon t^^is ye gsin w;»s. und greiff sine frend mit söllicber
sten^ky ao, das im yederraan wytt^ gab. Bayari kam spring'
■v< ond au das ond. da die heiden Morgant angriffend. Rengnold
t)<^;\); an nnt j>!Uliohor stoxvkr uff die heidea schlachen, daz
sy vor im fluchen als die wächtlen vor dem aperwelL Do in
Morgant gsacb, sprach er: »0 maolicber her, nun gsich ich
wolj das der pris, der von üwer manheife in aller weit louift,
war ist. Ich verheiasen üch, das ich üch hälffeu wyll mit
alleu) niinem vermögen.* Darnach kämmen Raolland, Olyffier, 6
Doon, die zerhacktend die heiden nach irem gfallen. Der kunig
Maffredon kam gegen unserem volck und wart sich wie ein
manlicher rytter. RuoUand jagt die heiden und ertodt die
wie tjiierer ; Olliffier und Doon ertzeigtend, das sy manlich
ritter wären. Unser hereu schuoffend sovil , daa Maffredons u
volck anfieng wichen ; des Maffredon hekümert ward and schrey
sim fenly zuo. Meridianna verbrächt grosse mörderry an iren
fy enden , wann sy sagt , sy wctt irs bruoder Leonnetz tod
rächen. Als Maffredon sin volck wider samlet, do ersach er
Oliföer, der verbrächt grosse Zerstörung an sinem volck. Er i6
nam ein starck aper und kam gegen Olyffier , und Olyffier
gegen im, mit söllicher stercke, das Olliffier Maffredons kräpß
durchstach und schurpft im ein wenig das fleisch , aber Maff-
redons stich was so starck, daz Olliffier uß dem sattel fallen
miiost. Des er so gar bekümmert ward, das er gern tod het so
wellen sin, darumm, das in die junckfrow Meridianna hat
gsächen fallen. Und sprach zuo im selba: »Bin ich nüt un-
glückhaö'tig, das ich also gfallen bin in gegenwirttigkeit miiier
junckfrowenV Ich weiß wol , das ich ir liebe verlüren wird
und all min eer.« Do Meridianna gsach Olliffier fallen, do a&
lachet sy ein wenig und fieng im sin pfert und bracht im
daa und sprach zuo im: »Her Olliffier, send, sitzen wider uf!
Wann das sind die kriegsloüff, eine.st glückhafftig, änderst nn-
glückhafftig' zesJn.« Olliffier sprach gantz schammhaü'tig zuo
ir : »Glück ist mir uff' dis mal wol widrig gsin, wann syt ich 30
zeritter gschlagen bin, bin ich uunn kein stich über raiu pferfc
abgfallen. Es wirt mir für ein grosse sehmäch geachtet.«
Die junckfrow sprach : s Fallen ist uüt ein scband, aber fluchen
vor sinem vyend ist ein schand uß forcbt der schlegeu.« »0,«
sprach Olliffier, »ich hab nüt wyüeu zeflüchen, wann ich wefct as
ee sterben.« Morgant, der wol gsächen hat, wie Olliffier
gfallen was, sprach, ei- wett in rächen, und wott an Maffre-
don sin. Do schrey im die junckfrow: »Morgant, ich ver-
72
butten dir, daz du in nut anrilerest, wann der strit ist min.
Ich will des margräf Olliffiers scliniäch rächen.« Morgan!;
seyt, er wett inn räclien. Die junckfrow sprach zuo im:
»Gustu nüt dannen, und weresfc du der gräf Ruolland, so will
B ich dich uiit dissem schwert schlachen; dann der strit ist
min. Ich sol mich billich an dyaaeui künig rächen, der ist
in min land kommen mich und min volck zeachedigen,« Do
Morgaiit die magt verstuond, Hefa er sy machen. Und er er-
sach ein grosser hufien heiden , die hatten Üoon ab sinem
10 pfert gschlagen und wotteo inn töden ; aber er wartt sich
wie ein guotter rytter. Do in Morgant gsach in so grossen
nötten und sich so nianlich wart , do buob er sin kallen nß
und schluog uff die heiden , also daz er den platz, ruinpt uaii
satzt Doon wider uff sin pfert. Und do er wider uff sineiD
ifi pfert was , ^o schluog er uff die heiden mit söllicher krafl^,
das der wol frisch was, der sin heytten torfffc, und sprach mit
Intter stim : >Uff den hüttigen tag will ich na ich an dem falt-
sehen künig Maffredon rächen, der mich wott erhänekt bfthfn.
Es miioß im thür werden.« Der gräf rHliffier reyt im strit
20 ummhar mit bluottigem schwert, der was so zornig , das er
abgfelt worden was vor siner junckfrowen, daz er uff die hei-
den schluog, als wer er unnsinig. Sin zorn was niengeß hei-
den tod ursach des selbigen tags. Und als er im strit umm-
har reit, do fand er Maffredon und Meridianna mit ein andren
25 stritten. Und hatten [bl. 37] lang gestritten, und kond niem-
man urtteillen, wer den vortteil het. Und Olliffier apruct
zuo Meridianna: »Jungckfrow, stellend fleh hinderaich uo^
band nüt sovil raüe! Wann ich will die schand rächen, di*
mir dysser heid zuo gfüegt bat. Wann ich wett ee sterbe»»
so dann das ich mich nüt räche.« Die junckfrow sprach z«**
Olliffier: »Land mir min strit! Wann ich hab besser ursftC^
mich zerächen dann ir, wann er hat mir nüt nun ein 0V>*"
zuo gefüegt, sunders mer dann tussend. Darum ra bin ich ii*
wyllen zesterben , oder ich will inn ertöden als den , der *
35 wol gegen mir und den minnen verdiennet hat.« Do Ma*
redon verstuond, daz, sy umm sinen tod stritten, do sprach *
zuo Olliffier: »Ich bitten üch, edler ritter, das ir uns läss^
unsern strit vollenden, das man gsäch, wenim daz glück gel> *
■vrerd. Ist mir die glück widrig, so niuoß iclis lydeii; wunn
ich suocbt das, ao ein wärer liebhaber soll suociien ; ich suoeht
miltigkeit und ich hab truren funden , ich suoeht lust und
fröud und hab schmertzen und lyden fuuden, ich suoeht ruow
nnd ich hab möe und arbeyt funden , ich suoeht daz leben b
und ich hab den tod fnnden. Und diewyl ich erkenn, daz ir
bede niinen tod begeren und ich dem kumlich enttrunnen mag,
so will ich vil lieber von deren band sterben, von deren ich
sovil lidens hab , dann von einer andren hand. Ich erkenn,
daz ich niemer mer inn min küngkrich kommen wird. Ich lo
weifi, das mich die gros liebe, so ich zuo ir hab, torechtig
gfüert hat. Ich weiiä wol, wenn ich dem tod enttrünn, das
ich niemer mer fröud haben wird, dann allein schmertzen;
wann es ist mir nüt müglich , daz ich irer liebe vergesse.
Und glonb, ich werde aj nach lieb haben, wenn ich tod sig, i»
Man wirt von mir sagen mögen, daz nie keim liebhaber so
übel gelonnet ward als mir, das ich den tod liden muoß da-
rumm, daz ich erlich lieb gehept hab. Aber ea wirt mir
lichter zeüberwinden sin, wenn ich inn von deren henden ein-
pfach, by deren ich vermeint gnad zefinden.c Do Meridiaua ao
Maffredon hört so erbermklichen reden , do ertzeigt ay , daz
sy ein frow was ; wann ay verkart yllentz ir gemiiet und
sprach: »Möcht ich inu zetussend mallen töden, so uitießt er
dennecht nüt sterben ; wann ich wer wol grussamm , wenn
ich sinen tod begertte, die wyl er so grosse müe und arbeyt a*
gehept hat und sovil volck versauilet von wegen der grossen
liebe, 80 er zuo mir hat. Ich were wol undanckbar, wenn
ichs nüt erkantte. Ka ist nüt der fröwlinnen natur, grussamm
gegen dennen zeain , die sy lieb haben , und were wider alle
natur und guofct sitten, böß umm gnotz zegeben. Daruram ver- »a
heisseu ich üeh, Maffredon, das iich von mir nach durch min
verwilgung nüt anderß bescliechen sol; aber ich rätten tich,
da?, ir wider in iiwer laud faren mit üwerem volck, so nach
n laben. So wend Otliffier und ich unser volck halten, daz
'y Üeh nach üwerem volck nüt mer thuon müCvSsen.« Do ss
Maffredon hört Meridiana reden, do sagt er zuo ir: »Syt glück
'üt verhängen wyll, da-s ich in miner liebe far, so muos ich
gtdult haben; aber ich weiß wol, syt ich wider in miu laud
I M
74
mnoß, daz min laben nüt lang wären wirt. Darumm
ich lieber hie sterben wett, dann in [üinem laiid. Wann ich
hab inn lioffiiuug biß har gelept, aber syt mir die entgän
wirtt, so ista nüt muglicb, daz ich mer fröud und wnon haben
6 mög. Darumm mir der tod vyl lieber wer dann das laben.»
Meridianna gab im ein guldioen ring ab ireui fiuger, in dem
was ein vast köstlicher themaut, und sprach zno im: »Künig
iMaffredon, ich gib üch disae kleinot, damit man uüt sage,
das ir all üwer arbeyt verloren haben, und bit üch, daz ir
10 inn wol behaltind von wegen der liebe, so ir alwegen gegen
mir ertzöugt hand zehaben. Und bit üch, daz ir üch des be-
niiegen und , so bald ir mögen , hinweg faren zuo heil üch
und iiwerera volck.« Der künig MaöreJou nam daz riugly,
so sy im bot, und do er verstuond, daz ay im urlob gab, do
16 ward im das hertz so verstopfft, das er not ein eiugs worl
reden mocht. Und über ein wyl sagt er: »Wenn es uüt he-
Bcheche zuo heil minem [volck], so möcht ich die land kum
verlÜD, aber damit und ich min volck behalte, will ich micl:
.hinweg machen. Und wyll von üwertwegen di§ kleinot be-
^9 halten, die wirt zum dickern mal ein ursach sin, mine schraer-
tzen zernüwern. Ich bit üch, daz ir an mich gedencken und
mich in üwer gedechtnuß haben der grossen müe, costen uad
grossen verlurst an lütten halb, so ich von üwertwegen em-
pfangen. Wytter bitt ich üch, hab ich üch und üwerm vafcter
M etwaz zeleid tbän, das die schuld [bl. 38] not min sig, sundera
der liebe, die hat mich darzuo brächt.c Und do er siu klag
verbrächt hat, bot er der junckfrow die hand mit süafftzen
und schied hinweg. Und bat Olliffier, daz er im vergebe,
daz er inn ab sinem pfert gstochen hat. Das thet Olliffier,
so der was fro, daz er iun gsach hinweg faren. Do Maifredon
von Olliffier und von Meridianna gscheiden was, do kam Ollif-
fier zuo RuoUand und Rengnolden und ertzalt inneu, wie der
frid gemacht wer ; des sy vast fro wärend. Morgaut was im
strit, der todt die beiden on erbermd; wann ayt er ein Krist
35 worden was , wot er den beiden übel. Und Ruollaud sprach
zuo im: »Morgant, laß vom stritten! Wann der frid ist ge-
macht zwüschen Korador und Malfredou.c Demnach sainlet
iüaii'redori siu volck und fuor in sin land. Und beklagt sich
uff der fart und begert den tod und sprach : »Ach, daz ich uüfc
im strit ummkommen bin I Ich wer wot glückhafftig gsin ;
wann ich wird kein fröud niemer mer haben. Ach, Meridi-
anna, do ich in dys land kam , vermeint ich nüt wider hin-
weg zefareu an dich; aber daz glück ist mir so wydrig gsin, fi
das ich dich da hinden laß. Nun mag ich sagen, daz ich der
aller unglückhafFtigest künig ufi" ertrick biu.« Sin volck fuor
och und klagtend sich, einer uram sin vatter, der ander umra
sin aün, der drit umm sin bruoder, der fierfc umm aine friind
und vettern. Und Maffredon kam also klagend in sin land »o
mit aineni volck voll trüebsal und schmertzen. Do Maffredon
hinweg was, do fuoren Korador und die heren und Meridianna
und all ir volck wider in die stat mit grosser putt und fröu-
den darumm, das ey gesiget hatten. Daz nachtessen was vast
wunsamm, wann der kunig Korador fleiiä sich mit allem ainem i*
vermögen den heren uß Franckrich eer an zethuon. Wann er
was von innen erlölät worden von sinen fyenden , die inn so
lange zit belegret und in underthenigkcit gehept hatten, und
erkant wol , das im unmüglich gsin were an sy den künig
Maffredon zeüberwinden ; wann umm ein man, den er hat, hat ^o
Maffredon fier. Und damit und er nüt undanckbar geachtet
wurd, fleyfi er sich den heren uß Franckrich alle eer und frünt-
ecbafft zentbietten, so im müglich wären. Die beliben lange
zit by im und stächend und tburniertten. Und Ollyffler ver-
brächt vil raanheit siner junekfrowen zelieb. Oüiffier gedächt a«
nüt mer an Forissenua, die von sinet wegen zetod gfallen was.
Es begab sich eines taglä, daz sich Meridianna und OUiffier
allein iun einer kamer fanden. Do sprach die junckiVow zuo
OUiffier: »Edler ritter, ich verwundern mich ab neb, das ir
mir so grosse zeichen der liebe ertzeigen, nüt dester minder so
band ir mir sinn nach nie dächt. Ich weiß nüt, ob ir den
faltschen versag entsifczen ; aber ich tliuou üch zuo wüssen, daz
ich üch so lieb hab, das kein ding nüt ist, wenn ir das von
mir begertten, das ich üch daz nüt gebe.« Do OUiffier die
junckfrow veratuond, do sprach er: »Min junckfrow, wüssen, ss
ich üch so hold bin, als nie kein man keiner froweu nach
21 imdackbar ha.
junckfrowen ward! Aber ir wussen, das wir zweyer glouben
sind, wann ir sind ein heidin , und icb bin ein Krist; ir
bätten an ein hnffen faltacher götten. Darumra ist es nük
müglich , das wir in der liebe gegen ein andren faren mögen;
6 dann wurd man sinn innen , das ein Krist mit einer heidin
zeachnffen het, so wurd man in verbränneu wie ein kätzer.
Aber wend ir den beidischen gtonben verlän, der nun faltsch
und vollen trug ist, und wend der Ivristen glouben anerameD,
der ifit heillig und gerecht , so verheissen ich üch , das icli
10 üwer getrüwer rytter und fründ sin will, so lang und ich in
laben bin, geb wo ich sig.« Do Meridianna yerstucnd das,
so ir Olliffier sagt vom glouben, do sprach sy zuo im: »Ollif-
fier, wQüte ich, das der Krysten glouben beaaer were und ge-
rechter den der beiden und Jheau Krist bessern got were den
16 Machmet nach AppoUony, so wer ich willig iiwern glonbcö
an zeneromen und den unsern zeverlässen.« Ollifßer ward
vast fro, do er Meridianna verstuoud, undfieng iren den krisbeo-
lichen glouben an ertzellen. Und gab iren zeverstän, wie ein
got were in dryen personnen, der het himel und ertrich ge-
2» schaffen, und die ander persou het die mentscheit an sich ge-
nommen, uß einer junckfrowen geboren ; demnach het er durch
sin grosse barmhertzigkeit tod und rnartfcer am krütz gely tten,
daz mentschlich gesclilecht zerlössen uß der dienstbarkeit des
tüffels, in deren die mentschlich natur nier dann fünft" tussend
ä&jär gsin was. Olliffier schuoffsovil, das diy magt willig ward
sich lassen tonffen. Und Oliffier toufft ay selbs ; aber das
gticbach so heimlich, daz es nietnnmn wüst [bl. 39] dann sj
bede. Demnach als sy getoufft was, fuortten sy ir liebe also,
das die tochter inn kurtzer zyt eines schöouen suns schwanger
30 ward , der demnach , als die kronicken sagen , vast manlich
ward. OUyffier und Meridianna kouden ir sachen nüt ver-
bringen, das sy Renguold nüt innen wurd. Und darumra, daz
er nüt wüst, das Meridianna toufft was, sagt er zuo Olliffier
eines tags, als er sy bede gsach u& einer kammer kommen;
36 »Min Vetter, icli gloub, das da die sinn verloren habest, oder
das du got nüt fürchtest. Denkst nüt an die gros sünd und
übel, so du begast, daz du dich zuo dysaer tochter gsellest,
die ein heidin ist ? und du weist wol , das es als ein grosse
sünd ist mit einer heidinnen zeschaü'eii han , als mit einem
thier.« »Mio vetter ,« sprach Olliffier, xlenck nüt, das ich
80 narrachtig sig! Wann ich sagen dir, das sy ein guotte
Kristill ist, und ich hab sy sclbs toufflk.« Do Kengnold ver-
nain^ das ay eiu Krjstin was worden, do ward er vast fro und ß
sagt, sy sötten es heimlich han 70ti ira vatters wegen. Eines
tags sprach der künig Korador zuo den heren uß Franckricli ;
»Ire, mine heren, waz wend ir, das ich mit Ganuellons bot
tb liege, der die verretterschen brief brächt hat, der iun miner
gfdncknus ist V« Ruolland sprach: »Er ist ein verretter ; wann lo
all die, so verretterj verwilgen und triben , sollen sterben,
daruram bin ich der meinuug, das er an ein boum erbänckt
werd, damit und er kein verrettery mer tribe. « Sy wärend
all siner meinung. Also ward er erhänckt; damit ward im
sin Ion, Nun wend wir ein wenig uff hören von den fürsten «b
ufi Franckrich sagen (die ruowtend und machten guot gschir
by dem künig Korador , der fleyfi sich mit allem sinem ver-
mögen sy zuo eeren , wann er wüßt wot , das er an sy nfit
het mögen gesigen) und weud von der grossen verettery sugon,
so Ganuellon gegen den fier sün Ämon begieng; Allard, Gu- so
schart, Itichart und Rengnold.
Wie Gaunellon dem heydischeu kunig Hermin eiibot,
das er kemme Munfcabant belegren, Keugiiold wei'
nut an lieimsch, und wie der gemelt kunig mit einem
grossen züg Muntabant belegret. ,,■
Die hystoria sagt uns, do Gannellon vernani , das Kora-
dor und die frantzössischen heren sin bot erhänekt hatten, do
sagt er, er wett sieh rächen, und erdächt ein vast grosse ver-
rettery. Er wüßt, das ein mechtiger heidischer künig , Her^
min genempt, dem gräf Eengnold von Muntabant größlichen 30
f'yend was uß nrsach, das Rengnold ein andren künig ertödt
hat, genempt Mambrin, der hat des künig Hermins achwester
zno der ee gehept. Der hat sich al wegen geapart an Reng-
üolden zerächen darumm, das er die kumlich zyt nut ersach
*
7 künig] k hs.
78
nß ursach, das die Frantzossen so mechtig wärend. Also
schickt Gannellon ein hotten zuo dem künig Hermin, hy dem
enhot er im : wett er sich niemmer mer an Rengnold rächen,
das er es jetzmäl baß thuon möcht dann niemer mer, wann
5 Rengnold wer nut in Franckrich. Darumm, wenn er gen
Muntabant kemme, wurd erß lychtlichen inemmen, wann es
werind wenig kriegslüt darinn und wenig spyß. Und darzao,
das er den keysser Karly nüt entsäß, wann Rengnold wer in
siner ungnad ab sinem häf gescheiden , darumm er vast fro
10 sin wurd, das er an im gerochen wurd, »und wirt dir guote
darumm verjächen.« Diß alles schreib Gannellon inn ein brief,
den siglet er mit sinem sigel und gab den dem betten und .
befalch im, daz er grossen flyß an kartte. Der bot sumpt
sich niennert, byß das er zuo [dem] grossen künig Hennin
15 kam, dem gab er sins heren brief. Und do er den brief ge-
lassen hat, do zeigt er den siner Schwester Klementza, die
was des künig Mambrins wib gsin, den Rengnold ertödt hat.
Die sprach zuo irem bruoder: »Ir werden die zyt [bl. 40]
niemmer mer also rächt haben mines eegmachels tod zuo
20 rächen, als ir yetz band ; wann Rengnold, Ruolland nach 01-
liffier, die allen schirm in Franckrich sind, sind nüt im land.
Darumm ir Muntabant dester lychter zerstören mögen, darzao
das künigkrich Franckrych. Beschicken all üwer volck und
füerend sy in Franckrich ! Wann die wyll das yssen heiß isti
23 muoß man es schlachen. Ir hören, waz iich der gräf Gannellon
enbüt. Ich sagen üch das, wenn ir mines eegmachels tod nüt
rächen, diewyl ir das wol mögen thuon, das es üch für ei*
grosse urineer geachtet wirt. Ich wyll vil volcks uß sind*
küngrich beschicken und ich weyß, das sy gern kommen we*"
30 den irs heren tod rächen , der innen so lieb gsin ist.« D^'
künig Hermin beruoft volck in allem sinem land, darumm ^
inn kurtzer zit wol LX tussend versamlet hat under sin fenl^
in dem was ein silbrinnen adler, und der gemelt adler h.^
under sim linggen flügel ein guldine rossen. Und inn sin^
35 gselschaft was ein amirol, der was sin bruoder, der hieß Sali:^
corny uud hat allen gwalt über sin her. Demnach kamm^
siner Schwester Klementza volck, deren wärend wol trys*^
tussend, die fuort ein rytter, wyß und vernünfFtig, und hi^
Leonfant, Dpr fuort in sinem fenly ein guldinen löwen uff
einem stäthlinen föld. Und do der mechtig künig Hermin ein
so grossen züg ersach , do ward er vast fro und ruofft sinem
bruoder Salinkoriiy und sprach zuo im : »Min bruoder , wir
wend in Franckricli uud haud ein grossen züg ; darumm ent- »
zitz ich mir nüt, das wir nüt daz gantz Franckrich erroberend,
die wyl Rengnold, Ruolland und Oiliffier nüt da sind, die alle
stercky der Frantzossen sind. Und ich vertrüw mir so gar
diner luanheit, daz ich mich bekronnen lassen wyl zao kunig
in Franckrich, und will dir den grösten teyl geben.« Do die >«>
küngin KleraentsKi gsach , das die räch irs mans Ueschächen
sot , do ward fiy vast fro und gab Gannellons bott kostlich
schänckinnen. Und «nder andren dingen gab «y im ein türck-
ischen rock eines vast frombden gemacht?,. ■ Und do der bott
die schänckinnen empfangen hat, do schied er hinweg die mere i*
gen sinem heren sagen. Do nun Gannellou vernani, daz der
kunig Hermin mit hundert tussend beiden kam, do ward er
vast fro. Und enbot durch sin grosse faitscbeyt Rengnolden
dryen brüedern, das er gewüsse bot?chafft het, das Rengnold
KuoUanden fanden hett, und sy wurden vast bald in Franck- 20
rieh sin. Er thet das, damit innen die dry brüeder nieunerab
entzessen und sich nut in huot hielten. Der künig Hermin
und sin züg kartten so grossen flyfi an, das sy in kurfezen
tagen inn Hyschpannia kämmen, Do der künig inn Hyspannia,
Marssillia genempt, vernam , daz so ein grosser züg inn sin s»
land kommen was, do forcht er im; wann er wüst nüt, wer
sy wären und ob sy in guottem oder in bössem kämmen. Er
schickt ein grosse botschafft zuo künig Herniin, zuo erkunnen,
warum m sy inn Hyspannia kommen wereu. Der künig Her-
min gab Marsillia botschaft antwurt, er werc nüt der meinung, 3*
das er nach sin volck dem land Hyspannia etwaz Schadens zuo
fliegen wettend, und das er nüt begertte dann des durchzuga
in Franckrich, dea künig Mambrins, sin* schwägers, tod ze-
räcben, den Rengnold von Muntabant ertödt hat. Do der
künig Marssillia vernam, das der künig Hermyn nüt inn wyllen ^''
was sin land nach lüt xeschedigen, do ward er vast fro. Und
*
J5 acbäckinnen hs.
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schickt kcysser Karly ein botteo , by dem er im enbotfc , wie
ein grosser züg von beiden in aiu iand konimea werlad, die
wetken in Franckrich sy zerstören , wenn sy sich dem köuig
Heriuin nüt ergeben, ein ber des zügs. Do der keysser Karly
4 dyß niere vernam, do erschrack er vaat übel uüd beruofft sin
ratt, tiHDilich den hertzog Änses von Peyeru, Gergis von Tanne-
niarck, den ertzbiscliolf Tärpin , Salloraon von Brettannia,
ßichart von Normaudia uud vyl ander beren. Und do sy
versamlet wären, do sprach der keis3er zuo innen : »Ir heren,
i« ich bit üch, das ir mir guotten ratt geben, wann ich bedarff
sinn wol. Wann ich bab vernommen, das ein mächtiger bei-
discher kilnig, Hermin genempt, wol mit hundert tussend hei*
den inn tlispania kommen ist, und ist in willen inn Franck-
rich zekommen , sich inn Paris 2uo künig bekrönnen lässcu.
^'' So Ruolland, Renguold und der edel Oüyflier hie werind , so
furcht ich die beiden nüt so vast, alä ich thuou. Nun erkenn
ich wol, dii9 ich unrecht thän hab, daz ich sy uß miuer gsel-
sehatft verjagt hab; aber man spricht gemeiulichen , das der
essel nüt weifät, waz sin schwantz sol, biß das er in verloren
2^« hat.« Do die heren die mere veraäramen, do was keiner, der
nüt erschrecke. Und der hertzog Auses [bL 41] sprach : »Her
keysser, man sol ab den beiden nüt erschrecken, wann ir
müssen, das sj unnrecht hand. Darumm hand kein sorg: got
wirt uns hälffen sin helgeu glouben uff enthalten, üud ir
28 wüssen, syLt ir unser künig sind gsin, das die beiden nie Ober-
hand über die Frantzosseu gebept band, sunders wir band ij
allwegen mit der hilf gottes überwunden. Darumm, ob sclion
Ruolland , ReogQoid und Ülliffier nüt hie sind , so aol inaD
darumm daz hertz nüt verlieren, sunders länd die stett nad
:ia Schlösser besetzen mit lüt und spis, darnach länd sy kommeo!
Wann ich hoff mit der bilff gottes, wer wellend sy in kurtzed
ulä Franckrich verjagen mit irem verlurst und schaden. Wann
ich hab sinn kein sorg, daz got nüt also mechtig sig uns and
sinen glouben zeschirmmen als ye.« Do Karly des hertzog
SS Anses rätt verstanden bat, do ward er von im und den retteu
für guot erkent. Darumm er in alle Krystenheit umm volok
schickt, und das yederman stet und Schlösser versorgte zniB
basten, so sy möchten. Und ließ die etat Paris mit lütten
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Tinä spis zno rüsten zuo wer gegen sinen fyenrlen. Dem nach
als der künig Hermin ein wenig in Hispannia geruowet hat,
er nnd sin volek, do brach er uff gegen Franckrich, Und do
er in das land kam, fieng er an stet und Schlösser verbrännen
und ließ alle die, so nüt sinen glouben anemmen wotten, mit s
grosser martter ertÖden, Etlich nam er zuo gfangen an, dennen
ließ er vyl lydens an thuon. Und do er an mitten in Franck-
rich was, do sprach er zuo Lyonffant , das er trissig tussend
man nemme und fücre Munntabant belegren, und so bald ers
gewune , daz ers verbrantte und weder wib nach man, Jungs lo
nach altz laben Hesse. Und er wett rait dem übrigen volck
daz läger für Paris schlachea. Lyonffant was willig und be-
legret Muntabant zerings uaim und umtu. Und do der künig
Herrain Paris belegret hat , do schickt er keysser Kariy ein
botten , der hieß künig Matafol; der was stoltz uud mechtigit
und hat wenig uff der Frantzosseu macht, und in duocht, er
wett allein machen, daz sy zyttren müeßten. Demnach als
er von Hermin erweit was worden die botschafft zethuon, do
schied er ufi dem iäger und kam an daz thär, daz ward im
uff thän darumm, daz er ein bot was. Und er gieng in den 20
grossen sal , in dem er den keysser fand by sinen fürsten.
Und er endet sin botschafft also: »Die grossen götter Mach-
luet, Jupiter ujid Appollino behüetten und bewaten den mech-
tigen kunig Hermin und alle die, so im hold sind und dien-
nend, und zerstören den künig von Paris und alle die, so in ^•'
sioer gselschaft sind! Dennen thuon ich zewüssen, das dir der
niechtig künig Hermin by mir enbüt, daz du den glouben ver-
löngnest, so du haltst, und du und din volek IMachmetz glou-
ben annemmen, oder er wirt sust dich und all din land zer-
stören und wirt dine fürsten an sinen roßschwäntzen züchen ^^
und schautlichen tödeu lassen. Wann er ist kommen den tod
sines bruoders, des raechtigen künig Mambrins, zerächeu, den
du töden liessest durch den verretter Rengnold von Muntabant.
Darnmm , wend ir dem grussammen tod entwichen, so ratt
ich dir, künig in Franckrich, und allen heren dines haffs, daz 36
ir all kommen und gnad von minem heren begeren in blossen
hemptern und füeasen, ein seil am hals, und es mag sich
begen, daz er über öch erbermd haben wirt.« Do keysser
MoFguit der rEete Q
d2
Karly den beid hört reden, do errottet er uß zoru , und duil
er nüt ein einig wort reden moeht. Da was Ästolfus, der
her in Engelland, der nooclit Mattaffols red iiüt geduitigklichen
tragen , wann er zuckt sin achwert und wott den heid damit
6 schlachen. Aber der liertzog Anses erwuscht inn inu sine
arm und sprach zuo im: »Das wer nüt recht ein botten ze-
schedigen. Land in sagen , waz er wyl ; wann es wärt umm
sin red weder minder nach mer.c Do Mattaffol ersach , daz
inn Astolf von Engelland mit sitiem schwert schlachen wott,
10 do sagt er äuo im: *Ich wejß nüt, wer du bist, aber h et ich
dich an enden, da niemmen dann du und ich werind, so wett
ich dir din boffart wol geatillen, die so gros ist.« Demnach
sprach er zuo dem keysser, er sütt im antwurt geben. Ger-
gis TOn Tannemarck ylt zereden und sagt zuo Mattaffol: *Bot,
»» du bist ein übermUettigen fyltz, das du so schautlich mit dem
keysser redtst. Ich schweren dir by niinem got : werestu nüt
ein bot, ich wett dir den grossen kopff ab den achßlen ge-
schlagen haben. Darumm mach dich schnell «ß disser slat
und sag dinejn küuig , der keysser schetze sin got nach all
20 sin tröuwen nüt für ein füllen [bl. 42] öpffel!« Also macbt
sieh Mattaffol uff den weg und kam inn Herrn mins zell nnd
seyt im die antwurt siner botschafft. Und clagt sich vast ;ilj
Karlys ritter einem; doch so wett er sich rächen, ee das ö
morndea nacht wurd. Und sprach zuo Hermin: »Ich bitöcli,
25 daz ir mir erloubend mit Karlys rytter zestritten,« Der kämg
Hermin sprach: »Thuo im, wie du wylt! Aber ich wey§ wo')
das da sy nüt so bald überwinden wirst, als du gedencH
Meinstu, darumm, so Rengtiold, Ruolland und Ollifier nüt in
land sigen, daz in Karlys gselschafft nüt nach manlich ryt^f
30 sigen d V Es sind nach an sinera häff der hertzog Anses, Gergi»
von Tannemarck, der bischof Türpin, Grudellon von Peyern,
Astolff, hertzog in Engelland, Beringer, Richart von Kor-
niandia und ander mer, deren pryfi so gros ist, und die un-
serem glouben sovil Schadens zuo gefüegt band.« Do Mattaffol
86 d eil künig Hermin verstuond, do sprach er zuo im: »Es gil^
mir glich umm ir stercke und pryS ; dennecht wyll ich wissen,
waz lütten sy sigen, ee und es morn nacht werd.c »Du sol''
im thuon , wie du wilt ; aber hüet dich , daz dir nüt übel«
daruß eDtsprinfre!« Demnach als Mattofol von Paris gescheiden
was , do schied die nechst nacht darQach Astolff', der Engel-
lander, ah dem haf und reyt in grosser yl gegen Muntabanfc,
Und reyt aovast, das er zenechst zuo Leonffantz leger katn.
Und begegnet etlichen beiden, die fiengend inn und fuortfcen 6
in zuo Leonfant. Der vernara , das er ab Karlja bäf kam ;
do fragt er in, waz Karly thette, und ob er vyl kriegßvolck
by ioi hett. Astolff sprach: »Du seit wüssen, das der mechtig
keysser Karly in siner gselschaffc hat die niechtigesten rytter
in aller weit, und er furcht weder dich nach din künig nach lo
all üwer macht nüt umm ein halben haller. Wann ir band
kein recht, daz ir inn sind kommen angriffen uff sinem ertrich.«
Leonfant sprach zuo im; »Wiltu sagen, daz wir nüt recht
haben des mechtigen künig Mambrina tod zerächen, den Reng-
nold von Muntabant mit vcrrefctery ertödt hat? Darumm muoß u.
sin schloß Muntahanfc zerstört werden.« »0,« sprach Astolff,
der Engelländer, »du sagst nüt recht, daz du retst, Rengnold
hab in mit verrettery ertödt ; du bist vast übel bericht, wann
ich will dir kunilich machen , daz er in ertödt hat als ein
frommer rytter inn beschirmung sins läbena.« »Wüßte ich, 20
das es war wer, wie du sagst,« seyt Leonfant, »so wett ich
nüt alles daz thuon , so ich für mich genommen hab.« Also
ertzalt im Astolff Mambrins tod ; darumm Leonfant sprach :
>Die wyl es also ist, wie du sagst, ao ist es mich geruwen,
daz ich dyssen grossen züg har gfüert hab. Wett min got 25
Appollony, daz ich nach in Suria wer! Wann kein mentsch
inüeßte mer von minet wegen in Franckrich kommen. Wann
sytmäl Rengnold Mambrin nüt mit verrettery ertödt hat, sun-
ders wie sin fyend, so muoß dem schloß Muntabant von mir
nüt beschechen. Wann ich gsach Rengnold einest in Hys- 30
pania, aber er duocht mich so adellich und erlich, das ich für
war gloub, daz er kein verrettery triben möcht. Ich hat in
wyllen nienier mer in dyß land zekoraraen, aber ein gräf, der
inn Karlys gselscliafift ist, der heißt Gannellon, der hat dem
künig Ilerrain eubotten : well er sich an Rengnold rächen, ss
der sin Schwäger ertödt het, daz erß yetzmäl baß thuon möcht
dann niemmer mer; wann Rengnold, Ruolland und Ollyffier
werind nüt in Franckrich, und die wyl die nüt da werind,
I
grossen wyfierstand hnaen. und aysse nier
sind ursach , daz wir über mer kommen sind.« Do Ästoli'
Lyoniant verstuond, do eraclirack er nod s-agt: *Djik ist cüt
die erst verrettery , die er wyder den jj;räf [lengnolden und
6 sin gschlächt verbrächt hat.« Leonfant fra^t inn, wer er wer.
Und er seyt ea im. Darurani im Leoufant groiä eer enbot;
darzuo gab er ira urlob gen Munfcabant zeritten , und gab
im sina volcks zno , die inti beleytfcind untz zuo den thären.
Die fand er beschlossen , aber do er erkänt ward , thet man
10 im schnell uf. Do Rengnoldtz dry bruoder Allard, Guschart
und der klein Riehart in gsäehen, do wurden ay vast fro. &
ertzalt innen alles daz , so im Leonfant gsejt hat , dardurcli
By vast tröst wurden. Und fräsrten inn, ob er nüt von irem
bruoder wüßte. »Nein,« sprach Astolf. Demnach seyt er
16 innen, wie der verretter Gannellon dem küoig Hermin gschri-
ben het, dar durch er inn Franekrich kommen were. Des sy
ser erschräcken. Also schickten sy Karly ein botten, im kun-
thuon, wie Gannellon durch sin grosse faltacheit und verret-
tery ursäeher wer , daz die [bl. 4H] heiden inn Franekrich
20 kommen wären. Der bot kam für Karly. und als er für in
kam, do redt Gannellon mit im und thet der glichen, als ob
er vast leidig wer der beiden halb, und sprach: »Her keysser,
ich hab grosse sorg, iMuntabant mög der heydischen macht
nüt wider stän und werd vast bald erroberet und zerstört, dai
25 nun ein grosser schad were umm Rengnoldeu brileder , wann
sy sind vast guot ritter. Wer Rengnold, Ruolland und Olli'*
fier in land, so wcrind die beiden nüt so vast zentsitzen, al'
sy sind. Es ist war, ich hab den dry bruoderu gschriben, ^^
bruoder Rengnold werd vast bald heimkommen, und ich hal'
8» sinn gwüsse botschaft. Und ich hab es thän , damit und sy
muottig eigen ; wann sy meinnend, er sig tod, darvor in fC'
bewar! Wann es were ein grosser schad, wann er überfrift
inn manheit' und redligkeyt alle die, so ich ye gsach.« Üi*i
mit dyssen wortten fiellen im die trehen ulä den ougen. ^^
35 thet er, damit und er sin verrettery dester baß vertMfce"
möcht. Als nun Karly und Gannellon mit ein andren le^^^
*
30 meinnend] vielleicht »meintend« zu le sen.
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Muntabaut, der gab dem keysser
Und do er sy uß und uß besächen hatt , do besinfc er sich
ein wenig und gedächt: »Wie niöcbt Gaouellon ein so grosse
verrettery triben , daz er die fyend dea helgeti kriatealieben
gloubens in Franckrich hieß kommen?« Und hielt nut uif den »
brietfen; wann Ganuetlon hat in also zuo gerüat durch sin
schön reden und tzäntzlery, das er nÜt anders gloupt den siner
red, uud duoeht inn, es wer daz evangillio. 0 K-ftrly, hettestu
ÄstolfFen brieft'en glouljcD geben , ao bettest du die grossen
betriegnußen und veretteryen erkeut, so inn Gannellon wären, lo
dar durch du bettest mögen verkommen den tod diner rytteru,
die all am Rontzefal unimkammeu durch LJanuellous verrettery,
als harnach zuo end dyeser hystoria gsagt wirt. Got geh
mir die gnad dahin zekomaien !
Wie Mattafol mit den nianlicheateu ryttern stach, 15
so an keysser Karlys haf wären und sy überwand
und fuort sy gfangen in Herraius zeig.
Der starck künig Mattafol was wol zechen schuocb lang;
der was gantz zornig über den hertzog von Engelland darunim,
daz er sin schwert über in uszogen hat vor Karly, dardurch 20
er sich geschmecht befand, Darunim er sich dea nechsten
morgens wapnen ließ und saß ufl' sin pfert und reyt allein
für Paris und hließ ein hörn. Und do er drü mal blässen hat,
do schrey er mit lutter stim : »Wo bistu , Aatolf , der hocb-
müettig, der mich geatert wott ertödt han vor sinem künig ? 25
Kam bar an vertzug! Wann ich wyll mich der schmach
rächen, so du mir zuo gtüegt kast.t Do Karly vernam, daz
Mattafol vor Paris was und strifc begert wyder ein rytter, do
erschrack er übel. Und beruofft aine rätt, zuo denneu sprach
er: »Mine heren, ir aächen, daz dysser ungemeaser heid sfcrit 3*
begert mit einem rytter. Darumm bit ich üch, daz ir mir
ratt geben, ob ich ein ritter dahin schicken soll oder uät.«
Gergis von Tuuuemarck redt zum ersten , der sprach zum
keysser: »Her, niith dunekt, es were dem kunigkrich Franck-
rich ein grosse schaiid und allen üwern ryttern, wenn dysser at
ueid on stryt hin weg füer. Darumm ratt ich üch , daz ir
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elu rytter dahin schicken, üud ich selbs wyll rytten, liept
es ücb mir urlob zegebea.« Die hereii sagten all, Gergis het
recht geredt, und Anses sprach, wenn Gergis oüt ritten wett,
er wet ritten. Gergis sprach, wenn ea dem kejsser liepte, er
t> wett rytten und sust nieiunvau änderest. Der keysser was
willig, das Gergis rytt. Der gieug und wapnet sich und nam
sin guot Schwert Kurthän und ein starck sper und sstü uff
sin pfert und reyt uö Paris. Und kam an daz end, da Mattafol
was, und sprach zuo im: [bl. 44] »0 heid , der da atrit be-
10 gert, ich thaon dir kuut, daz ich inn ryl landen der Tärcky
und heidenschaft bin gsin uud hab vyl beiden mit dysseni
Schwert ertödt und bin von keinem heid nie ab minem pfert
gestochen worden, Darumm sag mir, ob du lieber mit dem
Schwert stritten wellest , oder mit dem aper !« Der heid sagt
15 zno im: »Mit dem sper wyl ich stritten mit söUichem geding:
magstu mich ab miuera pfert stächen, so wjl ich din gfaugner
sin; deßglichen, mag ich dich ab stächen, so soltu min gfangner
sin.« Gergis was willig. Also kämmend die zwen rylter
gegen ein andren mit sÖllicher stercky, daz Gergis sin sper
ao zerbrach uff des heiden schilt, aber der heid traf Gergis mit
süUicher stercky, daz er hindersich uß dem sattel an herd
fallen muoßt. Do in Mattafol am herd gsacb liggeu, do fieug
er an lachen und sprach zuo Gergis: »Du tarfst dich nut mei
berüemmen, du sigest ab keinem pfert nie gefallen . Du sictist,
2& wie dir din gofc Jesus gehniffen hat. Nun gsichstu woJ , das
du min gfangner bist.c »Es ist war,* sagt Gergis und bot
im sin seh wert. Und der heid namfi und fuort inn inn Her-
mins Zell zeverhüetten. Und fragt in, wie er hieij. Er eagt:
»Ich heyß Gergis von Thanoeraarck.« Do Mattafol hört, da^
30 er Gergis was, do verwundert er sicli, daz er inn so bald gfel*
bat, und ward sin vyl sfcöltzer wann vor. Und saß damit
wider uflf sin pfert und reyt für Paris wider au das selbig
end, da er Gergis ab gestochen hat, uud bließ sin hörn uß«!
schrey mit lutter stim : »0 künig zuo Paris, wuß , das diu
35 rytter Gergis von mir ab sinem pfert gestochen worden i^äti
und ist min gfangner! Danimm schick mir ein andren rytter
von den aller sterckesteu dines häfs; wann ich bin in wjHb'^
min stercke gegen innen zeversuochen.« Do Karly den beiden
verBtuond, do erkant er wol, daz Gergis toü im überwunden
was -, des er ser ersclirack. Und luogt zeiit dem sal, ob sich
nieman har für thuon wett zestrittec. Unä beruofftsiiie forsten
und sprach zuo innen: >[r heren, ir gsächen, daz dysser beid
Gergis überwunden hat uüd forschet wytter stryt gegen einem &
andren rytter.« Der bertzog Anses sprach: »Daz wer ein
grosse unner, wenn der heid on strit hinweg flier, Darumm
will ich an inn.« Und gieng mit dysaen wortten und wapnet
sich und saß uff sin pfert vind reyt an daz end , da Mattafol
was, und sprach zuo im: »Heid, die wyl du stryt begert, so lo
müoß er dir von mir werden. Dariimm gedenek dich zuo-
weren an wytter gesprech!* Do der heid den berfczog Anses
vers tuend, do kämmen sy gegen ein andren, also daz der hertzog
Anses siu sper zerbrach, und Mafctafol gab im ein so herfcten
atich , das er iii ab dem pfert stach, Do sich der hertzog i6
Anses am hord gsacb, do sagt er zuo im: »Du magst dich
wol berüemmen, das du all ander beiden in stercke für trifst,
die wyl du Gergis und mich im sfächen gfelt hast. Ich be-
kenn mich din gfangoer zesiu.«! Und bot im dumit sia seh wert.
Der heid nam es und sprach zuo im: »Mifäfalt es dir nut, su so
byt ich dich, das du mir din nammen sagest.« »Ich sag dir,
heyd, das ich Anses heyfi, hertzog in Peyern.« Also fuort
er inn zuo Gergis. Und do ay ein andren gsächen, do fiellen
innen die trehen uis den ougen. Anses sprach: >lch besorg,
wir werden nüt lang allein siu.« »Du sagst war,« sprach aa
Gergis. Do der beyd den hertzog Anses zuo Gergis geleyt
hat, do katt er wyder für Paris an die gewoulich stat und
bließ sin hörn, wie er gewonheyt hat. Und do inn Karly
bort, do ward er vyl betrüepter wann vor ; deßglichen wären
all sine fürsteu. Aber so bald der edel Beringer von Peyern sn
daz hörn liort, ließ er sich wapneu und sali ufl' siu pfert und
nam urlob von Karly und reyt ulf die sträs. Und do er zuo
Mattafol kam, sprach er zuo im an grüetzen : »Heid, bistu der
pürsch rytter, der gestert so uutzüchtigkljch mit dem edlen
keyaer Ivarly redt? Erkautest du, wer der wer, der mit dir a&
redt, du wurdest vast bald gnad begeren ; wann du solt wüsseu,
daz ich mengen heid mit dyssem schwerfc ertödt hab. Also
hof ich dir öch xetliuon.« Do Mattafol Beriuger bort reden,
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do achtet er sinen wenig, dpßglichen eines tröwens , sunders
sprach zuo im : »Du bist wo! hocbmllettig, daz du mich ver-
meinst vieerscbrecken mit dim trowen. Ich schweren dir, das
ich dir die red wol gstellea wyl, ee die eun undergang ; wann
f, het ich fier semlich inn minen armen, als du bist, so wett
ich dennecht uut vom louffen läii.« [bl. 45] Do Beringer
den heiden verstuond reden , do ward er zornig und sprach
zornigklicheii : »0 du touber nar, ich wyl din berüemmen nüt
mer Hden. Rüst dich! Wann ich hab groß begird dir min
10 speryssen zeversuochen geben , ich hab daliig me gnuog von
dir erlytten.« Mattafol sprach ; »Wer bistu , daz du dich so
manlicb machst? Bist uut etwanu Keuguold, Ruolland oder
Olliffier, deren pryß ao groe alleuthalben ist? Bistu mechtiger
den der hertzog Anaes oder dann der kön rytter Gergis, die
]5 ich tiberwunden hab mit miner raanheyt ?« »Ich wyll, daz de
wüssest,« sprach Beringer, »daz ich deren keiner bin, sunders
bin Beringer von Peyern, der dich vast wenig entsitzt. Da-
rumui bit ich dich, daz du dich werest an wytter gesprech,
wann ich sag dir ab.« Also rytten sy hindersich, und glicli
ao also, wie er Gergis und Anaes thän hat, also thet er och Be-
ringer. Und do er sich am herd gsacb, ward er so vast zor-
nig, daz er vermeint toub zewerden, und zog sin schwert oß
und sagt, er wett sich rächen. Der haid sprach zuo im : »Du
hast unnrecht, Beringer , wann du weist wol , das der bruch
26 also ist: wellicher zum ersten falt, des andren gfangner er
sin sol, der in ab feit.«. lEs gilt mir glich umm dine brucli*,
seytt Beringer , »suudera ich wyll mich an dir rächen mit
grossen schwerfcschlegen.« Do der heid gsach, daz er so ver-
stopfft was, do gab er im ein söllichen streich, das er uff die
30 knüw nider fiel und was ao eratunnent, duz er nüt wüßt, ob
es tag oder nacht waa. Und Mattafol sprach zuo im: »Ergib
dich, wie die andren thäu band ! Wann du magst mir nüt
angesigen.« Beringer gsach wol, daz er war sagt; daruiniu
bot er im aiu schwert. Daz nam er und fuort inn zuo d«u
3i andren, Do der hertzog Anses sin snn gsach in des heideJi
gfäncknus, do sprach er mit süufftzeu: »0 keiser Karly, Ifp'
dysser heid lang, so wirt er dir grossen schaden zuofflegeD»
daMuo dem gautzen Franckrich.« Demnach als Mattafol Be-
ringer zuo den andren inn gfancknua geleit hat, do saß er
uff sin pfert und reyt wider an siu stat und bließ sin liorn.
Und do KarJy daz hörn hört, do erschrack er vester dann ye
und sprach: »Nun mag ich wol erkennen, waz ein rytter ob
andren wert ist. Ich sag es, wann wer Reuguold hie , oder 5
min Vetter Ruolland, oder Ollyffier, so het dyaser heid mit
so lang gewert, als er hat. Ich erkenn wol, daz er Beringer
überwunden hat. Nun ist der vatter nnd der sun in gefenck-
nns , des ich ser betrüept bin. Ich glonb, daz dyaser ver-
flüechter beid all min rytter überwinden werd.« In dem gieng 10
Angeffiu u& Schwaben und %vapnet sich und reytt und stach
mit dem heid. Aber er ward gfelt, wie die andren, und zuo
innen gfangen geieyt. Defiglichen stächen och mit im und
w^urdeii all sine gfangnen Ott von Burgundia, der bischof Tur-
pin, Galter von Meyland, Saloraon von Brettania, Richart von n
Normandia, Guy von Borgundia, Und beleih uiemman by
KarJy dann Ganellon, der verretter, und die von sinem ge-
schlächt ; die thetteu sich nüt uß zestächeu, darzuo not sy och
Karly nüt, wann er wot nüt allein sin, Do Matafol gsach,
daz kein rytter mer kommen wot mit im suchen , do fuort ad
er alle die, so er gfangen hat, für den roechtigen kuirig Her-
min. Der ward vast fro, do er vernam, wer sy wären, und
eeret sy zum basten, so er mocht. Und hielt vil uff iVIatafol,
der so vyl manlicher rittern überwunden hat, und schanckt
irü ein silbrinuen rock vast kostlich. Den leyt er an und aa
saß ufi" sin pfert und reyt spatzieren uff das feld sich suchen
lassen. Und yederman thet im eer an von sioer manheyt
wegen und seytten uun von im. Aber er was vast trurig,
daz im Astolf, der Engellender, nüt inn sine hond kommen
was, damit und er sich an im gerochen het umm die schmäch, 30
80 er im hat wellen thnon vor Karly. Und der guot Karly
was zuo Paris vast erschrocken lunm sine heren. Er gieng
im pallast ummhar und trachtet, wie er einer fyeuden macht
widerstän möcht. Und der verretter Ganuellon was by im,
iler thet der glichen, als hette er grossen gchmertzen am 30
hertzen ; aber er was sin vasfc fro , als der , der ein ursach
8 gefecknus bs.
90
was irer zuokuiifft. Und damit und er sin verrettery dester
baß teckeu möcht, saj^t er zuo Karlj : >0 her, wer yetz der
giäf Lvengtiold und üwer vefcter und Oliffier hie, dysser heid
wiird nüt so lang widerstand thuon, als er thuot. Ich bitteo
6 got, das er (ich inu kurizem botschaÖ't von inuen gebe.« Nuu
wend wir von den Leren sagen , die by dem künig Corador
wären und guot läbüo hatten.
kdor j
Wie die fraiitzössischeii heren urlob von dem from-
men künig Corador nainmend und [bl. 46] wie sj
10 veruämmen, daz der meehtig kuoig Herrain in Franck-
rich gefaren was Muutabant zerstören , darumiu sj
im sin land inn uämea, und toufl't wurden. Cud
wie Dooü Morgaiit reicht au Koradors häf, imd wie
Meridianna mit innen kam mit einem grossen züg.
16 Die hystoria sagt, daz dem nach, als Renguoldl und sine
gselleu gnuog still gelägen wären an des küoig Coradors bäf,
do wurden &j zuo ratt in andere land zefaren, da krieg werind;
wann sy hatten all ir wollust die beiden zuo töden. Und eiues
tags sprach Rengnold zuo Korador : » Her künig, es ist war,
20 duz wir lange zit an üwerm häf sind gsin , und uns eer und
früntscliaft vil bewyssen band , sovil , das wir duz kumerlich
umm üch vergälten mögen. Und weren wir hie länger, so
wurd es una für unnerJich gescbetzt und nüt recht; wann wir
glycben uns den süwen, die begeren nun ruow, Darumm sind
36 wir inn wyllen in andere land zefaren, da krieg sigen, ücli
bittend, daz ücli geliebe uns urlob zegebeu. Und der guothtit
und eeren halb , so ir uns bewissen band , dancken wir ücb
uta höchst, so uns muglich ist, und begebend uns alb.it gerüst
und bereit zesin, üch alle die dienst zethuon, so ir uns dörHeii
30 zuomuotten.« Do Korador verstuond, daz die heren ab sinem
haf scheiden wotten, do erkant er, daz ir meinung billicl^
was, und sprach: »Ir, mine heren, üwer hinsoheideu sol siu,
wenn üch geliept, wie wol mir üwere gselschaft vast aiig«'
ueium ist. Aber sitraäl und üch geliept von hiuuen zescheid^"t
so dancken ich öch zum ersten aller guotbefc und hilf, so ir
mir ertzeigt band. Ich erkenn vvol, daz ich durch iiwer man-
heit bünig in dyasem land bin ; wann an üch was mir nüt
niüglich minen fyendeu wider zestän, sunders het müessen uß
tiem land fluchen. D.ardureh ich größlichen in verpflicht gegen s
üch. stän, und umra alle vergältung weiß ichs nüt änderst ze-
verdiennen dann allein: dör£fend ir min oder minea volcks,
geh inn wetlicben landen ir sigen, so ist es alles inn iiwerera
dienst.« Da die bereu des künigs guotten willen hortten, do
danckettend sy im. Die niere wurden bald zent dem pallast lo
gesagt , die heren wetten hinweg scheiden , also daz es die
junckfroAv Meridian na vernani. Die beschickt yllentz iren fründ
Olliffier inn ir kammer und sprach zno im: »0 Olliffier, ich
hab nüt umm dich verdienuet, daz du mich also allein lassest.
Ach, it'h hab all min liebe an dich geleyt, und du wilt mich i6
also Verlan. Ach, du last mich gros eines kindes ; zum rain-
sten, wiltu nüt über mich erbermd haben, so heb doch er-
bermd über din geschlecht und laß uns nüt also ti'ostloß!
Ach, was wirt dyöse arme trostloße anfachen, wenn sy den
verlürt, inn den sy all ir hoffnung und liebe gsetzt liat! 0 so
liebe, du hast mich wol veratten, die mir alle fröud verheissen
hat an niinem liebhaber; nun wirt es müessen sin, daz ich
all min laben lang in leyd und achmertzen belib.« und mit
djsaen wortten fiellend ir gros trehen uß den ougen. Der
gräf Ollifier trost sy zum basten, so er mocht, und sagt zuo as
ir: »Min junckfrow und min liebe, ich bit dich, daz du dich
nüt so übel gehabest ; wann ich verheissen dir by rittera trüw,
daz ich vast bald wider kommen wyl dich besuchen. Darumm
bit ich dich , min liebe , daz du mir nrlob gebest ; wann du
magst wol erkännen, daz ea mir nüt erlich wer, daz ich mine an
gsellen fareu ließ und ich hie belib. Der fruclit halb bit ich
dich , daz du ay in befelch habest.« Do Meridianna bekaut,
daz sy iren frund nüt belibig machen mocht, do sagt ay zuo
im: »DJewil du nüt durch min pit beliben wilt, zum mingten
bit ich dich, das du mir Morgant hie lassest; der wirt min »s
schirm sin gegen dennen, die mich bekümmern werden. Wann
ich sorg mir, ich werd nach diuem hinscheiden vyl uffhebungeu
haben.« Olliffier sprach, uiöcbt [bl. -17] er, so wett er ver-
ä
I
92
sehuffeUj daz Morgant belibe. Er sagt sinen gselleo darvon
uud Morgant und bat sy so vast, daü sy wyllig wurden. Aber
MorgaDt were lieber mit innen gerytten dann beliben; aber
dem gräf OUifier zediennen, was er willig der junckfrowea
6 zchüetten. Die liereii nämnien urlob von Meridian na und
uiacliteu sich uff die sträs. Und der künig Corador gab innen
daz gleit mer danu zwo mil ; demnach natn er ron innen ur-
lob mit vyl erbiettens und kart wyder in sin stät mit Mor-
gant, der beleih vant ungern. Die heren ritten und wußten
10 nüt wo hin, dann wie sy daz glück fuort. Und ritten sovast,
daz sy inn ein grosse wüeste kämmen , inn deren was eiii
groseeu vinstern wald. Qud do sy in der wiieate wären, do
verlies sy der low, der innen so lang geselschaft gbalten hat,
und tüff durch den wald hinweg. Do sagt Kengnold zdo
16 Kuolland: *Gsich, min vetter» wie der low von uns üücht!«
»Laß in louffen !« sagt Rnolland! , »wann sin hitifart ist mir
vyl lieber dann sin beliben. c Die fier rytter ritten sovast,
daz sy in Hermins land kämmen , der vor Muntabant lag.
Und eines tags , als sy uff einem kleinen bergly wären, do
20 erstehen ay wol by fier hundert gewapnetter beiden. Und
fi;ort sy ein atoltzer grusammer heid, der hieß Fiereraunt und
was künig Hermins fründ, und hat im das gautz regement
eines landes befolhen. Do Fieramimt die fier rytter ersacb,
do stach er in sin pfert und reyt zuo innen. Und do er
25 Bayard so hüpsch gsach, do begert er in aer, und sprach zoo
ßengnold: »Edler rytter, wo haatu daz schön pfert überkommen?
Ich bit dich, du wellestz mir zekoufFen geben oder schäncken ;
wann es muoß dir wol vergulten werden von mir.« Der grit
Rengnold sagt zuo im: »leb sag dir, daz er mir von vyl lütte»
30 erfordert worden ist , aber ich wot inn nie vertouffen nacl»
verschänckeu. Darumm verlürat du din zit iu zebegeren.'«
»Nun,« sprach der heid, »wiltu in nüt verkouffen nach ver-
schänckeu, ao thuo mir doch die gnad , das du mich in ein
wenig ritten lassest.« Rengaold, der des beiden beschis er-
36 kant, sprach zuo im: »Min pfert ist der natur , daz ersieh
keine lüt rytten lälat, wenn er sy nüt erkänt. Darumm wir*
er dich och nüt rytten län. Aber ich wyl dir ein faüpscl»^
tettig machen: du bist gewapaet und ich och; darumm, wüt*^
mit mir stächeu und magstu iiaich feien , so muoö min pfert
din sin. Und wiltu nut stächea, so sag nüt mer dar von und
far din sträs; wann dir wirt min pfert sust nüt.< Do der
heid Renynolden verstuond, do hat er sin grossen verdriis und
sprach zuo im : »Du filtz, du retst stoltzenklich ; wann wüGtestii, ''
mit wem du rettest, du wurdest nüt so lut reden. Wann
ich bin ein aträöer der thorechtigen : ich bin ein rengent und
Terhüetter dyß landes. Wann rain bruoder Heroiin , der da
künig istj bat mirß zeverhüetten geben. Der ist yetz vor
Muntabant mit grossem züg inn wylleii daz zeverstören und 10
sicli an Kengnolden zprächeu, der sia schwäger Maml>rin durch
verrettery ummbräeht hat. Und wenn er Muntabant zerstört
hat, so wyl er demnach daz gantz Franckrich och zerstören,
wenn sy unsers gotz Maobraetz glouben nut anemmen wend.
Und wyll der alt Karly Jbesus glouben nüt verlougnen , ao iq
wirt er in mit njartter erdöden.« Do Reiignold P^ieramunt
verstuond, do ward er achier unsinnig und sprach zuo im:
>0 du faltscher heid, bösser dann eiu tuffel, du hastz erlogen,
daz Rengnold nach keiner von sinera geschläeht ye verrettery
triben haben. Darumni gedenck dich zeweren ! Wann ich sag 20
A\t ab uff den tod. Wann ich wyll die sach für Renguolden
ut'neramen, wann ich weiß, das er ein frommer rytter ist.«
Also rytten sy hindersich und kämmen gegen ein andren mit
BÖllicher stercky, daz der heid sin spcr zerbrach, und Rengtiold
flraf den heid durch den hälm mit süUicher stercke , daz er an
im animitten durch den köpf mit dem sper stach , also daz
fler heid tod zuo erden nider fiel. Do daz sine dieuner gsächen,
<lo erschräckeu sy und fiengend an über daz veld fluchen.
Under den beiden was ein grosser her, der was wjß und be-
scbib; wann do er Fieramunt tod gsach, kam er für Reugnold so
^ud knüwet nider und sprach: »Rytter, der alle weit geschafften
hat, der uff'ne dich in allen eren ! Wann du hast utf den
iiüttigen tag räch begangen ob dem aller bofibaftigesten wüet-
^•"ich, der in aller weit was. Der künig Hermin, sin bruoder,
I ^ßf inn Franckrich gfaren ist, hat inn zuo einem regent des si
lanilea gelassen ; aber er ist ein boßhaffter wüettrich gsiii, der
^ch und arms brantgschatzet hat, und wenn etlicher so frisch
l^'L'5, der imm darinn redt, den lieS er eyßwegs töden. Und
§4
pthät wytter ertzofgte,
laniu er sm raiBSPtnat wytter ertzoigte, nam er unsere wfber
und tochtern [bl. 48] mit gwalt. Und er hat nach in gfenck-
nua miner Schwestern einy, darumm, daz sy nut hat wellen sin
wyllen thuoo. Dud wüssen, das alles volck sines todes vast
6 fro ain wyrt ! Und bistu ein semlicher rytter, als mich dnnckt,
so gewÜDstu daz land wol äti schwertschlag; wann ich und
min früntschait sind die f&rnemisten dea landeä, und wiltn
minem ratt volgen, so werid wir dich bald zuo her der st;it
gemacht han, darauo des gantzeii küiigricha.« Rengnold ward
10 vast fro, do er den heldischen heren hört reden, der hifJS
Clarion, und sprach zuo im: »Eiüer her, thuond ir daz, wi«
ir sagen, so verheissen ich üch, daz ir nüt verlieren müesseD.<
Clarion sagt: >IriDüessen Fieramunt hämisch und pfert nemmen,
so wyl ich all sin volck wider samlen, und so wend wir mit
16 üch in die stat ritten. So werden die innwonner vernieinueE,
es sig Fieramunt, und werden dich all mit grossen eren em-
p fachen. Und ir sond bütteu lassen, daz man stäche und
thurniere und yederman fri5ud und kurtzwil trihe. So rikten
ir zum pallast und verschaffen sovil , daz ir her und nieister
üo darin werden. Diewyl will ich mit den lantzheren reden und
wyll innen des wiiettrichs tod errofifnen, des sy vast fro werden
sin. Und wend uns all im harnisch versamlen; so müessen alle
die, so Fieramuntz party sind, ertödt werden.« Also uaffl
Rengnold Fieramuntz harnisch und saß uff sin pfert, und
25 ritten in die stat. Yederman thet im grosse eer an , ver'
meintten, er wer Fiermunt, der etathalter. Und do er uff
den grossen platz kam, gebot er, daz all rytter stechend und
yederman schimpf und kurtzwil tribe. Und diewil yederman
fröud treib, redt Clarion mit sioen fcunden und zum teyl mit
30 den mechtigesten des landes, iasunderheit mit dennen, deoneQ
Fieramunt zeleid thän hat, und sagt innen, sy weriud aw
wüettrich gerochen, der innen sovü lydens an thän hat. Do
sy Clarion verstuonden, do wurden sy vast fro. Und wurdet»
in kurtzem gewapnet, und Clarion fuort sy uff den platz, da
35 alles volck versaralet was fröud und kurtzwyl zetriben. Do
sy uff dem platz wären, zugen sy ire schwerfcfcer uß und fiecgeo
an uff die zeschlachen , so sy wußten, die Fieramuntz partf
wären ; und die kriegfilüt, so by Rengnold wären, thetten w^*?
9j , also daz in burtzer zit der mererteil der sächern ertödfc
wurden. Alle die, so nüt Ton der sach wuiäten, erschräcken
übel und sagten, Fieramunt w«r toub worden. Do Kengnold
gsach, daz der platz gewuueti was, do reyt er in pallasfc, daz
im niemman darvor was. Und die küngin, Hermins frow, ''
kam im engegen und sprach zuo im (wann sj meint, es were
Fieramunt) : »Min bruoder, waz läbens ist düz, so ich inn der
stat hör? Ea ist ein vast grosser uffruor. Ich bit dich, daz
du Ordnung setzest, als dir min gmachel in befelch gehen hat.«
Do Rengnold vernani, daz sy die kungin was, des frow, der ^"
im sin schloß und sine brüedern belehret hat, do hüw er iren
den köpf ab. Demnach gieng er nnd zerbrach die gfäncknus
und nam Clarions Schwester darnä und die andren all, so der
wüettrich darin geleyt hat. Clarion redt mit allem volck und
ertzeigt innen, wie der tod were, der innen sovil lidens an- i6
thän het, also daz sy all willig wären Rengnoldeu zuo kutiig
uf zenemmen. Do Rengnold gsach, daz er rüewiger künig
des landes was, do prettigetten er und sine gsellen innen den
krysten liehen glouben, also daz yederman willig was sich lassen
touffeu. Und Clarion was der erst, der das heillig sacratuent ao
des touffs annani. Demnach als sy Krysten wären , do redt
EengDold mit sinen gsellen und mit Clarion von dem läger,
BO Tor sinem scUofi Muntabant lag, und er wett on länger
vertzüg sine brfleder und sin vetter Magis entschütten. Cla-
rion sprach , er wett mit im und wett ein grosse gselschaft sb
kriegern mit im füeren ; des im Rengnold gröfilichen daucket
und was vast fro. Do RuoUand veratuond , daz Kenguold in
t'raiickrich M'ott, do sprach er: »Ich bin ser bekumert , daz
der starck Morganfc nüt by uns ist; dann wenn er by mir ist
mit sinem kallen, so bin ich vyt dester sicherer.« Do sprach ^o
Doon: »Ich bin bereyt in zereiehen und verheissen üch, daz
^ir bi© sin wend, ee daz üwer züg gerust wirt.« Die heren
wären siner red vast fro, und ward gerätgschlaget, er raüeßte
l^ayurt rytten , daz er deater schneller rytte. Doon beleih
öiit länger, sunders saß uff Bayart und macht sich uff die "s
^^äs und reyt so vast, daz er an des künig Coradors häf kam.
^er [bl. 49] empfieng in mit grossen frönden und fraget inn
^on sinen gsellen. Doon sprach : »Sy siiul all vast gsund und
grßetzen iich vaat. Und bU.tea ticli, daz ir innen üwers volcks
sehickeii und Morgaat ; wann sy wepd deo keysser Karly ent-
scliütten , den der mechtig kütiig Hermin belegret hat mit
einem grossen aög.« Der künig Corador sprach zuo Doon,
ß tiaz er und all sin volck nüt gesparb werden raiitüten den
frommen keysser Karly zentschütten. Do Morgant verstuond,
das in der gräf Ruolland vorsehet, da ward er vast fro. Meri-
dianna was in ir kainmer, die was nüwlingen uß der kindbet
gangen. Und do sy vernam, daz Doon kommen was, do lüfl'
jo sy zum achnelltsten, so sy raocht, etwaz zevernemmen von
Oiliffier, irem fründ, und ummfieng Doon und fragt inn, wie
es umni sine gsellen atiiend, iusunderheit umm Oiliffier. Doon
sprach, es stüend wol umm sy, und Oliffier gröetzte sy mer
dann zetussend malleu und hett iren nach nüfc vergessen. Und
15 sagt iren, er were kommen hilf reichen by innen in Franckrich
zefUereu ; wann der künig Herniin het daz schlos Muutabant
belegret. »Aber er hat nüt vyl daran gewunnea, wann wir
band im all sin land ingenommen nnd sin bruoder und sin
frow ertödt.« Do Meridianna Doon verstuond, do sagt sy:
20 »Min her und vatter, vorsehend all Gwer kriegslüt und geben
mir die uff! Wann ich wy! den frantzösisehen heren hilflich
ein.« Der künig Corador was willig und nam uß in allem
sinem küngkrieh , also daz ir in kurtzer zit mer dann zwölf
tuasend wärend zeroß und zefuoß , die all vast fro wären in
as der frantzößischen heren gselachaft zefaren. Do nxm der iüg
versamlet was, nam Meridianna urlob von irem vatter; deß-
glichen thetten och Doon und Morgant. Und Doon dancket
dem künig Corador umm die hilf, so er dem gräf Rengnolden
schickt. Der künig Corador sprach zuo im: »Grüetzen mir
M den gräf Rengnolden und sine gsellen und sagend innen,
dörffend sy minen, daz sy mirs enbietten ! Wann ich wett in
eigner person kommen; wann ich will nüt undienstbar sin
umm die guothefc, so ir mir bewissen band. Wann ich erkenn
wol, daz ich an sy uß rainem küngrich von minen fyenden
36 verjagt worden were. Darumm ich uch schuldig bin zedien-
uen.* Do innen der künig Corador ein halbe niil daz gleyt
*
23 ir] er ha.
geben hat, do natu er urlob von innen und reyt wider in sin
stat. Und sin tochter fuor mit irem züg die sträü. Und
kämmen in kurtzen tagen in küiiig Herroins laud und uachet-
ten sich der stat, in deren die heren wäreu. Eins morgens
gieng Ruolland uS ein thurn und luogt xiff duz feld und gsach »
Meridianna zog kommen ; darab er gar estunnet und ruofft
siuen gsellen, dennen zeigt er den züg. Darab sy sfir erschrä-
cken; wann sy wuiäten not, waz lütteo es wären. Aber ay
hatten unlang geluogt, sy ersächen Morgaut mit sinem kallen.
R-uolland sagt: »Sehend hie Morgant, der kumpt vor anbenlio
Der küuig Corador ertzeigt sich wol, daz er uns lieb hat, daz
er uns zehilf ein so erlichen züg schickt.« Die dry heren
giengen ab dem thurn und sassen utf ire pferfc, des künig Co-
radors volck engegeu zeritten , Clarion und vyl ritterii mit
innen. Do sy usserthalb der stat wären, do eraach sy Doon, is
der sprach zuo Meridianna: »Frow, sachend hie üwern fründ
Olliffier! Der kumpt üch engegen in schönner gselschaft.«
Do die frow ireu fr und gdaeh , do reyt ay vordannen. Und
80 bald Olliffier ay ersiach , do not er sin pferfc. Und do sy
in ersach, saß sy ab irem pterfc, daz thet Olliffier öch , und»«
umnifiengend ein andren. In dem kämmend Rengnold und
Ruolland zuo innen, die unmifiengend die frow und daiickfcen
iren der hilf, so sy brächt hat. Aber ey hat «ff sy wenig
acht, sunders nun uff Olliffier, zuo dem staond ir all ir ge-
luüet. Kiuolland ummfieng Morgant, der sprach zuo im : »Mich äs
belanget, daz ich den keysser Karly gsäch, und in Franckrich
sigend die beiden zebekriegen; wann ich wytl iren sovil er-
töden mit minem kalleti , daz ir all irig sin werden, die ze-
tzellen.« Rengnold sprach zuo Doon: »Min gsell, du hast din
arbeyt nüt verloren, daz du ein so erliche gselschaft bringst, so
Der künig Corador hat der guofchetten nüt vergessen, die wir
im bewissen haud.« »0,« sprach Clarion, »mau spricht inn
einem gemeinnen sprüchwort, es werd niemmer kein guothet
verloren, und darumm aoi man nüt ansechen, wemm man dienue.«
Yederman saß wider uff die pfert, und ritten in die stat. Da sa
ruowetten sy etlich tag. Die wyl ward daz landvolck ger üät,
deren ward wol acht lassend Kristen, deren füerer was Clarion.
Do der gantz zug versanilet [hl. 50] was, do wären d iren wol
HoTgant der ricg« 1
98
zwentzig tussend zeroß und zefuoß, Krysten und beiden; die
machten sich mff die sträiit und fuoren so redlich, daz sy in
tVanckrich kämmen, den rechsten weg gen Paris zno. Nun
wend wir von dem keysser Karly Siigen , der zno Paris was
G in sioeni palkst vast erschrocken.
Wie Gannellon Mimtabant wot veratten han , uud
wio in Lyonfent wot tödt haben, ui^d wie der ki^ni^'
Hermiü veruam, wie sin laud verloren wer und sin
bnioder und sin frow und kind tod werind.
10 Als wir vorgemeldet hünd, was der fromm keysser Karly
ZUG Pai-is gantz erschrocken darumni, daz der m ererteil siner
heren inn gfangnnli waren, und klagt sich und sprach: »0
glück, du ertzeigst diu enttruug wol gegen mir, daz du niicb
zehüchst uff din rad gesetzt hast, und yetz wilfcu micb ze-
u- underst setzen. 0 rain vetter Buolland und ir, Rengnold odiI
OUiffier, werind ir hie, so wer ich nüt in so grossen nötten,
als ich bin, nud furchte mine fyend nüt so übel, als ich thuon.«
Gannellon was by im, der thet der glichen, als trurrette er,
und sprach zuo Karly : »Her keysser, es ist üch nüt ein ?er-
so nunfft, daz ir üch also klagend: es sind in dysser stafc Paris
mer dann tryssig tusaend man üch zeschirmmen und die «tat
och. Kommend un.sere fyend und griffend uns an, so weail
wir uns weren zum basteu, so wir mögen, und diewyl wirt
uns got etwaz guotter meren senden, die uns erfröwen wer-
26 den.« Der keysaer Karly wüßt nüt, waz er thuon sot , tlann
sich allein got befelhen und alle Krystenheit, die inn sorgew
was zerstört werden. Eine.s tagß besint sich Gannellon einer
andren verettery. Und reyt von Paris in daz läger für Mun-
tabant und kam in Lyonfan tz zell und gruotzt in und spracli»
so er wefct mit im reden in ratz wyii. Lyonfant hieß all sit»
voick Liß der zeil gän und sprach zuo Gannellon, daz er seittc"»
waz er wstt. Und der verretter sprach zuo im: »Wüii, dw*'
ich des keysser Karlis fürsten einer bin und sins heimbcbei*
ratz! Aber darum ni , daz mir die, so zuo Muntabant sind^ '
sf' etwaz zeleid iliän band , wyll ich mich rächen. Darumnir
wiltu mir glouben , so wyll ich innen ein sölliche verrettery ,
rao rösten , durch die ich dir daz sclilofi nnd die stat fiber-
nntwurtten wyl und alle die, so darin sind, mit innen zebund-
len nach dineni guotten bedtnicKen. Dar durch wirstu geroeben
nmni den tod des edlf^n kunig Mambrin , dines fruntz.« Do
Lyonfjint Gannellous grosse verefctery verstuond, do erschrack r>
er ser darab ; wann er was ein vast frommer man, wann utnm
den tod het er keiner verrettery gestattet. Und sprach zuo
Gannellon : »0 du faltscher Crist, du ertzeiggt die verrettery
wol, die iun dir ist, daz du diireli diu faltsehe verrettery ver-
ratteii wilt die, so dines gloubens sind. Du tarfst nüt fcäncken. lo
daz ich dir tnlwe , diewyl ich nut dines gionbeus uaeh dines
landes bin; darnmra könd ich dir vaat wenig vertrüwen. leli
schweren dir hy mineni got Machmet, daz du gestraft werden
cuuoßt unim die groiäen verrettery , so du din tag begangen
hast; ■wann da-/ ertrich mag dich nrtt mer tragen.« Damit ir.
lielä in Lyonfant fachen und vast wol binden und in gefeuckiius
Ipgen. Demnaeh schickt Lyonfant dem hertzog Astolf eiu
botten, by dem enbot er im die groß verrettery, so Gannellon
hat wellen wider sy begäii ; darumm het er inn gfangen ge-
leyt in töden lassen, als er wol verdiennet hat. Nöfc desfcer ao
tiiinder söt er im sin willen enbiltten , wann er wett an sin
Vertilgung nüt in dysser sacb handien. Do Astolf versfcuond
daz, so im Lyoufant enbot, do beruofft er Alard , öuschart
tind Richart und ir vetter Magis, dennen ertzalt er die groß
verrettery, so Gannellon wider sy Jiat wellen begän, und wie 2b
ion Lyonfaut iu gefencknua hett in töden lassen, wenn sy
i^arinn verwilgen wetten. Also wären die dry bruodern und
Ma^is einhelligklich der meinnung, Lyonfant sott [hl. 51]
tiaiiTiellon töden. Aber do sy die sacli wol erraässend , en-
'>utten sy Lyonfant, er söt im urlob geben, wie wol sy in so
gwn heitten hei-sen töden; aber er were dem keyser zelieb,
^M ließ sich gantz mit siiiem ratt regieren, dardurch sy sin
ingnad überkorameti möchten. Darzuo were GanelJon eines
grossen etoltzen geschlächtz, die sy bekuuiern möchten ; wann
''ie wyl so groß krieg inu Frauckrich werind , törfftend sy 36
nut nach mer fyenden. Und die zit wurd ein ander mal
Kommen, daz er siner verrettery en gestraft wurd. Astolf gab
^Lyonfantia botten ein guot pfert und ander kostlich schänck-
1*
innen, dea er vaat fro ward, und fuor von Muntabant uiiJ
kam in aias heren zel, dem sagt er sin botschaft, als ir ge-
hört hanci. Do Lyonfaut verstuond, daz nüt Astolfs wyl was,
diaz er Gannellon töden sott, do lieli er in wider gän. Und
6 ölo Gaimcllon nß der gfiincknus was, do reyt er gen Paris
zuo Karly, Der was in grossen sorgen uiura sine fursten, die
gt'angen waren. Und Gannellon sprach zuo im: »Her, ich
was in das läger für Muntabant geritten und wott dem künig
Hermin ein besL^bis zuo gefüegt baben; aber ich hab gefeit
10 in rainem furnemmen und bin dea amirol Lyonfantz gfangiier
gsin. Aber ich bin mit der hilf gottes wider enttrunnen.i
Mit djäser gatalt bedackt er sin verrettery, und Karly gloupt
im alles daz, so er sagt. Astolf enbot Karly die verrettery,
so Gannellon gegen innen hat wellen begau; aber Karly mockt
16 nüt glouben, das Gannellon ein verretter were, also hat er in
verzoubert. Der niecbtig kürn'g Herniin fuor vor Paris hin-
weg für Muntabant, wann er erkant wol, das er wenig vor
Paris schuof. Und uff ein ostertag kam ein rifcter uß sinew
land, der gruotzt in. Und do iiin Hermin ersach , do er-
20 kant er in nud sprach zuo im: »Kitter, waz meren bringsttl
mir von minem land and von miner frowen und bruoder?*
»0 her,« sprach der ritter, >die mere, die ich üch bring, sind
üch vast bötä; ir müeßtentz wol nüt wüssen, aber es ist als
guot, ir verueraraentz fröe als spät. Es ist war, daz Itengaold
ab in üwer land kommen ist nud hat mit üwerm bruoder Fiera-
muut gestochen und hat in ertödt. Demnach ist er in die
stafc kommen mit Klarions ratt, und band der mertteil volck
ertödt, die ay funden band, und Rengnold hat üwere frow w^
kind ertödt. Und ist in allem ilwerem küagricb kein insu
sonach frow beliben, die nüb ertödt sigen , dann allein die, so
Kristen worden sind. Und das nach böaaer ist: Clarion kurapl
mit Rengnold wol mit XXX tussend strittern üch uß Franck-
rich zejagen, und Clarion ist deren boptman uß üwerm land.«
Do Hermin den rytter verstuond , do fiel er uff das ertrich
3E nider, als wer er unsinig, und reyis im selbs das bar uß und
den hart und zereyß sine kleider und schalt sin got Machmet
und sprach : »0 faltscher got , nun erkenn ich wol , das du
kein macht mer hast. Ich hab dir vertrüwet. und du hast
min bi'uoder, den ich so lieb "li'tit/;_un,d min frow und kinder
also tÖden lassen als ein verrette rsclj^'fi jjfot, der du bist. Und
hast also nachgelassen, daz ich also air«r3ji}iy; und land ver-
loren hab. Ich verlougnen din , du muost' -^ü^ mer min got
sin, deläglichen Appollony uud Talwigant , dine.'gseil&n , die o
als falksch sind, als du bist. Ich will zuo got nemm'eii'Ä'ethan
oder Astarot oder Manvon; wann ich erkenn wol, das sy-pjer -.
macht hand dann du. Acli , wie soi ich thnon , so ich min/'
frow, kinder und min bruoder verloren hab, dem ich all min
land zeverhüetten geben hatl Das hab ich verloren, und das lo
nach bösser ist: die, so mir sötten undertenig sin und mir
gehorsam wären und bereit mich zeschinnmen wider all mine
fyeud, 8ind Kristen worden und kommend mich bekriegen. 0
glück, du ertzeigst mir yetz din ungestalte gsicht und ertzeigat
mir wol, daz du wanckelmüettig bist. Nun mag ich sagen, is
daz ich der aller unglückhaftigeat künig in der weit bin ; wann
ayt das Rengnold und Raoiland kumniend, die sind mine töd-
lich fyend , so mag ich wol sagen, daz ich zeniltte worden
bin. Verfiüecht sig der tag, da ich dem ratt miner Schwester
Clemantza volget ! Dann ich wer nach rilewiger küng inn ao
allem minem küngkrich, und nun hab ich nüt. Daruram mag
ich mit guottem recht künig an land genempt werden und
der aller unglückhatftigest in aller weit.« Do der amirol Salin-
corny gsach sin bruoder, den künig Hermio, so grosse klag
fiieren, do sprach er zuo im: »Min bruoder, daz ist ein un- aa
gschaffen ding, daz ein künig so groia leid füert, als ir thuond,
der sei vernünftig sin. Hand ir die vernunflFt verloren? Ir
Tviissen, daz sich der wyß man erkäut in sin er trüebsal, so er
sy gedultigklichen [bl. ö2] treyt. Wann syfcmäl und üwer
ond min bruoder und üwer wib und kind tod sind und üwer ao
land verloren ist, so raüessen ir muottig sin ; wann ir band
volcks gnuog in üwer gselschaft ein vyl grösser küngkrich ze-
g^Tinnen, dann daz üwer gsin ist, und mögend üch an üweru
fyeuden rächen. Darzuo hand ir inn üwer gfancknuß die
mecbkigesten bereu in Franckrich , an dennen mögen ir üch 36
nmtn den schaden, so üch zuo gefüegt worden ist, rächen.«
Do Hermin sin bruoder Salincorny verstuond, do nam er ein
Wold, den schickt erzuoKarlyi bj dem enbot er im: wenn
antwurt _
8 er söt.^ifli rpr im diimieu niacheo, und wer er imt ein lierolt!,
so ■wp'i'.vi' iun schnntliclien tödeii Jassen. Do der herold Karlj
|'o,zbi'Dig ersnch, do macht er äich vor im dannen und tnaclit
\aicb, 80 bald er nioeht, uü Paris und katu wider in sins liereii
Zell. Dem sagt er, diiz im Kitrly uiit ein wort znutwurt gebea
lu het ; »dimu do ich in so Äornig gstich, do emptieng ich so grossen
seh rücken , daz ich uümuiei: frölich was, untz ich uß Paris
kam.« Also bieü Hermin die gfauf^nen für iu bringen und
seyt innen, daz er Karly etwaz enhotteti het, der bet im kein
antwurt geben. »Darumin, wend ir üweni gloubeu und Karljs
lä dienst verlaÄseu mir ze dienuen, ao wend wir das Franckrich
Ijchtlicb ei'obereu und wyll ücb all zuo vil mecbtiger heren
uiacben, dann ir yetz sind ; oder uit, so schweren ich by allen
niinen götteni, daz ich üch all vor ziveyeo tagen eines schant-
licben todtz toden lassen wyll.« Der hertzog Anses gab im
20 antwurt und sprach: »Heid, du retst umni sust ; wann wir
wettend uns vorhin alle glyder zeryasen lassen, ejs nach d«ra
andren , dann unsern gloubeo Terlouguen und so grosse rer-
rettery an Karly begiengend, der unser her ist, und dem wir
diennen aond gegen mencklichem und wider mengkliehen.
gfi Darumm, kütiig Hermiu, ist es ein grosse torheit, das du uns
von semlicbem sagst,« Der kunig llerntin schwuor by aileu
sinen göttern , sy müeJätend vor zwey tagen all erhänckt
werden.
Wie der grtif Rengiiold und sin gselschaft gen Paris
30 kammüud und wie sy den kunig Hermin angriflfeatl.
und wie die rytter erlößt wurdend von KengnoUl
Eines tagß gieug der keyser Karly uff den hocheu thurn
im paUast und lag an ein venster das feld besechen und siner
schwermüettigkeyt zevergessen , deren er gar voll was. ünti
36 im luogen ersach er ein rütter da bar kommen vast schnei
gegen der stat. Also gieng er hinab zevemeramen , waz er
sagen wet. Do er iu sal kam, do kam der tot bald darnach,
der gruotafc in und sprach : »Her keysser, ich bring Uch guotte
liier, wann da nachen kommend üwer votter Ruolland, Reng-
nold, Olliffiei' und Doon wol mit trissig tussend strifctern üch
eutacliütten.« Do Karly den bot erhört, do sprach er zuo
im: »Min früml, mag daz war sin, so du sagst? Dann wenn
im also were, so wer ich iis all minem wee.« »Her,« sprach
der bot, »ich schweren üch by allen heiigen, daz es also ist,
als ich üch sag. Ir werden sy bald g&ächen kommen.« Karly
hieß dem bot tussent pfund geben umra die guotten mer, so lo
er brächt hat. Demoach gebot er, daz yederman uff seß,
wann er wett innen engegen rytten. Also rytten sy uß Paris
unnwyi, sy ersäclien daz her in scbönner Ordnung kommen,
wann sy hatten guot füerer. OUyffier was der erst, der die
Frantzossen nß Paris kommen sach , vmd sprach zuo shien 15
gsellen : »Ir, mine heren, ich gsich hie ein schöne gselschaf t,
die uns engegen kumptj ich mein, es sig der keyser. Land
uns gegen im rytten!« Also rittend Rengnold, Ruolland, Olli-
Her, Doon und Morgant vor anhen. Und do sy den keysser
gsächend kommen, do sassend sy ab und knüwtend nider. Der so
keysser saß och ab und umrafieng sy mit vasfc grosser liebe
und hieß sy wylkoram sin. Ruolland gab dem keyser Mor-
gant und spracb zuo im: »Her, säcbeu hie [bl. 53] der
sterckesfcen und manlichesten mannen einer in der weit! Der
ist ein guotter Krist und hat mengen heid ertödt, syt er ge- a»
touiFt worden ist.« Do in Karly so gros gsaeh, do was er
sieh gantz verwundern und nam in by der hand und verhieß
im vil guotz, des im Morgant danck seyt. In dem kam Meri-
diaona mit irem her, und Renguold sprach zuo Karly : »Her,
hie mögend ir ein fröwly sechen , die ist eins küiiigs tochter 30
und ist 80 mechtig, das kein ritter an üwerem häf ist, dem
nüt zescbaffen geben wurd mit iren zeatritten, Sy hat iren
vatter und land verläa und ist ücb zehilf kommen mit grossem
züg.« Do sy zenechst by dem keysser was, do sprang sy ab
irem pfert und gruotzt den keysser. Und er nam sy an sine ss
arm und iirafieng sy mit küssen und daticket iren der hilf,
so sy dem knnigrich Franckrieh bewyßte. Demnach kam Kla-
rion, und do der keysser vernam, wer er was, do enbot er im
104
1^
I
groase eer. Sy sassend all ufF die pfert und rytten gen Paris,
da ließ der keysser yetlichem herberg ordnen nach siiiem statt.
Morueudes do die hereii all iui pallast wärend by Karly, do
sprach Rengnold zuo im: »Her, wo siud üwer fürsten all?
6 Ich hab iren nueh keiner gsächen. « Also erfczalt iunen Karly,
wie sy all von einem beiden gfangen worden werind, und
werend des künig Herniins gfangen, dertröwt innen sy all zer-
bäucken. »Und hat Muiitahant belegret mer dann mit fiertzig
tussend beiden and hat by sin ein got Macbmct geschworen,
w er weiß inn für zuo himel schicken und damit den tod sins
Schwagers Mauibrius zerächen, den du, Rengnold, ertödt hast.c
Do Rengnold den keysser verstuond, do schwuor er by got:
ee daz zwen tag verscbinind, wett er die beren erlössen, die
iun gfäncknua werind, und daz leger vor Munfcabant tbannra
1» scblachen. Die andren schwuoren all wie Rengnold; Meri-
dianna sprach , sy wett niit der letsten sin ; Morgant sprach
5ch also. Die sacb ward beschlossen, das der ziig des andren
taga von Paria f'aren söfc den nechsten gen Muntabant zno-
Ich muos ein wenig von dem verretter Gannellon sagen. Do
8« er gsach , daz Rengnold und Ruolland gen Paris kommen
wärend, do schied er heimlich hinweg in sin land. Wann «r
entzaß Reugnolden und Ruoilanden grimigkeyt, dann er dacht
wol, sy werind siner verrettery bericht. Ruolland lieü auo
Paris aß rüefFea, das alles volck , so hämisch tragen möcht,
!6 gerüst wurden in zweyen tagen wider die beiden zuo züebeD,
die Muntabant belegret hatten. Do die Frantzossen daz ui-
rüeffen verstuonden, do rttat sich yederman zuo zum basten,
so er mocht. Und des andren ta^ü schied der Küg von Paris,
und fuorend so vast, daz s.y uö zwo mil gen Muntabant kam-
so men, da der küuig Hermin sin läger gschlagen hat. Und <ifl
sy zenechst by innen wären, do sprach Meridianna zuo Ruol-
land : »Ich bit ücb, edler rytter, daz ir mir die gnad thuegend
und mich ein scharmutz thnon lässend inn Hermias läger vor
üch; so werdend ir sächen von einem fröwly sachen bejjaü-
sft darab ir erschräcken werden.« Morgant sprach : »Ich bit liclj'
Meridianna, daz ir mich mit üch lassen gän.c Sy was si"
wol zefrideu. Ruolland und Rengnold gaben innen urlob. Also
stach Meridianna ir pfert mit den sporen , daz sper inn der
hand, und rantt ion Hermins läger und stach ir sper des
ersteo sticlia iun eines beiden büfctrich , daz er tod ziio erden
nider fiel. Demnach uani sy ir spar wyder, mit dem erfcodt
sj nach ein heid. Do brach es ir. Darnach zog sy ir schwert
uß uod scUrey: »Hie Karly, hie Franckrich!« Und fieng aas
uff die heideu ■zesclilacheo und schluog ay nider wie die tbierer,
also daz die mere dem amiroll Salincorny für kaoimen, wie ein
rytter inu ir lager kommen wer, der todte alles daz, so er
vor im fund , und het schon mer dann zechen ira voicks er-
tödt, und fluchend all vor im , wie die schäf vor den wölffen if
thnond. Do Salincorny die mer erhört, do ließ er sich yllentz
wapuen und salä uff sin pfert und reyt da hin, da er das
gachrey erhört. Und gSRch vyl beiden fluchen , zuo dennen
sagt er: »Hand ir kein scbain, daz ir also fluchend ab einem
man? Kerend wider unim ! Ich wyll üch bald gerochen haben.t is
Do Salincorny Meridianna gsach , do hat er daz sper nider
und traf sy in schilt, daz das sper zno stucken sprang; aber
daz fröwly rott sich nie darab und sprach: »0 du nütsöHen-
der rytter, du hast ertzeigt die boßbeyt, so in dir ist, daz du
ein rytter stiebst, der kein sper hat. Aber ich wyll dir er- so
tzeigen, waz ich kan mit dem achwert.« Damit kämmend sy
an ein andren nnd gäbend ein andren mengen streich mit den
schwerttern. ütid wüßt [hl. 54] man nüt, weliicher den böasern
teyl hat, nutz zejüngat thet Salincorny ein streich, das er
Meridianna pfert den köpf ab hüw, darumm sy zuo erden fiel, as
Aber sy stuond schnell wyJer uf und sprach zuo Salincorny :
HpS^un hastu übler gehandlet dann vor; wann du weist, das
«er künig, der ein pfert tödt, nüt teilhaftig im erb sin sol,
sunders sol das verloren haben.« Salincorny sprach zuo ir :
»Ich weyß, das du war sagst, aber ich schweren dir by minem so
got Appollony, das ichß nüt mit flyß thän hab. Und bin
vast bekümnierefc, daz icbs thän hab.« Do Morgant die frow
am herd gsach , ward er vast leidig und huob sin knllen uf,
Salincorny zetöden. Aber daz fröwly schrey im, er sott sich
Hdeu ; wann sy wett ir pfert selbs rächen. In dem kämmen sb
ein grosse zai beiden, deren wurend nier dann tussent, die
13 gsaeh] gschacb bs. 29 aundera . . haheii] am rando hs.
106
staltend sich all umin die jimekfrow und umni Morganfc, schüs-
seud und stächen gegen hmen mit sper und pfillen. Morgant
schluogs uider mit siiieiu kallen wie süwen , einen nif den
andren, wano er schluog eines yetlichen streiche eiu niJer,
6 etliche mal zwen, Rengtiotd sprach zuo aiuen gaeUen : »Miae
faeren, es ist zjt dran zegau ; wann ich gaich Meridianna ze-
fuot^, und ist mit beiden umnageben, und Morgaut mit iren.«
Damit sässeud sy uff ire pfert. Olivier rejt vor aiihen sin
früwly entachütteu ; aber es was so eng umm sy und utnoi
loMorj^ant, daz er nüt gennachen mocht. Ruolland kam öch,
der todt die lieiden wie tliierer. In dem kam Rengnold öch,
und do er sovil lieiden uniro sy ersach, daz es unmüglich was
sy zertrennen, er stach sin guot pfert Bayard mit den sporen,
das sprang über die beiden und kam wyder iren wylien zno
lÄ Meridianna, Zuo deren sprach er , sy sott hinder inn sitzen
uff sin pfert. Daz thet sj. Und er zertrant die beiden und
brächt aovil zewegen mit sioer gaellen hilf, das sich die
beiden in die flucht karfcten gegen dem läger und zällen. Do
Saiincorny die groß Zerstörung gsach, so Rengnold an sinem
20 volck begieng, sprach er , er wett sterben, oder er wefct sieh
rächen. Und reyt damit ulf Rengnold und gab im ein hertten
selijjig mit sinem scbwerfc. Darab Rengnold gantz zornig ward
und schluog den heid mit sölUcher stercke, das er in zerspielt
untz uff die zeu, und fiel tod nider. Darab die beiden vester
2s erschrecken den vor. Rengnold nam Saiincorny pfert by dem
zügel und sprach zuo Meridianna, sy sott daruf sytzen. Daz
thet sy. Wer die heren bet gsächen uö" die beiden achlaehen,
er hefc sich verwundert \ wann sy schluogentz nider im jagen
wie die süwen. Ruolland fand Mattafol und ertodt iun. Do
30 der künig Hermin sin volck also gsach fluchen, do was er gar
erschrocken und sagt zuo innen: »Ir sind gar zaghaft, daz
ir also fiücheud vor dyssen nütaöllenden Frantzosaen, Könnend
ir ilch nüt weren?« Ein heid sagt zuo im, der was übel wund;
»Verwunderat üch nüt, daz wir fluchen; wann ea sind fier
3s rytter und ein grosser ryß, die sind gnuogsam starck all üwern
züg zeüberwinden. Under dennen ist einer, der hat ein rytter
darvon brächt, den hatten wyr ummfangen, und was zefuolj.
Demnach fand er üwern bruoder Saiincorny, den hat er erfcödt
107
und gab sin pferb dem , iler hinder im saß. Und ein andren
ryfcter hat Matafol tüdt." Do der kilnig Flermin verstuoiid,
das siii bruoder tod was, do sagt er : »0 Mac hm et, verflüechfc
Big din gotheit, daz dn gelitten hast, das Ren^nold min bruo-
der ertödt hat, und Matafol och tod ist , der so gar mechtig h
ist gsin. Mag ich iu bebrütten, ich wyll sterben, oder ich
will mines bruodera tod rächen, den er so faltschlichen ertödt
hat.« Damit saß er uff sin pfert , das waa allerdiiigen mit
yssen bedeckt, und reytt an das eud , da er vermeint Ueng-
noldeii zum aller beltisben zefioden. IJad do er in gsach, m
sprach er zuo im : »Bistu der her von Mimtabant, so verflüeche
dich got ; wann da iiust durch din faltsche verrettery min
bruoder und min volck ertödt. Darumm, sytmäl und ich dich
funden hab , wyl ich die räch thuon, oder ich wyll sterben.«
Do Rengiiold den gruotz verstuoud, so im Herniin wünscht, t6
do sprach er zuo im; »Kiinig Hermin, du hast es in hals jn-
har erioj^en , wann ich hab nie kein man mit verrettery er-
tödt.« Hermin sprach: »Du hast den kilnig Mambrin, darumm
ich über mer kommen bin die räch zetbuon.« »Es ist war,«
sprach Kengiiold, »das ich den künig Mambrin ertödb hab, der 20
was kommen min stat Muntabant belegren. Demnach hab ich
diu bruoder Fieramunt ertödt, der schalt mich ein verretter.
Dar iuo hab ich din andren bruoder Salineorny och ertödt in
sthirmung mins lybs. Also wyl ich dir och thuon, wie ich
innen thüii hab; wann ich hab recht und du unnrecht, die as
wjl du kommen bist min laud [bJ. 55] angrytfen, an einicherley
recht darzuo haben. Darumm hüet dich vor mir ! Dann ich
sagen dir ab uff den tod.« Do der kunig Hermio Rengnolden
^eratnond , der in so für not achtet, do vermeint er unsiuig
■iewerden, und sprach zuo im: »Kengnold, du retst hochfertig- so
blieben und achtest mich niennerthin. Aber damit und ich
"üi" zeige, daz ich dich vast wenig furcht, so wyl ich ein ver-
I togwerch mit dir träflen , daz muos also sin: magstu mich
I ab dem pfert stächen, so wyl ich dir die fürsten wyder geben,
' öie ich in miner gPancknus hab, die der ryß Mattafol über- at
Wunden bat ; und mag ich dich abstächen , so soltu mir die
lä wuscht hs.
stat und daz scliloli Muntabaut über geben, minen wylleii da-
mit zethuon.t Kenguold sagt, es gefiel im wol. Damit rytteu
sy hindersieb und stäcbeud ire pfert mit den sporen und
kämmend gegen ein andren mit söllicher ungestinnigTteyt, das
ö es duocbt , das erttricb zyttrette under innen ; aber Bayard,
zuo dem sich kein pfert verglichen raochfc mit stercky, lüifso
starck, daz das erttricb under im zittret. Der künig Herrain
traf RengnoM in schilt, daz im sin sper zerbrach in vil atuck,
und Rengnold siieEi in so starck, das er inn zuu erden stach
10 ab siuem pfert. Do sich der künig Hermiu am herd gsa«h,
do sprach er über lut : »0 oberster got, der sunn und man
geschaffen hat, wie bin ich so ungfellig , daz mir das gluck
so wydrig ist, daz ich dnrch ein einigen streich also gfallen
bin! Nun erkenn ich, daz ea war ist, daz, so man in aller
ib weit sagt, daz ist : Kengnold sig der best ritter in aller weit.
Nun bin ich gestraft all miner übelthetten und hab in einer
stund all min prylä verloren. Ich hab min schand wellen
rächen, aber ich hab sy erst gmeret. Der ratt miner Schwester
Clemenca ist ursach , daz ich uoder allen minen geschäiitea
so bin ; wann durch Iren rätt hab ich min zwen bruoder ver-
loren, und ich seiba bin überwunden und hab min wib und
kinder och verloren. Darumm ich erkenn, das die ding, so durch
frowen rätt gefchän und gfüert werdend, nüt al wegen zuo guottera
end kommend.« Rengnold kam zuo im und sprach.: >Hei-
SB discher künig, du weyst, das ich dich abgestochen hab; da-
rumm wirst mir halten das, so du mir verheysaen hast.« Der
küuig Hermiu sprach: »Edler her, hab kein sorg, ich wils iicli
halten an feilen. c Damit saß Hermin wider uf sin pfert, und
rytten in sin zell. Hermin hieß sin volck öch abzüchen, waan
so er wot nüt mer krieg haben. Wann er erkant wol, sytmäl
und Rengnold, Ruolland und Olliffier kommen wärend, das er
nüt dann verlurst haben mocht. Sin volck thetten sin gebot
und zugend ab. Do Hermin und Rengnold in der zell wärend,
in deren die gräffen gfangen wärend , do hieß er sy für inn
ankommen und sprach zuo innen also: »Ir, mine heren , es ist
war, das der gräf Rengnold , der hie zuo gegen ist , mit mir
gestochen hat, dardurch er üch erlößt hat. Darumm , wenn
üch geliept , mögend ir all fry hinweg faren, und will üch—
issen üwern hämisch gehen und üwere pfert.« Do tler hertzog
Anaes und die andren bereu Rengnolden gsachend, durch den
sy erlößt warend , keiner raöcht die fröud ermessen , die da
gfQert ward ; wann sy kämmend all Rengnolden um m fachen
mit weinenden ougen von fröuden. Und Gergia sprach zuo ß
im: »0 Vetter Rengnold, nun mögend wir die groß mauheyt
erkennen, so in dir ist, an die wir kumlichen betten mögen
erlößt werden. Wann wir wärend all in todes nötten; wann
der künig Hermin hat geschworen , er wett uns all an ein
boum häncken lassen vor zweyen tagen.« Der hertzog Anses lo
sprach: »Ir, mine hereu, nun sind wir erlößt, got sig danck
gsagt! Ich bit üch, daz wir zum beltisteu , so wir mögend,
gen Paris keriud Karly erfröwen ; wann ich weiß wol, das er
betriiept fttt umrn unsere gefäncknuß.« Sy näriiend urlob von
Hermin und machten sich uff die sträß und karaend gen iß
Paris. Do nun Karly die fürsten ersach, die er so lieb hat,
die er vermeint verloren haben, do ward er vast fro und umm-
fieng sy all, einen nach dem andren, und sprach zuo innen:
»Ir, mine fründ, siud uiir vast wilkomraen! Sagend mir, wie
ir erlößt worden sigen !< Also ertzaltend sy im, wie sy durch so
Rengnolden manheJt erlößt werind worden. Des im Karly
daneket und sprach kuo im: »Edler gräf, gesegnet sig die
stund, inn deren du geboren wurt! Wann durch din könheit
ist daz keysserthuom wider eroberet, daz in sorgen zever-
lieren was.« Der gräf Rengnold sprach zuo ira: »Her, raau 25
sol got danck sagen, der ist ursiicher und nut ich.« Do [bl. 56J
Gannellon, der verretter, (der was in sinem hmd) vernam, daz
Rengnold und sine gselleu uß der Türcky kommen wärend
Qiid die andren heren erlößt wärend worden uß Herrn ins hend,
do ward er sin also zornig und bekümeret, das er von leid ^
vermeint zesterben.
i-
110
Wie Ilengiiolf], als er gen Muntabaiit reyt, ufF dem
weg Magis inn unbekantnen kleidcrn fand, der nnui
im sin pfert Bayanl und gab es RuoUaiideu , dar
durch Rengnold und ßuolland zuo grosser vingkeyt
6 kämmend.
Nachdem wnd rlie lieren erlößt wären d ufi Hermina gfänck-
nu3 und der grät' Rengnold etlich tag by Karly gsin was, do
sprach er zuo im: »Her, Jiept es öch, so gend mir urlob gen
Muntahant »eritten, min frow und kinder und raine brüederji
10 besechen und etlicli lag by innen zebbben.« Karly gab im
urlob. Er iiam och urlob von allen dennen am liäf und fuort
niit mer dann ein schiitner mit iraj der was RuoUwiden, der
hieß Thüring und was ein guotter frommer dien ii er ; wann er
het vyl ee den tod uf genommen , dann das er sinera keren
iB ein untrüw ertzeigt het. Und do sy sechs mil von Paris
wären d, do fundend sy Magis, der vpas nach der gstalt so alt,
das in Rengnold mit erkännen kond. Er was gantz erber-
lichen bekleit und glichet sich einem wyasen , er truog ein
höltzinp fläachen in siner band. Do in Rengnold gsach , do
20 gruotzt er inn. Und der altman seyt irn danck und sprach zuo
im : »Rytter, band ir turst, es ist guotten win in miner fläscheii; ,
wend ir trincken, so wyl ich üch geben vast gern.« »War- ■
lieh,* sprach Rengnold, »in zechen järeu hab ich nie so grossen '
türst gehept. Darum m, die wyl ir mir geben wend zefcrincken,
2B so wil ichs nemraen mit söllichem geding: wenn ir minnen ■
bedörffund, so will ich üwern rytter sin.« Also bot Maj^is
Rengnolden die fluschen, der tranck ein grossen truiick, wann
er fand inn guot. Demnach gab er die fluschen sinem schiitner 1
Türing, der tranck och. Und Rengnold sprach zuo iVbigia:
:!o »Edler pilgry, ich dancken dir, wann du hast mir ein grossen
dienst thän,<r Sy nämend nvJob von im und ryttend ir sträß.
Aber sy rittend unnwyt , daz sy durch die kraft des trancka
so schlefferig wurdend , daz sy sich mit uf iren pferden be-
heben mochtend und muoßtend abstän. Und bundeti ire pfert
36 an einen boum und leyttend sich schlaffen, ünid schlieffend
so starck, daz man sy hett mögen an ir wüssen abzüchen.
TTnd Magis ylt innen nach, der wüßt wol, das sy nut wyt
ritten wurdend. Er kam zuo Rengnold und nara ira sin schwert
und »aß uff Bayard und reyt den nechsten gen Paris. Uud
brächt sovil zewegeii, das er Ruollanden siti scliwert Dorandal
stal, und lieiä ira Flamberga, Rengnolden sclivvert; demnacli r.
nam er Galantin, sin pfprt, und stalt an sin stat Bajard. Und
schied demnach von Paris und kam an daz end, da er Reng-
nolden gelassen liat. Der schlief nach. Und gart im Durandat
umm und stalt Galantin an Bayardtz stat. Demnach macht
er sich den nechsten gen Muntabant. Do das tranck siti zyfc i«
verbrächt, do erwachet Rengnold und gsach, daz er sin pfert
und Schwert nüt hat, sunders daz er Ruollanden pfert und
Schwert hat. Do ward er also zornig, das er nüt wüßt, waz
er thet, und kart sich gegen Türing und spracli zuo im: »War
ist min pfert Bayard und min guofc stinvort Klamberga hin- is
kommen ? Du hast es als gewäcbßlet uud hast mir dins heren
Ruollanden seh wert und pfert geben. Aber gibatu mirs nüt
wider, so wird ich dich am Hb schedigen.« »Her,« sprach
Tfiring, »ich schweren üch, daz, ayt ir ab üwerem pfert gsässeu
sind zeschlafiFen, daz ich nüt hie danneo kommen bin, sunders 20
hab stetz geschläft'en als wol als ir, und weylj nüt, wie üch
öwer pfert und schwert verwächület sind worden, uud bin als
erschrocken als ir.« Do sprach Rengnold gantz zornigklich:
[bl. 57] »Ruolland hat dyü thän, das er uneinigkeyt mit mir
liab. Aber, by der sei mines vatter Ämons, gipt er mir min s5
pfert und schwert nüt wider, so wyll ich im ertzeigen, das es
^■pir miljfalt. Darumm, Türing, wyrstu wider an keysser Karlis
■^täfkeren, und sag Ruollanden, ich enbütte im : er säg schnell,
das er mir, als ich gschlätfen liab , min pfert und schwert
Terstüllen hab mit verrettery, und er thüege mir stetz söllich 30
boCicketten, und das er dencke und mir min schwert und pfert
wyder schicke, oder ich weis im änderst thür zekoufFen geben.«
Darlegen was Ruolland och ser erschrocken, daz im sin schwert
U!ät) pfert Galantin verwächßlet wärend ; des er so zornig ward,
^a-i er nüt wüßt, waz er denekeu sott. Und also, wie er ins*
äülhehem gedäncken was, do kam der sehiltner Täring zuo
'f. iler seyt im das, so ira Rengnold enbot. Darab Ruolland
vester erschraok dann vor nnd sprach zuo Thüring: »Weistu
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nöfc, wie das zuo gangen sig ? Weistn es, so bit ich (ücli
saglä mir!« Thüring sprach: »Ich wyl Och sagen, waz ich
darvon weiß.« Damit ertzalt er im, wie sj ufF irem weg ein
alten pilgry funden hetten , der hefct Ionen zetrincken geben,
u und wie sy entschläffen wärend und im schlaf daz pfert und
das Schwert verwächfalet worden wasj nüt änderst wüiäte er
darvon. Ruolland sprach : »Ich weiß nüt, wie diß gescheeheo
ist; aber du wirst Rengnolden sagen, er sig zeüberraüettig,
das er mich ein verretter und dieb schilt und mir tröwt. Aber
10 ich wyll, das er wüsse, daz ich vast wenig uuim sin tröwen
gib, und wer er nüt luin vetter, so niQeßt er mir ein wideruof
thuon unim die reden, so er gsagt hat; wann ich bin nie kein
. verretter nach röuber gsin. Aber man nitioü dpncken, er sig
truncken gsin, da er ab dem häf gescheiden ist, und vermeint
iB sin pfert nemnien, do hat er daz min genommen, deßglichen
min Schwert. Deßglichen mag es wol war sin, das er trunckea
gsin sig, das er uff dem weg schläft wie ein thier. und do
er erwachet ist, do fand er min pfert, daz er selber genommeu
hat, und jetz sagt er, ich habe es im verstollen mit verrettery,
20 desenthalb er nüt die wärheyt sagt. Aber darumm , daz er
miu vetter ist, wjll ich nüt mit im anfachen. Ich bin sin
willig im sin pfert und schwert zeschicken , und das er mir
min pfert und das t<chwe]t von stund an schicke, oder ich wjll
im ertzeigen , daz es mir niißfalt. Dyß alles soltu im sagen
25 von rainetwegeu.« »Her,« sprach der schiltuer, »ich furcht
Rengnolden zorn so übel ; darumm, liept es üch, so schribend
es im inn ein brief, den wyll ich im bringen.« Ruollaud was
sin zefriden und schreib im ein brief; in den schreib er, als
obstat. Und Türing brächt in Rengnolden, der was zuo Mun-
30 tabant by sinen bruodern, und gab im sin pfert und schwert
Und do Rengnold den brief besäehen hat, in dem ira Ruolland
enbot, er wer truncken gsin, da er von Paris gerytteu was,
und so gar wenig uff im hat, do ward er zornig als ein low
und schickt im och ein brief, in dem enbot er im, daz er im
85 zuo verdrieß der wortten , so er geredt het, daz ist: daz er
truncken were gsin , da er von Paris gerytten was, sin pfert
nach sin schwert nüt schicken wett, wenn er nüt kemme mit
im stritten in den matten under Muntabant, zebewären, ob daz
war were, so er gsagt het, iiml och, daz er im sin pfert Bayard
niid Flaiuberga,^ sin scbwert, nüt gesbollen het. Der bot kam
gen Paris lind gab Ruollandeii den brief. Der lal^ in aller-
dingen uß. Und do Ruolland verstuond daz, so im Reüguold
enbot, do ward er ser betrüept und erfült mit griraigkeyt und a
gieng und sagt es sioem vetter Karly und ertzalt ira die sach,
als ir hievor gehört band. Und do Karly verstuond, das
Ruolland das sin hat tbän, syt er im sin pfert und seh wert
geschickt hat, do sprach er zao ßuoUand: »Ich wyl nüt, daz
dn neyßwaz von Rengnolden lydescht, inn wellicher gstait das lo
sig. Wann das ist not der erst lüi&fal, den er mir thän hat.
Darumm wyll ich, das du im enbüttest by sinem botfcea, du
welle-st in XV tagen in den matten under Muntabant sin mit
im zestritten und im sin hoffart nider trucken, die er so groß
hat.« Ruolland sprach zuo Karly, er wett sin gebot ver- i6
bringen. Und gab Rengnolden bot ein brief, in dem enbot
er im, er wett an feilen sich in XV tagen an dem end, da
er im enhotten het, finden lassen, und ze aller nächst by der
beiden läger; da mtießte er im ein widerruof thuon, daz er
inn ein Terretter und röuber geschalten hat, und inn leren im so
sin pfert und schwert wider geben, so er ira unrechtlich in
hielt. Der bot reyt so vast, daz er gen Muntabant kam, und
gab Rengnolden RuoUanden brief. und [bL 58J do er des
I intalt verstuond, do beruoft er sine bruodern, Magis und
I Askolfo, sine vettern, und sprach zuo innen: »Nun muofi ich as
mit Kuoilanden stritten, mit dem aller mechtigoaten rytter
inn aller Kristenheit. Ich weis nüt, wie es mir ergän wyrt.
bit unsern hereo, das er mich beschirme vor dem tod und
iifiebsal.« Sy sprechend all , es were guot, das man frid machte,
dann Ruolland were siner fruotschaft, und daz nüt daruß ent- so
stau möcht dann alles übel , und es were besser, er schickte
iffl sin pfert und sin schwert, dann daz er mit im stritte;
fen stritte er, so wurden sy all in Karlys Ungnaden sin,
1^0 Rengnold verstuond daz, so im sine bruodern und vettern
nedtead, do gsach er wol. daz sj im war seyttend. Und be- Sß
o^ht sich ein wenig, darnach sprach er: »Syt das die sach
W wyt kommen ist, kumpt Ruolland gen stritten, so bin ich
3t so nütsöllend, daz ich den strit versage; wann es wurd
Mutgiuit doT Tieie g
■
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mir für ein za^lieyt gerechnet, und möcht man sagen, icb.
furchte KuoUanden. Darumtn bin ich nüt inn wyllen denn
strit zemiden uram kein sach, die da begegnen mög.« Zuo
Paris was RHolland, der rust sich zuo dem strit gen Mun-
6 tabant. Der keysser Karly sagt, er wett den strit besSchen;
Meridianua und Morgant sagten, sy wetten im gselschaft halten.
Und darumm, daz Ruolland weder sin pfert nach schwert bat,
nam er Arondal, Ollilfiers pfert, und ain schwert Uaultaklara.
Der hertzog Änses, Oiliffier und eth"ch ander heren sagtend
10 zuo Karly, er sott den stryt gesteilen, dann er were in sorgen,
der besten ryttern einer zeverlieren an siuem häf, und der
frid were weger dann der stryt. Aber Karly sagt, er wetz
nüt thuon. Bengnold were zestoltz* wann er het in meng
mal ertzürnt und hön gemacht i dann wenn er in siner hjtz
16 were, so achtette er weder künigen nach hertzogen. Und die
zyt wer kommen yetz, das er gestraft wurd. Wann Karly
hielt sin vetter Ruollanden für so mechtig , daz in duocht,
ßengnold wurd nüt lang wyder in bestän. Der keysser Karly
schied von Paria mit Ruollanden , und die andren heren all
30 ykend im nach den strit besächen. CFad rytten also, das sy
am XV tag nebend Muntabant kämend, zenechst an kunig
Hermins läger.
Wie, do die zwen rjtter stritten wottend, got Ruol-
landen ein löwen schickt, der bracht im ein brief,
86 dardurch sy nut stritten, und wie der künig Hermin,
do er das groß wimderzeiehen gsächeu hat, so unser
her gethän hat, do bekart er sich zuo dem kristen-
liehen glouben, er imd sin volck.
Do Rengnold yemam, das der keysser kommen was und
s« sin Zell hat lassen uffschlahen am end, da der stryt beschäclieo
sot, do erkant er wol, daz er mit Ruollanden stritten muoßt»
wann der stryt sot mornendes bescbächen , wann es was d^^
XV tag. Darumm er sin züg zuo rust zum basten , so ei*
mocht, und befalch sich got die gantz nacht; wann er woß'-
SB wol , das er mit der besten ryttern einer inn der weit zs-
I
scliaflFen hat. Und do t!er morgen kam, das der strjrt besebäctien
sott, do sprach Reiignold zuo siuen liruodern: »Ich wyll [luol-
landen pfert und schwert init mir nemmen , damit, wenn er
mich tiberwint , so hat erß dester ee wider überkommen.«
Do Ruolland den tag ersacb, do ward er gewapnet. Und der 6
heren vyl am häf weinettend, daz die zwen vettern, bed einem
fürsten zuo gehörig und eines gloubens, mit ein andren strytten
wottend, und umm ein sach, die so liederlich was. Do Knol-
land gewapnet was, do saß er ufF Ärondäl und rejt an das
end, da der strit beschächen sot, und warttet Reugnolden, lo
Do der künig Hermiii vernam, das Rengnold und Ruolland
mit ein andren strytten sotten, do ward er begirig den strit
zebesächen. Darumm schickt er ein herolden zuo keysser Karly
nmm'ein anstand, das er in Sicherheit kommen möcht den
stryt besuchen. Karly hieLi in kommen, im mfiefäte nüt he- u>
3chechen. Also kam der küng Herniin mit Leoniant und
etüch von irem volck |bl. 59] an das end, da der stryt gschit-
chen sot. Karly empheng inii fruntlichen und stalt rnn uebend
inn. Als bald Rengnold vernam, das KuoIIand uff dem plan
was, do reyt er von Muntabant uff Galautin, Ruollanden pfert, an
in geselschaft Riebart, sines brnoders, und Astolfo, des bereu
von Engelland. Und do Ruolland Rengnolden ersach, do rnofft
er im überlut : »Rengnold, bastu wyllen zestritten , so sagi&!
Wann ich bin gerüat mich zeweren.« Do Rengnold Ruollanden
verstuond, do gab er im nüt ein wort zantwurt, sunders reyt n
hindersich ^ von im und leyt die sper iun. Do daz Ruolland
erfifich, do thet er im och also, und sporttend ire pfert. Aber
got^ der die niemer verläßt, so er lieb hat, wott nüt, daz
zwen so manlich kämpffer nach stürben, die so vil miie und
irbeyt gehept hatten den kristenlichen glouben ufftzenthalten, 3o
thet ein schön wunderzeiehen. Dann do Rengnold tialantin
*poret, do wot er umm kein stich wider sin heren zelouffen.
Darab Rengnold ser erschrack und sagt: »Du talt^ches thier,
^yt nüt wytter barfür?« Und ye raer erß stach, ye mer es
oebtid sich gieug. Und diewyl Reugnold mit dem pfert facht, as
"^0 katn ein grosser low, der gab allen dennen grosse antzöugung,
*o kommen wären den stryt beaächen. Der low gieng zuo
ß'iolland, und do er nebend im was, do stalt er sich uff und
h
lawen einer
K,uolland den löwen ersacb, der im den briet' liot,
ain sper an herd und nam deu brief, den tbet er uf uud la£
inn uß. In dem fand er, wie llagis durch sin kunst die pfert
fi und Schwerter verendert iiat. Und so bald im der low den
brief geben hat, do verschweih er, das niemman wüßt, war er
hin kam. Do Rengnold erkant, daz das pfert nut umin in
thnon wot, do ward er vast zornig und sagt, diewyl daz pfert
nüt gän wett, so wetfc er zuo fuofs strytten. Und als er gegen
lu Ruolland gieng^ do gsach er, wie der üJw im ein brief gab
und in Ruolland laß ; darab er aer erscbruck. RnolUmd sfigt
zuo im: »Min vetter, wyr band bed uunrecht ; wann unser
Vetter Magis hat die pfert und Schwerter verwächlalet, als du
by dissem brieff sächen magst, der mir durch den willen goltes
16 ein grosser low brächt hat, und weyß nüt, war er kommen
ist.« Rengnold nam den brief, und do er den Inhalt besäclien
hat, do sagt er zuo Ruolland: jO min vetter, wyr sind got,
unserem schöpffer, vyl guotz schuldig ; wann wo sin götliche
gnad nüt were, so were einer under uns zweyen, oder mocht
ao fiin , das wyr all bed inn todes nötten werind. Nun bekean
ich, daz icli utiurecht hab gegen dir. Darumm bit ich dich,
das du mirß vertzicbest. Ich gib dir din pfert und schwert
wider, die ich inhaben wot an einicherley recht.« Do Ruol-
land Rengnolden verstuond , do saß er ab sinem pfert und
26 ummfieng inn mit weiunen von fröuden, das sy got durch sin
gnad gefrydet hat. Rengnold gieng für Karly und kiiüwet
nider uff sine knuw und bat in, daz er im alle die mißthät
vertzichen wet, so er wyder in begangen bet. Do Karly in
uff den knuwen vor im gsach, do huob er inn uf und vergab
30 im mit guottem hertzen und sprach , die wyl got den friden
gmacht bet «wuschen im und Ruollauden, so wett er inn oth.
gern machen. ALso bekant Rengnold wol, daz der alt pilgry,
den er uff dem weg fand, do er von Paris schied, Magis gsiu
was, der sy mit sinem tranek entschlöft hat und die pfert
3fi und schwertter verwächßlet bet. Do Karly gsach , das sio
Vetter Ruolland und Rengnold eyß wärend , do ward er vasb
fro, deßglichen all heren am häf. Uo der mechtig kdnig
Hermin das groß wunderzeichen gsäclien hat , so unser her
ertzeigt hat von wepfen der zwey guotten rittern, do fieng er
an sin got Maclimet vernutten und all ander sine faltsch
gotter und fieng an gedencken, daz sy kein macht hettend,
nnd das der Krjsten got der almechtig oberat got were, ein
schöpffer aller dingen, die da sind, und gantx gUettig ist und 6
erberniklich, das in geliept bat den friden zemaeheii zwöscbend
den zwey besten ritterti in aller Kristenheyt, Er sprach zuo
Karly : »Her keysser, nun erkenn ich, das die faltachen götter,
die ich byßhar geeredt hab, nüt anders sind dann betrugnufi
und torheit, und das der beiden gloub nüt ist dann verdarap- lo
nus. Und bekenn, das der Kristen gloub gerecht und heillig
ist, und das Jhesns wärer almechfciger got ist, der da lieb hat
und begäbet die, so in lieb band und im diennend. Darumm
bin ich inn wyllen laich touiien lassen nnd nun für hin ein
gnotter Krist sin,« Do der keysser Karly den künig Herrain is
verstuond , do ward er erfült mit wunderbarlicher [bl. 60]
grosser frönd und ummfieng inn nnd sprach: »Edler küuig,
unser schöptfer Jhesu Krist aig gelopt des guotten wyllens,
mit dem er üch durch sin gütliche gnad und barmhertzigkeyt
erlücbt hat ! Land uns gen Paris rytten ; da uiliessend ir touft ao
werden mit grossen eren und alle die , die Krysten werden
|Vellend.« Der küoig Hermin ließ gebietteu in sinem her,
rros alle die heim zngend, die sich nüt wettend touffen lassen.
Karly und alle herschaft fuorend wider gen Paria vast fro
unim den friden der zwey rittern, und öch , das der mechtig 25
Höig Herniin zuo dem kristenlichen glouben bekert was, dar
•^oreh die Kristenheyt inn friden stän wnrd. Und die selbig
gantz nacht macht man gros vesfc zuo Paria, und machtend
KTOsse fröudfürer. Die hystoria sagt, daz die künig und all
hcren mornendes in das grofe müiister gieiigend , da was der so
"iacliof Türpin, der touift den künig Hermin, und wärend ain
(?<>tte der keysser Karly und der fromm her sfon Engelland.
Ind verkarttend im sin nammen nüt. Darnach wurden ge-
•^ufft der fromm amiroll Lyonfant mit vil beiden. Do Klarion
S^ach, das der kflnig Hermin , sin ber, was Kristen worden, 3b
(lO Ward er vast fro und kam und knüwet ffir in nider und
*Pratb zuo im: »Min ber, ich bit iich fruntlichen, das ir mir
'eiteichen, hab ich neyßwas wider (Ich gesiindet; wann ich
I
118
schweren xicb , das ich zuo üwers braodera Fieratnuntz tod
niemer mer verwilget het, wo die gros wüettrig nüt gsin were,
80 inn im was. Wann er nam unser frowen und töchtern _
mit gwalt, und wenn ay nüt zuo sinem verflüechten willen ver- ■
5 wilgeu wottend, so ließ er sy in gfänckaus legen. Der gräf
Rengnold und sine geellen band iren vyl uß der gefancknus
gelassen, und wenn im etlicli ilwer fursteii das wartteud , so
ließ er sy töden. Ich weiß wol, das ir im semlich-s nut be-
foUen hafcben. Und sorgend nüt, got hab sin sünd nüt mer
10 wellen liden; darumra hat er die Kristen beschickt ion siner
übelthetten zesträffen.« Do der künig Hermin Clarion ver- I
standen hat, do sagt er zuo im: »Wie wol mir mines bruodera
und miner frowen und kinder tod vast wee thuond, nüt dester-
minder bin ich des fro, das du und die minen den faltschen
15 glouben verlassen band, in dem wir so lange zit sind betrogen
worden , und den kristenlichen glouben band angenomen.
Und umm Jhesus willen, der für die bat, die inn krützgettend,
vergib ich dir mit guottem bertzen.« Also ward der frid ge-
macht zwäschend Hermin und einem volck, die komen wärend
ao in bekriegen; des Rengnold und Ruolland, die sy mit inueii
brächt hatten , vast fro wurdend. Und die fröud wert vast
lang zuo Paris, des sich yederman fleis. Aber der faltsch
Gannellon, der allem guotten wydrig was, brächt aovil zewägea
mit ainen lysten, das er der Frautzossen fröud betrüept, als ir
25 verstän werden.
Wie Gannellon dem kunig Korador schreib, wie sin
tochter Meridianna wie ein huor gehalten ward, dar-
durch der kiinig Corador ein stoltzen ryasen »uo
Karly schickt, und wie der gemelt ryß erfcödt ward
so von Morgaut.
Der verretter Gannellon gsach , das er aicb nut torfii ^a
Karlys bäf finden lassen, daz Rengnold und Ruolland widi^r
inn länd kommen wärend, und im von der grossen fröud gsag*
ward, so man zuo Paris fuort ula ursach des sigs wyder die
35 beiden , deren er ursach was, das sy in Franckrich koiiiiu'^"
wären, darumm er nut zuo end kommen mocbt sin valtsche'^
wyllen zevolfSeren, des er ser betrüept und zornig ward ; da-
rumin er anfieng gedencken , wie er gstalt Hnden luöcht deo
häf zetrüeben. Und do er vast lang gesinet hat, do schickt
er dem küuig Corador ein brief by einem hotten , des inhalt
was also : »Künig Corador, ich verwundern mich ser, wie dir &
so übel gerätten ward, daa du din tochter Meridianna hast in
Franckrich läsaen kommen , die so schöo ist and so wol ge-
pryßt ward, und yetz wirt ay [bi. 6IJ von mencklichera für
ein huor gehalten. Wann ülliffier halt ay für sin huor. Uminit
welche sach alle edle hertzen beküniert sollend sin, daz eines lo
künigs tochter so schantlichen gehalten werd. Und darumm
das es mir miläfalt , hab ich es dir wellen zewüssen thuon,
damit uüd du es verkommest zum basten, so du magst.« Do
r bot den brief hat, do macht er sich uff die aträß und
.m an künig Coradors häf, dem gab er den brief. Do der i»
küuig Corador den inhalt des briefs besuchen hat, do ward er
ser bekümert und fuort ein gros leyd. Und sin frow, Meri-
diana rauottcr , do sy des briefs inhalt veniam , do sagt sy
überlut: »Ach, arbeut;äelligc , die ich bin! Bin ich nüt einer
bössen stund geboren, daa ich ein tochter tragen bah, die inn ao
irem anfang so schön was und erfudt mit allen tugeudeu und
die baß verüeraptlst in allem Orient, uud nun wirt sy gehalten
wie ein ofue liuor under den fröumbden V 0 kuuig Korador,
ich mocht nüt verwilgen, das sy mit den Frantzosseu fiiere;
wann meucklieher weyJät wol, das sy lystig und boßliaft lüt sind, a*
Ir werden üwer tochter niemer nier gsächen, uud wenn schon
sach were, das sy wider kemme, so wurd sy doch von allen
tursten und andren lütten in dyssen landen für ein offne huor
gehalten. Daruurm mag ich wol sagen, ich werd nun für hin
mia laben in leyd und schmertzeu vertzeren , wie die aller 30
tfoatloße kungin, die ye kronnen truog.« Der k anginen red
durcbtrungend dem betrüepten künig durch das herbz, daa er
nüt ein wort reden mocht und die gatalt nüt wüßt, wie er
sia tochter wyder überkommen möcht und sin eer wyder be-
flecken. Dardurch er und sin troatlosse frow vyl sünftzettend. sa
Nach vyl klagen wurden d sy eya, ay wetten ein grossen ryssen
»ti häf sclnckeu, der hies Ferragus, der was starck und mechtig,
loltz und hoffertig, und duocht inn, es were kein mentsch
in der weit, der in gescliedigeu niöcht. Also hieü inn Kora-
dor eines taga für inn kommen und sprach zuo imm: »Du
miiost von stund an inu grosser yll inn Franckrich inn die
stat Paria und Karly saRRa , daz ich vast übel zefriden sig,
5 daruram daz er lydt, daz min tochter Meridianoa also schaut-
liehen gehalten wirt, ange3t?cheu daz sy von küngkliehem ge-
blüet ist, und ich im sy geschickt bab, das ich im vertruwet
hab, er wurde sy halten, wie einea künigs tochter sol ge-
halten werden, und daz er sy mir schicke äu einicherley ent-
10 scbuldigung.« Do der rylä des küniga gebot verstoond, do
nam er ein schlingen, mit deren kond er im wol hälffen, und
ander hämisch und namm urlob von Korador und macht sich
uff den weg und kam inn kurtzer zyt gen Paria. Und do er
inn Paris kam, do lüf in raeneklicher besächen, so gar groiä
15 und urigemeß was- er; wann Morgant glichet sich nun sia
buob zesin, wenn er nebend im stuond. Feragus gieng ao
lang utf den gasseu zuo Paria, das er an daz thär des paUaÄb
kam, und fieng an zeklopffen an dem thär und sagt , er wer |
ein bot des mechtigeu künig Koradors. Do der portner ve^
aostuond, das er ein bot was, do thet er im uf, und er kam
für Karly. Das was an einem mentag , nach dem als der
uiechtig künig Karly und sine heren zymbiö g essen ^ hatteo
und ira grossen sal des pallastz wären. Do der groß ryfi
Ferragus für Karly kam , do Dachet sieh yedernian, zehören,
35 waz er sagen wett. Und er sprach vast stoltzklichen inu
semlicher gstalt mit grosser Verachtung: »Der groia got Mach-
met, au den meneklicber glouben sol, schände und töde eines
Übeln tod dich, verretterscher keysser, und welle bewaren min
heren, den mechtigen künig Korador! Der enbüb dir by mir,
3(3 das du im von stund an und an einichen verfczug sin tochter
schickest und all sin volck, so er dir gschickt hat zehilf wider
dine fyend, und du wie ein iiütsöJlender künig lytst, das sy
Olliffier für sin huor halte, wie ein huor, die kommen sig von
niderem stammen. Du sottest ermmessen, das sy von eiilem
35 geblüet kommen ist und einea künigs und kvinginen tochter
ist, darumm du ir ir er bewart haben soltest. 0 Karly, das
ist nüt die er, so man sagt, die inn dir sig; das ist nüt die
erlykeyt, so man sagt, die inn Franckrich sig ; das ist nüt wol
erkeiit die hilf, so dir der künig Korador pethän hat; das ist
nüt er einem küuig, das er ein aeniliche sclimarh an sinem
häf Ijdt: daz ist nüt recht nach t^erechtigkeyt nach frÖnt-
schaft zeichen ; das ist not das, so der gräf Kengnold und din
Vetter Ruolland rninera heren verhiessend , do er innen sovil s
yertruwet, das er innen sin einige tochter gab und den inerern
teyl sins [b!. 62] volcks, die Krieteuheit zentsch litten. Nun
erkenn ich , das in Franckrieh nüt dann alle verrettery und
faltscheit ist. Daruram, mag mir der verrettersch dieb Oltif-
fier werden, so wirt kein mentsch sin inn der weit, der mir lu
?erhQette, dag ich inn nüt ertöd, ala er wot verdiennet hat,
und wyll den künig Corador rächen der schand, so er im be-
wißt.« Do der keysser Karly den ryß verstuond so stoltz-
klichen reden, do sprach er zuo im : »Bot, ich weyü nüt, waz
diu heren darzuo zwingt, das er mir so schmechlich und fräö'en iü
reden enbüt, angesächen daz ich in halt für miner besten fründen
einer , dem ich früntschaft und dienst bewissen wetfc. Siner
tochter halb hab ich nie verstanden, daa sy änderst gehalten
"worden aig den inn allen eeren , wie eines künigß tochter
'V'erden sol, und wett lieber miu krön verloren haben , dann 20
«das iehs änderst lytte. Darumin sag dinera küoiw, er sig der
manwarheit bericht , und man habe im faltschlicben zeverstän
lieben.« Do Meridiauna. die nebend dem keysser was, ver-
^tuond, das mau sy also schalt und sehmecht, do sprach sy
ä:uo dem ryssen aer betrüept: »Min fründ , geeredt werd die«
gnad minea heren und vatters ! Wann er ist übel bericht, das
er mich also sehmecht; wann syt ich an dyssem häf gsin bin,
1oin ich geeredt und vvol gehalten worden, bafä, dann miner
person aimpt. Und wyll, daz min vatter und niuotter wüssind,
daa mir der gräl" Oliiffier nach kein andren rytter nüt dann so
aiJes guotz zuo gemuottet hat und alle eer ; darumm ich mich
gant?. verwundern, wannen har dysae fantassig minem vatter
lind miner muotter kommen sig.« Do der gräf^OUiffier des
J'yssen red verstuond, do sprach er überliit: »Her keysser, ir
'ydend zevyl von dyaaem faltschen hudler, der so schiiutlichen as
•^dt vor üwer mayestafc und in gegeuwyrttigkeyt aller üwer
•'ürsten. Dariiinm aol er todt werden, inn und all ander leren,
le sy vor einem keysser reden soiid.« Und wot damit an
clen ryssen. Aber der hertzog Anses behat inn und sagt aao
im : »Her Olltffier, ir wrisaend, das er ein bot ist und das all
botten ir botschaft thuon mögend an bindermifi haben.« Do
Ferragus Olliffiern erkant by des hertzog Anses red, do sprach
er zuo im: »Syt das ich dich erkeau, du, der mins heren
lochter entherodt hast, so byü ain sicher, ee das ich us dissera
land achfiid, so wyl ich die räch an dir thuon, als man an
einem faltschen verretter thuon solle Do ward Olli ffier zornig
wie ein low und zog sin schwert ufi uad wot den ryssen
10 scblachen. Aber der keysser stuood uff von sinem aitz und
sprach zuo im: ><>llifier, ich verbüt dir, das du inn nüt an-
rüerest; wann er ist ein bot.« In dem kam Morgan t, der
uramfieng Ferragus, der wott uff Ollifier scblachen. Also thet
öch Ferragus, und rungend vast lang mit eiu andren. Dar
•& zwey ryssen ringen was hüpsch zesäehen » wann yedwedern
propiert sin stercke; dardurch der heren vil grossen lust näni-
mend sy säcben ringen. Und do ay ein andren vast lang
gehept hatten, do warf Morgant den andren ryssen an herd;
der thet ein so grossen val uff die baetze , das es duocht , es
20 were ein thurn gfallen. Darumra vyl anfieageud lachen j wara
im fallen stiea er Gergis von Thannemarck, das er uff die
ander sytten fiel. Do sich Ferragus am herd gsach, do ward
er vast zornig und stuond wider uf und sprach, er seyte allen
dennen ab, die mit im stritten wettend. Do der gräf Ollifier
26 den ryssen verstuoud, do sprach er zuo im: »0 du ungemesser
ryß vollen hotfart und grimigkeyt, du retst hochmüetigklich.
Darum m bit ich den keysser, daz er mir urlob gebe mit dir
zeatritten; wann ich allein bab wyllen dir din grossen über-
muot zenemmen und die hotfart, deren du voll bist, die schmach
so rächen , so du faltschlichen uff frow Meridianna geleyt hast
und uff mich.« Damit schied er uß dem sal und gieog und
wapnet sich. Aber diewyl kam Morgant an Feragus mit sinem
kallen. Der nara ein grosse mordtax, so er by im truog; wann
er was nüt an den enden, da er im mit siner schlingen hälffen
35 kond. In dem sal des pallastz fieng ein hertter stryt aii
zwtlschend den zwey rissen, so utnibillich, das keiner, der innen
zuo luogt, willen zelachen hat; dann wenn Morgant sin Wider-
sacher mit sinem kallen erreicht, so macht er in zittren;
i
I
123
Ferragnfl macht Morgant Scli vil wunden mit siner roordax,
wann er was vil grosser uram ein guotz dann Morgant. Ala
die zuven rysseu strittend, do kam OUifier inn sal gewapnet,
mit dem rjJa Feragus zestritten. Aber do er gsach, das inn
Morgant so iibel fuort mit sioem kallen, do stuond er nebend s
sieb, das end des strjtz zesächen. Der keyaser, der künig
Hermin , Lyonfant und all ander heren und rytter , die dem
stryt ziio luogtend, verwundrettend sich all, wie diezwen ryssen
so lang wären möchten, angsäehen [bl. G3] die grossen streich,
so sy ein andren gäben. Der gräf RuoUand gaach , das der lo
strit wol zwo stund geweret hat; do sprach er zuo Morgant:
»0 edler Morgant, muofi es sin, daz ein söllicher unüät so
lang gegen dir bestand hab ? Ich bit dich , daz du vor sovil
edlen fürsten und heren die groß konheit ertzeigestj ao in dir
ist.« Do Morgant RuoUanden verstanden hat, do ward er ein is
wenig achamhaftig und huob sin kallen uf mit grosser man-
heyt, mit dem gab er so ein grossen streich uflf Feragus hopt,
daz er im den gantzen köpf zermuosset, darumna er tod nider
ufi die psetze des sals fiel. Und thet ein so hertfcen fal, das
der gantz sal ertzittret. Do Olliffier den rissen tod gsach, so
do ward er vaat fro, desgHchen och etlich wer; aber der keysser
was sin bekümert, dariimm das er des künig Coradors bot-
schaft was, dem er guotz schuldig was von wegen der hilf,
so er von im gehept hat. Inn dysser sach ertzeigt er sich
untniwlicb gegen im und gab im böß umm guotz. Meridianna as
ward sin och ser bekümmert ; wann umm des ryßen tod mocht
ey irs vatfeers ungnad dester ee überkommen. Aber sy kond
im. nütz mer thuon.
Wie Gaunellou Karly ein brief sant, sin huld wyder
zerwerben , und wie ßengnold ab dem hat' erkänt m
|Ward und er und sine bruoder straßröuber wurden.
Do nun Gannellon gsach , das er mit keiner verrefctery,
80 er verbrächt, zend komen mocht und ab dem häf vertribea
was, do schiebt er Karly ein brief by einem botten, inn dem
thet er im kutit, er were unnrecbtlich ab sinem häf vertrjben s5
und an einichertein schuld. Dar uram bette er inn im ver-
J
124
liängen, das er wider Icenmie; so wett er sieh verautwurtten
der dingen halb, so man uff inri leyfcte. Darauo vermeine er
üüt, das er im nach andren semlicbs thän hab, dardurch er
also vertrihen sin solle. Do der keysser des briefs Inhalt
6 verstanden hat, do sünftzet er; wann Gannellon was im lieb,
wann er was ein hupscher reder und ein grosser zentzler.
0 ist es ein grosser schad , wenn ein fürst den zentzlern
gloupt! Wann durch sy sind grosse übel beschächen und btü-
echächend stetz an der forsten hoffen und andern, die da bäf
it> haltend, Oeh beschieht es mit den orentragern. Aber sy sind
uff den hüttigen tag die, so man am liepsten hat inn der
riehen hüssern, dardiirch vil unschuldig gelytten band. Und
es kumpt als von lichtlicb glouben, daz ist das gröst übel,
das an einem fürsten ist, der vyl voleks under im hat. Der
16 keysser Karly enbot Gannellon, daz er inanlichen wider zebäf
kenime; wann inn hett nieniuian vertrihen dann er sich selbs.
Darumm, wenn er kommen wett, so raliefete er wider als wol
sin fründ sin , als er ye gsin wer. Do (Tannellon den brief
hesach, so im Karly schickt, do kam er gen Paris an vertzug
80 und gruolzt den keysser. Do inn Karly ersach, do stuond er
uf und umfieng inn und sprach zuo im : »Graf Gannellon, sind
mir wilkommen! Ir sind lang ab minem haf gsin, ir band
nüt ursach gehept semlichs zetbuon. Wann ich gloub not,
das da ein mentsch sig , der so frisch were üch etwaz zeleyd
aä zethnon an min gebot.« »Her,* sprach Gannellon, »ich sagen
üch , geh waz man üch von mir gesagt hab , [ich hab] nie
kein ding thän nach wellen thuon nach zuo füegen, das üch
nach üwerm keyserfchuoui schaden brechtp.« Do der gräf
Rengnold gsach, wie der keyser Gannellon empfangen hat, do
30 sprach er zuo Ollifier inn bysin Ruoüanden: »Min vetter, ich
verwundern mich, wie der keysser dissen verretterso lieb haben
inög, der uns sovil verdrieß an thän bat und der gantzen
Ckrystenheyt. Wann het unser her nüt darin gesechen, so
was er ursächer, das die gaotz Krystenheit inn sorgen zever- *
w lieren was. Wenn dem keysser wol geratten wurd, so ließ e
inn töden, oder er leytte inn inn ewige gfäncknus; wann läp
7 0 an ha.; b. aiun.
er lang, so wyrt er die j^antz Kristenheit inn groß jämmer
und not [bl. (i4] bringen,« Ollilier sprach zuo Rengnold :
»Vetter, ich bekenn, das du die warheit saget; aber der raentseh
mag zum dickern mal das übel nüt verkomraen, so im be-
gegnen sol.« Der kflnig Hermin naui urlob von Karly, defi- a
glichen LeoutViüt und all ir volek. Ruolland, Rengnold und
Oliifier gäbend innen daz gieyt vast wyt und nammen urlob
von innen und ritten wider inn die atat. Und der künig Her-
min fuor inn sin land. Aber unglüek, das sich dem man
verglichet, der da wachßfc und sehwint inn kurtzen stunden lo
und inn einer gstalt nüt belipt , und denuen fyend ist , die
l'röud haben inn disser weit, wott sin willwänkykeit ertzöugen
und befcrüebeu die , so inn frid und fröuden wären. Wann
eines taga, als die füraten inn fröuden wäreud, begab ea sieh,
das Rengnold und Otlifier inn unneinigkeyt mit ein andren 10
kämmend, als sy den bsil schJuogen, so groü, das Olliffier nach
vyl wortten zuo Rengnold sagt inn verwissung: »Rengnold,
es was nie, das du nüt bofferfcig und stoltz werest , also das
du durch din übermuot zum dickern mal sagtest, da du unn-
recht hattest, du bettest recht. Darumra bin ich nut mer inn ao
willen es von dir zelyden , dann waz recht ist.« Rengnold
sprach zuo im: »Dich dunckt, darumm das Meridianna hie
zuo gegen sig, so törtfe dich nieraan ansechen. Ich wyll, das
du wüssest, das ich als hüpsch und als gnot angsächen hab,
als du bist nach werdest din läbeH lang.« Zuo letst wärend 25
Reognolden und Oltifieren red so hochmUetig, das Oliifier die
band uff hat, Rengnolden damit in das antlyt zesfblachen;
aber Meridianua behuob in. Dar durch Rengnold vast zornig
ward und wott an Oliifier geweßt sin ; aber gräf Ruolland
huob inn. OUiöer gieng und leyt sin barnisch an und kam so
an Rengnold mit ußgetzucktera schwerfc. Rengnold hat kein
wer; daz nun Ollifieren ein grosse naehred was, das er ein
mau angreif, der kein wer hat. Aber doch der herfczog Anses
und Ruolland behuobend Oliitieren, das er Rengnolden nüt
thefc. Der keyser hört daz «sschrey , der fragt, waz es were. ss
Gannellon, der by im was, saf^t zuo im: »Her, es ist Rengnold,
Amens aun, der ist so übermiiettig, das er alle die an üwerem
häf straffen wyll, und hat durch sin übermuot mit gräf Oliifier
ä
ein hader angfangen.« Der keyaser kam da hin, da das
gschrey was, und sprach zuo Rengnold : »Eis was nie, das du
nüt stoltz und hoffertig werest, und hast durch din überm uot
zum dickern mal min häf nnd volck bt^trliept, das dich ein
6 mal wol gerüwen darf.« Do Rengnold, der da nach ganU
zornig was, verstnond, das inn der keysser beschalekt, do mocht
er nüt gedult habeu, sunders sprach zornigklich zuo iin : »&
ist nüt war das, so ir sagend; wann Ollifier bat es zersteii
angfangen. Aber durch uramhartragen etlicher zentzlern
10 und verrettern, die umm (ich sind, yertribend ir die, so besser
sind dauu sy, daz üch nun nüt ein gros^^e TernÜnft ist, und
ertzeigend wol , das ir die nütsöllenden lieber band dann die
frommen, und das dennen baß vergulten wirt, die üch unner
zuo fliegen dann denneo, die üch eer und dienst bewyssend.«
16 Do der keyser verstuond, das in Rengnold also straft, do ward
er ser betrttept und scbrey überlut : » Wolluf, ir heren, fachend
mir dyaaen Inren , der mich also kumpt schänden in minem
pallast inn gegen wirttigkeyt aller miner forsten! Ich schweren
fich by allen beigen , würt er nüt gfangen , daz ich üch all
ao trurig machen wyjl; wann ich will, das er gestraft werd, den
andren damit ein byspil ertzöugen.* Do Rengoold verstuond,
das der keyser gebot, das er gfangen wurd , do ward er vast
übel zefriden und zog sin schwert uß, daz im worden was,
und sprach überlut: »Das nun kein mentsch so manlich sig,
26 der die band an mich legge ! Wann ich schweren by dem,
der mich geschaffen hat, das ich den ersten, der sich zuo mir
naehet, inn söllicher gstalt xuo rüsten wyll, das er kein mentscb
mer fachen muoß.« Do Ruollaud Renguolden also gar er-
wärmet gsach, do sprach er zuo im : »Min vefcter, ich bit dich,
so das du dich ein wenig zitz ab dem häf thüegest , untz das
miuem vetter der zorn vergangen sig.« Rengnold wüst wo),
daz im Ruolland ein guotter ratt gab ; darumm er ylleutz uff
Bayart saß und reyt gen Muntabant. Der keyser was ser
betrüept umm daz, so Rengnold auo im gsagt hat , und Ver-
as saml et sin rät, zeerkunneu, wie er sich an dem sun Äraon
rächen aött, der inn also hat heyssen lieggen för sinen fürstnii,
•Rnolknd was der erst, der da redt, und sprach: »Her, gefiel
es üch, so land Rengnolden den zorn ein wenig vergän ! Dar-
nach thuon ich mich «ß, das ich verschaffen will, das er
kommen muoß für üch nid er kiiuvveu und vou üch giiad he-
gereii uram die wort, so er gaagt hat. önd mit dysser wyß
werden ir frid mit im habeu. Und wenn ir wol ermessend,
waz mans er ist, und die grossen guothet und hilf, so er der s
gantzen Kristenheyt be wissen hat, so werdend ir finden, daz
[bl. 65] er ein man ist, Ton dem man billich etwaz kleiner
mißtbät liden sol und des bywäuung laau gern begeren boI;
wann er ist ufi' den hüttigen tag der aller mechtigest und
nianlichest ritter inn aller Kriatenheifc. Und dis alles ermessen, lo
so dunckfc mich, ir sollend minem rätt volgen.« »FiuoUand,«
sprach Karly, »ich erkenn wol durch din red, das du Keng-
xolden vast gatäst und bist ursächer, daz er hinweg ist; nnd
werestu nüt gsin, so wer er gfangen worden, so het ich mich
gerochen der fräfflen, so er an mir und an minem volck zum i5
Kickern mal begangen bat durch sin hofiart. Und ich sagen
dir, das du nüt sovil ze wegen bringen magst, daz ich mich
Tiüt an im räche. Ich gedenck nach wol , daz er durch sin
hoffart min vetter Berchtold ertödt, den ich so lieb hat. Des
selbigen tod hab ich im vergeben von dinet wegen und von m
den andren fürsteu wegen, aber nun will ich mich an im
rächen, oder er muoß niemmer mer an minen häf kommen.«
Do hertzog Anses gsach, das der keyser so gar ertzürnt was
über Rengnolden, damit und grösser übel vermitten wurd, rielt
er Karly , Rengnold söt ab dem häf verrüeft werden, so lang 25
es im gfielle. Do Kariy des hertzog Anses rätt verstuond,
do sprach er zuo im: »Hertzog Axisea, üwem rät ist guot,
und das ist nüt das erst mal, daz ir mir wol geratten hand.
Darumm will ich, das von stund an mit einer trummetten uß
gerüeft werde inn der gantzen stat Paris, Rengnold von Mun- 30
tabant sig nß dem küngkricli Franckrich erkent.« Do AstoJf,
der Engellander, verstuond, das Karly wott, das Rengnold uß
dem küugrich erkent wuJrde, do ward er vast trürig und sprach
2U0 Karly: »Her, mich dunckt, üch sig übel geratten, das ir
deu gräf Rengnolden uß Franckrich erkennen wend; wann 36
ich wyll, daz raengklicher wüß, das kein ritter inn üwerem
küngkrich ist, der baß uff zenthalten sig dann der sun Amon.
Dud icli sag üeh zuo , das es üch gerüwen wirt in kurtzen
m
Sitten, und wetfceud, das irß nüt thän bettend.« Olli fier sprach,
geb waz er sagte, Renguold aöt ab dem !iäf vertriben werden
und er het es wol verdiennet. Do redt der faltech Gannellcm,
der sprach: >Her, mich diinckt, syt üch Reugiiold hat heissen
6 lieggen vor sovil hocher forsten, das er den tod wol verschulten
hab-« Do Karly Ganaelloii verstuond, do gebot er von stund
an, da» sin gebot verbrächt wurd ; dar durch der gräf Reng-
nold uß dem künigrich erkent ward. Von deren erkantnuß
vil lütten vil Übels darntä entsprang , als ir hienach höre«
10 werdend. Do der künig uli Engelland gaach, das kein wändung
was, das Rengnold nut nfi Franckrich erkent wurd, do schied
er von Paris und reitt gen Muntnbaiit und ertzalt Hengnolden,
wie er uiä Franckrich verbant were worden. Do Rengnold
verstuond, das er durch Gaiiellons rMt uß Franckrich verbant
ifi worden was, do achwuor er zetuasend m allen, er wett sich an
im rächen und an allen deunen, so an sinem verbannen ur.-i?acli
wärend. Demnach sprach er: »Mio vetter, ich erkenn, daz
du mich und mine brüeder iieb hast. Darunim wjll ich dir
ein sach sagen, so ich erdächt hab, das wir thuon wend Karly
20 zeleyd, daz ist: wir wend rouben und nider werffen all unser
uachpuren, so uram uns sind, und och alle die, so durch difi
laud faren werdend, geb waz stätz und wessens sy aigend, sy
aigeod guot oder böß, und daz keiner für fare, er werd untz
uff das henibd abgetzogeii, und widert er sich , daz er getödt
2B werde.« Astolfo sprach, er were sin wol zefriden und wett
ein guotter röuber sin, und inn belangette , das er im holtz
wer die berouben, so für füerend, und wettend mit dem gwun
guot gschir machen. Magis und Rengnoldeu brüeder wärend
all willig in der gselschaft zesin. Darum m sy in kurtzer zit
so all ir nachpuren beroupten ; wann sy Messend weder edel nach
unnedel, kilchen nach klöster, die sy nüt all berouptend; keiner
fuor für Muntabant, der nüt von stund an alles das verlur,
ao er hat, und wenn sich etwar widert, so ward er von stund
an ertödt. Die sön Amon verbrilchten sovil, dus alle die des
35 landtz genöttiget wurdend ire hüsser zeverlässen und inn ander
gegninnen zefaren, also daz die mere Kstrly für kannuen; wann
die lüt kämend all tag sich vor im klagen umm den uberinuot
und roubery, so die sün Amon an innen begiengend. Des
129
annellou vast fro was, darait Karly deat grossere ursach hett
sich an im zerächeti und an sineu bruoderi]. Dtirumtn er eines
tags zuo KarJy sprach: »Her, gesechetad ir iiüt die grosacti
Iclegfc, die tüglichen an üwern häf komiueti von den suu Äniou
der grossen roubery und diebstsil, so sy utt" üwern underthäunen s
begänd? leb verwundern mich, das ii sy nüt änderst straffend ;
mich dunckt, ir tbilegen im nät recht, daz irs so lang lyden.
Ir gsächeud nun wol, das üwer häf ganta styl ist und kein
tkurtzwyl da nüt tribeu werden uü ursach, das etlich des be-
ttbnert sind, [bl. 6Ü] das der dieb Rengnold ab üwerm häf lo
verbaut ist, und ander sind sin fro. Und also ist einer dem
andern zeüeb äu früud und kurtzwil. Darumin, her, ritten
J ich üch, das ir ein stächen zuo rüsten lassend zuo Paris, das
ir öwern bäf wyder erfröwind. Und länd es in allem üwerm
kiinigkrich uß rüeffen f« "
Wie keysser Karly ein stächen zuo Paris uß rüeffen
ließ, und wie Rengnokl dahin reytt, und wie Astoll'
gfangen und Karly uberantwurt ward von Gannellon,
Der keyser Karly nani ein woUust ab Gannellons red und
Wnioft ein herold, dem gebot er, das er ein stächen «ß ruoffte ao
uff den ersten tag Ougsten inn unser frowen inseln nebend
Paris, Der herold thet des keysers gebot; dardurch die stat
Paris inn kurtzer zit vol fürsten und ryttern ward, die da
kümmen wären zesfcächen, deßgliehen och vyl frowen und junck-
f«>wen, die kommen wäreud das stächen besächen. Gaunellon 25
tat ein vetter, der was ein hüpscher junger rytter, der hieß
GryflFon von Haultefueille. Zuo dem sprach Gannellon : Ȁtiin
fetter, ich will , das du stächest uif dissem stächen ; so wyll
ich dich vast kostlich zuo rüsten, damit das die lüt, so da
Wjueiid , erkennend, das du von hochem und mecbtigem 30
*Umuien sigest. Aber du muoat öch ertzeigen, das du ein
"tonlicher rytter sigest und den pryß des stächens überkora-
■ßtst, das du lychtlieh thuou magst; wann der verbannen
^ngnold vvyrt nut tbä sin, und liuoüand ist och ab dem häf.
Dariuam, ist neyüwas manheyt in dir, so kumstu wol mit den sb
"Ddren nachar.« »Vetter,« sprach Gryffon, »ich hof mich so
Uocjj«ut der rleso ^
130
redlich zehalten , daa du und alle die von unseretü stammeu
ursach liabend aich minen z.erüemmeii,« Magis, Rengnolden
vetter, wüßt die mere desstächena; daruram er eines tags zuo
Rengnold sprach: »Min vetter, der keiaerKarly hat ein stächen
6 lassen ufi rüeffen zuo Paris utf den eraten tag Ougsten. Es
werdend vjl guotter rittern da sin. Wyltu dahin rytten, so
wyll ich dich und din gselschaft, och üwere pfert verkeren,
das üch niemand bekennen umoü.c »Vetter,« sprach Rengnold,
iwüJä, das daa stächen an mich nüt beschechen luuolä ! Und
Kl wyll mit mir nemmen Astolfo, den edlen heren iiiä EngeUatid,
und min bruoder Eichart; Ällard und Guchart müesseud Mun-
tahant verhüetten.« Kengnold und sin gselschaft rüstend äich
und fuorend uff die strafe zum alier schnellisten gegen Paris
zuo. Und do sy zenechst by der stat wärend, do herbergetlen
16 sy sich inn der vorstat inn ein viist arme herberg ; wann sy
wottend nüt by den andren sin ulä forcbt, sy wurdend kent.
Do der tag dea stächeui^ koiunien was, do gieng der kejser
und die alten rytter, die nüt stächen wottend , uflF die brügi",
und och die frowen und junckfrowen , daa stächen besecben-
äo Do kämmend die rytter, so stächen wottend, ufiF den pläu,
y etlicher nach ainem vermögen. Eä beachächeud am anfang
vast schöne stächen. Rengnold schickt sin bruoder Rich»rL
bekleyt in schiitners wyß, sächen, wie daz stächen were. Er
hat ein taifatte binden vor sinem angsichfc ufi forchfc, er wurde
^'> käut. Als er da hin kam, gsach er Gryffon von jHaultefueilla,
der kam uff den plan vaat kostlich gewapnet und berytten.
Und des ersten rytz stach er fier rytter ab, dar durch er vast
gelopt ward von den fürsten , frowen und jatickfrowen, t>o
Richart gsach , das das stächen angfangen was , do kart er
30 wider zuo Rengnold, sinem bruoder, und sprach zuo im: »Min
bruoder, daa stächen ist angfangen. Und aind vyl rittern, und
under denuen allen ist einer, der tript wunder: er schlecht
rytter und pfert nider.« Do sprach Rengnold zuo Ästolf-'
»Min Vetter, wyr mögend wol zelang^beliben.« Sy wurderfd
sa bald gewapnet und sässend uff ire pfert und rytten durch
Senua und kämmen dahin , da das stächen was. Ir harniscii
4 Karly] keyaer ha.
wärend so fröumbd, das sy nieman kant. Do sy da hin kom-
men wärend, do kam OUifier gewapnet uud berytten vaat kost-
licheD inu unbekantten kleidern, also das inii Reagnold nüt
kant. Er reyt J?egen Rengnolden, und Rengnold, der in nüt
bekant, kam gegen im. Und des ersten stichs zerbrächend 6
sy ire sper , des andern stichs fiel OlHfiers pfert uff die knö,
and RengnoLd traf Ollifier den heim, also daz er im den
[bl. 67J vom köpf reyla ; darumm er von mengklichem erkent
ward. Do Renguold gsach , daz es Ollificr was, do hat er
willen sich an im zerächeu und in töilen , darnach gen Mun- 'u
tabant fluchen; doch sagt er zuo im selbs , es were im ein
grosse seband, angesechen das im duz hopfc entwupnet vras, und
das er sin fründ was und ocb , daz sy so lange zyt gsellen
wider die beiden gsin wärend. Darumm er ein ander aper
uam und stach mit einem rytter von Ganellons geschlächt, ifi
den stach er zuo erden. Darnach begegnet im Gryffon von
HauJtafueilla, der stach es als nider; dem gab er ein semlichen
stich mit dem sper, dan er roß und man nider uff ein hutfen
stach. Darumm Gryffons hoclifart ein end hat und alle hoff-
nung, die er hat, den pryß des stächens zeüberkommen. Astolf, jo
der her von Engelland, stach mengen rytter ab. Als Rengnold
zentummbar reyt, da fand er CJannellon uff sinem pfert, ge-
aenipt Matteseüon, und was kostlich gewapnet. Rengnold
kant inn wol und kam gegen im mit louffendem pfert und
»lach iiiQ mit sinem sper mit söllicher stercky , das er rofi ac
and man nider stach. Dem nach wott er uff inn yllen, aber
kämmend iren sovil von Ganoellons geschlächt im zehilf,
■B Rengnold genöttiget ward in zeverlässen. Darnach reyt
zeut umhar und stach alle die ab, so im begegnettend.
Was sol ich lang darvon sagen ? Der pryü ward im geben : so
die frowen achicktend im yetliche ein kostliche kleinott und
sagtend , er were der manlichest rytter. Nach dem stächen
fyttead Rengnold, Astolf und Richart wyder in ir herberg.
^0 Gannellon gsach, das ein ritter ursach was, daa er nach
lifiner sines geschlächtz (deren wol fünfhundert wärend, alias
'ast mechtig, aber sy wärend all verretter und faltsch) den
Piyfi des stächens nüt gehept hattend, do ward er ser leydig.
Und nam wol XX XX sines voicke und gieng inn die herberg^
n
Id2
da KeugDoId uad sine gsellea vräreuil. Die warend nach im
harniscb, und es kam innen wol; wano Ganuellon und sine
gsftUen gr_yffend sj au. Und ay staltend sicli zuo wer, aber
sy wärend not die sterekern; wann der her von Engelland
6 ward gfangen, und Rengnold und Ricliürt, sin bruodtjr, flucheud
hinweg zum sehnellisteu, ao sy mocliten- So bald Gaiuielion
Astolf gfangen hat, ließ er im den helra ab tluiori, dardurch
er inn erkant, und sprach zuo im : »Nun erkenn ich, daz du
der faitsch dieb bist, der mit Rengnold und sinen briiedern
10 ein mörder und sträiärouber worden ist , und hast in dysseni
kängkrich sovil Übels begangen und vyl den keysser und ulleo
häf betrüept. Aber nun ist die xyt kommen , daz din mifi-
handel gestraft wyrt; wann icli weyß wol , so bald dick der
keyser hat, wyrt er dich häncken lassen, als du wol verdieaet
16 hast.« Do der kiinig Astolf Ganellon also hört reden, do gab
er im kein antwurt. Er ward gen Paris gfüert, Karly über-
antwnrt; zuo dem sagt Gainnellon: »Her keyaer, ir, der da
ist ein oberer des rächten, ich bring üch hie ein man, das ist
der her von Eingellaad, den bekeauend ir gDuogsamklicli. Ir
üo wÜBsend, wie er zum dickern mal tiwern häf betrüept hat ud
wie er sich sydhar, nach dem und Rengnold ufi üwerm küngk-
rich banlt ward , inn sin und siner bruodern gselschaft tiän
hat, die sind all mörder und sträsröuber worden und läud weder
edel nach koufflüfc, die sy uut beroubend, und uemmend du,
85 so sy band , und wenn sich neyßwar gegen innen wert, der
wyrt von innen ertödt. Daruram, her, ist keiner under inneUi
der da niit habe den tod verachnlten nach recht und urUüi
insunderheyt disser hie , der an üwer erlouptnus üwern häf
verlassen hat und sich vereinbart hat auo üwerm fyend. üa*
3!) ramm sond ir inn töden lassen ; wann er hat es wol verdieut,
nüt nun ein mal, sunders zum dickern mal.« Do Karly Gan-
nelloD verstuoud , do ward er vast zornig gegen Astolf uad
gebot von stund an, daz er inn ein atarcke gfenckuus gekyt
wurd ; so wott er vast bald so grussarae straf begän, das diu
sa andren bispil darby uemmen müestend. Demnach als Rengnold
von Paris gescheiden was, er und sin bruoder Riebart rytteod
sovast, das sy gen Muntabant kämmend, ser betrüept ab AstoaO
fäehung. Rengnold sprach : »Ach, min vetter, böß istdert»^
gsin, da ich dich gen Paryß gfüert hal>, das du gfangen wor-
den hisfc. Ich yrejSi wol, das dich Karly wirt hüncken Icissen
durch des faltscheii verretter Ganellons ratt. Aber ist es also,
das er dich töden laßt, so wird ich niemer tner fröud in minem
hertzen haben.« Als sich Rengnold klagt umm sin vetter 5
Astolf, do kam Huollaiid geo Muutabatit; des Renguold und
sine bruodern vast fro wärend. Do Rengnold sin vetter Ruol-
land ersach, do sprach er zuo im: »Min vetter, biß mir wyl-
kommen! Ich bit dich, das du mir niere sagest von häf.« »Min
Tetter,« sjfrach Ruolland, »ich wüßte dir nüt für war darvon lo
zesageii; dann do ich gsach, das dich der keyser ab sinem häf
[bl. 68] verbant hat, wnd daz durch rätt des verretter Gan-
nellons , do bin ich den tag darnach ab dem häf geacheiden,
als einer, der des bekümert waa, das er durch veretter und
rentzler geregiert wyrt, und bin sidhar inn Brettannia gewessen i»
die zyt vertriben. Demnach bin ich kommen dich besecben,
4ber mich dunckt, du und mine vettern, dine brüieder, sigend
all betrilept. Darunim bit ich tich , daz ir mir die ursach
üwers zorns sagen.« »0,t sprach Rengnold, »min vetter,
weyßtu es nüt? Das gröst ungiüek inn aller weit ist uns be- 20
gegnet.« Damit ertzalt er im, wie sy uflF dem stächen zuo
Paris gsin werend, und wie Gannellon nach dem stächen und
wo! viertzig sities geschlächtz sy angriffen- hett, und wie sy
sich gwert betten. Aber wie wol sy sich gwert hetten, so
were ir vetter Astolf dennecht gfangen worden und Karly so
, uberantwiirt, und er furchte, er wurd in töden lassen. Und
das were die ursach irs leydtz. Do RiioUand verstuond , daz
•ler künig von Engelland gfangen was, do sorget er wol, der
keyser wurd inn töden lassen durch der verrettern rätt. Er
sprach zuo Rengnold; »Min vetter, byß nüt trurig! Wann so
wyll Karly unsern vetter toden lassen, so verheyssen ich dir,
das ich im soiüche bylf geben wyll mit miner person, das ich
inn vor dem tod behalten wyll, oder ich will och sterben.«
*Min vetter,« sprach Rengnold, »ich dancken dir dins guotten
willens und ich verheissen dir by der trüw, die ich dir schuldig as
"iö, daz ich dir nüt feilen will; wann ich bin inn willen mit
•l''" zesterben , oder unser vetter Astolf muoß erlößt werden
'o^Ti tod. Wyr wend min bruoder Richart mit uns nemmen.j
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der ist wol eins maofi werfet.« »Du retst recbt,« sprach Ruol-
]and. Die dry ritter wapnetten sich und machten sich ufF die
sträß und ryttend so vast, das sy gen Saut Denisseus kamnieud;
da hertergettend sy sich, untz daz sy raere vernemmend von
6 häf. Sy gäbend sich nietnmaud zerkeunea, sunders hieltend
sich zum aller atyllesten, so sj koudend. Sj schiektend Türiuj?,
RuoUanden schiitner, zum dickem mal uff die lautsträß, ze-
sächen , ob er uiemman von Paris gseche, ob er etwaz ver-
nemme ab deuj häf. Eines tags stuond Gaauellon vast früe
;o uf und gieng iim paltast; da fand er den keyseF und sine
fürsten, 2uo dem sprucli er : »Gerechter her keyser, ir wüssend,
daz ir schuldig sind gericbt und recht zehalfcen und sprächen,
das ist: die guofcten zevergälten und die hijssen zeaträffen. Es
ist war , das Aatolf inn uwer gfancknuß lyt durch sine vcr-
iB dienst wie ein sträßröuber, und der sich gsellet hat zuo öwerm
fjend, daz ist Rengnold , der sun Anion , der üch sovil tDäl
erfczürnt und liwern häf betrüept hat. Darum m dunckt raicl,
ir sollend recht über inn lassen gän und inn urteillen zehäncken
an galgen zuo Muntfalckon zuo den andren mörderu und rou-
80 bern, sinen gsellen.« »Ganuellon,« sprach Karly, »ich erkeaD
gnuogsamklich, das du war sägst. Darumm JäEi inn für mich
kommen ; wann ich will in urteillen, daa er erhänckt werde,«
Also gieng Gannellon ser erfröwt und reicht den frommeD
heren von Engelland und fuort inn für Karly. und do error
26 im waa, knüwet er für inn nider, und Karly sprach zuo im:
»Kumm har, du arbentsolliger ! Wie bistu ao frysch gsin, dai
du an min häf kommen bist mit dem faltschen Rengnold, Ur-
sachen halb, daz ir mir min laud und volek also beroubet
band? Darumm hastu den tod wol verschulteu. Der muoß dir
nach sin ; wann ich urteyllen dich , das du erhänckt werdest
aS den hüttigen tag an längern vertzug an den galgen zuo
Muntfalkon.« Darnach sprach er zuo Gannellon : »Ich gib dir
die befelchnuß , das du von stund an dyssen buchen richten
lassest.« Do Gannellon des keysers red verstuond, do ffard
s& er vast fro und sprach: »Her, ich bin üvver lehenraan: darumm
bin ich schuldig Uwer gebot und wyll zevolbringeu.« Do Astülf
des keysers urteil verstuond, do ward er ser betrüept, unduä*
an ursach, darumm sprach er: >Her, ich kan uüt lougne".
daz^ich mich nüt ziio Rengnolden verbunden bab, der ist min
nacber fründ. Darumm bit ich lieh, daz ir nüt uff dyaae myß-
thät secheo wellen, sundera sächend an die dienst, so üch min
vetter Rengnold und ich üch gefehän band inn vyl kriegen
wyder die unglöubigen, innaunderheyt zwey mal inn Hyspauia 5
und inn der mächtigen Schlacht zuo Aspremunt, inn deren
wir sovil arbeyt battend. Darumra, her, bit ich üch ino der
eer gottes, der, do er am kratz wus, für die bat, die inn krüfcz- 1
gettend und todtend , daz üch geliebe mich uff dyß mal nüt
töden lassen, und hab ich neyüwaz wyder üch thän, daz üch 10
geliebe mir daz zevertzichen.« Inn Karlys gselschaffc wären
vyl fursten , die inn all bätfcend, daz er inn nüt töden ließ,
innsunderheit der hertzog Anses, Gergis, Guy von Burgundia,
Richart von Normandia und och die schön Meridiana und
etlich ander. Aber er sagt, er wett es nüt thucn; wann Gan- is
nellon nott in alwegen, [bl. 69] daz er inn todte, Inn dem
ließ Gannellon Ästolfo nemmen ab Karlys ougen , und damit
und er im dester nier schmäch an thette, gab er inn inn des
hänckers band ; der leyt im ein strick an hals, und ward uff
ein kärly gsetzt und durch die stat Paria gfüert, den weg so
gegen Muntfaickon. Der mererteyi volck zuo Paria beweintend
inn und wärend trürig umm sin tod; etlich sagtend: »Er hat
die grossen dienst übel augleyt ^ so er dem keyser thän hat
inn vyl kriegen. Der keyaer ertzeigt wol , das er durch
zentzler geregierfc wirt und durch lüt , die sin eer wenig be- as
^chtend.«
Wie Astolf vom häncken erlößt ward durch Huollaad,
Rengnold und Richarden.
Als ir hie vor verstanden band, was Ruollanden schiitner
für Sant Denissius uJä geritten, zeaächen, ob er etwar uß Paris 30
kommen sech nüwe raere zevernemraen. Er warttet so lang,
untz das er lüt vand, die von Parys kämmend. Die fragt er,
waz nüws inn der stat für gieng oder verbanden were. Einer
sprach zuo im: »Es ist nüt anders, dann allein, das man uff
den hüttigen tag Ästolf, den bereu von Engelland, häncken sa
will zuo Muntfaickon. Warttend ir ein wenig da, so werdend
^
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ir die richter uß Paria gsächen kommen mit grossem gsctrey.«
Do Thüring djsse wort verstuotid, do reyt pr vnn stund an
zuo Buolland und Rengnolden , dennen ertzalt er das , so er
hat ghört von dennen, so nß Paria kärnend. Sy wärend yllenti
5 gerüst, ein y etlicher uff sin pfert , und ryttend uß Sant De-
njsaius und verhieltend sich nüt wyt von Muutfalcon. Und
sagtend zuo Thüring, daz er wol wachette, damit und sy iren
Vetter Astolf entschüUen möchtend, Sy warend unlang ver-
halten, sy erhorttend groß gschrey von dem volck und trum-
10 metten und ersächen ein karen, uff dem was Äsfcolf, ein strick
am halß, under den galgen kommen. Ganuellon was da, der
was vast geschiiftig ; deßglicheu wärendöeh etlich sins gsclilächta,
die all fro wareud umm Astolfa tod ; wann sy vpottend im öbfl
und allen deunen von Rengnolden gschlächt uß ursach, das er
16 Felcker von Morilloo getödt bat, ir vetter, inn dem forinnec
holtz, als geineldet wirt inn einer hystorieu, die da sagt von
den fier suu Amon. Do sy under dem gatgen wärend, sprneli
Gannellon zuo dem hSncker : »llüst dich des keysers gebot
zevolfüeren ! So wyl ich dir wol lonnen.« Astolf sprach MO '
20 dem häncker: »Min früud, ich bit dich, das du nüt mit fflif
yllest, sundera mich lassest etliche bätt bäfcten, die ich in
niiuer jugent geler riet hab, damit, wenn ich daz laben verlür,
das ich die sei och nüt verlier.* »Wollau schnell!« sprach'
der häncker, »wann ir gsächeud wol, das ich genötiget wirii
2s üch zetöden.« Astolf gsaeh über die leyttern uß, ob er etwar
gsech kommen inn entschütten ; wann inn duocht nüt, daz inn
Rengnold und siue brüeder also schantlichen töden liessend,
das sy im kein hilf thetfcend. Die dry heren wachtend stete,
also daz RuoUand Astolf uff der leyttern gsach ; do sprach e^
8» zuo Rengnold : »Min vettcr, es ist zit zeroden ; wir möchtenci
wol zelang beliben.« »Du sagst war,« sprach Richart, >vak^
belanget , daz ich under dyß faltsch gschlächt von Mante*
komme, die uns so übel wend ; wann ich hab inn wyllenTii,
hin zeriehten mit der schulden minca schwertz.« »Ich bi»»
3ä üch,« sprach Rengnold, »der den verretfcer Gannellon finde**
mog, daz er getödt werd ; wann er hat es wol verdient.« P*"
mit sporttend sy die pfert und trungeud inn den huffen ^^^
die Wulf under die schäf. Und die ersten, so innen begegnettendi
wurdend ertödt. Do sy Gacnellon ersacli , do macht er sich
inn die flacht gegen Paris ziio. Die dry ritter hattend nüt
acht uff inn, wann ir sinn stnond innen irn vetter zerlössen,
Rengnold natu den bäncker und hiiw im den kopff ah; dar-
nach entband er Astolf und nani eines rytters hämisch, den s
Ruolland tödt hat, und wapuet irm , nnr] saß uff des totten
rytters pfert. Und do er eich zevoß und gewapnet gsach, do
sagt er überlut r »GedHiicket sig got und minen vettern: ich
hin üch enttrunnen. Aber ich wyll mich rächen. Wo ist der
faltseh verretter Gannellon , der mir so gar wydrig gsiu ist i»
und mines todtz so gar begert hat?< Er fieng sich an rächen,
[bb 70] also daz sy fier vyl ertodten. Und yttend innen nach
inn die stat Paris , die schwertter inn den bänden. Und vyl
von irem gschlächt, die vor hin nüt ein wort torffcend sagen,
wapnetten sieh und kämend innen zehilf: Gergis von Tanne- is
marck und Baldowin Ton Brettania und etlich ander fromm
rytter wärend der zal, also daz inn kurtzer zyt iren mer dann
V iiundert warend, deren der raynst wol eins raans wert was.
Und der raererteyl des gnieinen voleks warend uff ir sytfcen
(wann Rengnolden was yederman hold), also das sy her inn der so
stat wurdend. Do Karly vernara , das Uengnold inn die stat
kommen was und sovil voleks uff siner sytten hat, und im die
der mertteyl fibel wottend ufi ursacb, daz er Gannellon sovil
vertruwet, und das er durch sin ratt den frommen heren von
Engelland hat wellen häneken lassen, der so ein wysser ritter aa
was und so guotter rättscb legen, des er im entsaß, Uengnold
wurd etwnz gwaltz mit im brachen ; dann wenn Rengnold in
aitier hitz was, ra schonnet er niemmand, geh wer er were.
Üarumm er uß dem pallast gieng zum aller heimliehesten, so
l er kond, inn Ruollanden büß; wann er wüßt wol, daz er umm 30
I den tod nüt lyden wurd, das im etwaz besclieche. Er sprach
L !uo Dyogenna , Ruollanden gmachel , das sy niemman seytte,
^P ivo er %ere , untz das innen der zorn hin were, Dyogenna
sprach: »Min her, band kein sorg, daz ir von mir vertzeigt
werdind ! Ich wylß minem eegmachel riüfe sagen, ir beyssind 35
"•lieh 88 dann.« Rengnold und sin gselschaft rytten durch
18 V hundert]
c
V ha.
t
Paris hin nnd har und Bchniwend: »Wo ist der alt liindscli
Karly, der durch rät eines hülfen mit verretter, die uram inn (
sind, wjll töden alle die, so von unserm gschläehfc sind, die
im sovil dienst bewiaaen band? Er ertzeigt yetz die groiä un-
B tugend , so inn im ist. Mögend wyr inn beträtten, so muoli
im der Ion werden. c Do Ruolland Rengnolden hytz erkanti
und gsach , das im der nierteyl volcks by stuond , do forcht
er, wenn er den keyser fund, er wurd im etwaz zeleyd tliuon^
dann wenn Rengnold zornig ward, so was er wunderbarlicheni
10 zornig, aber wenn er gstilet was, ao was er milt als ein schöföj- J
Darumm reyt er inn pallast und wot ain vettern verberge)
vor Rengnolden zorn. Aber do er inn pallast kam, do fan
er inn nüt ; des er ser erschrack. Und reyt wider dabin, d.
Rengnold und die andren wärend , die ryttend und suochteti
16 Gannellon. Vyl siner bälffern, die da fundeu werdend, wur-
dend getödt; aber der verretter Gannellon, do er gsach, daz
Rengnold, Ruolland und Ästolf inn Paria wärend und mit dem
gmeinnen man eyß wärend, do reyt er zuo eim andren thär
uG Paria und Hoch iun sin land. Und gedächt, er wett sich
2G ein ander raäl an Rengnold und an Raolland rächen und an
allem irem gschlächt, als er thet, do er die verrettery ver-
brächt der tödlichen scblacbt, so am Rontzefal gschacb, als ir
hören werdend am end dyß buochß. Do Rengnold gsach, daz
er Gannellon nüt finden raocht, do reyt er iou pallast uod
an wot Karly suochen, sich an im zerächen. Und do er inn nÜ
fand, do beleih er im palJaat als [her] ; wann uff den tag w»a
Ikein Frantzos, der im darwyder were, so Ruolland uff" einer
syten was, und der mererteyl forsten wärend sine fründ. Ruol-
land aß zenacbt im paliast mit Rengnold. Und nacli ii^
so esse u gieng er inn sin huß zuo siner frowen Dyogenna, die
empfieng inn mit grossen eren. Und sy vertruwet im and
seyt im, das Karly inn einer kamer im huß were inn grossen
sorgen gegen Rengnold. Do Ruolland vernam, daz sin vette'
inn sim hufi was, do ward er vast fro und gieng zuo im on'^
35 enbot im eer, ala er schuldig was. Und Karly spracli üuo
im : »0 Ruolland, ich vertruwt dir mer dann keinem mentschen,
der inn laben sig, und vermeint, du aöltesfc mich beschirmmfi
gegen und wyder meugklichen. Nun gaich ich wol , daz iiu
139
wyder mich bist und Rengnold zno klnig machen wylt und
mir den tod xuo füegst. Darunim erkenn ich , das ich die
guothet übel angeleyt hab, so ich dir gethÜn hab, Ich mag
wol sagen, daz ich der aller unglückhaftigest künig bin, der
inn der weit aig, syt daz die, dennen ich am meysten ver- s
truwt und min gerechtigkeyt beschirmen sottend an allen enden,
nüt begerend dann min entterpnuß.« >MiD her und vetter,c
sprach Ruoltand, »ir wüssen "woJ, das ir schuldig sind an den
trüebsaln, so (ich begegnend. Wann yederman weyßt wol, daz
min Vetter Rengnold und Astolf, der her von Engelland, und lo
ir gschlächt üch fromm klichen dient faaud an vyl enden und
mang mal ire lyb und laben inn sorgen gaetzt band wyder
die heyden und ander, liwer gerechtigkeyt und küugkrich uff
zenthalten und fich inn frid zehalten. Und uram alle guothet
mit willen etlicher zentzlern und verettern, die nie nüt anders la
Uran band, dann üch schaden zuo füegeu, vertribend ir sy ab
üwerm haf, und das nach büsser ist: ir wend sy häuckeu
lassen, als werind sy dieben, Darumm verwundern ich mich
nät» [hl. 71] daz sich Rengnold und sine fründ rächen wend,
die wyl sy starck und mächtig sind ; wann ich weyfi keiner 20
so klein nnder innen nüt} der nüt räch auochte an dennen,
die im böH umui guotz ttiettend. Darumm, min her und vetter,
mQessend ir, wend ir ächtert inn friden laben, mit Rengnold
und sinen fründen fryd machen und innen alle übel vertzichend,
und daz ir nun für hin nüt glouben gebend etlichen zentz- as
leren, die nüt begereud dann üweru schaden und unner. Wann
ich sichern üch, wenn ir innen vertruwend, das es üch einest
gerüwen wyrt ; aber ich furcht, es werde zespät sin.« Do
Karly sin^vettern verstuond, do sprach er zuo im: *Sytmäl
du mir rätst, das ich frid mit Rengnold mach, so will 30
icbs thuon. Aber es beschiebt niit mit wyDen; waon er
bat durch sin hoffart mich und min häf sovil malten be-
trüept, das ich im kumerlich weyß zevertzichen.« »Ir müea-
send es thuon,* sprach Ruolland, »oder ir wurden änderest
nüt inn Franckrich kflnig beliben mit fryden; wann der mer- so
teyl Frantzossen sind uff Rengnolden syten.« Damit endet-
tend sich die reden , und giengend nider. So bald es tag
ward, gieng Ruolland inn pallaat, da fand er die heren, Sy
I
wunscbtend ein andren guot tag; darnach benioft RnoUand
Rengnolden an ein ort, desglichen den bischof Türpin, hertsoj
Anses, Gergia und den hertzog Rengnier von Gennow. Zno
dennen sagt er also; »Ir, mine heren, ir wüssend, das wir all
ö des keyser Karlys, kiinif]f inn Franckrichs, lächenlüfc sind und
underthännen, und daz er unser her und kunig ist, und octi^
daz wyr ira all verheyasen band tnlw und glouben , und wiL ■
sond sin gereebtigkeyt bescbirmmen gegen und wider mengk — -
liehen. Nun dunckt mich, wir gangen wjder unsere gelöp^ri
10 und feltschind unser eyd , das wir inn verjagend und im sitr:».
küngrich abzucben wend, ixnd daz nach hösser ist: wyr went^.
in tödeu, daz nnn ein grosse tlryranny und nntrüw were, ait —
gesechen daz er so lange zit geregtert hat mit so grossen ere^n
und so grossen] lob, gefurcht und entzesseu von allen natzionuexn
15 in der weit, und daz er so eio manlicber rytter gewefit ist,
daz er mit siner manheyt daz merteil Hispannia errobert h^t
und das gantz Barbaria untz inn Suria und ist ursächer gain,
daz sovil laiidtz, die heidiach wären d und unglöubig, zuo unser m
heiigen glouben kommen sind. Waiin nye kein naentscb hat
so die Krystenheit sovast gemert als er, und alles mit Ower hilf.
Und ob er joeh durch etlich zeutzler efcwaz »lißbrüchen hat
wellen bruchen, so dunckt mich doch, es solle vertragen wer-
den, und daz wir im diennend mit eren und reverentz; so
band wir die liebe gottes und werdend gepryßt und geeredt
25 von allen mentschen.« »Inn guotfcer trüw, her Ruolland,« sprach
Anses, »ir band wol geredt und wyßlich ; wann wurde Karlj
etwaz scbmäcb von uns zuo gefüegt, so wurde es uns für ver-
rettery uff gehept und och allen dennen unsere gescblächtz
von allen dennen, die darvon hören sagen. Darunim, Reng^'
30 uold, dunckt mich, du sollest den bössen wyllen hin thaoHi
so du gegen dem keyser hast , der din rechter her ist» dh'i
seit mit im frid machen und im diennen wie vor.« Der biscbot
Türpin sprach : »Min vetter Rengnold, Ruolland und der hertzog
Anses gänd dir guot rett; tbuostu es, so wirt es dir zuo grossen
8* eren geachtet und frumkeyt.« »Ir, mine heren,« sprach Rfug"
i
nold , dem
was am zorn vergangen,
*
1 wuachtend hs.; s. anm. 14 und lob ao gr. 1
»ich hab wol verstände«
Ue
Gifer red und erkenu , daz ir war sageud. Darunim wyl icji
iiw^erm räb volgen. Und heysseaJ deu keyser koiumen ; waun
ich wyll mich gegen im demüetigen und mit im fryd machen,
doch daz er uns vertzicbe.« Nun ward Kuoliand vast fro und
gebot einem Herold, er söt uß rüeifeii in allen trassüii zuo Paris, a
das der , der da wüßte , wo der keyser were , das erß sagte ; .
wann er müefite widerumm ingsetzt werdtn iiin semUcher wyrde
als vor. Der berold tbet Kuoüatideu yebot. Und do daz volck
Kuo Paris hortend, daz der frid gem^acht was, do wnrdend sy
vast fro und lopteiid unsern bereu. Ruollaud enbot Dyogenna, lu
siner frowen, daz sy iuu pallast kemrae saj^en, daz der keyser
iun ireni huß were. Die tbet irs eegmacbels gebot uuJ kam
iöu pallast inu geselschaft irer junckfrowen. Da fand ey all
heren versamlet, die warend inn grossen engsten, wo sy den
keyser finden raöchtend, dann altein Ruolland, der wüßt wol, i&
wo er was; aber er wot es nüt sagen, damit er nut Reng-
noldeu und der sinen ungnad über kemme. Do Dyogenna im
pallast waa, do gruotzt sy die heren und sprach zuo inaen:
•Ir , niiue heren , ir band lassen ußrüetfen , das der , der da
i^üfi , an wellichem end der keyaer sig , daz er ea offne. Ir 20
soütl wftssen, daz er inn unserni büß ist. Da hin ist er ge-
rieben des tagß, als ir in dysse stat kommen sind; da hab
J^ih inu sydhär geeredt nach minem vermögen.« »Min bässy,«
sprach Reugnold, »ir band tbäii wie ein wyse frow.« Also
fiengend die bereu inn Ruüllauden büß deu keyser reichen ss
Wid inn iun den pallast füeren mit grossen eren , als billich
^aa. und do daz der keyaer vernam, ward er [bl. 72] vast
'•■O. So bald sy vor im wärend, machtend sy ir reverentz,
'"'Je sy die gwonbeit battend. Der gräf Rengnold knüwet
•^ider und begert gnad von im ; der keyser vergab im mit 3a
SUottem hertzen. Darnach kam Astolf, der begert ocli gnäd ;
der vertzecb im und entschuldiget sich dea , daz er inn hat
bellen bäucken lassen; wann Gannellon het es ini geratten.
** az sol ich mer sagenV Alle übeltbet wurdend vergeben, und
^Urdend all guot fründ. Der keyser kart wider inn pallasfc 35
'lö geselschaft aller ainer beren mit grossen eeren und triumptf.
'^Ues volck zuo Paris fuort fröud und vest umm den iViden,
t zwüscbend dem keysser und sinen heren was gemacht.
>
142
j^lso ward der fryd gemacht; darumm sy in frid und fröiid
wärend, atäcbend uad thuraierttead.
Wie Riiolland ab dem haf schied iun die Turcky und
wie er mit dem ryß Marckuß streyt und inn ertodt
& Do Ganellon vernam, das Karly fryd mit sinen heren ge-
macht hat, do ward er ser bekümert; wann er was niemer
frölich, dann wenn" er unneiiiigkeyfc kond machen zwüscheßd
Karly und sinen forsten. Er was ser trurig, daz er nüt torft
Kehäf kommen mit sinenj zentzlen uaim gäii , als er brüchig
lü was. Er schickt eines tags Karly eiu brief, inn dem enbot er
im, er erkantte übel die dienst, so er im thän het vor zyttett;
wann dechte er daran, so lytte er es nüt, daa er also vertribeii
werde, und er uffenthielte die, so vast wenig uft' im bettend
und die inn bettend wellen von ainem küngkrich stosaen. Gao-
16 nellon brächt sovil zewägen mit siuer zentzlery, daz er wyder
berüeft ward. Und wiird dem keyaer lieber dann ye, und imm
ward das regement über als geben: der keyser tbet nüt dann
durch sin rätt. Und durch, sin dargeben hat der keyser nüt
ufl' den andren heren sines häfs ; des RuoUand so ser bekümert
so ward, also durch zentzler gesechen so manlich rytter vernütteu,
als die XII fürsten wärend , die des krysfcenlichens gloubens
stüd wärend und inn sovil genieret hattend, daz er eines t£^s
ab dem häf schied äu wüssen, und nam nun mit im sin achiltue'*
Töring und reyt durch Hispannia. Do Rengnold gsacb, da^
ä6 der häf also geregiert ward , und daz Cluolland hinweg was
und niemman wuüt wo hin, do schied er .öch ab häf, ua*
Astolf und Richart, sin bruoder, und ryttend gen Muntabant?
da beleih er, untz daz er mere von RuoUandeti veniaoiiD*
RuoUand reyt mit Thüring, hielt den weg gegen der Türcky-
80 Und dächt dick, der faltsch Gannellon wurde ein mal ursäche"^
sin der Zerstörung der gantzen Krystenheyt ; es ward öch war»
als ir hören werdend am end dyß buochs. Er was wo! ein
manot gerytteu, do er inn daz küngkrich Persia kam. In dein
was ein grosser krieg ; wann der soldan hat den künig LanJO-
12 es] er ha.
M hat hat hn.
stant, künjg inn Persia, belegret inn sintsr stetten eine» Und
das was uJi der ursuch , das Lamostant ein tochter hat, die
hieß Roßmunda, die was wunderbarlichen schön uad im alter
bj XYllI jären, die hat der soldun zum diukern mal lassen
böuschen im zur froweii, aber er wolt ay im nüt geben ; da- 5
rumm inn 3er groß soldan belegret hat. Der bat mit im
brächt ein grosser starcker rjß, der waa so stoltz, daz er
niemman entsaß. Eined tags reyt Euolland uff ein berg und
gsacb des soldans läger , daz was alJeutbalben umra die etat.
Also kam Ruolland und sin 'schiitner für des ryssen zell, der lo
hie§ Marckus, der was ussenthalb siuer zell und spilt im schäch.
Und do er Ruollanden gsach und sin schiitner, do sprach er
zuo siner dienern einem: »Wer ist dyser pur, der uns kumpt
zuo luogen on reden? Er aött wol ein groaser nar sin. Da-
rumm jag inn yllentz hin danuen und nim ira sin pfert ! Wann i5
es dunckt mich guot.« Der knecht wott eins heren gebot
thuon und thet die band an Galantin zoum. Do daz Thüring
gaach, do zog er sin schwert uß und gab dem heid ein söllichen
streich, daz er im den köpf zerspielt untz uif die zen, daz er
tod zuo erden fiel. Do Huolland den streich gsacb, do sprach au
er zuo Thürjng : >Du hast im rächt thän , daz du den naren
gsträfb häst.« Do Märckuß sin knecht tod gsach , do fieng
er an und ruoft einem andren: »Ytl und [bl. 73] fach mir
dyssen bouben, der vor mir ein söllichen myßhandel begangen
hat. 1* Damit käraend vyl beiden an Thüring ; aber Ruolland as
zocb Durandel uß und fieng an sin schiitner entschütfcen ; der
wart sich öch, also daz sy bed vyl beiden ertofctend. Do der
ryß sins volcka tod gsach, do ward er ser betrüept nnd ruoft,
man sott im sin hämisch bringen. »Wann ich wyl mich
rächen an dyssen laren , die mir min volck also tödt band, s»
inn sunderheit an dem grossen puren , der so ungenieß ist.«
Inn dem brächt man im sin hämisch. Diewyl gsacb Türing
ein buchen, der buob ein aper; daz nam er im und gabß
Ftuollanden. Do der ryß gewapnet was , do saß er uff der
mechtigesfcen pferden eines, daz inn des soldans land was. Und 35
do er zeroß was, do sprach er zuo Ruolland; »Rytter, gedenck
dich zewereu U Damit reyt Ruolland bindersieh, den louff ze-
nemmen ; darnach bat er sin sper nider und kam gegen dem
rysaen, and der ryß gegen im. Ruolland traf den ryfi under
den «chilt, darumm daz er zelang was, durchstach er im sin
harniach, also daz er im eitj grosse wunden macht. Des der
ry& zornig ward und fieug an Machmet schälten und all and«
sinegötter. Sin pl'ert was jung und starck und was erschrocken
ab dem stich und naiu daz pyli inn die zen und üeng an ze-
louifen mit söliicher stercky, das es der ryfs nüt beheben mockt:
es truog inn nier dann ein halb myl wyt iintz an ein hochcD
berg. RuoUaud und sin schiitner yltend im nach mit ver-
lu hängtem zouui , und Ruolland schrey im nach: »0 du nat-
söllender heyd , waruram flüchstuV Du gewinst nufc daran;
wann du magst mir nüt enttrunnen, das ich dich nüt ertöile
als mengtin, der mechtiger waa , dann du bist. Darum in ge-
denck dicb zuo weren !« Der lieid ward gantz schamhaftig
iD des, das er im ufif hiit, er fluche vor im. Er brächt sovil ze-
wägen, daz er sin pfert bebnob, und karfc es gegtn Ruolland,
sin Schwert inn der band, und sprach: »Du hast mir uf, ich
fluche vor dir. Ich schweren dir by minem got Machraet, daz
es mir nie ufi" gehept ist worden, daz ich vor neyfilichem ge-
2a flochen aig. Wann do min pfert daz pyß inn die zenn ge-
nommen hat, ist es nät inn niiner raacbt gsin es Kehaben.
Aber gedenck dicb zuo weren i Wann ich wyl dir ertzeigeu,
ob ich uß foreht geflochen sig.« Damit hiuob er sin Schwert
uiF und sehlnog Ruollanden uff den schilt mit söliicher stercke,
sö daz 7 er im den inn zwey stuck zerspielt, das der halbteyl an
herd fiel. Do Ruolland den streich empfand , ward er vaat
zornig und huob Durandal uf und gab dem ryü ein so hertten
streich nff den rechten arm, also daz er im den abhüw , daz
das Schwert und der arm zuo erden fiellend. Und der ryö
30 entpfand so grossen scbmertzeu, das er ab dem pfert fiel;
wann er verlor all sin bluot. Er sprach zuo Ruolland : »Ich
bit dich, rytter, daz du mir sagest, ob du ein Kryst sigeat
und der nianlicheu rittern ab des keyser Karlis bäf. Waun
ich mein nüt, daz in dyssen landen beiden sigend , die gwalt
35 über mich betten gehept.« »Eygentlich ,« sprach Ruolland,
»syt du wüssen wylt, wer ich sig, so wyil ich dir die war-
heyt sagen. Wu&, daz ich ein Kryst bin und heyü Ruolland,
des grossen Karlia vetter! Darumm ermannen ich dich, das
du dich lassest touffeii und au Jhescs Kryatus gloubeat , ein
sun der magt Maria, der tod und marfcter gelytten hat am
krütz, zeerkouEFen liaz lueiitschlich geschlackt ufi der dienst-
barkeyt des tüffela, und darnach am trytten tag ufferstuond
uad uf steig zuo himel und wyrt kommen richten die guotten ■■>
und bÖBsen, Und wenn du es gloubst also, so wjrt diu sei
heil überkommen , die ist iun sorgen verdampt zewerden zuo
den tüöen ino die hell.« Do der heid Ruollanden verstuond,
do ward er erfült mit der gnad unsers heren und sprach zuo
Ruolland : »Ich verlougnen Machmet und alle faltsche götter, ir»
an die ich glouben gehept hab hievor, und wyll nun für hin
an din got Jhesua glouben, Darnmm bit ich dich , daz du
mich toufFest, und zum beltisten , so du magst; wann ich
weyß wol, das ich nüt lang leben mag ; wanu stirb ich hei-
dtsch, so wyll ich mich din vor got klagen.« Nun was liuol- w
land vast fro und gieng zuo einem wasser und nara sin heim
vol Wasser und touft den ryssen im naramen der beigen dry-
faltigkeyt. Und do er toufft was, sprach er: »Ich loben minen
got, daz er mir die gnad than hat, daz ich vor rainem fcod
ein heiigen glouben empfangen hab ; wann änderst wer ich 20
verdampt gstorben. Och dancken ich im des, daz ich stirb
von den henden eines so manlichen rytters.« Darnach macht
er dus zeichen des krütz und gab got den geyst uff. Ruol-
laud was aer fro, daz der ryß Krysten gstorben was, und ver-
gruobend inn mit iren schwerttern. Darnach sprach Ruollaud, a
er wett inn die stat den arairoll besuchen und sin tochter, die
so schön sin sott. Aber hett er gwüßt, waz im begegnet
were , er were nüt dahin gerytten; aber der raentsch mag
etwanu sin uiigiück nüt fluchen. Demnach als Kuolland den
rysaen vergraben hat, do saß er und sin schiltner uff ire pfert 30
und ryttend inn die stat ün hindernus. [bl. 74] Also wurdend
sy für den amiroll gfüert, der schwatzt mit siner tochter RoS-
raunda an einem venster. Do sy Ruollanden gsaeh, sprach sy
zuo irein vatter: »Gsächend den hüpschen ritter, der die stägen
uff kumpt! Sin gstalt zesächen, so söt er ein manlicher ritter sf.
sin.« Ruolland gruotz den amiroll und och sin tochter. Der
aniiroll dancket im und sprach: »Rytter, sind mir wylkom-
men ! Wend ir mir in dyssem krieg diennen, so will ich üch
^
60 guotten sold geben , das fr uraach haben werdend fleh ze-
benOegen.« »Her,« sprach Raollaiid, »ich^suoch nüt anders:
ich wjlJ üch dienuen mit aller miner macht, wie ein erlicher
rytter sol, mit hylf nvines got Machmetz.« »Rytter,« sprach
6 der amiroll, »ich hab grossen mangell an guotteu rjtfceru;
wann der soldan von Babiioniai ist mich kommen belegren inu
djsser stat, darumm daz ich im loin tochter nüt zuo der ee
geben wyl. Und er hat mit iu] bracht ein grosser ryß, der
hat mir und nainem volck vyl übertrangß au thän.« Ruolland
10 sprach: »Des ryssen halb ir dörffend inn nüt zefürchten, daz
er üch nach üwerem volck efcwaz mer zeleyd thüeg; wann er
ist tod, und ich hab inn ertödt mit rainem schwert.« »Rytter,€
sprach der amiroll, »wenn es also wert?, daz der ryß fcod were,
80 wurd ich ikh vyl guotz schuldig sin.« »Ich schweren tich
16 by uusern göttern,« seyt RuoUand, »daz es also isl, als ich
üch gsagt hab.« Do umfieng er Ruollanden von fröuden und
sprach: »Syt das der faltsch ryß tod ist, so fürchten ici nüt
vast übel des soldans übrigß volck.« Do Roßmunda Raol-
landen so büpsch gsach und so wol geformmiert, do leyt 5j
20 ir liebe an inn und sprach zuo ir aelbs : »Dysser rytter ist
wuuderbarlichen hüpsch. Er muoß mechtig und manlich siu,
so er den rysaen ertödt hat.« Sy nmmfieng Ruollanden uad
sprach zuo im: »Edler rytter, ich weyl nüt, wannen ir sind;
aber die stund was guot, do ir inn dyß land kommen sind,
25 daz ir uns erlöfit band von dem grimmen ryssen, der uns so-
vil lydens an thun hat.<
Wie ßuolland und Thuring inn gfäaeknus geleyt
wurden, und wie Thuring uß der gfäuckiius gelasaeu
ward uud reyt inn Frauckriuh hilf reichen, iiuollanden
HO zerlössen.
Die mere kämend dem soldan für, daz sin ryß Markou
tod was; des er ser bekümert ward und fuort ein groß ley^i
wann er was all sin hoffanng gsin sina kriegs halb. Er fragt,
wer der were, der so frisch wer gsin, der ein ryß ertödt het.
^^ Sin Volck seyt im, es were ein frembder rytter gsin, der da
für gerytteo was. Der soldan hieß ein wärsager für iiin
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bomraen, der vast wol mit der scbwartzen kunst kond, und
sprach zuo im, daz er atudiertte, daz er im sagen könde, wer
der were, der den ryssen tödt het. Der wärsage r, do er ge-
atudiert hat, seyt er zuo im: »Her, der üwern ryssen tödt hat,
ist ein Xryst und ist inn der stat by üwerm fyend, dem ami- 6
roll.« Do der soldan veratuond, daz der ryß von einem Kriat
ertödt was, do ward er eer betrüept. Und schickt dem amiroll
ein brief, inn dem eubot er im, daz der, der den ryß tödt hefc,
ein Kryst were, und er were niennerumm in dyß land kommen,
dann etwaz verrefctery «etriben. Darumra onbutte er im, daz lo
er sich inn huot hielte. Und wett er räch begän, so wefct er
frjd mit im machen, wie er wett. Do der amiroU des aoldans
brief gsach, do erschrack er gar ser ab dem rytter, der ein
Kryst was und aich für ein heid nsgeben hat. Darumra enbüt
er dem soldun , daz er sin her beim schickte und sicher inn le
die stat kemme ; wann er wett sölliehe räch an im begän,
wie er ordnen wett. Do des soldans bot ufi der stat was, do
naui der amiroll Ruollanden by der band und sprach zuo im:
»Rytter, ich bin vast fro, daz ich mit dem soldan fryd haben
wyrd, und bin üch vyl guotz schuldig ; dann darumua, das ir ao
im den ryß tüdt band, inn dem all sin hoffnung was , ist er
deater williger zum fryden. Aber nüt dester minder, so lang
üch geliept by mir zesin, wyll ich üch ertzeigen, daz ich üch
guotz schuldig bin.« Ruollund dancket im, der entsaß im nut.
Do der soldan des amiroUs brief gsechen hat, do sehluog er as
sin läger uf und schickt sin volck wider heim und behnob
nmi die aines häfs imd kam inn die stat. Der amiroll em-
pfieng inn mit grossen fröuden, und der fryd ward gemacht.
Und rättachluogend, duz Ruolland und sin [bl. 75] achiltner
inn gfänckuua geleyt sottend werden und gestraft umm ire »o
myßhändel. Der soldan und der amiroll ertzeigtend sich frünt-
lich gegen Ruolland, daz sy ire verrettery dester bas decken
möchteud. Do es nacht ward und zyt zeschläffen, do gieng
Ruolland inn sin kamer (der forcht im nüt) und leyt sich an
ein bei und sin schiltuer an ein anders. Und do sy ent- as
schiäffen wärend, do kam ein grosse gselscbaft gewapnetter
beiden nach inn sin kamer, und ee er iren innen ward, ward
er gfangen und Thuring och. Ruolland fragt sy, warumni
IQ'
y im ein semliclie schmäch an tbettind; aber sy gäbend im
ein antwurt , sunJers lejttend sy inn ein tüf loch. Do es
morgen ward, daz der soldan vernam, daz der rytter gfaugen
was, do nara er urlob von dem amiroll und faor heiui. Und
6 die juuckfrow Roßmunda sprach zuo irera vatter: »Ich bin
7ast t'ro, dax der faltsch Kryst gfangen ist; wann er ist nie-
nerumm iu dyü land kommen, dann daz er etwaz verrettery tribe.
Darumm bit ich üch, das er wol verbiiet werd, und daz man
im nun ein wenig brot und wasaer zessen und zetrincken geh,
10 Wann ich sichern üch, das ich den faltscben Krysten übe!
wyl; wann stüend es inn miner macht, so wett ich sy all
gmssamklich tödeu lassen. Darumm bit ich üch, daz ir mir
die schliiüse] zuo der gfäucknus geben, so wyl ich innen er-
tzeigen min liebe.« Der arairoll ward vast fro ab siner tochter
IS red, vermeint, sy seytte war, und thet wie ein nar; wann ei"
ließ iren die schlussel geben zuo der gtlincknus. Do Roß —
niunda ir zyt gsacb, do gieng sy inn die gfänckaufi und spract»-
zuo Ruolland: »Rytter, ich verheyssen üch by minem go^
Macbmet, da/, ich üwer gfänckuus ser bekümert bin.« »Mirp-
an juncld"row,€ sprach Ruolland, »ich bit üch, daz ir mir di^
uraach sagen wellend, warum mich üwer vatter inn dysser»
thurn geleyfc hab; wann ich hab im miu laben lang nie nüt>
zeleyd thän , aber er gipt mir bolä umm guotz.« » llytter,c
sprach die magt, »die ursach, darumm Üch min vatter gfangeiL
25 geleyt hat , ist , daz im der soblan gaagt hat , ir sigend eitL
Krjst und sigend nun inn dyß land kommen, daz ir etwaz-
verrettery fcriben wellend, die wyl ir üch für ein heid utä gend.
Er ist iun wyllen sich zerächen umm sin ryaen , den ir im
ertöJt band. Und unser gloub ist also : wellicher Kryst ein
iio heid ertödt, der sol och erfcödt werden. Aber darumm daz ir
ein hüpseher rytter sind, hab ich min liebe öch begeben, also
daz ich sovyt zewägen brächt hab gegen mincMn vatter, daz
ich die Schlüssel disser gfäucknua hab- Duruiiim sichern ich
üch des läbens, oder ich wyll als wol sterben aU ir. und
8fi band kein truren! Wann ir müesaend keina dings raangel
haben. Und darumm daz der soldan gesagt hat, ir sigend
uß Franckrieh, bit ich üch, daz ir mir sagend, ob ir die fiir-
sten kennind, als Rengnold, Ruolland, Ollifier, Gergis und die
andren, die ich sovast hab gehört loben und botü guotz von
innen sagen, insunderheyt Rnollanden, des ruom so groß ist
inn allen türckyachen landen.« »Junckfrow,« sprach RuoUand,
»sytmäl ir sagend, ir habend mich lieb, so wyll ich üch sagen,
wer ich bin. Wüssend, daz ich Ruolland bin, dem daz glück 6
so wydrig gsin ist und nach ist, also daz ich inn einer starcken
tüffen gfancknuß sin miioß, Uwer vatter hat mir die guothet
übel vergulten, die ich im gethän hab (wann ich bin ein ur-
sach 1 daz er erlößt ist siner fyenden , darumm daz ich den
ryseu ertödt hab, der des eoldans aller trost was), daz er mich lo
mit verettery inn dysse gfäncknus hat lassen legen. Sorgend
nüt : het ich gwüßt, daz er ein verretter were gsin, ich wett
mich wol vor im ghüet haben. Ich bit min got, daz ich hinuß
kommen mög; darzuo och, min junckf'row, ich befilch mich
inn üwere gnad. Und byt üch, daz mim pfert wol gewartten is
werd j \Yann es ist sin wol wert. Ich loben und verheyssen
üch , daz ich bin und wyll sin , so lang ich daz laben hab,
üwern rytter, uad verheyssen üch zethuon mit lib und von
bertzen all üwern .wyllen.« »Und ich verheyssen üch 5ch,«
sprach die magt, »mins teyls als eines künigs tochter, daz ich 20
öch allen trost, hilf und bystand thuon wyll, so ich vermag
und kan.« Also ward Ruollandeu und der schönneo Rofimunda
liebe beschlossen, daz er keinerlein mangel nüt hatt, diewyl
er inn der gfducknuiä was. Eines tags, als Roßmunda was
kommen Ruollauden besuchen inn der gfäncknufi» do sprach ^s
er zuo ir: »Mio junckfrow, die wyl üch geliept, durch üwere
frummkoyt mir sovil guotz zethuon, so byt ich üch, obß müg-
lich ist, das ir die gstalt findend, wie min dienner hinuß
kommen mog, daz er inn Franckrich rytte umm hilf by keyser
Karly, miuem vetter.« Die junckfrow sprach: »Damit und ir 3«
sächend, daz ich üch lieb hab, so verheyssen ich üch sovil
zewegen zebringen, daz er vor fier tagen uß dysser gfancknua
sin muofi.« Sy schied hinweg und fand iren vatter, zuo dem
sprach sy ; »Min her, ich kum uß der gfancknuß und hab die
gfangnen gaächen. Aber mich dunckt , es sig ein schlecht ae
ding, daz man des ryttera knecht behalt; wann [bl. 76] ist er
üd länger gfangen, so stirpt er vast bald. Kr ist ein uar:
nreon ich mit im red, so gipt er mir daz wyderspil zantwurt
und weyfit nüt, waa er seit, so gar hat er daz hirny verschüt
aß 111 angell esaens. Es ist vil weger, man läü inn uJa, dann
daz er idd der gfänclniuß sterb. Dar/uo wüssend ir wol, das
die dienner thuon müeesend, waz innen ir heren gebietten.f
6 »Min tocLter,c sprach der amiroll, »thuo im, wie recht ist!
Dunckt dich, daz es notturft'tig sig, daz man inn uß. läßj so
■wyll icbß gern; wann ich wett DÜt, daz er inn der gfanclcnua
stürbe. Aber ob allen dingen behalt den andren wol! Wann
kemme er hinweg, so wurd ich nieojnier mer fröud im hertzen
10 haben. € »Min her,« sprach die junckfrow, »htind kein sorg,
er muofi wol verhüet werden. i Djsser amiroll was wol be-
trogen, daz er siuer tochter gloupt ; wann sy stifft uff sin
Zerstörung. 0, wie ist der mentsch so gar torechtig, der den
frowen vertruwet, die die gmüetter so lychtferig hand als
16 dysse, deren glich galt, ob schon ir vatter tod were und daz
gaotz land zerstört, daz, sy nun iren woUust verbringen möcbt
mit Ruollandeu! 0 frowengmüet, wie bistu so vyl üblen urencii
gsin durch din lychtfertigkejt ! Wann die frow hat nüt acht
uff daz end, sy hat nieuuert uf acht danniiren wyllen zever-
20 bringen, dardoreh vyl betrogen worden sind. Wyderumm uf
unser fürnemmen zekommen, de Rofimimda urlob von irem
vatter hat, do gieng sy wyder inn die gfängnufi und spracli
zuo Thüring, er möcht hinweg rytten, wenn er wett. Do
sprach ßuoUand zuo im : »Du wyrst Galan tin nemmen und
at wirst gen Paris rytten zum schnellisten, so du magst, rainem
Vetter, dem keyser, sagen und Reugnolden, OUifieren und den
andren, wie ich inn des amirolls von Persia gfäncknus lyg;
darumm hätte ich sy, daz sy mich kommend entschütten,«
Thuring sprach, er wett die botschaffc enden. Er nam urlob
50 von innen, Roßmunda ließ im Galantin geben, er saß daruf
und macht sich gegen Paris zuo zum schneilisten, so er mocbt.
Und Ruolland beleyb inn der gfäncknus, der ward altag he-
seehen von Roßmunda, die was im wol darvor, daz im nütz
gebraat. Sy fuortend guot laben mit ein andren als zwej
36 lieb habende.
X€3 Reiignold uud sine gsellen von Paris schiedend,
uud wie HengDold mit dem künig Marssillia streyt,
der wott sin pfert Bayavd haben.
Türing verbrächt soril wegs, daz er gen Paris kam. Da
fand er Karly i-fimpt sinen forsten, nämlich Rengnold, Astolf &
land Richart, sin bruoder; räie seyttend all, daz väsfc were guot
gsin, wenn Ruollaud da gsin were. Mengklicher was vast
trarig, daz sj nut wußtend , wo er was binkomnien. Der
keyser und sine fürsten wäreud im grossen sal, als der schiltner
Thuring kam; der gruotzt den keyser und all heren mit wein- lo
enden ougen und kond nüt ein wort reden. Do iun Rengnold
gsach weinnen, do aprach er: »O Thuring, du bringst uns
etTvaz bösser nieren von dinera beren. Darnmm bit ich dich,
daz du uns es sagest; wann ich hab groß begird von im hören
zeaagen.« »Her keyser,« sprach Tböring, »und ir, raine heren, u
'Din her Rnolland schickt mich zuo üch, der gröetzt üch und
oytüch, daz ir inn entschüttend ; wann er ist inn des amirols
von Persia gfencknus.« Damit ertzalt er innen, wie und wa-
rumtn er von häf gacheiden was, und die ursach, warumm er
inn gfencknus geleyt wer worden, and er och darinn gelägen ao
^ere, darnach uß gelassen von des amirölJs tochter', die wer
RuoUanden hold. Do Rengnold hört, daz sin vetter uuder
'len beiden g Fangen was, do sprach er: »Ich verheysaen got,
daz ich niorn von hinnen scheiden wyl , daz ich min vettern
erloße uö des amirola gfäncknus , und wjU niemer mar inn as
*^fanckrich kommen, icli hab inn dann erlößt.« Ollifier sprach,
^^ wetfc mit im ; des Rengnold vast fro ward. Do Richart,
^Pögnolden bruoder , gsach , daz sin bruoder iun die Törcky
^ott, do sprach er: »Ich byt dich, min bruoder, daz du mich
^^^t üch lassest ryfcten.« »Es gfalt mir wol,< aprach Reng- so
•^old. Also nammend sy urlob von Karly und machtend sich
"^ff die sträß. Thuring fuort ay den aller nechsten , so er
*ond. Sy wärend bekleyt nach heydischem sytten. Sy ryttend
^^ vast, daz sy iun Arragon kämmend. Da [bl. 77] was ein
. ^8 , der hieß Marssillia , den f undend sy einfi tagß ussert ss
^^'ler stat Sarragossa beytzen mit sinem volck. Do er Reng-
152
noiden gsach tiiul sine gsellen , df> rejt er zuo innen UBtl
gruotzt sy und sprach zuo Rengnold : »Ilytter, ich weiß uüt,
wer ir sind. Ea ist war, daz mir dysse nacht troinpt bat,
ich hett ein guot pfert gwannea -, dnrunim, wenn ir mir üwerß
6 geben wend, so werdend ir ursächer sin, daz mir min troumii]
war wyrt.« »Heyd,t sprach Rengnold, »ir sagend von einer
grossen torheyt , das ir vermeinend, ich soll üch min pfert
geben durch einen troum. Der dyssen kouff thette, wer wol
narreehtig.« Marssillia sprach zuo im: »Es iat eben als guot,
10 ir gebenden mir von eines trouniß wegen, dann umm nüt; wann
ich wyll inn han , ir wellend oder wellend nüt.« »Ist es
war?« sprach Rengnold; »ich sag üch, daz vyl mecbtiger gfelt
hand, daz er innen wurd, dann ir sigend.« Marssillia sprach :
»Wyltn verfczöcheii, untz daz ich min hämisch hab, so wilV
1» ich dir zeigen, daz dyfi pi'ert min wyrfc sin, geh wie übel e
dir gfalle.« »Ich schweren dir,« sprach Rengnold, »daz icll
keinem daz stächen nie veraeyt hab ; d^iz muoß es dir öe"kl
nüt.« Marssillia schickt nach sini hämisch. Ira was, Bayar«^
were schön sin, aber es was im nach wyt; wann er kau*»
»0 den nüt, mit dem er zeschafiFen hat; wann hct er inn kSat^
er het nüt mit im gstochen. Er ward gewapnefc und saß lx^
und reyt von Rengnold, und Rengnold von im. Aber ßeugf-
nold falt inn des ersten stychs ab. Marssillia sttiond wyde*
uf imd sprach zuo Rengnold: »Ich hyt dich, rytter, das 1*1
25 mir sagest, wer du sigest, ein Kryst oder heid.« Rengnol«
sprach zuo im: »Wie wol ich inn der heydenschaft bin, den-
necht furcht ich mir nüt, daz ich nüt min uamraen
Wüß, daz ich ein Kryst hin und heiß Rengnold von MuntB.-*
baut, ujid der OUifier, und der ander ist min bruoder. ür»«-^
so damit und du erkennest, daz ich dich vast wenig furcht, wyM
ich min heim nf haben.« Marssillia sprach zuo ira: »Ict*
erkenn wol an dem stich, den du mir geben hast, daz du i^^
bist. Darumm bit ich dich, daz du und dine gsellen mit mi«
kommen wellend inn min atat Sarragossa, so wyll ich ilet*
35 guot gschir machen; wann ich bin Marssillia, der künig dy-ß
landes.« Rengnold sprach zuo im: »Diewyi irß wend,
wend wyr öwern willen thuon.« Damit nam Marssillia Renj
nolden by der hand, und rytfceud mit ein andren inn die st».^
153
illast, Da ward
rrofi
und die andren innen nach, inn pallast, i'fi, ward innen gr
cer enbotten Ton dem küiii*f und von siner fcochter, die liiefi.
Lrttziauna, die was vaat schön und züchtig. Sy nam grosse
tuüeg sy zuo eren , wann sy kond es wol. Die heren uß
Franckrich wärend etlich tag by kunig Marssillia und by siner a
lochter Lutzianna inn guottem täben.
Wie Reuguold ein wjld pfert fieng, und wie er und
sine gsellen von Marssillia und siner tochter urlob
nämtnend.
Als Rengnold und sine gsellen zuo Sarragossa wärend, do lo
tarn ein bot zuo Marssillia, der sprach zuo im: »Her, ich
^n'ng üch die aller frönibtesten mere, die ir ye gehortten sagen.
£s ist war , daz unser wol fünftzig wärwnd all gewapn^^t uff
Piner wytte nebend einem velsen , da kam an uns ein pfert,
daz gröst, so ich ye gsiicheu hab , da?, hat weder sattel nacli u
i^üuin. Wyr stallend uns zering umm ins und wettend es
ßchen ; aber es fieug an byssen und schlachen binden und
fornnen uf und wart sich, also daz es funff oder sechs erfeodt,
CG daz ich von danuen schied. Und wellicb fluchend, dennen
lüfF es nach; wann es loufft vester dann die sträl von hirael, 20
und wenn es zuo den fluchenden kam, so stuond er aller dingen
^" Und schluog sy mit den fordern boiacu uff die köpf ze-
uiCDpf, Und inn söUicher gstalt hat es üwern vetter Mabon
^rtödt. Und thnot er grossen schaden mit den beiunen, nach
tnuot er vyl mer mit den zenufin; wann er hat als wol ho- m
^^nd als ein sägeB ; wann es ist kein hämisch so starck, den
^^ tiüt zerstosse mit den zennen. Do ich gsäehen hah , daz
^^ So unbillicb was , bin ich geflocben miu laben zefristen.
Uarumm, her, warnnen ich lieh, wenn ir nüt darzuo thuond,
"^ es inn knrtzen tagen [bl. 78] grossen schaden tliuon wyrt so
'"U dyssem land.« Do Marssillia sin dienner bort sagen von
deTu unbillichen roß , do ward er gar betrüept und sprach
und gehuob sich übel: »0 Macbmet, min got, inn den ich all
^*ii zuoversicht hat, wie magst verwilgen, daz ein söllich
^yld thier min land also verwüeste und min volck also er- 36
'^JTDklichen erfcöde , die all dine dienner wärend und dich
154
anbättettend wie iren got? Ich weyß nut, ob da dich mit den
Krysten verreinbäret hast» daz du die beiden also last sterben.
Weon ea also were, so wurdest gebalten für ein got on tugend.«
Am andern teyl was Lutziana, die beweint den iod irS veiter
^ Mabon innenklichen und umm der andreu, die von dem wyldea
roß ertöjdt wärend. Do sy Rengnold gsach iilso weinnen , d»
hat er erbermd und sprach zuo Marssillia; »Ileyssend mich,
üwer diener an daz end ffiereo, da dax unbillicli roß ist! Und
ich eichern ücb, daz ich das land rummen wyll mit der hilf
]Q gottes.« Der künig sprach : »Rengnold, wenn es also beschech,
so wer ich und die minen all dir guotz schuldig alle die tag
unsers läbens.« Der kutiig gab im sin diener zuo und hieJä
inn nach mer nenimen, aber Rengnold wot nüt mer. OUifier
und Richart wobtend mit im. Rengnold und sin gselscbaß
iB schiedend von Sarragossa und ryttend sovast , das sy inn die
wUeste kaminend, darin daz wild roß was. Der Spaimier sprach
zuo innen: »Da ist das end, da das wyld thier ist. Ich wyll
nüt wytter, sunders will uff dyssen boum stigen , da will ich
dem strit zuo sächeu , daz ich dem küog sagen könne, auo
2a wellichem end die sacb kommen sig.« »Gaell,« sprach OUi-
fier, sich erkenn wol an dinen reden, das du ein friaclier
kärapffer inn der kuchy bist.« Do sy an dem end wäreo, da
sy vermeinten d, da das roß were , do saß er ab Bayard uod
knüpft inn au ein boum. Vast bald darnach kam daz vfyld
85 rofä springend und mit uf geheptem hopt. Aber do das
Bayard hört, do bettend inn alle die kettennen einer stat nüt
behept, daz er nüt an das roß gerätten wer. Damit fieng
der atrit der zwey rossen an, der was wunderbarlich zesecheo;
wann sy stuondend ufrecht gegen ein andren uf und byssi'ßd
30 ein andren untz uff das bluot. Der stryt weret mer dann em
stund. Do das Rengnold gsach, do forcht er, daz wild zW'
gangte im daz sin, und nach et sich zuo innen. Und als Bayard
daz wild mit den zeunen hielt, do huob Rengnold die fust o»
mit dem heutschen und gab dem wyldeu roß ein sölliche"
SB streich uff daz or, das es zuo erden fiel, als wer es tod. ""d
beleyb ein lange wyl ligend; die wyl band es Rengnold ton
seyllen. Und nach langem stuoud ea wyder uf und ww w'
milt wie ein schäf ; Rengnold zoumpt es so lycbtlich wie e"i
"155
um roß. Rengaold saß uff Rayard niid fnort das ander am
iügell gen Sarragossa. Die mere kämmend dem könig Mars-
sillia, Rengnold faett das wjld roß g fangen, Do Rengiiold
im b&f des pallastz was, do kam der küufg und sin tochter
iu roß besechen. Rengnold ließ ein sattel bringen und amler f>
ritstuDg , so einem roß gehört , und satlet es und saß dariif
nnd rejt es vor dem künig und ließ es louffen, und es lüf
wie ein hirtz, er kart ca «mm nach sinera ■wyllen. Lutziauna
sprach zuo Rengnold: »Edler her, ich bit üch, daz ir minem
vatter dyß pfert gebend. «: »Edle junckfrow, es muoß (ich mit lo
verseyt werden.« Der küuig dancket ira unam daz roß und
nmai sin arbeyt, so er gehept hat da/, zefachen. Rengnold
Und sine gsellen thetteud iren hämisch ab. Sy ruo wettend
etlich tag zuo Sarragossa, da innen der künig und sin tochter
groß eer eubiittend. Do die heren ein wenig geruowet hattend, lö
i3o sprach Rengnold zuo dem künig: »Her, wir sind gnuog
an Owerem häf gsiu; darumni wend wir urlob von [Ich nem-
en. Wann wir müessend iu Persia ; wann der amiroll hat
den manlichen rytter Knollaiul gfangen uinm Unschuld, und
wir sind von Paris gerytteu inn zerlösaen.« »Rengnold,« ao
sprach der künig, >wend ir minß volcks üch zehälffen, so wyll
ich üch zwentKig tassend geben, utf sechs manot za!t. « »Her,«
sprach Rengnold, »ich dancken üch. Ich versagen fleh es nütj
Wann iörffend wyr iren, so wend wir es üch wüssen lassen.*
Deiiinacb nani Rengnold urlol) von der seliönnen Lutzianna, 25
die tieng vast an zeweinnen; wann sy hat ir liebe uf Reng-
nolden ge.setzt. Die heren niaehtend sich uff die sträß durch
Hischspania und kämmend inn Barbaria. Und do sy eines
^^s zenechst zuo einer stat käraend, do fundend .sy ein grosse
gselschaft lütten in einem holtz, und fuortend groß leyd. Die so
"Cren ryttend zuo innen; Rengnold fragt sy umni die ursaeh
Jfs leydtz. Under innen was ein alter man inn einem langen
•^t und hat ein schöne niansgstalt, der sprach : »Edler rytter,
ich wyR üch sagen die ursaeh unsers leidtz. Ir sond wüssen,
^^t wir uß einer stat sind, die ist nach von hinnen ein halbe a&
''^il, und sind uß unsern hüssern vertriben von unserem künig,
^^f ist der grast thyrann , der inn aller weit ist. Wann er
QiTiipt uns unsere wyber und ttjehtern und verbringt sin wyllen
156
mit innen, [bl, 79] und wenn sy im nut verwilgen wend, s<
Jäßt er sj inn gePäucknus legen durch sine dieiier , die sin
faltsch als er. Er läßt sy scillachen und kestigen. Und wen
wir sagend, es sig nüt recht thän, "so iiimpt er una das unsei
B als und tröwt uns zetödcu. Er hat durch sin thiratiny sy.
lassen schlacheu. Und sin grnssamkejt zeäüeheu , sind vri
in dyla holtz geflochen. Und das ist die ursach unsers leydtz.«
Also schied Rengnold von innen und sprach zuo innen : »Unser
got Wirt (ich hälflfeu.«
i^Wie ReDgnold den thyranischen kunig ertodt, md
wie die inn der stat Krysteu wurdend.
Rengnold und sine gsellen kaiumeud tnu die stat, als die
Bunn nider ivas, und herbergettend sich by einen» frotuniea
wyssen wirt. Do sy ob den) nachtessen wärend, frügt Ollifier
iB den wyrt, wer ir künig were. >Her,« sprach der wyrt, »wir
liand ein künig, der gloupt weder an Jbesus nach an Mach-
niet, er halt kein glouben, er ist der aller grussammest tyraac,
der inn aller weit ist. Ich hab ein Slllljerige tochter, die
ließ er fachen, ist nut mer dann zwen tag sider, und hat sy
20 inn einer gfencknus und lät sy alfcag schlacben und kestigef)
darumm daz sy nut inn sin falfcschen wyllen verwilgen will.
Und hat susfc öch vyl richer töchtern und vyl junger ver-
raächletten froweti gfangen. Er hat kein uuderscheid, mit lifr
niuotter und tochter zeschaifen zehaben und mit zweyen schwe-
26 stern , es iet ira als einß , er ist zuo allem bossem geneygt.«
»Min wyrtj« sprach Rengnold, »tröstend üch ! Wann ich hoffi
er wenl in kurtzem gestraft unim sine verdienst , und äcli
werde üwer tochter wyder.« Do der wyrt Rengnoldeu ver-
stuond, do ward er ser erfrihvt und fleiß sich innen güethlicli
so zethuon. Do sy gessen hatten, gieugend sy nider. Moriien-
des ließ sich Rengnold wapnen , und sine gaellen öch, unfl
giengend inn pallaat, da der künig was. Der was im sal by
sinen dienern, die aotteud wol ais wenig, als er. Und als sj
inn pallast karaniend, giengend sy für die gfäncknuß, darin
3i die frowen und töchtern wärend, die nufc zuo sinera wyllen
verwylgen wottend; die fuortend grosse klag. >leli verflii"'
157
dem mich ,« sprach Ollifier , »wie got ein so nütsöUenden
meitschen so lang uff ertrich lähen lasse.« Do sy im sali
wärend, giengeiid sy für den künig on griietzeu. Und do er
sy gsaeh so stoltz da har trätten, daz ay im kein eer an thet-
tendj do hat er grossen verdrieß darab und sprach: »Were
sind dyfi , die al.'o inn min pallast kommen sind on min cr-
louptnus und mir keitierleyu er enbiettend?« Do sprach (teng-
nold auo im: »Du wirst sin innen mit der zyt, wer wyr sf-
geud, du faltsciier «ngemesser tbyrann. Icli verwundern mich,
wie daz ertrieh ufi'enthaiteu mög ein mentsch aller lästern lo
und üblen voll, wie du bist; der lufft ist aller diugen un-
saber ab den grossen thyranuyen, mit dennen du umgäst täg-
liclieu: du bist ein lesterer und kätxer und geschänder der
jungckfrovven , ein Zerstörer der armen. Wufa, daz die klag
diner grossen grussammeu siindeu nutz inn bimel kommen ir,
JstI Darumm wüß, das ich von den göttern gschickt bin, dich
Uffiin dine verdienst zesträffeu und daz arm völckly zerächen
am die kestigung und thyraany, so du täglichen an innen
gast!« Alle die, so gegenwyrttig wärend , loiätend R.eug-
)lilen zuo, daz keiner nüt ein wort sprach ; wann der mert- 20
teyl het wol mögen lyden , daz der künig tod gewefit were.
Rengiiold sprach zuo im, was stet uff ainer red: »Du treyst
<!in kronn uff dinem kopff, deren du nut wyrdig bist; wann
*Q bist wyrdig des aller grussamisten todtz , so müglich zuo
crdpncken ist. Vermeinst du, es sig kein gericht im himel sa
uich zesträtfen , dich, du, der da wyll on glouben und Ver-
nunft laben ? Sunders vermeinst dich allwegen dins eignen
^'illeua zebruchen, wie ein unvernunftigs thier? Daz nun den
yöttern unmöglich ist länger zelydeo; durumm luuotä die straf
'Du dysser stund beschächen.« Do der tyranisch künig Iteng- 30
'holden verstuond, [hl. 80] der so maulich redt on foreht, und
Raach, daz all sin volck erschrocken was, do was er so gar
^i"sehi-ocken, das er nut wüst, waa er autwurtten sot. Damit
^wa Reugnold an inn uud thefc im die kronnen ab dem hopt
Und zog im sine küngkliclie kleyder ab, darnach ummfieng ss
^'^ in und truog inn on einleben wyderstund zuo einem venster
^ud warf inn hinab, Dardurch er sin erbermkiich laben endet,
"äs etlichen zelang gewärt hat Do des känigs bereu g^äciiend,
r
daz er tod was, do wärend all erstunnet und sagten: »Dysser^
rytter isb gaiitz gvvüfi von dem got Machmet geschickt wor-
den, unseru heren zesträffen.« Daruram sy all die atägen
gwunend und fluchend uß der atat. Rengnold fleug einen,
5 den fragt er, wo die Schlüssel zuo der gfäncküulä werind.
Der zeigt im die, wo sy wärend. Kengnold namü und gieng
und thet die gfäncknuia uf und sprach: »Ir, miue frundinen,
ir raügeod inii Uwere hüsser gäri , wenn ir weud ; wann der
thjran, dt-r ücb hie gehepb hat, ist tod.« Do sy gsächeiid,
10 daz sy erlößt wärend und der tbyrann tod was, do knuwterid
sy all für Rengnold und dancketten im des, daz er sy erlößt
hat von dem, der sy mit gwalt schweehen wott. Iren waa
ein grosse zal, die karttend wider etlich inn irer vättern hufi,
die andren zao iren mannen. Dardurch die mere bald inn
iB aller stat gesagt wurdend, da/, ein rytter iren künig getödt
het, und het die frowen und töchtern uli der gfäiiL-kinis er-
löst. Dardurch sy all fröud fuortend und sagteod : » Der rytter
ist inn einer guotten stund iu dysse stat kommen, daa er uns
von dem grussammeu thymmieo erlößt hat, der uns so lange
so zyt inn so grosser dienstbarkeyt und uuderthenigkeyfc gehalten
hat.« Sy versamlettend sich all uff einem platz, mit ein andren J
zerätten, inn wellicher gstalt sy dorn rytter vergälten möch- ■
tend , der sy erlößt hat von der thyranny irs kuniga. Do
Rengnold vernam , das die burger utf einem platz versamlot
SB wärend, do schied er mit sinen güellen ulä dem pallast , und
giengend an daz end , da die veraamlung was. Do sy inn
gsächend kommen , do enbottend sy im groß eer , als einem
mentschen, von göttern geschickt. Rengnold gieng an mitten
uuder sy und sprach zuo innen also: »Ir heren, üch dunckt, _
90 ich sig bar geschickt durch üwern got Machmet , üch zeDt- ■
ledigen ui der dienstbarkeyt, inn deren ir so lange üyt ge-
weßt sind- Ich wyll, daz ir wüssend, daz weder Machmet nach
die andren göttern, an die ir gloubend, den gwalt nüt haltend
üch zentledigen, wann sy könnend innen seibs nüt hälfen;
36 aber ir sönd wüsaen , das unser got Jhesus, schöpffer himel
und des ertricha und aller creaturen, die da sind, der ist all-
meehtig und ist got der göttern und künig der küngen , der
durch sin güettigkeyt sin paradis verließ und inn dysse arbeiit-
sellige weit Kam una mentsctijicne natur an sicti natu mn
der juuckfrow Maria, darnaeh tod und martter an dem stam-
men des erütz leyd, das meutschlich gschlächt zeerlönsen uß
der dienstbarkeyfc des tüifeta , iun deren sy so lange zyt gsin
wärend ufj ursach uusers ersten vatter Adams, und er, dur da s
gantz güettig ist, wot mit, das ir verdampt wurdeud, bat üch
dyssen thyranisehen künig geben üch zesträlfen, darumm daz
ir die abgötter anbätten band, die da ursacli sind alle die ze-
7erdanjpnen, die an sy gioubend ; uad dass er üch ulä dyser
Mrryscben yrthum thett , inn deren ir so lange zyt gewel&t lo
sind, und üob zefryen der nnderthenigkeyt, darin ir gsin sind,
bat aiich min got Jhesus liar gschickt durch sin grosse barm-
herfzigkeyt, daz ich in straf unim sin mißtliat. Darumm ratt
ich üch, daz ir dyssen faltscben glouben verlässead und des
güettigen Jhesus anuemend. Und danckend im umm daz, das iq
er üch uß des ibyrunnen hend eriößt hat, und öch , daz er
üch hat wellen berüeffen zuo sinem heiigen glouben, durch den
w üch sin paradis geben wyll ! Und also ujögend ir den hel-
häclieu pinnen entgäii , die ir nüt verkommen mögend, be-
iibend ir also. Darumm rätt ich üch, das ir üch moni lassend ao
touffen.« Nach Rengnolden red durch die ingiessnng des
heiligen geystz fieng alles volck inn einer sfcim an zeschryen:
»tielopt sig der got, der uns eriößt hat von dem faltschisten
tl^yrannen , der uff ertrieh was ! Darumm wend wyr glouben
*"* den ailmechtigen got, der durch sin güettigkeyt an dem a»
^rö-tz gestorben ist, daz er die aellig machte, die inn inn
glouptend. Darumm bitten wir üch, daz wyr von stund an
getonfft werdind.« Do die lieren daz volck verstuondend, do
"Urdend sy vast fro. Und liesaend kilchen machen und be-
scQickteud die wäldbruodern inn den wüeatinnen, die touften "o
älie die inn der sfcikt. Do die , eo fluchtig wärend , veruam-
'"^Hd , daz ir künig tod was , do kämend sy wyder inn die
8^3.t inn ire hüsser und wurdeod Krysten, wie die andren, des-
ß^cheu alle die im küngrich. Unser beren hattend grosse
•^^^g, darumm daz sy sich so lang sumptend Ruollauden zent- »»
ledigeu; aber sy hetrachtetteud, sy thettend ein vast [hl. 81]
*^*<ihtbar werch, daz sy sovil heyden zuo dem krystenlicheu
gloviben bekarttend. Do daz gantz land krysten was, do be-
160
loft Reiignold die mechtigoäteii heren und fragt sy, wenn erl
riegßlütten berlörffte, wie vyl sy wol geliaben möchtend.
Ein fürst, der hietä ßallant, der sprach auo im, daz sy inD
einer nott wol XL oder L tussend fundenJ, Des Rengnold
6 vast fro was und sprach zuo innen, daz sy so vyl zewegen
brechtend, daz er inn XV tagen XXX tuaaend hetfc ; wann er
wett den ainirol von Persia bekriegen. Do die tnere u£ ge-
spreyttet wurdend, daz sy Rengnold inn krieg füeren wett,
do wnrdeiid sy vast fro, daz sy mit im sotteud. Sy wurden
10 inn kurtzer zit versamlet, öch mer, dann er bedorft. Diewj'l
die versuuilung beschach, schickt Etengnold ein hotten im
künig Marsillia und siiier tochter Lut/.iannn inn hätten, ilax
er im siues kriegiävolcks schickte. Do der künig Marsiliia
den hotten verstuond, do sprach er, er wett itu zweutzig
16 tussend niaa schicken, Lutzianna sprach, sy wetz iin bringen;
wann sy hat grofä begird, liengnoiden und siner gseilen groß
könheytteu zeaechen. Der künig Marsiliia was sin zefryden,
daz siu tocliiter Lutzianna mit den Fnmtzossen iun krieg zuge;
des sy vasfc fro ward , wann sy was dem gräf Rengnolden
20 vast hold. Der künig ließ von stund an XX tussend niaii
samlen, die nara Lutziaua übersieh. Und nam urlob von irem
vatter und macht sich uff die aträß mit irem volck mit Reug-
noldeti hotten und fuor so vast, dax sy iun kurtzer zyt auo
Rengnold kam. Do er sy gsach, do ward er vast fro und
ä6 sprach zuo ir: »Min junckfrow, wyr sind üwerem vatter vyl
guotz scliuldig umm die hilf, so er uns schickt, und üch öcli
der niüe, so üch geliept hat zenemmen, daz ir inn eignW
parson bar kommen sind; wann es were gnuog an einem luin-
dern hoptman gsiu, daz ir sind.« >Miu fründ,« sprach Lutzi-
so anna, »ich wyl, daz ir wüsseiul, daz ich üch so lieb hab, das
kein ding so groß nüt, das ich üch nüt zewyllen wurd.«
»Frow,« sprach Rengnold, »ich danck üch mit guottem hertzen,
Bovast mir müglich ist-K Sy gab Rengnolden ein zeig, die
»Her schönst, die er ye gsach •, wann sy was allerdrngeB mit
8ö gutdineni und sydineui tuoch gemacht, gemäUet mit schößDeu
hystorien, und was oben daruf eiu guldinen öptfel , getziert
mit edlen steinen , die gäbend grossen eeliin. Di*» zeig wura
uff geschlagen. Yedermnn verwundert sicli ab der schöne und
kostligkeyt Jer zeig. Rengnold sprach zuo Lutzianna: »Min
juuckfrow, daz ist ein scliiineke, die wer gnuogsamkJich einem
künig zeschäncken oder mechtigen fiirsten. Ich wyrd üch all
min tag guotz verjechen, ich dancken üch zuo tussend uaällen
und verheyasen üch, daz ich inn behalten wjU, diewil ich lä- e
ben.« Als man von der zeig seyt, do kämeod zwen gros
ryssen, die wäreud des landtz und wäreud üch touft, der eiu
liieß Cuonrat und der arider Tragant. Dyser Tragant hat den
künig vast lieb gehept. Do der ryß im sal was und Reug-
noldeo gaach , do wüettefc im all ain geblüet und mocht sich '«
nüt enthan, daz er nüt seytte , man hette sin künig unnred-
lich getüdt; »aber von wegen des nüwcu gloubens, so ich ati-
genomraen hab, wyll ichß lyden zuo dyser zyt.« Do sprach
Rf^ngnold zuo im: »Hastu etwaz im hertzen, so sags! Wann
ich acht, du gloubest an Jhesus und an Machmet glych; wann '&
es ist inn dir weder gloub nach trüw. Darum ni magstu wol
wyder heim keren ; wann du kumpst nüt mit mir.« Do der
ryß Rengnolden verstuond, do ward er zornig und apracb zuo
im : »Geell, du refcst stoltzenklicb. Leg ich die band au dich,
so wyrd ich dir zuo erkenaea geben, mit wemm du retst, und so
mines künig tod rächen, den du mit verrettery ertödt hast.«
»O«, sprach Rengnold, »ich wyll dir zeigen, ob ich ein ver^
retfcer sig.« Damit zog er ain schwert uß und stach es durch
den rysen, der fiel tod nider. Darnach beruofift Rengnold den
fürst Ballantj der was vast wyß und guotter retten, zuo dem 2b
sagt er: »Ich wyll, daz ir mit uns kommend.« Ballant sprach,
er wer gantz bereitt sin gebot zethuon. Man ließ inu der
stat ußrüeflfen, daz all kriegfivolck moroendes gerüst wer hin-
weg zetzüchen, damit sich yederman rüste.
Wie der amiroll von Persia belegret ward von Reiig- so
uold und siuen gsellen, und wie Riiolland mit Reng-
nolden streyt.
Die Krysten hattend die vorhuot, so Ballant, Ollifier und
Richart fuortend. Nach innen kam Lutzianna mit irem volek;
Hengnold hielt iren gselscbaft, wann ay hattend ein andren a6
Morgaut dar tletm W
162
lieb. Do aj uff dem feld wäreud , do fandend sj , daz ir
sechzig tusseod wären d , xeroli. und zefuos. Sj zugeud sovast,
daz 8y in kurtzer zyt den amiroll belegrettend ina der sUi,
da er was. Dardurch der amiroll ser erschrack, deßglichen
5 Roßmunda und ir bruoder. Do liengoold sin leger für die
stat gesclilagen hat, do schickt er dem amiroll ein herold,
bj dem enbot er im, daz er sich rüste im einen [bl. 82] rjE-
ter zescbicken mit im zestritten; wo diix nut, so sott er sicher
sin des sturms, er kemme dann sich im uff gnad ergeben. Der
10 herold kam in die stat und ward für den amiroll gfüerfe, zuo
dem sagt er an grüetzen: »Ämiroll, der her dyß grossen kere,
80 da gsichst vor diner stat, enbüt dir by mir, das du dich
kommest ergeben an ain gnad umm etlich fräffell, die du im
thän hast, oder daz du kommest mit im atrytten, lyb an Ijb,
16 dich umm diu verrettery zfcfsträffen. Und byatu nüt manlifih
gnuog zekommen , so schick diner ryttern einer, so muoß er
empfangen werden; wo daz nüt, so byfi gantz sieber, dai du
den aller wunderbarlichesten stürm haben wirst, von dem ye
geredt ward!« Do der amiroll den herolden irerstuond, do
»«sprach er zuo im: »Ich weyli nüt, wer din her ist; aber er
redt vast stoltzenklich. Und weyß nüt, wie du so übermiiettig
bist gsin, daz du also mit mir redtst. Ich schweren dir by
minem got Machmet; werest du nüt ein bot, ich wett dict
lassen töden dem zeleyd, der dich har geschickt hat. Daranim
16 mach dich bald vor mir dannen!« aO amiroll,« sagt der
herold, »wenn es also were, daz du betrüept werest, da» du
von minem heren hörst sagen, der ist der aller raechti}|eät
rytter inn der wält , du wurdest dich wol hüetten , wenn do
inn vor dir gewapnet gsechest, dich umm dine mißhändel ze-
so straffen. c Do inn der amiroll verstuond , gebot er inn ze-
fachen ; aber sin tochter Roßmunda wott es im nüt gestatten,
ea wurde im für ein grosse nätsölligkeyt gerechnet. Also
schied der herold hinweg und kart zuo Rengnolden, dem w-
tzalt er, wie er sin botseh aft geendet hat. Der amiroU was
36 ser erschrocken, wie er ein rytter funde, der mit Rengnolden
strytten wett; wann sina volcka begab sich keiner den stryt
zethuon. Do Rosraunda, des arairols tochter, gsach , das ir
vatter inn unmuofc was ein rytter zefindeu , d^r mit siuem
vyend strytte, do sprach sy zuo im: »Min vatter, siud nüt
erschrocken! Wann ich weyß wol ein rytter, der den stryt
thuon wyrd. Ir sünd wüssen , daz der Kryst, so inn üwer
gfäncknua ist, RuoUand, des Iceyser Karlis vetfcer, ist, des ruom
80 groß ist inn aller wält. Ich gloub, er werde den strifc nüt &
versagen, wenn ich inn bit ; wann er hat mir verheiseii , er
welle mir thuon allea daz, so ich an inn beger. Wann ich
hab erbermbd über in ghept mit essen und trincken ; wann
er ist niit ein rytter, den man also hungere sterben solle
lassen.« Do der amiroll sin tochter verstnoud , do ward er lo
vast fro und sprach zuo ir : >Gang, frag inn, ob er den stryt
thuon well! Aber er nrnoß mir verheyssen, daz er nach dem
stryt wyder inn die gfiiucknuß well ; wann erlößte ich inn,
so furcht ich, der eoldan vernemme es und bekriegette mich ;
diirumm ich bösser hett dann vor.« Also gieng Roßuiunda i&
inn die gfeEcknus und sprach zuo Ruolland: »Min fründ, ich
bit üch , daz ir mir umm all guothet, so ich üch thän und
nach inn wylleo hab zethnon, ein dienst thtiegend, daz ist:
es ist ein rytter im läger vor der stat , der begert stryt mit
einem rjtter. Ich wyll üch umm ein guot wol gerügt pferfc 20
lind, umm guotten hämisch luogen.« Iluolland sprach zuo ir:
»Ich weyß wol, daz ir mir vyl guotz thän band; darutiim ich
wol unnerkant wer, wenn ich es üch verseytte. Ich bin gantz
gerast den strit zethiion, wenn üch geliept; wann ich wyll
vil lieber im strit sterben, dann inn gfäncknus lygen.« »Ir a»
werdend mir verheyssen, edler her, daz ir nach dem atryt
wider har wellend.« »Ich verheyssen es üch,« sprach Ruol-
land. Die junckfrow ließ daz best pfert zuo rüsten , ao inn
irs vatters stal was. Ruolland ward uß der gföncknus ge-
lassen. Der arairoll entschuldiget sich gegen im, daz er inn ao
inn gfäncknuß geleyt hat; wann er were vom soldan dartzuo
genöttiget worden, »der sust mich und all min land zestört
bet.« Ruolland sprach zuo im: »Waz geschlichen ist, mag nüt
gewent werden. Aber «werer tochter zelieb , die mir sovil
guotz thän hatt (wann wer sy, ich wer tod) , wyll ich den ai
stryt thuon, und werend irenzwen. < Ruollaud kant den nüt,
mit dem er atrytten sofct ; wann het er inn erkäut, er het nüt
mit im gatritteu, diewyl er sovil arbeyt uff sich genommen
*
164
hat inn ^entledigen. Und wer fragte, warumm sich Rengnold
nüt zeerkännen gnb , daz bcschach darumm , das er wott, das
der amiroll rermeiotte, sy werind all beiden ; wann er forcbt,
wenn er ^sagt bett, daz sy Ckrysten werind, und Ruolland
6 gfordert hett, der amiroll bett inn töden läaseo. Die scbön
Koßmunda ließ ein vast giiotten harniscb bringen und half
Riiollanden mit iren eygnen benden wapnen, Darnacb saij
er uffa pfert. Roßraunda ward öch gewapnet und saß utf ir
pfert, im gselschaft zehalten mit drühuudert ryttern. Sy uäoi-
m mend urlob von dem aniiroll und fuorend uß der stat gegen
der Krysteu läger, Do Rengnold sovil voleks gsach kommen,
do forscbet er sin barnisch. Lutzianna half in [bl. 83J wap-
nen und gab im daz pfert, so er iren geben hat, daz er zuo
Sarragossa gfangen hat. Rengnold saß daruf, Lutziauua rejt
lö mit im und yyl ander heren den sfcrjt besechen. Do Reng-
nold zuo Ruolland kam, sprach er zuo im: »Rytter, bista
kommen den stryt zetbuon?« »Ich bin sust umm kein andere
sach kommen ,4 sprach Ruülland. Und dar umm daz sy er-
hytzget wärend, kauttend sy ein andren nüt au der red, snn-
20 ders atuchend ire pfert mit den aporen, also daz das erttricb-
uuder innen zyttret, und stächeud die sper zeätucken uff ein
andren ; aber sy belibend bed inn sätlen, des sich mengklielier
verwundert. Demnaeh zugeud sy ire schwertter uß und
fiengend ein hertten stryt an. Der ryß Cuonrat, der mit
ü6 Rengnolden kommen was, was so gar ersfcunnet den hertteo
stryt zesäcben, daz er sich nüt rodet wie ein stein. Die j unck-
frow Lutzianua seytt , sy hett niemer mer gmeint , das iaO
der heydenschaft ein so manlicher ritter gsin were , als der,
80 mit ßengnolden streyt. Also seyt öch Roßmunda von
3ü Renguolden. Do die zwen bereu gsäcbend , daz keiner kein
forteyl an dem andren hat, do wurdend sy zornig, so gar, das
Rengnold RuoUauden ein streych uff sin beim gab, das er
dem pfert uff den hals fiel ; des Ruolland rast zornig ward
uud sprach zuo im selbs, er wett sich rächen oder sterbeu.
«6 Er buoh Durandel uf und gab Rengnoldeu ein streich uff sio
btipt. Uud der streich schlipft ab uff des pfertz hals , und
hüw im den ab ; damit fiel Rengnold und daz pfert zuo hüSea.
Da sich Rengnold am herd gsacb, do ward er gantz unsinnig
k.
165
und Bprach: *Du bist gai' uütsöllend, daz mir luin pfert a]so
verretterscht getödt hast.« »Ich schweren dir,« sprach Ruol-
laud, idaz ich es nüt mit flyß getödt hab. Aber ee die sunn
hin der gang, muostu mir das wort wyder ruoffen, daz du mich
ein verretter geschulten hast; wann ich hab nie kein verret- ^
terj prattytziert. Darumra wer dich ! Aber ich wyl nüt ze-
roß stritten, und daz du zefuoß sigesfc.« Damit saß er ab
und gieng an Bengnold und huob sin seh wert uf. Rengnold
gsach den streich kommen, thefc sin schwert harfür ; wann ir
schilt wäreud zerhowen. Der streich was so mechtig, das i»
Rengnolden sin schwert entpfiel. Do Ruolland das schwert
am herd gsach, do wott er inn nüt scblachen, sunders sprach
ZUG im: »Wer ich ein verretter, als du sagst, so schlüeg ich
dich ietz, so du kein wer hast. Aber nim din schwert ! Wann
ich wyll dich nüb anrüeren, die wyl du on wer bist.« Reng- 15
nold er kaut, daz der rytfcer, mit dem er streyt, früntlieh was.
Der stryt wert, biß daz die sunn under gieug. Do hat Roß-
munda erbermbd über sy und reyt zuo innen und sprach:
»Ich bit üch, daz ir uÖhörind; wann ir gsächend wol , daz
die sunn schon vast under ist und die nacht vast nach ist. ao
Ir kommend wol ein ander mal zuo stritten.« Die zwen ryt-
ter warend müed, verwylgettend der junckfrowen begeren und
liessend von dem stryt. Rengnold reyt wyder mit Lutzianna
inn sin zell und ließ sich entwapnen. Und sprach zuo Bal-
lant: »Ich weyß nüt, wer der rytter ist, mit dem ich ge- 35
stritten hab. Aber ich gloub, er sig der best rytter inn aller
Türcky; wann ich hab vor zytten mit Ruollanden gstrytten,
aber er gab mir nüt sovil zeschaffen , als dysser rytter thän
hat.« Ruolland reyt wyder inn die etat mit Roßmunda, die
sprach zuo irem vatter: »Tcli meint nüt, daz ich söt zwen so so
manlich rytter gsächen , als ich hut gsäehen hab ; wann sy
gsäcben stritten, dunckt es nüt mentschlich.« So bald Ruol-
land entwapnet was, gieng er wyder inn die gfdncknus- und
Roßmunda gieng inn beseehen und sprach zuo im: »Min lie-
ber fründ, nun erkenn ich wol, das ir Ruolland sind ; wann 35
ich hab von iich gesechen, daz niemraand thuon möcht, dann
ir.« Demnach als Roßmunda mit Ruollanden geredt hat, ließ
sy im vyl sicherer zesaen bringen, dann vor, Moniendes ließ
J
166
sich Renguolden ryß wapnen, genant Cuonrat, und sprai„^ .
er wett mit dem rytter strytten, der mit ßenguoldeo gestrit-
ten het. und ließ wol fänff hundert man wapnen, die fuort '
er mit im. Und do er vor der stat miireu was, do schrey er j
5 mit lutter atim: »Amirol, ich thuon dir zewüssen, daz ici
kein verpüntnus nach früntschaft aiit dir hab. Darumm kum
mit mir stritten, oder schick dina volck ! Wann ireu könnend
uüt sovil kommen, daz ich sy nüt all erLüd.c Do die inn der
stat den rysseu also horttend schryen, do luffend ir by sechs
10 oder syben hundertten uß der stat. Aber so bald die Krysten
nnder sy kämmend, wurdend sy vaat all zerhowen ; wann der
ryß thet glich, als ein wolf in einem schäfsfcal thuofc. Was
der amirol ab Rengnolden zuokunft erschrocken gain, so w*
er ea yetzmäl vester ab dea ryssen, Roßmunda gieng inn die
i& gfäncknus zuo RuoUand, zuo dem sprach sy: »Kuolland, min
frönd, ich kum wyder [bl. 84] zuo üch als zuo raiaer zno-
flucht j wann wir bedörffend üwer baß daun ye ; wantt da
ussen ist ein ryß , der ertödt all unser volck. Darumm bit
ich üch , daz ir uns entledigend.« Ruolland sprach : »Wie
20 wol ich üwerm vatter nüt guotz schuldig bin, so bin ich ucli
doch Bovil gnotz pflichtig , daz ich es thuon sol. Darumia
verschaffend, daz mir min hämisch werd und ein pfert !« Die
junckfrow Heß im sin roß zuo rüsten und half iun wapnea.
Und ließ wol tussend man zuo rüsten, daz die mit im füereiid,
26 und Roßmunda bruoder, der hieß Copard, ein guotter rytter.
Ruolland saß uflE" sin pfert, und sin gselschaft och , und ryt-
tend uß der stat. Und fuudend den ryasen , der warttet des
strytz. Copartt, Roßmunda bruoder, sprach zuo RnoUaud:
»Ich bit üch, her rytter, daz ir mir den stryt wyder dysseu
30 rissen lassen.« »Es ist mir lieb,« sprach Ruolland. Also
stach Copart mit dem rysen. Aber er was im zestarck; wanü
Copart fiel ab und ward des ryssen gfwngeu, der fuort inu
inn ein zel. Und kam darnach wyder und sprach zuo Ruol-
land: »Ich weiß nüt, wer du bist; wiltu aber din gselleo
35 rächen, so bin ich geröst; wann ich hab willen dir och also
zethuon.« Also kämmend sy gegen ein andren. Aber der
«
14 jetmäl hs.
rjß fand nüt Copard ; wann Ruolland stach im daz sper durch
den lib, das er tod uideräel ; des ßeugnold ser bekümert ward.
Wie die stat gevvunuen ward von ßengnold und der
amiroU getödt, und wie RengnoJd und Euolland ein
andren erkanttend. »
Ir hand wol verstanden, wie Copard gfangen was worden.
Do nun Rengnold vernam , daz er des amirals sun was , do
ließ er inn uff sin trüw ledig gan, wo hin er wott im läger.
Dardurch Copart bald vernam, das der, der des hers oberster
was, Rengnold von Muntabant was ; darumm er redtig ward lo
Krysten zewerden. Und beruoft daruf Rengnolden an ein ort
und sprach zuo im: »Her rytter, ich wyll [ich sagen, daz lieh
wol gfallen wyrt. ich weyß, daz ir der gräf Rengnold von
Muntabant aind, und weyß, daz ir komnien sind iiwern vetter
Ruollanden zerlössen, den min vatter inn siner gfäncknna hat. lo
Man hat lange zyt nttt gewil&t, wer er gsin iat, dann daz
er ein Kryat were , nnd ließ inn gfangen leggen uß des sol-
dans geheiß. Ich sag üch: wer min Schwester nüt gsin, die
hat all ir liebe an in geleyt, so were er hungers gatorben inn
der gfäncknna; sy ist uraächerin gsin, daz Thüring erlößt ao
ward , daz er üch reycbte. Aber do ir dysse stat belegrefc
band und atryt begertten, do erschrack min vatter vast übel;
wann er vvusfc nub, waz rytter er schicken wett mit üch strit-
ten; wann es gab sich siner ryttern keiner dar. Aber min
Schwester dächt an Ruollanden und seyt mineni vatter, er a
wer Ruolland, und sy hofthe, wenn sy inn bette, er wurd den
stryt gern thuon ; wann sy het im vyl guotz thän. Do min
vatter dysse mere verstuond, ward er vaat fro und sprach, er
wett wol , daz er den stryt thette , aber daz er im verhieß,
tlaz er nach dem stryt wider inu die gfäncknus wett. Also 30
gieng min schwester mit Rnollanden reden, der was den stryt
suethuon wyllig. Ir aond wüssen , daz ir mit gräf Ruolland
gestritten band.« Do Rengnold Copart verstuond, ward er
"vast fro und sprach: »Ich gloub wol, daz es Ruolland aig, ee
dann kein andren ; wann ich gioub nut, da« inn aller beiden- jö
echaft ein rytter sig, der mir sovil het mögen zeschafiFen »e-
168
ben, Darumm bit ich min gofc Jhesus, daz er mir die gnad
geb inn zeerlössen.< aWeud ir mir glouben,« sagt Copart,
»so wyll ich üch die antzeigung geben, wie er erlößt wyrt,
und der stat her werdend. Es ist nun ein lange zyt, daz
ö min Schwester und ich inn willen wärend Kristen zewerdeu.
Ich wili üch einer nacht ein thär uff thuon , daz ir hin ixm
kommend und der etat her werden. Also mag üwer vetter
Ruolland erlöfit werden.« Do Rengnold Copart also hört re-
den, do w«rd er vast fro und unimfieng inu und sprach: »Miü
10 fründ, wenn ir im also thettind, wie ir sagend, so verheyssea
ich (ich, daz ir und üwere Schwester nüt desterniioder her und
raeiater der stat und des lantz sin raüessend. Wann ich bin
nüt inn dysse gegne kommun küngkricher zeherschen , danu
allein den gräf Knolland entledigen. Darumm so kerend
HB [bl. 85] itm die stat und sagend RuoUanden und üwer Schwe-
ster unser fürnemraen ! « Also schied er ulä dem her und kam
inn die stat.- Und do inn der amiroU gsach, do fragt er imu
wie er enttrunnen wer. »Ich wyll es (ich sagen,« spnicli Co-
part ; »so bald ich gfangen ward, tröwt mir der hoptman des
so hera mich zehäncken, aber ich hab sovyl ze wägen brächt, das
ich enttiunneu biu.c »Es ist recht,* sagt der amiroll, der
wüst ir prattick nüt wyder inn durch siu eignen sun. Der
thet wyder die nattur, daz er verrettery wider sin vatter et'
tzougt; aber es ist nüt zesorgen, duz es nüt bescheche darch
an gütliche zuoschickung, der wott, daz es also beachech. Wacn
got wüst wol, daz der amirol so tüf inn siuera glouben was,
daz er niemmer mer Krysten wurd ; aber Copart und «"
Schwester sottentz werden und daz gantz land. DemDaeh bIö
Copart mit sira vatter geredt hat, do gieng er zuo sifler
»0 Schwester und ertzait iren allen anschlag , den er mit ßeog-
nolden gemacht hat. Den sagtend sie ßuoliandeu , der er*
sehrack, das er mit Rengnolden gatritten hat und inn DÜ'
erkent hat, und sprach: »0 min vetter, ich bin wol von iiii-
nen sinnen gwest, das ich dich nüt erkänt hab an den gross^i^
3s streichen, so du mir geben hast. Ich bin wol arbentseüigi
daz ich mit dir gstritten hab, und du hast din land verlässei»
und all dine fründ , daz du mich entschutten möchtest : ic
hab dir kleiiiy belonung geben. Aber so bald ich dich gsic
wyll ict es dir btlessen.« Do im Copart und Roßmuuda Reng-
noIdeD anschlag ertzelt hattetKl, do ward er vasfc fro und sprach r
»Min miltte junckfrow, ir band uium miDetwegen getbäti alles
daz, so einem mentschen müglich zethuon ist. Darunim mach
ich üch frow und mejaterin über mich und über all min ver- a
mögen.« ßoßraunda sprach: »Ir sond Rengnolden ein brief
schriben, in dem enbüttend im, daz er sich nach mytternacht
und all siü volck gewapnet finden lalä by dem thär, daz werd
er ofFea ünduD, und daz er den botteu gfangen legg, so bald
er den brief gelesseu hab.« Ruolland schreib den brief und lo
gab den Kolimunda, die schickt den Rengnolden. Und so bald
er den gelassen hat, zalt er den botten, als man im en hotten
hat. Demnach ließ er sin volck zuo rüsten, daz sy all ge-
wapnet werind die stat anzegrilfen. So bald ea nacht was,
thet Roßmunda RuoUanden uß der gfäncknus und ließ inn a
wapnen. Und inn der gemelten stund gieng Copart und thet
daz tbär uf an der stat. Und Renguold und sin Tolck käm-
mend hin inn schryend: »Töden, tödend!« Des die inn der
»tat ser erschräckend. Do der amiroll daz gschrey erhört,
do fragt er, waz daz were. Und siner dieuuer einer sagt zuo so
im, es werjnd ire fyend, die werend inn die stat kommen, die
ertodtend yedermau. Do der amiroll dyase raere veratuond,
do ward er gantz hetrüept und ließ sich wapnen zum schnel-
liaten, so er mocht , und reyt dahin, du er daz gröst gschrey
erhört. Und ersach den gräf OUifieren, der todt im sin volck, 35
als ob sy thierer werind. Do zuckt er sin schwert uß und
gab im ein söllicheu streich uff sin heim, daz er sich uff den
Sattel bog, und sprach zuo im: »Gang hin, du filtz ! Daz du
von Machmet verllüechfc w^erdest, daz du mir min volck also
ertödtst!« Durch dysse red verstuoud üllifier, daz es der so
amiroll was, darumm er im ein söUichen streich gab ufi den
köpf, daz er im den zerspielt untz uflf die zenn , daz er tod
zuo erden fiel. Das gschrey und die ertödung was gros inn
der stat die selbig nacht. Das weret untz zuo tag, daz Roß-
munda zuo Rengnold sprach; »Ich bit lieh, her, das dyser ss
krieg ein eud hab , daz man daz volck nüt mer töd ; wann
ich hof, es werde sich yederman touffen lassen.« Also ließ
Rengnold uß rüeffen, daz yederman vom töden uf hörtte und sich
170
herbergetteud 1 und dax die, so nüb hin der stat beherbergen
nibcLteDd, wjder inn daz läger füereiid» Demnach natu Reng-
nold Copart by der band und Riiolland Roßmunda , und
giengend inn pallast. Da hieß Reugnold die lantzheren kom-
B tuen und sprach zuo innen, daz er allen dennen, die sich wet-
tend touffen lassen, ir guot lassen wett, und daa Copart und
sin Schwester könig und her müeßtend beliben des landb,
Also toufft sieh der merteyl. Unser volek ruowtend ein kleiny
zyt in Persia inn fröuden, als ir hören werdend.
10 Wie der soldan von ßabilonnia sin lier inu Persia
fuort wyder die Chrysten.
Do der soldan von Babilonnia vernani , daz der amiroll
von Persia tod was, und da?, frembd löt die herachaffc iun
haltend, do samlet er ein grosser ziig und nam sin weg iim
16 Persia und sagt , die wyl der amiroll tod were , so gehörte
im die herschafft als oberster. Und do er inn Persia waa, do
beruoft er siner ryttern einer, vast alt und wol redend; zm
dem sagt er, er sott inn die etat rytten und den Krysten sa-
gen, daz sy sich entschlussend im die stat uf zegeben und das
120 land als dem obersten künig: diewyl der amiroll tod were,
so gehortte im die herachaft. Der rytter reyt inn die stat
und ward von den portnern [bl. 86] inn pallast gfüert, da
fand er die heren. Der thet sin botschaft also: »Der hoch
got Macbmet und sin gsell Tahvygant behalte inn mechtig-
26 keyt und eren min heren, den grossen soldan von Babilonnia,
und sin edle tochter Anthea und alle die, so sy lieb habend
und innen diennend , und verflüeebend inn abgrund der hel^
alle die, die an Jhesua Kryst glouben, der kein macht hat,
und insunderbeyt den alten Karly, sin vetter Ruolland, Reng-
30 nold, Ollifier und alle die , so unserem glouben wydrig siod !
Der soldan enbüt üch by mir, daz ir im von stund an djfS
land übergebend, so ir inn band äu einicherley gerech tigkejt.
oder er wyll üch sust all bäncken lassen wie dieben. Und
dyase huor Roßmunda, die durch ir uukütnscheit Ruollanden
36 erlößt bat und ursächerin ist ires vatters , des amirols, to'li
wyll er sy inn einem für verbrennen raitsarapt dem verretter
>part, ir bruoder. ünii alle die, so sin gebot iiüt thuoii
werdend, wjli er schautüchen ertödeii.« Do Riebart den heyd
verstuond so schaiitlich reden, do bat er grossen verdroß darab
und nam inn und ummfieng inn und warf den zao einem
fenster uß inn den schloßgraben und sprach zuo im : »Gang, &
gib dim soldan die antwurti« »By minom got,« sagt Ruol-
land, *du hast inn ein mechti^en sprung gelert.« Die mere
wurdend den] soldan kunfebän, daz sin bot tod was; des er aer
bekümmert ward. Nun ist war, dax der soldan mit im gfüert
hat siner töchfeern eine, die hieß Anthea, die was gantz schön m
und tagendlich und was mechtig im hämisch. Die hat ge-
hört sagen von Rengnolden , Ruolland und Ollyßeren man-
heytteii, darumm sy groß begird liatt sy zesächen. Nun wüs-
send ir wol, wenn ein frow etwaz inn wylleii hat zethuon, so
luoget sy dem end nüt. Do nun Anthea gsach, das der sol- 10
dan, ir vatter, betrüept was umtu sius hotten tod , do sprach
ey zuo im: »Min her, man muo& deiicken, iiwer bot bab ze-
stoltz mit innen geredt, darumm band sy inn tödt ; wann sy
bettend es sust mit tbän. Darumm bit ich üch, daz ir mich
dysse botscbaft lassend thuon, und ich. sichern üch, daz ich zo
öch vast bald irn wyllen wyll erkounen.« Der soldan was
willig sin tochter die botscbaft lassen thuon. Und er scbluog
sin lägger zenechst zuo der ötat. Anthea ließ sich wapnen
mit einem hämisch, der kostüebest, den ye kein mentscb
gsach; wann er was göltyscb, also daz inn kein yssen nacb 25
Stachel zerscbniden mocbt. Demnach saß uff ein metbtii; und
groß pfert, daz baß louffend inn aller Türcky; sy reyt inu
baß dann kein rytter inn ires vatters her. Vyl kiinig, forsten
und amiroll uß Arrabia, Egypten und üß vyl andern landen
hatten sy zuo der ee begert, aber ay wott keinen nemnien, 30
er steche sy dann ab. Sy hat mit raengem gstocben , aber
keiner mocht sy ab stächen, geb wie mechtig sy warend, so
wol stach sy. Darumm sy nacb nüt vermechlet was. Sy
schied oß dem her und reyt inn die stat und kam uflf eiu
wytten platz vor dem pallaat. Do sy uff dem platz was, nam b6
sy ir sper und erscbut die; darnacb zerrant sy die im ert-
rich, also daz die stuck inn lufft sprutztend, so hocb^ daz man
die gsicht darab verlor. Mengklicber mocht erkennen , daz
es ein tochter was ; wann ir här was über den liarniach abbar
gelassen uff des pferU ars, glytzeud wie daz lutter gold. Do
die heren, so an venstern luggend sampt Hofimunda und Lq-
tztanaa, der junckfrowen stych gsächend, und daz pfert äo wol
sreyt, daz so gros und mechtig was, do verwunderettend sy
sieb all, Ollifier sprach : »Ich gsach nie kein rytter, der bafi
könde ein pfert wenden, dann dyaae junckfrow kan. Ich wejß
uötj wer ay ist; aber sy ist lobes wyrdig.c »Ich furcht, es
sig Anthea,« sprach Roßmunda , ^»des soldans tochter; wann
10 sy hat den ruom baß mit dem sper können stächen , dans
kein ritter, der inn ire vatters land aig.« Diewyl saß. sy ab
und gieng inn pallast. Die heren und juuckfroweu giengeud
ir engegen, Sy gruotzt gantz züchtigklich, sy dancktet ir all
und fuortend sy inn den grossen sal und satztend sy nider.
15 Darnach redt sy also : »Der got, der almechtig ist, der himel
und erbrich geschaffen hat und alles daz, so daruf ist, wellicher
durch sin unnentliche güettigkeyt alle ding regiert und an
den kein ding recht geleyttet wyrt, welle beschützen und bc-
Bchirmen [bl. 87] den soldan , min vatter, und öch all edel
20 heren und junckfrowen, die hie gegen wyrttig sind ! Min vatter,
der soldan, schickt mich har, nüt daz er krieg oder uneinnig-
keyt beger, sundera sin gerechtigkeyt zebehalten. Ir wüssend,
daz das gantz babillonisch land, Suria, Persia und alle kängk-
richer und atet , die gegen uffgang der sunnen sind , zuo des
2fi soldane, mines vattera, herschafft gehörend. Daruram, die wyl
der amiroll tod ist , so sollend alle die land , so im zuo ge-
horttend, von rechtz wegen minem vatter wyder heim fallen
als oberster her. Daramm kura ich üch die stat abfordern
von wegen mines vatters, des soldana, und öch all ander zuo-
30 gehörrung dyß küngkrichs. Und *enn ir im also thuond, so
mögen ir wyder inn üwer land teren, daz Üch weder von im
nach von den sinen kein hindernus geschechen sol. Und wo
ir daz nüt ibuon wend , so sind des gantz sicher , daz ir den
krieg ruch und starck haben werdend. Darumm werdend ze-
s& rätt mir ein autwurt zegeben! Wytfcer verwundern ich micb,
Ib
13 dancktet] wol »dancktent« zu lesen, da ausfall des nasals in
der pluralendung sonst kaum vorkommt.
173
me ir haben mögen mins heren und vatters bot töclen, diewjl
ir wol wüsseud, das den bofcten nüfc gescliechen sol.« *lr sa-
gend wär,c spracb Reugnold, »sy ööllerid aber nüb mer sagen,
äaüD waz innen befolben ist. Ich wejß wol, daa er niit inn
befeleb hat, unsern got zeschälten nacli uns Beb; er mochte
sin botschaft wol tbuoii an senilitli scbantlieh reden. Darunini
ist es nüt rast scbad, daz im sin Ion worden iat.« »Ich weyiä
nütjC spracli Anthea, »wer recht oder unnrecht bat. Aber
ich wjll , daz ir nur sagend , ob ir der gräi" Rengnold von
MuHtabant sigeud , voa dem man eovil sagt inn aller weit.« lu
»Junckfrow«, sagt Rengnold, »icli bin Rengnold; darunam so
' sagend, waz üch geJiept !* Die junckfrow sprach: *Üiewyl ir
so starck sind, so wyll ich mit üch ein verdingwerch machen,
t das ir, als mich dunckt, nüt versagen sond, daz ist, daz wyr
mit ein andren strytten inn söllicher gstalt: wenn ir mich i»
überwinden mögend, so muoß min vatter sin lägger uff heben
Dilti wyder inn sin laud keren ; deßglicbeu mag ich üch über-
winden, so sond ir wjder inn Franekrich faren und mim vat-
ter dyß laud lassen. Durch dysse meinung nüt vyl bluot-
vergiessung beschicht.« Als Anthea dysse wort redt, do gsach so
Rengnold sy so schön, daz im ir schöne durch sin hertz trang,
alao daz er ser hoJd ward» und sprach zuo ir: »Junckfrow,
Qwer begeren ist zimlich und muoö üch nüt verseit werden.
•Aber ich bitt üch, daz üch geliebe by uns hie zebeliben dysse
Dachte und morn werdend ir mich bereyt finden den strit ze- a»
thuon.« Anthea was willig zebeliben ; wann ay was Reng-
nolden öcb schon hold, also daz sy sich not bentiegen moeht
inn zesächen. Rengnold spracb zuo Ollifier: »Min vetter, ich
lit dich, daz du dich der arbeyt annemest und das essen zuo
iHsteät zum kostlichesten , als müglicb ist, und nüt gespart so
■'ferde. Und ein ander mal wyll ich dir och sovyl zedienst
tliuon.t »Ich sichern dich,« sprach OUyfier, »daz ich allen
%i an keren wyll , also daz yederman ureach haben muoß
sich zehenüegeu.« Der ymbiß ward gerüst mit so grosser
«ostligkeyt, das sy all verwundert, wo man sovyl sältzner spys ai
.ftndeo het. ßy dyasem ymbiß wäreud all frowen inn der
174
stat. Nach dem ymbiß wärend all«rJe;n äpjUüt da, die luan
erdencken mochi;. Der tantz was groß. Der tag vergieng
mit fräuden und wuou. Rengnold und Aiithea spyßtend ire
ougeu eiu andren antzeaächen. Mornendes sprach Anthea, sy
t> wett wyder zuo dem soidan , irem vatter, im die botachaft
sagen. »Ich wyll och not feilen,* sprach sy zuo Reiignold,
»mich morn frlle nff dem feld finden zelääsen den stryt ze-
thuon, als er eutachlosseu worden ist.« Sy nam arlob und
9a(j uü' ir pfert, RengnoM gab ir daz gleyt vast nach zuo
lö des soldana lilger; wann er was so hold, das er nut voa iren
scheiden mocht. Do er doch gsach, das er von ireu niuoßl,
do nam er urlob von ir mit grossem truren und kart wyder
ian die stat. Antbea kam für den soidan, irn vatter, der
was vast fro, do er ay gsach ; wann er hat grosse sorg , die
15 Frantzossen bettend im etwaz thän, darumm daz f?y so lang
hinweg was gsiu. Er fragt sy, wie sy ir botschafft gestiiaffen
het. Sy ertzalt im, wie ay mit dem gräf Rerignolden mor-
nendea stritten sott und uff waz zuosaguiigen. Es gfiel dm
aoldan wol , wann er truwet siner tochter könbeyt gar wol.
20 Demnach als Rengnold arlob von Anthea genommen hat, rejl
er wyder in die stat, so gantz entzünt inn ir liebe, das er all
sin wandel verlor, so bald er die gsiebt verloren hat, uüd och
all sin stercky. So bald er ira pallast was, gieng er inn ain
kammer und leyt sich an ein bett, das er sin wee dester ba£
2» decken mücht. Und do er am bet lag, fieng er an sinnen an
sin holdscbaft uud sprach also: »0 liebe, du hast mich wol
verrätten, daz ich min hertz zuo deren gsetzt hab, mit deren
ich nut wäuuen diirf ; wann wir sind uüt einß gloubens. Dar-
umm ich wol erkenn , daz ich nüt lang laben mag. üaim
so wenn ich die groß schöne betracht, die an ir ist, so verwun-
dern ich mich deren gar; waun sy sieht [bl. 88] hyinelscbeni
ding glicher dann mentscblichem. Wann ich gloub , Venui,
die gÖtfcia der liebe, sig nüt so schön geweßt, mich Hellenua,
Menelaus wyb, die Parys verstal, dar durch Troya zerstört
äBward; Paufcasillia, die den Troyennern zehilf kam, ist nüt so
mechtig im hämisch gsiu ; ouoh was Medussia nüt so schon.
die durch ir schöne die mannen zuo stein verkart. Ach, An-
thea, waruuim hastu mich verlassen, warumm bist nüt by juir
175
beliben ? Wie ist es müglich , daz ich mit dir strit, diewyl
du mich schon iuu diuea stricken gfaugen hast? Deack uua
uüt , das ich min üb stelle den stryt zethuon t Wann ich
möcht niit lyden, daa dir neyiäwas beschecb ; wann ich ward
von leyd sterben. Dann wenn da mit mim bruoder atryttest 0
oder mit minem vetter RuoUanden, ich wurd dir ee hilflich
sin, dann innen; wann miu anuß hertz möcht nüt erlydeu,
daz dir etwaz beschech. Nun bin ich ein mentsch , der nüt
weyßt, waz er thuot. Ich mag wol sagen, ich sig der arbent-
seiligest inn aller weit, daz ich deren hold bin, da nüt müg- m
lieh ist, das ich ir liebe gehaben mög. leb gloub, ich müeü
sin sterben.« ßuolland was an der kamnvertbür, der ver-
atnond Rengnolden klag, dea er sich ser verwundert. Er
gieng hin inn nncJ fand ßengnolden am bet liggen , die färb
gantz verkert, und sprach zno im : »Vetter, ich vermein, du u>
habest die Vernunft verloren , daz du semlich reden bruchst.«
»Min vetter,« sprach Rengnold, »wüß, daz ich inn einem wun-
derbarlichen troum geweiät bin; wann mich duocht, ein grosser
utigestüramer low griff mich an, und ich wartte mich zum
basten, so ich mocht. Aber du hast mich erweckt, des du 20
mir ein grosser dienst thän hast. Und mag sin , das ich im
trouni geredt hab.« Also wott sich Rengnold entschuldigen
der wortten, die er geredt bat, damit sich RnoUand ainer
boldscbaft nüt verseche. Aber es sind drü ding, die sich kum-
merlich verschwigen mögend, daz sind * * *. Darumin Reng- 25
nolden nüt müglich was, daz er sin holdschaft heimlich haben
möcht; wann er hat schon sovyl geredt, daz Ruoiland all sin
heimlickeyt wüßt. Und sprach zuo im : »Min vetter, es darf
sin nüt, daz du dich mit troummen entschuldigen wyt; wann
ich hab wol verstanden, das du dich der holdschaft klagt hast, a»
die dich also kestiget von wegen Anthea, des soldans tochter ;
wann ich hab dich daran ergryffeu. Waz gedenckstu? Biatu
in Persia kommen , daz du einer heydiunen hold werden
wellest? Gedenckstu nut, daz du wider got und die kirchen
thüegest, furchst du die straf gott es nüt? Wo ist diu hoche sji
könheyt , wo sind dine guotbet ? Wiltu also thuon , so hat
25 an stelle der Sternchen in der lis. leerer räum; vergl, anm.
fl
Änthea \)üta ÜDerwunden
rSenadaz
jerwunüen ; wir wer
Persia bnlil verloren haben , daz wir so luit grosser arbeyt
gewunnen band, Waz wyrt Lutzianna sagen, die dir so mit
vyl voick zebilf kommen ist? Min vetter , ich bit dich, daz
B du von dtssem gedancken lassest, der ist voll grosser torbejt,
imd viryrd wider gebertzt und rüst din hartiiscb zuo, morn mit
Äntbea zestritten ! Wann bastu din aig , so werdend wyr
dia land rüewigklichen beheben.« »Mio vettpr,< sprach Reng-
nold, »ich erkenn, daz dine wort war sind, und daz durc!»
10 fantasigen, darin ich bin, uusern beren gröiilichen ertzürnnen,
und werden inn sorgen stän, diß land zeverlieren. Aber die
lieby ist ein so starck ding , daz sich die aller mechtigesten
nüt darvor hüetten mögeud. Von dinet wegen bin ich willig
mich morn zewapnen und uif daz pfert zesitzen, min sper und
16 Schwert zetrageu den strit zethuon. Ach, wie möclit ich aber
mit deren stritten, die mich schon überwunden bat! Ich sag
dir för war, min vetter, daz ich der nÜt mer bin, so ich sin
8ot; wann ich hab denn sinn gantz verkert und weyß nüt, wo
ich bin, so gar bin ich von miner verstentnus kommen. Wani)
20 wüßtestu, inu wel liebem atät ich bin, ich sorg nüt , du wur-
dest erbermd über mich haben. Darumm bit ich unsern beren,
daz du ein mal versuoehest , waz die liebe tbfleg , damit UEd
du mich deater ee entschuldigen könnest.« Do Riiolland er-
kant, das Rengnold so gar inn ainer torheyt erstockt was, do
as ließ er inn ligen und gieng und auochfc Oilifier und Riehart
und sprach zuo innen: »Rengnold ist schon gewapnet, der
warttet Anthea den stryt zethuon im bet.c Damit ertaalt er
innen Rengnold wessen, des sy ser bekümmeret wären d. »Min«
vettern,« sagt Ruolland, »wir müeesend au unser Sachen tenckeUr
80 wann wir raüessend morn all mit Anthea strytten. Ich wyl^
der erst sin , und mag ich sy überwinden , so wyrt sy unser
gfangne sin, also wirt sy unser vetter dann inn sinem wyllßß
haben. Aber so das glück wyder uns were, daz sy mich über-
wund, 80 wer die schantz uoimkert. Aber ich hoff, got weri*
s6 uns hälffen, dem müessend wir unser sach befelhen.« Ollyfi^'"
und Rychart giengend und rüstend irn hämisch. Sy tin?*'
tend die selbig gantz nacht nüt dann got bytten, daz er innen
beholffen were.
177
Wie Ollyfier mit Anthea stach und des soldans gfang-
ner ward, und wie liuolland [bl. 89] ouch mit jimck-
frow Änthea streyt.
Do der tag bie was, do wapnetten sicli die liereo, und
Rengnold öch, und rytteud uß der stat. Ruolland nam sin 6
hörn und bliefi so starck, das Änthea das hört. Do ließ ay
iren im hämisch bringen und sprach: »Die Frantzossen mö-
gend wol sagen , ich sig hochraüettig , das sy minen beytten
müessend.« Do sy gewapnet was, do saß sy ulf ir pfert und
reyt uff den strytplafcz. und do sy die heren gsach, do gruotzt n
syfi gar früntlich und sprach zuo Rengnold: »Ich weyß wol,
daz ir har kommen sind mit mir zeatrytten; darumm bin ich
gantz gerüat mich zeweren. Und etächend ir mich ab, so
schweren ich (ich , das ich üch das halten wyll , so ich iich
verheyssen hab.« Also rytten sy hindersich und ranttend i5
gegen ein andren. Aber do Rengnold zenechst by Änthea
was, ließ er sin sper fallen und kart sin schilt uff den ruggen,
und Änthea, die nüt pürscb was , thet wie er, Do Ruolland
und Ollyfier die thät ersächend, do wottend sy wüettend werden
von zorn. Ollyfier sagt zuo im; »Ich mein, Rengnold, du ao
habest die Vernunft verloren ; wann du hast uns ein grosse
unner ingleyt. Ich weyß nüt, was du im sinn haat.« Änthea
sprach zuo im: »Min frund, ich erkenn wol, daz du nüt weißt,
waz liebe ist. Und darumm daz du Rengnolden strafft, will
ich ein stächen mit dir thuon.« »Eü gfalt mir,« sagt Oilyöer. aa
Also ryttend sy von ein andren. Und das stächen was also,
daz er Änthea gfangner ward ; die sprach zuo im : »(Jänd und
ergebend üch minem vatter gfangen von rainetwegen !« Oily-
öer saß uff sin pfert und wott gehorsam sin. Unud Kychart
sprach zuo ira : »Vetter, du wyrst nüt also allein rytten, wann so
ich wyll dir gselschafft halten. Ich wyll vyl lieber by dir
gfangen sin, dann das ich by mineni bruoder sig, der also sin
sinn und vernünft verloren hat.« Do Rengnold sin bruoder
gsach hinwegl rytten, do fieng er an lachen ; des Ruolland so
zornig ward, das er zuo im sprach: *Du tuober nar, mau muoß üb
wol sagen, du sigest von der vernünft, das du gsichst hinweg
Atorgant der tIvsb V&
J
178
rytten gfan<ifen die zwen rytter inn aller weit, die du am
liebsten haben söttest, und am aller leydigesten sin söttest,
under ire fyend , darum ra du weinnen und truren söttest, und
du lachest wie ein nar. Dyß alles kurnpt uns von dinen sun-
6 den. Und wüßt ich, das dich got nüt vast bald straffte, so
wett ich uüuimen an inn glouben.« Rengnold was also inn
siner torheyt verstopfft, das er Ruollanden nüt rechte antwurt
gab; darab RuoUand unsinnig werden wot. Recht zermessen,
so ist es ein groß ding umb die liebe , das sy also dennen ir
10 sinn und Vernunft nimpt, an die sy sich leyt, als ir hie hörend
mit Rengnolden, der so gar von sinnen kommen was, das er
den verlurst nüt erkant, das er nüt mit Änthea streyt, und im
so glich galt amra sin bruoder Richart und umb Ollyfieren,
sin Vetter, die inn die gfäncknus ryttend, und nun lachet wie
15 ein nar. Er ist nüt der erst, dem die liebe die Vernunft ge-
nommen hat, daz sy die uuuer nüt erkennen könnend, darin
sy thäu werdend, und innen nüt müglich ist von der liebe
zelässen, geh wie man sy darumm schälte. Do Anthea gsach,
daz RuoUand inn sovast straft, do sprach sy zuo im : »Ir, der
äo dyssen rytter schaltend umiu sin frummkeyt, tSrfftend ir mit
mir stryttea?« UuoUuud sprach: »Ich hab daz stritten nie
keinem versagt ; daz sol es üch öch nüt.« Damit ryttend sy
von ein andren und staobend ire pfert mit den sporen, also
das ireii keiner abfiel ; des sy bede ser erschrackend , das sy
i5 ein andren nüt gleit hatteud. Die tochter was zornig, das sy
Ruollanden nüt gtelt hat; wann sy hat mit nie keinem rytter
gestochen, den sy nüt ab gestochen hat. Ruoiland schampt
sich übel, daz Authea nüi gfallen was. Sy zugend ire schwerter
uß und gäbend ein andren iiert streich. Aber RuoUand hat
so böß zesohlachen, wann er het iren inn zwey jären nüt mögen
thuou; wann ir hämisch was vertzouberet inn söllicher gstalt,
daz kein staoiu4 sv> \yol hüw, der inn geschedigen möcht. Dar
durob sich RiioILuui sor verwuuäfrt. d;iz er iuu uüt entgünnen
UHH-iu mul ireii liooh ['A. i>'.'" so hert streich gab. Änthea
o lält im ChI» uüt ; di»* sagt zuo ir seU^ es were wol war daz,
so man [\ou] Kuoilaiuien seyiie. daz er ein manlicher rytter
i s. amiu U' *tr;ul\ triüi as.
weire. Reiignold gsaeh dem skryt zuo; der was so ser be-
trogen, das er gern het gwellen, Anthea het Ruollanden über-
wundeü, und er was deaaechfc sin vetter und ein Kryst , und
sy was ein heidiii. Darumm mag ich sagen, daz die liebe ein
ungemesse wüettig ist. Der strit weret lang, daz man nüt fi
wußt , wer Oberhand hiafc. Wenn Kuolland iren etwanu ein
hertten streich gab , so was Rengnolden glich , er treffe inn
uff das hertu. Er was kommen Ruoi landen entledigen, und
ietz: was er dar zuo bracht, das er wett , Ruolland were inn
irer gfäncknus, forcht halb, daz iren nät beschech. Es mö- lo
gend wol vyl hie by exempell nemmen, wie man sich inn die
yffrung der liebe leyt. Der stryt weret , untz das die sunn
sich verbergen wott, und hat geweret untz von dem morgen ;
daruram sy raüed wärend. Ruolland sprach zuo Änthea: »Mich
dunckt, wir haben gnuog thän uff dyssen tag. Darumm i6
müesseud wyr den stryt uff ein andren tag setzen; wann es
könd uiemmen urteyllen, wer den sig under uns beden het.«
Anthea was müed, die sprach, es gfiel iren wol. Damit stack-
tend sy die schwertter inn und verhiessen ein andren, das sy
nach dryen tagen wyder kommen wettend den strit vollenden, ao
Anthea reyt inn irs vatters, des soldans, zell, und Ruolland
[und] Rengnold inn die stat. Nun wend wyr von dem ver-
retter Gaunellon sagen.
Wie GannelloQ zuo dem soldan kam, und wie Reug- n
iiold und Ruolland uß Persia schiedend und dry
ryssen inn einer wüeste funduud, die ertottL^nd sy,
Ir band wol verstanden hievor, wie Gannellon nüt fchet
dann verrettery erdencken. Do er ab dem bäf vertriben was,
do reyt er sovast, das er inn des soldana l^er kam; den
gruotzt er und gab sich im zuo erkennen, und er wer ab so
Karlys häf vi^rtriben, Reiiguold von Muiitalnuit were des ein
ursach, an dem wett er sich gern rächen. Do inn der soldan
verstuond, do wüßt er wol, wer er was; wann er hat vyl vou
im gehört sagen, und der schnellisteo buoben einer was inn
aller weit und vollen verrettery stecket. Darumm er durch an
sin boßheyt vermeint sinem krieg zeend zekommen. F>r fleyß
n
Ä
sich, (Jas er im eer und früntachaft; bewysse, und erfczalt im,
wie Ruolland gfangen were gsia, und wie Rengnold die stat
gwuuneii iietj und wie sin tochter mit Ollyfier gestochen het,
der wer ir gfauger und Riehart, Rengnolden bruoder, und wie
B sin tochter und Ruolland wjder stritten sottend inn drj tagen.
Do Gannellon verstuond, das Ollyfier und Richart gfangeE
wärend, do was er vast fro and erdächt ein grosser lyst. Er
sprach zuo dem soldan: »Ich rätt nüt, daz üwer tochter wyder
mit Ruolland stryt, wann sy möcht im nüt fuoß gelmlten ze-
10 letst, wann hat er deu sig, so müessend ir die gfangen wyder
geben. Ich wyli üch ein andren rätt geben, daz ist: ir sond
üwer läger wyder uf haben und wyder gen Babillonia zuchen
sampt den gfangueu. und ich wejß wol , dax ReiigooM sin
bruoder so lieb hat, und Ruolland sin vetter Ollyfier, daz sy
u innen yllentz nach kommen werdend sy zentledigen. Nnn
mögend ay kein züg mit innen gfüeren von t'erry des wegs,
sundera werdend allein kommen; darumm ir sy lychtl ich fachen
mögend und dyß land an arbeyt wyder errobern.« GannelloD
brächt sovil zewägen, daz der soldan wyllig was, sin läger nf
ao zelieben und wyder inn sin land Babillonnia Kefaren, Und
ließ von stund an uß rüeffen , das yederman am morgeu ge-
rüst were wyder heim zuo ziecben. Sin gebot ward verbrächt,
wann mornendes zog der züg wyder inn Babillonnia. Des
tag£ was RengDold früe uff gestanden, wann die liebe lieü
44 inn nüt schiäffen. Er gieng an ein veuster inn siner Icammer,
daz gsach gegen des soldans ber. Do er die hint'art gsacb,
do wott er von sinneu kommen ; wann er hat kein hoffnung
mer die zesächen , an die er all sin sinn und denck gesetzt
hat. önd thet im wyrß dann umm sin bruoder nach uniin
80 sin yetter Ollyfier. Er gieng zuo Rnolland und sprach: »Min
Vetter, du weyst nüt nuwe mer : der soldan fart wyder hinweg
mit aim züg.« Do Ruolland Rengnolden bort, [bl. 91] do
ward er ser betrüept und sprach: >Nun gät es wyrß dann
vor; wann ich furcht, wir mögen sy nüt mer überkommen,
SS der soldan lasse sy todeu. Das band wyr al.s von diner tor-
heyt, du armer arbentselliger ; wann werdend sy ertiidt, so
wyrt es dir din laben lang ufghept. Wyr müessend uns be-
rätten und nüt mer hold sin. Sy wyrt uns thiir werden.
Wett got, das allen iiufal über dich gieng, diewyl du dyi
unfals ursäcber bist.« Reiignold erkant wol, das er war sagt,
und sprach zuo im, er wetfc alles das thiion, so er weti Sy
wurden zeräfct, das Koßtniinda den fürst Ballant nemmen müeßte
uud daz land mit Copnrt regieren, und Lutzianna müeßte mit b
irem züg wyder gen Sarragossa. Deren danckettend sy irer
hylf. Also fuor sy wyder gen Sarragoasa nach urlob. Sy
machtend die ee zwüschend Roßmuiida und Ballant und gabend
innen daz land inn huot. Demnacb scbiedend sy hinweg sampt
dem frommen achiltner Thüring und ryttend des soldans züg lo
nach. Sy kämmend zuo allem ungliick ab dem rechten weg
und kämmend inn ein zerstört land. Do sy zuo end des sel-
bigen landes kämead , do kämmend sy inn ein grossen wald ,
der was mer dann zachen rayl lang und fier breyt. Inn dem
wonettend fünff ryssen, die hattend das land zerstört, inn einem n
grossen hell an mytten im wald, Sy hattend ein junge toch-
ter, die wa.s des künig Constantz zuo Bella Marinna toehter,
die hattend sy im verstoUen usserthalb der atat , inn deren
er wonuet. Die hattend sy für ir junckfrow. Do die heren
im wald wärend, do fundend sy der ryßen einer, der sprach ao
zuo Rengnold: »tisell, ich wyll din pfert haben, wann er ist
gros giiuog mich zetragen, und du muost min buob sin und
mir hälSien das land rouben und zerstören, wann ich lab auat
nützet anders.« »Du hast ein schanttichs antwerch angfangent,
sprach Eengnoid, »darumm wyll ich nüt din dienner sin, und as
min roß ist dir zekostlich.« Und stach im damit daz schwert
durch den lib, daz er tod iiider fiel. Ein andren ryß kam
an Kuolland und gab im ein sem liehen streich mit einer s tan gen,
daz er gautz darab erstunnet nyder fiel. Der ryß nam inn
uud wott inn inn daa hol tragen ', aber do er etwann wyt kam, so
kam Ruolland wyder zuo im selba und zog sin seh wert uß
und stach es durch den ryasen. Thüring, do er gsaeh sin
heren hinweg tragen, do ylt er im nach und fand inn, als er
den ryssen ertodt, Iluolland sali nider, wann er was nach
gantz muglofi von des ryssen streich. Er fragt Thüring, waz S6
Rengnold fchett. Thüring aeyt im, er strytte mit dry ryssen,
»Ich gienge im hälffen,« sprach Ruolland, »aber ich bin nach
gantz mugloß al:i des rysen streich und hab min rolä nüt. Nüt
i
182
desfcer minder wyll ich im gen hälffen.« Rengnold streyt rail
den dry rysaen , die griffend inn mechtig an. Aber Bayard
half im mit den zänneu und faeaaen, also das es der tjku
einer ertodt. Do dyß zweu daa ersuchend, do sprach derein:
6 »Ich wyll nüt nier mit dyssem rytter strytten : er ist ein
kontier rytter, dar zuo so hilft im sin pfert; darumm wir niit
an im gewünnen mögend,« »Es gfalt mir wol,« seyt der
ander, Also verlieasend die ryssen Kengnolden , der reyt im
wald ummhar und suocht liUoUanden ; aber er fand inu nüt
10 80 bald , als er meint. Als Kuolland Rengnolden auocbt, do
fand er sin pfert Gallantin, des er vast fro ward^ und saß
daruf und reyt so lang im wald ummliar, daz er die junck-
frow fand, so die ryasen gfangen hattend; die was geflocheo,
die wyl der stryt gewert hat. Die fragt er, ob sy uut Hütäte
15 von einem rytter, der mit den ryssen gstrytten het. Sy sprach,
sy wüljte wol, daz er nut tod were, aber nät, wellen weg er
geritten were. Kuolland was vast leydig, das er Rengnolden
nüt finden kond. Er satzfc die tochter binder sin schiltner,
und rytteiid die gantz nacht und mornendes den gantzen tag,
20 untz das es dru was, das sy nut uIj dem wald mochtea kom-
men. Des er ser erschrack, und ücb des, daa er nüt toq
Rengnold vernemmen mocht. Er bat got, das er im be-
holffen were.
Wie Rengnold sin pfert. Bayard verlor, und wie ßeng-
26 nold gieug stryfcten mit dem Alten vom berg, und
wie diewyl Anthea inn Franckrich zoch Muntabant
belegren.
[bl. 92] Do Rengnold Ton den ryssen kam, do reyt er
den gantz.eu tag im wald ummbar und suocht sin vetter Raol'
so land, aber er kond nüt von im vernemmen. Er lag die nacht
im wald on essen und trincken, dann Bayard der aü gnis-
Do es tag was, do macht er sich uff die sträs und reyt sovaät,
das er umm die drü uß dem wald kam. Da fand er erbuweß
land und gsach ein hyrt, der huob der rindern und wott bj
3& einem brunnen zynibifi essen, und Rengnold , der gros3«i
bunger hat, saß ab und aß mit dem byrt. Und do er gessen
hat, do facht imi an zeschläffpu, und schlief. Do der byrt,
der was lystig, gsach, daz er öcblief, do leyt er Bayarden den
zoiim an uod saß uff inn und reyt inn inn ein etat nach da
dannen und gab es dem vogt der etat zekouflen. Do es der
hyrt berytten wott vor im , do fiel er ab und zerfiel zwey 6
rypp. Und der vogt sprach zuo im: »Daz ist nmm din sünd;
wann ich erkenn , daa du das pfert gatollen hast. Aber ich
wyll dir inn uiit dester minder zalleu.« Und gab im damit
hundert tiiggätteii. Do Rengnold gnuog geschläffen hat und
erwachet was iind Bayard niennen nier gsach , do erlcant er m
wol, das inn der hyrt gstollen hat, des er ser erschrack. Und
macht sich uJff die sträs und wüßt not wo hin. Ein yetlicher
mag wol gedencken, waz schmertzens er am hertzpn haben
mocht. Er thet ein klag also: »Nun find ich wol daz, so mir
Ruollaud inn Persia sagt, do er sprach, es wurd sich nüt lang "
vertzüchen, gott wnrd mich straffen darumni, das ich Ollyfier
und min bruoder gfangen hinweg füeren ließ. Ach , ich bin
übel zuo gerüat sy zeerlössen, und ich bin von des selbigen
wegen har kommen. Nun mag ich wol reden , ich sig der
aller arbentselligeat rytter inn aller weit, daz ich min guot ao
pfert ßayard verloren hab, das best inn aller weit; darumm
ich zefuoß gän wie ein bätler. Darzuo hab ich min vetter
RuoUanden verloren, der mir geholfFen wott haben die gfang-
nen entledigen. Ich weyß nüt, ob er tod oder läbendig ist.
0 gluck, du bist mir gar wydrig. Es ist nüt möglich mich as
vester zesträffen, dann ich bin, das ich zefuoß rauoß gan und
Oü gselschafft und inn frörabden landen und enmytten under
ininen fyenden, und weyß darzuo nüt, inn wellichem land ich
bin. Ach, Anthea, du wyrst ser erschräcken, wenn du mich
also arm gsächen wyrst. Ich hof, du sigest von so edler natur, so
das du erbermd über mich haben werdest. Ach, min vetter
Magis und mine bruoder Allard und Guchart und du, min
trüwer vetter Astolfo, ich weyß wol, das ir vast leydig sin
Wurden, wenn ir wüßtend, wieß mir gieng. Ir mögend üch
Muutabant wol behalten, wann ich sinnen nüt mer dar ze- ss
korumen. 0 faltseher Gannellon , der da ursach ist, das ich
Ossert des frommen keyser Karlys hof bin, du magst wol
aageo, du sigest gerochen an mir. Ich mag wol tusaeud mäilen
i
184
»ach, achc sagen; wann ich bin jetz der aller ünglückhaff-
tigest under allen unglückhafftigen, die ye uff erden wärend.«
Also gieng der guot rytter Rengnold sich klagen. Er ver-
brächt sovyl wegs, das er zenechst zuo der grossen stat Babil-
6 lonia kam. Im bekam ein rütter, der kam uß der stat; zuo
dem sagt er: »Ich bit dich, fründ, sag mir, waz stat das sig,
so ich gsich!« Der heid, der da stoltz was und hoffertig,
sprach: »Du treyscht sporen und hast kein pfert; du muostz
gstollen haben, oder du hast din pfert verspilt uff dem weg.c
10 Rengnold sprach : »Ich hab weeß gnuog, das du mir nüt mer
darfst sagen. Du bist wol ein pur, daz du mirß nüt sagen
magst; aber ich wyll dir den Ion geben.c Und gab im da-
mit ein sollichen streich mit Flamberga, sinem seh wert, da«
er tod nider fiel. Rengnold nam daz pfert und fuort es mit
16 im hinweg. Er gieng unfer, er fand ein andren man zefuoi,
der was mylter dann der erst; zuo dem sprach er: »Ich byt
dich: sag mir, wie dyse stat heyß!« Er sprach: »Es ist die
groß stat Babillonnia, da der soldan wannet und sin tochter
Anthea.« Do Rengnold hört von Anthea sagen, do verkart
so sich im alles bluot im lib , und was ein lange zyt on reden.
Der heyd sprach: >Ir dunckend mich ein rytter kön, darumm
üch wol zimpt eines dieners. Darumm, wend ir, so wyll ich
üwer sin, wann ich hab kein meyster. Ich wyll üch trüwlich
diennen.« Rengnold sagt: »Es gfalt mir wol. Wie heystu?«
26 »Ich heyß Galter,« sprach er. »Nun loß, waz du thuon muost!
Sytz uff dyß roß und ryt in die stat und sag zuo Anthea,
Rengnold von Muntabant sig vor der stat, »der warttet üwer
den stryt zethuon,« als sy wol wüß, und sich rüste mir den
gräf Ollifier und min bruoder Richart wyder zegeben. c Galter
so saß uff daz pfert und reyt inn die stat und kam zuo Anthea,
deren seyt er Rengnolden befelch. Do sy Galter verstuond,
do ward sy vast fro und fragt inn, ob Rengnold allein were.
>Jä, frow,« sprach Galter, »und ist zefuoß.« Sy was sich ser
verwundern, wo hin er mit Bayard kommen were und mit
36 sinem vetter Ruolland. Sy gieng schnell inn die gfäncknus,
inn deren Ollyfier und Richart wärend, und sprach zuo innen:
»Ir heren, sind guotter dingen ! Wann Rengnold ist kommen
üch zeerlössen. Und gehand üch nüt übel ! Wann ich [bl. 9!^]
185
fU von siiiet wegen als vyl verschaffen , das iich nfit ge-
bäcLeii muoö.« Anthea gieng zuo irem vatter, dem soldan,
o dein sagt sy : »Her, ir wüsaend nük, Rengnold ist vor der
at, der begert den atrit wyder mich die gfangnen zerlöasen.«
0 der soldan sin tochter verstuoud, do erschrack er ser und 6
sruoft Gannelion, zuo dem sprach er: »Darumra daz ich weyla,
iz du gar lystig bist, rauostu mir inn einer sach ratten.
ä ist war, Kengnold ist vor der stat, der begert stryt wyder
in tochter, Ollifier und sin bruoder zerlössen, und ist allein
1 gsellsehaft.« Do Gannelion den soldan verstuond, do be- i»
nnet er sich ein wenig daruf, darnach sagt er: »Wend ir
ih mines rätz gebruclien, so sol üwer tochter uut mit Reog-
>l(ien strytten , wann ay wurd nüt gesigen , wann es mag
ch im niemmen verglichen inn raanheyt. Aber ich will üch
n andren rätt geben. Ir wüaseud , das üch der Alt vom le
>rg vyl zeleyd thuot. Darum m enbüttend Rengnolden : well
mit im strytten und inn überwind, ao wellend ir im die
'angnen geben an alles feilen hin uIb. Ich weyß wol , das
Rengnolden so lieb sind, das er von stund an dahin rytten
frt. Durch dysser gatalt mögend ir nüt feilen, daz ir des ao
Doen nüt abkommend under innen beden, die da sind die
'öäteu fyend, so ir band.« Do der soldan Ganellon verstnond,
► sprach er zuo im selbs: »Nun erkenn ich, daz du voll
srrettery bist, daz du dyssem rytter also den tod zuofüegen
ilt, und bed eines gloubens sind. Aber darumm daz mir 25
-r rätt guot ist, wyll ich mich sinn behälfien.« Und sprach
10 siuer tochter, sy sott gen Rengnolden sagen : wett er gen
schprenhäf den Alten vom berg bestritten, und wenn er inn
berwnnd, so wett er im die gfangnen geben an wyderred.
nthea sprach, sy were bereyt. Sy gieng und leyt die aller so
oatlichesten kfeider an, so sy hat, und saß ufF ir pfert an
Hrnisch und reyt zuo Kengnold sampt zweyen schiitnern und
Veyen junckfrowen kostlich bekleyt. Do Rengnold gsach
öthea kommen so wol gerüst, do entpfand er inn ainera
Brtzen ein stich der liebe, der vcrrendert im all ain geblüet bb
Q lib. Er saiä nebend einem tattelboum; do er ey gsach,
^ atuond er uf. Sy gruotzt inn va.<it früntlichen und fragt
'D, wie im were, das er also zefuoß were und an gselschafft.
4
1
186
Ttengnold dancTcpf, freu irs grnotzes und ertzalt ir, wie er
RuoUaiiden verloren het und Bayard , den ira ein hyrt ver-
st ollen hat, als ir liievor gehört hand. Darnach sprach er;
» Junckfrow , waruram hand ir nüt üwern hämisch brächt?
5 Wann ich bin sust nieiinerumin kommen, dann den stryt xe-
thnon , als er von uns inn Peraia geordnet ward.« Anthea
sprach: »Ich hab min hämisch nüt, wann ich wyll nüfc mit
(ich strytteu, sunders werdend ein ding thnon, so üch der«ol-
dan, min vatter, enbüt, das ist : Ir sond wiissen, das inn dem
10 berg, generapfe Asperhäf, ein grosser held ist , der heyit der
Alt vom berg, der ist mins vatters jjirosser fyend. Mit dem
werdend ir stritten, und mögend ir den überwinden, so aond
ir gantz aicher [sin] , min vatter mnofi nch Ollyfiereii und
Richart geben und lieh das land Persia rüewkiichen besitzen
14 lassen imd des niemmer mer ansprechig sin. Und darumm
das ir öwor pfert verloren hand, so wyll ich üch dyb geka
das ist das best, das da inn mines vatters land ist.« Reng
nold sprach : »Ich danck (ich umm ilwer pfert, ich wyls ndfc i
wann ich hab inn willen uff kein pfert xesitzen, ich find daiiii
ao Bayard. Doch so gend mir ein man, der mich, füeren könt»*
ufl' den gemeltnen berg! Und het er den kopfFyssy, dennecV»
wyll ich im den zerspalten mit minem achwert von üwer
wegen ; wann ir sind die uff erden, deren ich diennen wetb-
Anthea sprach: »Ich will üch ein gleitznian geben, der üc^'
25 gen Asperhäf ffiere. Ich byfc üch, ertzeigend üwere manhey*^
also das ir üwere fründ entledigen mögend; dennen wyll iot
diewyl güetlich thuon von üwert wegen. Damit nim ic5
urlob von üch, untz das ir wyder kommend.« Rengnold na«
von ir och urlob und nuiehfc sich uff die sträß mit dem gleyti
30 man gegen Asprehäf zuo. Demnach kart Anthea wyder i
die stiit und ertzalt irera vatter, wie Rengnold schön uff d
fart were gegen Aapreuhäf. Des der äoldan vast fro w
aber Gannellou was wol zefciiasend mallen frower, wann
vermeint durcli dysse gstalt an Rengnolden gerochen werd
35 und an den andren siuen fruiiden. Und damit er sin faltscl3
eyt nach bais ertzeigeu möcht, besiufc er sich einer andr
verrettery. Wann er sprach zuo dem aoldan : » Uer, weud
mir glouben, so wyll ich üch wysen, wie ir die roläen a
i
i
Tinen mögen , das ir nch mit atächenci. ir sond wüssen,
e zuo Muntabant wennig volcks ist. Darumu] mit miui
rät sond ir üwer tochter mit einem grossen züg schicken daz
schloß Muntabant helepren ; sj wyrt es liehtlich gwünnen,
darzuo vjl ander stet. Man darf nüt sorgen, das innen Ktirly 6
zehilf komme; wann er ist nh allein zuo Paris, die wyrt er
understän zeverhüetten. Wann ir wüssend , das die besten
sine rytter hie sind, als Rengnold, Ruolland, Ollyfier [bL 94J
and Ricliart, daruoim üwer tochter nüt grossen wyderatand
finden wyrt. Daruinra, hat sy ein tnanlich. gemüet, so mag i«
sy inn kurtzer zyt alles land gewunnen.t Dyaser ritt gfiel
dem soldaii. Er bernoffc sin tochter und sprach zuo ir : »Min
tochter, du muost fünfftzig tussend krieger sanalen der besten
und muoat sy inn Franckrich füeren Muntabant belegren. Und
luog, das du darin kommest , daz du lychtlich thuon magst ; i'
waon die niaulicbesten rytter utä Franckrich sind inn dyssem
land, darumm du nüt grossen wyderstand finden wirst.« Do
die tochter iren Tatter verstuond , do ward sy ser betrüept
und sprach zuo im: »Wie möcht daz gescheehen wyder Reng-
nolden ? Uer ist gen sin laben wägen [ich zerächen an üwerem ao
lyeiid, und ich hab im verbeysseu , wenn er überwioder sig,
80 Wellend ir im üllyfier und Richart wider geben. Mich
(iünckt, ich were wird ig zeachalten , wenn ich. also min träw
Qnd zuosagen breche.« »Daz laß dir nüt zeschaflFen geben U
LBprach der soldan, »wann ich gloub nüt, das Rengnold dem 25
^BBÜten vom berg angesigen möge. Darumm wyrt er nüt wider
Komoien. Und ob saeh were, das er wider keinra gesiget, so
Terheyssen ich dir, daz ich im halten wyl, waz du iui ver-
heyssen hiist, und wylL in lassen beleytten untz inn Persia.«
Die junckfrow gloupt irem vatter und thet siu gebot und sa
versamlet inn kurtzer zyt ein grosser züg inn iiJabillonnia.
Lud do all ir ding bereyt was, do macht sy sieli uff die straö
^UMpt irem züg gegen Muntabant. 8y sprach zuo iren hopt-
«tten einer: sMöcht ich sovil zewägen bringen, daz ich .\Iun-
wbant gewuune, so wurd der ruoram groü sin von mir inn 36
aller Türcky. Ich sorg uüt, das Rengnold und Ruolland ein
*°dren nüt findend, und wenn sy wüssend, das ich Muntabant
ftnommen oder miu läger darfür geaehlageu hab, so weyß
188
ich wol, das sy innen zehilf werden kommen. Den so wyll
ich uiicli an innen versnochen , dardurch nkin ruoaira dest
gröaaer sin wirt. Und wenn sy mir schon angesigend, so wyrt
es mir kein iinner sin ; wann sy sind die verriieoipsten rytter
6 inn aller wält..€ Also reyt die junckiVow Änthea redend, die
sinnet nun lobj er und pryß inn der wält zerwerben. Mit ir
reyt Garinellon , den hat sy gar wenig lieb ; wann sy wüßt
wol, daz er ursäelier was des alles. Eines tags sprach Gan-
nellon z.uo Anthea : »Ich bin vast ho^ das dem verretter Reng-
10 nold Muntabant. entzogen wyrt. Und wend ir üwerem vatter
diennen, 90 läud sine brüeder Allard, Guchart und sin vetter
Magis, der so ein grosser zouberer ist, all erböden !« Do An-
thea Gannellon verstuond, der da seyt, Rengnold wer ein ver-
retter, und siner brüedern tod begert, do sprach sy zuo im:
ifi »Gannellon, es kumpt dir uß eitiem faltschen unuerlichen ge-
inüet, das Rengnolden also ein verretter schyltst, der ist der
frümraat rytter inn aller Krystenbeyt. Er lytte ee den tod,
ee er verrettery erdechte ; er ist nüt wie du, der sust nie anders
gethän hat dann verrettery bnichen. Darumm thuostu wyß-
20 lieh, wenn du schwigst von bessern unner zesagen , dann du
bist.« Nun wend wir wyder von Rengnolden sagen. Reng-
nold und der gleytzman giengend sovast, das sy inn ein grossen
wald kämmend, der hieß Asperbäf. Und undeu im wald an
einem vast wilden end was ein schloß, in dem wonnet der Alt
86 vom berg. Der lag an einem venster. Do er Rengnolden nroi
den gleytzman gsach, do schrey er Oberlut: >Waz suochend
ir in di-ssem tand, den tod? Was lütten sind ir?< Demnath
kam er uß dem schloß, und Rengnold sprach zuo im : »Bjsta
des soldans fyend, so bin ich har kommen inn zerächen uiun-
ao die freffel, so du im dine tag bewysaen hast.« Der Alt sagt^
»Ich bin sin fyend , aber er ist sinn ein ursächer. Und da^
rumm daz du mich ein gerechter man dunckst , wyll ich dir
unser vyntschaft sagen. All min laben lang bin ich sin frflni
gsin. Aber es begab sich, das im ein nacht troumpt, es Seil-
sft ein grosser berg ufi" inn, der schlüeg inn zetod. Und daramn'*-
das ich der Alt vom berg genempt wird, so ist im, ich sig&«
von dem im troumpt bat ; darumm er sydhar nie uff gliört
hat mich zeschedigeu. Eines tags schickt er sin tochter h*^
189
mit mir strytten, aber ay fuor wyder hinweg mit verlurst.
Aber bistu bar kommen mit mir zestrytten von des soldans
wägen, so beyt, byß daz ich mich gewapne!« Keuguold sprach:
*Ich [bin] umm kein andere »ach auat bar kommen; därumiii
yll, das du din barnisch reychest!:« Also gieng der AU und 0
wapnet sich mit eines wurms balg, der was so hert, daz es
kein yssen gschedigen mocht. Er Ityt ein stächlin huoL uff
sin hupt , vast hertt , und natu ein grosse staiigen , oben an
deren wäreud dry kettennen und an yetwedern eiu grosse
yasinne kuglen vast gros. Und also geriist kam er «uo Reng- 'o
nold und sprach: »Ich bit dich: sag mir, ob du ein l\ryst
oder heyd sigestle RengnoJd sprach: »Wuiä, daz ich ein Kryst
biu und heiß Rengnold von Muntabaut, der kommen ist den
Boldan rächen. Du, der da sagst, du habest Anthea über-
wunden , ich we3'ß , das du lügst. Ich bin iren zelieb har '&
kommen, und als ich von iren schied, gab sy mir dyß arm-
schiunenj so ich trag, und zuo einer widergältung bab [bl. 95]
ich ir verheyssen din köpf «ebringen. Darumm gedenck dich
aeweren!'» Do der Alt verstuond, das er Rengnold was, do liet
er wol wellen an andren endeu sin , und het er nüt unneer ^0
gfüreht, so het er sich wyder inn sin schloß gemacht. Und
sprach zuo Rengnold: »Du retst von grosser torheyt, das du
sagst, du wellest min köpf Anthea bringen ; aber ee und es
nacht wyrt, will ich dir dineo ab gehowen haben. c Damit
zog Rengnold sin schwert uü und gab dem Alten ein hertten üo
streich uff sin wurmmbut; aber er schuof uüfc, so berfc was
sy. Und der Alt wart sich mit der atangen und thet Reng-
nolden vyl lidens mit an; dann wenn er inn traf, so muoßt
er sich neigen. Ir stryt weret wol ein stund, l>er Alt traf
Rengnolden u£F sinen heim, das er iilf die knuw fallen muoßt, 30
des Rengnold ser zornig ward, und uß grossem «oru gab er
dem heyd ein streich uff den kopff, das im der yssp haot em-
pfiel, uiid er fiel zuo erden also gar ertoubet, das er ein lange
wyl lag und nüt umm sich selbs wüßt. Und Rengnold atuond
im uGF den buch. Und do sich der Alt also verkert gsach, sb
do hat er forcht zesterben und sprach : »Edler her, ich ergib
mich dir, ertöd mich nütl Ich wyH alles thuon, so ir mir ge-
biettend, und wiitu, so wyll ich din dienner sin.« Rengnold
ließ inn ufstän und sprach zuo im : »Ich will nüt, daz da min
dienner sigest, sunders min gsell. Ich bit dich , hast etwas
zessen, daz du uns gebest.« »Dir muoß gQuog werden,« sprach
der heyd, »und magst es wol nemmen ; wann daz schloß und
6 alles das^ so dariun ist, ist din.« Damit gebot er sinem volck,
daz sj das essen rüstend. Daz essen ward bald gerast ; Reng-
nold und sin gleytzman ässend, wann sy hungert übel. Rang;
nold ruowet etlich tag inn dem schloß Asperhäf by dem Altea
vom berg, der thet im groß er an.
10 Wie Muntabant belegret ward von Anthea, und wie
sy mit Allard und Guchart stach und bed ir gfangen
wurdend.
Anthea verbracht sovil, das sy ir läger schluog zenechst
für Muntabant. Demnach schickt sy von stund an durch
15 Gannellons rätt ein herold zuo Allard und Guchart, der sprach
zuo innen also: »Zuo tich schickt mich Anthea, des grossen
soldans von Babillonia tochter, die enbüt üch, das sy kommen
sig sich rächen an üwerem bruoder Rengnold, der hat dem
soldan und sinem volck vyl lydens an thän. Darumm enbüt
20 sy üch , das ir iren die Schlüssel zuo der stat und zuo dem
schloß bringend, oder daz ir üch gedenckend zeweren. Und
sag üch damit ab von irentwegen.« Do Allard den hotten
verstuond, do sprach er zuo im: »Ich weyß nüt, was rechte
din frow hat, daz sy uns kumpt angriffen. Aber ich bin nüt
25 des wyllens iren die sehlüssel zebringen , dann zeforderst an
dem sper.« Der herold kart wyder zuo siner frowen , deren
sagt er Allarden meinung. Hörnendes wurdend die inn der
Stadt gerüst und fuorend uß der stat und fundend Anthea,
die was schon gerüst uff ireni pfert. Do syß gsach, do sprach
30 sy: »Hie sind hüpsch edel rytter, sy glichend irem bruoder
Rengnolden wol.« Sy reyt zuo innen und gruotzt und sprach:
»Wo sind die sehlüssel, die ir bringen sottend oben an der
sper?« Guchart sprach: »Junckfrow, ich wett gern wüssen,
waz ansprach ir an unser schloß bettend, daz ir die sehlüssel
35 hau wend. Ich mein nüt, das üch der unsern keiner getbän
hab, daz ir uns darumm bekriegen sollend.« »Rytter,« sprach
Autliea , »es beschiclifc nüt umm Sachen, die mir der üwern
keiner i^ethän hah ; suuders rJn.rnmm riaz ich gewußt hab, daz
ir guüt rytter sind , bin ich iun dyß laiid kommen , dnz ich
mich mit (ich versuoch im hämisch.« »Junckfrow,« sprach
Guchart, »diewyl ir so grosse begird band zestrytten, so niiioß s
es iich nüt verseyt werden, aber mit söilichem gedin<r: wenn
ich üch ab stich, so sond ir mit üwereui her wyder gen Babil-
lonnia keren, und wenn ir mich ab stächend, so wyl ich üch
Muntabant übergeben.« >Ks gfalt mir wol,« sprach Anthea.
Also ryttend sy hinder sich; darnach kämmend sy gegen ein lu
udren niit söllicher stercky, das önchart sin sper zerbrach
öff Anthea schilt, und sy stach inn uii dem sattel zuo erden,
und sy sprach; »Jr sind min gfangner.« »Ich bekenns,« sprach
unchart. Anthea sprach: »Ich wyil mit üwerera bruoder och
stächen.« Aber sy thet im [bl. 9G] wie Gücharden. Und i'uort i&
sy gfangen inn ir zell. JJarnach hieß sy üanuellon kommen
BDi] sprach ziio im : »Hie sind Reugnolden zwen bruoder, die
sind miue gfangen. Was rätatu mir, daz ich mit innen thuon
soll?« »Ich rätt üch,« sagt der verretter, >das ir sy von stund
än^aii einem boum häncken lassend.« »0 du f'aitscher böß- 20
wictit,« sprach Anthea, »du hast es ball verdiennet dann sy.
Uaruinm muostu ina dysser stund gestraft werden.« Sy ge-
M fier puren, das sy inn ab zugend und inn mit motten
schlüegend nutz uff daz bluot, und darnach gfangen geleyt
Wurde inn sterckesten thuni zuo Muntabant untz utf Rengnol- 20
<isn zuokunft ; »der muoß inn .straften, als inn guot duncken
*jrt.< Also ward Ganuellon gestraft von Anthea. Demnach
Sprach sy zuo den zwey bruodern : »Hand kein sorg, üch uiuois
^«der von mir nach von minem voick kein leyd bescbechen
Von üvvers bruoder Kengnulden wegen , der was so früntlich, ao
Oaz er nüt mit mir stächen wott uü l'orcht, er ertziirntte mich.
Jcli stach mit Ollyfier und mit Ricliart, üwerena bruoder, die
stach ich bed ab, und sind zuo ßabillouia inn mine« vatters
gfäücknus.« Do die zwen bruoder verstuondeml, das Ollyfier
•"ßd ir bruoder gfangen wärend, do fuorttend sy grossy klag, S5
Anthea sprach zuo innen, sy wurdend nüt lang gfangen sin;
*Wajiii min vatter hat verheysaen, so bald Ftengnold den Alten
^Oiu U-rg ülicrwumleii hat, so well er im die wider ledig län.
Ich wejß wol, so bald sy Rengnold erlößt hat, das e
kommen wyrt.« Und Guchart sprach zno Anthea: »Ich bit
[ich, juuckfrow, das der krieg end hab zwüschend uns, und das
ir mit üch nemraend die, ao üch geüept, und kommend ruo-
wen zuo Muntabant unfcz uff unsera bmoders zuokunft.t Die
junckfrow, die da gantz hurtfcig was, sprach, es gfielle ir wol,
und reyt mit innen gen Muntabant. Und ließ Gannellon öeh
( dahin füeren und inn gfäncktius legen untz uff Rengnolden
zuokunfit. Nun wend wir uff' hören von Anthea sagen, die
Iowas Kuo Muntabant inn fröuden und wolluat, und wend vod
I RuoUand sagen.
I
Wie ßuolland inn des kuuig Falckons stat kam und
des künigs vetter erstach , und wie er mit zwe}'
ryssen streyt, die begertten trybut van dem kuuig
15 Falkon.
Ir hand liievor wol verstanden, wie Ruolland in dem wald
was mit siuera schiitner und der tochter, so den ryssen eiit-
trunneu was, und suocbt Rengnolden. Do sy ein tag und ein
nacht gerytten wärend , do Wiird Ruolland ser betrtiept, das
30 er inn nüt finden kond , und thet sin klag also: »Ach, min
vetter, wo bist? Wie hab ich dich also verloren? Ich weyfi
wol , das du mich suochst an eim ort uad ich dich an eim
andren ort. Ach, Ollyffier und du, llichart, ich Furcht, ir
raüessend lang gfangen sin. Daz die lyebe verflüecht werd, das
26 sy ye an Rengnolden geryet ; wann wir hand dyß lydea ab
von ir. Verflüecht werd das land Persia, daz ichs ye gsach,
verflüecht sig Anthea, die ist Rengnolden holdschafft ursächerin,
verflüecht werd der aoldan, daz er ao bald daz läger uff gehept
hatt, verflüecht werd der verretter Gannellon , der da ursacb
30 ist, daz wir ussert unaern landen sind! Nun mag ich sagen,
das ich der aller unglückhaff'tigest rytter sig inn aller weit;
ich mag die stund wol verflüechen, daz ich ye geboren ward.*
Do die junckfrow Ruollanden verstuond, der sich also klafft,
sprach sy zuo im: »Es zimpt eim seralichen rytter nüt, diu
as er sich also übel geheb, sonders sind gehertzt.'c »Ich bit fleh,
junckfrow,« sprach Ruollaud, »das ir und Thüriug ein wenig
vor dannen rjttend.« Die janckfrow und Thüring rjttend
vor dannen. Und so bald sy ein wenig für käraend, saß Rnol-
land ab von sinem pfert und knüwet nider und hat die hend
gegen hiuiel und thot sin gebet also zwo got: »0 ewiger got,
der da allmecbtig und inn dem alle unnentlicU tagenden sind ^
und alles weyßt und erkent, ich byt dich durch din martter:
hab ich ye thän, daz dir gfellig geweßt sig , das dir geliebe
durch din heyige barmbertzigkeyt tnir die gnad zethuon, daz
ich uß diasena holtz raög kommen, und mich uiff den weg
wyfien , da ich min vetter Rengaolden finden mög , und dir lo
gelieb mir zeoffnen, ob ich inn yenimer uier finden werd, und
ob wir OUyfier und Richarden wyder erlösaen werdend, und
wies umm sy stand, und och, ob ich min vetter Karly niemer
mer gsächen werd. Min got, du [hl. 97] weyst, daa ich mich
all min tag gefliasen hab din heiigen glouben zemeren , und n
das wir sust nienerumm inn diß land kommen sind. Ach,
min got, ich byt dich, das du mich miner byt gewerest; wann
ich verheyssen dyr, das icli nüt ab minea knüwen wyll, nntz
daz ich die warheit weyß mines begeren.« So bald er sin
byt verbrächt hat, doverstuond er ein stim, die seyt zwo im: 20
»Ruolland, got hat din byt erhört und enbüt dyr by mir (wann
ich bin sin engel), das du Rengnolden bald finden wyrst und
die gfangnen erlössen , und wyrst inn kurtzer zyt by dineni
vetter Karly sin.« Damit schweyg die stim, und lluolland
dancket unserem heren. Und saß darnacli uff sin pfert und 26
reyt der junckfrow und Thüring nach, die hat er bald erylt.
Also kämend sy vast bald uß dem wald und gsächeu ein
grosse stat, des sy vast fro wärend. Deren atat was her ein
kiinig, der hieß Falckon. Ruoliand und sin gselschafift käm-
mend inn die stat inn ein wyrtzhuß. Und diewyl der wyrt au
Ruollanden entwapnet und Thüring die roß stalt , gieng die
tochter für die hußtbüren die lüt gsächen für gän , als die
jungen lüt thuond. Inn dem gieng ein edel man für in gesel-
schafFt etlicher andren, der was des künigs vetter. Der gsach
die tochter schön und jung; do wott er sy mit gwalt mit im sü
füeren und sprach , er wett sy och han. Die tochter achrey
umm hylf. Und Döring kam, der sprach zuo im, er thet nüt
recht; wann sy were nüt die, so er nieintte, Thürings red
Murgnitt dpT rIoAo 13
iU
k
verdroß iun, und sprach zao im: »Pur, inuostu redcu?;; Und
schluog inn mit dyssen wortten zuo erden. Do Ruolland da«
gsehrey erhört , do katu er Imrfür. Und do er sin schiitner
am herd gsach', oud der heyd die tocliter hinweg fuort , do
■* gieng er zuo iin und zerspielt im den köpf untz uff die zenn
mit aiiiem seh wert. Das gsehrey was glych groß umm des
kunigs Vetters tod, also das die mere dem küuig für käinmeatl.
Der kam in das wirtzhus die warheyt der thät zeverneminen.
Kr beniot't den wyrt und fragt inn, wer der were, der sin
10 vettern getödt het. Der wyrt sprach: >Ein rytfcer, der iät
by mir zeherberg. Aber üwer vetter hat uunrecht.« Die
wyl kam RuolJand harfür und gruotzt den kunig und spracb:
»Her, ir fragend, wer üwer vetter ertödfc hab. So wttasend,
das icha thän hab; aber wenn ir die ursach hören werdend,
16 vvieiä ergangen ist, so werdend ir im unrecht geben. Es ist
war, das ich dysse tochter irem vatter bring, die ist ron
küngklicheni geblüot ; die stuond vor der thür, und uwer vetter
nam sy und wott sy hinweg ffieren und sprach , er wett sin
wyllen mit ir verbriugeu. Und darumm das sy nüt mit itu
20 wott, zog er sy bim bär und sprach, sy müeßte mit im. Ir
wüssend, her, das man mit einer tochter, von kilngkUcheni
stammen geboren, nüt also ummgän sol. Und do im min
dienner aeyt, sy wer nüt ein sölliclie, als er meint, do hat er
inn vast übel geschlagen. Her, ich gloub nut, daz ir Ver-
as standend, das semlich saehen inn Qwerem iand geschäolien
sollend.« üo der kuuig RuoUanden verstuoud, do sprach er
zuo im: »Ir band im recht thän, er hat es %vol verdient. Aber
ich byt üch, das ir kommend ruowen inn minem pallast.«
Ruolland sprach: »Her, mich dunckt, ir sigend ein frouim
80 man , daa man es üch nüt versagen sol.« Der künig gebot
sinem häfmeyster, das er den wyrt zefryden stalte. Daz be-
schach. Darnach giengend sy inn pallast; da thet der künig
Rnoüanden und der tochter grofa er an. Euolland ruowet
etlich tag by dem künig Falkon. Der hat ein tochter by
86 lünfzecheu jären alt, die nam grosse müe innen zedienneOi
und kurtzwillet mit der andren tochter. Eines tags , als iJef
künig mit Ruolland schwatzt, kam ein grosser heyd inn den
sal, der sprach: »Der gros got Jupiter und Maclimet ni"^
rppollonius wellend begchützon und beschirmen den kunig
SaJinkorny, min natürlicher her! Der enbiit dir hy mir, das
die zyt kommen sig, das sin tribut haben wylL Daromm yl,
das du im die schickeat, wiltu acht sin ungnad nüt ttberkom-
men !« Do der kunig Falekoo den heyden versfcuond, do ward f»
er aer betrüept und sprach zuo einer tochter: »Min tochter,
ich wett vyl lieher, du werest in diner niuotfcer Hb gestorben,
dann das ich dich so schaiitlicUen verlieren rauoß.« Und
weinet damit ganfcz inneiiklichen, deßglichea die küngin , ir
nmotter, deßglichen all sin häfgsind fuorteud groß leyd. Do m
Ruolland das gros leyd gsach, do sprach er zuo dem künig:
»Her, ich hit üch, das ir mir die ursach üwerJ& leydes sagend.«
»Es ist war,« sprach der kilnig, »das ein ynsellen ist in dem
mer Sabulon, nüt wyt von hinnen ; darinn wannend VII[ rysen-
gebrtiedeni groß und raechtig, und dysser ist iren einer. Es i&
ist unlang, do kämmend sy uß irer iusellen inn dyß land, inn
dem hegiengend sy vyl öbels; wann sy verwüestend vyl stet
und Schlösser, das wyr nüt die macht hattend innen wyder
zestän. Und damit und wyr sy uß dem land hrechtind, band
wyr ein verreinbarung mit innen gemacht , das wyr innen aa
jerlichen zuo einer trybnt geben sollend ein junge tochter,
deren sy schon etiich band. Nun ist ira also, das das loiä uÖ"
min [bl. 98] thochter kommen iati darumm mtu hertz ser
betrüept ist, das ich min tochter also verlieren muoiä.« Do
Ruolland die ursach des künigs leyd verstuond, do sprach er as
zno dem ryß: »Du und dine hruoder sind wol ungemeß, das
ir also die jungen töchtern nemmend und sy verfellend ; da-
rumm ir wyrdig sind zesterben eines schantlichen todes als
faltsch, untrüw und nütsöllend lüt.« Do der ryfi fiuollanden
verstuond, sprach er zuo ira: »Was nimpst du dich unser an? 30
Du bist übermüettig und toreehtig. Wenn es mir gfiell , so
wurf ich dich zuo dyssem venster u&.« Ruolland sprach zuo
im, der was erhytzget (der ryß hieß Dobrun): »Bystu so fryseh,
das du mit mir stritten darfst, das du die tribut unn rechtlich
inn nimpst, darumm wyll ich mit dir strytten mit söUichem as
geding: wenn du überwunden wyrst, das du nach die diunen
♦
g kungin] undeutlich ba.
13*
I
196
kein tribut niemmpr mer begereii sollend von ilem künig nacb
von den sinnen.« »Ks gfalfc mir wol,« sagt der ryß. Damit
ließ sich Ruoüand wapnen und saß uff sin pfei't. Das thet
der rjß och. Und rjttend uff ein platz. Und do sy daraf
6 wäreud, do ryttend ay uff ein andren, also das sy ire aper zer-
brächend; aber keiner fiel ab. Der heyd zog ein säbell uß,
der schneid vasfc wol, und Ruolland sin guofc schwerb Durandel,
und kämeud an ein andren. Der heyd traf Ruollanden uff sin
schylt so ein hertten streich, das er in Kestacken spyelt, und
10 Ruolland im öch ein, daz er im dry zen uß schluog, darvon,
der heyd grossen schuiertzen empfand ; das bluot lüf im Ober
die brusfc ab. Darumni er zuo Ruolland sprach : »Ich sag dir
für war, das ich ein grosser schmertz empfind. Darumm kll
ich mich für über wunden und wyll dir halten, waz ich Jir
i& verlieyssen hab, ich und min bruoder.« »Also soltu im thuou,<
sprach Ruolland; tich gloub, du werdest an mich gedencken
all mal, wenn du yssest.« Also hat der stryt ein end. Do-
brun beleih etlich tag inn der stat und ließ sine zeun hejllen.
Do er achier genessen was,, schied er hinweg inn sin land iiiiQ
20 ertzalt sinem bruoder, wie er gearbeyttet hat; des Salincorny
ser zornig ward und sprach ulä grossem zorn: »ünimeinzan-
ußruoffer hastu den trybut nachgelassen? Ich bat dir nütdysse
befillch gebeu, das du verheysaen sottest, das wyr die trybut
niemmer mer höuachen wettend , die man uns syt langer xyt
ES har schuldig ist; du hattest allein inn befelch die tribut ue-
hOeachen und nüt nachzelässen. Darumm, geb waz geliipt do
than hast, bin icL tiüt des wyllens sy uachzelässen ; ich wyll
(unff hundert man sanilen, die mechtigesten, so ich find, und
wyll min tribut reyehen. Und find ich den, der so ein guolter
»0 zenußruoffer ist, ich wyll im die zen nüfc uü ziehen, sonders
den köpf ab den achßlen.* Dobrun sprach zuo im: »Ich sorg,
es werd besser werden; wann ich bin des sicher, es werd dich
gerüwen. Wann du thuost übel , das du mir min znosagen
feltschen wyt, und weyß, das unsere götter zornig über dich
85 werdend. € Sallincorny sprach: »Sy miießtend nach zorniger
werden, es gylt mir glich ; wauu innen zeleyd wyll ich da bin
füren. Und but dir, das du mit mir kommest.« Do die funff
hundert man gerfist wärend, do schiedend Salincorny nnd De-
L
It7
bruQ Q& irer insellen und kämend zenechst zuo des künig
Falkons etat. Dem enbot er, das er im sin tribufc schickte
und kemme die straf empfachen umiii den überniuot, den er
an sinem bruoder Dobriin begangen het, oder er weit sust
all sin land zerstören. Do Riiollaiid den botten verstuond, »
do spracb er zuo Thüring: »Bring mir min harniaeh! Wann
Bjt daz dyß beiden kein trüw baltend, hab ich ein gnotte
Hoffnung, ich werd den sig vast bald haben. Wann hab ich
Dobrun die zeu uß geschlagen, so wyll ich Sallincornj die
kinbaggen uß rysaeu.« Do er zuo Sallyucoruy kam, do hielt lo
er styl. Und der ryß sprach zuo im: »Bistu der, der min
bmoder also verkert bat?« RuoUand hat sin junckfrow AUyson
mit im guan, »Dysse tochter ist sy diu huor? Ich mein, du
sigest ir hüerrig.« »0 du faltscber pur,« sprach Ruolland,
>ba3t du dysse tochter für ein huor , die ist eines küoigs 10
tochter? Ir vatter hat hundert dienner, die nüt eim söUicben
DütsöUeuden mentschen dienttend, als du bist. Darzuo schütatu
mich ein höerig j aber ich loben dir, ee das die suun under-
gang, müeß dich das wort kosten.« Der heyd spracb: »Ich
fürclit dich nut vast übeh Du solt wüsseti, das unser acht 20
ryssengebrüeder sind, deren unser dry da sind, die andren fünff
«md im wald Malpron.« »0,« spracb Ruolland, »wärend sy
öine brüeder? Wüß, das sy nüt all inn laben sind; wann es
ist Dach nüt fünffzechen tag, das ich ein ertödt hab, und miner
vettern einer ertödt zwen. Und hab erlößt des künig Con- 26
stanta tochter, die sy gfangen hafctend; die ist hie, ich hab
ir verlieyssen sy ireni vatter zebriogen. Und wie ich diner
bruodern einem gethän hab, also wyll ich dir ouch thuon.«
öo der heyd Ruollanden yerstuond, do ward er toub und spracb
!Do im: >Gedenck dich zeweren! Wann ich wyll miner brüe- 30
dem tod rächen.« Damit ryttend sy gegen ein andren. Ruol-
'äüden sper was starck, also das der ryß zuo erden fyel. Der
'■yß sprach, do er sich am berd gaach : »Wetten tüffel! Waz
*'litiot Machmet, das er mich läßt ab minem pfert fallen? 0
^ö lotter, ich wyll mich an [bl. 99] [dir] rächen, < Der ryß 86
'lat ein grossen issennen kolben, mit dem wotfc er Ruollanden
Ablachen ; der kart sich uß dem streich uß forcht, er todte
'''1 sin pfert Galantiu, Er stuond ab und kam an den heyd.^
198
der gab im mit sinem kolbeu ein streich uff den schilt, das
er ilarab erstuiinet; dar durch er erkaut, wenn er söllicber
atreichen vyl crwarttete, das sy iün schedigen wurdend. Er
luochb den heyd uut erreichen ufi ursacb, das er z.elaug was.
IS Der heyd bat sin kolbeu uf, aber Ruollaud tratt nebeud sieb,
also das der streich aii herd fiel. Und der heyd duckt sich
80 gar, das er die hend au herd sties. üud liuolland der wott
inn nüt schlachen, suuders sprach zuo im: »Stand uff, hejd!
Wann das wer mir kein uaanheyt, weun ich dich ertodte, und
10 du gfallen werest.« Der ryß stuond wyder uf. und der er-
kant RuoUaudeu güettigkeyt, sprach zuo im: »Rytter, es ist
uüt aiüglich, das du nut von edlem gschlacht harkorameti siyest
vou wegen der tugend, so du mir yt-tz ertzöugt hast; wann
du hettest mich wol ertödt. Darumm byt ich dich , das da
1» mir sagest, wer du si gest. < Ruollaud sprach : »Min u am ward
nie verscbwigeu , das muoß er dir och nüt. Wüß. , das icli
Ruolland bin, des edlen keyser Karlya vetterU Do der rj6
Teratuoud, daz er Ruolland was, do fieng er an zyttrea und
sprach: »Ich weyfi wol, das ich diner macht nüt wyder stän
20 mag. Darumm thuo im, wie du wylt; wauii ich wyll nüt met
mit dir stry tten , ich wyll dem künig Falkon vyl lieber die
trybut nach lassen dann sterben. Aber ich wett din vetter
Rengnoldeu gern finden, der hat deren vou minem gebliiet vyl
ertödt. Find ich inn neyßwann, so wyll ich mich an im rächeo,
25 oder ich will sterben,« Ruolland sprach: »Ich weyß nüt, *«
er ist ; aber so bald ich inn find , so wyll ich dir ein botien
schicken, der dir sagen kern, wo er ist. Aber wyltu, dasicli
dich des stry tz erlasse, so muostu mir schweren , das du dcu
küüig Falkon ewigklich für quitt lassen wellest und die sin-
ao uen des tryhutz halb.« »Ich wils gern thuon,« sprach SaÜJi*
corny, »und verheyssen dir hy allen mineu göttern , das ich
im niemmer mer nüt houschen wyl.« Daaiit fuor er wydür
inn sin land, und Kuolland uud die niagt wider inn die stat.
Cnd ertzalt dem käuig, wie er gehaudlet hat mit dem heyd»
36 des der künig ser erfröwt ward und fleyß sich im er an le*
thuou , wann er was von im fry worden ufi einer groäseD
dienstbarkeyt. Und nach etlichen tagen aam er urlob wo
dem küuig Falkon und macht sich uif die sfcräß mit der junck-
frowen, die der rysaeü gfangne gsin waa.
Wie Knolland dem kunig Constanfcz sin tochter brächt,
und wie der soldau dem kunig Constant enbot, das
er gen Babillounia kemme die zwen krysten rytter
gsächea rjfhten , und wie Rengnold sin guot pfert
Bayard wyder fand.
Ruoiland und die junckfrow und Tbürijag ryttend sovast,
das sy iou das küngkricli Bella Marinna kämend, das der
tocliter vatter was. Die niere wurdend bald uß gesprejfc, des lo
künigs tochter, die so lange zyt verloren was gsin, kemme
inn geselschaft eines rytters und eines schiitners. Der künig
saß uff ein pfert, und efclich siner heren mit im, und reyt
siner tochter engegen. Do er sy gsach, ward er vast fro,
wann er meint, sy wer tod, nnd umrafieng sy mit weinenden 'b
ougen. Und die junckfrow, so Allyson hieß, sprach zuo dem
kunig, irem vatter: »Min her, tribend nüt mit mir vest, sun-
ders mit dyssem rytter, der ist R,uolland, des künigs inn Franck-
richs Vetter ! Wann er ist der, so mich erloßt hat uß der ryssen
hendeu.« Do der kunig sin tochter verstuond, do thet er ao
Ruollanden alle eer an, so er mocht, und sprach zuo im, er
wer im vyl guotz pflichtig, das er im sin tochter erlößt hat
^lß der dieustbarkeyt, inn deren sy so lange zyt gsin was.
Er hat ßuollanden by der band, und ryttend inn pallast. Die
küugin kam innen engegen. Ein yetlicher mag wol gedencken, 20
waz frouden inn der muotter was: sy ummfieng ir tochter.
Der künig sprach zuo [ir] : »Thuo dyssem rytter eer an ! Wann
er ist der best rytter, der da lapt: er ist Ruoiland, des keysser
Karlys vetter ; er hat unser tochter erlbßfc.c Die kungin thet
im alle eer an, ao ir müglich was ; das thettend och alle die so
zebäf. Wir weud ein wenig ufF hören von RuoUandea sagen
und wend von einer verrettery sagen, die der soldan von ßa-
billonnia triben wot. Nach dem als Rengnold von Babillon-
nia gescheiden was den Alten vom berg bestritten, und An-
thea [bl. lOOj daz läger für Muntabant gscblagen hat, do be- as
dächt sich der soldan einer verrettery. Er ward »erat, wie
200
wol er Rengnolden verlieyssen hat, eo bald er den Alten vom
berg überwunden het, so wett er im die gfangnen geben, sy
zetöden. Und das er den beydiscben küngen , sinen nach-
purcD, wyllfarrette , beruoft er iren vyl, dau sy sieb fiudra
5 liessend zuo Babillounia uff den jerlieben tag siner bekrönung
die zwen kryaten ritter gsäcbeii richten, Under andren kfin-
gen beruofft er den künig Oonstant mit einem brief. Do der
kfinig Consfeaut dea brief verstuoud, do erachrack er; wami
er wuüt das verheyesen wol , 8o er Kengnolden getbäu hat,
11) Dysser kunig was der riebest künig inu der reftier und tat
ein mecLtig land inn. Und was vast wyß und fromm mi
urum sterben bet er kein verrettery vervvylget. Darumm et
Kuollanden beruotft und zeygt im den brief, so im der soldap
schickt. Do Ruolland den innbalt veratuond, do ward er ser
16 betrüept und sprach; »Ich verstän hie ein grosse erbermd,
wenn die zwen rytter sterben uiüessend. Ich weyß nüt, wie
ich darvor mag sin an üwer hilf. Diirumm bit ich üch, her
künig, das ir mir üwers volcks gebend raine vetter zerlössen.«
Der künig sprach: »Ruoüand, ir sind ein sollicher rytter, das
20 ücb keiner inn uötteu verlassen sol. Darumm verbeyG ich
üch, das ich üch volcka gnuog geben wyll. Und ich eellM
wyll mit üch; wann ich wyll wider den soldan ein, wie wol
wir eines gloubens sind, aber darumm das ich weyß, daz er
verettery trypt gegen dem gräf Rengnolden. Dem verhieß er,
sr, wenn er den Alten vom berg überwunde , so wetb er im die
awen gfangnen wyder geben; deuuecbt wyll er sy töden lassen
und wyll Rengnolden zuokunft nüt erwartten. Ich bin ein
söllicher man, das ich kein verretterschen mentschen liebha-
ben mag; darumm offnen ich mich des soldans fyend und aller
30 siner mithalf ern. Darumm sind sicher, das ich ucb nüb feilen
wyll!« Ruolland was vast fro ab dea kuuigs antwurt wi
sprach zuo im: »Her künig, ich dancken ücb üwers guotteii
vvylleus. Got geb mir die guad, das icbs uuim üch verdien-
neu mög!« Der künig Constanfc schickt dem aoldan ein ant-
35 wurt, das was : er wer vast fro, und das er die gfangnen wol
verbuotte untz uff sin zuokunfft ; wann er wurd vast fro sin
sy gsächen vyl jamer und martter Ijden. Er- wett och för-
JerJich gen liabiUonnia kommen. Do des soldans botjschafft;
hinweg was, do Bchickt der künig Constant sine heroldeu Keiit
sinem land liiu UDira volck , also daz er inn kurtzer zyt mer
dann sechtzig tussend etrytfcer samlet, des Ruolland vast fro
ward. Demnach macht er sich uff die sfcraß mit sinem volck,
also das sy in kurtzer zyt nebend Babilionuia känimerid. Und b
danait das im der soldau nüt entsesse, und sy im früutschaö't
ertzoigtind , giengend sy, der küoig Constant, Huolland und
die obersten sines bers, gen Babiilonia und thettend dem sol-
dan reverentz an und erfczoigtend im fnltitscbafft. Der soldan
erfczöugt innen groß er. Und du er vernani, das sy sovyl volcks lo
haltend, do entzaß er ira; dardurch er dem ryß Salincoruy
ein hotten schickt, der mit Ruollanden gstritten hat, hy dem
enbot er ira, das er zuo im kemme mit sovil volcks, als er ge-
haben möcht. Sallincorny samlet inn schneller yll wol fier
tussend man und brächt die dem soldau, des er vast fro ward. i6
Bald darnach kam ein lieid, ein grosser her, der was ufi der
gegne India, der brächt mer dann zecben tussend mau. Und
thet dem heyd, der hies Mariot, gros er an. Sy wurdend all
iu der stat beherberget an allein der küaig Constant und sin
volck. Nuu wend wyr wyder von Rengnold sagen, Ir band ao
hievor woi verstanden , wie Renguold , nach dem und er den
Alten vom berg überwunden hat, das er etlich tag inn sinem
schloß ruowet by im. Darnach schied end sy hinweg zuo tuoß
gegen Babiilonia zuo; wann der Alt wott nüt rytten, diewyl
Rengnold och nut rytten wot. Und giengend sovast , das sy as
uff sechs mil nach gen Babillonnia kämmend. Da fundend sy
ein gsellschaft heyden uff der sträß; under deunen was der
vogt, so Bayarden koufft hat vom hirtten. Der sali daruf. Do
Rengnold sin pfert gsacb, er wer nüt so frölich gsiii, wenn
er des soldans scliatz fuuden het. Er erwuscht inn by dem ao
zoum uß forcht, er enttruune im, und sagt zuo dem vogt:
»Wer bat dir das plert gebeu? Stand ab! Wann er ist min.«
Do der vogt Rengnoldeu verstuond, sprach er zuo im: »Bätler,
wer bat dich so frysch gemacht, das du an min pfert band
lejst? Last du nüt gän, es wyrt dich sust gerüwen.« Reng- ai
nold zoch sin seh wert uß und stach es durch den heid und
zog in überab und sprang uff Bayard, der thet ein Sprung
mer dann tryssig schuo wyt. Er rant uff die, ao iren hereu
rächen wottend^ und schluog sy inn die flucht mit äea Alteu
am bergs hylf. Rengnold sprach zuo im: »Wyr weud geu
Babillonia mioe fründ erlössen.c Der Alt sprach zuü im:
»Ir wüasend, das ich üwer dieuner bin und inn [will] eiii, die
6 wyl ich lab, und üch nüt verlassen, aunders üch nach volgen,
wo bin ir ryttend.« Der Alt natu der todten heiden rossen
eins und saß daruf, und macbtend sich uff die straß gegen
Babillonniu.
Wie RuoUand dem soldan die fust ino das aiigsicht
10 schhiog inn gegenwyrttigkeyt siner fiirsten,
[bl. 101] Eines tags sprach Roolland zuo einem hertzogen
inn des künig Constantz gselschaft vast fromm : >Ich bit üct,
daz wir inn die stat kerend den soldan bytten,. das er uns die
gfaognen Sachen läö.« Der lierfczog, der da [hieß] Spiiiolla,
iB sprach: »Ich bin aller dingen hereyt; aber man muoa lossen,
ob der künig mit uns weli.« Sy frägtend inn, und er sprach,
er wett och kommen, wann inn luste zwen so maulich rytter
zeaäcben. Also ryttend sy dry inn die stat inn pallast. Der
künig Conatant bat den soldan, das er inn die gfangneu gsächen
so ließ. Der soldan was sinn willig und hies innen die Schlüssel
geben. Sy dry gieugend inn die gfdneknus. Und do Ollyfier
und Richart sy gsächend kommen, insonderheyt Ruollandeo,
der sin heim uff hat, do forchtend sy, sy müeßtend sterben.
Do sy Ruoltand gsach, do ward im da/ herfcz so groß, das er
35 nüt reden mocht. Der künig Constant sprach zuo innen:
»Ir heren , ir wussend , das ir ein lange zyt inn gfäncknuiä
gelägen sind. Der soldan enbut üch by uns; wenn ir unsem
got Machmet anhätten wellend, so well er üch uJä der gfänck-
nus läa und üch gros stet und laud ingeben , und wenn ir
so Üwern glouben nüt verlassen wend, so sind gantz sicher, das
ir sterben müessend !« Rychart sprach: »Heyd, du sagst grosse
torheyt, das wyr unsem glouben verlassen söttend und den
üwern annemmen , der nüt ist dann verlierung der sei. Du
solt sicher sin, das wyr e sterben wend. Du soU dim soldan
ib sagen, laß er uns töden, das er nie kein ding thän hab, das
inn mer kosten werd ; wann man wyrt uns wol rächen ; wann
Dut, das min bruoder lieugnolcl, Kuollaud deu soldan
liessend , das unser tod But thür gerochen wurd.
^röst clag^ die ich hab, i^t, das ich vor niinem tod
ler Reugnold und min vetter Ruolianden sächeu
sind inn. dyssera land.« Do Ruolland Rychard ver-
wott er uüt lauter unnerkant sin, sunder sprach :
ir, da sagst war, das ich nüt wyt sig.« Do OUy-
ideu ersach, do uiumfiengend ay iiin. Sy redten
jn dingen; aber Constant sprach: »Wyr müesaend
^ir den soldan vor argwän habend.« Sy beschlussend
)ua und brächtend dem. soldan die Schlüssel wyder
bend im der frün tschaft. Aber do der soldan gsach,
id stetz [daz ryssier] an sinem tielm nider gelassen hat,
ler ZUG im: >Her rytter, ich loben niit vast, daz ir
[stetz uff band. Sagend mir die ursueh, waruram ir
^d!« Ruolland sprach zuo im : »Ich trag inn, darumm
personoen an disseni häf sind, von dennen ich nüt
sin ; wann wurd i<;h erkenfc, so wurd üwer häf uu-
Der soldan sprach: »Dennecht wyll ich wüssen, wer
Und erwuscbt im damit daz [vyssier] und wott es
Und Ruoliand buob die band uf mit dem yssinen
und schluog den soldan damit uf die nassen, das er
der soldan sin hluofc gsacb, do thet er, als wer er
lechrey sLnen dienoern; »WoUuf, ir heren, fachend
bouben, der mich also verwundt hat !« Do InflFend
dienner all uif Ruolianden in fachen; aber er wart
grossen streichen, der er iren vyl zuo tod schluog.
mudSpinnoUa sovil volck ob Ruolianden gsächend,
ire schwortter uß und schluogend nff die heyden.
das gros schlachen gaach, do floch er inn sin
loUand gwau die thür im pallast, desglicben sine
und ryttend uß der stat iun ir läger. Des sol-
rwunderttend sich ser, wer der were, der den
jen hat. Do der soldan, der grosse forcht ge-
kmm, das das wessen gestyllet was, do kam er wyder
>eruoft sine forsten und sprach zuo innen; »Ir,
36
falle der ergSnznngen inder hg. leerer rKum; vergL anin
mine lieren und fründ, was dunckt ttcli mit dem kiliiig Con-
statit, den ich vermeint, er wer uiin frflntl, und vertruwet itn
mex dann keinem kiiiiig in aller Türckj? Und ir hand gsächen.
das er gelytteu hat, äüz man micli schlache , und das bikser
6 ist: do ich den ban wellen fachen lassen, der mich gscblagen
hat, do hat er hm beachirmpt aanipt Spynoll, uud hand mines
volcks vyl verwund t und getödt. Darumm bifc ich ücb , das
ir mir rätteud , wie ich mich rächen soll.« »Her,« sprach
der fürst Mariott , »es ist letz nüt kumlich , daz ir Och an
30 innen rächend; wann ir gsächend , das er ein groß volck hat
hie und all manlieh löt [bl. 102] sind. Darumm, wenu ir im
yetz fyendschatft ertzöigtind, mücht ücb gerüwen, dardurch das
recht mit den Krysteu verhinderet niöcht werdeu. Dornram
rät ich üch, daz ir die räch uiF dylä mal styll stellend.« Sal— J
T6 lincorny sprach: »Mich dunckt, es sig ein torhejt zebeytten
sich an sinen fyenden zeräclien, so er inn nach fyndt. Wea<3
ir mir volgen, so muo& das rächt morn ein ußleyttung iienn.-
men, und ob der künig Constant der glycheu thuot wyder ücVi
zeain, so verheyssen ich üch by unsern göttern, das ich die
ao räch also begän wyll, das ir sinn erfröwt werdend.« Alle die,
so gegenwyrttig wärend, sagtend, Sallyncomis meynung wer
guot, darumm beschlossen ward die zwen heren morneudes ze-
häncken. Darumm der soldan inn aller etat uß rtteffen ließ,
das alle die, so hämisch tragen möchtend, gerast werind die
26 zwen Krysten gen Imnckeu heleytten. An des soldans h»f
was ein spächer, der gieng und seyt dem künig Constant, wie
der beßchluß beschechen was der gfanguen halb. Darumm der
künig Constant inn sinem her ufi rüeffen ließ, das yedermaJi
gerüst were zuo strytten raornondes.
I
50 Wie die zwen littet erlößt wurdend von ReuguoKlj
imd wie der Alt den soldan ertodt.
Do der tag hie was, do hieß der soldan den rychter z^'^
im kommen, der hiefä Agrippart; zuo dem sprach er: »f '^
rauost die zwen krysten buoben häncken, die inn miner gfäuc^'
35 uus sind, und dir muofi diner müe wol gelonnet werden. O*'
rumm reych sy und leg innen die strick an hals!« Ägrippf*^*'
205
spracli, er wer gerüst/ain gebot zethuon. Diewyl ordnet der
soldaD sine huffen. Und Mariott mit zwentzlg ryttern, gewaptiet
rait gesottnem läder, ryttend dea ersten uß der stat, darnach
der rjti Sallincorny mit sinem volck, darnach der soldau inu
geselscliaffc fier kütigea und ließ vor im füeren die zwen rytter, &
die stryck am hals als dieben; die ruoiFtend got an uram hylf,
Rychart sprach: »Wo bystn, min bruoder Rengnold, und du,
min Vetter Ruolland, und ir wol wüssend, inn was nötten wir
sind? Wend ir uns also sterben lassen, werdend wir nüt von
üeh entachüt ? 0 ir, mine bruodern Ällard und Guchart, und lo
du, min Vetter Magis , wie werdend ir so groÄ leyd haben,
wenn ir vernemmen werden unsern schantlichen tod !« Der
soldan sagt zuo Ol ly fier und [iycharfc : »Nun ist die zyt kom-
men, das ir zalt werdend üwer faltscbeytten und verretfceryen,
so ir üwer laben lang verbracht band.« »Du hast ea erlogen,« w
sagt Rychart, »wir sind nut verretter, sundera du bist ein
verretter; wann du hattest rainem bruoder verheyssen , wenn
er den Alten vom berg überwunden het, so mtießtend wyr
erlößt sin, und als ein verretter gast du über diu trüw. Aber
ich bin der hoffnucig, du werdest die straf vast bald darumm 20
empfachen ; wann min bruoder wyrt kommen, der wirt dir
dissen kopfl* ab den aclißlen howen, als du es wol verdiennet
hast.« Der soldan sprach zdo im: >Zuo Verdruß der wortten,
so du geredb hast, wyll ich dir die zungen ußzuchen lassen.«
Der künig Coustant und Ruolland wurdend innen , das der 25
soldan uß der stat was mit den Kryaten. Do saß yedernian
zeroß gegen den fyenden. Spinoll was der erst, der fand
Mariott, zuo dem sagt er: »Bisfcu uff des soldans sytten?* »Ja,«
sprach Mariotfc. »Ich sag dir ab,« sprach Spinoll. Damit ryt-
tend sy u£F ein andren , also das Spynols sper durch Mariotz so
Hb gieng, und tod zuo erden fiel. Ruolland tratfc oeh inn
stryt, und den ersten heyd, den er fand , den schickt er inn
die hell zuo sinen frunden. Und ee sin sper zerbrach, ertodt
er dry. Darnach zog er sin schwert uß und reyt inn der
heyden grösfc hußfen ; wann er hat grossen wolluat sy zetöden. sß
Der künig Constant kam inn stryt, der treib wunder mit den
heyden. Do der soldan dag gschrey erhört, do sagt er: »Aß
ist das, so ich dächt, der kuriig Constant wurd mir wydrig
206
8tn ; ftljcr mag er mir werden, so wyll ich ion hiincken lassen
mit de« kryaten hüerlingeii.« Er hat das achwert iiin der
htwid und reyt im afcryt ummhar und gab sinem volck urlob
Bestrytteii. Do Aj^ryppartt , der liäncker, den atryt ersach,
do fuürt er die xwen gfan^aien under ein bouin und sprach
zuo innen: »Mag ich, so wyll ich üch darvon hällfen ; wann
ich weyls wol, das üch der soldau unnrechtlich töden wjll
lifliid uns hie heliben, unt/ wir gsächend, wie sich der strjt
♦Tt/uchrri well,* Nun wend wir von Reogüold sagen. Do
1» Itengiiüld sin pfert wyder funden hat , do ryttend er und
|ld. 103] der Alt sovast, das sy nehend die stat BabiltoDi»
käuicnd des tags, als der stryt beschach, Do ßenguold sofjI
kriegsvolck gsuch und fenlin und das gschrey des strytz ver-
stnond, do verwundert er sich, waz sin möcht. Er sprach mo
"^ dem Alton: »LtiU uns yllenl Wann ich sorg, der soldan liß
utiu bruoder und OUytieren tödeu.« Rengnüld erwuscht ein
hey<i, den frilgt er, waz lütten das werind. Der heyd sprack
es w<>r der soldau, der wett die -iwen Kristen töden lassen,
4'w er so lang gfaugeu gehept bet. »Aber der künig Constant
«0 wyls nüt lydeu, darumni ein so grosser krieg zwüschend innea
beden ist. « Do Rengnold den heyd verstuond , sprach er :
»0 soldan, du bist ein grosser verretter. Aber ich wyll dicli
straffen umm din verrettery.« Dainit reyt er inn stryt. D*
gsach er Spinoll, den der ryli Sallincomy zuo erden gschk—
« geu hnU Kr fragt ion , ob er u6f des soldans sytien were-
Spiuoll spnicti «uo im: »Wüli, rytter, das ich dem kiinig Coa-
«teni «uo gehör, der ist uff des edlen RaoUaoden pitt, der itio
djBMu stiit ist, iK-jUig gsin den soldan bekriegen, das er
■Aehi die «wenn krjsteo rjtter erlössen , die er wyil lässtf»
I5(I«B.« Rengnold sp»eh: »Edler rjtter, sytzead uff äwer
(tfert! Wann Ich bin Rengnold roD Mnntatnot. ich byt Qch,
dM ir wich d«ihin fner«ud, da min reitet RnoUaad isl.« >Icli
wiU ihuott.« »pnick SpiooU« der ras rast ho Reogoolden zuo'
k«w(l, $T tw«a hriektMkd tovA iwigta mit d«s Alten rom
M büf» ktlf, da» »T xuo Ruollaaiea kiaend; der was ganfcz rott
t«R d«r ktCpAM blnot^ so tr 8«tidt hat Do izm BengDoM
gaiMikt «i^raek «r b«o iin : >0 «dier veUw, spar £e heydiscliea
V««d «41! I«k kw gMite rabki Idmmbm.«
Do BMiUand Reng'
nolclcn liort, ward er vast fio und sprach zuo im: »Min vetter,
hjiä got wylkomraen! Got sig gelopt, das du kommen bist diu
bruoder und Ollyfier hälffen erlöseen, die der soldftii daroli sin
verettery wyll töden lä.5sen.« »Min vetter,« sprach ReiigDold,
»eä ist ietz nüt y.yt, das wir lang redend, sunders land uns»
die gfangnen suochen !« Also ryttend sy fier zämmen, narolich
Heugnold, li'uolland, der Alt und SpinoU. Got weyßt, wie sy
die heyden zerhackhend; wann kein erhungertten low trang
nie so fräirenlicli nach siner apyß , als sj den hünden nach
trungecid, Sy schuofiFend sovyl , das die heyden vor innen lo
fluchend, und kämmend untz zuo des soldans panner ; der saß
uff einem pfert, das best inn sinem land- Do inn der Alt
vom herg ersach, do sprach er : »Ich versuochen, ob des sol-
datis wyi5saguDg war well werden, die seyt, ich wer ein grosser
berg und fiel uflr inn und ertotte inn.« Er leyfc aiii sper inn i6
und rantt gegen im. Der verseyt ea ira nüt , sunders kam
gegen im mit söUicher stercky, daz er sin sper uff im zer-
brach. Der Alt stieß ira daz sin durch den lyb, das er und
das pfert tod nider fielfend. Do das Rengnold ersach, do sagt
er: »Nun ist des soldans wyss^ung war; wann es ist wol ««
ein berg uff inn gfallen , so er und sin pfert tod sind. Von
got werd der gesegnet, der den stich thän hat!« Rengnold
fand Agryppart, den schluog er ab sinem pfert; der sprach
zuo im; »Da hast unrecht tbän ; wann ich Hab die gfangnen
gespart, so vast mir müglich gewelät ist.« Rengnold [sprach]: »*
»Füer mich zuo den gfangnen!« »Ich wils thuon,« sprach
Agryppart und fuort inn dahin, da sy wärend. Sy haitend
sovast gweinet, das sy Rengnold kum erkant. Do er zuo innen
kam, sagt er zuo innen: »Ir gsellen, waz wend ir mir gen,
so wyll ich üch erlössen.« Sy haftend die ougen so geschwul- so
len, das sy Rengnolden niit kanttend. Doch sprach Ollyfier
zuo im: »Min frilnd, wir hand kein galt nach ander hab dir
zegeben ; aber erlöfit du uns, so muofi es mit der zyt vergulteu
werden.«. Rengnold wott sich nöfc länger verbergen, sunders
huob sin [vyssier] uf und sprach: »Ich bin üwer früud Rengnold, s»
den got äben recht bar gsant hat ücb zerlössen.« Er entband
35 an stelle der ergänzung in der hs. leerer räum; vergl. anm.
zu 203, 13. 20.
208
sy und tbet innen die strick ab, so sy am hals truogend. Dem-
nach gebot er Ägrrppavt, das er des soldans iyb an der gfang
nen stat hauckte. Ägrippart tbet daz , so im Rengnold ge-
l>ot. Er fuort demnach ttychart und Olljfieren inn Konstant
6 Zell ruowen. Diewyl Rengnold die gfangnen erloßt , ertodfc
Sallyncorny den kuiiigConataut und den frommen ritter Spinoll
den fand Ruolland, das er nach nüb tod was, und fuort iiin
uß dem stryt. Aber er was so übel wund, das er nüt lang
läbeu mocht. Er sprach zuo Ruolland: »Ich hab gros leyrf,
10 rnnoß ich ein heyd ersterben. Darum m byt ich dich , ist eä
müglicb, das du mich touifest , ee ich sterb.« Ruolland was
fro und toufft inn, und bald darnach gab er got sin geyst af.
Dem nach reyt Ruolland wyder inn stryt. Da fand er Sallin-
corny, der treyb wunder mit lilt und roß nyder schlahen üad
ifi reyt schryend: »Wo iüt der falfcsch Rengnold? Ist er bie, so
lasse sich Sachen ; wann ich wyll mine fründ an im rächen,
die er durch sin yerretfcery ertödt hat.« Ruolland ersach
Rengnolden, darumra er zuo dem heyd sprach: >Ker dichuminl
Wanu Rengnold ist hie.« Er sprach zuo Rengnold: »Min
so Vetter, gsich ein ryß hie , der suocht dich. Darumm red mit
im!« Rengnold sprach: »Heyd, waz wiltu?« Der heyd sprach:
»Bistu Rengnold? Ich suoch dich, mich an dir zeräehen utmn
mine fründ, die du durch diu verrettery ertödt [bl. 104] hast.«
Rengnold sprach zuo im : »Ich bin hie gerust dir zethuon,
25 wie ich dinen fründen und brüedern gethäu liab.« Damit natu
yetlicher ein sper, die zerbräehend sy uff ein andren. Sy näin-
raend andere und kämend wyder gegen ein andren. Sallin-
corny zerbrach sin sper uff Rengnolden, aber Rengnold stacli
den heyd, das er dem pfert ufi' dem ars glag ; des er so mX'
30 nig ward, daz er Machmet schalt und sprach: »Ich gloub,
Machmet, du habest kein kratft mer, oder du habest dich mit
den hündischen Krysten verreinbart.« Rengnold zog sin scliwert
Flamberga uß, und als sich der ryß wyder uf hat, gab er m
mit aller ainer stercky ein streich, also das er tod zuo erde«
36 fiel. Des Ruolland und die andren vast fro wärend, darumra
daz er den künig Constant getödt hat und den edlen rytter
«
3<j könig] k hs.
k
209
pytioll. Do Sallncorny tod was, do verlor sin voldi das hertz
iid fluchend, einer da hin, der ander therthin, sich verbergen,
ie andren in die stat. Die wärend glückhafftig , so darin
ommen mochtend ; wann die unsern ylteiid innen so schnell
ach, das einer den andren sumpt under dem thär. Es be- b
;hach des tags ein gros bluotvergiessen. Do die inn der stat
nser volck gsächend nachen, do beschlussend sj die thar, und
lle die heyden , so not hin inn kamraend, wurdend getödt.
)emnach zoch unser volck wyder inn ir iäger, ser betrüept
b des künig Coustantz und Spinola tod und der gfangnen n»
ast fro, die erlüßt wärend.- unser volck hattend das Iäger
änge zyt vor Babillonnia , aber die inn der stat wärend nie
3 frysch, daz sy hin ufi kemniend. Nun wend wyr von des
eysaer Karlys bäf sagen, von Morgaut, dem rjssen.
Vie Morgant Meridiauua heim leytted und darnach
lü das läger für Babillonnia kura, und wie die stat
■ Babillounia durch inn gewunneu ward.
Der keysser Karly waa zuo Parys aer bekümert umm sine
irsten, von dennen er nüt wüßt, Und iVleridianna was by im,
ie warttet OUyfieren, Do sy nun gsacb, das er uiit kommen
Ott, do seyt sy, sy wett wyder zuo irem vatter, dem künig
orador, sy wefct iren fryden vfoI mit im machen. Der keyser
arly was sinn wol zefriden und gab iren Morgant zuo. Sy
lachtend sich uff die sträß und ryttend sovast, das sy zuo
orador, irem vatter, kam. Der was vast fro, do er ay gaach,
eßglichen was och die küagin , ir muotter. Und thettend
lorgant gros er an, der beleyb etlich tag by innen. Darnach
atü er urlob und sagt , er wett gen Babillonnia zuo sinen
ereu. Meridianna sprach zuo im, daz er ir Oliyfier gruotzte
nd im .seytte, sy bette inn, das er für sy heim füere. Mor-
ant sprach, er wett es thuon. Er maciit sich uff die sträß
fid verbrächt sovil wegs, das er der Krysten läger ersach.
''id do sy inn wytnes ersäcbend, erschräckend sy, daruram
as er so lang was. Er gieng als vast wie ein roß. Do inn
20 gsach] gschacb hs.
Morgant der ileKO
u
210
Rolland ersach, sagt er: »Erschräckend nüt ab dem ryssen!
Wann ich erkenn inn wol by dem kallen, das min gsell Mor-
gant ist.c Er reyt im engegen sampt Ollyfier. Do inn Mor-
gant ersach, ward er vast fro und warf sin kallen inn lufk
6 mer dann XXX klaffter hoch und entpfieng inn wyder und
sprang von fröuden. Do er zuo RuoUanden kam, knüwet er
nyder. RuoUand ummfieng inn und seyt: >Syt daz ich Mor-
gant hab, so sorg ich nüt Babillonnia zegwunnen. Ich byt
dich, das du mir sagest, wie es inn Franckrich stände.« Mit
10 dyssen wortten kämmend sy inn die zell; da fundend'sy Reng-
nold, Richart und den Alten vom berg, die ummfiengend all
Morgant und jfuortend gros fröud umm sin zuokunfft. Er
ertzalt innen, wie Anthea, des soldans tochter, zuo Muntabant
was by Allard, Guchart, Magis und Astolf und wie Antbea
15 Gannellon het gfangen geleyt; des die heren vast fro wärend.
Eines tags rüstend sich die heren und och ir volck die stat
zestürraen und truogend leyttern und andern züg mit innen.
Sy sturmptend hert und vast; die inn der stat warttend sich
mit gwalt. Der stürm werret wol dry stund. Morgant kam
30 an daz tbär und schluog mit sinem kallen hert streich daran,
aber er mocht sy nüt zerbrächen. Die inn der stat schluogend
und wurffend gegen im, aber sin hämisch, den er im kloster
genommen hat, was so guot, das sy im nüt thuon mochtend.
Do er gsach, das er am thär nüt gschaflfen mocht, do kam er
25 an einen thurn, in dem wärend vyl heyden. An den schlu(^
er so hert streych, das er gantz ertzyttret; des die darinnser
erschräckend, wenn sy die streich horttend. Yederman stuond
styll und luogtend sinen streichen zuo. Er zerspielt den thnrn
an vyl enden, und do er gsach, das er nun nach ein wenig
so hat, do gieng er ein wenig hindersich und warf sin kallen an
den thurn mit söllicher stercky, das er zuo erden fiel, und alle
die, so darin wärend, wurdend zerknitst under den . steinnen.
Der thurn macht so Ijit im fallen, das er die inn der stat übel
erschrackt. Do Morgant den thurn zuo erden gsach, sagt er
85 zuo dennen am stürm: »Ir heren, yllend mir nach und länd
uns nianlich hin inn! Wann die stat ist unser.« Also trungeii"
Rengnold , Ruolland , Ollyfier und all ir volck inn [bl. lOül
Babillonnia und käniend uff den grossen platz mit grosser
^
Sil
bluotvergiessung. Die obersten inn der stat ergäbend sich
and battead inn, das sy ufl" liortend töden. Also ließ ßiiolland
aß rueffeo, das man niemman mer todte und sieh herbergerfc-
tend zum basten , so sy möchten. Die bereu giengend inn
pallast sich darin herbergen. Also wurdend sy hereii und ^
meyster inn der stat. Darnach mit verwylgung der lantz-
heren ward Ruolland zuo künig bekrönt und grosser soldan
zuo Babillonnia. Nach der bekröniuiiig rjttend unser heren
inn die stet ximmbär und näinend die inn. Demnach liessend
sy Spinoll vergraben mit grossen eren, desglichen die andren ic
tobten och. Sy liessend öeh dea künig Conatant?. lycbnam
verbalsanimen und inn sin land fiieren vergraben kuo den an-
dren kuDgen , sinen vorfäreii. Nun wend wir ein wenig nif
hören von innen sagen und wend von dennen zuo Muntabant
K
hjp>^
Wie üannellou iiß der gfönckniis gelassen ward und
1 ein hyrtten erhanckt und darnach von etlichen ryssen
^K gfangen ward. %
F Eines tags begert Ganellon tyntten und pappir inn die
' gläncknus. Das ward im. Er sehreib Magis ein brief , inn 20
dem bat er inn, das er sin erlössung verschaöette gegen An-
'hea und sinen vettern, so wett er inn die Türckj rytten
Kengnolden und RuoUanden suochen, und wett niemuier mer
^'jAer kommen, er brechtc dann gwüsse mere von innen. Do
«la^ris Gannellona brief verstuond, do redt er mit ainen vettern 26
^^i mit Anthea; dennen gfiel es wol: er ward usgelässen.
^f macht sich uif die atriiS gegen der Türcky. Kr reyt durch
^yl land» das er nut von innen veraemmeu mocht. Er erleyd
^'1 luingers und frost, ee er die heren fand. Er kam eines
'^?,s inn ein grossen wald, da vand er vyl heydischer liyrtten, so
'he klagtend ein andren ir unglück. Do sy Gannellon so be-
trfiept gsach, do fragt er sy umra die ursach irs leydtz. Sy
gabend im antwurt also: Ir gsellen einer \vere inn vast kurtaer
*jk rieh worden von wegen eines pfertz, »i3us er einem rytter
gestollen hat, der heyßt Rengnold von Muntabant, als er schlief;« s&
das het er verkouffc umra ein grosse summ galt?.; darumm
\4*
212
jre er lueysterlTafftig und kestgette sy. Uannellon sprach:
»Ftierend midi un das etid, da dysser liyrt wannet, so muoi
er erhänckt werden ; wann er hat es wol verdient, daz er ein
sölHch ptVrt gestotlen hat.c Die hyrtten wärend vast fro ab
6 siner red und fnortend inn zuo dem hirtten. Do inn Gan-
nellon gaach, sprach er zuo im : »Du bist der, der dem from-
men rytter Rengnold sin pfert genommen hat, als er schlief,
und haat ion verkoufFt; darumm du verrettery und ein dieb-
stal begangen hast, das kanstu nüt gelougnen. Und das bösser
10 ist : du glichest dich einem heren und bruchst tyranny mit
dinen gsellen. Daz spruchwort ist wol war , das sagt, das
niemmand böaser ist dann ein pur, wenn er rych wirt. Da-
rumm muoatu umm diu militbät gestraft werden.« Damit
erwuseht er inu und ließ iuii binden durch die hyrtten und
16 im den strick an hals legen und hanekt inn an ein bonm.
Also endet der hyrt sine tag, der Rengnolden pfert gestolien
hat; des sine gaellen vast fro wärend. Demnach als Gauuelloü
den hyrt gehäuckt htit, saß er wyder ufiF sin pfert und macht
sich uff die sträß. Eines tags begegnet im ein schar heyilen,
so inn deren wärend zwen groß ryssen. Die frägtend inn, ob er
ein Kryst oder heyd were. Er sprach: »Ich wyll durch üwert-
wyllen nüt län, daz ich nüt die warheyt sag: wussend, <iaz
ich ein Kryst bin und heyß GannelJon vou Mantea !« Der ryssen
einer sprach zno im : »So bistu der gröst verretter , der ioo
88 aller weit ist.« Do sich Gannelloo hört ein verrefcter schal-
ten, do ward er gantz zornig und zog sin schwert uß und
stach es durch den ryssen, das er tod uyder fiel. Do lüffder
ander ryß und sin gselschaft all uff Gannellon und faltend
inn zuo erden und bundend uqjI fuortteud inu inn ein schloß
30 nüt wyt von dannen. Der ryfä sprach zuo im : »Ich sor^i
Reognold hab dich har gsant, das du etwaz verrettery tribest-
Aber syt du inn mine hend gfallen bist, muostu umm «h^
verrettery gsträft werden, so du inn dinem laben begangen
hast, und uch an des verretter Rengnolden stat, der bat ma&f
3ö früuden vyl ertödt.« »0,« sagt Gannellon, [bL lOü] der was
voll bösser ducken, sich bin Rengnolden fyend und iirsacb,
das er ab keysser Karlys häf vertrihen ist. Ich suoch inn '<
Wann find ich inn, so wyll ich inn tijden, oder er uiuoß mich
toden. Ich sag dir l'iir war, das jeh bekuranvert bin umm daz,
so er dir thän liat, und umm din bruoder, deu ich tödt hab;
aber du weyst, daz ich mich hab niüessen weren, darumra
das ir mir den weg band verhalten. Dann wenn du die sach
rächt verstiiendest, so wurd ich von dir nül gehindert.« Nut«
wyt von dannen was ein schlolA , inn dem wannet ein grosse
ryssiü, die aller uogschafnest und ungehüryst creatur uff ert-
rich ; wann sy was wol XV schuoch lang und, scliwartz wie
ein kol, gehär wie ein bär, die ougen tüf im kopfF rott wie
für, und was alt und grewellich ; wann man könde den tüffel lo
Büt so ungschnffen machen, als sy was. 8y was so ungschaß'en
uüt, sy was nach vyl feltscher und untrüwer und die gröst
zoubertn iuu aller wält. Sy hielä Creonta. Sy hat acht aun,
rjssen, deren hattend Rengnold und RuoUand fier ertödt;
(leren was Sallincorny einer, der vor Babillonnia ummkom- '"•
men was. Darumra hat Creonta gschworen, wenn sy ein Kryst
öberkommen möcht, so wett sy irer sunen tod rächen. Die,
80 Gaiinellon gfangnen hattend, brächtend inn Creonta, zuo
dereu sagtend sy : »Hie ist ein Kryst, der hat diner sünuen
einer ertödt.« Do Creonta Gannellon ersach , der ir sünen ''*'
öDer ertödt hat, do wott sy unsinnig werden und schwuor,
Wett inn eines grüssammen iodtz töden lassen. Sy ließ
gfangen leggen.
He die heren von Babillonnia schieilend Gannellon
flössen und wie sy ungewytter hattend , und wie 25
Morgan t von eines wurinß pjß starb.
Zuo allem glück gsach der ein hyrt, der den hat geholffen
fciäncken, der Kengnolden pfert gestollen hat, daz man Gan-
nellon gfangen hat. Darnmm macht er sich uff die strüLi gen
ßabillonnia und ertzalt den heren, wie Gannellon inn Creonta so
schloß gfangen was. Er sprach zuo Rengnold : »Mich dunckt,
ir K&llend inn erlössen ; wann ich weyü, daz er inn dyfi land
kommen ist Och suochen. Ond do er den fand, der üeh üwer
pfert gstollen hat, do hanckt er inn an ein bonm. Demnach
hat er der ryssen einer getödt, der üwer tötlicher fyend was; se
^aramm er gfangen ist, und öch darumm daz er (iwers gloubens
214
und landtz ist.« Die heren nämend ein wollust ab des hyrten
red und gäbend im galt und ein pfert , daz er wyder heim
kommen möcbt; des er fast fro was. Demnach wurdend die
heren zerätt, sy wettend Gannellon entschÄtten. Und ord-
6 nettend lüt die stat bewaren ; darnach machtend sy sich nff
die sträs uff das mer. Sy fuorttend inn irem zeichen ein low
uff einem sylbrinnen feld , und all im hämisch was uff hey-
dischen sytten gemacht. Sy kämmend uff das mer; aber der-
wind ward innen so wydrig, das sy by einem raannot da be-
10 liben muoßtend, ee sy uff das mer kämend. Do nun der wpd
gestillet was, do sässend sy uff und fuorend darvon. Es wärend
zwen pattronnen im schyf, der ein hieß Cyrot, der ander Ja-
son; der was ein wysser und gerechter man, der ander was
vast ruch ; wann er wott nüt von land f'aren , er were dann
16 umm sin Ion zalt. Sy battend ein tag und ein nacht guotten
wynd , aber darnach erhuob sich ein groß ungestümme, so
grymm, daz sy vermeynttend under zegän. Die pattronnen
und fuorlüt ruofftend Machmet an und all ir götter und unser
volck Jhesus Kryst. Do der pattron Cyrot von Jhesus bort
20 sagen , do sagt er zuo sinen gsellen : »Ich verwundern mich
nüt, daz wyr so gros ungewytter band ; wann dyß lüt, so wyr
füerend, sind Chrysten, darumm unser got Machmet zornig
über uns ist. « Do Morgant den pattronn verstuond, ward er
vast zornig und sprach zuo im : »Du faltscher hund, wir band
26 dyß angwytter von dir, wann du byst faltscher natur ; darunini
ich die warheyt wyll wüssen.« Damit nam er inn und warf
inn inn das mer. Do gestyllet das ungewytter von stund an,
des unser volck vast fro wurdend. Rengnold sprach zuo Mor-
gant : »Du hast ein guot werck thän.« Der wynd ward guott
so und fuort das schif untz vast nach an das port. Aber un*
glück, das deren fyend ist, die inn fröuden gedenckend sifli
schickt innen ein [bl. 107] grossen kummer, als ir hören
werdend. Als unser volck zuo land fuorend, kam innen ein
grosser vysch under ir schyff, der das zum dickern mal ver-
36 meynt under zetrucken. Des die heren ser erschräckend ; wann
sy stächend gegen im, aber sy möcbtend im die hüt uüt ent-
*
29 wymd ha.
:
\
günnen. Do Morgant gsach, dae er die tut so hert hat, 3o
tratt er uff des schyffs gransen und sprang uff den vjsch inß
wasser untz an die gmächt und sctluog gros streych uff des
vyschs kopff lait sinem Italien, sovyl, das er im den inn
sehluog, und starb ; des sy all fro wärend. Morgan fc sprang 5
inn das mer uffa land, wann er was dem land nacli. und als
j er uß dem mer gieng, beyLi inn ein vergyffter wurm inn die
ferssrnuen, das im das bluot ußhar trang; des er nüt grölä-
lich acht hat, sundera sprach zuo RuoUand : »Ein kleins fischly
hat den grossen vysch wellen räelien; wann er hat mich inn 10
die fersinneu pyssen.« Do sy ab gsä-ssend , giengend sy inn
ein stat nach am mer, die hieß Monnassa, und herbergettend
by einem frommen wyrt. Daz gyft inn Morgant« wunden steig
stetz uf, . und darumm das er ein man von grossem muofc was,
gab es im wenig zeschaffen. Ye doch steig im daz gyft zum 16
' bertzen , also das er starb. Durch dyfa mögend ir ermessen»
das es ein klein ding ist unim unser laben, darunim das ein
so raeclitiger man von eines wurmß pyß starb. Also starb
Ider mechtig Morgant, der aller sterckest man, der zuo deren
zyt was; des unser bereu gros leyd fuortend, iusunderheyt 20
Buolland. Er ließ inn verbalaamraen und gen Babillonia ver-
i graben schicken.
I . .
IWie ßuolland mit des keyssers von Mesaa hoptlatteii
einem streyt und inn ertodt.
Do die li ereil ein wenig geruowet hafctend, do fragt Reug- as
nold den wyrt, wer her über die stat wer. Der wyrt sprach,
der keyser von Messa; der samlet ein grosser züg und wett
gen Babillonia züchen ains suns Mariotz tod rachen, den ein
rytter vor Babillonia getodt het, der hieß Spinoll. »Er wyll
die räch an Rengnolden und Ruüllanden begän, wann Spinoll ao
ward och getödt.« Der keyser und all sin volck werind inn
schwartz bekleyt, byß das er sins suns Mariotz tod gerochen
het. »Ich gloub , wellend ir mit im züchen, er werd üch
guotten sold geben ; wann er empfäeht all rytter, so zuo im
kommend.* Diewyl der wyrt mit den heren redt, do kam ss
ein hoptmau des keysers inn sal, der hieß Cormoram , und
:
iJ
216
fragt den wyrt: »Wer sind die lüt?« Buolland ließ den wyrt
nüt antwurt gen, sunders er sprach zuo Cornioram : »Wir sind
fünff persisch rytter,€ und füerend ummhar krieg suochen,
das sy ir närrung überkommen möchtend. »Waz soldtz wet-
5 tend ir nemmen?« sagt Cormoram. Rengnold sprach zuo im:
»Als vyl als sust hundertten wyr fünflf, oder wyr diennend
sust nüt.« Cormoram sprach: »Du bist vast ungemeß, das
du so grossen sold begerst; dann wenn der gräf Rengnold,
Ruolland, OUyfier und Gergis von Tannemarck da werind, die
10 da die besten rytter inn der Krystenheyt sind, so wurdend sy
nüt so grossen sold haben , als du forschest. Ich mein , ir
werend all fünf besser inn die kuchy dann zuo stryt.« Reng-
nold hat kein acht uff Cormorams red , sunders er schwatz
mit der wyrtinen, die was ein früntliche frow. Damit schied
iB Cormoram hinweg und kam für den keyser, zuo dem sagt er:
»Her, inn Scipions huß sind fünf hudler zeherberg, die füeren
inn irera fenly ein low inn einem sylbrinnen fäld und sind so
stoltz, das sy niemantz achtend, der mit innen redt.« »Gang,«
sagt der keyser, »und nim volck mit dir und brings mir har!
20 Wann ich wyll wüssen, wer sy sigend.« Cormoram was sines
befelchs vast fro, der meint, er hetz als gewunnen , ater er
fröwt sich sines Unglücks. So bald Cormoram uß Cypions
huß gscheiden was , ließ Rengnold ir fenly zum venster aß
strecken, das mans gsech. Do Kormorara des keysers gebot
25 hat, do nam er zwentzig man mit im und kam inn der Krysten
herberg und sprach zuo innen: »Ir buoben, woUuf ! Der keyser
enbüt üch by mir, das eyßwegs zuo im kommend; wann er
wyll mit üch reden und wüssen, waz lütten ir sigend.« M
mit dyssen wortten wot er Rengnolden fachen. Do er sieb
30 gfangen befand , do huob er die fust uf und gab Cormoraro-
ein söllichen streich, das er todt nider fiel zuo sinen füessen-
Ein andren wott Ruolland fachen, aber er ward von stund »■'"^
von im ertödt. OUyfier zog sin seh wert uß, deßglichen [bl, 103 j
Rychart und der Alt vom berg, die hattend die zwentzig he;^'
36 den bald ertödt, die mit Cormoram kommen wärend, untz ^^
ein, der gieng und seytz dem keyser, wie die fünff rytter s"*'
*
3 füerend] aus »farend« gebessert.
ertödt liattend. Des sich der keyser 8er verwunde
wer sy werfnd; darumm er persönJicben gieng und.wot &j
besächen inn grosser gselsehalt. Do er für das wyrtzhua kam,
do fand er KuoUanden vor der thilr, der hat des keysers kein
acht. Der beyd, so gflochen was, sprach zho dem kfyaer : s
»Her, dysser lat deren einer, die iVwer volck getödt band.*
und mit dysseti wortten greyf er Ruollanden an. Der iiam
inn hy dem lials und warf inn so starck zuo erden, daz er
von stund an tod was. Do der keyser Ruollanden stercky und
fryscheyt ersach, do dächt er wol, er wer ein raechtiger rylter. lo
Darumm sprach er zuo im: »Gsell, wie hastii dörifen so frysch
sin, du und dine gsellen , das ir mir min volck also ertödt
band, die ich üch gschickt bat üch sagen, das ir kemraend
mit mir reden ? Und diewyl ir niinem gebot nüt band wellen
geborsam sin, so gend ir jnir ze tihicken, irsigend bar kom- u
men etwaz verrettery zetriben. Darumm wyll ieb das rächt
mit ücb bruchen uß ursach, das ir mine dienner etödt band.«
Kuolland sprach zuo dem keyser : »Her«, wyr sind bereit alles
zethuon , so üch geliept uns zegebietten; aber üwere dienner
kärameud nüt uns reychen als rytter, sunders leifctend band«»
an uns, als werind wir sträaröuber, mörder oder dieben. Da-
rumm sag icli üch zuo: wenn Machmet kommen wer uns itin
aßllieber gstalt zefachen , und wir macht gehept bettend, so
bettend wir inn ertödt. Wann ich wyll, das ir wüssend, das
wyr nüt lüt sind, dennen man also thuon solle; aber wenn ^
ir uns empfachen weud wie rytter, so wend wir neb gern
diennen.« Do der keyser Ruollanden verstuond, sprach er zuo
im: »Wenn es also wer, als du sagst, so wer ich wyllig ücb
Ketitpfaeben in min her. Wann icb darf wol gnotter rytteru
inn dyssen krieg; wann icb will Mariotz, mius suns, tod so
rächen, der was dem sotdan zehilf Kogen und ist von einem
rj'tter ertödt worden, geucmpt Spinoll, der was inn Rengnold
"fld Ruollanden gselschaft. Der selbig RuoUand hat sieb zuo
solclan inn Babillonia bekrönnen lassen. Mag ich inn ergryifen,
*o wyll icb sölliche räch begän, das sine gsellen zyttren as
^üeasend, wenn sy es gsäcbeii werdend. Wann der scholm
'8t ietz zuo ßabillonnia inn fröuden, und icb bin bie inn leyd
bfikleyt tag und nacht, untz das ieb mines suns tod gerochen
218
hab. Darumtn , wenn du und dine gsellen mit mir gen Ba-
billonnia kommen wetid mir hälfen die räch begän, so wyll
ich üch all rieh machen.* Dysaer keysaer was wol betroi^eD,
daz er mit Ruollanden redt von der räch, sines suns, die er
6 an im begäti wott ; aber es were im weger gsin, er het sinfis
suns tod vero^essen, wann er kam sinn och umß laben , als ir
hören werdend. Rnolland sagt zuo im: »Her, ieh danck üch
tiwers guotten wyllens. Ich will mit rainen gsellen darvoQ
reden, 60 wend wir zuo lieh kommen inn üwern pallast.« Der
10 keyser was Ruollanden antwurt zefryden und kart wyder inn
sin pallast. und Rnolland gieng zuo sinen gsellen und ertzalt
inneii die red, so er mit dem keyser gehept hat ; des sy all
lacliettend. Des keysers züg wuochs täglich. Wann des selben
tags kam der künig von Morycka, der brächt ein grosse gsel-
16 schafft starck und mächtig lüt, gewapnet mit gesotnem läder;
sy wärend schwartü wie gesotten hartz. Des andren taga reyt
inn die stat ein mechtiger amiroll , der brächt wol inn siaer
gselschaflt füufzechen tussend Tiircken, mit hälffinnen ruggen
gewapnet. Er ließ sich füereii inn einem wagen, bedeckt mit
20 guldinnen tüechern, den fier starcke pfert zugend, und ryttend
vyl trummetfcer und andere seyttenspyl vor im, die erschallend
lufc. Dysser arairoU was vast atoltz und hofferttig und fuort
ein panner, inn dem was ein low uff einem silbriunen fäld,
glych wie Rengnolden und siner gsellen was. Der amiroll
n fuor für Cypiona büß, inn dem die Krysten zehi^rberg wärend.
ßuoliand erhört des seytteuspils thon , lüf zuo der thiir uü
luogen, waz das wäre, und Rychart mit im. Do der amiroll
Rengnolden panner ersach, fragt er den wyrt, wer der were,
der sin zeichen fuort. Rnolland, der was zuogegen, sprach
30 zuo im: »Es ist min. Was wylt mir geben, ich wyls dir
schäncken.« Der amiroll sprach: »Du weyst wol, das keiner
des andren wappen füeren sol, wenn eriä nut errobert hat
mit siuer könhejt. Du hast es wol als bald gestollen aia
gwunnen.« RuoUand sprach zuo im: »Du lugst durch din
86 Schlund; wann ich bin kein dieb, sunders hab sy inn Persift
gwunnen.« »Und du byst ein dieb nud ein erlösser,« sprach
der amiroll, »und byst inn dyfi land kommen rerrettery ze-
triben. Darumm wyll ich nüt lyden , das du min zeychen
Ftiprest, du ffwünnest es dann mit strytten.« Do Ruolknd den
heyd verstuoud, do ward er vast fro und sprach zuo im : »Ich
sorg , du sigest nüt ao frysch zeroia ak inn dyssem karen ;
wann ich erkenn wol, das du nüt dann reden kansfc.« Der
ainiroJI sali ab dem waggen und forschet sin liarnisch. Rnol- 0
land gieng und wapnet sich öch; daz thettend och sine gseilen
lind sassend uff ire pfert im hyiflich zesin, ob er ainn törffty.
Der keyser vernam die inere, der kam den stryt besächen.
Do der amiroH, der hieß Lyoofant, [bL 109] gewapnet was,
saß er uff sin pfert ; das tet Rnolland und sine gsellen och. lo
Do sy uff dem feld wärend, sportend sy ire pfert und kamend
gegen ein andren mit söllicher atercky, das ire aper zestucken
sprutztend. Sy zugend ire Schwerter uß und schluogend uff
ein andren mit söilicher stereky ^ das für uü irem hämisch
gieng. Der atryfe weret hing; des Rengnold verdruß hat und n
sprach zuo Ruolland: »Rytter, wo ist diu könheyt? Ich gloub,
du dänckest an din holdsehaft, das dysser beyd so lang gegen
dir wert.« Do Rnolland verstuond, das inn Rengnold schmutzt,
do ward er vaat zornig, und im ward sin stercky zwey facht,
also daz der beyd nüt mer erlyden mocht ; wann er entpfand a»
inn sinem fleisch, wie Durandel, Ruollanden schwert, das so-
vyl heydeu ertödt hat, achneyd; wann RuoUand schluog inn
sovast, daK er tod zuo erden fiel. Durch dtsse gsfcalt hat
Rnolland rächt zum panner und Lyonfant unrecht. Sin volck
fuortend groß leyd uram iren heren ; deßgliehen der keyser, S5
wann Lyonfant was der sterckeaten mannen einer eines zlgB.
Wie ein junger rytter Richarden und Ollyfier im
stächen überab stach und den Alten vom berg ertodt
und darnach Rengnoldeu och ab stach.
In des amiroll Lyonfantz gselschaft was ein junger ritter so
in dem alter zwey und zwentzig jär, der kam, do er sin heren
tod gsach, gewapnet und berytten uff das fäld und sagt über-
lut: »Ich wyll mines Leren tod rächen;« zuo Ruollaud : »Ich
sagen dir ab.« Do Ruolland den rytter verstuond, do sprach
3 ze roß als] am rande !hs.
J
220
er zuo im: >Ich nini den atrjt uf; ab»?r darutum dtiz du so
jting bist, wyll ich mit mit dir strytten, sonders dysser ryttnr,
der ist als jung als du, der muofi den stryt thuon.« Das was
Rychart. »Ea «falt mir woll,« sprach der heydiscli rytter.
B Also stäcliend die zvven jüngling; aber ßichart fiel des ersten
Stichs ab. Do Ollifier Richarden zuo erden gsach , do sagt
er, er wett inn rächen. Aber im geschach wie Richarden,
des die heyden ser erfröwt wurdend. Der Alt vom berg wol
och stächen. Der ritter verseyt es im nüt, und kämmend
10 gegen ein andren mit söüicher ßtercky, daz der Alt sin sper
zerbrach, und der heydiach rytfcer stieß im die ein durch den
Hb , das sy im mer dann ein kläffter wyt dar durch gien^;,
darumm er tod zno erden fiel. Des die beren ser bekümmert
wurden, insunderheyt Rengnold, der hat iun vast lieb; dann
ift do er gsach, daz er tod was, do ward er aller dingen toub
von zorn und sprach zuo dem jungen rytter, er wett aines
fründtz tod riichen. Der jüngling was bereyt. Also käm-
mend sy gegen ein andren, daz ire sper ze stucken zerbräcbend.
Darnach zngend sy ire schwertter uia mit grossem zorn. Der
20 jüngling gab Renguolden ein so hertten streich u£F sin bälm,
das er genöttiget ward^ das er ui dem sattel zuo erden fifl;
des Ruolland ser erschrack und nüt wüßt, was er gedenckeii
sott, dann got byfcen, daz er innen hylflich wer. Do sich
Rengnold zuo erden gsach, ward er gantz scbamrott und sagt
SB zum jüngling: »Du magst dich wol rüemmen, des sich kein
heyd nie höt mögen rüemmen ; aber ich. hab die hoffuung guot
mich zerächen.« Und gab damit dem jüngling ein so gru-
ßammen streich, das er ab sinem pfert zuo erden fiel, also
verkerfc, daz er sich nüt rottedt ; dardurch yederman gedächi,
30 er were tod. Do inn Rengnold also gsach , do ward er ser
betrüept und sagt , er were wol arbents^lig , das er so ein
edlen und manlichen jüngling ertödt het. Er nam inn inn
sine arm und truog inn iun die herberg uff sin bett, Do
der keyser gsach, daz itm Reugnold hinweg truog, do schrey
31» er im nach: »Tiauo im nüt mer! Dich sol benüegen des, so
du thän hast.« »By Machmet,« sagt Rengnold, »es ist mir
leyd, ist er tod; wann es was der aller hüpschest rytterscli
aufang, von dem ye kein raenfsch horfc sagen.* Do der jung-
ling äff dem bet was, do tliet im Riiolland sin hälm ab dem
höpt und empfand, daz er nach atmet; des sy vast fro wärend.
Sy thettend all fr vermögen , daz sy inii uß der ämmacht
brechtind- und durch den wyllen gofctea, der da nftt "wott,
das er sturb (wann er sott ein guotter Kryst werden), warfs
er ein sünftzen und fieng darnach an reden und fraget dem
rytter nach, der inn also zuo gerust hat. Und Rengnold
sprach: »Ich bin hie, Waz wyltu?« :»Ich will gnad von dir
begeren, daz ich mit dir gestritten hab ; wann du bist der
best rytter inn aller heydenschaft.« Kengnold ummfieng inn, lo
und begerttend vertzichung von [bi. 110] ein andren. Sy
sötfcend ein andren billich lieb haben, wann sy wärend zweyer
bruodern sün , als ir hören werdend. Als ßengnold und der
Jüngling mit ein andren redtend, do nam RuoUand des jftng-
linga Schwert und gsach , daz es vast schwer was, und das ib
der ein meehtiger rytter sin rauoßt, der sich sin gebruchen
mocht. Und was uff frantzössischen sytten gemacht, und in
dem knopff was eines forsten uß Franckrichs wappen. Do
Ruolland daz schvvert gtinog besechen hat , do sprach er zuo
dem Jüngling: »Edler Jüngling, wo ist dir dys schwert wor- 23
den? Wann es ist nüt inn dissem land gemacht.« »Edler
ritter,« sagt der Jüngling, »ich wils tich sagen. Wilssend,
dan min niuother ein ryche frow geweßt ist, die hieß Rosainna.
Aber von niinem vatter hab ich nüt grosse bekantnusj wann
er was nüt dis lantz, als mir min muotter zum dickern mal as
gsagt hat , sunders was ein meehtiger fürst uß PVanckrich,
üerold von Rossillon gelieyssen. Der was von dem aller ed-
lysten und bertieraptestea geschlächt inn Fraiickricb, wann
es sind menger frommer rytter daruß entsprungen. Der selbig
Gerold kam inn dyß land und ward miner muotter hold, und 30
sy im, und fuorttend ir holdschaft al^o mit ein andren, daz
mich der edel her inn iren gebar. Und lies iren dyß schwert;
das gab sy mir, do ich anfieng hämisch füeren, und sprach
zuo mir: wenn ich als ein guotter rytter wer, als min vatter,
des dyß achwert gsin was, so übertreffe ich alle die inn der 88
heydenschaft mit manheyt. Ich wer och uß redlichen lütten
entsprungen , die hettend gros land und lüt inn Franckrich
inn. Und damit ich iich das geschlächt nach bas zeerkennen
222
itsprangen bin, ao wüasend, das der manlicli
rytter Rengnold daruLi entsprungen ist, wann sin und ruin
vatter wärend bruoder, und Gergis von Thannemarck, des
andren bnmders sun, und Magis, der geschwind rytter, was
6 Beffes von Agremuntz sun, der och ir bruoder was; wann
iren wärend ayben bruodern, all guot fromm rytter, und haud
.gros herschafften und land inn. Wüst,« sagt er zuo end
einer red, »das der manlich Kuolland och ufi dyssem gachlacht
entsprungen isti Und loben üch: wenn deren einer, den ich
»0 üch genempt hab, gegen wyrttig gsin were, do du mich über
dax pfert ab geschlagen hast, er hette mich wol gerochen.«
Die heren hattend grosse fröud ab dea jüngiinga red. Rual-
land mocht sich nttt nier der red behan und sprach zuo im;
»Ich bit dich, edler Jüngling, das mir din nararaen sagest.!
» » Wüiä, daz ich Alexander heyß !« Do ummfieng inn Ruolland
mit grosser liebe; daa thettend die andren och. Des er sich
ser verwuirdert und sprach zno innen : »Mine heren , ich byt
üch: sagend mir die ursach, waruram ir so gros vest mit mir
tribend!* RuoUand sprach; »Wir sond es byllich thuon, waBü
ao du byst unser früod. Wann wiiß, das ich ßuolland bin, und
dysaer ist der gräf Rengnold, und disser der marggräf Ollj-
fier, der öch din fr und ist, und der ander Rychart , llengnal-
den bruoder.* Do sprach Alexander: »Das ist ein wunder-
barlich ding, das ich üch also funden hab. Und syt das icb
s& üch hie funden hab, so sag ich üch zuo, das ich mit uch inQ
Franckrich wyll, und wyll Machmet?, glouben verlougnen und
inn öwer gselschafft sterben und genessen und inn dem dienst
gottfs und inn des frommen keyser Karlya. Ir sond wQssen,
das ich zäclien tussend guotter strytter under mir hab und
sa har kommen was , daa ich mit dem keyser gen Babillouuia
wott Uch da suochen ; wann ich hat vernoramen , ir werind
da. Und ich hab üch ein botten gschickt üch zewarnnen vor
des keysers fürnemmen, und so bald ich dar kommen wer,
ao het ich mich zuo üch gaellet mit mineio voick, wann ich
Bö will nüt wyder uch sin. Ir sind gnuog gewarnet, wie ücK
der keyser tröwt ; aber wend ir mir volgen , ao rauos es wol
änderst gän. Wann mit üwer und mit minea volcks bjlf
muos disae stat unser sin, und wyrt dem keyser also sin be-
ibnutig daruram, das er üwern tod bcgert. Ich wyll üch
sagen, wie wir thuon wend: Der keyser wirt morn all sin
volck versamlen lassen ninstren. Und ich wyll l>y niineni
volek sin und hj fiieren. Inn dem sood ir gewapnet kommen
den krieg mit des keyaers volck anfachen. Und nemmend ß
uch mit üwern nammen ! Wann üwer raom ist also inn aller
heydensehaft, d^s öch yederman fiircht, und ao bald sy hörend,
wer ir sind, so werdend ir sächen, da3 die alkr fryscheaten
fluchen werdend; wann ich erkenn sy woL«
Wie der keyser von Messa getödt ward und die stat ^o
Monassa erroberet durch Allexanders ratt.
Nach dem und Ale:rander den rätt geben hat, schied er
ufi der herberg und gieng zuo ainem volck und öffnet den
fümemeäten sin meinung. Sy sagteud all, ay wettend alles
dthuou, waz er wett; wann er was innen allen lieb. Des ib
selbigen tags ließ der keyser uß rüeflFen, das alle die, so har-
nisch tragen raöchtend, frömbd oder heirascli, raornendes umm
die drü uff den grossen platz kemmend, da wott er mustren.
Do 63 niornendea umm die geraelfc stund ward , kämeud die
heyden uff den platz, deren wärend mer dann sechzig tussend so
uß sältzneu landen. Do der keyser vernam, das sin kriegs-
volck versamlet was, do reyt er uff den platz gewapnet uff
dem besten pfert , so inn sinem land was. Und inn siuer
gselschaffc was ein hoffertiger heyd , [bl. 111] der hieia der
Cam von Cattaya, der fuort mer dann zechen tussend man, 26
Rengnold vernam, das die heyden versamlet wärend; darumtri
er und sine gsellen ufi" ire pfert sässeud und ryttend uff' den
platz. Do der Kamm von Cattaya sy gsach kommen, do reytt
er gegen innen und sprach zuo Rengnold , der reit vor dan-
nen : >lch muos wüasen, wer ir sigend mit dyssem fenly; wann ao
mich dunckt, ir sigend besser zuo der ruow, dann inn etryt.«
Kengnold sprach zuo im : »Wiltu wussen, wer wir aigend, so
uim ein sper 1 So wirstu innen , waz wir könnend,« Do io
der Camra von Cattaya verstuond, do verdrolä es inn und nam
ein starck sper und reyt zoniigklicben gegen Rengnolden, as
Der begert uüt daiui des atrytz, sties im duz sper des ersten
224
BÜchs durch den lyb , das er tod vor dem keyser ab sinetn
pfert fiel. Der sprach zuo Heiignold: »Gouch, du bist unge-
mefe und übermtiettig, das du also min volck vor mir tödst.
Ich wyl die räch begän zuo stund.« Do inn Rengnold ver-
6 stuond , sprach er zuo im: »Keyser, du soltest mich billicli
lieb haben ; wann ich wyl dir vor grosser arbeyt sin. Wann
du tarfst out gen ßabillonia zezüehen din auii rächen; wann
wiiß, das ich Rengnold von Muntabant bin und dysser Ruol-
land, des hertz du haben wilt! Der ander ist der mechtig OJlj-
10 fier, und der jung ist min bruoder Rychart. Und dysser, so
du meinst, er sig inn diner hilf, ist Alexander, min vetter,
der nenipt sieh diu tödlicher fyend. Darumm gedenck dicb
zeweren!« Do Reugiiold dyß wort geredt hat, da Hellend der
mererteyl heyden inn ein söUiche forcht, das ay sich inn die
iii flucht niachtend; des der keyser ser erschrack und sprach
zuo Rengnold als einer, dem es glich gylL umm sin lübea:
»Gedenck dich zeweren! Wann ich vryll mich rächen iiram
den übermuot, so du die vergangen zit an uuserem gJouben
begangen hast.« Damit rytteud sy hiudersich und käuimeiid
20 gegen ein andren, aber der keyser fiel des ersten stichs tod
zuo erden. Des die heyden ser erachrackend ; wann etlich
machtend sich inn die flucht , etlich staltend sich zuo wer,
Alexander kam mit sinem volck inn stryt. Da ertzeigt er sin
könheit; ein yetlicher möcht erkennen, von waz statamens
ji6 er was. Do die heren sin grosse manheyt ersachend, do ryt-
tend sy inn sfcryt. RuolJand macht, das im die heyden weg
geben muoßtend, als die schäf den wölffen ; deßglichen thet'
tend 5ch Ollyfier uud Richart- Es beschach des tags ein grofi
bluotvergiessen iun der stat Monassa der heyden. Im stryl
80 was ein heyd , künig zuo Morucka , der enthielt die heyden
im stryt. Den ertodt Ruolland. Do wärend die heyden od
hopt, darumm sy von stund an die flucht nämmend. Die, so
enttrünnen mocbteud, fluchend inn ire schifl' ufl" das mer, uad
die, 80 d« beliben, wurdend all ertüdt. Inn söllicher gst>'i'
35 wurden die Krysten her und meyster der stat. Nach detn
stryt giengend sy inu pallast. Reiignoid beruotft etlich naid-
29 vergl,- anm.
225
brüeder iim den wilestfnnen, die toufftend Alexander und ein
jungen schiitner inn sin er gselsclmft, der hies Rengnkr, Ouch
ward getouft Zipion , der fromm wyrt , sampt ajner frowen
und tochter, die hies Florenttina. AUexander ward mit ver-
wilgung aller heren zuo keyser erweit, wie wol erß nüfc an- &
nemmen wot. Reugnold lioü des Alfceu vom berg h'ehnam gen
Babillouia füeren, das er nebend Morgant vergraben wurd.
Do der fromm pattron Jason vernanij das unser volck der
stat her wäreud, do ward er vaat fro und kam zuo innen sy
züchtigklichen grüetzen. Sy wärend siner zuokunfft vast fro, lo
Rengnold macht ein ee zwüschend im und Florentina , des
wirtz tocbter. Der patron was willig und ward getouft. Reng-
nold gab innen mit verwilgung siner gsellen sovil stett und
schlössfer, das sy ir läbtag rieh wärend. Die heren ruowiend
etlich tag zuo Monassa und satztend Ordnung inn allem 1&
land und niachtend iren wirt Tzipion gupernator über alles
land. Darnach nammend sy urlob, wann ay wotteud Gau-
nellon erlössen in Creontta schloß.
Wie Gaunellon voa Rengnold und sinen gsellen er-
lößt ward, und wie sy inn Creontta schloß gfangen 20
wurdend all.
Nach dem und unser volck Ordnung im land gsetzt hat-
tend, do schiedend sy hinweg und ryttend sovast, das sy zuo
dem schloü kämmend, inn dem Gannellou gfaugen was. Da
fundend sy zwen hirtten ; der ein was der, so sy gereyebt hat, 25
zuo BabiUonnia. Der fuort sy inn des huß, [bl, 112] den
Gannellon erhiinckt hat, der Rengnolden sin pfert gstollen
hat. Der hyrt sprach zuo Rengnold: »Dys hua ist des gaia,
der ilch Uwer pfert gestollen hat, den der gräf Gannellon ge-
hiinckt hat an dyssen boum, als ir nach sächend. Ich haltfen 30
im häncken.t »Ich sag dir und Gannellon danck,« sagt Reng-
nold, »wann der dieb macht, daa ich mengen tag aefuoß gän
muoßt.« Sy ruowtend etlich tag inn dem selbigen huß. Reng-
nold fragt die hirtten, wie sy inn Creontta schloß kommen
möchtend. Der ein hyrt sprach : »Es wyrt kum besehechen, S6
wanu das schloß ist wol verhöet. Wann die rysaen sind darinn,
Morgant dec rl«>e >^^
ft
und by yetlichem thär ist ein grussammer low, und die ryssin
und vyl bösser geysten ; wann sy ist die gröst zoubreriE inn
aller weit. Und ist so grussaium und ungeschatfeu , das sj
Sathan und Astaroth erschrecken wnrd; nach istsy vil veUscher
6 und botäbafftiger.« Do Rengtiold den hirtten verstuond , do
sagt er: >Het sy all tüfl'el by iren , so wend wir GaHnellon
hau.« Damit sassend sy uff ire pfert und machtend sich ufi
die sLrälJ. Do sy by dem schloß wärend, fassend sy ab ireti
plerden und gäbeud die Rengnier zewartten. Rengnold gieng
10 vor bin und wott zuo dem thär inn ; aber er fand am ingang
ein grosser low, der fraß ein scheffly. Do der low in ersach,
do stalt er sich uffrccht und kam gegen im und stieß iin die
zwen kläwen inn schilt und erwuscht inn mit den zennen by
dem heim. Und Rengnold, der hat sin schwerb inn der band,
16 hüw im ein schlinckel ab, also das iun der low wider muofit
lassen gan und fiel zuo erdeu. Rengnold nam sin streich
wyder und zerspielt im sin köpf. Alexander sprach : »Du hast
dyssen lowen tödt, ich wyll den andren töden.« Damit griet
er an den löwen, der kam un iun mit uf gefcbäuem mal. Und
20 Alexander stieß im sin schwert inn sin mul untz zum hertzen.
Also wärend zwen löwen tod. Ruolland kam an den tryttei:;
aber do inn der iöw gsacb kommen , leyfc er sich nyder itin
zeichen der demHetfcigkeyt. Do ertzuekt Ruolland sin sehwert
wyder und wott inn nüt tödea, simdera sprach: »Ich gloub,
s5 das es durch deu wyllen gotz beschech , das der low so de-
müettig ist. Ich hoff, got werd uns bälffeii.« Do die zwen
löwen tod wärend , do gieng der dryt mit den heren , und
gieugend im nach. Und do sy inn den ersten sal kämmend,
da was der rysseu einer. Do er die heren gsacb, so der low
30 faort, do sprach er: »Waz tüffela ist das? ich gloub, Macb-
met sig unsinnig worden und Imb kein macht raer, das ich
dyß lurren hierinn gsich, das die löwen sy nüt zerryssen band.«
Es ist hie zeniereken, das die lÖwen vertzouberet wärend ine
söUicher gstalt von Creontta, das sy alle die erkantteud, die
3^ hin inn kämmend Übels zebegän ; darumm man sy nufc ge-
scbedigen möcht. Aber got der allraechtsg, der da mag all
♦
25 es] er hs.
227
erryen hin thnon, uani den löwen die krafft'., das sy sinni
guotten fründen und dienern uüt tliuon mochtend , die da
wäreud des kry.st(*nliclien fjloubeiis stützen. Der ryß gien<j
gegeu Ruollünd, der gieng zefordurst. Und ala er Ruolkinden
schlachea wott, stieß im liuoUand J^urandel in die brüst und s
zerstach im sin hertz , das er starb. Das ersach sirier brüe-
dern einer, der ward ser ertzurnt und sagt, er wett sins bruo-
ders tod rächen. Er kam an Alexander und kuob ein grosse
stang uf inn damit zerkiiitsehen. Aber der edel Alexander
tiaet ein aprung, darumm inn der ryß nttt traff ; dann het er lo
inn troffen, so het er iun ertödt. Und ala der streicb an herd
gieng, huw im Alexander den arm vom üb mit dem scUvvert;
er nam nach ein streich und hüw im den kopff ab. Also
wärend zwen ryssen tod. Die natnr lag dem drytten ryssen
im geblüet , das er siner brüedern tod rächen wott. Der la
nmrafieng Richarden und luod in uff sin rnggen. Aber Reng-
nold gieng im engegen und sagt zuo im: »Laß den rytter
gän!« Der rilä sagt, er wett sin bluot trincken. Richart
schwang sich von im , Rengnold schluog den rysen uffs höpt
und zerspielt inn untz uff die zen. Nach was der ryssen einer, 20
der was der aller sterckest und böat. Do inn OUyfier er-
sach, sagt er zuo sinen gsellen: »Dysser stryt wyrt raiii sin;
ich bit üch, das inn keiner anrüere.« Der ryß kam an inn
uitd schluog inn uff sin hälm mit einem mortpiell so ein un-
geraesaen streich, das, wenn der hälm nüt gnofc gsin were, so *>
Wer er inn todes sorgen gsin. Doch ward er ab dem streich
80 schellig, das er vermeint an herd gefallen. RaoUand schrey
Jii zuo: »Vetter, wie tnckstu dich ab des ryssen streich?
"astu uüt din guot schwert Hochenklera , duz sovil heyden
ertödt hat? Schnit es nüt ah wol ala ye?« Do OUyffier Ruol- 3o
'Süden versfcuond, do ward er gantz schamrotfc und gwann so-
^yl hertz, das er dem ryssen das schwert durch den lib stach,
^^^ er tod uff den esterrich nider fiel. Do Creonta wiiat, das
ire sün tod wärend, do ward sy gar unsinig und lüeget wie
touber stier und kara gegen den heren mit offnem mund, ss
all
ein
als
ein unsiniga thier; sy was
wie em
S6 an stelle der sternclien in der Iib. leerer räum; vergl.
Sy erwuscbfc Alexander und luoil inn uff ir achsleu und wott
inu hinweg tragen. Aber Rengnold kam an ay and gab ir
ein streich mit sinem schwert uff iren kopfF; aber ea wyder-
schnalt, als ob er uff ein araboJj geschlagen het. Die ryssin
B lies nüt votu gän mit dt^in jungling, der mocht im aelbs iiüt
gebälffen, so starck bat sy inn. Ruolland [bl. 113] kam öcb
und schluog uff sy mit aller stercky mit sinem schwert, aber
es was glycb, als ob er uff mariuelJ.'^tein schlüeg ; des sy all
ser ersehräckeiid. Sy sagt zuo iouea : »Ir scblachend umiii
10 suafc uff mich; wann es ist nüt möglich, das mich yssen nach
Stachel schnideu raög, so wol schnidet ist es nüt. Es ist üch
nach bössers verbanden; wann ir mögend nüt uß dyssem
schloß kommen, sunders mnessend darinn beliben , solang
mir liept. Ich beger keiner andren räch umm miner süntien
iB tod : ich bin willig Gannellon zeerlöasen, aber ir werdend mir
gselachafft halten an rainer sünnen stat.« Mit dyssen wortten
ließ sy Alexander wyder gän. Do die heren die ryssin ver-
stuondend, erschräckend sy all. Nüt desterminder erloßtend
sy Gannellon. Der zuckt sin schwert uß und schluog uff
20 Creontta hert streich , aber die keybin lachet nun darab,
Ruolland, Ollyfier und Alexander gäbend ir hert streich, aber
es gab ireu minder zeschaffeii , dann bettend sy ufi' eiu am-
boß geschlagen. Do sy gsächend, das sy ir zyt verlürend,
horttend sy uf schlacfaen und giengend an des schloß thir,
26 Das was nüt verhüet , aber so bald sy hin uß wottend , thtit
es sich von im selbs zuo. Und so bald sy wyder darvon
kämmead^ so thet ea sich wyder uf von im selbs. Sy be-
libend vast lang inn Creontta schloß inn grossem loyd uno
schmertzen; wann ir grosse nianheyt diendend innen BÖt;
aa wann es gieng als durch die lüffelsch artt zuo. Sy hetbeod
all ir laben laug darinn raüessen beliben, wenn sy der fronin'
rytter Magis nüt erlößt hett.
Wie Magis inn sin er kiinst erkant, wie die heren iin^
Creontta schloß beschlossen waren , darunim er uß
reyt von Muutabaut und erlößt .sy.
Magis, Rengnolden vetter, was zuo Muntabant, der hesad>
sine büeclier zum dickern mal , inn welliclieni wesseu sine
vettern werind. Und laogt sovyl, das er erkant inn siner
kunst, wie sy inn Creontta , der ryssinnen, schloß gfangen
wärend, ufä dem innen nnraüglich was zekomen od hilf. Daa
ertzftlt er Allard und Gucharten, Rengnolden bruodern, die a
wurdend der mere ser betrüept. Sy enhuttend es yllentz ireni
Vetter Astolf, der was zuo Paris. Und so bald er die mere
yernam , schied er von Paris und reyt gen Muntabant. Da
ertzalt im Magis, wie Renguold und sine gaellen inn Creontta, der
ryssinneu, schloß beschlossen wärend, ula dem sy niemraer mer lo
kommen möchtend, wenn innen nüt geholfifen wurd. Also
wiirdend sy eynhellig sy zeentschätten, nämlich Magia, Astolffo,
AUard und Guchart. Frow Anthea sagt, sy wett mit innen,
wann sy het groß begird Rengnolden zesächen. Sy maclitend
sich yllentz uff die sträß und ryttend so vast, das sy inn is
Hyspannia kämend» Und es begab sich eines tags, das vast
heyß was, das Anthea inn blossem höpt reyt. Do begegnet-
tend innen dry heydisch rytter gewapnet ; der ein was des
künig Marssillia vetter (von dem wir hievor gsagt haud), der
hieß Lyonbrnn und was vast stoltz. Und do er Anthea gsach, 20
do duocht ay inn vast schön, und sagt, ay mtteßt im werden.
Und reyt zuo den hereu und sprach zuo innen : »Ich weyß
nüt, wer ir sind; aber dyß ist niit ein rytter, sundera ein
junckfrow. Die muoß mit mir kommen , wann ir haud sy
gnuog ghan. Und wenn ich sy als lang gban [han] als ir, as
iiept es mir dann, so wyll ich sy üch wyder geben.« Astolffo
sagt zuo im: »Du bist nüt wyrdig ein semlichs menfcach ze-
haben, wann sy ist zekostltch.« »Dennecht wyll ich sy haben,«
sagt der heyd, »oder du muost sy erretten mit der sper.«
»Es gfalt mir wol,c sagt Astolf. Also kämmend ay gegen so
ein andren , also daz Astolfo abfiel ; darumm der heyd band
an die junckfrow legen wott. Aber AUard verseyt sy im und
sagt, sy müeßte im nüt also vrerden. Der heyd reyt gegen
Atlard und AUard gegen im. Aber der heyd fand nüt Astolfo;
wann er stach im das sper durch den Hb, also das er tod zuo as
erden fiel. »0,« sprach Anthea, »Allard, du hast wol ertzeigt,
das du von Rengnolden gschlächt bist« Do die zwen ander
heyden iren gsellen tod gsächend, do nämmend sy inn und
leyttend inn uff ein pfert und fuorlend inn inn die »tat,
Astolf schampt sich übol , darumiu das er gfallen was ; er
entschuldiget sich mit ainem pfert, das het im gfelt. »Es
durf keiner entscbuldigung ,c sagt Änthea, 9wann man bat
& wol gsäclient an wemnj es gelegen geweßt ist.« Sy ritteail
sovast, das sy für Creontta schloiä kämmen, Do niacbt Magis
sin zouberyen inn söllicber gstalt, das innen Creontta zonber-
ryen uüt verbiietteu [bL 114] niocbt, das sy nüt hin inn
kemniiud. Do sy hin inn wärend , das die einen die andreD
10 ersacben , es ist gnuog zeverstän , waz fröudeu sy hatteiid,
Reugnold fragt Magis, war sy wettend, iTnd wie er sy het
gwüf^t befinden. Magia ertzalt im, wie er inn siner ktinst
erkeut bet, dsus sy inn dysseui scbloJä gfan<j;en wärend durch
die schwarfcz kunst, und daa es innen unmöglich were htnufi
16 zekoraraen an sin hilf; darumm were er kommen sy erlöss«ü.
Do Reugnold Magis verstuond, do ummfieng er inn uud sprach
zuo im: »Min vetter, daa ist nüt die erat gnothet, so du mir
uud minen brüedern getbän bast. Ich byt unseru heren, das
er mir die gnad thüeg, das ichs umm dich verdiennen m5g.<
20 Magis fragt, wer der jängliiig were (das was Alexander),
Rengnold ertzalt im, wie sy inn funden hettend, und die rasui-
heyt, so er begangen het, und wie er ir vetter were, Geroldt»
von ßuasellons aun. Do Magis verstuoud, daa Alexander sin
fr und was, do ummfieng er inn mit grossen fröudeu, Reug-
23 nold hat Authea by der band, der was so frolich, das er nüt
zucht halten koud. Do die ryssin gsacb, das ir kunst den
ryttern nüt hat mögen vor sin iun ir schioli zekommen, Jo
wott sy toub werden. Und wott nach grosser zoub^rj'ei)
macbeu , aber sy mocht nüt, wann Magissen tüttel vväreiiil
ao als ötarck als ire ; darzuo sind sy der natur, daa keiner dem
andren schaden tbuüt. Des die alt ser erschrack. Ruollaad
sprach zuo Magis: »Wie mag es müglich sin, das man die
ryssin töd, die da weder schwort nach gschütz furcht?« »leb
weyß die gstalt,« sagt Magis, »Sy hat ein bild uJJ waclt
Sägemacht iren glich, daz ist also vertzouberet: so lang das
unverruäsget blipt, wirt die alt Geh bliben. Das bild ist an
einem heimlichen end verhüet durch ein grussanimen tracktu.
Wenn wir die ryasin tÖden wend, so müessend ir sy fachen.
hüetteiid ob allen dingen , daz sy'"(!cTi " SP^enltFuriT
Wann aa were als wjder am aufang. Und geb wax zouberryen
sj mache, so förclitend üch nüt ! Aber ir, Kuollaud, Ollyfier,
Alexander und AstolflFo werdend sj haben, und Reiignold rauofi
rait mir gän den trackeu töden. Ich will das bild all gruacheat 5
vertilgen, und so es zergän vvyrt, werdend ir die ryssin grua-
sam gstalten gsücheu füereu.« Euolland und die andren gieag-
end und ficngend die ryasin, die fundend sy, das sy neyswaa
caracteren inn herd macht, Sy erwaschteud sy, aber sy hat-
tend gnuog zeschatfen sy Kehebeu ; wann ay fleyß sich all lo
zouberryen zebruchcn, die sy erdencken kotid. Magis und
lieiignold gieugend iun ein kleius käiiuuerly, in dem das bild
was, und dar nebend was ein grosser track, der warf für uü
dem mul. Jlagis sagt zuo Rengnold: »Du muost dysseu tracken
töden,« Damit zog Rengnold sin sehwert ufi und gab dem 15
trackeu so ein hertten streich, das er ina ein stuck vom
schwantz hüw. Do sich der track wund empfand, do lieB er
ein grossen fiirflammen nß dem mul, der thet Reuguolden
vast wee. Und als der track au iun springen wott, do stieß
im Rengnold sin schwert inu puttnch nutz zum krüfcz , das ao
er starb. Do der track tod was , do uam Magis das wüchse
bild, das was mit reinem wachs gemacht uuder etlichen dingen
des himels mid hat das ei» bein uff dem andren. So bald es
Magia hat, do macht er durch sin kunst, das ein groß für
für iun kam. Und so bald daz wachs der hitz empfand und as
anfieng zergän, do fieng daz gautz schloß an zyttren, sovast,
daz sich Rengnold nüt ufrecht beheben mocht, suoders weych
DJer daim sechs schryt hinder sieh. Magis sagt zuo im : »Vetter,
Furcht dir nüt ab keinen dingen, geb was du sächest ! Wann
äJso wie das wachse bild zergän wirt, also wirfc die ryssin 30
"cb enden.« Am andren ort was Ruollaiid und sine gselleu,
'"® haltend die alt ; die zerwaud sich, sy leyt sich allerdingeu
^^ ein huJBFeu , darnach strackt sy sich wyder , sy klapfft ire
^etin wyder ein andren , sy zerwaud ire arm und schänckel
•^itl verkart ire ougeu im hupt als die, die da empfand, das se
ireti der tod nach was. Die selbig zyt tonnert und haglet
^ sovast, das alles schloß darab zyfctret, und was glich, als
0» die gantz wält under gän wett. Der wind und hagel
232
wärend so migestüiimi, das die ziegel ab dem schloß fiellend,
und scliluog die thiireii imd venafcer uf und zuo. Das macht
so lott und ein so gros gebrächt sampt dem thonner, das ny
meiutteod, sy werind ian der hell. Das wärend ay och, wann
»es wärend vyl tüffel im schloß, so die ryssiti durch ir kunät
hat heyssen koninieQ; die tribend ein semlichs wesseo, daruinni
das sy uü dem schloß rauoßtend. Es wäreud fier rylter, die
hattend grosse arbeyt die rysein zehabeu, also zerthet sy sich.
Do das wächay bild zerschmultzen was und gäntzlich zer-
10 gangen, do gab die alt Iren geyst uf allen täfTlen. Und ala
iren der geyst hinschied, do kam ein semlicher erachrockea-
licher thonnerklapfif, das die heren vermeinttend, sy müeßteiid
undergän; wann sy fiellend der mererteyl nider. Nach dyssenj
grussammen thonnern horfctend alle migewytter uf, und da-s
15 wätter ward wyder schön und lutter, des die heren vast fro
wurdend. Do die ryssin tod was, do gieng Magis und Reng-
nold uß der kanimer zuo den andren heren. Da danctettend
sy all Magia siner hilf, das er sy so ufi grosser nott erlößt
hat. Sy verbranttend die ryssin und ire sün und ruowfcend
2a etlich tag im schloß in fröuden. Die werefc innen nüt lang,
als ir hören werdend.
Wie Astolffo von sinen vettern schied zornig und
wie er dry briiedera fand, die miioßteu [bl. 115]
dry dieben hänckea , und wie Ruolland och von
?6 inueu schied und wott Aatolilb suocheii.
Eines tags, ala die heren inn Creoutta schloß wärend
und von iren händlen seyttend, do moeht aich Allard, Reng-
nolden bruoder, nüt enthan zesagen, wie Asfcolffo durch eiaes
heydea stieb gfallen were, und wie er selbs den selbigen
30 heyden ertödt hett. Es were Allardon weger gsin, er hette
geschwigen ; wann sy lyttend dfirdurch vyl jämers, als ir ver-
stau werden. Dann do Rengnold die sach verstuond, sagt er
inn sjiotz wyfi: »Min vetter, wie biatu ao uütsöUend, das du
umm eins heyden stich ab dinem pfert fälscht? Ich meint,
8s es were mer manheyi inn dir.« Do sich Asfcolffo bort also
schalten und vernütten , do ward er vaet zornig und zog sin
scbwert uß über Rengnolden. Do das Kengnold ersach, sagt
er zuo im: »Ich gloub, du habest die sinn verloren. Was
gedenckstu wjder mich zethuon? Gast nut dannen, so muost
diu Schwert frässen.« Ruolland statt sich zwGschend sj ted
iiüd sagt zuo Rengnolden : jDu hast imDrecbt, das du onaern 5
Vetter also schiltst, der alwegen berejt geweßt gsin ist dir
und den dinen zedieiiuen inn allen nötten. Er ist Öch inu
dyß land kommen uß der selbigen ivrsach, als dann wol weyst.
Darumm rätt ich dir, du haltest inu wie din fnlnd und
Vetter.« Olljffier und Alexander näuiuiend Astolffo und fuort- m
tend inn inn ein andre kainmer, dardurch sy gestillet wur-
dend. Aber der selbigen uacht, do sy all ujder wäreud, uam
Astolffo sin hämisch und saß uff sin pfcrt und schied iiß deui
schloß heimlich on gnaden; dardurch ir fürnemmen zerschla-
gen ward. Also thuot das ungluck, das da der wält geschafft le
verkert, wie es wyll. Wann durch Astolffo hinscheyrlen hat-
tend sj grosse müe, ee das sy wyder xammen kämmend, als
ii höreu werdend. Do Astolffo von sinen gsellen gescheyden
was, do reitt er, das er nüt wüßt wohiu. Und reyt durch
ein wtiesty so lang, das iun die nacht begreyf ; wann er hat 20
den gantzen tag kein end fanden, da er herbergeii könde.
Do er lang gereytt, do ersach er ein für ; er reyt dahin , do
fand er, das ein bruoderhiisly was, inn dem wänettend dry
braodern. Er klopffet an der thür der brüedern ; einer thet
iif und fragt, wer er were, Astolf sagt kuo im, er wer ein 25
fareuder rytter, und bat inn, das er inn die nacht beher-
"^rgette. Der bruoder sagt ja. Astolf saß ab, und die brüe-
'lern gäbend sinem pfert gras ziissen. Er entwapnet sich und
^ der spis, so die brüedern hattend. Er aß vast, wann er
"äfc inn zwey tagen nüt gessen. Do er gessen hat, do gieng ao
^•" gen ruowen. So bald er nyder was, kämmend sechs mör-
^^^ 1 die brachen die thür am bruoderhüsly uf und nämend
^'*ö die spis, so ay fimdend, desglichen Öch Astolffo pfert;
^^ er ser bekümert ward. Und so bald es tag was, wapnet
^^ sich und fragt die brüeder, welchen die diehen werind. 35
"^i' brüedern einer sagt zuo im: »Land sy gäu! Wann ir
''ounend nüt an innen gewinnen ; wann iren sind sechs buoben,
K^oa und starck , die labend keins andern dann ställens und
234
I
roubens. Sy band uns vyl mal beroupt, aber uuser got öa'
uns alwegen wyder versuchen. Sind sin sicher , inneu wyrt
umm ir sünd gelonnet ; wann got läßt nüt ungestraft. Ir
überkommend mit der hilf gotz wol ein ander pfert.« Astolf
6 sprach zuo dem bruoder: »Du sagst wunder. Ich mein, wenn
ich inn got vertrüwtte und nüt darzuo thette, ich wurd lang
on rolä sin. Darumm will ich luogen, ob ich sy finden mög.
Und find ichs, so verheyasen ich got, das sy nie kein diebstal
verbrächtend, der innen so thür vergalten wurd als dysser.«
10 Damit macht sich Astolffo uff die sträa den dieben nach,
und gieng po lang, untz das er sy inn einer matten fand; da
assend sy das, so sy im bruoderhus gestollen hattend, und sin
pfert gieng im graß. Er schrey sy an. »Ir mii essend ge-
straft werden,« sagt er, »umm die übel, bo ir begangen httnd
ii üwer tag.« Und zog damit sin seh wert uß und hüw einen
zetod. Einer stach ein schäffellin gegen im, aber do er den
stich gsach kommen, do weich er und zerhüwä inn zwey stuck;
darnach gab er dem dieben ein streich, das er tod nider fiel.
Die andren fier kämmend an inn, aber er ertod glich nach einen;
20 die andren dry rust er also zuo , das sy kein macht m
hattend sich zeweren, und muoßtend mit im inn das bnioder-
hu£. Er sprach zuo den bruodern: »Lieben vättern, gsächeu
hie die dieben , die Uch sovil zeleyd thän hand ! Ich hab die
dry ti3dt und dyß dry bring ich üch , damit und ir sy e^
in bänckend.« »Ach her,« sprach der brüedern einer, »wir wend
sy nut erbäncken , wann ir wüssend , das ea nüt imser bruch
ist die lüt ssetöden, sunders länd sy gän und lassen [bl. 116]
gott machen! Der wyrt sy nüt ungestraft lassen.« >By mi-
uem got,« sagt Astolffo, »ir müessend sy erhäncken , oder ich
gg wyll üch häncken. Mich dunckt, ir sigend teylhafftig aa iren
diebstallen , das ir weud , das ich sy gän lau.« Astolf nai»
ein stücken und sprach zuo den brüedern, er wett sy schlachea,
wenn ay die mörder nüt häncken wettend. Kurtzumm, sj
wottentz nut thuon, darum er anfieng inn sy zescblachen,
85 also das sy ir kutten ab thuon muoßteiid und die dieben
häncken. Do sy erhänckt wärend, saß Astolffo uff sin pfe'^
und schied von. den brüedern und reyt, das er nüt wuüt *"
hin- Nun wend wir von den andren heren sagen. Do Ruol-
land gsach, das Astolf hinweg was, do dächt er, er wett iiin
suochen so lang, bylä das er inn fuiidü ; darumtu er einer
nacbt ou urlob von siiitn gsellen [schied], Do da?. Rengnold
und die andren vernanimend , niemmand konde das gros leyd
ertzellen , so ay fuortend. Gannellon thet öch der glicben, t,
iils ob er leydig were. Reugnold sprach zuo Anthea: »Nun
ist unser furneinmeu und gese]schafft zerbrochen. Wir hat-
tend inn wyllen mit ein andren gen Paris [zefarenj, aber ich
merck wol, das es nüt gescliächen wyll.« Anthea sprach, sy
wett wyder gen Babillonnia keren. ßengnold sprach, sy wet- la
tend iren gselschaft halten. Das gfiel ireu wol. Sy mach-
tend sich uif die sträs und ryttend sovast, das sy gen Babil-
lonnia kämmend, Anthea ward ser bekümert umm iren vatter,
den soldan. Sy ward mit ?erwjlgung der hereu zuo küngin
und frow gekrönt uber alle land und herschafften, die irs is
vatters , des soldana, gsin wärend. Demnach als die heren
etlich tag zuo Babillonnia gsin wärend, närnend sy urlob von
Anthea; die lielä gros sünfftzen ab liengnoldeu hinscheyden,
aber er ließ nach vyl grösser, Sy schiedeud hinweg und rytten
durch nienigs laud, ob sy etwaz von RuoUauden vernemuien sj
ruöchtend. Und ryttend sovast, das sy gen Monassa kämmend ;
da fundeud ay den IVoiumeu patron Jason und Tzypion , die
wärend irer zuoknniFt vast fro. ßengnold schickt inn alle
land zevernemmen , wo Ruolland were ; aber sy kündend nät
von im vernemmen , des Reugnold ser bekümert was. Nun m
wend wyder von Astolifo aagea. Der reytt sovast, das er inn
Barbaria kam zuo einer stat, Cornnillia genempt. .Da was
künig ein heyd, Dyomedes geheysaen, der was so überniüettig,
das er weder an Jhesus nach an ander götter gloupt, suudei's
er ließ sich anhätten alü ein gott. Und hat ein bild lassen 30
machen inn siner gatalt ; er tzwang sine underthanneu das
antzebätten. Er läpt keiner dingen dann der thyraouy und
macht vyl uüwrung under sinem volck. Er hat ein gniachel,
die biet Fylbertta, die was wenig besser dann er. Ire under-
thanneu hetteud irer beder tod wol mögen erlyden. Sy hat- sa
tend dienner innen glich. Der kütiig wott , das all frowen
\md junckfrowen, sy hetteud mannen oder nüt, allen und ye-
dem erlöpt wurdend ; dardurch sine dienner vyl übels be-
236
giengend, wann sy liessend weder frowen nach junckfrowen
iingeschänt, und wenn iunen etwar darinn redt, so ward er
geschlagen on erberaid. Astoltfo herbergt sich inn der vor-
stab inn eines edeluians huü , der hielt wjrtschßfft. Der bat
6 ein schönoe frow. Der wyrt etnpfieng inn zum basten, so er
raoeht. Und im imchtessen ertzalfc im der wyrt das scbantliol
laben irs künigs. Aatolffo gab im kein antwurt daruf, ima
das er sagt, er wett etlicb tag da ruowen mit sinem pfert
Nun wyü ich wyder von Ruolland iagen, Der reyt, do er
10 uß Creontta schloß gscheiden was, so lang, das er in dass bruo-
derhua kam, da AstolfFo die dieben hat lassen hiincken. Die
brtledern empfiengend inn zum basten, so sy mochtead, und
ert/.altend im im naclitessen von den dieben : wie ein ryfctei
by innen gsin were, der liett dry dieben ertödt, und dry
15 bettend sy im müesseu häncken, darumm dag sy im sin pfert
geetoUen hattend; ey ghattend sicli nach der streichen, so
innen der rytter gäben hat, darumm das sj die mörder niit
hattend wellen häncken. Kuolland nara ein wollust ab der
brüedern red j aber er dächt nüt , das es Aatolffo were gsin.
20 Do sy gnuog geschwätzt hatten, do giengend sy gen ruotreD.
Und do es umm raitnachfc was, do erschein den brüedern einem
ein engel, der sagt zuo im: »Wüß, das ir beherberget band
den rytter Ruollandea , der atarck kämpffer des gloubeus,
Myllons von Angliers sun, des keyser Karlia vetter! Der
2s ander , der üch ließ die dieben häncken , ist sin vetter , ein
andern beschirraer des kryatenlichen gloubens. Darum ra thuoud
im eer an!« Der engell ersibein ocli Ruollanden und sagt
zuo im: * Ruolland, wüß, das ich ein engel gottes bin! Der
enbüfc dir by mir, das din vetter Astolff inn dysser gegDj
30 gsin ist. Und byß frölich ! Wann vor VII tagen wirstu inu
finden. Und biß allwegen gehertzt den kristenlichen glou-
ben zemeren , so muoß dir wol gelounet werden,« Damit
schied der engel hinweg. Ruolland dancket unserem heren
also: »0 cAviger gott, der da gantz güettig und barmhertzig
35 ist, und die niemmer trurig last, die dir diennend und dir
ufi guottem hertxen vertrüwend und sich dir befälcheud, wann
*
30 wann du wyrst inn vor VII t. w. du inn hs.
du bist ein zuoflucht der triirrigen , ein trost der fcrostlossen,
ein lejttcr der verläsnen, ich sag dir danck, das du durch
din unnentliche tugend alwegen min gebetter erfüit hast und
mich nie on hilf und trost inn rainen nötteu und trüebsallen
gelassen hast. Darumm ich dich loben und ich verheissen b
dir, das ich, die wjl ich lab, müeg und arbeyt haben [bl. 117]
wyll din hei Igen glouben zao meren.« Demnach als RuoUand
sin gebett verbrächt hat, do gieiig er zuo den bruodern , die
enbuttenü im gros eer als dem fürnemesten kärapffer des glou-
bens, Ruollaad nara urlob von den bröedern und befalch sich lo
iun ire gebätt.
Wie Ruollaad mit wurmmen und löwen streyt und
darnach Astoffo vand zuo Cornillia.
Do RuoUand uß dem bruoderhoß gescheyden was, do reyt
untz ümm die drü. Do kam er in ein grossen wald, da fand la
er ein grossen gruasammen wurm, der streyt mit einem gryffen.
Das ist ein thier, gros wie ein ochfi und hatt den hals und kopif
und schänckel davornnen wie ein adler und den cörpel und
die hindern füeß und sehwäntz wie ein low. Und hat flügel
und flügt vester dann kein vogell. Und ist so starck, das er 20
ein pfert oder ein gewapnotten rytter tragen mag. Do Ruol-
land den stryt ersach, do hielt er styll das end zesächen. Aber
do der strytt lang geweret hat , do schluog der wurm den
Bchwantz umni des gryffen hals, also das er sich not mer
weren niocht. Der gryflF duocht Ruol landen so hüpsch , dag 25
erberrad über inn hat; darumm er an wurm kam und gab
im ein söllichen streich mit Durandel, das er inn tod lygen
ließ. Also ward der gryff erlößt und ßog inn lufft. Demnach
reyt RuoUand fiirbas. Do fand er fier gros löweu, die gryffend
inn an. RuoUand zog sin schwert uß und schluog des ersten so
strcychs einen. Und als er streyt, do flog der gryff uff der
löwen einen schnell ala die sfcräl xind ervvuscht inn by dem
kopff und truckt inn so starck, das er starb. Do Ftiiolland
gsach, das er nun nach mit zwey löwen zeschaffen hat, ward
er gehertzt, das er nach einen ertodt. Der gryf flog uff den 35
fierdeu und ertodt inn mit dem sehnabel und kläwen ; demnach
d
238
flog er wyder Linweg. Dyß thier entherefc vyl lütten, die ää
nüt erkennend die guothet, so mau inoeu thuot, sunders sind
uonerkant wie die büw. Dysaer gryf wott den dienst erkennen,
den im Rüoüand bewjßfc hatt wyder den wurm. Kuolland reylt
6 fürbas durch vyl land Astolffo suochen. Und iun sechs ta|fen
kam er gen Cornillia, dahin Astolifo kommen [was] den tag darvor,
und beherberget sieh inu die stat; da wott er sin pfert GalaEtin
ruoweu lassen , der was so mager worden , das er kum gän
mochte Ich will wyder von Astolf sagen. Der saeh eines tags
10 sin wyrt , der was gantz eilend und bleich , darumm er inii
fragt umm die ursach sines leydtz. Der wyrt sagt zuo im,
es were uö der ursach, das sich irs künigs dienern einer be-
rüempt hett, »im mdelite min frow werden sin wyllen mit ireo
zeverbringen. Und ich vvartten nun der stund , wenn sechs
15 oder siben kommend und [sy] nemmen wellend. Ich vteil
lieber, ich und sy werind tod, dann das ich daz lyden muoi«
Astolf sprach zuo im: »Ich byt üeh , sagend mirs., wenn sy
kommend«. Bald darnach kam ein achelni , der was einem
niörder glicher dann einem kouffraan, der sagt zuo dem wyrt:
ao »Min her, der höptman, enbut diner frowen, das sy die aller
schönsten kleyder anlege, so sy hat, und zuo im komme,« Di«
frow waa inn einer kamnier, inn deren weynet sy innenkliciieii.
Do Astolf den hotten hört, sprach er zuo im : »Ich wyll dir
antwurt geben iun nanimeu mines wyrtz. Du wyrst dinem
36 heren sagen; well er die frow haben, so soll er sy selbs reichen,
so wyll ich im sy geben. Inn allem barbarryschen land sagt
man nun von den grossen thyrannyen, ao din kiinig und sine
dienner an dem armen volckly begand. Was gerech tigkeyt ist
das, das ein künig verlangt, das sine dienner also die frowen
30 und junckff Owen enthereiid ? 0 wee, es ist ein zegrosse thyranny!
Aber ich hoff, er werd vast bald umm sine myßthät gestraft.«
Do derkuecht Astolifo verstuond, sagt er zuo ira: »Du möchtest
wol ein nar sin. Stät es dir zuo unaern künig zesträflFen, der
so mächtig ist? Es luöchfc dich wol gerüwen.« Astoffo sprach
36 zuo im; >Gang, sag im, wenn er nach mächtiger were, sosig
die zyt der straf kommen umm sin gros thyrannyen, die er Bin
tag begangen hat! Wann der himel mag sine mißthät Dut
mer erlyden, nach das erttricb uffeuthalten; sine sünd die simi
so grussanim , das die suim ir bejttery darab Tcrlüren sott.«
Der kriecht, der da waa wie sin her, der lieber Übels begieng
dann guotz, gieng scbnell inii palJasb dem künig siigen Astolffo
red, und wie im der wyrt nüfc sseantwurt geben hefct, sunders
hett sieb mit dem frömden rytter verreinbaret. Dyomedes sagt ß
zuo im: »Der, von dem du sagst, möcht wol von sinnen sin,
Ker wyder zuo im und heyfä inn und den wyrt zuo mir kommen!
So will ich innen ir torheyt ertzeigen. Aber ich besorg, der
schalek sig geflochen.« »Nein,« wagt der knecht , »wann er
redt gar sicherlich.« Astoltt'o was gewapnet und waa wie ein i"
man halb von sinnen , der lieber krieg hat dann fryd. Der
knecht kam wider [bl. 118] und sprach zuo Aatolff und zum
wyrt: »Der künig enbut üch, das bed von stund an mit mir
kommend, das ir gestrafft werdind umm den versag, so im
von üch geschächen ist, und umm die gros nachred, so du von i6
im geredt hast.« A s toi ff sprach ; »Du solt dinem künig sagen,
das ich im nüt sovil zedienat thuon well, daa ich inn sin
pallast gän well; aber ist er so frisch, das er sich törflF ge-
wapnet finden lassen wie ein rytter sich des entschlachen, so
ich von im gsagt hab, daa es nüt war sig , so muos er mich s»
finden das kuntlich zemachen, das es war ist. Und ob er dich
fragt, wer ich sig, so sag, ich sig Gallienus und sig har kommen
sine sünd zesträffen.« Der knecht kart wider zuo Dyomedes
und ertisalt im das, so im Astolf befolhen hat ; des Dyomedes
grossen verdruß darab hat und sagt: »Wer ist der gouch, der m
mich also verrachtet, das er mit mir strytten will? Gang, sag
im, ich well im nüt feilen, und er werde mich finden uff dem
platz. Da wyrt man sächen, was stercky er gegen mir haben
wyrt.« Er forschet sin hämisch und sin pfert. Der knecht
gieng und seitt Astolffo, das er uff den platz ritte, da wurd so
er den künig finden. Der wyrt erkant , das Astolfo manlicb
was, das er Dyomedes woU straffen mocht; darumm er mit vyl
siner fründen redt und mit denen, die er wüßt, die dem kiinig
fyend wärend, und seyt innen, das sy sich gewapnet hieltend
etwann au einem heimliehen ortt , und ob sich begebe , das 35
Dyouiedes überwunden wurd , das öy dann von stund an die
fürnemsten siner dienuer ertüdind, »das lychtlich zethuon sin
wyrt, wann die gantz gemeind wyrt üch hilflich sin.« Also
1
240
wurdeiid ireii bald wol seehtÄig, die verhieltend sicli. Astolffo
reyt uft' ilen platz uuil sin wyrt mit im. Die oiere kämmend
lluollauden für, es wer ein rytter kommen, der wett mit dem
künig strytten. Darurum er sicli wapnet und saß uff sin pfert,
6 das was so mager und ao müed, das es sieb kum ufl'enthaltea
inocht. Und als er durch die gasaen reytt, spottettend die
kind Galantin, das mocht nufc gän dann fuoß iur fuoß. Etlich
sagteud, das pfert törfte der ruow baß dann des strytz; der
daruf äitz.t, aött wenig aülleu, Rnolland thet, als hortte erfi
10 nüt. Eiü heyd greyf Galantin an inn verracbtung und thet
im den zoum ab. Und RuoUand gab ira ein sölliehen streich
mit der yssinnen fust inn ein angsicbt , das er im die nafieu
inachluog und zart im das ein oug uß dem kopff; des sich
alle die darab verwunderttend, so den streich gsäcbend, und
i5sagtend, der streich kemme nüt von einem schwachen arm,
RuoUand saß ab und leyt Galantin den. zoum wyder an. Diewyl
zuckt der heyd sin schwort uß gegen Ruollaud, aber er rey£
ims uß den bänden und gab im mit dem knopff ein sölliehen
streich uflf die hirnschal, daz er tod zuo erden fiel, und warf
20 das Schwert nfif ein huli. Demnach saß er wj'der utf sin pfert.
In dem was Dyomedes uff den platz kommen, der sprach zuo
Atitolf: »Bystu der nar, der da vermeint mine myßhändel ter
straffen? Du bist wol fibermüettig.« Astolffo sprach; »Ick
bin hie dine thyranny zesträffen.« Damit ryttend sy all bd
26 hinder sich und kämmend darnach gegen ein andren mit söllichtr
sfcercky , das Dyomedes sin sper zerbrach uff Astolffo schilt ;
Astolffo traf inn also, das sin pfert uö" den arß saß, und ver-
lor siner stägryü' einen. Darumm Astolfi'o zuo im sagt: »Du
bist min gfangner, wann du hast den einen atägryff verloren.*
30 Dyomedes sagt »nein« und Astolffo »ja. t RuoUand luogt
irem hader zuo. Und do inn Dyomedes ersacb, sagt er iw
Astolffo: »leb wiU sinn unaers zanckß an dyssen rytter koü-
men.* Astolffo sprach, es gfiel im wol, (aber er kaut Riiol-
landen nüt, aber er inn woll) das der u&spruch durch d«n
85 rytter bescbeche. Dyomedes reytt zuo Ruollaud und sprach
zuo im : »Rytter, da hast unser stächen gsüchen. Dyaser rytter
1 die] der La.
sagt, ich sig sin gfangner, darumm tlas ich den einen stäg-
ryfi verloren hab, und ich sag das wyderspill. Darnnira hand
wir dich zuo richter genommen inn nnserem stoß. Darum in
sag die warheyt!« »Nun,« sprach RuoUand, »so ich die war-
bejt sagen sol, so sag ich dir nach kriegsnicbt, das da sin &
gfangner sin solt , darumin das der stägryff einen verloren
hast.« Do der heyd Ruollanden verstnond , do wott er uu-
sinig werden nnd sprach: »Von einem närschen rychter schnelle
urtteil. Ich gloub, du trinckest mer win dann waaser. Wann
man muoß sagen, du sigest ein nar oder fcruncken ; wann du n>
hettest änderst die Tirteyl nüt also gehörnt geben. Darumm
wyll ich dir nüt glouben.c Ruolland sprach: »Ich sag dir,
das ich recht geurtteylt hab. Und wenn du das widerspil
sagen wettest, wett ich dich sin bewysen mit strytten.« »Hs
gfalt mir wol,« sprach der heyd. Ruolland sprach : »Darnmm is
das min pfert so müed und mager ist, das es sich nut enthan
mag, als mengklicher wol sächen mag, vrett ich, das wyr ze-
fuoß stryttend.« »Rytter,« sprach Astolf, »ich will dir minß
liehen.« »Es gfalt mir wo!,« sagt Ruolland. Er saß ab sinem
nnd saß uff Astolfs pfert. Also ryttend sy von ein andren, äo
Und der heyd zerbrach sin sper off Ruolland, und Ruoiland
stieß im sine inn lyb, daz er übel wund zuo erden fiel. Er
schrey überlutt: »Ich bit dich, rytter, das du mir sagest, ob
du ein Kryst oder heyd sigest, and diu nammen. Wann ich
erkenn, das ich dysse straf mit gerechter ursach empfangen 25
hah und wol verdiennet hab; wann ich hab mit gwalt
and nüt mit rächt diß küngkrich inn ; wann ich hab den
durch min thyranny verjagt, der rächter künig was, der hieß
Jason , und ist getzwungen worden pattron eines schiffa ze-
sin sin narrung gewunnen. Und hab nie kein [bl. 119] er- so
berrad über in gehept.« Ruolland sagt zuo im heimlich:
»Wüß, das ich liuolland, des keyser Karlis vetter, bin!« Der
heid sprach : »Nun wyrd ich dester ringer sterben , daz ich
weyß, das ich von dem aller redlichsten rytter gestrafft bin,
der inn aller weit ist.« NacTi den wortten starb er. Und st,
alle die, so im halt wurend, wusch tend harfür und ertodtend
alle sine dienner, so sy ergryflFen mochten. Sy kamend über
Dyomedea Hb und gäbend im iner dann hundert streich nach
Morgaut der ripso \Q
Ä
242
k
ainem tod; wann einer Iiuav im ein or ab, der ander die nassen,
einer ein liand, etlick ryssend im die ongen uü: er ward
mer dann in tussend stuck geleyt. Darnach nämend sy Ruol-
land ab dem pfert und wofcten inn zuo künig machen. Aber
5 er sagt, er wetz nüt thuon, wann er könde nüt by inoeti be-
liben; docb so söttend sy den rytter zuo küoig machen, der
den Itttnig tzersten überwunden het. D;r/ gfiell den innwon-
nern wol. Und fuorfctent sy inn pallasL Do sy dariun wä-
rend j fragt Ruolland Astolffo umm sin nammen und sinne
10 land. Astolffo sagt, er wer uß Barbaria von edlem gscbläclit
und hie& Gailienus. Diewyl man das nachtessen zuo riist,
rettend sy awen von vyl dinge«, also das sy von red zuo red
ankämend. zuo sagen von den herea inn Pranckrich und und«
andren von Ruolhiuden. Und KuülJaud aelbs , der hat sin
u hälm nach nüfc abthän , fieng an vyl bölä von im zuo sagen ;
des Astolffo ser bekümert ward und sprach zuo im: »Wilta
böß von dem gräf Ruolland sagen, so büt ich dir, das du von
stund an ulä dysscm pallaat kerrest ; wann er ist ein frouimer
rytter.« »Du känst in übel,« sprach lluoliand, »wann er ist
ao der stölfczest und übermüetigest rytter inn aller wält und ist
nüt so manlieh, als er den ruom hat.« Dysser red ward
Astolf zorniger dann vor uud schwuor, die reden raüefätend
inn gerüwen. Inn dem huob Ruolland sin hälm uf. Do er-
kant inn Astolffo und umfleug iu und was siner zuokunfft
ai vast fro, Sy ertzaltend eiu andren die Sachen , so inneu be-
gegnet wären , syt sy uß Creoutta schloß gscbeiden wärend.
lluoliand ertzalt im , wie er sine gselJen verläu hett inn ste-
suochen; des im Astolf grossen danck seyt. Astolffo ward
zuo küuig bekrönt über das land. Er thet sinem wyrt Tjl
30 guotz und Ruolland sinem ioch. Nun wend wir von Philpertta,
Dyomedes fro wen, sagen uud von Rengnold und sinen gaelleo.
Wie Eeugnold und sine gsellea die stat Cornillia be-
legretten, darinn Ruolland und Astolffo inn wären,
und wie sy ein andren erkantten, und wie Doou vüu
8B Nantteveil gen Cornnillia kam.
Die bystoryen sagt : Do Philpertta, Dyomedes frow, wuljti
las ir gmachel tod was, do schied sy von CorniHia und reytt
inii ein scbloü, das was irs vattera; da enhielt sy sich etlich
zy^.. Eines tags , als sy under dem thär inn truren stiiond,
do kämmeud zwen brüeder, die gruotKten sy und aeyttend
zuo ir: »Frow, wir sind har kommen von üwers nutaea wegen; ß
daruniixi verraehtend unser red nüt, sunders bringend die zuo
end ! Wann sj wirt üch nutzbar siu. Ir wüssend, wie öwer
gmachel umrakomuien ist von zweyen ryttern, und das nach
bösser ist: sy band üch entterpt und uG üwerem küngkrich
vertriben. Aber wenn ir das thuond, so wyr üch sagen wend, ">
so werdend ir wyder ingsetzt. Inn der statt Monassa sind
Rengnold von Muntabant und sine dry bruodern und Ollyfier,
Magis, Alexander und Gannellon , daz sind die besten rytter
inn der weit. Wenn ir üch innen klagend , wend wir Och
sicliem, daz sy üch wyder inn setzen werdend inn Üwer küug- ir.
rieh; wann sy sind besehirmer der wytwen. Darumm länd
es nüt under wägen U Damit schiedend sy hinweg von ir, und
sy beleyb sich bedencken. Und do sy sich gnuog besinet hat,
cto ward 8y zerätt gen Monaaaa zerytten. Also macht ay sich
u£F die aträs und kam geu Monaasa. Sy gieng inu pallast au
nnd gruotzt die heren. Darnach ertzalt sy ir unglöck, wie
zwen rytter uü Barbaria iren heren , den künig Dyomedes,
getödt bettend und sy uß dem küngkrich verjagt; der ein
neoipt sich Gallyenus, der hett sich zuo künig krönnen lassen.
Darumm bette ayJä als die redlichesten rytter inn der weit, so
das ir beholffen und troatlich werend, also das ay das laud
wyder errobern möcht. Do Jasou PhiJpertta gsach, do sprach
er überlut: »Ach, ich erkenn dich wol , da bist Dyomedes,
des thy rannen, wyb geweLit, der hat mich mit gwalt uß mi-
nem küngkrich vertriheu und hat das faltschlieh und [an] so
einiehes rächt lange zyt ingehept, dardurch ich getzwungen
worden bin min narrung zegwünnen inn einem sehitfly ufi"
dem mer. Aber got sig gelopt ! Ich bin gerochen von im
worden. Es was nüt müglieh, daz er lange zyt regieren [kondj
mit dem laben, so er fuort; wann er wott, das man inu an- 35
bette wie got, daa im ein grosser übermuot was. Es ist der
grost thy rann gsin über sin volck, der uflr erttrich gweßt ist.
Mag ich den finden, der die räch begangen hat, so wyll ich
244
sin tlienner werden.« Do Rengnold Jason verstnond , sprach
er zuo im: »Jason, warum ra iiaatu din sach nüt langest gaejt?
So iiettead wir dir geholffen.« »Her,« sprach Jason, »ich
was minea Unglücks schauihafftig; aber das hert^ seyt mir,
Dich wurd gerochen.« Rengnold .sprach zuo sinen gselleo;
»Wir müesseud daü küngkrich inn nerameu; darnach wend
wir es dem geben nnder innen zweyen, wellichem es am bil-
licliest ziio ghört.« Die heren warend ayn willig und raach-
■ tend sich uff die sträs mit tussend mannen. Sy fuorend so-
10 vast, das sy für Corniliia kämmend. Sy schickteud ein botten
zuo Astolf und Ruollanden, by dem enbott innen Rengnold,
sy sötteiid die stat ufgeben und das gantz küngkrieh der kiiü-
gin Philbertta, [bl. 120] oder das sy mit ufi" das feld kem-
mend mit all irer mackt. Nun ist war, daz RuoUand und
16 Astolffo vvol wu&tend, das es Rengnold was und sine gsellen,
die vor der stafc lägond; aber Rengnold wuüt nüt umra sj>
Do der bot sin befelch gsagt hat, do sprach Astolffo: »Da
wirst dinem herren sagen, ich hab disse stat mit guofcter und
gerechter ursacli inn, als der, so sy mit dem schwert erroberet
aa hat, und ich förckte inn nüt so übel , das ich nüt morn u(f
das feld kommen dörffe besuchen, waz er könne.« Der bot
kam wyder zuo Rengnold und ertzalt im Astolffo antwartt.
Do es moruendes tag ward , wapnefctend sich Rnolland uud
Astolffo und ryttend nlä der stat. Sy hattend andere roß
26 und hämisch genommen, wann sy wottend nüt, daz sy erkent
wurdend. Rengnold und sine gsellen wärend schon gewapnet
uff dem fäld. Do sy zuo ein andren kämend , sprach Reng-
nold zuo Astolffo, der was costlicher gewapnet dann RuoUand:
»Bystu der, so Gallyenus genempt wyrt, der wyder alle recht
30 cind 00 eynicbe nrsach den künig Dyomedes getödt bat und
das küngkrieh besytzt und die küugin daraß verjagt hat"'
Und wenn du sagen wettest, es were nüt ireu, so ist hie ein
rytter, des gsin ist von alter har. Darumm magstu erkeuueii,
das du kein recht darzuo hast. Und wenn du änderst sagen
35 wettest, so bin ich bereyt dich sin bewyasen mit stritten lyh
an lyb.« Do Astolffo ßengnolden verstuond, sprach er ai'o
*
8 ayn] sy hs.
im: »RengBold, du bist wol Ijytzig, daz du sagst, ich hab
kein reclit zuo dysseni küogkrich. Du gybst die urtlel ou
verhörrung beder teyl , durumra kanstu nüt gerecbtigklichen
rychtea. Aber ich gloub, die lyebe, so du gegen der frowen
hast, heissend dich reden mit so grosser begird, oder man 6
muolä sagen, du habest gern zeschatfen, das du ein Kryst bist
und dich unser heiden geschafften iin n im pst. Aber du bist
nnt der erat, der durch frowen liebe grtilA torheyt begangen
hat. und syt du des strytz begerst, so muofi er dir werden,
doch nüt von mir, sunders von dissem rytter, der hat Dyo- i«
medes ertüdt.« Es gfiel UuoUanden woL Sy ryttend hinder-
sich , darnach kämmend sy gegen ein andren, also das das
erttrich under innen zyttret. Die stich wärend so ungestüm,
das ire sper zerbrächend , und fiellend bed ab ireu pferden,
das keiner den forteyl hat am andren. Des Rengnold ser er- 15
schrack ; aber er wüßt nüt, mit weram er sfcreyt. Do er uf
kam, zog er sin schwort uJä, und ßuollaad das sin och und
sprach überlut: »0 vetter Rengnold, ist im also, daz du mich
ertödeu wyt von Philpertta wegen?« Rengnold erkant Kuol-
landen stim von stund an, daruram er inn umfieng und sprach 20
ZUG im: »Min vetter, wer het gmeindt, das du hie werest
gsin ?< Sy ummfiengend all ein andren, demnach ryttend sy
inn die stat inn pallast. Sy ruo wettend etlich tag inn wuon
und fröuden. Das wäret nüt lang , als ir hören werdend.
Eines tags, als die bereu inu der stat Cornnillia wärend inn 25
fröuden, do kam ein fürst ufi Franckrich, Doon von Nantueil
geheissen, der gruotzt die heren. Do sy inn erkauttend, umm-
fiengend sy inu all. lluolland sprach zuo im: »Vetter, was
meren bringstu uns?« Doon sprach: »Ir, mine heren, die mere
sind nüt vast guot, sunders vasfc erbermklich. Wann ein hey- so
discher kutiig, mit uammtii der gros Calorion vom berg, des
Alten vom bergs bruoder, hat Paris beiegret wol mit hundert
tusseud mannen und sagt , er well sins bruoders tod rächen,
den ein rytter inn üwer gselschafft unrechtlich und on nrsach
[ertödt het]. Er bat mit im bracht ein bruoder, der heißt 3s
Archelaus, der ist wunderbarlicheu starck. Des Karly ser er-
schrocken ist. Darzuo so hat Gryffon von Hochenfueilla Mun-
tabaut belägret wol mit XXX tuasend mannen, und ist nieman
246
dariu dann Vivianus mit lützel voicks. Karly mag ey nüt
entechütten , wann er bat gnuog zescL äffen sich der heydeu
ZOO Paria zerweren.e Do die heren Doon veratuondend , do
erschräclcend sy vasfc übel, insunderheyt Rengnold, do er hört,
6 das Muntabant belegret was, und sprach: iDu, GauelloD,
hast dyß alles prattjtziert. Aber by der sei des alten Ainons,
cnines vatters, kum ich ein mal inn Franckrich, so niuoß es
dich gern wen.« »Es ist nüt war,« sprach Ganuellon, »waun
dn weysfc wol, daz ich sfcetz by dir geweaaen, syt ir mich er-
10 löfät band, und bia unachuldig.« »Ea sol diner red niemati
vertrüwen,« sagt Rengnold, »wann all din liiben lang hast
nüt anders thäa dann verrettery triben. Und ich dörflft wol
scliweren, daz du ursach werest, das Calorion für Paris kom-
men ist.« Ruolland sprach zuo Renguold: »Vetter, du hast
15 unnrecht, das du Gannellon die schuld gibst, so du die war-
heyt nüt weist. Darunim bit ich üch, sind zefryden, und das
wir uns verreinind Franckrich entschüiten, das inn so grossen
sorgen stät.« Ästoltfo sprach, Ruolland redte rächt. Also
ordnet tend sy , daÄ Philberta ir laben lang küngin belibe,
s>o und nach irem tod sott Jason das küngkricb inemmen im
und den sinen. Der ward sinn wyllig von der heren wägen.
Damit schied er hinweg und fuor wyder gen Monasaa mit
dem kriegsvolck, so ay mit innen gehept hattend-
Wie Rengnold und Allexander mit dem künig Adyllant
25 stryttend und inn Alexander ertodt, und wie Rengnold
ein lö wen ertodt, und wie Gannellon ein gi'osse verrettery
an den heren begieng, und wie sy gen Parys fuorend.
Die heren wnrdend zerätt gen Paria zerytten Karly ent-
schütten. Darumm achiedend ay von Cornillia und machtend
30 sich uff die aträs den aller nechsteu, ao sy niochtend. Sy
kämmend inn ein etat, die hieß Wylla Franclm ; da was einer
künig, der hieü Adillant, der was des Alten vom bergs [bl. 121.] i
Vetter und was ein frommer redlicher man. Er ersaeli die
heren durch die gaasen rytfcen, und a noch tend herberg. Und
S3 daranim das sy inn fromm lüt duochtend, enbot er innen, das
sy kemmend iun sin pallaat herbergen. Die heren wärend
wyiiig und kämmend inn pal last und gruotzfcend Adyllant inn
hejdisclier sprach. Der htelj sy wilkommeii sin und fragt ay,
wannen sj werind. RuoUaod sprach: »Wyr sind uti des soldana
land, den die Frantzossen ertödt band. Sy band uns vertriben,
und farend also inn der wält ummliar krieg suochen; den band t>
wyr lieber danu frid, wann es unser täglich werch.« Adillant
sprach: »Ich bin üwer sächeu bekümmert.« Der ymbiß ward
gerüst , sy sässend zuo tisch mit dem künig, der thet innen
güetlich. Vor dem tisch was ein heyd, der treib den narren;
der leyt band an Rengnolden schüßlen und schut die brüeyen >*>
äff inn, darunim Rengnold zuo im sagt: »Kum nüt wyder!
Wann ich wnrd dir ertzeigeu , das es mir miüfalleu vvurd.«
IDer heyd uam ein visch uß der blatten und warff inn gegen
£,enguolden angsicbt, des Ädillaut ser lachet ; aber Eengnold
l:£ond nilt geduit haben, sunders huob die fust ufF und gab i&
cieui heyd so ein hertten streich, das er im dry zen im mul
^^zierschluog, und zerschluog im die nassen also, das das bluot
'm^nS die erden traug. Des der künig übel zefriden ward und
^^pracb zuo Rengnold: »Du achtest mineu lutzel, ins du min
■'^olck also vor mir schkchst. Ich sagen dir zuo, das es mir ^o
"übel mysfalt. Und thuos nümmen I Wann ich wurd dir ertzeigen,
«£3az du zeüberniüettig bist.« »Ichsag dir, künig,« sprach Rengnold,
^^das ich dir öcb also thän bet, wenn du mir also thä-n bettest.«
-adillant ward vast zornig ab Rengnolden red, der inn so gar
^^fernüttet, und sprach: ?»Länd den ymbiß fürkommen! Darnach 25
^'^vyll ich dir din übermuot ertzeigen.« »Ich sag dir ah,« sprach
Zl\engiiold. So bald sy gessen hattend, vorsehet der künig sin
"Tiarnisch und saü uff sin pfert. Das thet üch Rengnold und
«ill sine gselleu. Und ryttend an das end, da der stryt ge-
«chächen sott. Sy kämmend ou vertzug gegen ein andren, so
»Iso das der heyd mit roß und mau zuo erden fiel. Do er
~ivyder uf was, sprach er zuo Reuguold: »Du magst dich wol
l]erüemmen, du habest mir den bertsten styeb geben, den ich
je empfangen hab, Darumm bit ich dich, daz du mir din
Tiammen sagest.« Rengnold sprach zuo im: »Min nara muoß 95
dir nüt verschwigen werden: wülj, das ich Rengnold von
Muntabant bin! Und dysaer ist der gräf Ruolland, der ander
Ollifier, der dryb Astolffo, der her von Eugeliand, Dooii von
248
Nfintncil, Ma-^is, niiu vetter. und dyß dry sind mine brüedem.
Und d*^ juiijjf rytter ist min vetter Alexander, der ist Krysten
worden, ist nüt lang. Und der ander ist Gannellon, der ver-
retter, von dem dn wo) gliort hast etwatin sagen. € Do Ädillant
Rengnolden verstuond, do Ragt er: »Ich bin vast fro, das i<"h
iun miüi'iH pallast habdie besten rytter inn aller weit empfangen.
Aber ich bit dich, sag mir, ob du nut der sigesfc, der den Alten
vom berg tödt hat.« »Ich wyll dir die warheyt sagen,« sagt
Rengnold. »Ks i.st war, das mir von dein soldan inu befelcli
geben ward mit dem Alten zestrytten. Das thet ich und iilwr-
wand inn, aber ich todt inn nut x\ik ursach , das er sich niir
ergab und ward ein Kryst, Aber er ward darnach von eineiu
grossen ryasen ertudt; aber ich räch inn, wann ich ertödt den
ryesen mit minen hendeu.« sEsist mir leyd,« sprach Ädillant,
»dfis die aach mineni vetter, dem grossen Callorion, unrecht
zeverstän geben ist; wann darumm das er verstanden hat, inu
hette ein krysten rytter ertödfc, ist er mit einem grossen züg
für Paris zogen,« Als Adillant mit Rengnoldeu redt, do er-
huob sich ein groß gscbrey inn der stat, wann yederraan schrey
>lärmma!( Kengnokl fragt, was lebcns die inn der stat tribend.
Der künig sagt: »Es iat ein grosser low, der aller grussammesl,
den ye kein nientsch gsacb. Ee ist by fünff järeii, do Dam
ich im ein kl eins wysses löwly; daruram er alltag kumpt uniffl
dia stat und zerrylät alle die, so er ankommen mag. und
wenn er die statthär offen findt, so kumpt er bin ion und er-
tüdt alles das, so er tindt. leb besorg, er sig inn die atst
kommen imd begang etwaz Übels. Und das ist das gachrej,
so das volck füert.« »Ich byt ich,« sagt Rengnold, »das icli
den lüwen gsäch; dann mag ich den löwen ergryffen, so inaos
er kein übel mer began.« Adillant sprach : >Magstu inn er-
töden, so wirt dich altes volck anbätten.« Adillant fuort inn
da hin, da der low was gsin; der was schon wyder uli der
stat und truog ein töchterly hinweg, [bl. 122J das zerreyßer
inn einem gestüd vor der stat, Do Rengnold zuo dem geslud
kam, do stuondend alle die styl, so by im wäreud, und sfcygfiK^
uff die böum. Und iren wärend sovyl, das glich also was, als
ob sy rinderatareu werind. Rengnold vand den löwen, dci^
hat das tÖchterly schon gesaen. Do inn der low ersach, gieng
249
t -m
er gegen im. ßenguold Sftß ab Bayurd und band tun au eiti
boum, darnach zog er sin schwert uJj und schluog utf den löwen.
Aber er bat die hut so hert, das sin schwfrt als lützel schüof,
als es uff einem amboß gethän het; des er set erechrack. Der
low verlies Rcngnold und kam an Bayard. Rengnold forcbt f'
sins pfertzj uiumfieng den iöwen by dem hals uiid wott inn
ab Bayard züchen. Aber der low leyt inn zuo erden und fieng
an sin hämisch zerryssen mit den zenncn und kläweu. Itengnold
wartt sich sovast, das er wyder uf kam, und gab dem löwen
ein streich mit der yssinnen fust uff den kopff, also das er inn lo
zuo erden falt. Und Rengnold stieß im sin schwert durch den
buch, das er starb; des das volck vast fro ward. Ilengtiold
und sine gsellen ryttend wyder inn die stat, Do inn diis volck
ersach, do sagtendsy: »Gesegnet sigend die hend, die uns uß
der grossen * erlößt band, inn deren wyr by sechs jären i6
gweüt sind!« Das volck dysser ätat hättet inn au, als die
7.U0 Jherusalem Daviden, do er den grossen Golias getödt hat.
Der kilnig Adillaut fuort Flengnolden inn pallast mit vast
grossen fröuden uud sprach zuo im: >Edler her, ich weyli
uät, wie ich üch belonnen mög umm die guothet, so ir mir 20
und minem volck bewissen hand, das ir uns vor dem grusaummen
löwen erlößt band, der uns sovil lydens an thän bat. Darumni,
weiid ir, so wyll ich üch zwäntzig tuasend kriegern geben, das
ir sy mit üch inn Franckrich füerend, das ir die heyden daruLi
jagend. Deßglicben wyll ich dir ein ratt geben, dardurcb ir as
voicks gnnog überkommend: schick ein hotten zuo OUyve, des
künig Constantz dochter, der vor Babillouia tmimkam, und
ich weyß, das sy üch gern irs voicks geben wyrt, die sind
guüt kriegßlüt.« Do Ruolland Adyllant verstuond, sagt er:
»Ich weiß, das sy es von hertzen gern thuon wyrt; wann ich so
hab sy uß dryer ryssen gfancknua erlößt uud bracht sy irem
vatter, dem künig, wyder. Darumm er willig ward mit mir
gen Babillonnia zetzüchen mit grossem volck; wie wol das glück
also was, das er ummkara. Ich schickt sin liehnam inn sin
iand verbalnisamet zum alter erlichsten, so mir möglich was. 86
Darumm hoffen ich, Ollyve, sin tochter, werde vast willig sin
*
15 ao stelle des sternclieiia in der hn. leerer räum; vergl. anm.
250
uns zehälffeu. Darumtn rätt ich, das wir iren ein bott schickend.«
Rengnold sprach : »Es inuoß Itein andren bot dar dann ich,
und wyll mit mir nemnien mine drj brüedern. Und du,
Kuolland, und ir all unser gsellen werdend for dannen zueben
6 mit dem volclc, so ücli diT kilnig Adillant geben wyrt, Karlj
entscliütten ; und ich und mine brüeder wend iick nach ylleu
mit dem volck, so iiberkoranien mögend, zum beltisten, so uns
müglich ist.« Do dysser rätt beschlossen ward, ließ Rengnold
ein scbif zuo rüsten. Do das schiff gerüst was, do nam er
itt urlob und macht sieh uff die sträs. Do Gannellon ersach, das
Henguold hinweg was, do erdacht er ein grosse verrettery.
Wann eines tags beruofft er den künig Ädyliaut an ein ort
und sprach zuo im: »Ich kan nüt Übels uinm gnotz geben:
ich weyß und erkenn, das du mir eren und guotz vyl thuost,
iB darumiu ich dir guotz schuldig bin. Und wenn ir mir ver-
heyssen wend, das ir mich uüfc offnen wend, so wyll ich üch
ein heimlikeyt sagen, des du dich ser verwundern wirst.« Do
der heyd Gannellon verstuond, do verhieß er im, er wett inn
nüt angeben. Do sagt Gannellon : »Du weyst, das der groß
M Callorion inn Franekrich gfaren ist den tod dines vettern, des
Alten vom bergs, zerächen. Aber er wyrfc inn nüt an dem
rächen, der inn ertödt hatt, Rengnold gab dir zeverstän, ein
ryß het inn ertödt; aber er seyfc nüt war, wann der, der inn
ertödt hat , ist stetz inn diner gselscbafft und wie Judas ißt
2>> er uß diner blatten : das ist Alexander, der hat inn mit verrettery
ertödt. Wann darumm das sy die verrettery dester baß ver-
tecken niöchtend, stach Alexander zum ersten mit ÜUyfier und
Rychardcii, die liessend sich mit flyß feilen. Damach wott
der Alt och mit im stächen und wott der zweyen schmach
30 rächen, aber Alexander stach inn des ersten stichs zetod.
ReugDold thett, als werß im leyd, und stach och mit Alexander.
Der ließ sich feilen und thet, als were er tod; aber er ward
bald wyder läbeudig, Sy hattend im lassen inn sin schwerU
ich weyß nüt waz wappens machen, durch das fuudend ay^
35 das er ir vetter was; darumm er sich touffen ließ. Darnach
verriet er die stat Monnassa mit iren lysten und nämmen
die inn und ertötdend den keyser, der samlet volck sins suns
Mariotz tod zerachen , den ay vor Babiilonia getödt hatteud.
Und ich sichern (ich, das Rengnold den Alteu vom berg nüt
töden torfft uS ursach, das er inn toufft batt, sunders ließ inn
tüden durch den jÜDgling, der was nach nüt Krjsten. Wytter
sag ich üch nüt; wann ir sind wytzig gnuog lieh an üvvern-
fyenden zerachen, so ir inn inn üwer gselscbaff't hand.« Dem- 6
nach als Gannellon sin verrettery zuo gerüst hat , do gieng
er von Adillant ; der beleyb inn grossen tancken, und nüt ou
ursach, und sinnet, wie er sich an Alexander rächen wefct. Des
selbigen tags, als sy ob tisch eässend, do sagt Adillant zuo
RuoUand : »leb bit üch, das ir mir sagend, wie dysaer jüugling lo
heyß, zevernemmen, ob er nüt nach den uaramea bab, den er
hat, do er nach ein heyd was. Ir sagend, er aig üwer vetter,
und er ist aber ein [bl. 123] heyd gsin. Wir haltend nüt
vyl uflF eini, der sin glonben verläüt und ein andren an nimpt.
Ir Krysten sind so gar lystig, das sich niemmand vor üwern m
lysten hüetten kan. Was Rengnold nüt lystig, da er mich
über reden wott, ein ryfi hette min vettern ertödt? Und er
seyt nüt war; wann ich weiß wol, das inn einer under üch
getödt hat mit verrettery. Und ich gloub, Gaunellon habe die
verrettery erdacht, wann er ist im listig gnuog.« Adyllaiit aa
seyt di.«, das er Gannelion dester baß entachuldigette. RuoUand
sprach: »Du ßagst , der Alt sig mit verrettery tödt worden.
Ich weyß nüt, wers dir gseyt hat; aber es ist nut war.« »Es
ist,* sprach Adillant, »wann ich weiß, daz inn Alexander tödt
bat inn der stat Monassa verrettersch.« Do Alexander Ädyllant 2b
veratuond, sagt er zuo im: sieh wyll, das du wüssest, das ich
nie kein verrettery begangen bab, nach nie keiner mines
gschlächtz. Ich weyß nüt, wera dir gseit hat; aber ich bin
bereyt dich sinn bewißen lyb an lib, das ich inn nüt mit
verrettery ertödt hab, sunders uffrechtigklichen und vor vyl 3o
fürsten und heren, und muoßt mich sinen ersveren ; wann er
greyf mich an, darumm daz ich den gräf Ollifieren uud Richard,
Rengnoklen bruoder, gfelt hat.« »So wyll ich dich des wyder-
apyls bewysen,« sagt Adillant, »mit stritten.« *Es gfalt uns
wol,< sprach RuoUand. Der strytt ward uff den niorneadeu sb
tag gsetzt. Und Gannellon sprach zuo Adillant, damit und
er sin verrettery dester baß bedecken möcht: »Du sagst, ich
sig eiü verretter; aber ee ich von hinnen scheyde, muostu ea
252
wyder rüeffen.c »Es ist lange zyt,« sagt Adyllant, »das ieh
ghört hab sagen, du habest vyl verrettery begangen.« >Liai
von dysser red,« sßgfc Ollyfier, »untz luorn, so der stryt gschäcben
sol.« »Es gfalt mir wol,« sagt AdJllant. Damit giengecd 1
»die bereu gen schiäffen. RiioUand sprach zuo innen: »fcli
rätfc, wir schl äffend all gewapnet. Ich ßorg, etlicher uuder
unser gselscbafiFt habe dem künig Adillaut disse sach geoifaet,«
sDas ist kein andren gsin dann Gannellon,« sprach Asfcolffo,
»wann er niijcht nut laben, wenn er nüt stetz verrettery tribe.«
10 »Es ist nüt wär,c sprach (lannellon. »Du bist all din läbtin
laug ein nar gsin und euochst nüt dann unruow.« »Land von
dyssen wortteo,« sprach Doon von Nantueil, »nnd gedenckend
die sach uß zeraachen, damit und wir gen Paris konimeu!'
8y schlieffend all gewapnet die nacht. Mornendes ließ sicli
lö Adillant wapnen und saß uff sin pfert und reyt an das end,
da der stryt beachächen 3ott. Alexander und sine gaelleu
kämmend och dahin, und so bald die zwen kämplFer ein
andren ersuchend, stuchend sy ire pfert mit den sporeo und
kämmend gegen ein andren, also das ire sper zuo stucken gietagen.
30 Demnach zugend sy ire sehwertter ulk und stryttend so lang,
das ire schilt zuo stucken giengeu und och ire haruiscli. Der
stryt weret wol zwo stund, das raan nüt wüßt, wellicher den
forteyl hat, nutz das Ruolland sin gebet zuo got thet, inn
bittend, das im geliepte Alexander den sig zegeben, damit iitiil
25 sy iun Franckrich faren köndend, die fyend des krysteDlicben
gloubeus zevertribeu. So bald Ruolland sin gebät thäii Wi
huob Alexander sin schwert uf und achluog Adyllant zoberst
utf sin hälm , also das er im den kopff iun zwey stuck ttx-
spielt, und fiel tod zuo crdei^ Es wer im weger gsin, er hett
ao Reugnoldeu gloupt, der im gseyt hat, ein rjß bette sin vetteru
ertödt, dann das er Gannellons red glouben gab. Es ist nui^
alwegen guot sich an ainen fy enden zeriichen, sunders ist gross«
* der zyt und dem end Iconnen wartten, als dissem heyd be-
achach, der sin vetter rächen wott uud aber den tod darunJtn
B6 empfieng. Wann der meint sin schmäch zerächen, der sy ei^t
merret. Do die edlen und die burger der stat gsächend» das «r
*
33 an stelle des* Bternchens in der ha. leerer räum ; verg). anm.
künig tod was, do wäreud sy vast fro; wann er hat sj nilt
wol geregiert, nach innen guot räcbt gehalten. Daruram sy
zerätt warclend den hereu knecht iiin Fraiickrieh zegeben, s}'
hettend es wol umm sy verdient, angsächen das sy von innen
von dera etrussammeu lüwen erlößt werind. Kiirtz darnacli &
roachtend sich die heren mit dem volck uff die aträß und
fuorend und ryttend sovast, daa sy inn kurtzeni unwjtt von
Paris kämmend. Do rejt Ruolland uff ein berg, da gaach er
der heydeu lüger, die hattend Paris belägret utf' der aytten gegen
Sant Denissius. Do die, so uff den thürnnen zuo Paria wachettend, lo
Huollanden züg ersucheDd, do vernieinttend sy, es werind heyden,
Die mere kätnend dem keyser für, der ward sinn ser betrüept
und beruoft den bertzog Anaes, den bischof Türpin , Gergia,
Gwedon von Peyern und ander aina rätz , zuo dennen sprach
er: »Ich denck, all heyden uiä der Türcky werdind inn diu is
land kommen. Nun bin ich inn grössern sorgen dann ye.
Wenn min vetter Buolland, Ollyßer und Rengnold hie werind,
no entzesse ich die heyden nüt so übel, als ich thnon. Ich
bit lieb, das ir mir rättend, was ich thuon aölL« Gergia von
Thannemarck sprach: »Her keyaer, ir sond nüt erschräeken 20
ab den beiden; wann ir wüssend, das wir vyl atrytten mit
innen gehept band, aber wir band allwegen von den gnaden
gottes den aig gehept. Got ist als mechtig una vor innen
zeschirminen als ye. « Als Gergis mit dem keyser redt, kämmend
die mere, ea w^er Ruolland, der kemrae mit grossem volck. Do as
gebot der keyser, daa yederman uff sin pfert sease, wann er
wett sinem vetter engegen rytten. Er saß uff sin pfert und
reytt ufi Paris mit grosser gsel 1 seil äfft ; wann sy begerttend
all Ruollanden xesächen und sagtend, syt das er komen wer,
[bl. 124] fürchtend sy die heydeu nüt mer. So wyt als Ruolland so
lind sine gsellen den keyser ersächend , stundend sy ab und
knüwtend nider und grnotztend den keyser. Der saß och ab
aineni pfert und nnimfienga mit grossen fröuden. Darnach
ryttend sy inn pnllast, die andren herbergetten sich inn der
stat umuihar. Der keyser fragt, wer Alexander were. Ruolland aa
sagt, er were Geroltz von Rossillons sun, und ertzalt, wie sy
inn funden hettend, und wie manlich er were; des der keyser
vast fro was. Er fragt darnach nach Rengnold. Ruolland
254
seyt im, wie er inn des küuig Coustautz laudl were kriegßlüt
reichen. Er fragt och nach Gannellon ; Ruolland seyt im, er
wer gen Muntabaot das läger abwenden, so Grjffon von Iloclieu-
fueylla diirfür geschlagen hat. »Aber ich besorg mir, geh
& was wyllena Gaonellou erfczöuge, so sig das läger doch durch
ein rätt darfür geschlagen worden.« »Ich gloubs nüt,< sprach
Karly. Do Asfcolffb den keyser bort Gannellon entschuldigen,
do uiocht er nüt echwigen besagen: »0 her keyser, ir siod
zevast betrogen von dem verretter, der on underläü nüt thuot
10 dann erdenckeu, wie er etwas verrettery an Üch und an allen
denoen inn üwerm köngkrich verbringen mög. Ir sind so
blind, das ir inn nüt erkennend; wann er ist ur.sächer, das
üwer vetter Ruolland, Rengnold, Ollyfier and ander ab üwerern
haf vertriben sind worden zum diekern mal. Des ir gnuoj
li /eschaifeu gehept band, wann ir sind zam dickeru mal von
üwern fyenden überfallen worden, und ir sond wüssen , das
Calorion niemnier inn Franckrich kommen wer, wenn er iiül
gwüüt het, daz die besten diner ryttern da werind gsin. Aber
ir sind wie der essel, der da ndt weyßt, was sin sehwantz nützt,
20 untz das er iun verloren hat, so inn die fliigen bissend, üti'i
diewyl iichsovil Übels von dyasera verretter begegnetsiud, sottead
ir inn gäntzlich ab üweroi häf vertriben.«
Wie GauneLlon Alexander selbs trjt ertodt, und wc
der fryd zwuschend Karly und Kallorion gemacht ward.
ÜB und darnach mit ein andren Gannellon übertzugemi
Die «lere kämmend inn der heyden läger, Ruolland und
Ollifier und ander werind zuo Paria inn zogen. Des KallorioD
ser erschrack und schalt sin got Machraet und apracii: »Eä
beschiut sich wol , das Machmet schon zealt ist und all sin
aa macht verloren hat, das er nüt hat mögen darvor sin, das
Ruolland und Ollifier, die ich so übel furcht, nüt inn Franck-
rich kemmend. Wann werend sy nüt kommen , so wer mir
Paris und Karly inn kurtzer zyt worden inn ininen gwalt.
Ich verwundert mich, das die innwonner so lut gschrey machtend
35 inn der stat, aber ich erkenn, das es von fröuden beschiebt
von wegen der ryttern zuokiinfFt.« Was Callorion erschrockeüt
das wärend Geh all sin volck: sin vetter Archelaua beruompt
sich n ut mer Karly zefachen ; die aller manlichsten under Callorion
volck hattend den halben teyl irer mauhejt verloren. Karly
was zuo Paris, zuo dem sprach Ruolland : »Uer, gsachend hie
min vetter Alexander!: Der hat groß begird sin vatter ze- 5
Sachen, der ist zuo Muntabant. Darumm wyll er dahin rytten
mit zechen tnsjseud mannen, die sind siu. Und Beringer nnioü
mit im inu leytten, wann er ist ein wysser inanlicher ritter.«
Es gfiel dem keyser wol. Also uiachtend sich Alexander
und Beringer uff die sträs und ryttend sovast , das untz uff 10
zwo niil geu Muntabant kämmend. Da iundend sy Gannellon,
der fuort wol zwäntzig tusaend man das läger vor Muntabant
zestercken, damit und ea gewannen wurd vor Rengnold zuo-
kunft. Und hat inn ainer gselschafft zwen ainer fründen, der
ein hictj Berchtold von Pottiers und der ander PoJydor, gräf 15
zuö Lassanna. Do Alexander den züg ersach, fragt er, wem in
sy zuo horttend, Berchtold sprach, sy hortend Gannellon zuo.
Do das A lexander horfc und Gannellon ersach , do sprach er
zno im: »Du verretteracher dieb, bist hie, Gannellon, ein vatter
aller verrettery, der ain laben laug nie anders thet nach sin- 20
net, dann alle die zeverrätten, die dir vertrüwend.« »Uii
liastz erloggeu,« sagt Gannellon, »ich bin kein verretter, sun-
ders du byst ein verretter und alle die dines gschlächt.« Do
Alexander versfcuond , das inn Gannellon ein verretter schalt,
do reyt er hindersich und leyfc sin sper inn. Aber Gannellon 2b
Berchtold und Polidor ryttend all dry mit ein andren utf
Alesander: Gannellon traf in vorzuo, Berchtold inn die sytten,
das sper durch den lyb, der dryt ertodt im ain pfert under
im , also daa er zuo erden fiel , verwundt uff den tod. Do
Beringer den stich ersach , do kam er halb von sinnou und so
schrey : »0 Gannellon, nun hastu die verrettery ertKÖugt, die
ioü dir ist, das üwer dry ein einigen ryfcter angryßen band.
Aber ich wyll sterben , oder ich wyll inn an dir rächen.«
Damit sporret er gegen Berchtold und stach inn des ersten
ätichs ab sinem pfert. Und so bald er am herd was, stieß 35
iin Alexander sin schwert durch den lyb und sprach : »Nun
31 verretter hs. 32 angryffen] aii-s *angrjä"end« corrigiert,
256
bin ich an dysseni gerochen.« [bl. 125] Darnach streyt Be-
riuger mit Polydor und ertodt inn. Es ist kum müglich die
grossen manheyten zeoifnen , die der edel Beringer des tags
begieng ; wann er macht mit Alexanders volcka hylf Gannel-
ä lous volclc sigloü, der dorft sich nüt ertzöugen vor Beringer.
Als der .stryt beschach, kämen Gerold von Rossillon und
Fiffi.T,nus mit drü tussend atryttern da hin , da der stryfc be-
schach, und friigtetid, was das were. Beringer seyt Gerolden
alle ding, wie ea gieng. Also trang Gerold inn strit und üch
10 Fjffianus, aLs die wölf uuder sehäf. Do Gannellon ersaeh, Aas
Gerold von Rossillon und Fiffianus da wärend , do macht er
sich inn die flucht inn sin land , deaglichen sin volck och,
die der wyl hattend ; die andren wiirdend all ertodt. Dem-
nach als der stryt verbrächt ward , gieng Beringer an das
15 eud, da Alexander lag. Der hat sina bluotz sovyl vertoreo,
das er sich nüt uffenthan mocht. Beringer trost inn zum
basten, so er mocht. Ion dem kämmend Gerold und Fiföaniis.
die frägtend , wer der rytter were, der so übel wund was.
»Ach, Gerold,« sprach Beringer, »fragend ir , wer er sig?
äo Er ist üwer sun, den ir gmacht hand by der schönnen Rosse-
pina.« Und ertzalt im, wie inn Rengnold nnd Rnolland fua-
den bettend. Do das Gerold verstuond , do sa& er ab sinecn
pfert. Do Alexander verstuond, das sin vatter was, do brätht
er sovyl zewägen, das er utf sine knüw kam, und sprach mit
26 weinenden ougen : »0 min vatter, ich wird dester lieber ster-
ben, das ich dich vor niinem tod gs'ächen hab.« Er ummfieng
sin vatter; der vatter küßt inn mit weinenden ougen und kond
von leyd nüt reden. Nach langem fragt er Alexander , wo
er sin muotter Rossepina gelassen hett. Alexander sprach,
iio er hett sy inn irem land gelassen , inn dem sy küngin ver.
Demnach sprach er: »Min vatter, ich byt dich, das min tod
gerochen werd an dem verretter Gannellon. Ich befilch dich
got, wann ich mag mit mer reden.« Damit fiel er tod hin-
dersieh nider. Do Gerold sin sun tod gsach , do fiel er inn
«s äinmacht nyder und lag ein guot wyl on reden. Und do er
reden mocht, sprach er: »0 tod, warumm hasta nut mich ge-
nommen, so ich alt bin, und hast min sun laben lassen , der
nach jung was ? Ich mag wol reden, ich werd niemnier uiff
fröad haben , das ich min sun so spät erkänt hab , und so
nnlang by mir gsin ist. Die fröud, so ich an im ghept hab,
hat unhing gwert. 0 arbentael liger armer trostlosser vatter,
der sin sun verloren hat mit laitschem Unglück! Ks ist niit
möglich, Aas ich yemmer nier fröud nach wuon haben niög.« s
Und er fiel mit dysaeu wortten inn änimacht uff sin sun. ße-
rjnger und Fyffianus hnlffend im wyder ufi der ämmacbt zum
basten, so sy mochtend. Darnach schicktend sy nach einer
roßpar gen Muntabant, daruf leyttend sy den lichnam und
fuortten inn gen Paria, Do sy schier by der sfcat wärend, lo
kämmend all protzession dem liehnani engegen. Und waV-d
inn das groid niünster vergraben mit grossem vest. Es klag-
tend inn vast vyl lütteu und verflüechtend den, der inn er-
tödt hat. Do der meehtig küuig Callorion hört sagen , das
man eines rytters greptnufi begän wott, von Renguolden ge- m
Schlacht geboren , do schickt er ein herold zuo Karly uuim
gleyt; wann er begertte die greptnuß zesächen. Es gfiel
Early wol, und gab im gleyt sampt hundert der sinnen. Also
ryttend Kailorion und Archelaua mit etlichen siner obersten
gen Paria. Der keyser und die sinnen thetfcend innen gros 20
eer an. Callorion klagt Alexander vast , wann er hat inn
woll erkänt, wann er was vyl an siuem häf gsin, Und ruompt
inn des, wenn er sine tag erläpt hett, so hette er all rytter
mit manheyt für troffen. Der vatter fuort erbermklich kla-
gen, das mengklicher genöttiget ward zetruren. Die heyden ^b
giengend nüt inn die kirch. Do das grebtnus ui was, gieng
der keyser wyder inn pallast. Das essen was bereyt. Karly
aatzt Callorion nebend inn zuo tisch. Sy wurdend gespyßt
mit vyl trachten, des sich die heyden ver wunder fctend. Nach
dem ymbiß stuoud der gräf Ruolland uf und thfet ein bredig, so
die was also, das der t'ryd zwüscheud Karly und Kalloriou
gemacht ward und beschlossen und der krieg geschworen
wyder Gannellon, das läger für Pottiers zeschlacheu (da was
er} Alexanders tod zerächen. Der krieg ward uß gerüeft.
Die heren kämmend für Pottier.«. Gannellon , der hat stetz ss
specher an Karlys häf, ward innen, das mau inn wott bekrie-
13 tind| wiederholt lia.
Uorgaat der rifso
n
258
gen, darumm er vorhin ?or Muntabant dunnen zocli and kam
geu Pottiers, ee Karly dahin kam mit sinem kriegsvolck. Und
lieli die stat verbolwerchen zum basten, so er mochfc, also
das er sine fyend wenig entsaß. Der keysser liarly kam inu
6 sin Land und alles das, so er errobern mrjcht satnpt sinem
volck, erstächen sy und verbranttend sy. Doch thetfceud sj
ira wenig Schadens vor Pottiers, und beschachend doch mengen
stürm , da vyl lütten uninikämmeud zuo beden sytten. Nun
weud wyr von Rengnold sagen.
10 Wie Rengnold durch iingewytter inu ein stat kaoi,
Achaya geheyssen , da streyt er mit junekfrowen,
und wie der fryd gemacht ward zwuschend Kariy
und GannelloQ.
Do Rengnold uö" dem mer was sanipt sinen brucdero, do
iB huob der pattron den segel uf, der wind schluog darinn, ußii
hafctend wind nach wyllen dry tag. Aber am fierden tag er-
huob sich ein ungewitter, das warf sy mer dann drü liiuidert
mil uß irem weg und warff sy inn ein port des mers, an dem
was ein stat uff einem velssen, wunderbärlichen starck. Du
20 was ein Icünig, der hiefi Arbaliater, der läpt nun der röben
der schiffen, die da für fuorend. Do der pattron das end er-
kant, do erschrack er vast übel und sprach zuo Rengnold:
>Da8 glück ist uns gar wydrig ; wann da wir dea [bl. 12C]
mers nett liberwunden band, sind wir erst nach inn grosser
25 sorgen gf allen dann vor. Wann inn dyssera schloß uff dem
felssen ob der etat wannet der künig Arbalyster dysser stat,
der ist der gröst thyrann uff dem mer. Er hat inn siner
gselachaft by dry hundert junekfrowen, gerüst zum krieg, nnd
sind gewapnet mit gesöttnen lädern und sind tapffer und mau-
30 lieh. Eine ist der andern aller oberstin, die heyßt Ärehylide,
die entsitzt kein rytter, so manlich ist er nüt. Und so bald
etlich galleen oder schyffer inn dis port kommend, so kom-
mend sy hinab und beruobend sy und nemtuend die lüb gfangeu,
so innen werden mögend. Darumra gät es ans übler danu
85 vor.« Do Eengnold den pattron verstuond, do sprach er «tio
im: »Du verstä-st es übel, das du sagst, wir sigend inn grossem
sorgen dann vor. Und ich wyll dir crtzeigen, das die sorg
des mers grösser ist , dann die an dy ssem port ; wann inn
meres nötten hilö't weder stercky nach macht niitt, aber den
inentschen und tjrannen mag man sich wol erweren mit gwalt.
Darumm bab küin sorg! Wann ich sag dir zuo, mag ich mich o
uuder dis junckfrowen mischlen, das Ichs kuo rügten wyll, das
sy ein ander mal die für fareuden nüt berouben werdend.
Darum tu gib mir etlich Ton dinem volck zuo , die mit mir
kommend inn die stat epys reichen! So wyrstu Sachen, ob
ich von des thy rannen und einer junckfrowen forcht wegen m
nüt spya bring.« Der patron gab im ein knecht zuo. Reng-
nold kam inn die stat und nani apyß und luod sich und den
sehifman und kart wyder zum schiff; da assend und trunckend
sy, wann sy dorfftend sin wol. Nach dem essen sprach Reng-
nold zuo ßinen brüedern: »Wapnet üch! So wend wir gen <;>
Sachen, ob Arbalister uns heyssen werd das zallen, so ich inn
der stat genommen hab.« lun dem kämmend die mere Ar-
balyster für, ein friJmbder rytter hett die stat blundert; da-
rumm er zuo Arehalyde sprach , sy und ir j unckfrowen söt-
tend an das gstad den ry tter ertöden und alle die , so sich co
niit ergehen wettend, und das schiff entblundern. Do die
junckfrowen gcwapnet wärend, giengend sy ab dem sehlos.
Und do sy zuo der stat thär kämmend, fuudend sy Rengnold
und siue brüedern. Arehalyde sprach zuo Reugnold: »Rytter,
war wyltu ? Wer hat dich so frisch graacht, das du inn disse sb
stat kommen bist an erlouptnus des küaig Arbalyaters ?« Reng-
nold sprach zuo ir: »Ich bin kommen dich und inn zesträffen
der thyranyen, die täglichen durch üch begangen werdend.«
Archalyda sprach zuo im; »So wer dich! Wann ich sag dir
ab.« Damit zugend Rengnold und sine brüedern ire Schwerter so
uß und bestrichen die mit der junckfrowen bluot ; wann sy
hattend wenig wyderstantz , sy achluogentz nyder wie ein
sägyfi das gras vor ir. Wann sy wurdend inn kurtzer zyt
.syglos; die, so enttrünnen mochtend, fluchend inn die stat.
Do Arbalyster sine )unckfrowen ayglos gsach, do ward er un- as
sinig. Und wapnet sich und nam ein sper und kam an das
end, da Rengnold was. Er was gewapnet mit einem pantzer-
rock von guldinera tuoch voll edlem gestein. Do inn Rengr
\1*
260
nold 30 wol beklejt gsach, do sprach er: »Dysaer l<iiuig bringt
mir hie ein kostliche bekleydung.« Do er zuo im kam, spracii
er zuo im: >Künig Arbalyster, ich gloub, disse bekleidung
hab dich wenig kostet. Wüß , das ich harkoramen bin dich
6 zeaträffen umm die grossen roubery und thyrauay, die du be-
gast täglicheu an deu frömbderi , die da für farend! Wann
die götter mögend die grossen übel niit mer erlyden, deren
du voll bist.« Der heyd sprach »uo im: »Faltscher dieb, der
du byat , biätu hurkommeu mich inn mioer stat zesträffen?
10 Ich hiih gnuog von dir erlytten; du muoat erhänckt werden,
ee das nacht wirt.« Also rytteud ay gegen ein andren mit
söllicher stercky, das sy bed zuo erden fiellend; wann ire aper
wärend so sfcarck, das es nut müglich was, das sy inn sätlen
belyben mochtend. Darnach zugend sy ire schwertter uö
i& und gäbend ein andren herfc streich , also das ir schilt gar
zestucken giengend und ire hämisch gar zerhowen. Der strjt
weret mer dann ein stund, dea Rengnold ser erschrack. Er
huob sin schwert uf und wott den heyden uff den köpf schla-
chen ; aber Arbalyster huob den litigen arm uf, und Keng-
ao nold schluog inn daruf, also das er im die band ab huw. Do
der heyd gsach, das er sin band verloren hat, do erschraBk
er vast übel und sagt zuo Rengnold: »Ich ergib mich dir und
bekenn, das ich din gfangner bin , imd wyll alles das tbnon,
Bo du mir gebütst. Und byt dich, das du mir din naaimen
86 sagest.« »Wüfi,« sprach Kengnold, »das dir min nam uüt
versehwigen werden muola : ich bin Kengnold von Muntabant.«
Do Arbalyster verstuond , das er Rengnold was, do achluog
er sich mit der andren band au die stirnnen und [bl. 127]
sprach: »0 Machniet, du byst wol ein verretter, das du mich
3Q da hin gfüert hast , das ich mit Rengnold gestrytten bab.
Du bist wol wyrdig , dag du geschulten werdest. Verflüecbt
sig die stund, das ich ye an dich gelöpt hab, vertlüecht werd
din gotheyt, verflüecht werde der, der dich nie anbätt, ver-
flüecbt werd der himel, der dich uitenthalt, verHüecht werd
fi« din gloub und alle die, so au dich glonbend ! Verflüecbt aig
die stund , au deren ich an die welfc kam f Verflüecht werde
min unwüssenheyt, das ich Rengnolden nilt erkennen kond
im stryt! Verflüecht sig min gluck, das gtivllen bin oben
liarab /alt niderst! Ich gib dir all uiiu land, Retigiiold , und
mach, dick dereu ber, Uud byt dicb, das du mir urlob gebest
iun .der wält ummbar zetzuchen den tod suocheii; wann ich
\vyll nüt anders thuon durin gän , nutz das ich inn funden
hab. Wann ich beger nüt in dyssem iund zesfeerben; wann e.
ilachuiet muos die eer nüt haben , das ich inn der hejden-
schaft sfcerb.« »Ich wyll dich nüt han,« seyt Rengnold, »aber
ich wyll dich gäö lassen mit süllichem geding, daz du mir
lobest, du wellest so lang gäo, nutz das du min vetter Kuol-
landeu finst, und dich im gf'angeu geben von minetwegen.« lo
Arbalyster sprach, er wett es thuon, uud er het langest be-
gert Rengnolden uud Kuollanden zesächen ; nun het er-Keng-
uoldeii gsächen mit äinem grossen nnglück. Aber es ist daz
gericht gofctea, der warttet, ob sich der mentach bessern well ;
aber wenn er gsicht, das er inn einem übel verharen ist, sott
straft er inn, als er Arbalyster fchet , der sin land verlassen
muoßt und fründ und vettern uud inn der wält ummhar trüffeu
mutoßt. Er nam urlob und demnach als er sin arm hat
lassen zuo rüsten, macht er sich uff die sträs den tod gau
suochen. Und ßeiignold nam die stat und das schlos inn zuo 20
sinen banden. Demnach als Arbalyster von Rengnolden ge-
Rcheyden was, rey t er sovast, das er gen Paris kam ; aber er
fand Karly nach Ruollarid nüt da. Do er innen nach gefragt
hat, do macht er sich uff die sträs und reyt sovast, das er
zeuechst für Pottiers kam. Und zuo allem glück den ersten, as
den er fand, das was (jannellou, der hat die FrantEOSsen über-
fallen. Der sprach zuo im: sWer bistu? Wannen kumstu?«
Arbalyster sagt: »Ich bin ein arbentselliger künig und ryt
inn der wält ummhar und auoch den tod.« Gannellon sagt:
>Ich furcht mir, Karly oder Ruolland habend dich här gsehickt so
zespächen. Und darumm das du sagst , du sigest vertzwyflet
durch din arbentselkeyt , ich sag dir , daa ichs och bin und
arbentsäliiger dann du. Und darumm wend wyr mit ein
andren stritten, und ich gloub, du habest den tod funden,
den du suochst.« Arbalyster sprach, es gfiel im woh Also 3&
stächend sy. Aber üaunellou inocht Arbalisters stych nüt
uffenthan, wann er fiel zuo erden gantz machtlolä. Do inn
sin volck am herd gsächen d , do kämmend sy all uff Arba-
262
liater; aber er wart sich wie ein guotter rytter. Diewyl Ijam
Gannellon wyder uLi der ämmacht und sagt ziio sineni volck,
ay söttend dem rytter uüt thuoQ. Und gebrucht sich mit
siner lystigkeyt gegen Arbalyster mit früntlichen wortten,
5 also das er inn mit im inn die etat fuort durch ein heim-
liches thär, durch daa er hin uß reyttj wenn er wott. und
faort inn inn sin pallast, da sagt er zuo im: »Ich weyß nat,
wer du byst; aber du dunckst mich ein wysser man, der vjl
gsächen hat. Darumm wyll ich dir einer sach vertriiwen, die
10 ich dir sagen wyll. Ea ist war, daa ich der gräf Gannellon
bin, der all sin laben lang dem keyser Karly wol und trüw-
lich gediennet hat. Aber als ein untrüwer durch zuotragunc;
etlicher zentzlern und Versager , die umni inn sind , bin icli
ab ainem haf verbant und verjagt und von mengklichem ein
»5 verretter geschulten , und das bösser ist , ist er kommen mit
groasera zilg mich belägren , als du wol sächen magst , uod
sagt, er well mich und min land zerstören. Und ich schwe-
ren dir, daa ich im 60 triillich und wol gediennet hab, als
kein rytter keinem künig niemraer diennen wyrt, und darf
20 wol sagen, wenn ich nüt wer, das er yetzmäl nüt känig inn
Franckrich wer. Aber es ist war, es ist unlang, das ich siner
fründen einer ertödt hab inn bewarung mines libs, der tieß
Alexander ; wann er greyf mich an, und du weyst, das yeder-
man schuldig ist sin laben zehewaren. Aber hett ich m
95 erkent, so hett ich das Karly nüt zeleyd thän. Und das ist
die fürnemest ursach, darumm ich belägret bin. Darumm byt
ich dich, das du zuo Karly rittest und im die sach ertzeigwt,
als du wol verstäst, und inn hättest: hab ich im ye etwat
thän, das der belonung wjrdig sig, das er mir vertziche und
30 sin läger ab wende. Und ich gib mich dar, für inn zekom-
men im hembd und barfuoß, den strick am hals, die knilw
uff der erden, von im gnad begereu umm Alexanders tod.
Wann ich hab nie nüt anders thän nach gesinnet, das im niys-
fallen sott. Und magatu eovil zewägen bringen, das da den
as f ryd verschaffest, so wyrd ich dir all min laben lang giiot»
pflichtig sin.« Do Arbalyster Gannellon verstuond, do ro^int
2 ammäciit hs. 13 zentlem ha.
r; er seytte war. Darumm er uff sin pfert saß und kam inn
Karljs zel, dem tliet er die reverentz au und thet siti bot-
schafft inn der gBtalt, als im Gannellon inn befelch gebeu
hat. Und brächt sovil zewägen mit siner hupscben red, das
der kejsser und Ruolland Gannellon vergäbend mit söllicliem »
geding, daa er nüt uff hortte ryfcteu, untz das er Reugnolden
funden het und gnad von im begertte umm Alexander tod.
Do Arbalyster den friden gemacht hat, do reyt er wyder inn
die etat und erfczalt Gaunellon, wie sin fryd gemacht was mit
Karly und Ruolland; dea er vaat [bl. 128] fro ward. Und lo
thet sich ab untz an daa hembd und barfuoß, den strick am
halß, und gieng ian Karly s zel. üiid uff beden knüweu be-
gert er von im gnad umm Alexanders tod. Der keyser ver-
gab im. Es were Karly weger gsin, er het inn lassen tüden;
wann er thet im darnach übel und aller Kristenheit, als ir "
yerstän werdend am end dyö buocba. Do Ganellon sin fry-
den gemacht bat, ließ er sich wapnen; darnach aalä er uff
siu pfert und macht sich uff die aträs Rengnolden zeauochen,
gnad von im begeren umm Alexanders tod. Und rcyt an alle
end, da er vernam, da krieg warend. *>
Wie der kuiiig Calloriou und künig Arbalyster mit
ein andren strittend und bed ummkammen, und wie
Rengnold durch das gebot gottea fuor ein heyd
überwinden.
Do der mächtig künig Callorion vernam , das der fryd ^
gmacht waa mit Gannellon durch Arbalyster, do sprach er
zuo im inn gegenwyrttigkeyt des keysers und aller bereu:
»Es ist war, das ich vou Paris bar zogen bin mit grossem
züg des aller hüittigesten ritters tod rächen , der inn laben
was. Und du hast durch din sehwätzerry und sentft reden »o
gnad und verfczichung verschaffet dem aller feltschisten ver-
retter, der inu aller wält ist und der durch sin verrettery
zum dickern mal den tod verdient hat. Darumm sag ich dir
ab uff den tod und wyll dich mit dem schwert bewyssen, das
du faltschlich garbeitted hast. Du bist ein heyd und ich »e
ouch; darumm gtoub ich, der keystr werd es uns nüfc ver-
264
sagen.« Arbalyster sprach zuo im, es gfielt im wol. Alsii
^v^u•l]ülvd die zwen lieyden «^ewapiiet und sasaeiid uff ire pfert.
Und nam yetlicher ein gioü sper und sportteud gegen eiu
andren mit grosser stercky ; aber das glück was also, iitö
Ä y etil eher sin aper dem andren durch den üb stach, und fielleuti
all bed tod zao erden ; des sich mengkliclier ser verwundert.
Tun dysser gstalt fand Arbalyster das , so er suücht, das waa
den tod. Do Arcbelaua gsacb, das sin bruoder tod was, do
nam er urlob von Karly und von allen heren und f'uor wyder
10 iun sin land mit dem züg. Und Karly gab all stnem volek
urloh und reyt wyder gen Paris mit sinen heren. Nun wond
wyr von Rengnolden sagen. Als die hyatoria hievor gsagt
hat, do Arbalyster von Archada gerytfcou was, do ward Keug-
noM liünig über die stat. Und brediget dem volek, also diu
ib er sy zuo kristenlicbem gloubeu bekart. Es aol sich nieimiien
verwundern, das got die fürsten uß Franckrich lieb hat , dit
leyttend all ir zyt, all ir liab und lyb und stercky den krysU'U-
lichcjn glouben zemeren. Sy battend uch zum dickem mal
gütlich luiderwissungeu , als dann Rengnold hat; wann einer
30 nacht, als er zuo Archada was, do kam im ein engel für, der
sprach zuo im: »Rengnold, du hast ein werch thän , das ist
got vaat gf'ellig. Darumm enbüt er dir by mir (wann ich
bin sin engel), das du morn uü dyaser stat scheydest allein
uud zefuoJä. Wann du muost iun eiu wüeste gän, die heyßt
2ö Ivaprefol; da wyrstu ein grosser ryß önden, der ist so gms-
aamtrt, das er die pilgry not läßt für faren, die zuo dem Helgen
grab züchend , das er sy nüt beroub und der luerteil ertöJt.
Mit dem soltu stryttcu und wyrst inu überwinden, damit nn^
die pylgri dester sicherer für züchen mögend.« Nach diaäen
3a wortfceu verschied der engel. So bald es tag ward , beruoft
Rengnold sine brüeder und die obersten inn der stat nmd
ertzalt innen, wie im der engel gottes erschinneu were, uwi
daz, 80 er im gebotten het. »Und darumm^t sprach er, »das
ich ob allen dingen begeren gottes gebot zeverbringeii , vyli
as ich von lieh echeyden. Darumm befilcli ich üch die statt iiinJ
byt und gebüt üch, das ir guot rächt baltind dem armen als
*
13 Archada] aus »Achaja« gebesaert; vergl. 258, 11.
fem rycbeu, und liüettend ücli, das ir de tu voJck iiüt abneni-
mend» dann was billicb sin wjrt! Und warttend uiiueu liiel
Wann ich will mit der hilf gottes bald wyder komiuen.« Do
sine brüedern versfcuoridend, das er hinweg wott, do wurdend
sy vjist bekütnerfc , nut darumm das er dem gebot gottes ge-
horsam was, Bunders darutnm das er allein gieug und zefuos.
»Hand kein iioniuofc, mitie brüedern!« sprach Rengnold, »wann
der, der mich da bin schickt, wrrt mich nüt verlassen. Zuo
dem allem befilch ich üch min pfert Bayard.« Damit gebot
ßeuguold dem pattron , das er sin schif zuo rust. Das thet
er. Do es gerüst was, naui er urloh von sinen brüedern und
von den innwonnern der etat. Er saü uff das mer; der wind
was guot , darumm ay bald wy t wärend. Es wärend etlich
pilgry inn Kengnoldeu gselschaft , die wotfcend zum beigen
grab. KengMold truog sin hämisch und schwert under sim
mantel und truog ein pilgrystab wie die andren pilgry. Sy
haltend wynd nach wyllen, darumm sy vast bald an dem port
wärend , da sy iiti sitzen wottend. Das was nach by einer
stat, die hieß Neryko ; da was [bl. 129] her ein amyroU. Do
ay uff dem land wärend, sprach Kengnold zuo dem pattron,
er sott wider gen Archada faren und das er inn eines man-
notz frist wyder dahin kerauie, inn hoffnung, er wett och da
sin. Der patron nam urlob von Rengnold imd sagt: »Ich byt
den got, inn des dienst ir gänd, daz er üch leytte und wyder
J|pnge mit fröuden und gsuntheyt.«
Wie Rengnold mit einem rytter streyt, der streit
umni die schöne siner liebe, und wie Clannollou Reng-
nolden fand und gnad von im begert umm Alexanders
_^ tod, der vergab im ungern,
W Do ßengnold und sine gsellen urlob von dem patron ge-
nommen hattend, giengend sy in die stat Nerico, inn deren
geschachend stächen und vyl kurtzwyl. Und damit und ir
die nrsach des festz wüssend ; es ist war, das der amyroU zwo
thochteru hatj die ein was vast schön wyß wie kryatalliu, die
hieß Dannea, die ander was mit so schön , wann sy was ein :
Trenig brunn ; darumm nampt man sy Brunnetta. Inn der
a£
266
was ein junger rytter, der was Danneaaen bold, der
Ton iretwegen rytter und roß nyder. Reognold und die pilgry
hieltend styll dein stächen zuo zeluogen. Dannes sprach auo
ir Schwester: »Du byat so ungachafl'en, das du nieramen findea
5 wyrst, der nun zwen hanfstängell von dinetwegen zerbräche.«
Brunnetta sprach: »Ich inuoagedult haben inn miuein uuglilck.
Und ob ich schon nüt so wol gsefczt bin als du inn schönne,
ich kan nut darfür. Und aovyl aU du schön uer bist dann
ich, sovyl bistn den göttern mer schuldig zethuon.« Als Brun-
10 netta mit ir sehwester redt , do dächt ay an einen troumra,
der iren die nacht trounipt hat, das was: es wer ein pytgri
nuwlichen inn die stat kommen , der im stächen alle die ab
stach, die er vor im fand. Do syRengnolden ersach, do duocbt
er sy hupsch, darumm sy dächt, er möcht wol der sinn, tob
16 dem ir trompt hat. Darumm sy im ein hotten schickt, das
er kemme mit iren reden. Do Rengnold verstuond, das inn
die junckfrow forderet, do gieng er zno ir. Die magt gruotzt
inn und ertzalt im den troumm, der ir die vordrig nacht troumpt
hat, und ob er nüt durch fröwlinnen wyllen strytten wett.
20 Rengnold sprach zuo ir: »Het ich ein pfert, so wett ich aächen
lassen, das ich etwas kan den fröwlinnen zelieb.« Brunnetta
ordnet im ein pfert. Und diewyl er sich wapnet, sprach Dannea
zuo irer sehwester inn spotz wyß : »Was meinstu, das cijsser
pilgry im stächen thuon werd? Er wirt dich rieh machen mit
25 den patter nostren , so er ufF dem weg hätten hat , oder mit
sinem apläa, wenn er wyder kumpt.« Diewyl kam Rengnold
uff den plan, bereyt, das sper iiff dem scbänckel. Dannes lieb-
haber sprach zuo Brunnetta: »Was wend ir mir geben, weim
ich üwern pilgry sparen und inn des ersten stichs nut juo
30 erden feil ? Wann ich weyfi wol, das er mir nüt oblygea wirt.«
Do inn Rengnold verstuond, do leyt er sin sper inn das *
und sport gegen dem rytter. Der brach sin sper uff Rengnolden
schilt, aber Rengnold stach inn u& dem sattel, die scbänckel
enboren, und fiel ein arm ab. Nun fragend nüt, ob Brunnetta
35 fro were! Die sprach zuo irer sehwester: »Din buol karti-
wyllet undersich. Gesich, wie er einem gablatten boutu gücli
*
81 an Btelte des Bterncfaens in der hs. leerer räum; vergl. anm-
tliuotJc Es stächeüd vyl rittern mit Rengnolden, aber er
stach [all] zuo erden. Do der auiroll gsacb , das Rengnold
als nyder stach, do forschet er sin hamiach und pfert und
stach mit Rengnold ; aber er stach inn des ersten stichs ab
sinem pfert. Do er wyder uff gstuond, sprach er zuo Rengnold : 6
»Ich weyß nüfc, wer du byst^ aber du bist ein könner man-
licher rytter. Darumm byt ich dich, daz du- inn min pallast
kommest sampt diner gselschafft. Darann wyrstu mir ein
dienst thuon.« Rengnold gieng mit siner gselschafft mit dem
amiroll iun sin pal last. Das essen ward bereytt ; der amyroll lo
satzt Rengnolden nebend inn zuo tysch, darnach sine gseüen.
Innen ward groß eer gebotten. Die zwo jnnckfrowen dienttend
zuo tisch, die wärend Rengnolden bed hold. Nach dem essen
giengend Rengnold und sine gselien gen ruowen. Do der tag
här für brach, sfcuondend sy uf und wottend urlob von dem«
amiroll neramen ; aber er' wott sy nüt hinweg lassen untz
nach dem ;^mbiß, So bald der ymbis bereyt was, do satztend
sy sich zuo tisch. Die zwo junckfrowen kyptend umm ire
schöne; wann yetwedere sagt, sy wer die schonner. Do sy
lang kybet hattend, wurdend sy eyß, das sy sinn zuo Rengnolden 20
hinkommen wettend. Darumm sy für inn kämmend; Danne
hatt die red, die sagt zuo im : »Her, ir sond wüssen, daz min
Schwester und ich inn grossem zanck sind, welche die schonner
fiig under uns beden. Zeletst sind wir eyß worden an üwere
«rtteyl zekommen. Darumm, liept üch, so sagend, welche die s&
Schönner sig !« »Junckfrow,« sagt Rengnold, »ir wüssend, das
mau spricht inn einem gmcinnen sprüchwort, das kein schöne
gfäncknns sigend, nach kein ungschaffen holdschafft. Und
darumm das ich min holdschaft uff üwere Schwester gesetzt
[bl- 130] hab, so dunckt sy mich die schönner.« Do Dannes so
verstuond, das ir schwester die schönner sott sin, do empfieng
Sy seualieh leyd , das sy inn ein kämm er gieng und nara ein
seyl und erhanckt sich an ein venster; des der amiroll ser
\>etrüept ward. Rengnold und sine gselien nämend urlob von
dem amyroll. Brunnctta nam urlob von Rengnold weinend 36
Vind fragt inn umb sin nammen, denn seyt er ir und schied
liinweg. Und machtend sich uff die stras und giengend sovaat, er
"Und sine gselien, das sy inn [die] wüeste gen Caprefol kämmend,
da der ryß wannet, den Rengnold bestrytten sott. I)o sy ein
wenig inii die wücsty Icünmiend, do bej^eguet innen ein ge-
wapnetter rytter zerolä : dns was Ganoellon, der suocht Reng-
nolden , als im ingebuiiden was von keyser Karly. So baW
»er Rengnoldeii ersacli, saik er ab sinem pfert und thet sin
liälui ab und knüwt nyder und apracli also: »Edler gräf, ich
kumm und beger gnad von dir umin dines vetter Alexanders
tod, den hab ich ertödfc, wann er greyf mich an. Der fromu]
keyser Karly und KuoUand band es mir vertzigen; darutuuj
10 byt ich dich, das du mirü öch vertzichest.« Do Ueugnold ver-
stuond, das Alexander tod was, und daz inn Gantiellon ertodt
bat, do ward er vast zornig und spracb, er wett im nüt ver-
geben, sunders er wett sines vettern tod rächen, Gannellon
was uff den kniawen mit uff gehepteu bänden und begert gnaJ,
iB Die pylgri, die by Rengnoldeii warend, sprächend zuo im:
»Wir byttend üch uumi des wylleu* der tod und uiartter leyil,
den wir heim suochen wend, das im vertzichend.« Rengnold
wott es im inn keinnerlein gstalt vertzichen, aber doch zeletst
battend sy inn sovast, das er im vergab. Und so bald er das
20 Wort geredt hat , thet Gannellon sin bälm wider uf und saü
uff sin pfert und reyt wider den v?eg, de» er kernen was.
Wie Reugnold mit dem ryß Geryon streyt imd inn
überwand and zuo krystenlichera glouben braclit-
Die bystoria sagt, das Kengnold und sine geellen, dem-
ae nach als er Gannellon vergeben hat , fürbaß inn die wüeste
giengend. Und giengend uuwyt, sy horfctend ein lut gscbrey
von lütten, die ecbrüwend unim hilf. Des die pilgry all er-
schräckend danib. Inn dem gsächend ay ein man komnißö
uff einem guotten pfert, der Hoch mit verhängtem zoum und
30 schrey : » Acb, niine fr und, be waren st üch 1 Wann der tüffel kuinpt
unanach; wir sind kum euttrunoen.« Rengnold sprach: »Min
fründ, wer ist der, so üeh nach kumpfc, ab dem ir so grosse
forcht band? Sagend mir, ob ir Kristen oder beiden sigend!
Wann nach üwer sprach dunckt mich, ir sigend Krysten.*
88 »Her,« sprach der fliehend, »ich bin ein krysten rytter und
kumm vom heiigen grab mit vyl pilgry. Aber inn dysser wOestf
haud wir ein tüftlischen ryesen funden, der heyfit Geryon, der
ist der aller grussammest mentsch inn aller walt. Er ist gewapnet
mit eines wurnis hatfc, Lertter dann yssen ; er treytt an siner
syten ein schwert, daraiin ein andren man gnuog zeachaffen
hett das vom herd zebeben, und treytt ein stang inn der band, 0
die wygt mer dann hundert pfund. Mit deren hat er miner
gsellen zwen ertüdt, die andren fluchend durch die wüesfce,
und ich bin rerwundfc uff den tod und weyß wol, das ich uüt
laug Jäben wyrd. Üarumm warnuen ich ücb, das ir üch bewa-
rend ; wann mag üch der ryfi begriifeu, so wyrt er üch achedigen.« 10
Und mit dyaaen wortten fiel der rytter ab dem pfert tod uyder
für Rengnolden fuoß, des er ser erschrack. Er iiam des rytters
pfert und safi daruf, wann es duocht inn guot. ßengnold
sprach zuo sinen gsellen: »Ich gsich da jhänet ein kleius
stetly ; ich rätt, wyr gangend da hin, das wir ein wenig unsere J6
oarrung uemmen, so vernemuiend wir, wo der ryß wonnet.
Wann ee ich ulä dysser gegne scheiden wyl, will ich mit im
strytten.« Sy wärend wyllig. Also kämmend ey an das thär,
das fiindend sy beschlossen. Die stat hies Sydonnia. Eengnold
ruoft, das man innen ufthette. Ein junge tochter sprach zuo ao
im (die was ob dem thär) , darum m das sy inn zeroß gsach :
»Ich furcht, du sigest der grussamm tyraun Geryon, der uns
sovil Schadens thän hat. Bistu Geryon, so verlörst din zyt
zewartten; wann ich thuon dir nüt uf.« Rengnold sprach:
»Min tochfcer, du magst wol verstau, das ich nüt Geryon bin, 26
diewyl sovil pilgry inn miner gselschafft sind. Wann die
hüenly gäod niemmer mit den fuchsen.« Also kam die tochter
hinab und thet innen das tbär uf und sagt zuo innen : >Ir
bilgry, sind wilkommen ! Und wellend üch hüetten, das ir nüt
inn des faltsehen Geryons band fallend ! Liept es ücb, so werdend »«
ir kommen mit der küngin reden inn iren pallast.« Es was
zegedäncken, es weriud inn der selbigen stat Krysten. Als
sy durch die stat giengend, g?ächend sy kein mannen , dann
etwann vast alt, oder gar jmige kinder; des sy sich ver wunder tteiid.
ßengnold fragt die magt , wo die man werind. Sy sagt zuo ai
im mit aünfftzen : »Ach, her, es ist war, das Geryon, der tüffel,
eines tags inn dysse stat kam und fleug die man all und hanckt
sy all utf der stat muren , als ir sächen mögend. Er begät
270
vyll grosser [bl. 131] imiimentselieytten, dann uyemer m&gliel
ze ertzelleu sind.« Als sy iuu pullasfc gieugend, gieugeiiiJ sy
Ober ein groaaeu platz, da waa die gstalt eines gewapuetteü
innns uö einem pfert sitzend, ein schwert inn der hand. Do
6 fragt IlengQold die junckfrow, was die byldnuß bedutte. Die
maj^t sagt : »Wend ira wüsseii, so lässend die Luochstabeo, die
nebend ira gschribeii stand!« Reiignold nachetsich und besachdie
buochstaben, die seytteiidalao : >DyLi ist Raollaiiden fygur, MiÜons
vou Anglers suu, der durch sin msnheyt dyssu stat erlötät hat vor
»0 dem mechtigen Ic ünig Cally gan t, uud dysse fygur ward zuo gedecht-
iius har gsetzt. c Do Rengnold die buochstabea gelassen hat, äo
fieug er an klagen und sprach: »Ach, Ruolland, edler rytter,
*ye mer ich inu der weit ummhar far, ye aier ich von dimn
manheytten sagen hör.« Inn dem kätnmend sy inn pallast
16 für die köngin, die was vaat jung und bies Felitzia. Die em-
pfiengs fnlntüclien. Sy fragt inu, wer er were und wobin
er wett, Rengnold sagt, er were Rengnold von Muntabant
und were durch ein engel inn dyß land geschickt den atoltzsa
rylä Geryon zesträffen. Do die köngin hört, das er ßengnolii
20 was, do thet sy im gros eer an und sprach zuo im : »Ich bjtt
üch, ritter, das ir üch vor im nüt finden lässend ; wann er ist
so ungenietä, das ir den sig nüt haben werdend.« »Hand kein
sorg!« sagt Rengnold, «wann das, so von gott georduet i^lt
1UU08 sin, und mag uieman dar wider thuou.« Die kuDgia
26 gebott, das das essen geriist ward. Sy sässend zuo tisch, unJ
innen ward güetlich thän. Rengnold ruowet; ein tag und nüt
mer; darnach sprach er zuo der küngin: »Min frow, ich wyll
fich mine gsellen inn huot lassen , wann ich will mom 7,iiiii
aller früegesten inn die wüesty den ryß Geryon suochen. ÜnJ
30 verheysaen üch, das ich üch rächen wyll.« Sobald der tag
har für brach , stuond Rengnold uf und wapuet sich. Di«
küngin half inn wapnen und gab im ein schilt und ein sp^f«
die wärend irs heren seiligen gsin , den Geryon ertötlt bat.
Sy sprach mit weinnen : »Her rytter, ir müessend dyssen sctü*
36 und dyß sper haben; wann syt miil das der, des sy gsin sinäi
sy nüt tragen kan, so müessend irs füeren als der best rytter
inn alter wält.« Rengnold dancket ir. Demnach als er sich
enlnfleehterdt hat, saß er ufF airi pfert und macht sich iiff'^'*
siräs inn die wöeste Gerjon suochen. Kr reytt den gantzen
tag, das er das ead nüt finden kond, da er wannet. Die nacht
begreyff inn; der man was vast lieytter. Er reytt so lang,
das er ein hiißly fand iun der wüesty, inn dem Geryon wannet.
Do er an die thüreu kam, do ruofft er. Geryon thet die thür »
uf und sprach: »Werbistu? Byst ein pilgry, so wyll ich dir
den apläd geben mit minem seh wert.« »Geh wer ich sig,«
sprach Rengnold, »so wyll ich nüt von hinnen scheyden, ich
liahe dann dich gestraft der mißhändlen, so du täglichen be-
gaste Do inn Geryon veratuond, do leytt er die band an lo
Rengnolden pferfcz zoumni und huob siu tust uff und schluog
Rengnolden nff das hopt. Des er vast zornig ward und gab
dem heyden ein streich mit dem ySneu häntschen inn daz
angsicht, das er inn aramacht zuo erden fiel. Über ein wyll
stuond er wyder uf und sprach: >Ich weyla nüt, wer du bist; is
aber ich hab nie kein herttern streich empfangen. Du muost
vertzoubert sin oder du byst ein Sathanaa uß abgruud der
hell. Doch gab wer du sigest, so wyll ich mich morn an dir
rächen. Aber du wyrst disäe nacbt inn minem huiä ruowen
OD verrettery minethalb.« Rengnold ruowet die selbig nacht 20
inn des rysseu huß. Do die sunn iren schin ertzeigt inn
Orientt, do stuondend sy nf und wapnettend sich und sasaend
uff ire pfert und ryttend uffs feld. Und an absagen rytten
sy gegen ein andren mit söllicher stercky, das Rengnolden
pfert nüt atarck gnuog was des heyden stich ntftzenthalten : as
wie wol er sich redlich im Sattel behat, nüt desterminder fiel
das pfert mit im. Rengnold sprach: *0 min guot pfert Bayard,
du werreat nüt also gfallen.« Er sprach zuo dem heyden:
»Stäst nüt ab, so wyll ich dich uff dinem pfert zetod stächen.«
Geryon stuond ab, und kämmend an ein andren mit grossen 30
schwertschlegen. Der stritt weret lang, aber zeletst ward
der heyd überwunden ; wann Rengnold gab im ein so hertten
streich , das er mit dem einen knüw zuo erden muoßt, des
er ser erachrack. Und do er Rengnolden stercke erkant, do
sprach er zuo im: »Rytter, ich erkenn, daz unser einer inn sü
todes sorgen ist. Darumm bit ich dich, das du mir din nammen
sagest.« Rengnold sprach zuo im: »Min nam muofj dir nüt
verscliwigen blibeu: wüß, das ich Rengnold von Muntabant
272
bin!« Do Geryon verstuonol, das er Rengnold was, do sprach
er: >lch loben min gott Maclimet, das er mir die gnad geben
hat, das ich mit dir geetrytteii hab. Ich weyß wol, wenn
ich wjtter mit dir stritte, das ich nüt gsigen wurd ; darumm
h bin ich nüt inn wylleu mer mit dir gestritten , sunders wyll
alles tbuoD, so dir lieb ist.« Sy giengend inn das schlos, da
thet Geryon Rengnolden gros eer an. Darnach verreiobarttend
sy sich, sy wettend mit ein andren nif glück faren. Do sy
uff die strai wotteud , ßties Geryon das für inn sin hus uDii
10 sprach, es raüefiteud keine übel raer darinn besehechen.
Wie Keugnold mit einem wuuder sti'eyt, das was ein
halber man und ein halbs pfert, und wie er und
Geryon inn ein bruoderhuß kämmend, da iuneu ein
enge] zässen bracht.
Als Rengnold und Geryon durch die wüeste rifctend, do
fundcnd sy zwen gros todt löwen, die hatten gros wunden unä
lägend an niytten im weg. Do sy Renguold ersach, spracli
er: »Wer mag dis löwen getödt haben?« Geryon sprach; »Es
ist niemraen inn dyssem lund, der die stercke gehept hab sy
20 zetöden, dann allein Spynard, der ist ein halber man und halb
ein rolä. Er treytfc ein schlingen, damit wyrtft [bl. 132] er
vast gros stein, uud treyt dry starck böggen, mit dennen er
wol kan. Er wänuet uff dem Sorgklichen berg; wir söttenil
nach darbyn sin.« Sy rittend unwyt, sy gsächend Spinanl
a6 kommen, schryend wie ein stier. Und do er die pfert ersach,
do leyt er eia stein inn sin schlingen und warf gegen innen.
Do sprach Geryon zuo Rengnold r »Ich hitt dich, das ich vou
ersten mit Spynard strytt. Und mag ich inn töden, so soltu
an Machmet gloulien; und mag ich inn nfifc ertöden , und du
8.0 inn ertödtst, so wyl ich an Jhesus glouben.« »Es gfalt niii'
wol,< sprach Rengnold. Inn dem achofd Spynard ein pfyl
Geryon durch den arnira, Geryon empfand so grossen schniertm),
dos er ab sioem pferfc fiel, als were er tod; den RengnoU
aer bekiimniert ward und spracli zuo Spynard: »Du byst übe^
36 müettig. Ich wyll min gsellen rächen.« Inn dem schos SpynuriJ
don andren pfyl Rengnolden zwüschend den schäncklen diirob.
273
als sich Rengnold zuo Spjmard nächst, do scbos er den
.rytten pfyl, und do inn Renguold gsach koiuuien, do zerhüw
ir inn an mitten ab ein andren mit sinem schwert. Daruach
fab er Spynard ein schwertschlag uff den kopff, das er im
len zerspielt untz uflF die brüst, und fiel tod zuo erden nyder. &
)eninacb kam Rengnold zuo ü^eryon und zog im den pfyl
iß deinarmm uud artznet inn mit etlichen kröttern zum basten,
o er mocht, also das er wyder uf stuond, Rengnold S|jrach,
ir sott von gotfc gnad begeren, der hett inn vor dem tod be-
«rarret. Er brediget im den krystenliehen glouben, also das lo
Jeryon getoutft wott werden by dem ersten wasser, so sy
undend. Rengnold touffc inn imm nammen der beylgen dry-
faltigkeyt. Darnach ryttend sy, von dem krystenliehen glouben
Jagend, den gautzen tag uud nacht und rittend über ein grossen
berg, und do der tag harfür brach, do ersachen sy ein grossen i&
buffeu gewapnetter heyden uff einer wytte. Do Spruch er:
»Liebet her gott, wer mögen dyß lüt sin? Müessend wyr
stritten, so raüessend wyr ein andren nüt verlän, nach von ein
andren wichen.« »Ich verheyssen dir,« sprach Geryou, »das
mich kein ding von diner gselsehaft scheiden mag dann der 20
tod.« Diewyl sy mit ein andren redtend, reyt der hoptnian
Jes selbigen volcks zuo Rengnold uud Geryon. Do er by innen
*aa, gruotzt er sy. Rengnold fragt inn, wer er were, uud
veß das volck wer. Der heyd sprach zuo im: »Ich heyß
^ussire und bin dyfj volcks füerer, so du siehst. Und wend ss
Jen Ärchada die räch begän des übermuotz, so der verretter
Rengnold von Muntabant und sine bruoderti da begangen band
^iJ den junckfrowen.« Do sich Rengnold hört ein verretter
'ehalten, do ward er vasfc zornig und [sprach] zuo im : >Mich
^Unckt, du habest uunrecht, das du Rengnolden ein verretter au
<^hilt8t; wann es itit nie gsin, das ich nüt ghört hab sagen,
r und all sin geschlächt sigend die aller manlichesteu und
•"ömsten lüt inn Franckrich.« :frlch sag dir,« sprach der heyd,
das er und sine bruodern verretterysch und uunerberlichen
'ehandlet band.« »Ich sag dir,« sprach Rengnold, *daa sy s-»
^ö dem rächt thän band. Wann sy und Arbalyster lüpteud
Qyranisch; darumm das rächt und die byUigkeyt wottend,
^ die straf bescbech die fry zemachen, so inn das port gen
aigaat dar tinaa \^
274
Ärchada kemiuend. Und ob du änderst sagen wettest, wyll
ich dich sin bewyssen mit strytten, das Rengnold und sine
brüeder im rächt thäu band.« Der hejd sagt: »Ich sag dir
nacbmäl das wyderspyl.« Damit ryttend sy von ein andren
f> und kämmend gegen ein andren; aber Rengnolden pfert
raocht in nüt tragen, wann es fiel mit im zuo erden. Des er
so zornig ward, das er im so ein hertten streich mit der fust
gab, das es tod zuo erden fiel. Do Geryon Rengnolden m
herd gsach , do rant er gegen dem heyden und stach im sin
10 sper durch den lyb, das er tod nyder fiel. Und Rengnold
erwust des heyden pfert und saß daruf. Bussere fuort vol
fünfhundert heyden, die kämmend all au Geryon ; der erschrack
nüt, sunders reytt under sy als ein guotter kampffer und hiiw
innen arm, schänckel und glyder ab und zerschneyd schylt,
16 hälm und hämisch. Rengnold schlief nüt , wann er ertodt
eines yetlichen streichs ein heyd, wann es was all sin wollusi
Sy verbrächtend sovyl mit der hylf gottes, daz sy die heyden
inn die flucht bräcbtend. Demnach machtend sy sich wyder
u£F die sträß und ryttend den gantzen tag und nacht, das sy
20 weder zetrincken nach zessen fundend dann ireu rossen gras,
also das sy so hungerig warend, das sy nüt wußtend, waz sy
thettend. Und ryttend also untz mornendes umm die drü.
Und ein wenig nach den dryen horttend sy zwo gloggen lütten;
des Rengnold vast fro ward und sprach zuo Geryon : »Ich hab
26 ghört zwo gloggen lütten ; ich gloub, es sig ein krysten kilchen
nüt wyt von hinnen. Laß uns dahin rytten! Wann es mag
sich hegen , das wir etwas lütten findend , die uns zeygen
werdend, wo wyr zessen findend.« Also ryttend sy fürbas und
fundend ein bruoderhus. [bl. 133] Rengnold klopflfet an der
30 thür. Der bruoder kam und thet innen uf und gruotzt sy.
Rengnold dancket im und sprach zuo im: »Lieber vatter, band
ir etwaz zessen, so gebend uns ! Wann es sind dry thalben tag
verschinnen, das wir nüb gessen band; darumm uns zetod
hungert.« Der bruoder fragt in, ob sy Krysten werend. Er
35 sprach ja. Der bruoder sprach : »Ich hab weder brott,
fleisch nach keß; aber es ist ein wasser unwyt von hinnen,
*
23 wemig hs.
darinn sind vyl fisch. E ir die roß ab zaumeudt wyll ich wyder
hie sin mit vyt fiselien.« Er nara sin angellschnuor und
t^ieug gen fyschen. Diewyl gäbend Keiiguold und Geryon ireii
rossen ein wenig hüw, das vyl wertt was; durnacli mficlitend
sy daz für an. Inri dem kam der bruoder wyder, geladen mit s
vyschen , die thcttend sy über (äas für. Die wyll die fisch
sutteud, lietj der bruoder wiu. Und do er in dem käller was,
erschein im ein etigel mit vyl spys, der sprach zuo im: »Du
solt disse sjiys den ryttern geben. Wann der ein ist Keugnold
von Muntabaut, der müchtig kümytiL-r des krystenlichcn gluubctis ">
und der gros Verfolger der fyend gottes. Und sag im, got
schicke im die durch ratcb! Wann ich bin siner englen einer.«
Do der bruoder den engel verstuond, do dancket er luiserni
heren und bracht RengnolJen die spya. Und der engel fuor
wyder hinweg. Der bruoder sprach zuo den ryttern : »Danckeud i&
unserem güettigeu got! Der schickt üch die spys by .sinein
engel.« ßengnokl und CJeryon warend der spis vast fro, wann
sy fundend die vast guot. Do sy ir narrung genommen haftend,
do danclcettend sy got urara die guothet, so er innen bewytisen
hat. Sy ruowettend etlich tag by dem bruoder. Darnach 20
schieden sy hinweg und rybtend gen Jherusalem, darnach inn
das land Egypta, den kriegen nach.
Wie die kimgin Anthea dem kuiiig Marssillia ziio
lli-spannia eubotj sy vvett imi Franckrich zucheii irs
vatterd tod rächen , und wie die niere gen Paris as*
kämmend, Marssillia rüste sich zekriegen,
" Hye facht an die hystoryen des schmertzes , der trurig-
keyt, der trüebaal und des leidtz umm den tod und Zerstörung
der edlen krysten fursten durch des verretter Gannellons ver-
rettery. Daz wir uff die matteryen kommend , so wüssend, »o
das dem Alten vom berg, den Alexander ertödt bat, ein isun
Lelitjen was, der hies Polymites, der was ein maulicber starcker
rytter. Aber Anthea, frow zuo Babillonnia, wott im tödlich
öbel, darumni das sin vatter den soldan, iren vatter, ertödt
hai; dnrumm, sy inn stetz bekrieget, also das er genottiget »^
Ward sin land zevcriasaen. Und fuor inn schirm zum künig
276
Maraillia inn Hyspania, der enipfieng inn mit grossen fröuden
und eiibot im gros er und hat iun vast lieb, dariiimn das er
ein hurttiger rytter was inu all sinen geschäften. Nun ist
es also, das der verretter Gannellon wyder ion des edleo key-
6 ser Karlya gnad kommen was, veater dann ye, und bat docli
dem kunig Marssillia eubotten, das er sich besvartte, wauu der
keyser Karly hatte sich vereint das kütigkricli Hyspauya ut-
robern sinem vetter Ruollanden. Do er dysse mere vernani,
do erachrack er vast übel ; wann er entsafi der Frantzosseu
w macht. Niit desterminder gab er Gannelions brieffen DÜt
gautzen glouben; doch schickt er ein küuig, der was im under-
tlienig, der hiea Blanchardin, inn botachafftz vry& zuo Karly,
zerkunnen , ob er den fryden nüt halten wett , der vor niäls
zwQschend innen zuo geaagt worden was. Do Blanchardin
16 gen Paris kam , do fand er Karly guotter antwurt ; darumm
er wyder zuo Maraillia, sinem heren , reyt. In der zyt, als
Blanchardin inn Franckrich waa, kam zuo Maraillia ein bot-
schafl't von Anthea, frow zuo ßabiilonnia, die enbot im, das
er sin her versamlette inn Franckrich zezüchen. Wann sy
10 wett des soldana, ira vatters, tod rächen, den die Frantzosseu
ertödt bettend vor Babillonuia. Und er aött Franckrich gegeu
Hyspanuia angrytfen, so wett sy uff dem mer durch ProvanUia
darinn züchen und ir läger für Paris achlachen, Disse mere
güellend Marssiliia, also das er ein grossen züg aamlet. lau
26 dem kam Blanchardin von Paria und' hat den fryden be-
schlossen. Und do er die versamlung gsach, so Marsillia thet,
und sin meinung vernam, do schalt er inn vaat übel und sprach
zuo im: »Wie wend ir ein verretter sin? Wussend ir nüt, das
ir mich inn Franckrich gschickt band den fryden bestettigeu
so zwuschend üch und Karly ? Das ist beschechen, wie ir begerl
band, und ich hab es inn üwerenx nameu geschworen. Und
yetz wend ir wyder liweru eyd thuou. Gedenckeud ir Franck-
rich also zegwunnen? Hottend den halben teyl mer volcks,
dann ir band , so möchtend ir nüt zend kommen. Wann ir
aswüssend, das Karly in ainer gselschaft hat die XU fürsteü,
die sind die besten rytter inn aller wält. Und ob Reugnold
nüt da ist, sind nüt da Riiolland, Ollyfier, der hertzog AnseSt
Gerold von Roaaillou , Gergis von Dannemarck , der biscboff
Türpin, Astolfo, Magis, der lystig rytt.er, Guy von Burgnodia,
Rychnrt von Noraiatidia, [bl. 134J Thünng von Dardatinia,
Doon von Nantiieyl und ander raer, die ich nüt neninen kan,
die all raanlrch rytter sind? Darumm Franckrich nüt ala
lychtlich zegwünnen ist, als üch tlurickt. Ich sag üch, xüchend s
ir darinn, das ir mer verlieren mögend dann gwünnen.«
Blanchardin redt sovyl, das Marsillia sinen wortten glouben
gab und hielt sin rätt für guot. Und schickt sin volck, so
er versamlet hat, yeth'cher wyder heim inn sin lius und enbot
Änthea, pr wer yetzmäl nüt inn Tvyllen Karly zebekriegen. i«
Darum Authea och thet wie er und schickt ir kriegsvolck
wyder iim ire hüsser. Der selbigen sach ward Gannellon
innen, und er, der da nach nüt müed was verrettery zetriben,
schreyb Marsillia ein brief, des inn halt was also: sKünigMarsillia,
nach iillem gruotz wüß, das ich mich ser ab dir verwundern, das la
du din fart ab gschlagen hast durch znotragung Rlanthardins,
und ursächer byst, das Anthea och belyben ist. ich erkenn,
das du vor dinem unglück nüt sin kaust. Wann du wirst
inn knrtzcr zyt der aller arraest und. aller arbentsell igest könig,
von dem du ye ghorteat sagen ; wann der beschlua iat gmacht, ao
daz du iun dinem land haben wyrst Ruolland und allen adel
inn Franckrich , der wyrt sich M'ider din wyllen zno kßnig
krönnen über all din land. Diewyl Anthea mit so grossem
züg kam, bettest du guot gehept vor dinem unglück zesin und
vor der verlierrung dines laudes. Din künig Blanchardin was 25
bald eines andren eins. Ich hab ea dir gern wellen zewüssen
thuon als minem fründ. Und zuo beschlus thuon ich dir ze-
wüssen, das dm tod geschworen ist. Ich enbüt dir nüt mer;
bystu wyß, so byü darvor ! Nüt mer dann: got bewar dicb!e
Do Marssillia den inhalt des briefs verstanden hat, do sprach 30
er zuo dem botten, er möeßfce inn gen Babillonta tragen der
lüngin Anthea. »Und sag ir, ich enhufcte ireu, das ay ir
volck besarale inn Franckrich zetzuclien , wann ich well on
feilen bald da sinn.« Der bot kam gen Babillonnia und ver-
weint gnotten Ion zentpfachen. Aber er empfieng inn nach sa.
Verdienst; watm so bald Anthea Gannellons brief besächen
^at, sprach sy zuo dem botten: »Du byst des gröaten ver-
i'etters dienner , der inn der wält iat ; daruram du umm die
278
Ijt'hjmmg »iiiier mite erliäiickt werden niuost iiin clysser stnnc
Und Uuin ich inn Fraiickrich und mir din her werden mag,
so wyli ich im ouch also thuon; wnnn er hat es zum dickera
mallen verdient.« Sy ließ Gannellons bott bäncken ; darnach
B bescliiekt sy irn züg' imd samlct inn kurtzer zyfc wol andert-
halb Imiiderb tussend man und sali uffs ruer und fuor gegen
l'Vanckrich. Maraiüia besainlet raer dann hundert tussend man
und macht innen ziio höptman ein küaig, der hielj Aigollait.
Der keyser Karly was zuo Paris, der was alt und müed und
10 cntsiiü kein krieg ; wann er hielt sich sicher des frydens, der
beschlossen was worden zwüschend ßlanchardin. Und der
verretter (iannellon, der die handhuig wol wufst, uffenthielt
den keyser und sine heren inn kurtzwyl und fröuden and liefi
stiiclien uud thurnieren , damit und er sy uffenthielte, das 8v
16 innen nüt eut«essend; wann er truog das inesser, das salb,
das truren und das stteü. Wie wyr hievor gsagt band, was
Karly und sine heren als die , so innen keins kriegs entsie-
send, zuo Paris inn fröud und kurtzwyl. Aber ir fröud ward
bald inn trOebsal verkert; wann die niere kämmend gen Paris,
*) der kiinig Marsiliia kemme mit einem grossen züg über raer
und über laud, des Karly und all heren ser ersehräckeßd.
Daruuim Karly sin rätt versamlen ließ. Und da hin ward
Gannellou Öch berüeft, der thet, als were er erschrocken. Der
keyser sprach: »Ir, mine heren, ich verwundern mich de»
» künig Mnrsillias , der uns den fryden hat lassen bestedigeix
durch Blanchardin, der vor langer zyt zwüschend uns gemachte
wonleu was. Und uflf den selbigen fryden hab ich im ver-
truwet Und ir gsäcbend aber, das er sin zaosagung feltscht
di\s er uns kumpt bekriegen. Darumm bit ich uch , dais i '
M mir rätteud uff dysse sach.« >Uer,< sprach der biscbof TüT"^
pin« »ich besorgt es sigend lüt an äwerm bäf, die sigend de
1cri«gs MH orsach.« Do sprach Gannellon. der sich schuldig
«mptod, aoo Tarpiu: »Was sagend ir? Meynnend ir, das s<
niltsollemi tut au dyssem häf sigend, die da nrsach wetteu«
sku eines suUichoa jikmers?« Astolffo sprach, der was Gannello*^
nüt v»ai hoU, sji dasarittn hat wellen häneken lassen: «I^
«itt msQlMli «ff «firich dis kn«gs ursicher, so bistu inr»
wnnn <hi bast im labeo njr« aaders th&n d«nn verrettery ef
denckeD. Es were gsin weger, du werest gatorbeo , so bald
du tonft wordeii byst ; wann es werend nüt sovjl Übels inn
Franckrich bcscbecbeii, aIs beschechend siud.« GaniielloD
sprach weynuend, sin verrettery damit zevertecken: »Her keysor,
ich bab all rain laben lang müe genommeu üch wol zediennen f>
und hab nie keine ding zuogestyfft, die zuo üwern utmeeren
dieuttend. Unnd umm alle verdienst wyrd ich gescliulten
ein verretter vor üch. Es ist weger, ich mache mich ab
ÜTverin häf; darnach mag man gsächen , wie alle ding bau
stän werdend dann yetz,« »0 du faUscher verretter,« sprach lo
Ollyfier, »din truren und grüß zäntzleryen hand den keyser
verstopfFt untz har , das bringt dem Franckrich und aller
Krystenheyt grossen nachteyi. Und sagen dir, das Judaa nye
so verrettersch gsin ist, als du byst; darumm, läbatu lang,
so wyrst ursächer sin vyl Übels. Ich sichern dich, wenn Ileng- lo
nold hie were, er wurd dich wol han, das du nüt sovyl *
hettest.« Gannellon sprach gantz zornigklich: »Du lügst, das
ich ein verretter sig ; du und Reognold sind grösser verretter
dann ich.* Do Ollyfier verstuond, das inn Ganuellon hies
lügen und ein verretter schalt, do atuoud er uf und inn grossem ao
zoru gab er im so ein hertten streich ian sin augsicht, das
man das aaräl gsach. Gannellon sprach: »Her keyser, es be-
sehint sich wol, das mann üch wennig entsitzfc, [bl. 135] das
ich inn üwer gegenwyrttigkeyt also gesehäutt wyrd. Darumm
ich urlob von üch nim.i Do Karly ghort, das GanncUon sagt, ga
er wett hinweg, do ward er vast trurig und sprach: «Ollytier,
du byst ganfcz übermüettig, das du mich so gar verrachteat,
das du loitie fürsten vor mir schlechst und inn minem rätt.
Ich schweren dir, das ich die straf also begäii wyll, das
mengklicher byspill darab nemmen muos.« »Land von dysaem m
zangk !« sagt der hertzog Anses, »es ist weger mit uusern
fyenden gschlageu , dann wyr mit ein andren.« Damit nara
der rätt ein end des selbigen tags.
^ff 4 verretter hs,
ratim; vergl. anm.
16 aa stelle dtjs Sternchens in der hg, leerer
280
Wie die mere gen Piiris kämmend, wie Autheii kem-
rae wol mit zweymal huiulei't tussend lieyden tur
Fariä, und wie OUyfier inn botscliaftz vvyß zuo
Anthea reyt.
5 Inn der zyt kämmend die niere inn Provanca, daa die
küngiii Autliea uff dem mer wer wol mit zweynial bundeTl
tussend heydeii. Das enbütteiid sy Karly , darzuo öch , wie
sich Murssillia rüste ; dea er ser erschraok. üarunjin er nacb-
mäls sin rätfc versamlet. Inn dem ward geordnet Gorgis von
10 Dannemarek , Astolfo , Beringer und Samsou von BrettaMift
inn Hyspannia üetzüchen mit trjssig tussend mannen zuo wer
gegen Marssillia, und lluolland raüeßte die stet und Schlösser
mit spys veraäcben und mit lut zuo wyderatand den hejden,
imd Karly mließte zuo Paris beliben mit sinem kriegsvoick.
15 Also Bamlet Karly inn kurtz,er zyt vyl volcks uß aller Krysten-
heyt. Do öy versandet wärend, do ordnet sy lluolland m
die stet und festinnen inu xuosatz. Und er sebluog sin lügef
xwüscUend Paris und Sant Denysseus wol mit hundert tusseuil
man. Aber ee Ruollund sin volck gar geordnet bat, fuorend
20 die heyden an vyl enden zuo land, das innen die Krysten uüt
erweren mochtend. Do sy uff das ertrich kämmend, do fiengeiid
sy an alle die stett und scbtösser zerstören, die sy gwuanend,
und Jungs und altz ertöden. Und was nüt inn der Erjsten
macht innen aeweren , das sy ir läger nüt zenechst für Paris
SA schltiegend ; des Karly und all innwonner ser erschräckend.
Anthea hat gros begird Ruollauden zesäclien; wann sy wu&l
wol, das Rengnold inn dem land Egypta beliben was. 1""
den neu tagen, als die heyden das läger fiir Paris schluogend,
do geschächend grosse zeychi-n ; wann es regnet by dry stuii-
30 den bluot inn aller stat Paris, die hund hüwlettend inn der
stat tag und nacht on underlala. Darumra Raolland Mag'*
beschickt , der was zuo iJuntabant , zerkuiinen , was dysse
zeichen beduttind. So bald Magis die raere vernam, do kam
er gen Paris und treyb sin kunst; durch die erkant er, (ia^
36 Gannellon ursächer was an der heyden zuokunft, aber die sluad
were nach nüt kommen , das er gestraft sott werden. D^"*
verretler was hy K'arly, zuo dem sprach er: »Her, fürclitend
. üch nüt! Wann die heyden werdend nüt atorcky gegeu dwi
Krysten baben , wann ir band inn üwer gselsebaft dio besten
rytter inn aller wält.* Do Rnolland, der hertzog inn Karlys
Zug was, gsacb, das die heyden so nach by Paris wärend, do ^
sprach er ziio Ollyfier : »Min vetter, du muost zuo Autbea
rytten erkennen, warumm sy inn Franckrich kommen sig mit
Fo grossem zug.« Ollyfier was wyllig und reyt zuo Antbea
für ir zel und saß ab und gieiig darin und gruotzt ay. Und
so bald sy inn ersach, do erkant sy inn und umnifieng inn i»
«ad sprach zuo im: »Edler gräf, sind mir wilkonien ! Sagend
mir von dem keyser und sinem vetter Ruolland !* »Frow,«
sprach Ollyfier, »der gräf RuoUand, als ein hertzog über den
gantzen züg , hat mich zuo üch geschickt, zerkunnen die iir-
sacL üwer zuokunft und waz rächt ir vermeiueud an Franck- i&
rieh zohaben, das ir sovyl heyden har brächt band, die da
zesfcörend und verwüestend allea laud , durch das sy züchend.
Daruinm byt ich üch, das ir mir üworn willen sagend.« An-
tliea sprach: »Ollyfier, ir wüssend wol , das min vatter, der
soldan, achantlichen ertödt ward vor Biibillonnia, und das bösser 20
ist: Morgant hat die aller schönsten und besten thiirti zer-
brochen an der stat, und ir band mines vatters sc'iütz all be-
roupt, der min sott sin. Ir verstand wol, das mir ein grosse
schand wer, wenn ich not eines aöllichen mentschen tod reche,
als der soldan, min vatter, was , der was der mechtigeafc her as
inn Orrient. Wann die natur fordert mich darzno semlichs
zethuon, och unaern glouben , den bin ich schuldig zemeren.
Nim hab ich üch gsagt die ursach miner zuokunft. Ich byt
ttch , das wir von andren dingen sagend. Ich bin betrüept,
das Rengnold nüt iun lanJ ist, wann ich wett mit im stritten, »o
Aber er wirt kum nier uß Egypta kommen, wann er ist alt
und rauglofi, darzuo hat er sin pfert Bayard nüt mer, so hat
Tnan mir gsagt. Wytter so belanget mich , das ich zuo dem
gräf RuoUauden komme, das ich mit im schwätze.« »Frow,«
sprach Ollyfier, »ir sagend, ir wellend des soldans tod rächen, w
und er sig unrechtlich ertödt ; so sag ich, er sig nüt unrecht-
lich ertödt. [bl. 136] Wann ir wüsaend wol, das er erstlich
Ruollanden liefe gfangen leggen by dem amiroll von Persia;
282
der het inn ertödt, liet inu Rengnold iiut entscliüt. Und dem-
nach, do wjr sine jjfaugnen wärend, vorhiesüend ir selbs Reng-
nolden, wenn er den Atten vom berg Überwunde, so vreti er
uns Ipdig lassen ; und nüt desterminder siner ziiosagung halb,
5 bettend uns Ruolland und Uengaold nüt erlöfit, so het er uns
erhänckt. Und ir wüssend, das nüt scbantlicher nach schraech-
I icher ist einem kunig, dann wenn er wyder sin zuosagung
thnot. Doch so hat inn unser keiner ertödt, suiiders der Alt
vom berg, als or selber gwyssagefc hat. Es was eiu ding, von
10 got geordnet. Aber sind ir dea wyllens üch zeräehen, so
wüssend, das wir all berejt sind uns zeweren ! Und gedenckeml
nüt, das unser macht und sterckinnen gemindert sigend ! Wann
ich wyll, das ir wüssend, das die Krjsten als köu uud als
gehertziget sind, als sy ye sind gain.« Anthea sprach lachend,
16 do ay Ollyfier also hört reden : »Edier her, ich sorg nüt, daa
die Krjsten nüt als manlich uud als mechtig sigend zuo krieg,
als sy ye wärend; aber syt daz ich so t'er kommen bin, so
bin ich nüt inn wyllen wyder heim zet/.ücheu on strytfc. Doch
so bin ich nüt komen, das ich das küngkrich Franckrich inti
20 haben well, dann ob ichs gewunneo hett, so wett ich nüt dester
minder Karly sin laben lang regieren lassen; wann mich wurde
der eren benüegen, das ich Franckrich errobert hett, inn dem
die besten rytter siud inn aller wiilfc; wann ich hab land
und herschafften gnuog.« 0 edels froweu gmüat, die lieber
M der wätt eer hat dann rychtumb! »Ir send mir Euollanden
grüetzen,« sprach ay, »und im sagen, ich well nüfc von hinnen
scheyden , das ich nüt mit im gestrytteu hab lyb an lyb;
wann das wer mir ein grosse schand, das ich so wytneü har-
Icominen wer durch so frönibde land und so ein gros volck
30 mit mir gfüert het an stryt. Darumm sond ir im sagen, daz
er ein tag uß erwell e zestrytten und mir inn zewüssen thüeg;
so wyrt er mich bereyt finden,« Damit schied Ollyfier voß
Anihea und kart wyder gen Paria und ertzalt RuoUanden all
reden, so er mit Anfchea gehept hat. Do Ruolland Äntbea
gö begeren verstuond, do sprach er, es gfiel im wol , und enbot
iren by einem herold , das er am andren tag darnach geriist
wett sin mit iren zestritten lyb an lyb, volck an volck. Au-
thea enbot im, er inüeßte sy bereyt uff dem fald finden.
283
Wie Ituollaiid mit Atithea streyt und von dem tödt-
lichen atryt, der nebend Paris besclificb, und wie der
strit von den Kristen gewnnnen ward mit grosser
Qott und arbeytt.
Do der abend kam vor dem sferyt, ließ Ruolland inn Paris 0
nß rUeflFen, das all kriegsvolclf am tag geriist werind inn stritt
zegän. Do der morgen kam, ließ sich der keyser Karly wapnen.
Das thetfcend Seh all forsten. Darnach ließ er uß rüeffen, das
yedermann uff sesse. Darnach zugeu die huöen 11 ß Paris. Do
sy uff das fäld kämmend, macht Raolland zechen huffeii, inu 10
y etlichem zachen tussend man. Authea was uff dem andren
teyl, die stalt ir volck inn Ordnung sampfc irem böptman, der
hieß Bryssebarra. RuoUand sprach zao sinem volck, sy söttend
sich nüt roden, untz das er syß hieß. Er macht sich harfür,
tiier dann eines armbrust schütz wyt. Do inn Anthea ersacli, 15
tlo reyt sy nß der Ordnung im engegen. Do sy zuo ein andren
kämmend, stuoudend sy ab und ummfieugen und gruotztend
ein andren; darnach sassend sy wyder uff ire pfert. Und
Ruolland sprach: »Junckfrow, Ollyfier hat mir gsagfc, ir habend
begird mit mir zestritten. Das wyll ich üch nüt versagen, ^a
doch mit söllichem geding: wenn ir mich überwindend, so
wyll ich iich Franckrich übergeben, das üch min vetter niemmer
mer nut daran höuscben muos.« »Und ich schweren üch by
all unsern göttern,« sprach Anthea, »wenn ich von üch über-
wunden wyrd, das ich von stund an all min züg wider heim 215
ferggen wyll, und wyll üwere gfangne sin.e Das gfiel innen
beden wol. Damit ryttend sy hinder sich und kämmend gegen
ein andren mit söllicher stercky , das es duocht, das ertrich
sott under innen inn fallen, und zerbrächend ire sper uff Iren
achilten; doch belyben sy bede inn iren säfclen on fortteyl. so
Darnach äugend sy ire schwer tter uü und gäbend ein andren
iiert streich. Der strytt wert mer dann ein stund, das att weders
kein vorteyl hat an dem andren. Diewyl ay strytteiid, mochtend
sich ir volck nüfc enthan, das sy ein andren nüt angrytfend;
daruram Ruollaud und Anthea genöttiget wurdend von irem st
stritt zelässen. Ruolland reytt und auocht die grösten anginnen
284
und schluog alles das nyder, so er vor im vand. Anthea fleyß
sich die Krysteo zeschedigeu, Sy fand den gräf Ollyfier, der
gab iren ein semlicheo scLwertschlag , wie wol ir hämisch
vertzoubert was, das iren gantz ättenloß wwrd ; damit kämmend
6 sy von ein andren. Und ala Anthea im strit [bl. 137J urani-
bar reytt, begegnet ir Gannellon , dem gab sy ein söniliclieii
streich, das er ab sinem pfert fiel. Und sy het iiin ertödt,
aber es käramend iren sovyl sines geschlächtz inn entschötteji,
das ay nüt geschaffen mocht. Die krysteo füraten begiengend
IC des tags schön rytterschiifft , wann sy ertödten vyl heyden.
Aber der heyden wärend sovyl , das die Krysten nut zend
kommen mochten d. Der keyser Karly, der den hart wyß liat
nntn uff den sattelboggen , doch wie alt er was , begieug er
doch gros matiheytten ; wann mit Joyossa, sinem scbwert, traf
Iß er kein heyd, dem er nut sin laben nemme. Er schrey : »Montjoj»
Sant Denysseus!« und reyt inn die grösten hülfen. Der hertzo^;
Anses ertodt mängen heyd , desglichen Otto von Burguudia
und die andren fürsten all in der schlacht sovil, das das ertrich
darvon bedeckt was. Syt das Kuollaiid von Anfchea kam, er-
20 todt er alles, so er an sinem weg fand ; sin ach wert Dur im del
ward ötetz. gsachen. Sine fyend fluchend vor im als die scbäf
vor den wölffen. Er wollustiget sich an der heyden tod: er
was trurrig, wenn er niemand fand, mit dem er strytfcen kond.
Er und sin pfert wärend mit bluot bedeckt. Do Bryssebarra,
aa Anthea houpfcmami , die gros mördery gaach , so die Krysten
an sinem votck begiengend, do ward er ser betrüept und scbrey
sinem venlyzuo sin volck wyder zeversaralen. Inn dem begegne''
im der keyser , und falt er inn ab sinem pfert und hat gros
müe inn zefachen; aber er wartt sich wie ein giiotter rjtter
30 und scbrey sinem fealy zao. Und er ertodt mengen hejd,
aber iren wärend sovil umm inn , das n ilt uf gsitzen mocht,
Und Bryssebarra, der ein man! icher rytter was, brächt sovyl
zewägen, das er das furnemmesfc feuly der Krysten nyder schluog;
des die Krysten ser erschräckend. Do Baldowyn, Gannellons
35 aun, den keyser zefuoß gsach und das fenly nider gschlageOi
do reyt er im stryt ummhar und saocht Euollanden so langt
*
20 Bin] and ha. 22 er*] es hs.
unlz daz er [in] fand , und seyt im , wie Kar]y zefuoa were
uuder den lieyden, tlienenunend großmüeinnzefaehen. Ruolland
sprach zuo Baldowiii: »Min früud, füer mich dahin, da min
Vetter ist!« Also reyt Bnldowin for daunen und Ruolland im
nach. Er fand utf äem weg Hug von Burguudia nod Richart s
von Normandia, zuo dennen sagt er: »Yllend mir nach! Wann
die notturft ist gros.« Das tettend sy , und zertranttend die
hufTeOf also das sy an das end kämmend, da Bryssebarra was;
der nam gros müe die Krysten ummzebringen , wann er hat
inn siner gselschaft by tryssig rytter , die mechtigesteu aiaes lo
ziiga. Aber Kuolland nud sine gaellen acliluogend sy inn die
flucht, Ruolland begieng des tags sovyl raanheyt, das es keinem
menfcschen möglich ist sovyl zebegäii , das got sin gnad nüt
dar tbette. Ea ist wol zegloubeu , gott machte Ruollandeu
stcrcke imd der andren Krysten zwyfacht; wann änderest iß
werind sy syglos worden. Der edel kämpffer des gloubens
Ruolland, do er gsacb, das Brissebarra so inn grosser mlie was
die Krysten umm zebringen, do reytt er uff inn und hüw im
des ersten Streichs den arm ab, inn dem er daz aehwert hat,
das sy mit ein andren au herd fiellend. Des die heyden aer 20
erschräckeud, wann er was all ir hoffnnng. Ruolland riciit
das fenly mit hilf ainer gsellen wyder uff, so Bryaebarra nyder
gachlagen hat. Darnach rittend ay dahin, da der keyser was.
Den fundend sy inn grosser nott; wann die heyden hatteod
inn ummgeben, die uämmend groß müe inn zefachen. Aber aa
er was gros und schwer und wartt sich manlichen , darutnm
inn die heyden nüt fachen mochtend. Do Ruolland sin vetter
inn so grossen nötten gsach, do ward er vast zornig und wie
ein touber wolf trang er inn die heyden. Mit hylf siner
gsellen ertodt er iren sovyl, das ire pfert im bluot badettend 30
untz an die knüw. Do Karly sia vettern gsaeh sovil raan-
heyt begän , do enipfieng er ein wunderbarlichen muot und
schrey mit lutter stim : »Montjoya Sant Denisseus!« und er-
todt fier heyden. Inn Karlya rettung kämmend vyl heydcii
umm und öeh Krysteu , doth kam Karly wyder uff sin pfert s&
wyder der heyden wytlen und brächt vyl heyden uuim. Ruol-
land reytt wytter und fand den hertzog Ansea zefuoß, deu
die heyden fachen wottend; aber inn Karlys und Ruollanden
286
ziioliiinft kam er wyder nff sin pffrt. Ollyfier was an e\nm
andren end imm sfcryt unimgebeii mit Amiiialucken, das sind
verlougiiet Krysten ; die tianimend grosse müe inn ab sineni
pferfc zesclilHchen. Ab<?r er ivartt sich manlich und ertodt
6 iren vyl. Do iim Hnollumd inn söllichon nötteu crsach, do
schrey er im zun; »0 edliir rytter , deiick din nianheyt ze^
tzöugen ! Wann die nott ist gros. Du niuost von mir ent-
schüt werden,« Do Ollyfier den keyser und liuollandeii iiQil
die andren ersuch, do ward im sin stercky zwytacbt, darumni
10 die Ammalucken ertödt wurden. Die syglosse kari sieh uff
der heyden sytten. Und was das ertöden so gros, das iet
todfceti lychnani im bluot badettend. Anthea und ir volck
verlurend das hert/, ; sy was so nilled, das sy ire arm not nier
utf heben uiocbt. Und wenn die nacht gsin were, so hettenJ
15 die heyden all end ^eiiomen ; wann die Kristen jagtünd sj,
wie die sperwell die wachtlen. Aber die nacht kam, darunmi
der abzug kuo beden syten geblässen ward. Do Antheanie
verhnrat irs volcks erkant, do ward ay ser betrüept und ge-
dächt, das wol war were, Karly und sine füräten wereiid die
80 manlichesteu lüt inn aller wiilt. Sy reyt inn ir zell mit dem
volck, so ir beliben was. Karly fuor mit sinem volck >;«n
Paris, unsern heren lobend umm den sig, den er innen gebe«
bat. Do die Krysten all auo Paria wärend, gebot Karly, das
man aü gloggen zuo Paria lutt und inn allen kilcbea »Te
M deuni [bl. 138] laudaraus« sunge, gott daacksagend u mm den
sjg, so er innen verliehen hat. Mornendes scliickt Antbea
ein herold zuo RuoJland umm ein anstand tryasig tag, das
verwylget er iren vast gern. Nun wend wir von dem hertzög
Gergis und von Marsillia sagen und von Anthea.
so Wie der kunig Marssiilia ein bott zuo Karly schickt
umm fryd, und wie der frjd gemacht ward zwii-
schend Karly und Anthea, die fiior wyder gen
Babillonia mit irein zug.
Wie ir hievor verstanden band , das Gergis von Tannf'
S5 marck, Aatolfo und ander bereu mit dryssig tussend maniieJ'
zogen Tvärend üff die * FraDckricli , Marssillia dea pas
vorzebalten , ob er inn Franckrich wett. Aber do Marssillia
der Krysten zuokunft vernaiii , do ragt er sich nye, Funders
wott styl sitzen, untz das er vernemme , wie Anthea ir ding
geschaifen vor Paris. Aber do er veniam, wieii Anthea gangen &
was, do enipfiell im allen lust zekriegen ; darumiu er ein botten
zuo Karly schickt, Fatseron geUeyssen, den fryden wyderuium
ernüwereu. Falaeron kam gen Paris inn pullast; da fand er
Karly, der schwatzt mit sinen fursten. Falsseron kuüwet
iiyder und giuotzt den keyaeralso: »Der allniechtig gott, dorm
von raengklichem sol aubälteii werden und all creaturen
geschaifen iiat durch sin eyuige macht, behüette und bevvare
den nieclitigen keyser Kurly und alle die, so iirn liebhabend,
und beware öeh min her, den künig Marsilia ! Der grüetzt
üch, her keyser, und uoh all edel fursten üwers häfa und en- ib
büt ütjh by mir, ungesechen die gros macht volcks , so ir
gschickt band zuo end Franckrich und Hyspannia, das ir im
uüt vertrüwet band , das er den fryden halten well , der be-
schlossen geweßt ist durch Blaucbardin uulaug, und im ver-
heyssen hand rüewyger kunig inn Hyspannia zela^sen uff et- w
lieh trybut, die er üch jerlicheu gebeu sol, und inn und die
sinnen glouben lä^en, waz sy wettend. Der rüatung halb
sag ich üch uti" min eer, das er üch entschüt wott haben gegen
Anthea. Aber do er vernam, das der herfczog Gergis und
sineu gsellen im so nach kommen wärend, behuob er sin züg u
by inim. Uff das hat er vernommen, das Anthea uüt vyl ge-
wiuuien bat vor Paris gegen üch , wann üwer macht ist ze-
groii. Des ist min her, der künig Marssillia, wol innen wor-
den, darumm er nüt dann fryd begert und einigkeytt mit üch
zehaben. Darumm bytt ich üch umm guotte autwurt.« Als so
nun Falseron sin botschafft gendet hat, sprach der keyser zuo
im: »Min fründ, ich bin fro, das ich üch gehör von fryd reden.
Wann es ist kein ding, das ich vester begere inn dya«er weit
dann fryd ; wann krieg ist Zerstörung der landen. Und wyll
im der künig, üwer her, also thuon, als ir gesagt hand, so ja
wyrd ich vast fro sin und wyll iun für miner f runden einer
liaben.« »Her,« sprach Fataseron, »ich weyß, das er im also
ille des sterncbeuB ia der he. leerer räum;
288
tbuon wyrd, wie ich gsagt hab.« Karlj sprach zao im : »Ir
müesseud inn gräf Ganaellons hus ruoweu, so weud wir üch
antwurt rüsten.« Uuolland, OUjfier und ander heren fnortteud
iim inn Ganiiellons hus. Yederman was des frydens vast fro;
6 aber bettend sy gewüüt dit? verrettery , die darniich bryttlet
ward, so bettend sy all getruret. Doch so was sinn Ruollaud
nüt wol zefryden, wann Karly hut im vor langem verheyssen,
er wett inn zuo künig inn Hyspannia krönnea ; aber wenn
Karly darvon sagt, so weyla inn GaDuellon wyder ab durch
10 Bin hupach reden. Ach, wie was Karly so unwyß, das er
Falaeron inn Gannellons liänd gab! Wann dardurcb erwuochsen
grosse übel und jämer inn aller Kristenheyt, das man darvon
sagen wyrt by£ zend der wült, als ir bienacli verstän werden!
Dem botten uß Hyspannia eer an zethuon, ließ Karly turnieren
K> und alle fröud und kurtzwyl macheu, so man ertencken mocht,
der nut gedächt dann alles guotz und nüt betrachtet, dann
das er sine land inn fryd behalten möcht. Falseron was stetz
inn Gannellons gselachafft. Acha begieng Karly ein so gros
Übel, das er inn zuo im thet ! Wann sy awcn brattytzierttenil
so die gros verrettery, dar durch aller Krysfcenheyt vyl ze lyden
ward. Do der bott Falseron etlich tag zuo Paria beliben wM,
do sprach er zuo Ruolland, er hette wyllen Anthea zesächen;
darunim bette er inu, das er im gaelschaJOTt hielte. lluollaiKl
was willig. Also ryttend sy ulä Paris; Ollyfier und Gannellon
2£. hieltend innen gselsehaft. Do Anthea ir zuokuufft vernara,
do 3!iß sy uff ir pfert und reytt innen eogegeu iun scbonner
gselschaft. Do sy ein andren ersächend, stuondend sy ab ireD
pferdeu und enbüttend ein aadren gros eer als die, so das wol
kondend, innsunderheyt Falseron , wann er was ein man von
so hoch em ansächen. Anthea fuortz inn ir zell, die was vast
kostlich. Do sy inn der zell warend, sprach Falseron zuo
Anthea, sy hett kein gerechty ursach Karly zebekriegen und
sy [bl. 139] wurde zeletat nüt gewünnen , sunders wurd ir
volek verlieren, einen dem andren nach. Falseron schuoffso-
36 vyl, das er Anthea mit im gen Paris brächt zuo Karly. Und
ee sy wyder dannen schied, ward der fryd gemacht zwüscheud
Karfy und iren. Darumui sy urlob uam von Karly und loa
8 innj imm ha.
289
Jren heren zehäf und von Falseroa und kart wyder in
ir läger. Und ließ von stund an uß rüeffen, daz yederraan sine
kleinott uff bunde und wjder beim füerend. Änthea schied
vor Paris liinweg und fuor wyder gen Babillonnia mit irem
züg. Und verfluocht den, der ursacb was, daz ay inn Franck- &
rieh was kommen.
Wie Gannellon mit Falseron gea Sarragossa reytt,
da ward die gros verrettery bratty tziertt , imd wie
»erstlich Marsillia die ursach siner zuoküuft sagt
inn bysin siner fursten. ao
Demnach als Farseronn etlich tag zuo Paris gewessen was,
do sprach Early zuo im: »Falseron, ir werdend wider zuo
MarsillJa, üwerm künig, keren und mir inn grüetzeu und im
sagen , das icli den friden halten well , der einest zwüscliend
im und mir zuo gesagt ward, und mtieaae'minß beyls nut iß
brechen werden. Und das wir inn nach baß beschliessend,
so wyll ich miner forsten einer mit üch schicken, nämlichen
den gräf Gannellon , der ist ein wysser wol redender man.
Und verheysaen üch, das ich alles das für gerecht haben wyll,
waz er thuon wirt.« Damit nam Falseron von Karly urlob so
und von den heren am häf. Darnach kam Gannellon und
nam urlob von Karly und sprach zuo im: »Her, liept üch
anders zesagen?« Karly sprach zuo im: »Gannellon, ich ver-
trüw dir diner frouimkeyt. Man spricht inn einem gemeinnen
Spruchwort : Läia den wyaaen faren und sag im nüt ! Ich be- 20
filch dir min eer und den nütz aller Kryateuheyt ; wann es
stät als inn diner band.« 0 Karly, was thuostu? War ist
din gaotte Vernunft kommen , das du so Übel berätten byst,
das du leyet allen nutz und eer aller Krystenheit und och
das leben oder den tod diner fürsten, der mechtigen kärapffer so
uud beschirmmer des kryafcenlichen gloubeua, inn die band
und gwalt eines maus foll faltscheyt, boßheyt und verrettery?
Bj dem mag man wol sächen , das einer sin unglück kumra
fliechen mag. 0 Karly , du meinst ufi Marssillia din fründ
aemachen, uud du machat aber darch ein verretter, dem du an
vertruwest, din tödlicher fyend ufi im ! 0 Karly , hastu ver-
Uorgnut daz Tioao
geasen die grossen verrettery, so dir Gannellon zum dickern
mal bewysaen hat? Gedenclcstu nttfc, daz er sovil roäl dm häf
ian unueyDigkejt brucbt hatV Dardurch zum dickern mal die
besten ritter sich ab dinem häf geussert band, und nach ist
f> der best rytter, so ion der Avält ist, dussen, das ist RengnoW
von Muiitabant. 0 Karly, gedenckstu nut, das durch fiannel-
looa verrettery die heyden zum dickem mal inn Franckricli
kommen sind den krysteolichen gloubeu uß zetylgen ? 0 Karlj,
wie bistu so gar veryrt an dem verretter, daa du im gibst
10 all din gwalt in sin gwalt ! Du hast der andren forsten nnd
heren sovil inn dinem kungkricb, die so wyß und fromm sind,
die umm sterben kein faltacheyt nach verrettery begangen
bettend , und du bist so übel beratteu , das du sy vernüttest
unmi des grasten verretters wyllen , der inn alter weit ist.
16 0 Karly, wie vyl süniftzen wirstu lassen und trehen uß den
ougen, wenn du din vetter Ruollanden tod aachen wyrat uinl
die andren kilmpffer des krystenlichen glouhens, und als durcli
din schuld, darum in das du einem mentseheu vertrüwesfc voIJeii
faltscheit und verrettery ! Demnach als Gannellon urlob von
20 Karly genommen hat, do nam er urlob von Ruolland und 01-
lyfier und von den andren heren. Er thet als Judas, der tußt
tinsern heren und verryett inn. Ruolland , der im nüt vast
vertrawet, macht nüt vyl mit im ; der hertzog Änsea, Gerold
von Rossillon, Beringer und die alten warend ser bekümltfrt,
a» das Karly kein andren da hin schickt dann Gannellon ; wann
sy besorgtend, er wurde etwaz nüwer verrettery begäu, als er
tbet. Aber Karly was dahin gfuert, das er keinem andren
fürsteu nie glouben wott; des er sich darnach leydig und l>e-
kümert fand. Also schiedend Gannellon und Falseron hinweg
und machtend sich uff die sträs. Do sy Hispanya nachcttenJ,
do schickt Falseron Marsillia ein holten im zewüssen tbiio»,
das ein raechtiger fürst u& Franckrich q& Karlis gesind inn
botschaftz wiü zuo im kein nie, und iaa er sich raste inu er-
lichen zeentpfachen. Do Marsillia rernara, das Gannellon kam,
» do erschrack er ser , wie im Karly vertrüwet , diewyl er den
lumbdeu hat, das er der gröst verretter wer inn aller wäii-
«
11 k. hiui die hB.
[üt destermincler was er wylleiis inn mit grossen eeren zenfc-
pfachen und gebot, das sich all sin heren nistend zeroß dem
botten engegen zerytten. Sy thettend all das gebot ira kilaigs.
Der saS uff sin pfert und reytt uß der statt [bl. 140] Sarra-
gossa imi schönner gselscbatffc. Do er zuo GannelloQ und t>
Falseron kam, do stuond er von sioem pfert und och Bin volck.
Das thet Gannellon üch, der sprach zuo Mjtraillia: »Her, ir
thuond mir uuneer an, das ir ab stand; wann es ist uüt bil-
lich, das ein künig einem armen rytter sovyl eren bewyü, als
ich bin.t Sy urarafiengend ein andren; darnach snssend sy lo
wyder uff ire pfert und m achtend sich gegen der sbat zuo.
Marssillia redt mit Gannellon und fragt inn , was der keyser
Karly thet luid die andren fürsten inn Franckrich, Gannellon,
der wol g^sprech was, kond im wol antwurt geben. Der
Jjünig Blancliardiu, deßgliehen Aygollant thettend im gros eer i5
Hill. Do sy inn die sfcat Sarrugossa kämmend, fundend sy die
kiingin inn geselschafft vyl ryttern und knechten, och vyller
frowen und junckfrowen, die thettend Gannellon gros eer an.
Die gassen wärend all mit gewürckten tüeehern behänckt vast
köstlich, die venster der hüssern wärend all voll burger und a«
burgern, die wärend all vast fro ab Ganuellons zuokunft,
hoffetten , sy wurdend ab siner zuokunft inn ewigen friden
kommen. Aber ir frönd ward bald inn leyd nud trBebsal
verkert, als ir hienach hören werdend. Groß froud was in
^dgr stat Sarragossa von wegen Gannellons zuokunft. Der as
^pard beherbergt iun lilanchardius palkst. Also ward Sathan
by Lutziffer beherbergt. Marsillia beleyttet inn dariun , da
ward er wol empfangen zum nachtessen. Mornendes ließ Mar-
sillia ein sytz zuo rüsten uebend dem sinnen im grossen sal
zum kostlichesten, so im müglich was, das er des keyser Karlis so
bottschaft setzen könde. Do Gannellon uf wös, do gieng er
iun pallast inn gselschaft vil rittern und heren, Yederman
thet im er an und yltend im nach zehören , waz er sagen
Avett vom friden. Do er inn sali tratfc, atuond Marsillia gegen
im uf und satzt inn inn den sitz , der im gerüst was ; nach ss
im Batztend sich der künig Blanchardin, Falseron, Aygollant,
Galleran und ander filrsten und heren und sovyl volcks, das
sr aal voll ward. Do yederman gsaß, hies mau yedermanu
292
8chwigeii; daroaeh kart Gannellon sin angsieht gegen Mar-
sillia und fieng sin red also an: >Der gott^ der uli nüt all
creäliureü geBchöpft bat, die im hiniel sind, im lufft, im mer
uud uff dem ertrieh, behüette und beware die edel und boch-
5 gelopt krön des edlen künig Marsillias , der hie gegenwyrtig
ist, und och alle die, so inn liebhabend und hälffend sin edlen
küngkliclien atät uffenthalten! Es ist war, her künig, das mich
min aller mechtigester und hocligebot'nest her, der keyser zuo
Romra und künig inn Franckrich, har gschickt hat den frydeu
10 beacbliessen, der vor langer zyt zwüscbend Qch bedeii gemacht
ward, und dtis er fleh och Hyspannia wyder zuo üwern ban-
den setzen sott yemmer und ewigklichen , und nieramer mer
dar wyder zethuon, inn söUicher foiram, das die Krysten , so
inn üwerem land sind , fry iäben sond inn irem gloubea ou
16 wyderred- und als min her, der keyser, sinem vetter Ruol-
land verheyssen hat inn zuo künig inn Hyspanya zekrönnen,
uff das übergyt üch der gemelt Ruoiland und iiberantwurt äct
wyder alle gerechtigkeyt und zuogehört, so er hnben niöcht
an dem gemelten küngkrich : also hat er es geschworen by
20 sinem glouben. Und als Falseron dem keyser Karly gsagt
hat, do ir vernommen band, das Anthea inn Franckrich kam,
do habend ir ein grossen züg versa mlet inn zentschütteu, aber
von wegen des zügs , so Gergis von Dannemarek gegen ücli
gfiiert hat, sind ir wyder hiadersich zogen krieg zevermydeu :
SB des sagt er üch grossen danck und enbüt sich, wenn ir sinen
törffeud, inn wellcber gstalt daz; sig, sc mües all sin macU
inn üwerm vermögen sin. Darumm , her künig, sollend ir
üch und alle die inn üwerem küngrich sich erfröwen uff deu
hüttigen tag, das sy ewigen frydeu überkommen oder erworben
SU hand mit dem edlen keyser Karly.« Nach dem und Gaunel-
Ion sin red geendet hat, do sprach Marsillia überlut, er were
vaat fro , das er mit Karly fryd haben sott , und sins teyls
müeßte er niemmer mer gebrochen werden, und er danckette
Karly und Ruollanden ira guotten willens. Und öch sprach
8£ er zuo Gannellon : »Ich daucken üch der müe , dos ir hnr-
kommen sind den fryden beatetten.« Demnach als der fryd also
beschlossen was, stuoudend sy u£f von iren sitzen, yederman
heim ; Gannellon gieng wyder inn ein herberg inn geselschafft
etlicher fursten. Morneudes hielt Maraillia eiu grossen koat-
licheu ymbyß inn einem achönneu gartten, der was ussert der
sfcat, Maraillia liat üannellon ein kostliehen rock von gul-
dinem tuoch geschänckt, den lejt er an und kam durch die
stat. Die , so inn gsächend für gän , bättend für inn die &
götter. Er ertzöugt sich höpschlich ufi wendig, aber inn wen-
dig was er trurig ; wann ein mentach, der etwaz böß gedenckt
inn sinem hertzen, ist nut frölich. Wann der verretter dächt
die aller tödtlichesfc verrettery , deren sich kein mentsch be-
sinnen mocht. Der ymbiß waa kostlich , das nun zelang ze- lo
schriben were. Nach dem yrabiß ward ein grosser tantz, wann
die küngin was da mit vyl frowen und jnnckfrowea, die all
vast kostlich bekleyt wärend. Nach dem tantz wurden mor-
ryßgen täntz gemacht, Ea wärend da tmmmetten , krunib-
höruner und alle seyttenspyl, deren sich der mentsch bedencken i«
mocht: alle kurtzwyll, so Maraillia erdeucken kond, die Gunel-
lon gfiellend, ließ er macheu. Das weret, untz das es zyt
was zenacht zessen. Das ward bereyt vyl kostlicher dann der
ymbiß. Gannellon fleyß eich guot gschir zeraachen, aber ze-
mäl bestuond er sinet und« erbleychet und truret. Des alles ao
hat Maraillia acht ; darum m gedacht er , er hett nach etwas
inn sinem gmüett, das er nüt gaeyt hett.
Wie die erbermklich verrettery prattyfcziert ward^
dardiirch sovyl volcks umm kam, und von [bl. 141]
den grosseD zeichen , die an dem end erschinnend, as
da die verrettery geschworen ward, und wie Gan-
üellou ein botschaft zuo Karly scihickt im den fryden
_^ kunt thuon, den er mit Marsillia gemacht hat.
^ Nach dem nachtessen was es nach friie, nam Maraillia
Gannellon by der hund und sprach zuo im: sIr wiisaend, das ao
man spricht inn einem gemeinnen spriichwort, man soll am
morgen die berg besächen und ze äbett die brunnen. Darumm
byt ich üch, das wyr bed gangend apatzieren zuo einem brun-
Oen, der da ist an einem egck dyß garttena ; da wyll ich üch
etwas sagen von mincr heimligkeyt, die ich keinem andren ss
294
sagen wetL« Gannellon sprach , es gfielle im -wol. Also '
gieiigend sy zwen zuo dem brunnnen. Marssillia ließ innen
zweyen zwen sässel bringen. Marsillia fieng an und sprach
zuo Gannellon : »Ich bin fro , das ich fryd mit Karly hab,
5 wie Tvol ich inn nüt vast lieb haben sott ; wann er hat mir
vyl lydens anthän; wann er hat mich zum dicl^ern mal be-
kriegt, das er kein ursach das zethnon nie gehept hat. Ir
wüssend öch das unrecht, so er mir mit Galleranna bewyssen
hat; aber syt ichß nüt mag wenden, so muos ich gedult
10 haben. Ir wüssend, das er mir zum drytten mal das mertejl
Hispannia genommen hat; aber durch mine fründ hab icliß
wider errobert. Ich weyß och wol, wenn er zyt und mach
gehept hett , so hett er Ruollanden zuo künig in Hispanniii
bekrönt ; wann er hat es im znm dickern mal verheyssen.
iB Darumm bin ich Karly niit sovil guotz pfliclitäg, als ir ver-
meinend ; aber ich will min sach deraüettigen iintz nfF ein
ander mal.« Do der verretter Gannellon Marsillia also horl
reden, ;do ward er vast fro; wann mit dem mocht er zend
sines fiirnemens kommen. Und sprach zuo im : »Hat üeli
20 Karly zeleyd thän , das hat er mir ticli than zum diclcern
mal; wann er hat mich vyl mal uß sinera köngkrich ver-
triben wie ein verretter. Und ir sond wüssen, das ich zum
teyl ursach bin , das er künig inn Franckrich ist ; dann wer
ich nüt, so hett inn Rengnold vertriben. Blanchardin nad
a» Falserou wüssend wol, wie ich beschelckt ward vor im von
Ruolland und Ollyfier; des ich mer bekümert bin dann von
Karlya wegen, innsunderheyt von Ollyfer. Darumm ich nieiu-
mer mer frölich sin wyrt, ich habe mich dann gerocliCT,
Darzuo weyß ich wol, geh was verheyssung ßiiolland gethän
8ü hab, wenn er sin zyt gsäcben wyrt , so wirt er üch kommen
belegren inn Sarragossa und üch vertriben ufi üwerem land
und sich zuo künig krönnen lassen.« Marsillia sprach: »Icli
schweren üch, das ich nun Ruollanden furcht; dann wer er
tod, ich het nach gold und gältz gnuog Karly zebekrieger
||^ und mich an im zeriichen umm das, so er und die sinen m\t
bievor gethän hand.« Gannellon sprach: »Wenn ir mir volg^u
wend, 80 hab ich erdächt ein raeinung, durch die ir und icli
gerochen werdend an Ruollanden und an Ollyfier und an den
idren ryttern, so uns wjdrigsind; das ist: ich wyll Karly
enbietten , das er Ruollanden, Ollifer und die andren liereu
inn Rontzefal scticke, da wellend ir innen ein grosse summ
geltz geben, die wyr erdencken wend, das miiesae ein anfang
eines trybutz sin, den ir im jerlichen gebend wellend inn frünt- 0
schaff tz wyß, und das Karly komme üwer wartten zuo Saut
Johans Port, da wellend ir zuo im kommen den friden be-
schliessen und im die füefi küssen inn zeichen der gehorsamy.
Und ir werdend ein grossen züg im Rontaeful haben, durch
den mögend ir üch rächen an Ruollanden und an den andren, 10
so by im sin werdend.« Nach dem und der verretter uß ge-
redt hatj beruoft Marsillia den künig Blanchardin und Fal-
seron und ertzalt innen ir fürneramen. und sy, die nüt
besser wärend dann ir kilnigj sagtend, die sach were wol an-
gleyt. Darurara die verrettery geschworen ward uff beden 16
siten- So bald der eyd gethän ward, fieng der lufft an trüeb .
werden ; es tonnerret und blytzget sovast, das es duocht, der
himel wett brächen. Der sytz, in dem Marsillia saß, zerbrach
under im. Ein boum, der by dem brunnen was, schwytzt groü
bluotztropffen und erdorret. Das brunnenwasser ward rott ao
wie bluot und floß sovaat, dns der gantz platz darvon ge-
sprängt was. Äs schoß ein stiälstein uff ein tattelboum, der
zaller nechst by innen was, inn söllicher gstalt, das sy inn
genfczlich zerschoß. Dysse ding gabend den verrettern groß
urschräcken, also das nüt wußtend, waz sy thuon sottend. Mar- aa
sillia erschrack ser semliche zeichen zesächen. Do Blanchar-
din Marsillia so erschrocken gsach^ do sprach er zuo im: »Ich
weyß wol, waz dysse zeichen bediitfcend, wann ich bekenn mich
inn aöliiehen dingen. Ich sichern tich, das sy bedütteud die
groß Zerstörung des krysten voloks.« Aber GanneUon wüßt .10
nüt, was er tencken sott. Demnach als das wetter vergangen
was, gieng yetlicher iun sin herberg. Do GanneUon [bt. 142]
am betfc lag, do gedacht er an die grossen zeichen , die be-
schächen wärend an dem end, da die verrettery beschlossen
was, und sust niennert; des er ser erschrocken was, Daruoim 34
im die Vernunft antzöigt, das er nüt ein so tödliche ver-
rettery an sinem rächten heren begän sott; aber sin bösse
natur zoigt im das wyderspil an. Die gantz nacht was grosse
29Ö
unneioigkeyt zwüschend der gerechtigkeyt und billigkeyt, aber
zend überwand siii büsser wyll das rächt; darumm er sin an-
gefangtie verrettery voll strecken wott. So bald der tag er-
sclieiii, stuond Gannellon uf und schreib Karly ein brief, des
6 iiinhait also luttedt: »Aller mechtigester und unnüberwindt-
licher her keyst-r, ich enböt üch heyl. Es ist war, glich, also
wie ir mir inn befelch geben band, hab ich den fryden be-
scbloasen zwüschend üch und Marsillia, dem ist also: das ist,
das er üch alle jär ewigklichen überautwurtten sol fünfftzig und
10 hundert marck gold zuo trybut, und sol es üch schuldig sin
zegebeu am roatzefally sehen wald, der da an Frunckrich stoSt.
Darumm müessend ir Kuolianden, Ollyfier und ander rytter
inn Rontzefal schicken den gemelten tribufc zentpfachen , da
wirt sich Marsillia mit innen verreinbaren. Und ir sonci kom-
16 men untz inn die stat Johans Port, da aond ir Marsillias
wartten, der wyll ttch kommen die reverentz thuon und flcli
den schuoch küssen als sinem heren. Der schickt üch dia
aller kostlichest achüncky, die einem raentschen müglicb ze-
schetzeii ist ; wann er schickt üch ein kostliche guldine kroiin,
20 getziert mit edlem gesteio, und daruff ist ein karfunckelstein,
der ist so heytter, das er nachtz schindt und so heyttern
schin gypt als ein brünnender tortsch , und Galleranna ein
kostlich halsbaod, getziertt mit dyamantten, rubin und schma-
racktpu und kostlichen perlen. Wytter schickt üch MarBillia
2B vyl türckisch bogen und die pfyl darzuo bereyt, hundert be-
reytt haptkea , zwey hundert loufFender hunden , darzuo ein
dromattaria die kleynott zetragen ; item hundert wysae pfot
und hundert gennett, köstlichen gesatlet und getzöumpt, Ruol'
landen ein hämisch, den kostlichest, den er ye gsach , sampt
so zachen pferden , Ollyfer ein , kostlichen guldinen rock. Alle
dysse ding schickt üch Marsillia inn früntsehaft zeichen. Da-
rumm feilend uüt, Ruolland lasse sich finden inn dyssem
manott meyen im Rontzefal mit siuer gselschaft, und ir öcb
nüt feilend, das ir üch finden lässend zuo Sant Johaus Port.
36 Nüt mer dann : got bewar üch !« Do der brieff gschriben was,
gab er inn einem botten, dem befalch er , daz er den Karly
brechte zum beltisfceii, so er möcht, und yllentz die autwurt
brecht. Der bot verbrächt so vyl wegs, das er für Karly gen
297
Paris kam, dem presentiert er den brief. Der ward vast fro,
do er des brieflEs innhalt wüst, und forschet von stund an sine
rett und öffnet innen den innhalt des briefa und sagt, GaU'
nelloQ wer ein wysaer geschickter rjtter, das er den friden
also gm acht hat mit der Krysten nutz und eer. Do der 5
bertzog Anses Karly verstuond , do duckt er den köpf und
mocht nüt frölich sin ab dissen meren; wann er forcbt im
des, so war was. Ruolland was inn Gaatguuoia gerytten und
mit im der hertzog von Burgondia. Karly schreib im, das er
an Rontzefal rytte Marsillias trybut empfachen , und schickt 10
im Gannellons brief. Und enbot imm , damit and er im ein
hertz gehe: diewyl der fryd guiacht were mit Marsillia, so
wett er, wenn er wyder von Sant Johans Port kenime, mit der hylf
gottes underittän das gelopt laud gwunnen und das gantz Suria
sampt des soldaus land, und wett inn über die alle zuo ktluig ia
krünnen, und dann wett er willig sin inn dem helgen ertrich
zesterhen. 0 Karly, du rächneat wol ou diu wirtj wann der
verretter Gaunellon hat die sach wol änderest geordnet; wann
er hat geordnet durch sin faltache verrettery , das Ruolland
und ander bekrönt werdend im rieh der himlen mit der krön 20
der martter. Und du, Karly, wirst grosae müe und arbeytt
haben und wyrst all din laben lang trurren. Do Ruolland
sines vettern brief vernam, do was er willig sin gebot zethuou.
Ollyfier, der by im was, hat nüt vast guotteu wyllen sterjt-
ten ; aber umm sterben hett er lluollauden, sin vetter, verlän. ac
Sy schieden d von Gastgunnia an Rontzefal zerytten, als innen
Karly enbotten hat. Early schreib Gannellon wyder, er hette
als geordnet, als er im enbotten hat, und es müeßte nüt feien,
er wette sich uff den geordnefcten tag zuo Sant Johans Port
finden l&^ssen , und RaoUand und sine grellen am Rontzefal. a«
Do Gannellon vernam, das im Karly also thuon wott, wie er
im enbotten hat, do sprach er zuo Marsillia: »Her küuig, es
ist zyt, das ich wyder gen Paris rytte; wann Karly enbüt
mir, Ruolland und sin gaelschaft mUesaend sich uff geraeltnen
tag am Rontzefal finden Jansen an allea feilen, mid er zuo 3b
Saut Johans Port. Darumm verschaffend, das üwer Tolck
gerüst sigend , und uffa megest habend , so üch müglich iat
zefinden ! Wann ir möchtend sust üwerra färnemmen nüt zuo
end konien. Wann ich erkenn Ruollandeo so raechtig imi
so gehertzt, das, wenn ir nüt groß volclt und nmnlich lüt
hand, möchtend ir sigloß werden; dann wann er gewapnelnl
sinem pfert silzt und sin ach wert inn der band hat, so ist
ö kein so grosse gselschaft nüt, die er nüt flüchtig vor im macht.
Ich sag üch, das ?yl lütten sagend, Sant Jörg hab inn mit
siner eignen hand zuo rytter gschlagen und hab im das schwerl
Durandal geben , das da ursach ist so vyller heyden fcod
Luogend, das ir dry huffea habend, und das zweyniäl aovil
jo lütten im andren hufiFen sigend dann im ersten, und im drytten
als im andren; wann ich weyß wol, das der erst huff nüt
lang weren wyrt, nach weiß ich nüt, wies dem andren [bl. 143]
butfen ergän wyrtt. Nun wyll ich üch nüt wytter sagen, ir
sind im wyß gnuog all sacben zeveraächen. Wytter min sun
18 Baldowin wyrt by RuoIIand sin im ßontzefal, wann er wyll
in nüt Verlan; ich bitt üch: länd inn üch befolhen sin!«
Marsillia sprach: *Zuo sicherheytt üwers snns gib ich tieh
min wappenrock, den sol er tragen.« Gannellon dancket im
und nam urlob und reytt hinweg. Der verretter kam gen
20 Paris ; da ward er wol empfangen von Karly, wann er umm-
fieng inn mit weinenden ougen. Ganellon presenttiert im die klei-
nott, so im Marsil Ha schickt ; des er vast fro ward und öch al!
heren. Ganellon was teglichen drann, daz man gen Sant Johans
Port rytte, als geordnet was, Karly seyt zuo im, er wett vast
25 bald uff sin und er hette Ruollanden enbotten, das er sich am
Rontzefal finden ließ. Inn dem kämmend Gergis und fline
gsetlen uß der gegny Hispannya; wann Early hat sy wyder
ab gemandt, die wyl der frid gmachfc was. Wir wend wydef
von Rengnold von Muntabant und von Magis sagen,
»0 Wie Magis durch ein tufl'el Recgnolden zewüssen
ttiett, daz er sich am Kontzefal finden ließ.
Do der lystig Magis ersach, das Karly sim unglöck nüt
entflüchen mocht und sich durch Ganellon regieren ließ wie
ein kind, do ward er aer betrüept; wann er wuüt wol durch
3» sin kunst, wie die sach ergän wott , und hat es zum dickem
mal OUyfieren und sinem vetter Astolffo gsagt. Und do er
gsach , das Karly gerüat was hin weg zery tten , do schied w
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von Paris und reytt gen Muntabant, Da catii er sine schwartz-
kunstbüecher und studiertt inn fiiner kunst zeverneraraen, wo
ßiu Vetter Rengnold were. Und beruoft ein tüffel für inn, der
hieß Astarott, der was vaat lystig. Den beschwuor Magis,
das er im seytte das, so er inn fragen wefct »Ich büfc dir,« »
seyt Magis, »das du mir sagest, inn wellicbem land min vetter
Rengnold sig, und alles das, so er tliän. und darnach
wyll ich dir bütten das, so du thuon rnuosfc. « *Ich sagen,«
sprach Astarott, »tich, wenn ich Reugnolden Sachen all sagen
wett, so müeßte ich lange zytt haben, darurara es üch erley- '<•
den wurd. « Magis sprach, er sötte nun allein die fürnemsten
Sachen sagen. »Diewyl ir von Rengnolden Sachen wüssen
wend,« sprach Astarott, »so hat er durch gebot gottes sine
brüeder verlassen und ist zefuoß gangen mit einem ryasen
strytten, üeryon geheyssen, der beroubet all pylgri, die zuo js
dem helgen grab giengend gen Jherusatem ; den überwand
er und macht inn zuo Krysten. Darnach hand ay bed gros
manheytten begangen an den heyden ; darnach sind sy gen
Archada kommen zuo sinen bruodern. Und do sy etlich tag
da geruowet hattend, do schiedend sy all von Archada und 20
rittend gen Jherusalem die heiigen stett besächen, da üwer
gott tod und niartter gelytten hat. Und darch uuglück , do
sy inn die statt Nazareth kämend, starb Geryon , des Reng-
nold und sine bruoderu aer bekümmert wärend. Do sieh die
fier brüedern by ein andren gsächend , wurdend sy eyü die as
yeneren land zebesächeu : darum m sy zuo Jherusalem kämell-
thierer entlechnetten uff den berg Sinay zeritten. Da dannen
rittend sy den thurn Nembroth besächen, generapt der thurn
Babillonnia. Darnach rittend sy wyderumra uod nämmend
ire pfert und rittend über den berg Thabor inn India, in dem 30
der briester Haus künig ist. Inn dem selbigen laud sind sy
all Krysten an allein ein kuuig, der wott sich nüt bekeren;
aber Rengnold und sine brüedern hand inn ertodt utid sin
land zuo Krysten gmacht. Und von India ryttend sy inn
Hercules giiette, Zeletat kämeud ay inn Egypta, du hand sy 36
vyl landea zum krystenlichen glouben bekert und vyl her-
schafften gwunnen ; darurara ich nüt gloub , das sy willens
sigend wyder inn Franckrich zekomraen. Ich sag üch , wer
300
RnoUand by innen gsin, ao hettend sj all wält errobert.c
Die red , so Astarott thet von Reiignolden geachäft , werret
wol drj stund; dorunmi Magie zuo im sprach, es were gnuog,
er hett inn unim and&r sacken geheyssen kommen. »Ich ge-
5 büt dir, das du von stund an in Egypta farest und zum bel-
tisten, so dir müglich sin wyrt, Rengnolden und Richarden
an Rontzefal tragest und im sagest , Euolland sige da , der
wartte sin.« »Ich sorg,« seyt Astarott, »Rengnold vertnwe
mir nüt.« »Ich wyll dir sagen,« sagt Magis, »waz dn thuon
10 solt : du Bolt inn Bay ard schlaffen , wann er trey tt sy bd
wol. Und Allard und Guchart send gen Mnntabant kommen
den aller neclisten, so sy mögend. Und luog, das du im also
thüegest, wie ich dir gsagt hab, das sy inn zachen tagen am
Rontzefal aigend, oder ich wurd sust nüt wol mit dir zefry-
16 den sin.« Astarott sprach: »Es muoß beschächen.« »Ee da
hinweg scheydest,« sprach Magis, »muost mir sagen, waz ich
dich fragen wyll. Es ist war, Karly ist von Paris gescheideu
und rytt gen Sant Johans Port. Sag mir: waz wyrt uß dys-
sein rytt? und ob Ruolland und sine gselleo nüt inn sorgen
20 sigend, das ay inn ao kleinner gselschafft an Rontzefal ryttend,
und och, ob [bl. 144] Gannellon etwaz verrettery prattytziert
hab.* Ästaroth sprach zuo Magis: »Das^ so ir begerend, ist
hart zewüssen ; wann künftige ding mögend wyr nüt wüssen
on gütliche verhäncfenuß. Darumm umm daz ich üch nüt ze-
26 sagen weyß, dann allein das die plannetten, die yetzmäl
herechend imm himel, groß bluotvergiessung bedüttend und
ertzeigend vyl grosser Fürsten tod. Wann Mars ist im zeychen
Scorpion , das bedüt grosse verrettery , und im abstigen ist
Saturnus och herschend, und ir wüssend , daz Mars und Sat-
so turnis die zwen bösten plannetten im hymel sind , wenn sy
herschend. Und als ich wüssen mag, mögend sy nüt feilen,
und eichern Qch , das ir grosse verräudrung der herschafften
Sachen werdend. Und zuo allem beschluß sag ich üch, das
ir vyl mechtiger fürsten und heren tod gsachen werdend, des-
86 glichen ander vyl volcks, und den grösten tod, von dem ir ye
ghört band sagen üwer läbon lang. Deß halb , ao Marsillia
und Gannellon prattiziert hand, weyß ich nüt wärlichen; aber
ich weyß wol, das inn der hell ein sitz geordnet ist Ganneiloo
SOI
Ion zentpfächen umm die verrettery, die er begangen bat,
und Marsilliu och einen.«: »Nun sag mir, «: sprach Magis zuo
Aatarott, »waz tliuot yetz Marsillia ?* Aatarot sprach: »Er
ist ÄUO Sarragossa und hat vyl heydiach könig und fürsten
beschickt, die hand all ir macht bracht; aber er seyt sin e
heimligkejt niemtuan. Und ich sagen üch, das zuo Sarragossa
und daruram mer dann drö raäl hundert tussend heyden sind.«
Mugis sprach: »Waz thuond Blanchardin und Falseron?« *lch
|sag üch aller rättseUlegen halb, das nejßwaz grosser verret-
Itery verbanden sind.c »Nun wolluf,c sagt Magis, »Teräcbaff, lo
' das Rengnold und Richart inn kurtzer zyt am Rontzefal si-
gend!« »Wie ßol ich im thuon?c sagt Äatarotb. »Ir sagend,
ich soll iun ßayard schlüjQt'eo, und das sy bed daruf sytzend.
Und ir sond wusseu, das Rychart ein so gnot pfert hat, als
iun aller weit ist nach Bayard, den er einem beidischen keysser ib
aogwunnen hat, und ich weyß wol, das er iun nüt da binden
-wyrt lässeu. Aber damit und ich fich dienne , hab ich ein
Rieinung erdächt. Es sind in deui laud, da Rengnold und
sine bruodern sind , zwen tüffel , die sind da ein heydischen
känig zebetriegen, der wyll »ich toufPen lassen. Ich wyll dein 20
einen sagen, der heyßt Rubicant, das er inn Richarden pfert
BchlüfF und inn trage.« »0,* sprach Magis, »ich weyß nüt,
ob ich dem tüffel, von dem du sagst, vertröwen aol. Wann
ich furch tj er lasse inn inn daz mer fallen.« »Hand sin kein
sorg!« sprach Astaroth, »wann keiner thuot, daz im nach- 86
teyllig sfg. Wann wir wüssend wol, das Rengnold und Rychart
sovyi heyden ertöden werdend, die kum muglich sin werdend
zetzellen , dar durch unsere hell gemerefc wyrt. Und wenn
wir Richarden tottind, möchtend wyr nunn inn überkommen ;
dennocht wüsseod wir nüt, ob er unser were , darumm wir so
•umm daz minder das merer verlurend.« Damit schied Asta-
roth hinweg, so ungestümigklichen wie die strät
Wie Astolfo und Beringer und ander heren von Paris
I scbiedend und ryttend an Rontzefal.
Bald darnach, als Gergis und die andren heren wyder gen so
Paris kommen wärend, do befalch innen Karly uff Gaunellons
302
ansächen, an Rontzefal zeritt^n RuoUanden gselschaft zehalten.
Do sy gsachen, das es Karly geliept, do nämmend qrlob von
im, Astolfo, Beringer, Gödfryd, künig inn Frießland, CarfertM
von Bourdyas , Lamprecht, künig zuo Bourges , der gräf von
6 Langres, Samson von Burgundia, gräf Hug von Nantes und
ander mer. Ach, Karly, du magst wol zuo den fromen ryttem
sagen: »Got behüet üch!« Wann du wyrsfc sy niemmer mer
inn laben gsachen. Gergis was wyß, der wott nüt rytten.
Als die heren hinweg schiedend , beruoft Gannellon sin snn
10 Baldowinn und sprach zuo im: »Ich will, das du mit den
heren rittest, RuoUanden zuo eren, und muost dissen wappen-
rock tragen, den hat mir Marsillia im hinwegscheiden geben
von im ; daruTnm luog , daz du inn allwegen tragest !< Die
rytter schiedend von Paris und ryttend sovaat, das sy Ruol-
16 landen fundend und den gräf Anshelm, der sovil. manheyt aro
Rontzefal begieng. Der künig Marsillia brächt sovyl ze^en,
das er drü mal hundert tussend strittern versamlet. und
reytt von Sarragossa und ordnet sine huffen. Den ersten
huffen gab er Falseron, deren wärend fünfftzig tussend. By
80 Falseron was ein heydischer künig, der hieß Arlot von Suria,
Turbion Finadusto , der was wol syben einbogen lang und
schwartz wie hartz, und der künig Malprin. Im andren huffen
wärend hundert tussend heyden under Blanchardin. Inn siner
gselschafft wärend der künig von Portingal , der künig Mar-
25garyton, Balsamin, Feramunt, Poliraites und der mechtig
künig Siryon. Inn dem drytten huffen wärend anderthalb
hundert tussent heyden under Aygollant. Inn siner gselschaft
wärend vyl künig und fürsten und die aller mechtigesten
rytter inn allem züg, nämlichen der gros kalyf von Bandes,
soder künig Grodoyn, der da was von [bl. 145] der ryssen
gscblächt, der was schwartz und gsach einem tüffel glicher
dann einem mentschen; er was vast grusamm starck und
milchtig. Ruolland und sine gsellen wärend am Rontzefal, da
haltend sy ir läger gschlagen. Und wärend iren nüt über zechen
35 tussend aller. Do Marsillia vernara, daz sy am Rontzefal wärend, f
und darumm daz er sin züg nüt so bald fergen mocht, schickt ii
♦
3f
er Blaiichardin an Rontzefal mit etlichen geluJnen kämmeln;
der sprach zuo Ruolland, der künig Marsillia wurde vaat bald
hy im sin, und er bette inn, das alle my&thet vergessen wur-
deiid. Darnach thet er der glichen , als wett er zuo Karly ;
aber er reytt inn das her und sprach zuo Marsillia, die Krysten &
wurdend nüt lang hestän, wann iren werend nüt vyl. Dem-
nach hieß Marsillia für inn kommen all künig, amiroll und
hoptlüt sines zügs, mit dennen thet er ein sölliche red: »Wir
all, die da sind hie veraamlet, soud dem grossen gott Mach-
mefc billich danck sagen ; der hat uns durch sin verhäncknuß i»
hie versamlet inn so schönner geelsehafft, und das ist, damit
und wyr iinsern glouben merind, das sind wyr all schuldig.
Und das ir verunemeud , warumm ich üch gemantt hab : ich
gloub, es sig üwer keiner, der nüt wülä^ daz ich lange Kytt
den krieg wyder Karly uffenthalten hab, also das ich zum la
tryfcteu mal uß Hyspannia vertriben worden bin, das mir das
ein mal nut mer dann die stat Sarragossa beleih, und hab
Karly nie mögen an gsigen, wie grosse macht ich hettj von
wegen sins vetter Ruollanden, dem er verheissen hat inn zuo
kunig inn Hispania siekrönnen» Nun ist war , das Ruolland '^o
am Ronlzefai ist mit lützell volcks; da warttet er trybut von
mir zentpfachen, das ein grosse unneer were allen denen unsers
gloubens , das wir den Krysfcen trybut gebend. Aber wenn
wir wend , so wend wir Ruollanden und sin gselaehafft bald
überwunden haben und getüdt haben. Inn ainer gselschaift ib
sind die manlicheaten rytter alt, so inn der Krystenheyt sind ;
darumm, wenn sy überwunden sind, so wend wir an Karly,
der warttet unser zuo Sant Johans Port, der wyrt bald tiber-
wunden sin. Darnach wend wir gwunnen alle Krystenheyt.
Und darnmm das ich alt bin , so wyll ich rainß landeiä be- so
nüegig ain, so ich inn hab, und ir werdend ander üch die
land teyllen, die wir gwünnend. Demnach wyll ich den künig
Blanchardin gen Romm schicken dem babst bietten, das elf
gen Sarragossa kumm mir gehorsammy thuon , und verseyj;
erß, so will ich min züg gen Romm füeren und wyll Sant »t
Petters niünster zerstören und all ander kilchen und daruß
tiiiuen roßcn stäl machen und den bapst töden und all sin pfaff-
teyt. Darumm , ir niine heren , bitten und ermannen üch,
das sich ein yetliclier onsera gotz Machmetz dieoner ertzoi'ge
und üwer sterckiniien erfczougend ; wann die stund ist kommen,
das wir uns inanlich ertaGugend aond. Doch wamnen ich
üch, ob ir ein krjatcn rytter gaächend, der min wappenrock
b trage, das inn keiner an riinue ; wann er ist Gannellons ann,
der allwegen uff unser ajtten gaiu ist. Nun woUuf, das sich
mengklicher redlich halt!« Demnach als Marsillia sin red
gendet hat, do wurdend die panner liarfür gethän. Falseron
fuort im ersten huffen inn sinem feuly den gott Appollonis.
10 Demnach fuort Blanch ardin den andren huffen, der fuort inn
simni feuly den got Talwygant, Der drytt huff, den fuort
Äygollant , inn dem was Mareillia, und inn irem fenly was
der gros gott Machmet von gold gemälkt. Sy hattend ein
grosse zaÜ sumbren, buesanau und trurametten ; aber sy macli-
iB tend nüt lutt, damit und die Krysten iren nüt innen wurden.
Do die fenly ui gestreckt wärend , zügend die huffen harfür
und trouwtend den Krysten : der ein berompt sich Ollyfieren
den kopff ab zesch lachen , und Blanchardin beruompt aich
ßuollanden sin hertz uß zeryssen, darumm daz er im sin swi
20 getödt hat im atryt zuo Aspremunt. Nun sige Jheaus iüMU
gnedig !
Wie Astaroth und Rubicant Eengnoldeu und Rycbar-
den au ßontzefal truogen zuo den Krysten.
Do Astaroth von Muntabant gscheyden was , fuor er so
26 schnellt das er raorneudes früe zuo Rengnoid und sinen bröe-
dern kam. Dem aeyfet er alles daz, so im Magis enbott. Reng-
noid fraget inn, wer er wer, der mit im redte, und inn nüt
gsäch. Astaroth sprach zuo im , er were ein geyst , der inn
necher dann tun dry tagen an ßontzefal tragen wett, and
ao wett nach einen heysseu kommen, der mlleßte Richard tragen.
Und Allard und Guchart müeßtend gen Muntabant, Do be-
ruofft Rengnoid sine brüeder und seyt innen die mere, so innen
Magis enbott ; des sy aer erech rückend. Und als sy mit ein
andren red tend, kam ein schwartzer wind an sy, der erschrackt
«tsy übel. >Pürehtend üch nütU sprach Astaroth, »wann es
Rubicant, der ist harkommen
trag.« »Nu« sag mir,« sprach Rengnold zuo Astaroth, >wie
wend wir unseni rossen Ihuon?« »Des haiid kein sorg!« sprach
Astaroth, >as inuoti als wol tragen [hl. 14ö] werden.« Also
nänieiid Allard und Gnchart urlob von Rengnold und Jtychard
und rjttond gen Muiitabaut; aber sy ryttend wol fiititf uiatiott, s
ee sy dar kämmend. Darnach rust aich Rengnold uff die
sträß. Astaroth schlof inn Bayard und Rubicant inn Rych-
arden pfert. Do Bayard den tilftel empfand im lyb, do fieng
er an schnarchlen und schnuffen ; duz thet das ander ouch,
das es ein wunder was sy zesächea. Nut dester minder saü 10
Rengnold uff Bayard und Richart uff daz sin. Do sy daruff
gsässend, do iieiigend sy an louffeu wie die aträl mit ge-
streckten hälssen durch die lüfft. Sy fuorend über daz groiä
raer und über das land Lybia, darnach fuorend sy über die
stat Cartago- Do sy ein tag und ein nacht gerytten wärend, is
do wärend sy hiingerig; darumm Rengnold kuo yVataroth
sprach : »Ich wett gern essen, wann mich hungert.« »Wir
ivend bald haben,« sagt Astaroth. Sy sä-sseod ab inn ein
Ächöiie matten ; da was ein scbünoer brunn , und dar nebend
was ein schönne zält uff geschlagen von grüenera und brun- 20
bcni sattin, mit gold gesprängt. Darinu fundend sy die tisch
bereytt und vyl schiltoer kostlichen bekleitt, die thetten innen
^ros reverentz an. Die truogend alterlein spylä uff die tisch,
wol bereytt. Des sich die zwen bruodern ser verwunderttend.
Rengnold fragt Astoroth , ob die apia inn der hell bereyt 20
werind, >Nein ,« sprach Astaroth, »wann man rüst kein
sölüchc apia darinn zuo; snnders ist der mererteyl von Mar-
sillias ymbi§ und andren küngen , die mit iin essen sond.«
Die zwen bruodern assend nach notturfffc. Aber deren aß nach
tranck keiner, die innen zuo tysch dienttend. Richart sprach so
«uo Rengnold : »Ich bin inn langer zytt nie so wol beherbergt
worden; ich weyß nüt, wer den wyrt zallen wyrtt.« »Es
tvirtt sich als zallen zeletst,« sagt Rengnold. Darnach sprach
er: »Es ist zyt, das wir uns uff die sträß machend; wann
tnioh belanget, das ich mine vettern gsäch.« Und als er dysse aß
^ortt sagt, do ersshräcken sy; wann die zeit und die dienner
Verschwiunend , das sy nüt wuatend , war sy hin kämiuend,
land beleih nüt dann die übrig apyß. Sy sässend wyder uff
Morgaut der rlrae ^i^
.306
ire pfert und fuorend fürbas über vyl sältzne land,. »tett und
Schlösser. Rengnold fragt Astarott die nammen aller landen,
stett und scblösser, über die sy fuorend, nämlichen über die
gebirg Galbator, über das künigkrich Grannadia, Cjbillia und
e Cordublya und über die mechtig stat ToUetta, da vor zjtten
die schuol der nigromacia, peromaucia, ceromacia und ander
zouberyen und erfarungen geweßfc ist. Zeletst verbrächtend
sy sovyl wegs , das sy dem ßontzefal uachettend. Aber das
was zespätt, als ir hören werden.
»0 Wie Ruolland gwusse mere vernam von des kunig
Marsillias zug, wie der gegen innen kemme.
Inn Ruollanden gselschafift was ein alter rytter, aß Bur-
gundia bürttig, der hieß Gödfryd und was vast wyß und wnßt
vyl von kriegen. Der entsaß im und sprach zuo Ruolland,
16 er sott mer volck beschicken ; wann es were grosse thorheyt,
das man Marsillia sovyl vertruwette. »Der ist nüt unsers
gloubens und ist all sin laben lang den Erysten fyend gsin.
Man spricht inn einem genieinnen sprüchwortt, man solle
einem berüefften fyend nüt zevyl vertruwen.« Aber Ruolland
20 ertzeigt nüt, daz er im furchte, wie wol im OUyfier gsagt hat
den tag darvor, im were ein grussammer troumm fürkoramen,
der ertzöugte im nüt guotz ; darumm er der meinung was,
er sott mer volck beschicken. Aber Ruolland achtet des alles
nüt und sprach zuo OUyfier, der win machte, das im troumbte.
26 Am morgen reytt OUyfier und Gödfryd uflF einen berg und
ersäehend Marsillias ersten hufPen. Do sprach OUyfier zuo
Gödfryd: »Nun erkenn ich für war, das dyß das letst inn
unsern tagen sin wyrt; nun werdend Merlins und Magissen
wyssagungen erfült. Ach, min vetter Ruolland, du hast nut
30 rättz wellen volgen. Wann hilft uns got nüt , so bistu und
wir am end unser tagen. 0 Karly, nun wirt din grosse eer
vertylget ! 0 du hungerige stat Paris , du solt byllich wein-
nen und klagen ; wann du wyrst uff den büttigen tag ver-
lieren die, so dich sottend inn eeren und triumph halten!*
35 Damit ranttend OUyfier und Gödfryd mit verhängtem zoum
zuo iren gsellen. Do Ruolland OUyfier gsach so schnell
commen, do dächt er wol, er kemme nüt on nrsach so schnell,
und sehrey im zuo r >Min vetter, waz ist lUis, das du so schnell
rytst?« »Ach, Ruollund,« sprach Ollytier, »es sind uns büss<^
tnere; wann Marsillia bringt den trybut und bringt mit im
sovyl heydeii, das die niemnian Zeilen kan. Du hast nüt wellen &
rätt volgen, das du nüt nach hylf gsehiekt hast.« Mit dysaen
wollten machtend sich die krysten heren uiiini Kuolhind und
bättend inn , er sott sinn hörn blässen, so wurde es fylliebt
durch den wyllen got/- von Karly verstanden , so wurde er
innen hjlf schicken. RuoUfind sprach, er hette sin laben laug lu
sin hörn nie geblässen ulä forcht, darumni wett erß nach dyli-
iiiäl nüt [bi. 147] anfachen. Efclich löt möchtend sagen, Ruol-
land were woi überm üettig, so er sich inn so grossen gfären
gsacb, und nüt destermiuder nüt rätt volgen, nach hylf be-
schicken, nach och sin hörn blässen wott. Der bischof Turpin le
spricht daruf (der was gegen wyrttig), er hett kein zwyif'el,
Ruolland hett etwaz offenbarrungen gehept, darurara er wol
•wüßt, das er des tags die kronn der niarttor empfachen sott,
"Und er wott nüt dar wider sin wider den wyllen gottes. Ruol-
land sa£ uif Galautin, sin pfert; das tbet och Satuson , iiud a«
Tyttend nff den berg. Und ersächend wol , das Marsillia an
«tat des trybutx menges tod brächt. Do fieng er an sines
'volcks tod klagen. AstoU'o, Beringer und AuNbelm sagtend
zuo im, er sott erberrad über sin voick haben und sin hörn
bliesse. Und Ruolland sprach: »Wenn x\lexander, Julius Cesar, sb
IJaniball von Cart^igo, Seipion Äflrickiinus, der künig Tharius,
!Nachbugodonaser und Zerses und all ir machtend hie werend
lind min tod geschworen betten, so wett icha dennecht nüt
Wässcn ; wann ich wyll nüt, das min vetter sag, ich hab aß
forcht blasen.« Er ließ uß rüeffen , das sich yederman rüste 30
zcstrytten. Der bischof Turpin reytt ummhar und trost die
.Krysten und gab innen den sägen und ermauet sy, ein guot
gemüet zehaben den tod zeutpfachen den kristenlichen glou-
ben damit zcschirmnien , und ferhieß innen allen daa himel-
rych. Der die Krysten ?,uo der selbigen stund sich hett gsächen 34
irüsten mit senftzen, der hett ein hertt hertz gehept, der nüt
29 min] mit ha.
•iö'
308
erbermd pfehopt hett. Do Ruolland all sin volck gewapnct '
umm in gsach , do sprach er also: »Tr, mine brüedern und j
fründ, band kein zwyflFel, hett ich Marsillias verrettery gwüßt, j
das ich not mit so wenig volck kommen wetfc sin, als ich bin,
6 Aber as kan sich niemman vor verrettery hüefcten. Under
dem allem klagen ich denn keyaer, min vetter, der inn so
grossem triuraph gregiert hat und nie von sinen fyenden uöder
getriTckt ward, und nun inn sinem alter muotä er sin kejser-
tlmoni und küngkrich gsäcben fallen inn die hend der fyenden
10 unsere beigen kristenlichen gloubens. Ach, Karly, wie vjl
trehen und sünfftzen wirstu von hertzen lassen, und nut on
urvsach, mid als durch den verretter Gannellon, dem du sovyl
vertruwet hast! Der mag wol sagen, das er sovyl zewägen
brächt hab, das er yetz an mir und an dennen von mtnem
iB gschläeht gerochen werd. Ach, min vetter Rengnold, wiirumni
bystu nüt hie, das du die verretter aträrtest, die uff den hüttigen
tag ursach sin werdend der Krysteuheyt Zerstörung? Acli,
min vetter, wie wirstu so bekümmert, wenn du wussen wirst
die groß Zerstörung, so sich vast bald uff nna keren wyrt!
20 Ach, mine gseilen und frund, ich byt Och, das sich mengklicber
bewilge den tod willigklichen uf zenemmen; wann ich sichern
üch , daz alle die , so uff den hüttigen tag sterben werdend
Jhesus glouben uffKentbalten, das sy all bekrÖntt werdend mit
der kronn der sälligkeyt, als üch der byschoff Türpin gsagt
as hat. Mich dunckt, ich ggäche die engel gerüst im luft, unser
seilen inn himel zetragen. Darumm läud uns all manlicl)
gegen unsern fyenden rytten! Wann ich hin des sicher, «
es nacht aig, werde der rontzef allisch täll voll heydiseh bluot
und liben liggen.« Do RuoUand dysse wortt geredt hati
so sprangt er sin pfert. Also umnifiengend die Krysten eiu
andren und vergabeud ein andren und stalteud sich ioo
Ordnung,
Von dem erber mklichen stryt, der am Rontzefal
beschaeh von den Krysteu und heyden.
36 Die Krysten staltend sich inn Ordnung zum basten, sosy
mochtend, und mit fryem muot rytten sy gegen den fyendeo.
Die kämeud und tribond gros gschrey und trouwtend den
Krysten. hisunderheyt Blanchardin, der tröwt RuoUaudeu
vast, sagt, er wett eines suns tod rächen, den er ertödt hatt,
sagt, wenn er im begegnette, so wefct er ira ain hertz ulä dem
Jyb ryssen. Die Heiden wärend von vyll natzioim, als iiß Bar- 0
barria, Arrabia, Surria und uß Etbiopia, die sind schwartz als
gesotten hartz. Uuder dennea wärend vyl Marranner, die
haltend weder glouben nach rächt und sind bösser dann tüffel.
Sy machtend ein sölliche gschrey im zuohen züchen, das man
nüt hett ghört donnern. Der edel Astolfo was der erat, der »0
sich rotfc. Gegen ira kam ein beydischer künig, Arlott ge-
heyssen, dem stach Astolf das sper durch den lyb, das er tod
zuo der erden fiel. Ollyfier sprach: »Das ist ein guotter an-
fang; der wyrt uns nüt nier zeleyd thuon.e Demnach thet
sich harfür Angewin von Bayonna, der saß uff einem genett, iß
der lüf wie die sträl. Gegen ira kam Maduyt, künig inn
Sasaia, aber mocht Angewin nüt wyder atän. Do dysser tod
Tvaa, sclirey Angewinn überlut : »Wer au mich kommen well,
der kumm, so fintt er den tod.« Do kam gegen im ein hey-
discher künig, [bl. 148] Marangia geheyssen , der waa vast ao
stoltz. Aber im gschach wie dem fordrigen. Ollyfier mocht
sich nüt überhaben, das er nut inn strytt rytt. Gegen im
kam der künig Malprinn, der was ein mechtiger rycher künig,
also das er Ollyfier den schilt durch stach und och den har-
nysch, also daz er ein wenig wund ward, und wenig falt, er as
wer nß dem sattel gfallen. Aber er was so ghertzt, daz er
sich enthielt, und gab Malprin ein söllichen stich, daa er im
daa hertz durch stach , und tod zuo der erden fiel. Do Fal-
' seron dia fier künig tod gsach, ward er vast zornig, innsunder-
heyt umm Malprin , den er für den sterckysten sines zügs bo
hielt, und sagt überlut: »0 Machmet, wo bystu? Wilt uff
den hüttigen tag nüt mit uns sin gegen den Krysten ?x Der
byschof Türpin der gedächt zuo der selbigen stund nüt an
sin gebett, sunders sporet gegen einem arayroU, derhies Tarcon,
und traf inn mit söUicher stercky mit sim sper , das er im sb
das durch den kopff stach, und fiel tod zuo der erden. Inn
HuoUanden gBcilschafl^fc wärend der edel Riehart, hertzog inn
Norniandia , Ästolffo, Ollyfier, der bischof Türpin, Angewin
310
von Bayonna, Anshelm, Hug von ßurgundia, Gödfryd, kunig
inn Fryeßland, Beringer, Samson von Brettanya, CaflFerus,
künig inn Bourdyas, Lamprecht, kilnig zuo Burges, der gräf
von Langres, gräf Hug von Nantes, Ainou von Bonrdyas,
5 Godfryd uß Burgundia , Galtier von Meylland , Baudoin und
ander guot rytter uß der Krystenheyt; die ryttend all mit
ein andren inn stryt und ertodtend vyl beiden, des Falseron
ser erschrack. Er hat sich den gantzen tag berüempt, Ruol-
landen sin hertz uß dem lyb zeryssen, aber er hatt den halben
10 teyl siner manheytt verloren. Do er gsach Ruollanden gegen
imm kommen , do hett er gern wellen zuo Sarragossa sin,
aber er kond nüt fluchen. Und sprach : »Ach, min gott Appollin,
ich befilch mich dir. Und gib mir die gnad , das ich mines
suns tod rächen" mög!« Do Ruolland zuo im kam, sprach er
16 zuo im : »0 du faltscher verretter, ist das das, so du mir ver-
heyssen hast, das was: du vertzichest mir dines suns tod? Ist
das der trybut, den du Karly bringen sottest? Ich schweren
dir, das ich zuo dysser stund die räch an dir begän wyll.
Wett min gott, das din künig Marsillia oucb hie were, so
20 wett ich im den Ion geben, den er wol verdienet hat.c Da-
mit rantt Ruolland mit grossem zorn gegen Falseron und
stach im das sper durch den lyb, das im der halbteyl im lyb
beleyb, und fiel tod zuo der erden. Falserons tod erschrackt
die heyden übel; wann darumm das sy kein füerer hattend,
26 wärend sy glich sigloß und liessend sich töden wie die thierer.
Sy werend gern geflochen, sy mochtend aber nüt; wann Mar-
sillia hat das gantz fäld umgeben mit sinem volck, damit
und im die Krysten nüt enttrunnend. Do der gros heydisch
künig, Fimadusto geheyssen (der was wol syben elbogen hoch
30 und truog ein so schwer gwer, das ein andren man gnuog
zesehafen gehept hett, das vom herd zeheben), Falseron tod
gsach, ward er vast grimm und kam an unser volck mit dem
grossen wer. Gegen im kam der edel Beringer und stach im
sin sper durch den lyb, das er tod zuo der erden fiel. Die
38 Krysten hieltend sich redlich, innsunderheyt Ruolland, der
was gantz besprängt mit heydenbluot, und fluchend all vor
im. Ollyfier ertodt och mengen heyd; Galter von Meyland,
desglichen Angewinn von Bayonna verbrachtend vyl schonner
lanht jtt, und och der liertzog Astolf. Der bischoif Türpiii
ertzeigt nüt, das er ein prieater wer; wann er hielt sieb red-
lich. AiiiOLi von üoiirdyas, ein giiotter rytter, ward von einem
heydiseben künig ertödt; aber do das der hertaog Atishebn
ersach , kam er nn den hejden und hüw im den kopff von &
achslen, und was tod.
i
ie Rengnold und Kychart zno den Krysten um
^. strytt iiti Koiifc/A'f'al kämmend.
^^ As Rengnold uif dem weg was an Rontzefjil, fragt er
Ästarott, waz sin frommer vetter Ruolland thct und die an- lo
dren rytter, so by im wercud. Aatoroth sprach, sy strittend
mit den beyden, deren werend wol drü raäl hundert tuaaend
an die erschlagnen , und es were gros vest uiuni der beyden
seilen iun der hell und och uuini die, so nach inn dry tagen
dariun kommen wurdend, »Hub kein sorgU sprach Rengnold, i6
»kum ich ein mal inn stryt, so wyll ich aovyl hinab schicken,
das ir ay nüt zellen mögend,« Inn der red käraend sy ze-
nechst zuo Marasilüa ziig, der was sinn well wie ein rad, Asto-
ratb sprach zuo Rengnold : »Nun wend ich und min gsell
arlob von ücb nemmen ; wann wir band (ich an das end tragen, ao
dahiD uns Magis gebotten hat.« Rengnold sprach zuo im:
»Ich dancken dir sovaät, als ich sol.« Damit scbiedend sy
hinweg mit einem thounerklapff, IJenguold und [bl. 149]
Rychart wottend zuo den Krysten, aber sy wiißtend nüt wie;
wann es wärend sovyl heyden umm sy, das sy nüt wuiäteud, ss
an wellicbeni end ay zuo innen sottend. Yedoch Rengnold,
der nye erschraek, geh wie vyl fyenden er vor im gsech, kam
an den huffen, den Blancbardin fuort, und ertodt den ersten,
der im begegnet. Niemmand raocht vor im beatän. Sin bruo-
der liychart thet nüfc minders ; wann an Karlya hilf was kein 30
redlicherr rytter dann er, an RuollaDd und sin bruoder Reng-
nold. Blanchardin erschraek übel ab der zweyen ryttern
manbeyt. Do Marsillia gsaeb, daz sy strittend inn Blanchar-
dins huffen, do entsaß er verrettery , darumm das Blanchar-
*
9 äbJ a liB., die initiale ist, wie auch sonst, nicht ausgeführt, 29
bruder hs.
812
din inn Franckricli gsin was, er bett Karly etwaz zuosagungeo
getbän ; darumm er dächt, Blaiichardiiis volek atrittend mit
sinem yolck. Wann er hebt im tüemmer mer vor RengDoId
und Richarden besorgt ; wann er vermeint gwüslich, sy werend
b inn Egjpthti. Mnrsillia kart sin \m& gegen Blanchardins buff.
Do inn Rengnold gsach komraen, do sagt er zuo Rycliard;
»Hie kumpt Marsillia und all weit mit im; es wer ein grosse
torkeyt sinnen zewartten, Darunim rätt ich , das wir zno
nnserm volck rjttend.« Aa wäreiid vyl beyden umiu inn, die
10 vermeinttend inn zebeheben. Do er das ersach , do stach er
Bayard mit den aporen , der sprang über die heyden nß und
sties mer dauo zechen zuo der erden; des sy ser erschräckecd
uond sagtend : > Dysser glichet sich bafi einem tüffel dann
mentschen,« Rycbart fuor im nach, und kämmend zuo den
IE" Krysten. Do sy RuoUand ersacb, do ward er so f ro , daz er
all aiiies leydtz vergala , und fält wenig, das er uiit ab sinem
pfert fiel. Er ummfieng sy ; das thet och Ollyfier, ßuollaii(i
fragt inn, [wie] er kommen were. Der ertzalt im, wie inu
Magia beschickt hett durch ein tüffel. Die heyden versam-
30 leitend sich, do sy Falseron tod gsächeud ; das thet Kuolland
och zum basten, so er raocht, und hat grosse boffnung sy
darvon zebringen durch Ilenguold und Richarden zuokunft.
Er sprach zuo Rengnold : »Ich bin so fro diner zuokunft, das
mich dunekt , ich eig im paradis. Daruram ich gott danck-
as sagen umm din zuokunft.« Rengnold fragt inn, wo Karl?
were. RuoUard sagt, er wer zno Sant Johans Port, da warlr
tette er Marsillias den fryden da beschlie-ssen. »Und uuder dem
schin guottes vertruwes und durch Gannellous rätt sind wyr
liar kommen mit wenig volck, als du wol siehst, und sottend
30 Marsillia finden nun mit siüem häfgesiud mit neyswaz tributz.
Und du gesichst, das der tribut ist mit mer dann drfl mal
hundert tussend mannen , die nüt begerend dann unsern tod.
Darumm ich wol erkenn, das wir nüt enttrünnen mögend uff
den Imttigen tag, das wir not all sterben werdend; aber es
35 uiüt'ssend vor hin ein grosse zal heyden ummkoramen.« >Hab
kein sorg!« sprach Rengnold, »ich hoff, wir wellend rait der
hylf gottes enttrünnen.« Als ir vor verstanden band, reyt
Marsillia zuo Blanchardin und sagt zuo im : »Küraig Blanchardio,
ir band mich genrsacht ilch übel zetnlwen, do ich hab gsacheti
üwer voick mit ein andren strytten.« »0 her,« spriich ßhin-
chardin , »ir band übel gsSichen; wann es sind zwen rvtter
gsin, die sind kommen, niit weyß ich von wannen, inn nnsern
huffen und haud vyl volcka ertödt; darnach sind sy dureh «■
unsern hufien gerytten zuo den Kryaten, dna uns nüt uiuglich
gsin ist innen darvor zesin.« »Ich sag üch für war,« sprach
Marsillif), »das es Magyssen geyst sind, die er har geschickt
hat uns betriiehen.c Als Afarsillia mit Blanchardin redt, kam
ein künig, Pyrrus geheyssen, gegen Marsillia und sprach: »0 i»
MarsiUia, kuinend, häliFund üwerin volck! Wann Falserons
huffen ist siglos und er tod und die andren künig und filrsten
all, die by im sind gsin , an ich. Und thuon üch zowüssen,
das Rengnold von Mnntalmnt und fiin bruoder Kichart zuo
den Kristen kommen sind, des Rj gantz getrost sind.« Do 15
das Marsillia verstuond, ward er eer betrQept und sagt Uber-
lut: >0 du fnltscher und uutrüwer verretter Machmet, ver-
flUecht ßigestu und alle die, so an dich glouhend! Du muost
von mir nflt mer angebatten werden, du nütsöllender unglück-
baflliger got. Dystu nüt voll vattscheyt und verrettery, das ao
du hast Reuguoldeu lassen kommen? Wann an inn bettend
die Krysten nüt mögen enttrininen. Al>er nun mag ich wol
sagen, ich hab Byspannia verloren. VerflUecht sig die stund,
inn deren Gannellon gen Sarragossa kam ; dann wer er nüt,
so wer ich mit Karly eyli, Er ließ mich imiu wann, Reng- 25
nold und Richart wcrind inn Egyptha. Und der gros tüffel
bat sy ietz har troytt. Ich besorg, Gannellon hab ey selber
bar beschickt ; wann er ist nie anders gsin dann ein verretter.
Und ir, Blanchardin , aagtend, do wyr den brimnen triieb
ge&chend und die andren zeychen , das were kein andere be- so
dfittnnß dann der Kristen tod; aber ich erkenn yetz, das der
beyden tod sin wyrt. Es ist schon ein grosser anfang, so
Falseron tod ist und aovy! ander künig und manlich rytter,
und von so einer kleionen gselschuPFt, als die Kryaten sind.«
Diewyl Marsillia mit Blanchardin redt, lirachtend die Krysten 3d
das volck , so von Falserons huffen beliben wärend , inn die
flucht. Do Marsillia sin volck gsach fluchen, do ward er schier
ansinnig und sprach : »Nun weyß ich wol, das ich inn dyssera
314
stryt sterben muoß. Aber ich wyll min volck vorhin rächen.c
Er thet sine zwen buffen zesammen, und ward vyl volcks er-
tödt im angryfif. Rengnold ließ kein heyd vor im, den er
nüt ertodt, und sagt: »Ir faltschen verretterschen banden,
6 Rengnolden von Muntabantz zuokunfft muoß üch fchur werden.«
Do die heyden hortend von Rengnolden sagen, do was keiner
so frysch nut, der nüt zyttrette. Aber iren warend soyyl,
das den Erysten nüt müglich was ze end zekommen. Raolland
reytt im strytt ummhar und sagt : [bl. 150] »Wo bystu, ver-
10 retter Marsillia, der zum dickern mal meineyd worden ist als
ein faltscher Maränn? Mag ich dich betratten, so wyll ich
din sei inn die hell schicken, als du wol verdienet hast.« Wyr
wend ein wenig von Baldowinn, Gannellons sun, sagen. Der
reyt im stryt ummhär, [das] schwert inn der band, und gsach
1» zum dickern mal , das die heyden sinen schonttend , wie wol
er iren vyl ertodt; das inn nun gros wunder nam, wann er
wüßt nüt, das es von wegen des wappenrocks beschach , den
er an truog. Der gräf Anshelm und och die andren krysten
fürsten begiengend sovyl manheyt, das kum gloubhafftig ist|
80 das so wenig volck sovyl arbeyt erlyden möchten. Es kam
des tags sovyl volck am Rontzefal umm, das die roß untz an
die knüw im bluot wuotten. Als RuoUand im strytt ummhar
reytt, fand er Polimites, des Alten vom bergs sun, dem gab
er ein so hertten schwertschlag ufF den heim, das er sich uff
25 des pfertz hals bogg. Ruolland ergreiff inn by dem heim
und sprach zuo im: »Du byst tod, sagst mir. nüt allen handel
von der verrettery.« »0 rytter,€ sprach Polimites, »beyttend!
Ich wyll üch sagen, wer ich bin. Min vatter was üwer guotter
fründ, wann ich bin Polimites, des Alten vom bergs sun.«
30 Do inn Ruolland verstuond, sprach er zuo im: »Du hast unn-
recht, das du wyder uns bist ; dann wer din vatter inn laben,
so wer er uff unser sitten.« »Ir sagend wär,c sagt Polimites,
»aber ich hab ein heren, das ist Marsillia, dem muos ich ge-
horsam sin. Wann Anthea hat mich uß minem land ver-
36 triben ; ich wüßt nüt , war ich sott , da mich Marsillia an
sinen haf empfangen hat, und hat mir verheyssen mich wyder
inn min land zesetzen. Ich schweren üch, das ich der üwem
keinen ertodt hab; dann darumm daz min vatter ein Eiyst
was, hab ich alwegen die Krysten lieb gehepfc. Der verrettury
Laib die ward also zuo Sarragossü prattytziert durch Mar-
aillia, Gaimellou, Blanchardin iiud Falseroun ; die Land sovyl
volcks iiar gfüert, üch Krysten all uoini zebringeu. Baldowiii,
Gannollous suu, treytt Marsillias wappenrock, damit mid in» *
unser volek erkennend, das sy inn nüt ertödind.« Rnolland
sprach zuo itii : ȧytt wyder hinweg ! Wann ich wyll din
früiid sin, als ich dines vatters was. Und liüett dich, daz du
Reiignolden nüt begegnest inn sineni zoni! Wann aller wolt
gold tiiöcht dich not vor dem tod erkouflfen.« Demnach als lo
Ruolland von Polimites kam, reytt er und suoeht Baldowin,
Gannellons sun. Aber Baldowin gsach inn erstlich und kam
zuo im \uid sprach : »Ich verwundern mich, daz sieh die hey-
i|ten nüt gegen mir wcrend , sunders fldchend all vor mir.«
*0 du buob,« sprach Rnolland, »du uiagst die verrettery imt la
vertecken , so din vatter begangen hat, die du wol gwüüt
hast; es beschintt sich wol by des verretter MarailHas wappen-
rock, damit und dich die beiden nut im rüerind.« Do Batdo-
winn Ruollandea verstuoml, sprach er zno im: »Ist es war,
das min vatter die verrettery prafctytziert hat , so verheyssen 20
ich dem alinocbligen got , das ich im dis sch^vert durch den
lyb stächen wyll, Ir hand mich grüßlieb geschmecht, das ir
mich ein verretter geschulten hand, wann ich bin inn nye
gsin.« Und gautz zornigklichen thet er den wappenrock ab
und warff inn ander der rossen fließ und sprach zuo Rnol- as
land : »Ich bin üch zedienst harkonuuen, wnnn ich hab üch
nie wellen verlassen. Und unim alle gnothet hand ir mich
ein verretter gescbulteu. Ich rytt wyder inn strytt und gloub
wol, ii" "werdend mich nüt mer suchen dann tod.« Damit reytt
er gantz unsinig inn atryt. Und reytt unwytt , er fand den 30
grnsannnen ryssen, den künig Margaris, zuo dem sagt er:
fBist Uie , du hnnd ? Verlüegnettor Marann, ich wyll min
schraaeh an dir rächen.* Und gab im ein söllichen schwerfc-
schlag, das er inn tod zuo der erden achluog. Inn dem ver-
sanilet Marsillia sin volck, also das die Krysten inn beschlossen 36
närend zuo allen ortten und so ängg, das sy ein andren nüt
beschirinmen mocbtond; darnmm der stryfc grnssanim was,
innsunderheyt nff der Krysten sitten , wann sy fiengend an
316
viist verlieren. Wann der beiden wärend sovil, das einem so
kleinnen volck iiiimuglicli was sy ab zetriben on grosse ver-
lörst. Ein heydisclier künig, Grandon gehejssen, fand Sam-
son von Brettauya, der ylt RuollaDden stßtz nach; den ertodt
5 er eines einigen Streichs. Ruolland reyt vor dannen, das erli
nüt gsacli ; aber Galtier von Meyland gsach inn fallen , und
inn zerächen, reyfct er an den beiden. Aber der beyd durcii
stacb inn, darumm er vor iiacbt tod was. Marsillia kam an
den heren von Bayonna, der hat nüt dann sin schwert, da-
to rumm im Marsillia sin sper durch den lyb stach und falt
inn tod zuo der erden. In dem luogt RuoHaud ummsich und
ersaeb Ollifier, der was ummgeben mit vyl heyden, under
dennen was Marsillia und aust zwen kunig. Er wott im zao
hilf kommen ; inn dem eraach er Samson, der lag tod vor im
iB uff der erden. Do er in tod gaach, den er so lieb gehept
hat, du ward er gantz iinsinig und sprach : »0 tod, du thuost
mir vast übel!« Ollyfier sprach zuo im: »0 Ruolland, djsser
tbyrann bat diu fründ Samson erttidt,« Do Grandon Ollyfien
red hortj do fieng er an fluchen, desglicbeu Marsillia und Öcb
20 alle die, so nmm Ollyßer wärend, Astolfo, der künig Von
Engelland, begegnet dem künig Balsainin, der ertodt inn ; da«
nun ein grosser scbad was, wann er was ein guotter wysser
rytter. Demnach fand Balsarain Anion von Bei tan de, dem gab
er ein söllichen streich, das er u§ dem sattel zuo der erden
28 fiel ; doch so kam er wyder uff ain pfert. Ruolland ertodt
inn der selbigen stund den künig ulä Portingal und den könig
Fieramunt. Darnach ersach er ßalsamin , dem gab er ein
stich mit sinem schwertt [bl. ISl] durch den lyb, das sin seil
inn die hell fuor mit sinnen gsellen. Rengnold ertodt Pöli-
30 mites vom berg, wann er kant inn nüt. Ruolland kam zno
dem künig Gradon, zuo dem sagt er: »0 du veretterscher
schalck, du hast min fründ Samson ertodt. Aber du rauost
inn dysser stund din Ion empfacben.« Do der beyd Rool-
landen verstuond , do wott er fluchen ; aber er mocht nttki
as wann Ruolland scbluog inn uff den hälra mit söUicher stercky,
daz er inn apyelt untz utf den safctel , und fiel! tod zuo der
erden. Samsons und AstolfFo tod wurdend wol gerochen, 0er
künig Marsillia ertodt vyl Kristen ; daz eraach Ruolland zuo
alleni glück, der nam einem heyden sin sper unfl kam geg^n
im. Aber ein heyd reytt dar zwiiscliend, dem stielj Kitnlland
das sper durch den lyb. Er sagt zuo Mfiraillia : »0 du faltsclier
verretter, die säjt ist kommen, daz du gestraft werden ranost
uiuni die grossen verretterj' , die du inn diner zyt begangen f>
hast.« Damit huob er sin schwert Durandal uff; aber sin
aun, Samburg geheyasen, hat sin schilt für Ruollanden streich,
der wott sin vatter beschirramen , dardurch im RuoUand den
arm mit dem schilt abhüw. Do Marsillia den streich ersach,
do floch er hinweg als schnell wie ein windspyl. Ein meoh- "
tiger kiin ig, Margaritton geheyssen, fand den frommen Aniou
von Beilande , den crtodt er sanipt einem andren frommen
rytter, geheyssen Marckua von Sant Michel, darzuo ander
kristen rytter. Rengnold was ser betrüept, do er gaach also
mit den Krysten nmmgän, und sprach zuo Margaritton: »0 i^
du schaick, bist har kommen, das du die Krysten also ertöden
wylt? Du muost din Ion empfachen inn dysser stund.« Da-
mit schlnog er inn nnd Syrien zetod inn zweyen streichen.
Es kam ein grosser buff heyden, nämlich Blanchardin, Galleran,
Fidasso , Mattaffer , der Kallyffe , Angollant und ander kunig ao
und aaiiroll mit grossem gschrey, die ertodtend vj'l Krysten,
Do Ruclland das gschrey erhört, reytt er gegen innen. Da
fand er Baldowin , Ganellons san , der hat zwey sper durch
den lyb; der sagt kuo Ftuotland: »Ir band mich ein verretter
geschulten , aber ich wird keine uiemmer mer begän , wann ^
ich wird nüt lang nier laben.« Und mit dyssen worhten fiel
er tod vor RuoUand nyder, des er ser betrüept ward. Do
Rengnold gsacli das nn gluck uff die Krysten kommen, do ward
er unsiuig. Er zerhüw schänckel, köpff und arm. Er beaamlet
umm sich den hertzog Egybert, den hertzog Anshelm, Göd- so
fryd uß Frietiland , Beringer , Rycbarfc von Norraandia , den
hertzog Otto, den bisehof Tiirpin , Kicbart, sin bruoder, die
rytten all uff den huffen heyden und ertodtend iren vyl. Das
gschrey und getümmell was so gros, das einer den andren
nüt bort. Der lufft was voll tufflen, die fuortend grosse fröud so
und gschrey umm der heyden seilen ; dardurch der rontze-
falisch wald sich baß einer hell glichet dann einem läld.
Wann es was kein boum nach loub, die nüt mit bluot be-
318
sprängt werind. Wellicher nach dem strytt kommen were
und die todten lichnam nüt gsächen hett, so hett inn duocht
daz Rott mer zesächen.
Wie Ollyfier ummkamm verrettersch, und wie
0 Ruolland sin hornn bließ.
ßuolland fand Maduyt, ein beydischer künig, der hat er-
tödt den edlen Beringer und Otto, den manlichen rytter. Aber
iren tod ward imm t/ethür, wann Ruolland spielt inn inn zwey
stuck eins einigen Streichs. Ollifieren begegnet der kfinig
^oFidasso, dem zerspielt er den heim und kopff; aber hinder-
wertz kam an inn der Kallyffe, der sties im das schwert durch
den lyb verrettersch. Do Ollifier den stich empfand, kart er
sich umm zesächen , wer inn gestochen het. Und do er den
Kallyif ersach, sagt er zuo im : »0 du valtscher verretter, du
16 ertzeigst wol, das du des verretter Marsillias volck byst, das
du mich hinderwertz gestochen hast; darumm ich wol weyß,
das ich bald sterben wird , aber ich wyll mich vor minem
tod an dir rächen.« Damit huob er Haultaklerra, sin schwert,
uff und gab im ein söllichen streich uff den heim, das er inn
20 spielt untz uff die brüst. Demnach verlor er sovyl bluot, das
er vast schwach ward, und verlor die gsicht. Nüt dester-
niinder reyt er imm stryt ummhar und schluog stetz darinn
mit sinem schwert, das er nüt wüßt, wen er draf. Ruolland
begegnet im, dem gab er ein schlag uff sin heim. Raolland
26 sprach zuo im: »0 min vetter, wiltu wyder mich sin?« >Acb,
min vetter, nein. Aber wüß, das ich sovyl bluot verloren
hab, das ich nüt gsicb. Ich byt dich, du wellest mirs ver-
tzichen. Und füer mich inn ein huffen heyden, damit und
ich min tod an innen räche, ee ich sterb!« Do Ruolland sin
.10 vetter Ollyfier uff den tod verwundt gsach, ob er leyd hett,
ist nüt zeverwunderu , und sagt zuo [imj: »Min vetter, sag
mir: wer hat dich verwundt? Wann ich wyll dich rächen,
odor ich will sterben.« »Ach, vetter,« sagt Ollyfier, »der
Kulylf batz thän ; als ich mit [bl. 152] einem heydischen
:if, kftnig streyt, stieß er mir sin schwert hinderwertz durch die
syitcn. Aber ich hab inn ertödt.« »Ach,« sprach Ruolland,
' »syt du sterben wyrst, niiu vetter, so beger ich ouch nilt nier
zeläben. Nun gsich ich, das der strjt verloren ist; wann
ich hab all min macht, kraft, manhejt, könheyt, all min wol-
thet und all min hoffnnng verloren. Ü Ktirly, wie wirst thuon,
das du uä den hüttigen tag ein so manlichen rytter verlürst, ^
der so vyl müe genommen hat den krjstenlichen glouben ze-
nieren!« RnoUand fuort inn siner klag Ollyfier inn ein grossen
huffen heyden; da schluog er zuo beden sitten darinn wie ein
raentscli, der den tod aüt entsitsst, also das sy inn all flucbend.
lluoUand was by im» der schluog die heyden nyder wie süwen. lo
OUifier befand sieb scbwacli, darunim inn Ruolland in sin zeit
fuort und sprach zuo im: »Min vetter, ruow ein wenig da.!
So wyll ich uff den berg rain hörn blässen, mag sich begenn,
das minn vetter htJrt.« Ollyfier sprach : »Es ist yetz nüt im
zyt zeblässen, wann ich bin tod. Ich beßlch min seil uiinetn it.
achopffer. Und bebüet dich gott, miu vetter! Ich beülch dir
min Schwester, din eeguiachel.« Und mit dyssen wortten gab
er den geyst uif got, sinem schöpffer. Do inn Euolland tod
gsach, band kein zwyffel, er hett grossen schraerfczen im bertzeti.
Er reyt uff ein berg uuwytt von dannen und jjließ sin hälffon- ao
beiny hörn drii mal mit siillicher sfcercky, das es Ktirly vcr-
stuoud zuo Sant Johans Port, das was fünf myl vom llontze-
fal. Aber Ruolland bließ so starck, das im all ädern am hals
zerbrächend, also daz im das bluot zun ougen, orren , nassen
und zuuim uiund ulä gieng, als Türpin sagt. Das beschaeh, «&
als er zum drytten mal bliela. Do Marsilliu und Aygollant
Rnollunden boroa thon hortend, do erscbräckend sy so ubel^
das .sy die Bucht namraend mit den andren heyden. Dann als
Türpin sagt, was der thon so erschroekeulich, das alle die, so
t inn hortend, erachräclcend, desglichen die vögel ouch. Wann 30
der thon duocht Kurly also, do er inn hört, das erttrich thette
sich uff. Rengnold, Richart, sin bruoder, Türpin wärend stetz
an heyden, die wußtend nüt von Ollyfiers tod, vermeinttend,
er und Ruolland werind im stryt. ßayard, Rengnolden pfert,
ertodt des tags vyl heyden mit schlachen und pyssen. Ruol- 36
laud reytt nach dem blässen wyder inn strytt und wott sin
volck trösten. Aber im rytt fand er leyd uft' leyd ; wann er
fand den frommen hcrtzog Egybert , Güdfryd ufs Frie&land,
820
Richart von Norraandia, Galtier und ander guot rytter [fcod];
des er gar leidig wiird und sjirach : »Ach, min gott, nun er-
kenn ich woll, das dyß der letst stryt sin wyrt, inn dem ich
sin wyrd. Darumm ich dich bitten mir die gnad zegebep,
6 das icli, ee ich steib, der guotten ryttern tod rächen niög, die
hüt iinim kommen sind din helgen glouben zeschirmmen.«
Damit 7.0g er Durandal, sin schwert, nß (das was das letst
mal, das erü uß zog) und kam an die heyden und sprach zuo
dtiin völckly, so er nach hat; »Ach, ir mine gsellen, sind ge-
10 hertzt und gederiekend unaern tod zerächen ! Wann ich weyÜ
wol, das wir uüt enttrünnen mögend.« Und trang iun stryt
als ein touber jnan , der uüt mer laben wott und nüt dann
den tod begert umm den grossen kumnier, so er hat uiiira
siner gsellen tod. Er ertodt aovil heiden, das duocbt, er keninie
in gautz frisch inn atrytt ; er glichet sich einem hungerigen
löwen nach siner aß. Kr verbrächt sovyl , daz kein xeicheti
nach ienly uffrecht beleyb, die der beiden wärend. Er tbet
sich so wyt harfür , daz er an vyl enden verwundt ward an
siuem lyb. Er achluog so ungemeß darin, das Rengnold styl
anhielt und im zuo sach, desglichen sin bruoder Richart; der
gwann so grosse manheyt darab, daz er uff ein heydiscben
künig reyt, der hieli Gallerän , der hielt die heyden nach by
ein andren, und ertodt inn. Der kunig Mattrefer fand den
gräf Anahelm und stach inn zuo der erden und saß ab unil
35 reyia im den hiilm ab und ertodt inn; des Rengnold ser be<
trüept ward und kam an den heyden , und als er wyder uff
sin pfert sitzen wott, huw im Rengnold den aehänckel vom
lib, und fiel tod zuo der erden. Der strytt was so tödlich,
das von den zechen tussend sechs hundert Krysten nüt mer
»0 iun laben belibend dann Rengnold, Richart, der bischof Türpin
lind Ruolland, der von wegen der grossen niüe, so er gehept
hat den gantzen tag, sich nüt mer uff dem pfert enthan mocbt.
Und von den mer dann drü mal hunderttuasend heyden beleyb
nüt awey tussend inn laben, die nätnraend die flucht mit Blan-
an i'hardin und Aygollant. Rengnold, Rychart und Türpin jltend
innen nach mer dann ein inyl und ertodteud iren vyl. 8/
321
verbürgend sich inn die höltzer und stnden, das sy Rengnol-
den und Rycliarden seh wert enttrünnen möchtencl.
Von Ruollandea tod und von dem tod sines guotten
^K pfert Gallantins, und wie ers beklagt.
j< [Bl. 153] Do der gräf Raolland erkant , dag er sich nüt r.
mer enthtin mocht uff siiieni pfert, diiriimm er nüt mit sinen
vettern den lieytfen nach kommen mocht, ir mögend wol ver-
stän , das im das hertz vast wee thet. Er reytt zuo einem
felssen und saß ab ainera pfert. Und so bald er ab im waa,
leytt es die zwey knüw an herd, als ob es hett wellen urlob m
von sinera heren nemraen, und fiel tod nyder. Do inn Rnol-
land tod gsaeh , do ward er hetrüepter waim vor und umm-
fieug inn zesächen, ob es nnch läpte. Aber do er doch be-
fand, das es tod was, do sprach er inn klags wyü: »Ach, min
' fromm roß Galantinj du hast mir lange zyt woll dient, des»
ich dirdancksagen. Ach, Galantin, du hast mir mine schmertzen
abgenommen. Ach, Gallantin, bab ich dir etwaz xeleyd thän,
so vergib mirs! Ach, Gallantin, hie ist unser lebster tag. Ach,
Gallantin , die heyden werden uns nüt mer fürchten. Ach,
Gallantin, wir werdend nüt lang nach ein andren laben. Ach, 20
Gallantin, yetz nini ich urlob von dir; wann ich wyll niemmer
uff kein ander roß sitzen. c Demnach ala Gallantin tod was
und RuoUand sich allein gsach, sprach er: »Ach, lieber vetter
Üllyfier, du bist yetz wol glückhaftig, wann du byst yetz im
paradis inn ewigen fröuden. Ich bitt gott, min scböpffer, das 20
ich inn sinem helgen glouben ersterbe. Ach, min vetter Magis,
du wyrst wol erschräcken semliche mere zcvernemmen. Nun
'•wyrt das Franckrich inn schwarte bekleyt, nun wirt die stat
[Paris inn schmertzen und klagen sin, nun wirt Aldea, min
I' frow, inn leyd und trurren sin , nun wyrt Karly von sinnen so
fyenden venmttet, nun ist die gantz Krystenheyt ino sorgen
-sin zerstört zewerden, nun wyrt Ganneilon gerochen an mir
und au allen dennen minea geschlächtz.« Als RuoUand sin
klag thet , kam Thürig , sin acbiltner , des er vast getrost
*
32 ainj vergl. anm.
MoTgaul Uct rieaa ^'-
322
ward. Und fragt inn, ol> rr nüt wüßte, wo Rengnold, Richart
und Türpin werind. Türing sprach, sy werind den hevden
nach, die hetteiid die Öiiclit genommen. Do Kuollüiid bekantt,
daz sin tod raclmet, do forchb er, aiü scbwert wurde den hey-
b den inn ire händ ; darumm erfi nam und thett mengen streich
damit uff ein liertteii velsseii dsis zebräelien, Alier er mocht
nüt, wann ejs gieng inn velssen mer dann drj scliiioch. Und
do er gsacli, das ers nüt brächen mocht, sprach er: »0 Dii-
randal, min guot schwert, ich hab din stercky nie erkent als
leyetz; wann hett ich gewüfat, das du so guott gsin werest, als
icli yetz weyß im tod, ich hetfce nüt so übel besorgt dich z«-
brächen, ala ich zum dicikern mal hab. fch byt got, toiu guot
schwert, das du fallest inn die hend eines guotfceu krystfn
rytters , imd der diu tugend erkenn als wol , als ich thaou.
16 Durch dich sind vyl heyden ertödt worden, durch dich ist der
heyllig krystenlich gloub beschirmpt worden, durch dich sind
die thyrannen und dieben und die, so den krystenlichen glon-
ben zenütte machen wottend , gestraft worden.« Rengnold,
Richart und Türpin verjagtend die heyden, also das sy ktiin-
so nen mer von innen gsächend. Do sprach Türpin : »Das were
ein t^rheyt filrbas zerytten; land uns wyder uff des stritz hof-
stat rytten , ob wyr lluollanden finden könnend und ethch
unsers voicks inn liiben!« Sy dry wärend ao müed und so toH
schweyß, das sy sich kum uff iren rossen beheben mochteml,
26 und nüt on ursach ; wann sy hattend mer dann fierzechen stnod
gestrytten an abstäu und on trincken und essen. Sy karttend
widernmm und ryttend so lang, antü das sy Ruollanden fundend
by dem velssen. Do er sy ersach, ward er vast fro und fragt
sy, wieii nmm den strytfc stüende. Renguold sagt, die heyd«n
so wereud all gefloehen, und hetteud sy vast ziio ein myl gejagt-
Demnach knüwet Runlland uff bede knüw und sprach mit
grossen trehen: »Mine lieben vettern, ich thuon üch Inmtt,
das ich dem tod vast nach bin; darumm ich von üch allen
gnad beger. Erstlieh von dir, Reugnold ; wann ich bekenn,
36 das ich zum dickern mal vyl schältwortten über dich ulä gössen
hab, Darumm bitt ich dich, das du mir vertÄichest.« Do sj
*
1 wo] wol hg. 32 trehen] auK tiehen gebessert bs.
^az horttpn, do wurdend sy so leidig, das sy all i'nn trehern
zerschniultzeiid. ttengnold sprach : »Min vetter, ich bitten gott,
unsern schöpffer, das er dir und mir vertKich ; wann ich be-
darf sinn baß dann du.« Demnach thett Ruolland siu t»^ebett
und hicht zno gott also: »0 min wärer gott, schüpffpr dea &
himt'ls und der erden, der den meutscheti schuoffest inn diiier
gstalt, deranuch iun thettest inn das yrdiach paradis, inn dem
er din gebofet überthratfe. und sin sünd nti zeliVu^chen , hastu
dich so gar wellen deroüettigen , das du unsere mentHchliche
inattur hast an dich genommen inn dem edlen lichnam der er- lo
wirdigen jiiDckfrow Maria, und inn dysaer tödlichen wält by
drü und dryssig jüren belipt, müe und arbeytt lydend, darnach
ischmertzlicheu tod leydest an dem atararaen des krützes, dem-
nach din edler lichnam inn das grab geleydt ward , und am
drytteji tag wider uff eratuoudest nnd fiertzig tag darnach 'ß
durch din einige macht uff steigest ziio himel, du du sitzeftt
(auo der gerechten gottes, dines vatters, nnd am jüngsten tag
("kommen wyrsfc richten über die giiotten und die hassen ; den
•guotten wyrstu ewigs liiben geben und den bösseti ewige p in :
(jVIin gott, als wärlichen ich dis alles gloub, so ich gsagt hab m
(war ain , bitt ich dich, das dir geliebe, min seil von dyssem
Iarbentselligen kürpetl zenemnien und sy sitzen inn die ewig
froud, die da an end weren wyrt. Min gott, ich weyß, das
ich zum dtckern mal wyder dich gesundet hab, inn sunderheyt
inn dryen urttieklen, die mir min eoutzientz vast beladend. «6
i Der erst i&t, das ich zum dickern mal iingehnrsamm und wi-
► derspennig bin gsin minera vetter, dem keyser Karly, und
zum dickern mal [bl. ir>4| ungeschickt reden mit im gebrncht
khab und im nüt so geborsanini gsin, ftls ich sott. Der ander,
^az ich min frow , Oüyfiers schwester, nüt gehalten hab, als so
lieh sott, und hab iren not fronmie trüw gehalten. Der drytt
artickei ist, das icli Dochier uiirecbtlich und on ursach ertödt
[hab; aber es was gebotten von minem vetter Karly. Dea-
glichen bin ich etwann bochraiiettig gsin on einiche demüettig-
keyt, ich bin nüt Hyssig gewelat zuo der krystenlichen ord- 95
»inig, ich bin den armen nüt barm hertzig gsin, ich bin hässig
; gsin on einiche gnad, ich bin zornig gsin on gedult, ich bin
niiDem raund gehorsam gsin, ich hab mich nüt frommklich
21*
324
inn der ee gelmltpn , und f^arumm hin ich vyl geflisner gsm
böü zethuon dann guotz; darumm ich dich umm gnad bytten.
Ich weyß, das ich ein grosser aünder bin, aber du byst nach
vyl ein gröseeni vertzicher ; so mich din gerechtigkeyt ver-J
B darapnen wett, so rüeff ich din grosse bamihertzigkeyfc an. ^
Min gott, du weyat, das ich gestritten hab din beigen glouben
uff zenthalten. Darumin, hab ich ye etwaz than, das dir gfelli?
sig gsin, so bit ich dicli, das es mir zuo buoß getzplt werde.
Wytter befilcb ich dir min vetter, den keyser Karly, daz du
ift inn nüt uffgebest yefcz inn einem alter. Icli befilcb dir kh.
min betrüepte frow , dich bittend, daz du ir hilfiich sigest.
Ich bit dich, min her und min gott, das du (lin barmhertzig-
keyt mit der frommen Krysten sellfen raitteyllen wellest, die
uff den hüttigen tag ummkommen sind inn dissem wald, din
iJi helgen glouben uff' xenthalten wyder die nnglöubigen. Dem-
nach befileh ich dir min geyst.« Do Ruolland befand im der
tod nach sin, sprach er wytter: »0 gott, min schöptfer, ich
bit dich, du wellest mich beäcbirmmen vor dem bössen fyend,
wenn min sei von niinem cörpell scbeyden wyrt.« Demnach
so macht er daa zeychen des beigen krützes an sin atirnnen nnd
mund und uff sin brüst. Darnach leitt er sich nyder, bed
hend inn ein andren, und als er sagt: »Ich gloub an ein
gott,« do gab er sin geyst gott uff an Sant Michels erachin-
nung, der ist uff' dem achten tag des nianotz Meyen inn dem
86 jär nach der gepurt Krysty acht hundert und im fünffzechen-
den jÄre, als das der bischof Turpin uff sehreib, und als
Ruollanden sei von sinem cörpell schied, horttend ay ein wunder-
barlichen thonnerklapff am bimel; darnach horttend sy wnon-
sarame gsang und andere zeychen am liimel. Ab dysser nijlt«ii
30 stimm wurdeiid die dry bereu so gar trost, als die, so vorbin
grossen hunger und turst gehept battend, wurdend tdso er- 1
settiget, das sy weder ässena nach fcrinekens kein willen bat- 1
tend, und als die, so yorhinn so möcd und hellig wärend gsin,
das sy sich mit enthan mochteud, wurdend wyderumm frisch,
»r. als ob sy des tags nie gestryfcten hetteud, und ir stercky und
kraft wurden vyl grosser dann vor. Sy wurdend zerätt, bj
Ruollanden lychnam zebliben untz uff KarJis zuokanft. Vni
hiessend Töring uff sin pfert sytKüu und Karly die tnert
325
sagen. Thüring was so bekömert, daz er nüt wufjt, was er
anfaeben sott; doch saß er uff sin pfert und macht sich uff
die sttäs.
Wie Karly Ruollanden hornn hört blässen und wie
er Gannellou ließ gfangen legen nnd darnach an «
Rontzefal reyt.
As wir hievor gsagt band, was Karly zuo Sant Johana
Portt, das ist im küngrich Näwärra, fünff mil vom Rontzefal;
da warttet er Marsilliaa uud des trybutz, so er im verheyssen ,
hat, Und als Karly und sine fiirsten uff einer sunimerlouben lo
"wärentl ob einem gartten (by imra wärend der hertzog Auses
von Peyern, der bertzog Salamon von Urettanya oder Bur-
gnndia, der bertzog Gergis von Tbannemarck, der hertzog
Hoal von Nantes, der hertzog Thüring von Dardan na, der graf
Arnold von Bellanda und der verretter Gannellon), do sprach 15
Karly: »Mich dunckt, ich hab Ruollanden horu gehören blässen.«
»Das hab ich öch,« sagt Ansea. Do das Gannellon verstuond,
jdo zyttret ira das hertz. Inn dem bließ Ruolland das ander
Ixnäl. »Ich sag üch,« sagt Karly, »daz Ruollaud nüt ou ur-
feach bläßt.« »Ich gloub wol nein,« sagt Gannellon, »er rytt 20
letwann nach einem wylden thier, darunim bläuet er. Irwüssend
'"Wol, das er umm kleine ding blaiät. Es sind er, OUyfier und
Sainson, die kurtzwyllend uff dem gt^jegt; darumm bläßt er.«
|lnn dem blieJa Ruollaml zum tritten mal so grussaui, das allen
dennen , so der thon inn die orren gieng , das herfcz im lyb as
jzyfctret. »Ach,« sprach Karly, >daz drifct mal macht mir die
isel im lyb zyfcterhafftig. Mich dunckt, ich aig uß einem schlaff
■kommen. Ich sag üch für war, das Ruolland grössere ge-
schafft hat dann jagen. 0 Gannellon , nun erkenn ich woi,
das ich mich zevyl verlassen hab au diue faltscben reden; das so
ich nun niemmeu klagen kan dann mir selbs; dann hett ich
wellen rätt folgen, so wer ich nüt inn den sorgen, inn die ich
[bl. 155] besorg, das du mich und die Krystenheyt gsefczt
habest. Ach, ir miue fürsten, ich mag sagen, als Jhesus zuo
*
7 AüJ s hs., die initiale fehlt.
326
sinnen jungern sprach: >Ir sind rein, aber nüt all.« Nun
ist die zyt kommen, das du, Ganellon, gestrafft werdest; aber
ich furcht, daa sig zespät.c Do (jannellon den kejser also
hört reden, do sagt er, er were kein verretter und wüßte wol,
& das ay nun uß muottwillen blässen betten; doch ward imm
sin angaicht so bleich ala schnee, und zjttret wie daz loub
ara wind. Do inn Karly inn BÖUichem stät gsach, sprach er
Äuo im : »0 du ungtückhafftiger, es were weger gsin, du werest
in diner muotter lyb gestorben ! 0 du faltscher verretter, o
10 du arbentaelliger sünder, waz räch will ich an dir begäu?«
Er gebott, das er inn ein starcken thnrn geleyt wurde und
wol verhilet. Ak bald Karly dysse wort geredt hat, lejttend
Gergis und ander Land au inn und leyttend inn gfangen. üud
im fiieren ryasend sy im den hart uß und sin här und spötz-
16 tend im inn sin antlyt, sagend: »Dir muos din Ion werden.«
Demuach macht .sich Kiirly ufiF die aträCi göge» dem Rontze-
fftl; wann er forcht, Marsillia were mit grosser macht an
die Krysteu kommen, dar durch sy im nüt wyder stän möch-
ten; wann er wüßt wol, das EuoIIand sin hörn nüt on nrsach
20 blässen bat. Darum m er yllentz rytten wott , aber gsacli,
das die sunn vaat nyder gieng , danimm er forcht, im wurde
tags gebrästen. Aber als er gewouheyt hat, kart er sich luo
gott und thet sin gebett also: »0 min got Jhesas, der des
tags des schmertzenk liehen paaaions die sunn vertuncklettfst
26 wyder den louff der nattur inn aller weit, ich byfct dich, das
dir geliebe die sunn bestellen, und sy nüt förbas underganj;,
unfcz daz ich an das end kommen mög, da ich irea tod rächen
mög und min vetter Ruollaud funden hab.« So bald Karly
sin gebet verbrächt hat, stalt sich die sunn styl) und beleyb
30 dry tag da, daz sy nüt fürbaß gieng. Durch dis myrackel
beschein sich wol, das got Karly lieb hat. 0 imnentliche
güette, 0 oberste tagend, wie verbringstu wunderbarliche ding
durch deren wyllen, die dich liebhabend und dir diemiendl
Du hast es wol ertzeigt, das du durch Karlys pyt die suno
3» gstelt hast wyder iren louf. Karly gsach uff der sträs Thü-
ring, Ruollanden schiltuer, schnell da hur rytten, darumni er
sprach: »Hie kumpt Thüring, der bringt etwaz bösser meren,
ich erkenus an siner gatalt.« Thüring reytt für Karly und
luond ab und ktiüwefc für inn nyder und gruotzt inn mit
weinenden ougen. Der sprach zno im: »0 Türing, min fründ,
wfiz liieren bringst uns?« »Her.« äugt er, »die niere sind nüt
guott; wann der kuuig Marsillia hat an stat des tributz mer
dann rlrii mal hundert tnssend heyden mit im brächt, und ist *
die sach also ergangen , das ilwer vetter Ruolland, OlJyfier
und alle die, so by innen sind gsiu, tod sind, an allein der
bischoff Tm'pin und Rengnold von Muntabant und sin bruoder
Hychart, die sind zno uns inn strytt kommen, die band die
heyden ufi dem fäld gejagt. Und als RuoUand imm strytt i»
nmmhar reyttj fand er Polimites, des Alten voram bergs sun,
der seyt im, wie die verrettery prattytziert ist worden von
Gannelton mit Marsillia, Blanchardin und Falseron. Darumm,
her, hat Gannellon den tod wol verschulten.« Darnach sprach
er zuo Karly: »Her, ich reden mit üch , aber mich dunckt, is
ein sper durch stäche mir min liertz ; wann ich weyß wol,
das ich nach mines frommen heren tod nfit lang laben wyrd.
Damit behüet lieh got 1« Und mit dyssen wortten fiell er tod
für Karly nyder. Do Karly die erbermklichen mere verstuond
und vor im den frommen scbiltner Thüring tod gsacli, do bat to
er so gros leyd, das er ab sinem pfert gfaUen were, hett man
inn not ghept , und sprach: »Es ist nüt müglicb , das ich
yemmer mer fröud haben mög. 0 gluck, du ertzeiget wol
din wanckelraüettigkeit, das du mir untx bar din lachende
gsicht ertzeigt hast, und nun hastu niicb der aller arbent- !s
seiligest könig gemacht, der inn der wält ist. 0 strytt, mir
grussamm und ruch ! 0 künig Marsillia, ich het niemmer mer
gloupt, das inn einem söllichen künig, als du byst, verrettery
gsin were! Ach, ach und nach ein mal ach! Wie bin ich so
vollen leyd und tröeptnus , und nüt on nrsach , das ich inn so
einem tag sovyl erlJcher heren verloren hab! Wann hüt früe
raoclit ich mich wol berüemmen, das ich mer guotter man-
lieher ryttern hat, dann der kunig Artus nie hat inn siner
taffplrund , inn minera dienst , und nun hab ich sy all ver-
loren eyufä mäls. Ich byfc üch, hertzog Anses, und üch, Sala- 3*
mon, das ir mir rottend j wann ich bedarf? sin baß dann ye.«
Salamon sagt: »Diewyl uns die sunn still atät, so land uns
an Rontviefal rytten ! So wend wir zerät werden mit dem bi-
328
schof Türpin und RengnoWen , wie wir uns wytter halten
wellend.« »Das ist recht geredt,« sagteiid Anses und Gergia.
Also ryttend sy on vertzug und fcrosteod Karly; der fuort
mit im wol zwentzig tussend strytter inn ainer gselschaflffc.
6 Wie der keysser Karly au Rontzefal zuo Ruollanden
kam und iria erklagt und die Krysten bestatten ließ,
und der fiirnemesten fursteu uud hereu uammen, die
mit Ruolland ummkämen.
Der keyser Karly und sin volck verbrächtend sovyl weg»,
das sy inn das rontzefallisch tall kuniend , inn das tal da
scbmertzena , weinnens und klagens ; wann sy gsächend die
KrysttMi da ligen, einer uff dem andren; uff etlichen läggend
die roß , etlich faattcud sper inu lyben , etlichen wärend die
kopff inn zwey etuck zerhowen , ctlicheu wärend arm , heiid
1» und die scbätickel ab gehowen : das ertrich was bedeckt mit
todfcen lütten. Dardurch das ertrich aller dingen mit hluot
[bl. 156) besprengt wius ; es was kein boum uüt, der nüt von
bluot rott were. Dys alles zesächeu, was kein so hert hertz,
das nut zyttrette und nüt weiiinette. Do Karly sovil todter
ao iütten gsach, sprach er: »0 du uuglückbafftiger wald, daruram
das ich uff den büttigen tag inn dir all min eer, lob und all
min wolfart verloren hab, byt ich gott, das du verflüecht
werdest, als der berg Geiboa ward , das inn dir kein friichl
wachsend, und der regen nieramer raer uff dich fall,« Sy
•j5 ryttend stetz für, also daa sy zuo dem velssen kämmend, da
Ruolland tod lag, den verbuotteud der bischoff Türpin, Rang-
noid und der klein Richart. Und do inn Karly ersach, do
fiel er ab sinem pfert zuo der erden inn ämmacht uff Ruol-
landen lichnam on reden ein lange wyl. Und do er reden
so mocht, sprach er mit erbermklicbeu wortten: »0 tod, hantu
einyche macht, so bitt ich dich, das du mich netnmest; wann
lu-st du mich Hinger laben, sio wurd ich sagen, du habest keiß
macht. Warumm inagstu mich nüt als wol nemmen, als min
Vetter Ruollauden V Nuu mag ich wol sagen, ich hab all tnin
15 Bcbäckol bs.
hofTnxing, all min trost, all mni frönd, all min wuon verloren.
Ich wyrd nüt vyl raer von fröutleii nach kurtzwy! sageu, sun-
dera nun von leyd und truren ; wann «ff den hüttigen tag ist
tod der gros kämpffer der Kryaten, der schilt des gloubens;
tod iat der, der sovil arbeytt gehept hat, den kryabenlichen *
glauben zeraeren und den heydischen glouben ab zetilgen, und
sovyl heyden ummbrächt hat inn einer zyt; tod ist die stud
der gerech tigkeyt, der yodermann recht hielt, den armmen
als den rychen; tod ist der, so die frommen uffenkhielt und
die böasen straft; tod ist der beschirmmer der wytwen und lo
weyßlinen; tod ist der uffenthalter der frowen und junck-
frowen ; tod ist der, uß des mund kein schantlichs wortt nie
gieng ; nun ist tod der ernnerrer der armmen. Waz sol ich
mer sagen? Tod ist und sigloß aller Kryaten macht. 0 min
Vetter, ich hoff, din seil sig inn fröuden; darumni byt ich i&
dich, magstu es thuon, das du mir dinen tod vert/.ichesfc. Wann
ich bin sinn ursächer ; wann ich hab dich har gschickt, da-
ruram das ich Gannellou zevyl glouben geben hab, der hat,
als ich leyder erkenn, die gantz Krystenheyt verratten faltsch-
lichen.« Als Karly sin klag verbrächt hat, ließ er Ruollaudcji a^
lichnam verbntsauien ; den lieJi er geng Hlaffes füeren ver-
graben inn Saut Kommanus kilchen. Er ließ die Krysten
linder den heyden uü suochen, das mann innen grehtnua gebe.
Ollylicr ward gen Arlea gfiiert vergraben. Die füruemuiestea
f'iirsten, so am Kontzefal uramkiinuuend mit tluolland und 2b
Ollyfiereu, deren naraen ataud harnacb: erstlicb der künig
Gödfryd uti Fricßland, Cafferus, künig zuo Bourdyas, Lamp-
recht, künig xuo Bonrges, der küuig von Dassia , Grystianns,
künig zu Hrettanya, der küuig Elargius von Ackyttanya, der
künig Astolfo inn Engellaud, der hertzog Hug ulä Burgündia, sa
künig zuo Agremuut, der hertzog Otto, sin vatter, der liertzog
Egibert, Sanison, hertzog inn Burgiindia, der hertzog [{icliart
von Norintuaudia, der hertzog von Luttringen, der hertzog
Geriau, Angewin von Bayouna, der gräf Änahelm, der gräf
Beriuger, der gräf von Langres , der gräf Hug von Nantes, sß
Aniou von Bourdyas, Gödfryd, fryher uü Burgündia, Galter
von Meylland, Baldowin, Gannellons sun, der gräf Ainou von
Mans, Marcus und Matheus von Sant Mychel, der gräf Gallerus,
330
Albrecht, fryher iiß Burgundia ; die wnrdend all inn ire lai
gfüert. Constantiiius, der probst zuo Komm, ward uff dem
raer gen Romm gfüert. Die andren rytter und knecht wur-
dend inn einem feld vergraben, da Karly darnach ein styffb
b buwen ließ, die armnien da uff zenthalteu zuo lob und eren
den frommen Krysten, die inn dem arbeDtaelligen wald umm-
kommen warend. Die ist nach hüt dis tags da, als die wol
suchen mögend, so da für wandlend. Da hin gab er gros guot.
Karly und ain volck lägend dry tag am Rontzefal , da ver-
10 gruobend sy die todten. und am fierden tag , als die sunti
iren scbinn sächen liefe, gsach Rengnold ein grosse gselsehaft
heyden kommen, ünder denneo was AygoUant , der hal; die
geflochnen wyder gsamlet und wott wyder uff des strytz hoff-
stat rytten luogen, ob kein Krysten mer inn laben werend,
iB das er die och ertodte , und wott die heyden vergraben. So
bald inn Rengnold ersach, sprach er zao Karly: »Her keyser,
gsächend hie den verretter Aygollant, der knmpt mit einem
buffen heyden! Ich byt iich all, syt sy gott inn unser hend
gfüert hätt, das mengklicher man lieh sig den tod nnser früc-
20 den zerSchen.« Karly gebot , das sich ycdermau wapnette.
Do die Krysten Kartys wyll verstiiondend, wapnetten sy sich
von stund an. Und do sy gerust warend, rotb sich Rengnoid
des ersten gegen Aygollant, zuo dem sagt er : »0 verflüclit?f
verretter, der Krysten macht ist nach nüt alle fcod.t Uini
2B mit dyssen wortten [bL 157] stach er im sin sper durch den
!yb, das er tod zuo der erden fiel. Der keyser reytt och inn
strytt; der hatt Durandal, Ruollanden schwert, inn siner hanäi
mit dem ertodt er mengen heyd und sagt : »0 guotz schweHti
wie wol du nüt ein so starcken heren hast, als dn gehept hast,
so so hab ich cioch guotten wyllen inn zerächen.« Ein krysten
rytfcer , Arnold von Bellanda geheyssen , erfcodt des tags ryl
heyden ; aber ein mechtiger heydischer amiroll ertodt »un fOt
dem bischof Tiirpin. Der ward vast leydig und sagt zuo dem
heyd: »Ich wyll disseu manlichen rytter an dir rächen.« Pn-
S8 mit huob er sin schwert uf und gab dem heyd ein streich uff
sin hälm mit söllicher stercky, das er inn tod zuo der erden
falt. Die Kristen brach teud eovil zewägen mit iren manlieytte"'
das die heyden die flucht nämend. Die Krysten yltend i»"«"
nach, untz das sy keinnen mer vor innen fundend. Also wur-
deiid die übrigen heitlen ertödt und sigloß, so iin RontKefd
kommen wären, an uUeiii die, 30 mit dem verretter Marsillia
geflochen wärend.
*
Wie der keyser Karly gen Sarragossa zog, die ward s
vonn im aller dingen zerstört.
Nach dem stritt mit dem künig Äygollanfc verreintt sich
Karly gen Sarragossa zuo züchen, Marsillia uram die verrettery
Kesträflen. Nach dyssem beeehlns zog Karly mit sinem zfig
über don berg gegen Sarragossa. Und alle die stett nnd lo
Schlösser, so Karly uff dem weg fand , wurden verwiiest und
verbreiilt; wann er was so bekümert nmtn der Krysten tod,
das er sinem volck gehott, das sy weder Jungs und altz
sparttind; dardurch das land geutzlich zerstört ward. Die,
so entäächen mochtend , fluchend gen Sarragossa , die brach- »»
ieiid irem kunig die mere. Der erst, der die mere vernara von
AygoMitntz tod uud von der pesteulentz, so die Krysten inn
dem land begiengend, daz was Blanehardin; der aeyt es Mar-
sillia. Der crschrack vast übel, waim es waa wenig kriegs-
volck inn der stat Sarragossa, wann sy wärend all ummkora- 20
meu am Rontzefal. Er lieü die statt Sarragossa zuo rüsten
zum basten, so er niocht. Diewyl kämmend die Krysten für
di<? stat und schlnogend ir läger zeringß darumm, Diunnach
macht flengnold ein gros für under ein tliär, das verbrann
bald , dardurch die Krysten nach uud nach hin inn kämmend «s
und tzunttend von stund an die hüsser au. Die nacht was
vast vinster und nablachtig, uud thonnret vast; darzuo was
der wind so ungestümm, das er an vyl end für inn der stat
mnmhar truog, dardurch die atat allerdingeu autzünt ward.
Durch der füren giasfc gsach man die Krysten wol alles er- so
töden, so sy fundend, das sy nieramand spartend , geb waz
atätz er were. Das gschrey uud klagen der innwonnern was
so gros, das es ein Jammer was. Die mechfcig stat Sarragossa
glichet sich einer hell. Die Krysten vergoumpten alle thär,
damit und innen niemniand enttrunne. Die sehönnen husser »*
und pal last wurdend all verbräntt. Marsillia was inn sinem
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pallast gantz erschrocken, do er hört schryen : »Mantyoya
Sant Denissius!« Wann er einpfieng so ein grossen schräcken
im hertzen, das inn duocht, ein sper fUere im dardurch ; wann
er erkant wol, das sin Zerstörung und tod hie was. Itengnold,
Gergis und der klein Rychart ryttend von gassen zuo gassen
und ertodtend die verflüechten heyden. Der bischoff Türpin
hielt sich manlich , deßglichea die andren fürsten och. Der
cüysse grussamnie Zerstörung gsächen hett , der hett ein hert
hertz gehept, hett er nüt zyttret. Mau hett gehört schryen:
»Tödend, tödend!« Der vatter gsach sin sun vor im töden, die
muotter ir tochter, der man sin frovv, die frow iren man, der
bruoder sin Schwester und die Schwester den braoder; das
nun ein erberruklich dii)g was zehören. 0 grosse straf gottes,
wie ist din straf so wunderbar!! eh! 0 wie ist es ein so grus-
sanira ding, inn die händ des liibendigen gottes zefallen ! Der
keysser kam für den pallast, da fand er nüt vast grossen
wyderstand. Marsitlia nnd Blanchardin hattend sich inn einem
thurn vermacht. By Karly wärend Anses, Salamon, Hoel und
Thiiring von Dardamia; die giengeud solang unmihar suochei
das sy die zwen verretter fandend. Das was am tag. Thörn
er wuscht Marsillia und sagt zuo im : »0 du faUscher verretter,
yetz muostu betzalt werden nmm dine grossen verrettery, so
du begangen hast.« Hoel erwuscht Blanchardin und wott im
sin hopt ab seh lachen; aber der koyser wottz nüt, sunder lieli
sy bed iau ein starcky gfänckuus leggen. Die küngin Blon-
dea, Marsillias frow, hat sich inn einem thurn imm pallask
verborgen, und Lutzianua mit ir. Die Krysten suochtead so
lang im pallast, daz sy funden wurdend. Do Rengnold Lu-
tzianna ersach, do gedächt er au die Hebe der vergangnen zjt
und an die kostlich zeit, so sy im geben hat; do hat er e^
berrad und gieng und sprach zuo Karly: »Goediger her keysser,
ich bit üch, das ir die küngin Blondea, Marsillias frow, und
sin tochter [bl. 158] Lutzianna laben weilend lassen ; wann
ich weili wol , das sy nüt schuldig sind an der verrettery»
Der keyser sagt, es gfiel im wol, und er wett im nach inn
grösserem zewyllen werden, bin dysser formm wurdend vor
dem tod bewart die küngin Bloudea und LuUianna, ir tochter,
und etlich irer junckfrowen. Und das volck inn der stat ward
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alles ertödt. Die Krysten wurdend all rieh der grosspii schä-
tzen, so sy zuo Sarragosssi fundend. Das truogend sy als inn
pal last, den hat Karly vor dem für lassen verhüetten, das er
sich beherbergen könd. All muren , hüsser nnd pallüst und
thürn wurdend zno der erden gfeU, und beleih kein stein uff &
dem andren,
Wie der keyser Karly den kiinig Marsillia und den
kiinig Blanchardin häjicken ließ.
Demnach als die mechtig statt Sarragossa zerstört was,
ließ Karly Marsillia und Blanchardin für inn bringen. Und 'o
do sy vor im wurend, sprach er zuo innen: »0 Marsillia, bistu
nüt arbentselljg, das du all din laben lang so erlicli geregiert
hast on ein ich e nach red, und erst yetz inn dinen alten tagen
baatn das aller schantlichest werch thän, das ein fürst thuon
mag, das du verrekteri begangen hast, und die grost, so kein '^
raentsch nienimer nier begän mög; wann du bist der aller
manlichcjiten ryttern tod uraächer, die inn aller wält wärend.
Du meinttest, du hetteat?. als gwiinnen, und du gsichat , das
du gestert kunig inn Hispanya wert, nnd ietz hast nüh da-
rann; wann der niinst buob inn unser gselschaü't hat raer 20
daran. Erkenstu, waz dich din verrettery nutzt? Was brast
dir? Ich hett gern fryd mit dir ghept, und du hastz nut
wellen, dn hast den krieg lieber ghept; den hastu so grus-
saram ghept und so achuell, das du aeibs eines schantlichen
todtz ersterben nuiost, als dn wol verdiennet hast.« Ir mögend 36
gedencken, iun waz stät der arbentsellig Marsillia was, do er
vor Karly stnond. Er was so erschrocken , das er nüt wüßt,
waz er sagen sott. Gergis von Tanneniarck sprach ?!no Karly:
»Her keysser, übergeliend mir die zwcnn verretter! So wyll
ich innen die kiJplJ' abhowcn von stund an.« »Ea muoß nüt 30
also ergän,« sagt Karly, »wann ich wyll, das sy eines schant-
lichern todtz sterbend.« Diewyl sagt Marsillia zuo Blanchar-
din : »Ich besorgt mir wol, es wurd uns übel nü schlachen,
do ich das brunnenwasser gsach rot werden und die böum und
das gras ertoren ; aber ir seytten mir, das bedutte der Kristen 3&
tod.« Do sy Karly verstnond, sprach er 7.no innen: »Nun
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wol uff schnell , füerend uns an das end , da die verrettery
prattitziert ward! D& müessend ir sterben.« Sy fuortend inn
inn den gartten. Und do Early umm den brunnen das gras
tbür und verbrunnen gsacfa, desglichen die böum thür gsach,
6 innsunderheyt ein grossen mulberyboum, der nebend dem brun-
nen stund , und ein tattelboumm , den die sträl zuo stucken
zerschossen hat , do sprach er : >0 du faltscher Blanchardin,
kondest du nüt erkennen by diesen zeichen, das Owere verrettery
wider got was? 0 grussamme antzeigung! 0 du schantlicher
10 verretter, du seyttest, es were ein antzoigung der Krysten tod;
aber es was als wol ein antzoigung, das ir da schantlichen
ersterben wurdend.c >Ich besorgt mir wol,< sprach Marsillis
zuo Blanchardin, »darumm ich den boum wott lassen abhowen;
aber ein astrologianus sagt zuo mir, ich sott inn nüt ab howen
16 lassen , wann er wurd mich tragen. Aber er seytt mir nut
wie.« »Du muost es innen werden,« sprach Karly, »wann
du muost daran erhänckt werden: also wirt er dich tragen.«
Karly sagt zuo sinen fürsten: »Wellicher will die zwen ver-
retter erhäncken ?« Gergis von Thannemark sagt, er were be-
80 reyt. Do Marsillia gsach, daz er sterben muoßt, do besintt
er sich eines lystz und sagt, er wett ein Krist werden und
sich toufPen lassen. »Du lügst,« sprach der bischoflf Turpin,
»du hast sinn kein wyllen , aber du gedenckst dardurch zentt-
rüiien. Es sind dryerlein verlorny wasser: das erst ist das,
36 80 inn das mer falt, wenns regnet; daz ander ist das, damit
man einem essel sin kopff wäscht; das dryt ist das, damit
man ein Marran touft, als du bist. Ich sag dir, das dich
alles wasser imm Jordan nüt waschen nach reinn machen möcht,
sovol wuostz und sündeu bistu. Und byß des sicher, das du
so und Blanchardin getouflft werdend inn dem wasser Acheron,
das ist inn der hell!« Do Marsillia erkant, das kein anders
sin mocht , dann das er sterben muoßt , do verjach er alle
verrettery vor allem volck, wie die von im und von Gannellon
geordnet ward. Das thet och Blanchardin. Demnach bat
S5 Marsillia Karly, das er der küngin , siner frowen , das laben
fristen ließ ; wann sy hett kein schuld an der verrettery. Nach
*
13 denj dein hs. 35 der] den hs.
Tvortten
und hanckt inn an ileu türen boum nebend fieu brunnen, des-
glicfaen Blanchardtn. Wann glich also wie ay gsellen inii
der verrettery sind gsiu , also wärend syö im tod ; wann ay
wurdend nebend ein andren gehiinckt. [bl. 159J Alaosol man 5
den verrettern thaon. Demnach als die verretter erhiinekt
wärend , kart Karly wyder iiin die sfcat inn pallflst nnd ließ
die künpriii Blondea, Marsillias frow, inn ir land fiieren ; wann
sy was «ß dem küngkrich Grannadia bürttig. Und Kengnold
ließ Lutzianna gen Paris füeren durch Riehart, sin bruoder;jü
da ward sy getoufft und ward vermechlet des kuuig Astolftb
son. Nach disaeii dingen allen, als Sarragoasa gentzlich zer-
stört was und Marsiltia, Blauchardin tod wärend und die räch
begangen was uram die gros verrettery, do schied Karly hin-
weg und wott wjder inn Franekricli zuchen. Das gschrey ik
der grossen verrettery nud grossen bluotvergiessnng kam inu
alle willt, des yedennan den künig Marsillia schalt, und do
man die gruasamm räch veruain, so Karly begangen hat, do
•forcht und entsali inn mengklicher ; darumm vyl kunig^ amiroll
und ander fürsten äuo im kämmend umm fruntschaft und en- ao
pfiengend ir land von im xuo lechen nnd brächtend im köst-
liche present, Etlich verhiessend itn ire land von im inntze-
liaben und verhiessend im darvon jerliche tribut begeben. Und
die, so nüt kommen kondend, achicktend ire botschafft zuo im
mit vyl kostlichen present, Darumm Karly und sin volck a,
deren und der sarragoasischen entblündrung rieh wurdend.
Imm wyderumni ryfcten reytt Karly durch den Rontzefal, da-
rumm er an siues vettern Ruollauden und der andren Krysten
tod gedächt, darumm er sich nüt enthun niocht, das er not
■weinette, und sprach: >0 wald des schmertzens, o wald des so
-Weinens und klagens und tnirens, ewigklichcn wirt man mögen
sagen, die gröst verrettery sig inn dir verbrächt worden, die
je verbrächt ward; wann da sind iimrakonimen die raechti-
gesten rytter, beschirmmer des kristeulichen gloubeus, die got
ye uff ertrich schuof. Die wärend mir all gehorsamm, da-"
nimm ich all min laben lang nüt thuon wird dann truren
und klagen.« Karlys klag zwang die, so liy im wärend, üch
zeweinnen; aber der hcrtv-og Ansps und Reugiiold tröstend inn
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zum basten, so ay niocliteiid. Sy ryttend sovast, das sy wyäir
geil Saut Johans Port käinend.
Wie der hertzog Turing von Artlannia mit Pinubel.
Gannelloiis frujKJ, ein kampff hielt und inn ertodt,
5 dardurch Gannellou von fier pferden zerissen ward.
Do Karly wyder gen Sant Johannes Port kommen was,
do kam für inn Rf^ngnold von Mtiiitabant und sprach zuü
im: »Her, ich Lyt üch, das ir mir vergunnen wellend, das ieli
ricliter übor den verretter sifr, der üeli und die üwern sovyl
10 mallea verrätten hat.« Do Karly Rengnold verstuond, sprucb
er zuo im: »Das wyll ich üeh genin vergunnen, wann ich
wefct üch nacli inn grosaerem zewillen werden.« Also gieng
Rengnold inn die gfäncknns, und mit ira der hortzog Gergii»;
die fuortend Gannelbn für Karly, und Rengnold sprach: »Her,
1» hie ist der verretter Ganellon, der Hovyl verrettery begangen
hat und der üwers vetter Ruollnnden, Ollyfiers und sovyl aa-
dren erlicher hercn und Krysten tod ursiicher ist; darumui er
den tod wol verschulten hat, ja, den aller grusaani misten tod,
so man erdencken nuig. Daruuam, her, nnioß mann erkunnen,
20 waz todtz er sterben niuoß.« UtT die redt redt der verretter:
»Her keysser, ich sag üch, das ich deren und andren verrettery
unschuldig bin. und ob einicher were, der da sagen wett,
ich were au Ruollanden und an der Krysten tod schuldig, w
am UontKefal umni kommen sind, so wett ich inn mit stritten
26 dar%uo bringen , das er mich iaitsehlichen an lügt und udd-
recht thuot.« üff Gaunellons red tratt liarfiir der tVonim
hertzog Türing von Ardannia und sagt: »0 du fiüt.scher ver-
retter, du wottest dich gern schon machen. Aber es mag nut
gsin; wann ich bin der, der da sagt, du sigest irs todtz u''
aosächer, und wyll das vryder dich oder ander bewysen oi'''
stritten.« Und sprach zuo Karly: »Her keysser, ich bit öcli<
ir vfellend mir den stritt vergunnen.« Ulf das tratt harför
ein rytter von Gaunellons geschlilcht, der hieß Pinabel, d«""
sagt: »11er keyser , der hertzog Türring thuot uiinem vetket
35 gwalt und unrecht. Das wyll ich wider inn bewissen.« K«rfy
sagt zuo im, es were nut von nütten; wann es leg am tagt
scbuldiij; w<>re. Uff die red Itämmend
Ions fntnden tryssig harfür, die sagten d : »Her kejsaer, hal-
tend una recht! Dann der, so sfcrittz bej^ert nach recht, ist
hiHich, das im der nachgelässL^n werd. Dariimni bittend wir
üch , das ir den Pinabel vergunend wider Türing.c Uff das &
ward Karly gerätten von siuen füratcn, er sott den stritt ver-
gönnen, damit und er im Tor nachred were. Das thett Karly,
aber vast unfern. Die zwenn käinpffer giengend schnell und
rüstend sich zuo und kämmend uff den plan; deninach sport-
tend sy iro pferfc und kamraen gegen ein andren, also das sy lo
ire schilt durch stächend. Pinabel zerbrach sin »per zuo
stucken, und der hertzog Türing traff Pinabel ao kreflftigk-
lichen , das er roß und man zuo der erden stach. Aber der
verretter stuond schnei! wyder uff und zog sin scbwert ufa
und höw des hertzogen pferfc den kopff ab, darumm er zuo 15
der erden fiel. Aber er stuond schnell wyder uf und kam
gegen Pinabel, das Schwert inn der band. Aber Pinabel gab
im so ein hertten streich uff sin heim, da» er im den zerhüw,
und hefct sich das schwert nüt uiumkert, so hetfc er im den
kopff zerspalten , des Turring ser erschrack. Und kam an 20
Piniibel und gab im ein so grutfsamnien streich uff sin heim,
das er im das or, den baggen und lirig sytten vom lib hüw,
al?o das er tod zuo der erden fnel , und Heß ein wunderbar-
lichen schrey. Und der liertzog Tüi'ring hüw im den kopff
ab. Des Karly vast fro ward. Demnach ward Gannellon ge- 95
urteylt. Etlicli riettend, er sott [bl. 160J lübendig gesclmn-
deu werden und darnach gaaltzen ; etlich riettend, er sott mit
gliiegeuden zangen Keryssen werden; efclich riettend, er sott
mit rossen zerrissen werden. Das beachach. Der keysser ge-
bot , das er »ent der stat hin gfüert wurde uff einem karen, an
ein strick am hals, damit und er desfcer iiier hchniach enpfieng.
CTiid als mau iun unthar fuort, Bchrey im das volck nach. Et-
lich aagtend: »Dem -verretter zuo, dem verretter zuo!« Etlich
•cliultend inn ein dieb, darzuo all die schniachwort, so sy er-
lencken mochtend, und wurffend katt und wuost uff inu. sa
-demnach ward er wyder inn palhisthäf gfüert, da der keyser
»er pfert hat lassen zuo rüsten, inn inn fier stuck zerrysaen.
-'o Gannellon gsach, das er sterben muoßt, do verjach er vor
Horjiaut dor riuia 9,'^
338
dem keyser und vor allen füi-sten alle die verrettery, so er siu
läbeu lang begangen hat , es were wyder den keysser oder
sine fürsten. Und do die Karly und sine fürsten erhorttend,
do verwundrettend und segnettend sy sich , wie inn einem
» mentschen sovyl boß sin mocht , und wie er das gemüet het
mögen haben die heyden sovil mallen inn Franckrich heissen
kommen. Also ward der arbentsellig Gannellon an die fier
roß gebunden, an yedes ein fuoß oder arm ; darnach stächend
die buoben, so uff den rossen sässend, einer gegen Orientt, der
10 ander gegen Occident, der dryt gegen Mittag, der fiert gegen
dem Nydergang, also das yetlicher ein glyd von sinem körpel
reyß. Rengnold ließ die fier teyl uff fier thär häncken and
den kopff uff ein stud stecken. Also endet der arbentsellig
Gannellon, der Vermeint durch Marsillias und Blanchardins
16 hilf künig inn Franckrich zewerden ; aber er und sy endtettend
arbentselligklichen. Sin yetter Pinabel ward an galgen ge-
hänckt , des ire fründ fibel zefriden wärend. Demnach be-
schickt Early den hertzog Türing für inn und gab im alle
die land und herschafften, so Gannellon inngehept hat; des
30 im der hertzog grossen danck seyt. Gannellons fründ ryttend
ab dem häf, übel zefriden mit Early.
Wie Rengnold von Karly urlob nam, und wie Karly
gen Ach reytt, und von den zeichen, so gsächen
wurdend vor sinem tod, und wie er starb, und anders.
25 Demnach als Gannellon gericht was, beleyb der kejsser
nach lang inn Nawerra und enpfieng die künig und fürsten,
die da kämmend mit im fryd machen und ire land zoo lachen
von im enpfiengend, als vor gsagt ist. Eines tags sprach
Rengnold zuo Karly: >Her keysser, syt min vetter Ruolland,
so Ollyfier und die andren mine fründ tod sind und die räch be-
schechen ist , so beger ich nüt mer hie zesin , sunders wyll
inn das heillig land gen Jherusalem den helgen krystenlichen
glouben raeren. Wann ich bin schon alt und übelmogend
und hab vyl Übels inn miner Jugend begangen, darumm ich
*
6 heyden] beyden hs.
339
min cotit?,ieiitz beladen befind , darunim ich nun furhin miner
ael gedeocken wyll und got dem heren diennen. Darumm,
her, nini ich urlob von ücb.« Do Karly liengnolden verstuond,
do ward er ser betrüept, also daz er eia lange wyl nüt reden
kond. Und do er wyder reden mochb, sprach er : »Nun mag 5
ich wol sagen, syt ich min vetter Ruollanden verloren hah,
das mich jedermann verlän wyrt. Ich hat min hofi'nung inn
dich gsetzt, und nun, so ich inn minera alter bin, wyltu mich
verlassen. Ich bit dich, ist es müglich, das du nach mer by
mir belibest.« »Es ist nüt müglich, c sagt Rengnold, »darumm, lu
her, nimm ich urlob von (ich.« Damit schied er hinweg, des
sich der keyser und all fursten übel gehuobend am häf. Reng-
nold kam gen Miintabant; da fand er sine dry bruodero, die
wärend siner zuokiinfft vast fro; wann ay wärend vast betrüept
umm Magis, der hat sy verlassen, und wufjtend nüt, wo hin ifi
er kommen was. Do Rengnold vernaram, daz sin vetter Ma-
gis hinweg was, do ward er ser betrüept im berlxen, also
das er nüt frölich sin niocht. Er beleih ein zyt zuo Munta-
bant und ordnet sin guot under sine brüeder und kind. Dem-
nach schied er von Muntabant inn pilgris wyß zefuoß und 20
gieng gen Jherusalem. Von sinneni eud sagt dia buoch nüt
wytter, ir werdend das finden im nachfolgenden buoch, daz
da sagen wyrt von den fier sün Amon. Von den andren
fürsten sagt dia buoch Öch nüt wytter. Do Karly lange zyt
inn Nawerra gsin was , do i^eytt er wyder inn Franckrich, aß
und mit imm der hertzog Anses, der biscboff Türpin, Gergts
von Thannemarck, Salanion, Hoel, Richart von Monditier, Tü-
ring von Ardannia, der hertzog von Aniou. Und nach vyl
atrytten , gethän wyder die heyden, und das er zuo kristen-
lichem glouben gebrächt hat das gantz Hyapannia von einem ao
mer untz zuo dem andren und untz an die gebirg Gilbator
[bl. IGl] und das gantz Tütscbland untz inn Kriechenland,
und inn sin gehorsammy gebracht hat das gantz Yttallien untz
inn Kallabria , nach dyssen schönnen beherachungen der edel
keyaer Karly, do er sich befand übelraögend und erkant das ss
end siner tagen nachnen , do ordnet er siner kinden halb :
darumm der eltist sun, Ludwig geheyssen, keyser und künig
inn Franckrich ward; der ander, der hies Karly, der ward
11"
340
künig inn Hyspania; der drjfct hieß Peppinus, der ward künig
inn Ytailien. Aber die leisten zwenn läptend nüt lang, dar-
durch Ludwig alle land errerpt, so sin vatter inghept hat.
Nach dyssen dingen schied Karly von Paris und reyfc gen Ach
6 inn Tütschland ; wann er wott da inn siner kappeilen ver-
graben werden, die er vast köstlich hatt lassen zuo rüsten.
Und do er befand , das sich sin tod nachnet , do teylt er u£
all sine schätz den armmen. Vyl zeichen wurdend vor Karljs
tod gsachen: erstlich ward ein vinsternus der sunnen und des
10 mäns wyder den loufiF der nattur ; ein schwartze [mäse] ward
inn der sunnen gsächen by syben tagen ; das th&r an der
kilchen zuo Ach zerbrach ; die gros brugg zuo [Mentz] , die
da fünfzyt schrytt lang was gsin uff dem Rin, die er bat
lassen machen, verbran inn dry stunden ; ein grosse comniett
15 erschein am bimel. und do sy der keyser gsach , sprach er
zuo einem phillosikus, Esurard geheyssen, dysse commett be-
dutte verrendrung der küngkricher oder eines mechtigen fürsten
tod. Und Essurard sprach zuo im : >Wyr sond die pianetten
nüt entsitzen nach die zeichen des himels, sunders sollend den
2oent8itzen, der die pianetten geschaffen hat, und sond inn
loben, das im geliept uns zeichen zegeben vor unserm tod,
damit und wyr rüw habend der s finden, so wyr wyder inn
begangen band.« Demnach als der keyser Karly all sinn ding
geordnet hat, gab er got, unserem heren , sin geyst uff im
25 manott Mertzen im jär nach der gepurt Krysty acht hundert
und zwentzig und drü jär, demnach und er künig inn Franck-
rieh gsin was fier und dryssig jär und fier zechen jär keyser,
im alter LXXII jär.
Wie sin tod dem ertzbischof Turpin durch ein tuffel
30 geoflFenbaret ward, daz ist also:
Ich, Türpin, ertzbischoff zuo Reins, was zuo Wienn inn
der kilchen, mine psalter bettend, do ward ich vertzuckt. Do
gsach ich ein grosse gselschaft schwartzer lütten, deren warend
untzalbarlichen vyl, die fuorend gegen Luttringen. Und gsach
«
3 errept ha. 10. 12 an stelle der ergänzungen in der hs. leerer
räum; vergl. anm. 17 küagklicher hs.
341
ein, der fiior vor den andren allen ; den fragt icli, wo hin ay
füerend. Der sprach: »Wir farcnd gen Ach, da wend wir
hiogen, ob uns Karlys sei werden mög.« Do sprach ich zuo
im: »Ich l)esichwer dich by der krofiTt gottes, wenn ir das
üwer gescliaffeii habend, daa du wyderumm zuo mir kerest.« 5
Er sagt; »Ja.« Bald darnach , als ich min psalter gehetten
hat, kämmend die tüffel wyder. Und trägt den, mit dem ich
vor geredt hat: »Waz hand ir gschaffen?« Der töffel sagt;
»Sant Mjchel ist uns gar wjdrig gsin; dann do wir sin sei
iiemuien wottend, do wag er sin guothet und boüheyt gegen 10
ein andren, also daz das guot daz bötä überwägen hat, Da-
runim wir kein teyll an im hand mögen haben.« Und mit
dyssen wortten verschwand der tuffel vor mir hinweg. Das
was im manotfc Mertzen. Und eyt er uß Hyspaunia kommen
waa, hat er nüt anders thän dann truren und klagen. Sin is
begreptnus was erlich , edel und kostlich und so schön, das
man nüt schönuer sagen könd. Der babst Leo was daran
sampt allen römischen fürsten. Und machtend ein schönne
presentierung mit Karlys Ijchuam, keysserlichen bekleyt mit
einer guldinen kronnen uff sinem höpt, und ward uff ein kost- 20
liehen säsael gsetzt, dardurch er wol einem edlen läbendigeu
rychfcer glich gsach ; inn der linggen band hat er ein keysser-
lichen und küngklichen tzäpter vast kostlich. Und die be-
legung eines grab^ wurdend beleytt mit alten wol schmecken-
den dingen und edlen krüttern. Demnach ward er beschlossen "
vast suptilklichen und erlichen verwartt. Zeermessen des
grossen Karlys gefcbätten , die warend wunderbarlichen. Er
was ein sua des künig Peppinus und der küngin ßertha, ein
tocliter des grossen Herclin, Cesara von Constan tinopell. Do
Peppinus starb, was Karly XIIII jär alt. Und hat vyl müe »o
und arbeyt , ee er künig inn Francki'ich ward ; wann er hat
zwen bruoder, bastard , ülFrius und Heinrich geheyssen , die
hangettend aineni bruoder Karlomanus an. Doch ward er ze-
letst, als die billigkeyt wott, rttewiger künig; wann kurtzlich
darnach starb sin bruoder, darumm im das gautz küuigkrich S6
xeteyl ward. Er hat inn sin er gselschaflft den hertzog Amon
Ton Dordonna, den hertzog Grerold von Rossillon , Doon von
!Nantweyl, gebrüedern , den hertzog Änses von Peyern , den
342
hertzog Regnier von Genow und Myllon von Anglers, Ruol-
landen vatter, und ander redlich fürsten. Der erst krieg, den
er hat, demnach und er künig vrard, das was wydei: Hugo von
Ackjttania (das yetz Gennow heyßt), der was im wyderwerttig.
6 Und do der bekant, daz er im nüt mächtig gnuog was, do
reyt er zuo dem künig inn Gastgunnia umm hilf. Aber der
forcht Karly, darumm er im den Hugo übergab von Gennow.
Den andren krieg hat er wyder den künig Didiers uß Lom-
bardia; der ward von im überwunden, dardurch er gen Poffyg
10 inn sin stat floch. Dysser künig Didiers was uß der gegne
Occient kommen mit grossem volck, die wärend halb wyld nnd
hieltend weder glouben nach recht und namptend sich Lam-
partter. Und den nammen hand nach die im land. Dysser
künig Didiers hat die Lampartty by fier zechen jären inge-
16 hept, das im niemman mocht wyderstän, dann allein der kejser
Early, der betzwang inn. Ein end hat dis buoch (gott
[bi. 163] dem almechtigen sig lob und danck gsagt!) und ward
geschriben im tussend fünff hundert und darnach im tryssig-
sten jär uff den dry zechenden tag November. Amen.
*
17 almechten hs.
(
1, 14 erfült mit allen tilgenden] plein de acience 2, 22
~nd sy] » cause (jue 2Ö univers.] luniverasithet ha. , aua
l'universite. Derartige zuaanimeiizielioiigeii von artikel oder
Präposition mit dem folgenden wort finden sich auch sonst;
vergl. z. b- 142, 34 Lamostant aus rAmostant {Pulci 12, HD :
J'Amoatante); 24, 20 Äckaroo aua ä Charon (Pulci 2, 39:
a quel Caron) ; 277, 2 Dardannia aus d'Ardaine u. s. w.
3, 1 übet die besondere quelle dieses capitels b. einiei-
tang 5, 12 dann gebrätten wildpret] praeter asaam (Einhart
cap. 24) 13 zum nachtesaen] gehört nach Einhart cnp. 24
eigentlich zum folgenden satz : Inter caenandum aut aliquod
acroama aüt lectorem audiebat 6, 27 If. F nennt hier nur
Olivier de Gennea, Ogier le Dannoie, Regnaut de Montauban und
Naymes, duc de Bavierea. über Ogier-Gergisj Naymea-Ansea
s. einleitung 7, 21 das da . . . e. ist] qui n'est pas tous-
joura une 9, 12 braoderhuß] abbaye de moynea de aainct
Anthoine 13 am end] au pied 15 Der bruodern einer]
l'abbe 17 f. die namen Ämon von D,, Doon von N. und
Gödfryd fehlen in F 30 der gräf Kleramunt] l'abbe ; der
genauen Übertragung dieses Wortes geht D augenscheinlich
aas dem wege .37 Die bruodern] labbe 10, 2 in eines
touragärtly] en un ctmetiere; Pulci 1, 26: in cimitero, wozu
ein erklärer (Sermolli) bemerkt; »qui forae ö preso, come suol
:farsi coraunemente, per quel ripiano, o prato o checcheasia
tihe sta davanti ftH'ingresso delle ehieae« 23 ist] et 30
Xlnd kam unwyt hinuf, er fand] et ne fut gaerea baut qu'il
"trouva 32 knecht oder buob] vergl. 8, 28 scblos oder vesty,
28 toub oder scliellig; 51, 17 ein bruoder oder klußner u. a. w.;
15* bietet dafür immer nur efn wort 11, 34 klepffend}
344
bruyant 14, 26 sj] lies tsoc 15, 20 im zelieb ge-
macht] intituie Morgant pour Tamour de luy 33 vou den
bruodern] ä l'abb^; dieser ist von den monchen auch einzig
anwesend (vergl. zu 9, 30) 17, 4 er] il; die beziehung
auf »pfert« ist außer acht gelassen. Derselbe fehler z. 5.
9. 10, ebenso (»in« statt »es«) 16, 27; 17, 5 fif. 21 un-
ruow] trayail 28 Darum . . • ] parquoy des biens et Ser-
vices et de rhonneur que vous nous avez faict, je ne scaj
comment vous le recompenser 18, 3 untzucht] ignorance
17 uns kriegern, das wir . . ] ä nous qui sommes pecheurs
35 in der vesty] en un cloistre 19, 27 durch efn mei-
nung] par un moyen 20, 3 versamlungen] jonstes ou
tournoy 16 die ursach, darum . . . , ist darum das . . .]
la cause pourquoy .... c'est pource que ... 21, 3 ao
einem schönen end] au roilieu du desert 24 etwaz schnellig-
keyt] quelque abillete 26 ein sach, die übel luttet] une
chose mal consonante 27 war derglichen] vray semblable
33 um die zallung miues wyrtz] pour le payement de mon
hoste 22, 1 fär sechs] pour douze autres; D gibt die
redensart in der heimischen form 27 ein kleines hütly]
une petite löge ; selbstverständlich ist ein gemach im schlösse
gemeint 23, 14 über sin willen] maugre luy 18 on
min rätt haben] saus avoir mon conseil 38 ziegel] chevrons,
ebenso 24, 8. Hat D vielleicht an chevre »ziege« gedacht?
24, 12 sach] adventure 20 Ackaron] vergl. zu 2, 26 27
all hellische thierer] toutes les furies 25, 8 glichettend
sich . . sy werind] sembloyent . . qu'ils estoyent 15 die
land der heydenschaft] le pays de Turquie, ebenso 26, 21 u. 5.
22 f. Darin thuot . . . ] pour les advertir qu'ils facent niou-
rir le comte R. Die Übersetzung (»das er der gräf R. sig«)
ist unverständlich 26, 25 da ir . . . ] oü vous estes fort
desire de chacun 27, 21 wyser geheimer rytter] discret
baron 31 sust] main a main 3& fleische und beine] de
chair et d'os (s. glossar) 29, 33 und damit das er..]
que pour se venger print son espee 31, 28 schalckhejt]
furiosite 32, 32 sin] der abwesenheit Rolands 33, 29
er müeßte vor gen] qu'il endurast 34, 13 und mine silo]
fehlt in F, auch Pulci 3, 31 hat nichts dergleichen; doch
345
vergl. zu 110, 9 22 farw] \a livree 35, 14 das ay sieli
uüt band mögen erweren vor den thiereii] qu'ils ue se sont
peu defendre du torre. Dieses unverständliche »torre« findet
sich in allen drucken, die ich zu rate gezogen, hat also avoI
auch in der vorläge unsers Übersetzers gestanden, und wurde
von diesem , weil es ihm zu den Verhältnissen am ehesten zu
pftsaen schien, durch »thieren« widergegeben. Vielleicht hat
sogar die lautliche Verwandtschaft der beiden wörter dabei
mitgespielt (s. einl.). >torre« ist aber verdruckt für »tort«;
vergL Pulci 3, 38:
Per la ragion com' Ercol conibuttiano,
Abbiamo avuto assai disavveutura:
(Juesto ci avvenne, percbe il torto avauo,
E la ragion pur ebbe sua misura:
Nostri eonipagni alcun n'e stato morto
Che, nol sappiendo, difendeano il torto.
36, 8 er] vergl. zu 17, 4 17 zerruort] devoroit 21 uli
dem minen] de uion hostel 23 in dem dinen] en ta maisou
37, 3 ein pur] die regelmälaige übersetKuag von »un vilain«
14 hloii und blüttig] toute sanglante; es wird also wahrschein-
lich »blüettig« KU lesen sein. Freilich kommt diese umge-
lautete form sonst gewöhnlich nur in zusammenset/.ungen vor;
zudem fällt die Verbindung mit »b]oü< auf, welche an die
häutige fonnel »bloß und blutt« erinnert (vergl. Deutsches
Wörterbuch II, 144. 194; bluttig, blüttig = blutt ist in ober-
deutschen nmudarten weit verbreitet), üie hs, läßt beide
le.sungen zu lö recht] pour la raison 20 uff min meinung]
ä ma ij^uestion . 28 uß ansechung] a la requeate 38, 2 die
brüedern] l'abbe; vergl. zu 0, 30 11 unser klag] mes raisoiie
22 ßf. Aber durch die zuoschickung . . . . tbet darzuo] raais
par ia providence .... permit 32 den er bekant sin vetter
sin] lequel il cogneufc estre son parent 30 iiff luginuen]
en villeunie et meschancete 39, 16 spangen] brasses
21 kappen] chappes; s, zu 234, 35 26 die wachtlen]
Tallouette 30 verleich er inen . . ein sollicheu sägenj il
leur livroit , . une teile portion 40, 2G von den brüedern]
deiabbe; darauf weist auch das folgende »der gab«, wo D
dem original gedankenlos folgt, ohne das veränderte bezieh-
346
ungswort zn berücksichtigen 35 und erkant . . niit] statt
»do erkant er . . nütc 41, 14 gnad ^] bontä gnad *]
grace 16 geschantte] affollat 18 sprang nfiT] ressailloit
24 zerscbinden] Schreibfehler für »zerschniden« ? 38 tugend]
bont^ 42, 27 inn] vielleicht »imc zu lesen, im hinblick
auf »il eut grand peurc 30 Er will nüt von mir] d. i.
von mir gehen 34 strytten] wegen »voulus combattrec ist
twottestc zu ergänzen 43, 3 wann] oü 19 an die
brüst] en restomäch 44, 5 f. Sy liessend . . . sy zng^nd
. . ] i\ grand peine laisserent-ils cuire le cerf qu'ils le tirerent
17 Sy ryttend unwytt, sy fandend . . ] ils n'eurent gueres
clieminu qu'ils virent . . ; vergl. zu 10, 30 21 wald] vallee
gegen den dry heren] statt »gegen inen« 33 adellich nnd
barnihertzig] douce et graciease 46, 34 vergl. zu 10,
i30; 44, 17 49, 5 nam] print par la main 6 hier
und z. 12 wird Doon in F nicht erwähnt 8 zum aller
senftni,] le plus doucement 13 sul] table 24 für die
dry heren] es sind aber nur zwei anwesend, da Olivier nach
s. 10 auf dem krankenbette liegt 51, 27 iren f. v. gioa-
ben] leur fausse creance 52, 3 gfürt = gfürcht 58, 11
Tilrcken und beiden] payens et Sarrazins 12 durch din be-
rüotfen] par tes monitions 54, 1 beheben] tenir en «a
propre nation 3 nun -— niuwan 27 was] wir erwarten
>won?« wie in z. 29 55, 14 es darf daruf stän] si
pourra estre 19 tallig] s. glossar 22 der apt] hier er-
schoiJit das wort zum ersten mal ; vei^l. zu 9, 30 57, 27
«u\rdt*r I brigaut bekant] cogueut a la parolle 36 fier]
trins 59, 12 in frautzos. zungen] en langage fran^ois
quo nul no los pouroit entendre 23 und darum das . . ]
quo iK>urco quo 25 yoti] ia 60, 37 fier] deux ou
tr\>is 02, 2v^ mit den libou] des coups; vergl. Pulci 6,43.
0 h« >oorjvs* 03, 2 wunderbarlichen] gott bewirkte dies
>vutulor, um dio fort$otir.ng und einen schlimmen au^ang des
k;>u;pf<vs 5u Torhiudoru ^^ vergl. 62, 34 ff.'^ 64, 5 inhaltung]
iinjv^rtAtuv 1 4 das st ein andren wartt^i] qu'ils s'entoi-
.ior.t. P las >»ttor..i<'r.:* 32 OlifiSer] 0. de quilareDom-
uuv <'*tv"'it &i jirar.ao «Kn: ier iren . . ] que si <» hiy • •
Ov. i> r,üJ '• js« jr. srr*ichen. rervil. 6(5, 31 33 so edd
meinuDgen und gnnogsamklich geredt] un acte tres-gentil et
que c'estoit asaez hautement parle G6, 35 das hertz kränckt]
le coeur serre 08, 8 ruofft siiiem voick um hilf anj
crioit secoura ä aea getis 31 fier] cinq ; D bat dlie richtige
zahl, da Morgant nachher besonders erwähnt wird. Das gleiche
gilt 69, 7 69, 8 ein tütfei rysseii] un graud diable de
geant 71, 1 die wachtlen] Tallouette; vergl. zu 39, 26
73, 1 die glück] la lorfcune 3 railtigkeit . . , truren] le
doux . . . rauier 12 eutrunu . . . haben wird] eschapperois
. , , aurois, was den umständen besser entspricht, da Maffredon
die boifnuog auf rettung aufgegeben hat (vergl. k. 10) 32
anderß] autre mal 74, 8 disse kleinot] ceste bague;
davon hat das deutsche wort, das sonst durchaus neutrani ist,
sein weibliches geschlecht; vergl. oben »die glück* 10 in]
le; wiederum ist auf das beziehungswort (kleinot) keine rtlck-
sicht genommen; vergl. zu 17, 4; 3G, 8 15 verstopfFfc]
serre 20 die (näml. kleinot)] laquelle (näral. bague); vergl.
zu z. 8 75, 15 wunsam] somptueux 78, 1 so mechtig]
plus puissans que luy 38 vernünfftig] diseret 79, 2
uff einem stächlinen ftild] sus un cbamp d'azur; D las >d'acier«
80, 16 förcbt] conj. prät. 81, 7 an mitten] bien avant
32 sinea bruoders] de son beau friere, also »Schwäger«: Mam-
brin war der gemalil von Herrains Schwester ; vergl. 79, 33 ;
83, 36 82, 1 und daz . . ] et estoit si fort marry des
parolles du Sarrazin, que . . 25 rytter] lies »rytternc nach
F ; vergl. z, 27 83, 3 reyt , . gegen Muntabant] P gibt
den grund dafür an : pour aider ä Richard et ä sea freres
6 Der] quand il , also = de er? Dann wäre am schluS der
zeile ein komma zu setzen 19 kuntlich machen] prouver
84, 31 meinnend] cuidoyent, wie der sinn es verlangt ; es ist
also wol »meintend« zu lesen 87, 10 begert] demandes;
deswegen aber einen Schreibfehler für »begerst« anzunehmen,
ist nicht nötig, da ebenso gut auslasauug des liilfsverbs (»hast«)
vorliegen kann 88, 10 dailig me] s. glossar unter »tallig«
30 erBtunnent= erstunnet (part. prät.) 90, 1 irer] der Heiden
12 und toufft wurden] das subjekt ist dem vorhergehenden >land«
zu entnehmen : die bewohner von Herrains land 23 und nüt
recht] ä bon droict; »nüt« wirddemnaeli für »mit« verschrieben
348
sein 24 gljclien] conj. pnit. 91, 18 üLer diu geschlecht] de
voslre generation 92, 12 waldj vallee, ebenso z. 14 ; vergl. za
44, 21 13 der lüw] von deiu 63, 15 zuletzt die rede war
29 er] vergl. zu 17, 4 94, 1 wytter] ruieux 95, 12
den köpf ab] F lugt hinzu: puis trouva ses enfniia lesquels
il fit tous niourir. Diese stelle wird vorftusgesetzt 100, 29;
101, 1. 9. 30 96, 19 aia frow] sa feninie et tous se«
enfans ; vergl. die vorige bemerkung 33 bis 35 ir . . sy . .
üch] in Fdurchv^reg dritte person 36 halbe mil] demi journee
97, 9 vergl. zu 44, 17 18 Do die frow iren fr und ersach]
Zusatz gegenüber F, der den Übersetzer nicht hindert, z. 19 f.
im anscbliüJ an das original noebninls dasselbe zu sagen
98, 13 enttrung] nautabilite 19 ea ist üch nüt ein ?er-
nunfft] ce «'est pas a vous 102, 35 rütter] chevaucheur,
dagegen rytter, ritter »chevalierc 103,22 gul> dem keyser
M.J en luy p r es e n t a n t M. 35 an eine arm] eiitre ses bra»
104, 5 gfangen worden weriiid] avojent este abbatos
29 uif zwo milj ii dix lieues 31 by innen] plural, weil auf
ein collectiv (läger) bezogen 105, 1 in der band] eu
Tarrest; vergl. zu 266, 31 23 böesern] meilleur, aleo =
bessern? 1 10, 9 und kinder] auch F erwähnt jetzt solche;
vergl. zu 34, 13 111, 10 sin zyt verbrächt] eut faict
fion Operation 18 so wird ich . . ] je te feray mal te« her
sougnea 112, 16 Deßglichen] car 113, 13 XV tagen]
quinze jours ; wir sagen svierzehn tage.« Dasselbe 160,6
20 und in leren] Subjekt (Ituoliatid) und prädikat (wett) sind
aus dem vorhergehenden zu ergänzen 21 inhielt] kann =
»inhielt« oder »innehielt« sein 115, 30 gab . . antzou-
gung] donua . . adniiration 116,34 syj ihn und Thürin;;
118, 32daz = darum daz; vergl. Deutsches Wörterbuch 2, 817
119, 31 die allertrostloße k.] Ja plusdesoiee royne; wir er-
warten »trostloseste« 34 wyder bedeckeu] recouvrer, wü
D mit »recouvrir« verwechselt hat 120, 7 das = darum
das; vergl. zu 118, 32 37 er] honte 122, 3G un-
billich] terrible 124, 7 0] mit dem in der hs. folgen-
den >an< weiü ich nichts anzufangen 34 was] dem »estoik«
des original» nachgebildet; die Verwendung des ind. prät. im
Jiauptsatze dea conditioualen Satzgefüges kennt der spracbge-
spiele aus der jungem dicbterspmche bekannt: 0 wärst du
wahr gewesen, nie kam efl dahin (Schiller) 125, 9 Un-
glück] forfcune, was nach fieni folgenden nur mit »gUicb« wieder-
zugeben war 18 es was nie, das du nüh . . wereat] il ne
fut oncqnes que tu ne fusses . . ; dasselbe 12G, 2 24 hiipscli
. . i^uot] acc. pl., zu ergänzen »leute, ritter« 126, 16
betrüeptj hier wie überall sonst die Übertragung von »trouble«
23 daz im worden wasj a. oben 125, 31 o6 hat hevsseu
lieggenj avoit dementi ; ebenso 128, 4 127, 12 das dti
. . gstästj que vous favorisez . . (vergl. Lex»»r 1, 926) 10
min vetler Berchtold ertödt] occist rnon ntjpneu Fiertlielot;
vergl. Keoau« de Montnuban (Bibl. des litterar. Vereins (i7) s. 52
und die französische prosa von den Haimonslcindern 1, cap. Hl
^7 der bufä uff ^enthalten sig] qu'il faille mieux entretenir
^B 129, 32 nnd . . . überko in niest] et (il faut) que faciez tant
que voua aypz . . 35 So komstu . . . nacharj vona viendrex
au deasus des autres 130, 21 yetlicher jiach sinem ver-
mögen] tous armez et nionteü chacun Selon «a puissunce;
s. zu 130, 5 131, 31 ein kostliche kleinott] une riebe
bague; vergl. ?.u 71, 8 132, 15 do gab er im kein ant-
wurt] fut si triste qu'il ne luy peut oncqnes respondre un
Beul rnot 27 urteil] justice 31 nun »nur« 34 wott]
conj. priit., sonst gewiHinlich »wett« 134, 28 nrsachen
halb] veu que 136, 5 ein yetlicher nff sin pfert] das
verbum (»sali«) ist ausgelassen wie 292, 37 12 was vast
geschäftig] faisoit bieii du niaistre 15 vorgL z, b. Renans
de Montauban (ßibl. des litterar. Vereins 07) s. 185; franz.
prosa von den Haimonskindern I, cap, XI; Reiuold von
Monfcelban (Bibl. des litterar. Vereins 174), v. 8020; das
deutsche Volksbuch, herausgegeben von F. Pfaff, s. 121 f. in
dem forinnen holtz] au bois de la Serpente 140, 1
wuuschtend] hs. wuschtend, ebenso 107, 15: wuscht. Vielleicht
war beide mal die Schreibung der hs. zu belassen, da vocali-
sierung des n vorliegen kann (vergl. Frommaun , Deutsche
mundartea 7, 369 f.). Doch liegt auch die annähme eines Schreib-
fehlers sehr nahe , indem ausiassung des n-strichs über der
zeile nicht selten ist; verg!. 4, 4; 30, 21; 75, 21; 79, 15;
350
89, 8; 172, 13; 328, 15 142, 18 Der franzosische bear-
beiter läßt hier einen ganzen abschnitt von Pulcis gedieht
weg, vermutlich, weil derselbe in gewissem sinne eine Wieder-
holung des eben erzählten enthält. Es ist aber zum verstand-
nis einiger stellen unseres textes nötig, den inhalt der weg-
gelassenen partie kurz wiederzugeben : Unmutig darüber, daß
Gano (Ganelon) der wolverdienten strafe wiederum entgeht,
verlassen Rinaldo und sein jüngster bruder Ricciardetto den
hof und kehren nach Montalban zurück (vergl. unsern text
142, 26 f.). Sofort beginnt Gano seine Umtriebe gegen sie
von neuem. Ricciardetto wird von ihm überfallen und dem
kaiser ausgeliefert, der ihn zum tod am galgen verurteilt.
Orlando verläßt aus zorn darüber mit seinem Schildknappen Terigi
(Thüring) hof und land (vergl. 142, 22 ff.). Rinaldo erfährt
das über seinen bruder gesprochene arteil; es gelingt ihm,
die ausführung desselben noch im letzten äugen blick zu ver-
hindern. Karl wird nun mit hilfe des über ihn aufgebrachten
Volkes enttront und muß zusammen mit Gano und dessen
anhängem aus Paris fliehen. Die erledigte kröne wird Ri-
naldo aufs haupt gesetzt, der eine zeit lang im ruhigen be-
sitze derselben bleibt und ein glänzendes fest nach dem an-
dern gibt; nur der gedanke an den fernen Orlando vergällt
ihm seine freude (Pulci 12, 2 bis 37). Es folgt nun, was
unser text s. 148 bis 150 erzählt. Wie dann Orlandos
Schildknappe die botschaft von dem ungltick seines herrn nach
Paris bringt (Pulci 13, 16 ff. , vergl. s. 151 , 4), ist Rinal-
do sogleich bereit, zur befreiung seines vetters nach Persien
zu eilen ; er schreibt an den vertriebeneu Karl, gibt ihm seine
kröne zurück, versöhnt sich mit ihm und zieht von dannen.
Das weitere s. 151, 22 ff". 23 an wüssen] Sans le faire
ascavoir 28 da beleih er . . ] diese beraerkung soll die
lücke ausfüllen, welche durch die erwähnte auslassung ent-
standen 34 Lamostant] vergl. zu 2, 26 143, 33 huob]
tenoit 146, 10 ir dörffend in nüt zefürchten] sonst steht
bei »dürfen« allgemein der blosse infinitiv 148, 19 üwer
gfäncknus] gen. sg. 149, 32 fier] trois 151, 5
nämlich] et mesraes, was hier deswegen am platze ist, weil
man Rengnold u. s. w. nach 142, 28 nicht in Paris sucht.
351
t dies nicM beachtet 152, 29 Thüriiig ist, wol aus
versehen, nicht erwähnt; F nennt ihn 31 min heloi] ma
vislere 153, 24 ff. er] vergl. zu 17, 4 28. 32 un-
billick] terrible; ebenso 154, 8 154, 5 um der andren
(tod)j von einem aus »bewreint« zu ergänzenden »weint« ab-
hängig 12 sin dienet] un houame qui bien cognoissoit ie
pays 157, 13 Icsterer] adultere S2 was stet uf siner
red] eoatinuant ses paroUes 25 zu erdencken] de nieriter;
D las wahrscheinlich »mediter« 26 dich du] eine» von beiden
wird zu streichen sein 159, 5 und er ... ] anakohithie;
s. 158, 35 9 uß dieer yrthum] de celle erreur; dalier
das falsche geschlechfc des deutschen Wortes ; vergl. zu 74, 8
20 morn] plnstoat aujourd'hay que demiiin 37 dächtbar] eine
meines wissens sonst nirgends belegte znsamtnensetzung von däht
f. >gedanke, gedächtnisc, bezw. von gedaht (Deutsches Wörter-
buch 4, 1, 1926) , da das priifix ^e- nach dem Verlust seines
Vokals sich häufig dem stammcinlauteuden consouanten assimi-
liert, ohne daiä die in unsorm falle dadurch entstehende fortis in
der Schrift bezeichnet wird (vergl. z. b. dächt part. prät. 75, 31).
dächthar wäre also etwa — denkwürdig; da in P >raeritoire€
entspricht, liegt vielleicht eine ähnliche verwechshmg vor wie
157, 25 160, 29 daz] nach einem comparativ = »dann,
als« kennen auch beutige sehweizerdeutsche nmndarten (vergl.
7.. b. Tobler, Appenzellischer Sprachschatz s. 39*). Da aber
andere belege dafür aus älterer zeit durchaus fehlen, so ent-
steht die frage, ob wir es nicht vielmehr mit einer unglück-
lichen Übersetzung des »que« der vorläge zu tun haben 31
so groti nüt] einer der seltenen fölle, wo die copuia ausge-
lassen ist 161, 5 in] le (pavillon) ; ea sollte heißen »sy«
wegen der beziehung auf das fem. »zeig.« Vergl. zu 17, 4
15 du gloubeat an Jb^sus und au Machmet gljch] que tu
crois aufcanfc en nostre Seigneur Jesus comme Mahom y croit
Kk 162, 15 dich . . zesträffen] pour toy purger ... Ob ein mis-
■yerstäudnis oder eine beabsichtigte änderung des Übersetzers
vorliegt, ist nicht auazuoiachen ; der Wechsel des Subjekts darf
nicht auffallen 26 flf. wenn es . . . ] si tant est que tu
sois trouble pour entendre parier de mon maistre, qui . . . ^
nen le acauras , quand tu le verras tout arme deva.nt toy
352
poar . . . Wahrscheinlich hat D »bien le scaurasc nicht
verstanden und es durch eine selbständige wendung erseitt.
Oder sollte er >bien te sauveras« gelesen haben? 31 ze-
fachen] pendre, wofür D vermutlich »prendrec las 163,36
zwen] six 167, 18 lange zyt] gehört nach P zu dem
vorhergehenden relativsatz, was auch einzig richtig ipt:
que nion pere tient en ses prisons il y a longteraps sans
scavoir .... 168, 25 der wott] das beziehunfjfs-
wort ist dem adj. »götlich« zu entnehmen 169, 7 nacii
mytternacht] apres la nuict 171, 26 saß = saßs\ d. i.
saß sy 27 das baß louflfend] le mieux courant: wir erwar-
ten >bast« (vergl. 37, 23 : der bast berytten >le mieux monte«)
inn **] s. zu 17, 4 29 P nennt daneben noch Fenice 37
daz man die gsicht darab verlor] que Ton en perdit la veue;
s. 174, 22 172, 17 guettigkeyt] sapience 173,22
hold] ohne objekt wie 174, 10 24 dysse nacht] aujourd'hny
jusques au soir; vergl. zu 174, 4 35 sovyl sältzner spys]
tant de diversitez de viandes 174, 4 . Mornendes] ainsi
que le soleil commen9oit ä baisser. Daß D 173, 24 und hier
mit unrecht ändert , ergibt sich bei zusammenhaltung von
173, 25 mit 174, 7 : beide mal wird von dem auf morgen
angesetzten kämpf gesprochen , die rede Rengnolds und die
abschiedsworte Antheas müssen also auf den selben tag fallen
175, 3 min lib stelle] sonne mon cor 25 * * * ] la toux
la rongne et amours. Den Übersetzer hat hier offenbar seine
kenntuis des französischen im sticlie gelassen. Aehnliches
begegnet ihm auch später mehrfach 176, 13 sich nüt
darvor hüetten mögend] ne s'en penvent deffaire 177, 8
hochuiüettig] paresseuse 20 von zorn] de dueil 24 strafft
= straffst 178, 4 nar] beste 30 hat büß zesclilachen]
avoit beau frapper 35 fält im och nüt] ne se feignoit pas
de Tautre coste 179, 28 . Do er ab dem häf vertriben
was] geht auf die in dem ausgelassenen abschnitt (vergl. anm.
zu 142, 18) erzählte flucht Ganelons aus Paris ISO, 38
Sy] D hat davor einen satz des Originals übersprungen , der
das fehlende beziehungswort enthält: car c'est une folie,la-
quelle nous sera eher vendue. Aehnliches z. b. 211, 2; 326,27.
Möglich wäre indessen auch, »sy« auf ein aus dem vorhergehenden
lold« zu ergänüencles fem. >holdschaftft zu bezieben; vergl.
zu 168, 25 181, 21 er] s. zu 17, 4 182, 4 djB
zwen] »die andern zwei« ; »diser« im sinne von »der andere«
ißt im heutigen achweizerdeutschen weit verbreitet 183, 3
inn inn] das eine >inn« ist vielleicht zu streichen, vergl. F:
et s'en alla en une ville 4 vogt der etat] chastelain du
lieu; Pulci 16, 108; luastro giustizier 8 inn] s, zu 17, 4
22 bätler] belistre 29 wyrst erschr.] seriez esbahie , wie
der zusamraeobaog es verLingl: Rengnold weiß nicht, ob ihn
Anthea sehen wird. Dasselbe z. 31: haben werdest] auriez
36 der da ursach ist] diesmal doch nicht, vergl. 151, 22
184, 3 Also gieog R. sich klagen] vergl. Grimm, Gram-
matik IV, 96 f.; Kehrein, Grammatik der nhd. spräche des
XV bis X\^n jhs. III, 20 5 ein rütter] un homme sus
uti cheyal; vergl. zu 102, 35 27 der warttet üwer] iu P
durchweg indirekte rede 185, 18 an alles feilen] sans
autre bataiile 33 kostlich] hurablement 36 tattelboum]
sicamor 186, 24 gleitzman] maramelu (so immer)
187, 6 die] bezieht sich auf ein zu »Paris« hinzugedachtes
»stat« 27 gesiget] bemerkenswertes beispiel eines absoluten
part. prät. 188, 1 innen] das beziehungswort ist in dem
vorausgehenden »Muntabant« enthalten: die bewohner von M. ;
vergl, zu 90, 12 23 unden im wald] au fonda d'une vallee;
vergl. zu 44, 21 189, 6 es] wir erwarten iin< 14
Du] de toy, objekt zu dem vorhergehenden »venger,« welches
also durch *an dir« wiederzugeben war. D scheint diesen zu-
sammenhaug, obschon er oifen zu tage liegt, übersehen zu
haben 16 dyü armschinnen] ceste masse; Pulci 17, 42:
questa atellfi d'una sua vesta 23 aber] car 28 so muo&t
er sieh neigen] il Testonnoit tout 35 verkert] accoustre,
also eigentlich »zuogerüst« 37 ir gebiettend] in F durch-
weg 2. pers, sg.
190, 22 Allard] Guichard, ebenso Pulci
17, 52. Dasselbe z. 27 191, 23 puren] gros maramelus
192, 6 hurtfcig] gaillarde, welche bedeutung das wort
noch heute in schweizerdeutschen mundarteu bat; vergl. Stalder,
Versuch eines achweiz. idiotikou 2, 66 193, 5*tugenden]
honte 33 die jungen lüt] les jeunes filles 35 Der] quand
il ; vergl, zu 83, 6 194, 31 häfmeyster] despencier;
Motgaat der riaie 2H
354
Pulci 17, 90: spenditore 195, 14 in dem mer SabulonJ
en la mer de sablou, was D irrtümlich für einen eigennamen
ansieht; Pulci 17, 93: Un' isola e nel mar la della rena
rysen gebrüedern] payens , dagegen hat Palci 17, 93 : otto
gtgatiti SOD tutti fratelti. Diea kannte zu der annähme führen,
daß die vorläge von D an dieser stelle von dem druck, den
wir der vergleichung zu gründe legten, abgewichen sein müsse.
D kann aber einfach das, was ihm aus 197, 21 bekannt war,
hier schon verwertet haben (vergl. auch z. 26). Aelinliches findet
sich auch sonst (s, einl.) 16 unlang] longtemps 196, 8
traf . , 80 ein bertten streich] frappa . . uu si grand coup
lü im och ein] das verbum (»gabt) ist aus dem vorhergehen-
den zu ergänzen 15 min bruoderj nach F plural 23
dyase befälchj ceste conimtssion ; wenn nicht, was unwahr-
scheinlich, plur. anzunehmen ist, liegt hier ein ähnlicher fall
Tor wie 74, 8 u. a. 32 es werd besser werden] que voue ea
rabbatrez beaucoup 197, 16 die not . . dienttenii] qüi
ne se voudroyent servir d'uu si meschant homine ; Pulci 17,115:
che te per servo non vorrebbon 21 ryssen gebrüeder] geana,
tous freres; s. zu 195, 14 22 im wald M.] au val de M.;
vergl. zu 188, 23 26 hiej en ceste cite; vergl. zu 199, 16
33 Wetten tüffel! WazJ que diable . . Für »wetten« weiß
ich keine sichere erklärung (a. glosaar unter «wellen«) 19S, 4
erreichen] frapper sur le heaunie 11 güettigkeytj courtoisie
199, 16 Allyson] Helie. Allyson heilit 197, 12 die Jungfrau,
welche dem streit Rolands mit Salincorny beiwohnt. D hält die-
selbe, wie aus jener stelle hervorgeht (sin junckfrow). für die aus
den bänden der riesen befreite tochter des königa Constant, wäh-
rend F in ihr die tochter Falkons sieht (wie Puici 17, 112,
wo mit »del rec nur Falkon gemeint sein kann). Daher diß
abweicbung au unserer stelle und wol auch 197,26 24 hat, (i.
i. hielt 200, 15 erbermd] malheur 201, 30 ff. iu . .
er . . er] 8, zu 17, 4 33 Bätler] coquin 202, 12 vast fromm]
attribut zu »hertzogen« 24 groß] serre 29 gros stet und
laud] grand estat en la cour. Vielleicht bat die lautliche rer-
wandtachaft von estat: stat zu der änderuug geführt; vergl.
zu 212, 12 203, 6 D unterläßt, mit F zu erwähnen, daß
Roland sein visier öffnet, was z. 8 voraussetzt 13 die er*
355
gänzung nach 35, 31, wo das wort, das D hier unübersetzt
läßt, übersetzt ist. Dasselbe z, 20 24 ir lieren] truans;
Pulci 18, 32: poltroni. D hat sich aus der Verlegenheit, die
ihm das trn verständliche »truans« bereitete, schlecht heraus-
geholfen, denn die anrede »heren« paßt hier ganz und gar
nicht 204, 16 so er , . ] quand od le trouve prea de
luy 207, 35 wegen der ergänz ung s. za 203, 13 210,21
sy I la (porte) ; richtig wäre »es« (daz t-här), Vergl, zu 17, 4
30 hat, d. i. hielt 211, 2 wegeu des >battend in« wird
nach »ergäbend eich« mit F »Ruollanden« einzusetzen sein;
vergl. zu 180, 38 29 vyl hungers und frost] plusienrs
malaises 30 wald] vallee 33 in vast kurtzer zytj depnis
peu de tenipa 34f. in F durchweg indirekte rede
212, 12 ein pur] un pauvre ; wiederum acheint lautliche Ver-
wandtschaft bei der Übersetzung eine rolle gespielt zu haben
(s. einl.) 26 und zog sin schwert uli] et mit sa lauce en
l'arrest (ebenso Pulci 20, 14) 213, 11 machen] peindre
13 acht] sept ; die angäbe von D stimmt mit 195, 14 ; 197, 20
213, 18 gfangnen hattend] lies »gfangen h.<
214, 6 uff das mer] hier und z. 8 in der bedeutung von »nach,
zu dem m.« Vergl. Deutsches Wörterbuch I, 610 11 ge-
stület was] fut propice, was den richtigen sinn gibt; um eine
windstille kann es sich nicht handeln (s. übrigens z. 15)
215, 2 gransen] bord 29 ff. in F durchweg indirekte
rede 216, 2 Wir sind . . ] in F indirekt, worauf D
z. 3 aufmerksam wird, weshalb er »fareud« in »füerendc
ändert 217, 8 by dem hals] par le collet 218, 16
gsotten hartz] peige bouillie 18 mit hälffinnen ruggen] d'oa
d'elephans; Pulci 20,80: d'osso d'elefante; D las »dos«! Vergl.
zu 2, 26 20 und ryttend vyl trummetter und andere seytten-
spyl vor im] avoit devant luy plusieurs trorapettes , clairons
et autres instrumens (s. glossar unter »aeitensptl«) 21 er-
schallend] prät. von erschelleo: der vocal des sg. ist in den
plar. gedrungen 35 sy] les (armes), statt »es« (daz wappen)
36 erlöaser] lache ; ö = 6 219» 20 daz = daz ea 220, 1 1
die sin . . sy] la sienne . . eile (la lanee) , statt »daz sin . .
es« (daz sper) 12 dardurch gieng] passoit de l'autre coste
26 die hoffnung guotj bonne Intention 221, 36 Ich wer
356
J22, 6 haüdj entsprechend
oet] car j'estois iiaa, o naDüj entsprecnenü dem vorai
gegangenen »wärend« ist »hattend« zu erwarten; F tenoyent
30 das = darum das 223, 21 sältznen] diverses ; 8. za
173, 35 224, 7 du tarfst nüt . . zezüchen] vergl. zu
146, 10 29 ein groß bluotvergiessen iiin der stat M. der
heyden] grande occision de pajens en la ville de M. 226, 1
die ryaain und vyl b. g.] la geande a plusieurs esprits, was
sieb besser iu den zasammeuhang fügt 3 grussaui] laide
227, 14 Die natur lag . . im geblüet] Nature esmeut
le sang du tiers geant 21 böst] le plus fier 24 schlaog
inn uif den hiilra ... so ein ungemessen streich] vergl, die
ähnliche construction 196, 8 f. 36 sy was * wie ein *]
eile estoit aussi herissee qu'un herisson. Vergl. zu 175, 25
228, 11 schnidet = schnident; vergl. jhänet 269, 14
äbet 293, 32 und zu 293, 20 30 durch die tüffelscbe art]
par art de diable. Vergl. zu 212, 12 229, 16 das =
das es 28 sy] auf das natürliche geschlecht von »dai
mentsch* bezogen; vergl. Grimm, Grammatik III (1889), 321;
IV, 267 ff. 230, 3 het im gfelfcj luy avoit faiüy 7
das innen Creontta zouberyen nüt verhüetten mocht] que lö
euchantemena de la geande ne les seeut garder . - . Der
fehler des originaia (sceut statt sceurent) ist gedankenlos über-
tragen ; das dativobjekt »innen« erklärt sich vielleicht dadurch,
daß dem Übersetzer die redensart »einem vor etwas sin« (vergl.
z. 27) vorgeschwebt hat. Dieselbe conatruktion erscheint übrigens
121, 11 33 gschütz] glaive 231, 22 uuder etlichen dingen
deahiraels] souba aucune conatellatiou du eiel (!) 28 sechs] dix;
wahrscheinlich hat D »six« gelesen 233, 2 Was gedenckstu . .J
que te eemble-il que tu feras coutre moy 6 bereyt geweßt
gsin ist] das eine der beiden participien ist zu streichen 23
das = das es 31 mörder] brigaris; s. zu 57, 27 35
welchen] zu ergätizen »weg.« Über diese in unserm teste
häufige ellipae vergl. Grimm, Grammatik IV, 263; Kebrein,
Grammatik der deutschen spräche des XV bis XVII jhs. Hl, 61
234, 2 wyder veraächen] recompenaez 4 mit der hill'J
au plaisir 16 stach] lan^a schäffelin] genetaire (was
ich in keinem Wörterbuch gefunden habe); Pulci 21, 89: QU»
giannetta »spieß«. Demnach steht »schäffelin« für »scheftelln«,
dem. von »schaft« 31 das = darum das 35 kiitten]
cbappes, was 39^ 21 durch »kappen« wiedergegeben war
235, 30 ein bild] nne statue 33 nawrungj exactiona
236, 16 ghattend sich] se douloyent 17 mörderj
briffans; s. zu 233, 31 25 der name »Astolfo«, den F und
Pulci 21, lü6 haben, ist nach »vetter« wol nur aus versehen
weggelassen worden 35 ist . . last] es . . laisaes; »Jäst«
kauQ indessen auch 2- pers. sein 237, 2 verläsnen] es-
garez 3 tugend] bonte 15 wald] vallee 19 schwäntz]
la queue 21 ein pferfc oder ein gewapnotten rytter] un
grand cheval tout arme 30 schluog] hier in der bedeutnng
von »erschluog« 238, 8 der . . er] s. zu 17, 4 13 F
geht erst im folgenden satz zur direkten rede über 16
lyden] conaentir 19 mörder] brigant; s. zu 57, 27; 233, 31
239, 23 straffen] purger, wie 162, 15 37 f. in F
bis zum schlnlisütz indirekte rede 240, 9 thett, als hortte
eria nüt] eutendoit tout ce qu'üs disoyent de luy et de son
cheval; ebenso Pulci 21, 132. Die von D gebrauchte Wen-
dung bereichert die erzähiung um einen hübsehen zug 29
wann da hast . . .] dieses argument wird in K (wie bei Pulci)
erst nachher von Roland gebraucht ; Aatolf begründet dort
seine behauptuug damit, daß der könig gefallen sei; dieser
widerspricht, weil sich sein pferd mit ihm wieder erhoben
habe 32 unsers zanckß] erläuternde beifügung zu »sinn«,
das aber einer solchen gar nicht bedarf (vergl. 267, 20)
241, 33 daz = darum daz 242, 3 tussend] dix mille
243, 8 ryttern] payens 33 von im] wörtlich nach »de
Iny« statt »an imt 244, 4 aber] et, wie der Zusammen-
hang es verlangt; wir würden sagen »und zudem« 245, 5
heissend] lies »heiß« begird] atfection 6 du habest gern
zeschaflfen . . ] que tu as b ien p e u affaire toy qui es Chrestien
de te mesler des affaires , . ; vergK Pulci 22, 8 246, 30
den .aller nechsten] vergl. zu 233, 35- 33 frommer red-
licher] hardy et eourtois 247, 6 wann es- unser täglich
werch] car c'est noatre droict mestier. Die copula ist ausge-
lassen wie 160, 31 7 üwer suchen] de vostre affaire 21
übel myafalt] »übel« lediglich verstärkend = sehr, wie in
der häufigen redensart »er erschrack übel« (z. b. 260, 22).
3S8
Vergl. Schweiz, idintikon I, 55 ich wird dir ertzeigCT
der coüditionalis wäre besaer am platze 31 der heyd mit
roß und man] >uiid mun* der formel »roß und man« zuliebe
(vergl. 131, 25 ; 337, 13) hinzugefügt 248, 20 was lebens]
quelle noise 249, 15 *] perplexite 22 Darumtn] mais
250, 15 ir] in F durchweg 2. per«, sg. 28 mit flyß] par
faincte 36 verriet er . . mit iran Ijsteii] par leur habilite
ila trahirent. Die änderung »verriet erc steht im einklang
mit der frühem erxählung 222, 36 ff,; danu sollte ea aber auch
heißen »mit sinen lyaten« 251, 7 tancken] ist ent-
weder das mhd. swm. danke, oder aus »gedanke« durch Syn-
kope des präfixvokals zu erklären 9 ob tisch] au soupper;
daß das nachtessen gemeint ist, beweist 252, 5 30 uffrecbt-
igklichen] loyallement 252, 32 f. snnders ist grosse *
der zyt und dem end können wartten , als dissem heyd be-
Bchacb] mais est graude discretion de scavoir attendre le
tempa et lieu, ainei qu'il apperb de ce payen 253, 30
So wyt als] de tiint loing que 254, 5 geh was wyllens
G. ertzöuge] quelque mine que face G. 18 nach >rytterD<
ist »nute einzuschalten 255, 28 das sper durch den Ijb]
von einem ans dem vorhergehenden zu ergänzenden »stäche
abhängig. Vergl. indessen auch 196, 8 f. 256, 26 das
= darum das 257, 19 mit etlichen siner obersten] et
aufcres de ses plus prochains 30 thet ein bredig] fit un
sermon 35 Die heren] les deux osts; demnach wäre »heren«
als achwacher pl. von her 'exercitus' aufzufassen, was bei dem
Umsichgreifen der schwachen formen keine Schwierigkeiten
macht 25B, 17 dru hundert] trois cens cinquante 23
da] lä, ou 26 der künig A. dysser stat] wegen der Stellung
des genetivattribnts vergl. 224, 29 32 etlich] quelque
schyffer] pl. von schiff 259, 4 »sich erweren« mit dativ
seheint nach Grimm (Deutsches Wörterbuch HI, 1053) im
nhd. sonst nicht mehr vorzukommen ; im rahd. ist diese con-
struktion nicht selten (Lexer 1, 700) 260, 9 straffen]
injurier 16 zerhowen] das hilfsverh »wurdend* ist ausge-
lassen, vergl. F: leurs escus furent mis tous ea pieces, leu«
haubera tous desmaillez 32 die stund, das ich . . J über
»das« in zeitsätzen vergl. Deutsches Wörterbuch 11, 819 35
din gloub] »der glaube an dich«; vergl 51, 27: iren glouben ;
174, 21 : ir liebe »die liebe zu ilir« 261, 1 oben harab zalt
niderst] dn plug haut au plus bas. För »zalt« weiß ich keine
befriedigende erklärong. Sollte ea für »ztftl, Ketal« verschrieben
oder daraus entstellt aeiu ? Doch s. nachtrüge 7 han] die eon-
trahierte form kommt nicht selten in der bedeutung >balten« vor ;
vergl. zu 210,30 15 verharen ist] vergl. Eehrein, Gramm, der
deutschen spräche des XV bis XVII jlis, III, 3 17 ummhar
trüffen] vagabonder. Das verbum »tröffen« kommt noch beute
in einzelnen Schweiz, raundarten vor; Stalder (Versuch eines
Schweiz, idiotikon I, 312) kennt es aua Schaffhausen in der
bedeutung »langsam einhergehen«, im kantou Scbwyz bedeutet
es »kränkeln«. Au3 der altern spräche weiß ich keinen wei-
tern beleg dafür, wol aber für ein subst. trüffi :
^^L Du fuler trüfü, gang da dennen,
^B Luog, wie der keib mich thuot anzennen!
^B Job. Hallers glückwüascbuDg 1584>
25 zuo allem glöck] par cas de fortune 262, 9 wyll ich
dir einer sach vertrüwen] je me fieraj en toy d'une choae.
»verfcrüwen« mit dat. der person und gen. der sache ist meines
Wissens sonst nicht belegt Vergl. 79, 8; 289, 24 264, 13
Archada] 258, 11 heißt dieselbe stadt in Übereinstimmung mit
F »Achaya«; bo schrieb der Übersetzer anfänglich auch hier
und machte erst nachher, der vorläge folgend , »Archada«
daraus 19 un der wissungen] visions 36 byt und gebüt]
vergl. J. V. Zingerle, Germania 8, 381 ff. 265, 8 Zuo
dem allem] au surplua 266, 31 do leyt er sin sper inn
das *] il mit sa lance en l'arrest. Derselbe satz des Originals
ist übersetzt 61, 38; vergl. auch zu 105, 1 35 kurtzwillet
under sich] joue de souplesse 269, 14 da jhänet »dort
drüben« ; jhänet ist das mhd, jenent 31 Ea was zegedäncken]
il faut noter 273, 31 es ist nie gain, das ich nüt ghört
hab] il ne fut jamais que je n'aye entendo 274, 45 schlief
nüt] ne se feignoit pas 275, 1 abzöumend] darnach in
F (Pulci 23, 44, 3): et allnme le feu, eine stelle, die durch
z. 4 vorausgesetzt wird 4 das vyl wertt was] qui p e u val-
loit; Pulei 23, 44, 7 f.: e dettono a' cavalli
Certi sermenti dur piü che coralli.
I
360
Es ist also vielleicht vor »vyl« ein »nüt« ausgelassen 36
fuor inn schirm] alla ä refuge 276, 11 doch] besser
wäre »sunders« 21 gegen Hyspannia] du coste d'Espagne
277, 1 vor Magis nennt P »les trois freres de Kegnautc ;
D läßt sie weg, weil sie ja nicht in Paris sind, was Blanchar-
din wissen muß 16 abgschlagen] diffi^re 278, 3 zum
dickern mallen] vergleicht sich dem »zum oftern malen« (Deut-
sches Wörterbuch VI, 1195) ; gewöhnlich heißt es »zum dickern
mal« 11 zwüschend] avec; es wird aber doch »im und«
darnach einzuschalten sein 12 handlung] trainee 14 das
sy i. n. e.] qu'ils ne se doutassent de rien 15 wann er
truog . . ] vergl. Pulci 24, 35 16 das trüren] l'amer
279, 7 um alle verdienst] pour toute recompense 16
er wurd dich wol hau (vergl. zu 261, 7), das du nüt sovjl *
bettest] il te garderoit bien d'avoir tant d'audivy (?) ; yergl.
Pulci 24, 47:
E' si par ben che non c'ö piü Rinaldo,
Ch' e' ti farebbe ancor l'olio teuere
19 hies lügen] desmentoit 280, 13 mit lüt] de trait
16 ordnet sy . . inn zuosatz] les mit . . en garnison 25
all innwonner] tous les barons 34 treyb sin kunst] jetta
son sort 281, 2 werdend nüt stercky . . haben] n'auront
pas grand force sur . . 23 der sott min sin] als ob »schätz«
vorhergienge 27 unsern glouben] nomin. Einer der zahl-
reichen fälle, wo die accusativform für den nom. steht
282, 13 die Krysten] les Pairs de France 283, 6 am
tag] au point du jour 11 inn yetlichem . . ] das verbum
fehlt wie 130, 21 ; 136, 5 284, 12 wyß] fehlt F 285, 17
so in grosser müe was] estoit en si grand peine 286, 11
das ertöden] la mortalite 13 ire arm] le bras duquel eile
tenoit son espee 14 wenn die nacht gsiu were] die ne-
gation fehlt wie 163, 35. Vergl. Bibl. des litter. Vereins 185,
s. 43, 5 16 die wachtlen] l'alouette 34 das Gergis von
T. . . ] wir erwarten einen hauptsatz: »wärend G. von T.
. . .«. D hat übrigens nur das original nachgeahmt: Comnie
vous avez entendu dessus, que . . . 287, 1 uff die
Franckrich] sur les frontieres de France; vergl. z. 17
288, 6 bry ttlet] brassee. Das verbum » britteln« lebt noch heute in
Schweiz, mundarten. Stalder, Versuch eines Schweiz, idioti-
kon I, 228, gibt ftn: brittehi 'etwas mit genau angppaLiten
bretchen zusaminenfüjjfeu und befestigen, vorzüglich anch ver-
mittelst schienen', fiffürl. 'etwas auf eine feine art bewerk-
stelligen, durch intriguon vorbereiten und ausführen^; vergl.
ferner Seiler, Die Basler mundart s. 41a; Uuuziker, Äargnuer
Wörterbuch s. 38. Weitere belege aus älterer spräche s.
Deutsches Wörterbuch IT, 392 17 not betrachtet daun] ne
taschoit quo 19 Acha] aus »ach< und dem im mhd. wol-
bekannten sufßx -ä, das zur bildung, bezw. Verstärkung von
Interjektionen diente; s. Grimm, Gramniati'k Hl (1889), 281 f.
21 dardnrcli aller Kr, vyl zelyden ward] vergl. Grimm, Gram-
matik IV, 110 30 Falseron] dat., aus dem vorhergehenden
ist zu ergänzen: eobufctend ay grosse er 289, 24 ich
vertrüw dir diner frommkeyt] je rae fie en ta .sapience; die-
selbe conatruktion 262, 9 290, 24 und die alten] et
les autrea des plus anciena 291, 12 was der keyser K. thtit]
comment se portoit Ch. 19 vast kostlich J attnbut zu
»tüecheru« 21 bürgern] bourgeoiseg. Die form ist auf-
fällig, wir erwarten »burgerinueu.« Liegt kein Schreibfehler
vor, so muß eine Schwächung des 8uffixes-in(ne) zu -en an-
genommen werden, von der in unserm texte sonst keine spur
sich findet, die auch hauptsächlich nur md. ist. Aus »bür-
geren« ergäbe sich dann unsere form ohne weiteres 292, 15
als] pource que 27 inn üwerm vermögen] en vostre pou-
voir 29 überkommen oder erworben] s. zu 10, 32 iJ7
yederman heim] das verbum (»gieng«) ist ausgelassen; vergl.
zu 136, 5 293, 14 morry lägen täntz] moresquea et farces
15 alleseyttenspyl| tous instrumens; vergl. zu 218, 20 20 be-
stuond er sinet] il demeura pensif, wodurch es wahrschein-
lich wird, daß »sinet« part. präs. ~ sinnent (vergl. zu. 228, 11)
ist 294, 9 gedult haben] endurer 16 demuettigen]
dissimuler; Verwechslung mit humilier ? 37 meiuuug] nioyen
295, 5 in früntschafftz wyß] en signe de fidelite 22
sträl stein] carreau de foudre 23 sy] richtig wäre >er«, da
doch »strälatein« niasc. ist; dem Übersetzer schwebte wahr-
scheinlich beziehung zum einfachen aträlf. »blitz« vor 296, 1
zwnschend der gerechtigkeyt und billigkeyt] entre la raison
362
ei la sensualit^ ; Pnlci 25, 81 : e combatte col senso la ra-
gione. Die fibersetznng ist sinnlos 8 Dem ist also: das
ist, das . . ] en teile maniere: c*est que . . 11 am rontzef.
wald] en la vallee de R. Die entsprechnng yallee : wald findet
mit wenigen aasnahmen durchgehend statt 22 tortsch]
torche »pechfackel« 26 bereytt haptken] faulcons maez
28 gennett] genets: »espece de cheral d'Espagne, de petite
taille, mais bien proportionn^« Littre II, 1856 80 rock]
robbe 297, 25 aber nmm sterben hett er R. verlän]
wieder fehlt die negation 298, 3 möchtend ir . . ] ana-
koluth, wie es in ünserm text häufig vorkommt 5 fiäch-
tig . . macht] face fremir 21 was . . daran] sollicitoit
23 er wett . . uff sin] qu'il partiroit 299, 7 thän] das hilfs-
verb »hat« ist ausgelassen; vergl. zu 87, 10 9 Sachen]
faicts, ebenso z. 12 26 die yeneren land] les pays de par
delä; »yeneren« ist eine coraparativform zu »jener« (vergl.
Schweiz. Idiotikon I, 265) 28 der thurn Babillonia] la tonr
de confusion 31 sind] estoyent 35 in Hercules güette]
anx colonnes d'Hercules. Was das »güette« hier soll, yermag
ich nicht zu s^en 300, 23 künftige ding] des cboses a
venir et des choses passees 27 ist im zeychen S.j est l'anglet
du signe du Scorpion ; Pulci 25, 137 : Marte angulare e in
Scorpio 28 und im absHgen ist Satumus och herschend]
et en l'ascendant (Mars) est conjoinct ä Saturne en la
revolution ; vergl. Pulci 25, 138 :
... in ascendente
Si trova cougiunto con Saturno
Nella revoluzion tanto potente,
Che non fu tanto alle guerre di Turno
36 Deü halb] touchaut ä 301, 9 aller rättschlegen halb]
pour toute resolution (!) 15f. den . . inn] s. zu 17, 4
20 betriegen] tenter 27 sovyl heyden . . , die kum . . ]
unakoluth ; wir erwarten »daz kum müglich sin wirt die ze*
xellon« 36 ufi' Gs ansachen] ä la postuiation de G.
!>02, 21 nach »Turbion« soll ein komma stehen einhegen]
brassees 22 hartz] peige bouillie; s. 218, 6 303, 29 alle
Krystenheytj F" zahlt hier eine reihe von landem auf 804, 8
wunlend . . . harfür geth&n] furent mis bq vent 18 Blan-
363
chardin] s, zu 309, 2 33 ser erschräekend] furent bien
Joyeux 305, 3 als, d. i. alles 10 ein wunder] chose
terrible 20 bruDiiemJ verraeil 21 mit gold gesprängt]
breche d'or 27 sölliche] fehlt P 37 das sy. . ] folge-
satz; vorher ist etwa zu ergänzen »so schnell« 306, 1
vyl sältzue laudj plusieurs et divers pays; s. zu 223, 21 4
die gebirg Galbator] les deatroicts de Gilbatar 7 erfaruugeu]
devinemeus 19 beruefiften] reconcilie, was hier einzig
sinn hat 22 was] besser »were,t da auch dieser satz Ton
»gsagt hat« abhängt 27 das letst inn unsern tagen] le
dernier de noz jours 30 Waun] mais 32 hwngerige]
fauieuse (!}, was D mit »faim« ziiaammengebracht hat 34
sottend] souloyent 307, 3 es sind uns bösse nierej il y
; a de mauvaisea nouvellea pour noua 19 wider den w. g.]
hätte wegbleiben können, da bereits in »darwider« enthalten
27 machtend] schwacher pl. von »machte mit angetretenem d
83 gemüet] courage 36 senftzen] wahrscheinlich in »sünf-
tzen« zu ändern; doch ist e für etamrahaftes 0 (durch ö hin-
durch) nichts unerhörtes, vergl. Weinhold, Alemannische gram-
xnatik a. 18. 29 308, 5 Under dem allem] au surplas
18 nach »bekümmert« ist wol »sin« zu ergänzen 24 der sällig-
Iceyt] de martyre 28 der r. täll] hier ist »vallee« das erste
»nai richtig übertragen 31 und staltend sich . . ] im hin-
"blick auf den anfang des nächsten capitels überflüsaiger zu-
eatz 309, 2 Blanchardin] Falseron , in Übereinstimmung
jiiit Pulci 26, 43 ; vergl. auch 310, 8, wo Falseron, und nicht
IBL, Roland gegenüberiritt, um den tod seines sohnes zu rächen.
S04, 18 hat auch F irrtümlicher weise »Blanchardin« für
»Falseron« , und daraus erklärt sich die abweichung an
unserer stelle, indem der Übersetzer diese mit der andern in
ein klang bringen wollte. Vergl. noch zu 310, 16 9 ein
sölliche gschrey] si grande noise , daher das weibliche ge~
schlecht des deutschen Wortes; vergl. zu 74, 8 21 Aber
jm gschach . , ] stimmt nicht zu F (s. auch Pulci 26, 57):
Jls se donnerent deux grands coups, tant que les lanees briserent,
mais tous deux demeurerent aux ar^ons. Vielleicht hat F die
Snderung selbst veranlaßt, indem es nachher (s. z. 29) von vier
toten kön igen spricht 34 Tarcon] derselbe wie der 302, 21
364
erwähnte Tarbion (Pnlci : Tnrchione) 38 in der auf^hlung
in F fehlen Olivier, Turpin, Angewin and die nach Samson
von B. genannten 310, 16 du vertzichest mir . . ] dies
erzählt Pulci 24, 159, an einer stelle, die Ton F übersprungen
wurde 24 wann] et 30 gwer] baston 37 F nennt
auch Baudoiu 311, 14 inn * ] devant 31 redlicherr,
d. i. redlicherer 313, 9 betrüeben] troubler 315, 31
Margaris] Marguaris, derselbe wie Marangis 309, 20 ; bei Folci
heißt er beidemal (26, 57 ; 27, 8) Mazzarigi 316, 1
verlieren] perdre place, was die annähme nahelegt, es sei in
D ein wort (platz) ausgefallen. Doch kann »verlieren« anch
absolut gebraucht sein im sinne von »umkommen« (vergl. glossar
und Bibl. des litter. Vereins 185 im glossar unter »verlieren«)
317, 1 zuo allem glück] par fortune, wie 213, 27 11
Margaritton geheyssen] darnach in F: accompagn^ du roj
Sirion, was w^en z. 18 von D nicht weggelassen werden
durfte 20 der Eallyffe] der 302, 29 erwähnte £. von
Bandes 30 F nennt nach Anshelm noch Angewin, der
aber nach 316, 10 nicht mehr unter den lebenden weilt
318, 2 die todten lichnam] vergl. Deutsches worterbncb
VI, 626 15 das « = darum das 319, 3 all min wol
thet] tout mon bien faire 13 mag sich begenn, das . . ]
peut estre que . . ; das = das es 31 Wann der thon
duocht E. also, . . . , das erttrich thette sich uff] il sembla
a Ch. . . . que la terre s'ouvrist. D hat irrtümlich »il« für
ein persönliches, auf »le son« bezogenes pron, genommen
320, 15 hungerigen] enrage 16 nach siner a£] apres
sa proje ; wieder ein fall , wo das französische wort dem
deutschen sein geschlecht mitgeteilt hat 321, 11. 13
inn] s. zu 17, 4 16 du hast mir mine schmertzen abge-
nommen] tu as augmente mes douleurs ; Pulci 27, 102 : tu
m'hai cresciuto ii pianto 20 wir werdend . . ] eines wird
das andere nicht lang überleben 28 inn schwartz bekleyt]
taincte en noir 29 Aldea] Alide ; sonst immer Diogena (s.
einl.) 32 sin] gen. des grundes: deswegen 322, 7
mer dann dry schuoch] jusques en la terre 30 vast zuo
ein myl] plus dune graude Heue ; vei^I. 320, 36 323, 12
belipt] 2. sg. prät. ind. ; vergl. Weinhold, Alemannische gram-
S65
matik s. 554a 20 so ich gJäagt hab war sfnj ce que j'ay
dit eatre vray 22 »einen sitzen« = »einen setzen« ist meines
wissena sonst nirgends belegt 28 ungeschickt redenj des
paroUes injurieuses 35 ssuo der krystetilichen Ordnung] an
Service de Dieu 324, 5 rüeffj köuute für »rüeft« (conj,
prät.) stehen (vergl. schäffelin = scheftellti), muß es aber nicht,
da auch der ind. präs. angeht; F hat: appellerois 16 be-
fand im der tod nach sin] sachant la mort luy estre prochaine
30 als die ... J es sollte heißen : »das sy .... also ersefctigt
wurden«; dasselbe gilt von z. 33 325, 11 ff. das Ver-
zeichnis der auweaenden fehlt in F 326, 27 iren tod]
das beziehuugawort zu »iren« enthält ein in F auf »under-
gang« folgender, von D weggelassener satz: jusques ä ce que
j'aye donne sepulture ä tes bons serviteurs. Vergl. zu
180, 38 32 boutej fügend, wie 193, 5 ; 237, 3 u. ö. Aehnlich
wird »bon« fast regelmäßig durch »fromm« wiedergegeben
38 gstalt] niaintien 327, 23 fröud] reconforfc 27 ruchj
terrible 328, 20 wald] vallee ; kurz vorher (z. 10) steht
die richtige Übersetzung 24 der regen] la rosee 32
wurd] dem »last« des nebensatzes entsprechend erwartet man
»wird« 329, 21 BlaffeaJ s. einl. 27 ff. a. eiul.
331, 24 under ein thär, das . . ] aux portes, lesquelles . .
332, 14 din straf] la vengeance 18 F nennt »Ogier
le Üannois, le duc Naymea et le petit Richard« ; s. einl.
20 Das was am tag] es war unterdessen tag geworden
333, 19 wert] vergl. belipt 323, 12 24 so grussauim
und so schnell] si terrible et vehemente 334, 5 mul-
berybouni] suyer 9 grussamme antzeigung] monatre hor-
rible 12 Ich besorgt mirwol] das sachobjekt fehlt 336, 11
wann ich wett . . ] zusatz, Wiederholung von 332, 35 20
ff. die ganze geschichte vom. kämpfe Türings mit Pinabel
fehlt in F und bei Pulci; s, einl. 337, 3 ist billichj
anakoluth 5 den] den kämpf 338, 5 das gemiiet|
H^ courage, wie 307, 33 12 uff fier thär] en quatre po-
Hences 13 uff ein stud] au piliory de la cite de Paris
16 ff. vergl. einl. 339, 22 im nachfolgenden buch] a.
einl. 23 Von den andren fursten] F nennt nur Ogier le
Dannois, über den man in einen» besonderen buche uaelilesen
366
könne, das wie die geschichte von den Haimonskindern längst
in franz. spräche gedruckt sei 26 F erwähnt nur Najines
und Turpin 81 die gebirg 6.] les destroicts de G., wie
306, 4 34 beherschungen] conquestes 36 ordnet er siner
kinden halb] ordonna de ses enfans 38 Karlj] der name
fehlt in F, ebenso nachher Peppinus ; s. einl. . 340, 6
die er . . ] qu'il avoit fondee monlt authentique 8 den
armen] aux prelats de TEglise, pour les distribuer anx lieux
ou ils verrojent qu'il seroit de necessite et bien employe
10 [mäse] macnle 12 [Mentz] Magonce 14 ein grosse
commett] nne grande comette ; daher das weibliche geschlecfat
des im deutschen sonst durchaus männlichen Wortes 25 F
gibt das jähr 815 an ohne nähere bezeichnung des monats,
8. einl. 29 bis 341, 26] der ganze abschnitt fehlt in F;
s. einl. 341, 29 der name Herclin fehlt in F, ebenso
z. 32 die namen Offrius und Heinrich, z. 33 Earlonaanus;
8. einl, 37 ff. Doon von N. und herzog R^nier yon 6.
sind in F nicht erwähnt, dagegen Ogier le Dannois, der in D
fehlt 342, 5 im] dem kaiser Karl 6 umm hilf] a re-
fuge, was 275, 36 genauer durch >inn schirm« wiedergegeben
war 10 uß der gegne Occient] des parties Oceanes; Pulci
28, 75: di verso Oceano 16 über den Schluß in F s. einl.
Vorbemerkung. Den deutschen namenaformen sind wenn möglieb die
entsprecheDden französischen und italienischen in klammern beigefügt
Wörter mit synkopiertem präfix sind, soweit die synkope nicht allgemein
nbd. iet, im ^dossar mit vollem präfix angesetzt. Der umtaut von a
ist immer unter e zu suchen.
A (ä a. e).
Aaron, 'kunig in Persia' 5, 37.
ab präp. : a) er zerhüw in mitten ab
ein andren 273, 3; Ganelon ließ
Aatolfo ab Karlya ougen nemen
135, 17 u. 8. w. b) der luft ist
unauber ab den grossen thyran-
nien 1&7 , 12; daz ir flücfaeud
ab einem man 1<)6, 14; wie
tackatu dich ab des rjasen streich
227, 28; die ließ gros sünftzea
ab E. hinschejden 235, 18 (vergl.
auch 268, 32); dos Matfredon
utit ab im thuon wott (»ich nichts
aus ihm machte) t>7, S6 ; mocht
nüt frölicb lin ab dissen nieren
297, 7; By wurdend ab ainer
zuokiinftin ewigen Iriden kommen
291, 22; ab disaer muten stimm
wurdend sy tröat 324, 29 u. 8. w.
ab adv. trennbar zuBammengesetzt
mit Verben: -fallen: traue, er
fiel ein arm ab 266, 34; -ibr-
dern: ich kam (ich die atat a.
172, 28 ; -gewinnen »püücken« ;
wie ir die roßen a. mögen Ittö, S8 ;
-manen »[ein gegen den Feind
aiiageaandtea beer) zurSckrufen« :
wann Karly hat ay wider abge-
mandt 298, 26; -nemen: das ir
dem volck nütabnemend (steuern
erbebet) 265, 1; -aageu: einem
>fehdeankLindiget]«(8ehr (jäuJig);
-achlagen »aufschieben« : das du
din fartabgachlagen haat277, 10;
-achlipfea »abgleiten«: derstreich
scblipft ab uff des pfertz bala
164, 36; -tilgen »wegtilgen«:
den heydischen gloiiben a. 329,6;
-tbuon: etwas «ausziehen, ab-
legen« 2ä4, 35; 242, 15; 2GS, 6;
315, 24; einem etwas a. 132, 7;
240, 10 u. ö. reS. »sich aus-
ziehen« 263, 11; -triben 316, 2;
-wenden : das läger a. >die be-
lagerang aufbeben« 262, 30;
25'!, 3; -wiaen stv.: einen »des-
tourner, von etwas abbringen«
28a, lö; -zQumen: die roü 275,1;
-ziichen: abaol. 108, 29. 32;
einen »ausziehen« HO, 36; 128,
24 ; 191, 23 ; das wir im sinkiing-
richa. (wegnehmen) wend 146, 11.
abet m. »abend« 293, 32.
368
abhar adr. »herab«: ir här was
über den barnisoh a. gelassen
172, 1.
abstan o. 822, 26.
abstigen n. 800, 28.
abzog m. : den a. blassen (in der
Schlacht) 286, 17.
Ach (Aix , Aquisgrana) 338, 23 ;
340, 4; 341, 2.
acha interj. 288, 19.
Achaya (Achaye) 258, 11 ; s. Ar-
chada.
Acheron, fluß in der hölle 334, 30.
achten swt.: einen für nüt a.
»verachten, sich nichts aus einem
machen« 107, 29.
achtung f. : lüt von hocher a. (an-
sehen) 7, 31.
Ackaron (Gharon, Garon) 24, 20;
8. anm. zu der stelle.
Ackittania, s. Elargius, Hugo.
Adam, der erste mensch 159, 5.
Adillant -d (Adillant , Diliante),
könig von WyllaPrancka 246, 24.
32 u. 8. w.
Adrianus (I), papst 1, 12.
Affricka 6, 6. 14.
Affrickanus, s. Scipion;
Affricker m., Afrikaner : in der Aff"-
rickern schlacht 7, 12.
Affrickener m. dasselbe: in der
hinderschten schlacht der Affri-
ckenern 7, 36.
Agremunt(Aigremont,Agrismonte),
8. Beffes, Hug.
Agrippart, henker des soldans von
Babilonia 204, 33. 36.
Agustus 2, 19.
Aigollant (Aigolant, Balugante),
Marsilias vasall 278, 8; 291, 15;
302, 27 ; 319, 26 ; 3b0, 12; 331, 7 ;
AngoUant 317, 20.
Ainou 8. Aniou.
Albrecht, 'fryher uß Burgundia'
330, 1.
Aldea (Aude, Alda), Bolands
gemahlin 321, 29 ; s. Diogena.
Alexander (Alexandre, Aldinghieri),
sobn Gerolds von Rossillon and
der Bossepina 222, 15; 228, 11;
226, 17 u. s. w.
Alexander der große 307, 25.
all pron. adj.: in aller (der ganzen)
stat 280,30; in allem züg 802,29;
in aller weit 326, 25.
AUabaster (Alabastre, Alabastro),
Morgants bruder 11, 27; Alle-
paster 34, 32.
Allard (Alard, Alardo), Bengnolds
bruder 34, 10; 77, 20; 99,23;
130,115 188, 11; 205, 10; 210,14;
229, 5; 300, 11; 304, 31.
allerdingen adv. »gänzlich« 107, 8;
113, 3; 231, 32; 331, 6. 29.
AUetton (Alecto, Aletto), eine der
drei Furien 24, 26.
allgemach adv. : superl. allgmachest
48, 31 ; 231, 5.
Allyson (Alison), tochter deskSnigs
Constant von Bella Marina 197,12;
199, 16 (doch 8. anm. zu der
letzten stelle),
allment f. »gemeindeweide<: er
fraß wie ein roß uff der a. 37, 4.
als adv. (mhd. alles) »ganz und
gar« : als allein 187, 6.
alsbald conj.»8obald« 115,19; 326,12.
also adv. : wie er Maffredon also
tod in daz wasser geworffeo het
68, 24. Vergl. Schweiz, idioti-
kon I, 201.
der Alt vom berg (le Vieil de 1*
Montagne, 11 Veglio della Mon-
tagna) 182, 25; 199, 34; 204, 31 i
210, 11 u. 8. w.
alter n. : von alter har 244, 33.
altman m. »alter , weiser mann«
110, 20 (glichet sich einem wyasen
z. 18).
amäl n. »mal« 279, 22.
369
ammacht f. »ohnmacbt « 221, 3;
256, 35 ; 257, 6 ; 271 , 14 ; 328, 28.
AiQmalucken(MammeIua, Mamma-
luchi) , 'daa sind Teilougnet
Krjsten' 286, 2.
Äoion von Dordonna (Ätmon de
Dordonne, Amoae), herzog, Reng-
nolda Tater 9, 17; 40,4; 77, 20;
111,25; 125,37; 134, 16; 136, 17;
246, 6; 339, 23; 341, 36.
Amoatant, B. Lamoatant;.
an präp. a) mit dativ: schmertzen
aia hertzen haben 183, 13; er
zittret wie daz loub am wind
32Ö, 7. b) mit acc. : die stand,
an deren ich an die weit kam
260, 36.
an adr., trennbar zasammengeaetzt
mit verben; -fachen: ich wi]]
nüt (keinen atreitj mit im anf.
112, 21; -fechten: unpers. do
facht in an ze schlaffen (il luy
print envie de dormir) 183, 1 ;
•hangen: die bangettend sinem
bruoder an 341, 33; -komen:
also das ay von red zuo red an-
kämend zuo sagen von den heren
in F. 242, 13; -legen: dienst,
guothet übel a.. 135,23; 139,3;
die sach were wol angleyt {an-
gezettettj 295, 14 ; -lügen : einen
»lügenhaftes über einen aus-
sagen« 336, 25 ; -machen : daz
für 275, 4 ; -sechen 135, 3; -thuon :
einem rät a. 49, 12.
^nderstadv. »aonst« 111,32; 139, 34;
241, 11.
-Angeffin ulJ Schwaben (AngeTJn
d'Allemagne, Angiolino di Guas-
oogna), chriailicher ritter 89, 11;
nach Pulci identisch mit Ä. von
Bajonna.
^.ngeaechen (absot. part. präL):
mit folgendem acc. 123,9 ; 287, 16 ;
mit folgendem »daz« 40, 14;
Hargaat dar rleio
120,6; 121,16; 131, 12; 140,13;
253, 4.
angestalt f. > aussehen < 3, 21.
An gewin von Bayonna (Ängevin
de Bayonne, Angiolino di Baiona),
christlicher ritter 309, 15 ; 329, 34 ;
der her von ß. 316, 9.
Anglers (Anglers, Anglante) , a.
Milien ; Angliera 236, 25.
Angollant, b. AigoUant.
angryfi" m. 314, 3.
anhar adv. in Verbindung mit
>gän« : allenthalben, da sy u.
giengend 22, 10; der gieng vor
innen allen aohnr 43, 12, eben-
so 46,30; vergl.auch >voranhar<.
anheimsch adj. »zu hause« 77, 24.
anhen(:sanbin) adv.in »voranhen«.
Aniou : der hertzog von A. 339, 28.
Aniou von Bellande (Anjou de ßel-
lande , Angiolino di Bellanda),
christlicher ritter 316, 23; 317, 11.
Aniou von Bourdyaa (Anjou de
Bordeaux, Angiolino di Bordea),
cbriatlicher ritter 329, 36; Ainou
310, 4.
Aniou von Mans (Anjou du Mans),
christlicher graf 329, 87 (Ainou).
anschlag m. »plan, vorhaben«
168, 30; 169, 2.
ansächeg adj.: (er was) einer an-
aächegen gstalt (atatura emi-
neutt) 5, 8.
ansächen n.: (er hat) ougen wie
ein low mit früSenlickem ans.
3, 22 ; ein man von hochem a.
288, 31 ; uff Gannellons a. (k la
postulation de 6.) 302, 1.
anaechung f. : uß a. (k la requeate)
der brüedern 37, 28.
Anaes (Naymes, Namo), herzog von
Bayern, paladin Karls 6, 30;
26,16; 33,25; 80,6; 102, 19u.ö.
Anshelm (Anseaume , Anselmo) ,
christlicher graf 302, 15 ; 307, 23;
24
370
810, 1 ; 814,18; 317,80 (taertzog);
320. 24; 329, 34.
ansprechig sdj.: a. sin (mit gen.)
»ansprechen« 186, 15.
Antbea (Anthee, Antea), tochter
des soldans von Babilonia 170, 26;
177, 1; 182, 26; 190, 10 n. s.w.
Anthenis (Athenes) 2, 26.
antzeigung (antzOagang 115, 36;
antzoigung 333, 10. 11) f. »an-
zeichen« 334, 9. 10. 11 ; ich wyll
üch die a. geben »anzeigen c
168, 3; der lOw gab allen grosse
a. (admiration) 115, 36.
AppoUony (Appolonny 64, 8; Ap-
poUonis 304, 9; -onius 195, 1;
-ino 81,23; -in 310,12), heiden-
gott 81, 22; 43, 27; 52, 14;
64, 3 u. 8. w,
Arbalister (rArpaliste, l'Arpalista),
kOnigvon Archada 258, 20; 268,
21; 273, 36.
arbentselkeyt f. »mühseligkeit«
261, 32.
arbentsellig adj. »mühselig« 42,9;
119, 9; 134,26; 158,38; 175,9;
261, 28. 33; 826, 10.
arbentselligklichen ad v. »auf elende
weise« 338, 16.
Archada (Archade , Saliscoglia) ,
Stadt des königs Arbalister 264,13 ;
273,26; 299,19. An einer frühern
stelle heißt sie Achaya (s. d.).
Archalyda -e (Archalide, Arealida),
föhrerinder amazonen des königs
Arbalister 259, 19. 29; Archylide
258, 30.
Archelaus (Archelaus, Archilagio),
bruder Calorions und des Alten
vom berg 245, 36; 255, 1 (Ca-
lorions .vetter«); 257, 19; 264,8.
Ardannia, s. Thüring. Vergl. auch
Dardannia.
arffei m. »armvoU« 21, 34.
Arles (Arles, Borgogna P. 27, 223),
ort, wo Olivier begraben wird
329, 34.
Arlot (Arlot, Arlotto), könig Ton
Snria, im beere Marsilias 302, 20;
309, 11.
armbrnstschuts m. »schaß mit äer
armbrast« 283, 15.
armschinne f. 189, 17 (a. anm. zn
der stelle):
Arnold von Bellanda (Amaalt de
Bellande, Amaldo di Bellanda),
christlicher ritter 325, 15 ; 330, 31.
Arondal -el (Arondel , Elondelloj,
Oliviers pferd 8, 24; 10, II;
28, 35; 29, 35; 30, 24; 114,8;
115, 9 (s. einl.).
Arrabia 171, 29; 309, 6.
Arragon (Aragon, Spagna P. 13,29)^
das kOnigreich Marrilias 151, 34.
artikel m. : (ich hab gesändet) in-
sunderheyt in dryen arttiekeln
(punkten) 323, 25.
Artus, der könig der tafelronde
827, 33.
as = als conj. 311, 9; 825, 7.
aß f. »fraß, beute« 820, 16 (vergl.
die anm. zu der stelle).
Asperhäf (Asprecourt), ort, wo der
Alte vom berg sich aufhält 186,10;
Asprenhäf 186, 32; Aschprenhaf
185. 28.
Aspremant (Aspremont , Aspra-
monte): die grosse schlacht von
A. wird erwähnt 135, 6; 304,20.
Astarot, teufel 24. 19; 101,7;
526,4; 299,4; 804,22; 311,10;
Astorot 31 1, 1 1 ; Astorath 811, 18-
Astolf, Astolfo (Astolfos 82, 2;
Astoffo 237, 13; 238, 34), kSnig
(hertzog 85, 19; 99, 17) von Engel-
land, aus Rolands und RengaoM^
geschlecht 6, 29; 32, 38; 99,n.
22. 37; 113, 25; 127, 31n.8.w.
astrologianus m.
834, 14.
371
ätienloß adj. : da« iren gants a.
ward 284, 4,
attwederpron. = eintweder283,32.
B, a. auch P.
Babilonia 146, 6; 170, 10; 180, 12
n. a. ; der tiiurn B. 299, 29.
babilloniach adj. : das gantz b.
]and 172, 23,
bagge Bwin. »wange« 337, 22.
BaldowiD (Baudoin , Baldowino),
Ganelons söhn 284,34; 298, 15;
302, 10; 314, 13; 329, 37; Bau-
doin 310, 5j derselbe ist wahr-
scheinlich auob 26, 16 gemeint.
Baldowin von Brettania 137, 18.
Ballant (Balant, Balante) , heid-
niacher fürst 160, 3 ; 161 , 25. 83 j
165, 24; 181, 4.
Balsamin (Balsamin , ßalRamino),
im heere Marailias 302, 25;
316, 21.
Bandes (ßendaa, ßaldacca P. 27,59) :
der gros Kalyf von ß. 302, 29.
bannen swr. : einen »verbannen*
132, 22,
Barbaria (Barbarie, Barberia) 34,
31; 37, 31; 140, 17; 155, 28;
285, 37; 242, 10; 243, 22; 309, 5,
harbariacb adj. : in allem barbar-
ryschen land 238, 26.
Baudoin, b. Baldowin.
Bayart -d, RengnoldH pferd 3Ö, 2 ;
37, 22 ; 41, 5 n. s. w.
Bayonna, s. Ängewin.
bedecken bwt. ; die {bloßgeabetlte)
eer wyder b. 119, 34; a. dieanin.
bedenken swv, : deren sich der
mensch b. mocht (se scauroit
adviser) 293, 15.
bedanken stn. : nach dinem guotten
b, (gutdiinken) 99, 3.
liüdütnuü stf. >aigni£ance< 313, 30.
hefelch itm. (stf. 19C, 23; a. anm.)
.auftrag« 184,31 ; 216,21 ;244, 17 ;
einenri etwas in b, geben «beauf-
tragen« 248, 9; 263, 3; 296, 7;
in b. haben «beauftragt seine
173,5; 196, 25; »sorgen« 91,32.
befelchniiß stf. »bereh!« 134, 33.
Beffes von Agremunt (Beuvea d'Ai-
gremout , Buovo d'Ägrismonte)
9, 16; 222, 5.
befinden atv. : mit acc. »empfinden«
47, 29.
begeben stv. : einem etwas »schen-
ken« 148, 31 ; refl. (mit abh. sats)
»sich anerbieten« 90,28; 162, 36;
mag sich begen, das (peat estre
qne) 319, 13,
begeren stn. 282, 35.
begreptnus f. oder n. ? »begräbnis«
341, 16.
behan an. v. : einen »zurückhalten«
122 , 1 ; reß. mit gen. »sich
enthalten. 222, 13.
bebeben st V,: einen »halten, fangen«
54, 1 ; 312, 10.
bebelfen stv.: reü. mit gen. »sich
bedienen« 185. 26; einem be-
bolfen sin »helfen« 243, 26.
beherbergen awv. : abaol. »herberge
ünden« 170, 1; refl. dasaelbo
333, 4.
beherachungstf. »conqueste« 339,34.
beinii adj. ^ beinin »von knochen»
27, 35.
bekantnus stf. »kenntnis« 221, 24.
bekennen awT.: refl. »sich verstehen
auf« : ich bekenn mich in aiil liehen
dingen 295, 28.
beklagen bwv. : refl. mit der präp.
um 2, 2.
bekleidungatf. »kleidung« 260,2.3.
bekriegen swv. : einen 55, 18 ; 101, 13.
bekrönen swv. »krönen« 80, 14;
211, 7; 217, 34.
bekrÖDung stf. »krünung« 20O, 5 ;
211, 8.
bekümmernuß atf. 32, 2; 39, 8.
24»
372
belegang stf.: die b. sines (Karls)
grabß wurden d beleytt mit allen
wol B-chmeckenden dingen und
edlen kruttern 341, 24.
belibig adj.: eiaen b. machen »zum
bleiben veranlaßen« 91, 33.
Bella Marina , heidniacbea könig-
reich 181, 17 ; 199, 9 (b. ConstantJ.
Bellande -a, a. Arnold, Anioa.
belonung stf. 168, 38; 223, 1;
262, 29 j 278, 1.
Bältzibock (Bekebub, Belzebö)
24, 19.*
benüegig adj. »safriedeur: das ir
von mir benüegig sin werdend
(content de moy) 27, 16; ich
wyll minß laadefS b. sin (mich
begnügen mit) 303, 30.
Bercbtold (Berthelot), kaiser Karls
neife 127, 19.
Berchtold von Pottiers (Bertrand
de Pontiers, Beltramo di Ma-
ganza), aus Ganelons gascblecht
255, 15. 26. 34.
berichten bwv. : bericht sin (mit
gen.) »unterrichtet sein von«
104, 23.
Beringer (Berengier, Berlinghieri),
Bohu des herzogs Anses von
Bayern 82, 32; 87, 30; 255, 7;
257, 6 u. ö.
beriten stv. : ein pferd »esaayer«
183, 5.
Bernhart von Pottiers (B«rnard de
Pontiera, Bernardo da Pontieri),
aus Ganelona geschlecht 33, 17.
berouben swv., mit acc. der aache ;
ir band mines vatters acbätz all
beroupt 281, 22.
Bertha, kaiaer Karla mutter 4, 17 ;
841, 28.
berüelfeD n.: durch din b. und
bredigen (par tes monitiona et.
predications) 53, 12.
berüeft part. adj. 306, 19 (b. anm.)
beaamlen bwt. »versammeln« 277^
S3; 278, 7; 317, 29.
beschib adj. >klug, schlau« : wyß
und b. 93, 29.
beschinea stv. : unpers. refl. es be-
Bchint sich »es zeigt sich , ist
offenbar. 254, 29 ; 279, 22; 315,
17; 326, 31.
beacbirmung stf. »Verteidigung,
schütz« 11, 23; 83, 20.
bescbiU etm. »betrug, betrügerisclie
abaicht« 21, 23; 92, 34; 100, 9.
beschluß stm. »beachkiß« 204,27;
277,20; 331,9; »Schluß«: ssoo
allem b. 300, 33.
besetze f. »fußboden«: bsetze 1^2,
19; psetze 123, 19.
bässy f. »base« 141, 23.
besorgen swy. mit refl. dat. xc
douter« 312, 3 (vor); 333, 38;
334, 12 ; vergl. Deutsches Wörter-
buch I, 1636.
bet f. Odern.?: etliche bätt bilttei]
136, 21.
betrachten awv. »trachten nach«
288, 17.
betriegnuß f. »deoeption« 85, 10 1
betrügnuß 117, 9.
betrogenlich adj. »betrflgeriKh«
52, 12.
betraglich a^. dasselbe 53, 6.
bewaren swv. : refl. ohne weiter»
Objekt 268, 30; 269, 9(-ä-)-
bewarung f. »Verteidigung«: in l».
mincs libs 262. 22.
bewäran swv. : refl, sich im hur-
niach b, und versuochen (s'esprou-
ver anx armes] 27, 25.
bewilgen swv. : refl. das sich mengt-
lieber bewilge (se delibere) den
tod willigklichen ufzenemen
308, 20.
by präp. vor zahlen »an, naheza,
ungefähr« 194, 34; 214, 9;
248, 22 ; 258,28; 280.29; 323, H;
373
340, 11; inBtrumental *durcb<
nach anbieten 80, 1; 81, 27;
113, 12; 236, 29 i 282, 35; Bchi-
cken 63, 30; 64, 34; 119, 4;
123, 34 j 275, 16; »an« nach er-
feennen 122, 4; 210, 2; 334, 8;
Beeben 116, 4; 289, 33; &b be-
fichint sich 315, 17; beteuernd; by
ritters trüw 91, 27 ; by der sei dee
alten Amona 246, 6;üwer Buii,den
ir gmacht band by der acbünen R.
256, 20.
bieten (bütten) Btv. = gebieten
94, 17 j 196, 37 ; 242, 17 ; 299, 5. 8 ;
303, 33.
bildnuß f. »bildwerk« 270, 5.
bysin n, »beiseinc 124, 30.
byspil n, : b. nemen by 132, 35
ab 279, 30 ; ein b. ertzöngen
126, 21; zuo b. dem keiser T.
4, 5.
bywänung f. >ningang, gesell-
Bchaft« 127, 8.
Ulaffes, ort, wo Boland begraben
wird 329, 21.
Blanchardin (Blanchardin, Bian-
ciardino), Maraiüas Vasall 276, 12 ;
287, 19; 291, 15 u. a. w.
blossen n. iblaaenc 319, 36,
blatte f. »flache achöasel fiir spei-
acn. 36, 18; 247, 13 ; 250, 25.
blitzg m. >Mitz« 23, 37.
blitzgen bwv. »blitzen« 295, 17.
ßlondea, (Blonde, Bla,nda), Mar-
silias gemahlin 332, 25. 32. 37;
335, 8.
blüettig adj. »blatigc 37, 14 (doch
a. anm. zu der steile),
blündern awv. »plündern« 259, 18.
bluotztropfe m. 295, 20.
blnotvergieaaen n. 209, 6 ; 224, 29.
bluotvergiesBiang f. 173, 19; 211, 1 ;
300, 26; 335, 16,
bochslen n. »lärm« 24, 5.
Bordellus, 8. GOdfrid.
Borgundla, s. Burgundia.
boßcket f. ^ * böBigheiti er thüege
mir atetz aöüich. boßcketten (de
cea fineaaea) 111, 31.
boßhafitig adj. »aubtiU 226, 5.
botschaft f. >bote< 123, 22; 200,
38; 291, 31; 335, 24.
boumgärtly n. 10, 2 (a. anm. zu
der Btelle).
Bonrdyaa (Bordeaux), b. Cafferus,
Äniou.
Boargeti, b. Lamprecht; Burgea
310, 3.
brantschatzen awT. : part. prät.
brantgBch atzet 93, 37.
brechen atv. : den schlaf »unter-
brechenc 5, 23.
bredig f. »rede« 257, 30.
Brettania (Bretagne , Brettägna)
133, 15; a. Baldowin, Salomon,
Samaon, Criatianua.
Briasebarra, anführer in Äntheaa
beer 288, 13; 284, 24 u. b. w.
brittlen aw7. : die verrettery , die
darnach bryttlet ward 288, G
(a. anm. zu der atelle),
brucheo awv.: etwaa mit einem
br. 'gebrauchen , anwenden« ,
z, b. gwalt 137, 27; tyrannj
212, lOj reden 175, 16; 323,28;
das recht 217, 17; reü. mit gen.:
sich des eigenen willens br. 157,28.
brüchig adj. : b. ain »zu tun pflegen«
142, 9.
brüeye f. »brühe« 36, 18; 247, 10.
brüge f. »geriist, auf welchem beim
tumier die zuachauer sitzen«
130, 18.
brunnenwasser n. 333, 34.
Brunnetta, tochter dea amirola von
Nerico 265, 36 ; 236, Ö. 10 u. a. w.
Brunor , Morganta brnder 34, 27.
32. 34; 36, 32.
— pseadonym für Roland 28, 17;
31, 17; 60, 28; 62, 9; 67, 22,
374
bruoderbusly n, »dnsiedelei« 233,
23. 32.
Brüasen, b. Lamprecht.
LJurge«, 8. Bourges.
Burgundia, a. Gödfryd, Quj, Hiig,
Ott, Salomon, Albrecht ; Burgon-
dia 297, 9; Borgimdia 89, 16.
buBiiane f. »posaune": ein grosse
zal Biimbren, buseanan und trum-
metten 304, 14.
Buasire, heidniBcber füret 273, 25;
Buaeere 274, 11.
buwig ftdj. »angebaut, bewohnt«:
ay fundeud b. fetder und land
44. 17.
OiM. EL
D, B. auch T.
dachtbar adj. »denkwürdig« 159, 37
(b. anm.).
dahar oäv., häufig vor verben der be-
wegnng; z. b, dahar trMen 157,4 ;
d. rytten 326, 36 u. a. w.
dähinden adv.: d. lassen 301, 17.
danken swv, »den grüß erwidern«
65, 12; 274, 31; vergl. 186, 1.
danksagen 8 wv., Eusammengeachrie-
ben und daher als compositum
aufzufassen 312, 24; 321, 16 u. ö.
dann adv. »denn« 59, 6; 213, 4;
227, 10 u. ä. ; da ay dann nach
gegen wirttigklichen blüeyt 2,28.
Dannemark 276, 38; 280, 10; 292,
23; häufiger Th- 9, 18; 80, 7;
85, 33; 122,21; 137,15; 216,9;
222, 3 Q. B. w.; Thennemarck
6, 27; 26, 17; a. Gergis.
Dannes (Dannee, bei Fuki 22,224
fehlt der name) , tochter des
amirola von Nerico, achwester
der Brunne tta 265, 35 ; dat.
Dannessen 266, 1 ; Danne 267, 21.
dar adv., mit verben zusammenge-
setzt: -geben refl. 262, 30; 167,
26 ; -strecken : and werß min
laben für das üwer dar zuo str.
13, 21.
darab ady. »daron , deshalb, da-
rüber« 239, 1. 25 ; 240. 14 u, ö.
daran adv.: dran g.än »die arbüit
(hier: den kämpf) beginnen« lü6,6.
Dardannia277,2; Dardan na 325,14;
Dardamia 3S2, 10; s. Ardanaia.
dargeben n. : durch sin d. hat der
keyser nut uti' den andren beren
142, 18.
darin adv., mit verbeo Knsaimneo-
gesetzt: -reden: einem »wido-
sprechen« 93,38 ; 236,2 ;-8chlacheii
318, 22; 319,8; 320, 19; -sechen;
het unser her nüt d. gesecheo
. (n'y eust pourveu) 124, 33.
darvon adv. : einen d. bringeo
»retten« 106, 37; 312, 22.
das (seltener daz) conj. »sq daß<
229, 17; 316, 5; »weil« 18, 17;
118,32; 120,7; 222,30:234,31;
241,33; 318, 16; 819, 5; 327.30
(s. anmerkungen); »damit« 303,
13; 317, 16; 321, 1; 830, 15;
mit einer Verneinung »ohne d>B<
(sehr häufig) ; die stund, das ich
an dicli gelöpt hab 260, 82; nkcb
einem comparativ = als 160, 29.
Dassia: der künig von B. 329,28.
David, der beaieger Goliaths 249,17.
davornen adv. »vorn« 237, 18.
Deniasiua : Sant D. (Saint-DeniB,
San Dionigi) 135, 30 ; 253, 10;
332, 2 ; Denisseus 134, 3; 280, 13;
284, 16; 285, 33.
denk m.: an die er all sin aiim
und denck (toute aa pensee) ge-
setzt hat 180, 28.
denken swv. an. : mit acc. der sacbe
»ausdenken« : er dächt die aller
tadlicheat verrettery 293, 8; böß
uff einen (von einem) d. 57, 34;
ir band mir sinn nach nie dacht
375
(oncqaea ne m'en fiates aiicune
requeste) 75, 35.
denn, nach einem cotnparativ 64, ^2 ;
BOnst gäwöbnlicfa »daan*.
dennecbt adv. »dennoch« 82, 36;
88, 6 ; 133, 25 ; 179, 3; 200, 26 u. ö.
derglichen: d.tuoiif>4, 12; 84, 21;
98, 18; 204, 18 ; 235, 5 j 303, 4 u. ö.
deaenthalt: relat. d. er nüt die
wärhejt eagt 112, 20.
Didiers (Didier, Deaiderio), könig
der Lamparter, von Karl dem
großen Iwüiegt 342, 8. 10. 14.
dienen swv.: zao tiach d, »auf-
warten» 267, 12; 305, SO; ir
grosse manbeyt diendeud (nütz-
ten) innen nut 22S, 29.
dienatbarkeit f. »knecbtscbaft«
145, 3; 198, 37; 199, 23 u. ö.
Diogenna (Diogene, bei Pulci feblt
der name) , Rolands gemahlin
8,26; 137, 32; 141, 10. 17; nur
einmal in unaerni text (321, 29)
heißt sie avicb. Aldea, welcher
name der häufigere in F und der
einsige bei Pulci ist. S. einl.
Diomedea (Diomedea, Cbiaristante
P. 21, 101), könig der stadt Cor-
nillia in Barbaria 235, 28; 23», 5 ;
241. 38; 242, 31. 36.
dLser pron. >der andere« (noch heute
all gemein schweizerisch): djG
zwen 182, 4.
Dobrun (Doubrin,Dombruoo),beid-
niscber riese 195, 33; 196, 31.
Docbier (Doucher, Doncbiaro), von
Boland auf befebl Karls getötet
323, 32,
doma>llen adv. «damals« 7, 11.
Doon von Nantueil ([Jooq, Dodone),
christlicher graf (herzog 44, 23)
am hofe Karls des großen, aus
dem geachlechte Rengnolda 6,31 ;
9, 18 u. 8. w.
Dordonna, a. AmoD.
dry num. : umm die drü (um drei
uhr) 182, 33; 223, 18; 237, 15;
274, 22; untz das es drü was
182, 20; ein wenig nach den
dryen 274, 23.
dozemal adv. »damals« 7, 14.
dromattaria m. »dromadaire« 29G,
27.
ducken swv.: den köpf 297, ß.
dünken swv. an. : unpersänlich ohne
Objekt »scheinen«: es duochi,daB
erttrich zyttrette undor innen
108, 5; ebenso 122, 19; 2^3,28;
295, 17; 320, 14.
Durandal -el (Durandal, Durlia-
dana) , Rolands scbwert 8, 17 ;
63, 17; 111,4; 143,26, 164,35;
196, 7; 219,21; 227,5; 237,27;
298, 8; 317, 6; 320, 7; 322, 8;
330, 27.
durch prB,p, mit dat. 185, 20,
durchdringen atv. : die red durch-
trungend dem kilnig durch das
hertz 119, 32.
durchzug m. »durchmarsch« 79, 32.
dürfen V. an. »wagen« 9, 24. 28;
266, 5 ; darnach ein inf. mit »ze<
UQ, 10; 224, 7.
During, a. Th-.
dussen adv. «draußen« 290, 5.
E (ä).
ilchb, in bedingungssätzen : wiltu
acht siniingnad nüt überkommen
(wenn du nimlich . .) 195, 4.
ilchtert, dasselbe: wend ir ä. in
friden laben 139, 23.
ee f. : die , ein ee machen zwü-
schend . . 181, 8; 225, IL
eegmachel m. »ehegatte« 78, 26;
137, 35; 141, 12; n. »ehefran«
319, 17.
Kgyb ert (Bgibar d , Egiba rdo}, chri at-
licher herzog 317, 30; 319, 38;
329, 32.
876
Egypt(h)a 5, ßj 275, 22; 280, 27;
299, 35; 312, 5; Egypten 171, 29.
eygentlicli adv. »Bans fante aucune«
141, 35.
einest adv. »einmal ■ 63,30; einest
— änderst (das eine mal — das
andre mal) 71, 28; >dQreinBtc
139, 27.
einhellig adj. : e. werden (mit abli.
aatz} inbereinkommen« 229, 12.
einlielligklich adv. »einstimmig«
99, 28.
einicb pron. »irgend einr 120, SO;
323, 84. 37; 328, 31; 333, 13;
336, 22.
eine, gewöbnlich eia: e. werden
119, 36; 267, 20. 24; ejfl ain
116, 36; 313, 25; es ist im als
(alles) einß 156, 25.
ElargiuB : der künig E, von Ackyt-
tanja 329, 29.
einböge m., als maßbezeichnung :
der waB wol eyben e. (braeBees)
lang 302, 21 ; elbage 310, 29.
empfangen stv. «auffangen« 210, 5.
empfinden stv. : R. empfand, daz
er (Alexander) nacb atmet 221 , 2.
end n. »ort« 9, 15 ; 10, 17 ; 13, 35 ;
24, G u. s. w. ; sende« : zuo end
(äs limites de) Frauckricb uod
Hyspannia 287, 17 ; am end (fuß)
eines grossen bergQ 9, 13 ; zend
»zuletzt« 296, 2; ze (zuo) end
kommen 123, 33; 284,11; sinem
krieg ze e. k. {seinen krieg be-
endigen) 179, 36 ; ir möchtend
sonat üwerm fürnemmen nät zuo
e. k. (euer vorhaben nicht aus-
führen) 298, 1 ; mit dem mocht
er zend8inealürneinen3k.294, 18;
zno end bringen >mettre en
efiPect« 243, 7. S. auch zent.
Engelland 6, 29; 32, 33; 82, 3;
115,22; 130,10; 135, 35; 316,21 ;
329, 30.
Engellander m.: Aatolf. der E.
127, 32.
ängi f. ; ßaoltand suocht diegrösten
änginnen [die dichtesten häufen
der feinde) 283, 36.
entblötzen bwv. : die stat ist gar
entblätzt der lütten 44, 35.
entblündern swv. >au8plütidern<
259, 21.
entblündrung f. »plünderungc 335,
26.
entterpnuß f. oder n.? »desberit«-
mentc 139, 7.
entgünnen stv. «beschädigen, ver-
letzen* 178, 33 ; 215, 1.
entnliechtern bwv.: refl. »de^eaner«
270, 37.
enttrnng f. »mutabilitä 98, 13.
entschließen stv. : den stryt k-
thuon , als er entschlossen (b^
schlössen) worden ist 174, 8.
entschlöfen swv. »einacbläfeni«
116, 34.
entschuldigen swv.: A. Bejt dii,
das er 6. dester baß entschal'
digette (den verdacht, die gs-
noBsen verraten zu haben , von
ihm fernhielte) 251, 21.
entzünden swv. : das Dood no
Bchänckel diirvon (von dem biß
des drachen) gantz entzünt ward
und im bran 47, 8.
eralten swv. : »alt werden« 4, 19.
erberlichen adv.: »ehrbar« 110, 17.
erbennklich adj. : »barmherzig« 4.
12.
erbietten n. : er nam von innen
urlob mit vyl e. (print cong«
et s'offrit bien fort k eux) 92, 8,
erbuwen parfe, adj. »bebaut«: w
fand e. land 182, 33.
ererben swv. : »erben« 340, 3.
ergeb adj.: »freigebig« 4, 6.
ergeben stv. : reß. ich ergib mich
gentzlichen an üch (je m'oSre
377
da tout hl Tosire com an dement)
49, 29; und (ir) lich zuo einem
brtioder ergeben band (euch da-
zu hergegeben habt, ein müncb
zn werden) 19, 22.
ergrifen stv. : ich bab dich daran
ergrytfen (dabei ertappt) 175, 32.
erhy taget part. adj.: *erhitz,t, auf-
geregt« 164, 18; 105, 33,
erhungert part. adj. »ausgehung-
ert« 36, 15; erhungert 207, 8.
erkantnuß f. »urteil c 128, 8.
erkennen svrv. : wie R. ab dem
häf erkannt (verbannt) ward
123, 30; E. dg uü dem küngli-
rich Franckrich erkent 127, 31 j
dasselbe 127, 35; 128, 8. 11.
erklagen swt. : trans. «am einen
klagen« 328, 6.
erkonfen swv. : aller weit gold mQcbt
. dich mit vor dem tod e. 315, 10.
erkunnen [erkonnen 171,21; 281, 7)
swv, »erforschen, erfahren« 5,34;
79, 28 ; 126, 35 ; 276, 13 ; 280, 32 ;
281, 14; 336, 19.
erleben awv.r wenn er sine tag
erläpt hett (alt geworden wftre)
257, 23.
erlängerung f. : die nüt zertzellen
sind von wegen e. des achribenj
3, 7.
erlykeyt f. »nobleaae« 120, 38.
erloüben awv.: der künig wott, das
all frowen undjunckfrowen allen
und jedem erlöpt {preisgegeben)
wurdend 235, 38.
erlouptnuB f. Jierlaubnisc 132, 28 ;
157, 6| 259, 20.
ernerer m. : der e. der armen 329, 13.
erroten awv. »rot werden« 82, 1.
erachlachen stv, : refl. do hab ich
m,ich mit im erschlagen (je me
suis combattii contre Iny) 25, 31.
erachrockenlich adj, »schrecklich«
232, U; 319, 29.
erst : glich erst «eben jetzt« 12, 30;
mit der bedeutung >Kuerst< kom-
men vor: tzeraten 126,8; 212,7;
von ersten 272, 27; des ersten
205, 3; 330, 22.
erstlich adv. •zuerst« 281, 37; 315,
12; 322, 34.
erstockt part. adj. »verstockt«
176, 24.
erstunen swv.; darab er gar er-
atiinnet (fut tout eameu) 97, 6;
part. prikt. eratunnet »betäubt«
88, 30; 181, 29.
ertöden n, 286, 11.
ertödung f. 169, 33.
ertoiibet part. adj. »betäubt* 11,6
(ertobet); 189, 33.
erfaruDg f.; ander aouberven und
erfarungen (autres encbantemena
et devinemens) 306, 7.
erwarmen 8wv.: do Ruolland Reng-
nolden also erwärmet (esohaiiffi^)
gsach 126, 28.
erweren swt. : das (^ das es) innen
die Kryeten mit e. mochtend (sie
nicht davon abhalten konnten)
280, 21 ; re3. mit dat. 259, 4.
erzeigen sw?.: refl. der künig C.
ertzeigt sich wol, daz er uns lieb
hat 97, 11.
erzöugen awv. : refl. der dorft sich
nüt e, (wagte sich nicht sehen
zu laaflea) vor Beringer 256, 5.
erziichenstv.ireä.untz wir gaächend,
wie sich der strjt ertzüchen (ver-
laufen) well 206, 9.
eaterrich m. »Fußboden« 227, 33.
Esnraril (Eeurard), ein »phillosikusc
Karls des grolJen 340, 16.
Ethiopia, heidnisches land 309, 6.
etwan adv. »zuweilen« 145, 29;
«ziemlich« vor maßbczeichnung-
en 181, 30.
etwar pron. »jemand« 128, 33;
135, 30; 236, 2.
378
exempel n. : e. nemen by 179, 11.
F 8. V.
Gablat adj. »gabelig« (mhd. gäbe-
lebt) 266, Sß.
Galbator, s. Gilbator.
Galantin (Galan tin, Vegliantino),
Rolands pferd 80, 1; 36, 1 ; 57,
16; 61,6; 66,23; 70,23; 111,6;
115, 20; 148, 17; 150, 24; 182,
11 ; 197, 38; 321, 4.
Galleran -an (Galleran, Gallerano),
heidnischer kOnig im beere Mar-
Biliaa 291, 37; 317,19; 320, 22.
Galleranna (Galleranne, Gallerana),
gemahlin Karls (vergl. Puld
28, 55) 294, 8 ; 296, 22.
Gallerus, christlicher graf 329, 38.
Gallienus (Galien, Galliano), Pseu-
donym fär Astolfo 239, 22;
242, 11; 243, 24.
Galter von Meylland (Gautier de Mil-
lan,GualtieridaMalione), christ-
licher ritter89, 15; 310,35; 329,
36,- Galtier 310, 5; 316, 6; 320, 1.
Galter (Gautier, Gualtieri) , beide
184, 25. 29. 31. 33.
gän V. an.: also gieng Rengnold
sich klagen (klagte B. im gehen)
184,3; michdunckt, wir gangen
(verstoßen) wyder unsere gelüpt
140, 9; gän lassen »loslassen«
201, 35.
gan, s. gen.
Gannelion (Ganelon, ein paar mal
Gannes ; Gano), der Verräter 6, 10 ;
7, 24; 8, 5 u. s. w.
Garnier vom löwen (Guerrier du
lyon , il guerriere del lione P.
4, 50), Pseudonym für Rengnold
45, 22; Gernyer 54, 30.
Gastgunnia (Gascongne,Guascogna)
297, 8; 342, 6.
geb, in Verbindung mit folgendem
fragepronomen : — aach, — . im-
mer; a. b. geb wer 137, 28 ; 271, 6.
17; geb waz 124, 26; 128, 22;
294, 29; geb wie 43, 1; 55, 13;
152, 15; 171. 32; 178, 18; geb
wo 76, 11; geb in welchen lan-
den 91, 8 U.S. w. Vergl. Schweii.
idiotikon II, 67 ff.; Deutsches
Wörterbuch IV, 1, 1, 1708 ff.
geben stv.: das ich vast wenig omm
sin tröwen gib 112, 11; dnem
glouben g. (schenken) 139, 25;
276, 11; 277, 7; 329, 18; einem
erschrecken g. (einen ersohreekenj
295, 24.
geberen stv. »zeugen« : daz mich
der edel her inn iren (in der
mutter) gebar 221, 32.
gebrnchen swv.: refl. wend ir üdi
minesrätzgebr.(gebrauchmacheo
von) 185, 12 (vergl. auch 221, 16);
gebrucht sich (bediente sich) mit
früntlichen wortten 262, 3.
gechlingen adv. »schnell, plötzlich«
17, 17; 58, 9.
gedechtnuß n. : ich hab g. (er-
innere mich) an den apostel S.
Paulus 14, 38.
gedenken swv. an.: ein mentsch,
der etwaz böß gedenckt inn
sinem hertzen 293, 7.
gedencken n.: wie er in söllicbem
gedäncken (en teile pen«ee) was
111, 36.
gegenwirtig adj. »gegenwärtig«
(häufig).
gegenwirtigkeit f. »gegenwart, an-
wesenheit« 8, 16; 121, 36; 126,
18 u. ö.
gegenwirtigklichen adv. »gegen-
wärtig« 2, 28.
gegni f. »gegend«: acc. pl. geg-
ninnen 128, 36.
gehaben stv. : refl. (er) gebuob sich
(klagte über) einer andrenkranck-
heyt &a, 35.
gehan v. an-: retl. ey ghnttend
sich (kl agten über) der streichen
236, 16.
gebär (gh-) aüj. »behaart« 56.35;
213, 9.
geheim adj.: ein wyaer, geheimmer
(diacret) rjtter Ü7, 21.
gtiherziget adj. »beherzt, mutig«
282, 14.
gehörnt adj.; du bettest änderst
die urteyl nüt also g. (cornu)
geben 241, 11.
gebore am j f. : einem g. tuon (faire
obejaaance) 303, 34.
Gellioa (Gfllboe, bei P. 27, 201 fehlt
der name), das gebirge öilboa
in Palästina 328, 23.
geleitzmann (gl-) m. »führer« 186,
24. 29 : 188, 22. 26.
gemächt (gm-) pl. oder f. Hg.?
sgenitalia«: und sprang ins was-
ser unt£ an die g. 215, 3.
gemein adj. : der gemeine man
»la commune« 138, 18. Vergl.
Deutschea Wörterbuch IV, 1, 2,
3203.
gemüet »courage« 3Q7. 33; 338, S.
gen (gan 261, 19), partikel vor
inJinitivea »(um) zu«: a) nach
V erben der bewegung, z. b. nach
g ä n : gen scbläffen gan 22, 2 ;
252, 5 ; gen ruowen g. 233, 31 ;
286, 20, 267, 14 j gen Sachen g.
275, 3 } als er gieng gen waaser
reichen 15,26; nach kommen:
gen tri ticken kommen lö, 5; gen
atrytten k. 28, 1 j 113, 37; do
ücbied er hinweg die mere gen
einem heren sagen 79, 16; die
Bwen Krysten gen häncken be-
leytfcen 204, 25; er macht sich
uff die aträa den tod gan auocbon
261, 19. b) nach verben der
modalität , die den begriff der
bewegung in aich schließen: ich
will den gen straffen 10, 18; ich
wyll im gen hältfen 182, 1; so
wend wir gan sä^-hen 259, 15;
er sötte gen wasser reichen 16,1 ;
sy sott gen Rengnolden sagen
185, 27. c} nach »sin« (wobei
»gegangen« zu erganzen): der
ist gen sin leben wagen 187, 20.
Vergl. Schweiz. Idiotikon IL,
322 ff.
generen bwv. : gott gennert inn
all einer wunden 1, 22.
gen{n)et n.? »genet» 296, 28; 3ÜÖ,
15. Vergl, »geneter* Deutsches
wörtorbuch IV, 1,2. 3390.
Gennow (Gennea), &. Hugo, Olifier,
Rengnier. Ackyttania, das yetz
Gennow heyßt 342, 4.
genuogsamklich (gn-) adr. »zur
genüge. 132, 19; 134, 21.
geraten »tv. : all die kettennen einer
stat bettend inn nüt heiiept, daz
er not an das roü gerätten wer
(qu'il n'allaat aua l'autre cheval)
154, 27.
gerecht adj. »recht« ; zuo der ge-
rechten gottes 323, 17.
gerechtigkeit f. »recht« 139,6.13;
HO, 8; 170, 32; 172, 22.
öergia von Thaunemarck (Ogier
le Uannois, Uggieri il Danese),
am hofe Karls 6, 27; 26, 17;
80, 6; 85, 33 u. a. w.
Gerian , christlicher herzog 329,
34.
Geryon (Gerion, Fuligatto F. 23, 2),
heidnischer riese, von Rengnold
besiegt und bekehrt 263, 22;
269, 1 ; 272, 12; 299, ]5.
Gernyer, a. Garnier.
Gerold von RosHillon (Girard de
Roaaillon, Glierai'do da Kosaig-
lioae), christlicher fürst 9, 17^
380
221, 27; 230, 22; 253, 36 ; 2&6, 6;
270, 38; 290, 23; 341, 37.
geriimmel (gr-) n. »lärm, gepolter»
23, 36.
gerumpfen (gr-) parfc. adj. »runz-
licbtt 56, 35.
geachänder m. »Schänder« 157, 13.
gescliickligkeit f. 51, 21.
gescliir (gsch-j n. : guot gschir
macben »faire bonne chere« 16,
22; 54,4; 77,16; 128, 2Ö; einem
g- g. m. 59, 18; 152, 35.
geechrej (gech-) n. »gerücht« 194, 6;
335, 15.
geacbwind adj. »subtil» 323, 4.
gesiebt (ga-) f.: die g. (ab etwas)
verlkreD *aua dem geeichte ver-
lieren« 171, 37: 174, 22.
geaigen bw7. : so wellend wir an
iren g. 27, 36.
geeprecbadj. »beredt«: Gannellon,
der wol g. was 291, 14.
geatalt (gst-) f.: »art und weise,
weg, mittel» 2^ 19; 17, 3^ 26,3;
118,2; 119,2.33; 230, 34 u. a. w.
geatafcten bwv.; mit gen. dersache
99, 7.
gestellen (gat-) swv. ; den stryt g.
114, 10 ; einem die red g. »einen
zum schweigen bringen« 88, 4.
geatert adv. »gestern« 85, 25 ; 87, 34.
geatiUen swv. : absol. »aufhören«:
do gestyllet daa ungewytter von
stund an 214, 27.
gestüd n. : coli, zu stüde »geatäade,
geatrSiucb« 248, 34.
getümmel n. 317, 34.
geÜisaeß part. adj. : ich bin vj\
gefiianer gsin bOÜ zethnon dann
guotz 324, I.
gewapnen swv.: refl. 189, 3.
gewar {gw-} adj.: g. werden (mit
acc.) 50, 17; des nam sieb
RuoUand gwär (de quoj R. se
donna garde) 29, 35.
Gilbator (Gilbatar,Gibil terra): die
gebirg G. (lea deatroicts de G.)
339, 31 ; Galbator 306. 4.
glen f. »lanze« 61, 38.
glich adv. »aofort« 36, 9; 194, ö;
310, 25.
glichen swv.: refl. mit dat. 120, 15;
212, 10; 312, 13; 320, 15; 381,34.
glitzen swv. »glünzen«: hör, glj
tzeud wie daa lutter gold 172,2.
glitzern swv. dasselbe 41, 5.
gloggenkalleawm. »glockenschwen-
gel« 59, 33; meist blos »kalle>.
glouben swv. : in einen 159, 26.
gloubbaftigadj. »glaublich« 314,19.
glück n. (f. 73, 1 ; a, anm. zu 74, 8):
zuo allem glück »par caa de for-
tune« 261,25; uff gl. faren »auf
abeuteuer ausziehen« 272, 7.
gnaden swv. »abschied nehmanc:
er schied uß dem schloß heim-
lich on gn. 233, 14*
Gödfryd, 'tunig zu Bordellus' 6, 28.
Gädfryd (Gaudebeuf, Guottibuoffi),
'uß Burgundia bürttig' 306, 13;
'fryher uO B.' 329, 36; God-
310, 5.
Gödfryd von Thannemarck, chri»t-
licher herzog 9, 18.
Gödfryd (Godeffroy, dreimal Gande-
beuf), 'küoig inn Frieül and' 6,29;
302, 3; 310, 1; 317, 31; 319,38;
329, 27.
Golyaa , der riese , den David er-
schlug 249, 17,
Gorgonna8(leB Gorgonoea), die Gor-
gonen 24, 26,
göttisch adj,; der harniach was g.
(göttlichen urspi-unga), also du
inn kein yssen nach etachel ter-
achnyden mocht 171, 25.
goucb m. »gloutonc 1 1,29; 224, 2 0.5.
Grandon (Grandoin, Qrandonio),
heidnischer könig 316, 8. 8. 31
(GradonJ; s. Grodoin.
Grannadia (Grenade, Granat»), kS-
nigreich 306, 4; 335, 9.
granaen m. »Bchitfeende« 2 15, 2.
grebtnuß n. ibegräbnia« 2&7, 15.
17. 26; einem greptnus geben
>b68tatten< 329, 28.
greweltich adj. »grauen erregend«
213, 10,
GryflFon von Haultefueille (Griffon
d'Hautefueille , Grifone d'Alta-
foglJa), vetterGannellona 120,27;
131, 16; 245, 37; 254, 3.
Grodoin (Grodoin} 302, 30; nach
Pulci 25, 180 derselbe wie Gran-
don,
groß adj. : da ward im das- hertz
80 groß (gerührt) 202, 24; dn
laut mich gros (schwanger) eines
kindefl 91, 16.
grüetzen awv., soimmer ; z. b. 2ö, 15
65,11; %, 1. 13; 185. 37; 225, 10
gruotz m., Bo immer ; z. b. 186, 1
Guchart (Guicbard , Guicciardo)
bruder RengDo1ds34, 10 ; 130, 11
183,32; 190, 11; 205, 10; 210, 14
229, 5; 300, 11; 304,31; Gusch
art 77, 20; 99, 23.
Gadellon von Pejern (Guidellon
de Bavierea; bei P. 8, 43 fehlt
der name), am hofe Karls B2, 31.
S. Gwedon.
göette?: in Hercules güette (aiix
colonnea d'Herculea) 299, 35.
giiettigkeit f. »►gute« 158 , 38 ;
159, 25; »courtoiflie* 198, 11.
Guy von Burgundia (Guydeßour-
gogne) , am hoFe Karls 89, 16 ;
135, 13; 277, l ; derselbe wie Hug
Ton B, (a. d.).
guot: du hetteatg. gehept vor dinem
Unglück zeain (tu avoia beau
öviter ton malheur) 277, 24.
gupernator m. >gouverneiir«225, 16.
Gwedon von Peyern 253, 14; nacb
F derselbe wie Gudellon von P.
Halbteil m. »hälfte- 144, 25 ; 310, 22.
halt m. »binterhalt«: alle die, ao
im h. wärend, wuschtend harfür
241, 3ti.
halten stv.: wyrtschafft h. 236, 4;
einen kämpf mit einem h. 336, 4:
vy], nüt uf einem h. (geben auf)
85, 5; 89, 23; 251, 13; refl. wir
wend 2er ät würden, wie wir un»
wytter h. (verhalten) wend 328, l.
hau V. an.: eine junokfrow han (in
obaciJDem ainne) 193, 36; 229, 25;
ietz hast nut daran, der minat
buob bat mer daran (anteil da-
ran) 333, 19. 20; wenig, nüt nf
einem han (geben auf) 81, 16;
112, 33; 142, 13. 18; wirmüeasend
gän , das wir den aoldan vor
argwiin habend (pour garder le
8. de 80up9ony 203, 10 ; er wurd
dich wol han, das . . (il te garde-
roit bien, que . .) 279, 16; ich
wyll dich nüt han (zurückhalten)
261, 7; vergl. auch 199,24; 210,
30; 228, 6; 231, 32.
band f.: Bengnold nam die atat
und daa sohlos tan zao sinen
banden 261, 21.
handel m. : sagst mir nüt allen
handel von der verrettery (tout
le faict de la trahiaon) 314, 26 ;
pl. handel : ich will üch min h.
(mon affaire) ertzellen 27, 22;
ala die heren von iren händlen
(de leura adventurea) seyttend
232, 27.
handeln swv. : die unbilligkeyt, die
ir mit minen brücdern gehandelt
band 38, 9; wie er gehandlet bat
(avoit contracte') mit dem heyd
198, 34.
Hannibal 307, 26.
Hana (Jean, Janni P. 25, 128):
India, in dem der briester B.
künig iat 299, 31.
banfatäagel m. 26G, 5.
haptk m. : hundert berejtt haptken
(fautcona miiez) 296, 26.
bar adv. ; als ünweiter teil in zu-
samtnenBetzuagen mit anders
adverbien « b. ab, an, in, nacb,
uß; in vyl zytten bar (depiiis
longtempa) 2, 24 ; mit verben
zusammen gesetzt: bar brechen
»anbrechen» (vom tag) 69, 19. 24.
barniBch m. ; sehr häufig die übei-
setzun^ von «iea armes« , z. b.
186, 4. 7; im h. sin »eatre anndc.
harfur adv., mit verben Buaammeti-
geaetKl: harfur brechen (vom an-
brechenden tage) 44, 14; 267, Ih ;
270, 30 ; 273, IS ; -kommen 337, 1 ;
-machen: refl. »avvs der reih«
hervortreten« 283, 14; -stellen:
refl. OlHfier stalt sieb barfür (se
mit au devant) 8, 18; -thuon:
die panner »mettre au vent«
304, 8; refl. »hervorkommen, her-
vortreten« 87,3; 309, 15 ; 320, 17 j
-treten 336, 26 ; -wischen 241 , S6 ;
-Buchen 304, 16.
harz n.: achwartz wie gesotten h.
(peige bouilUe) 218, 16; 309, 7.
Haultaklara (Hauteclere, Altacbi-
ara) , Oliviers ach wert 114, 8 ;
Haultaklerra 318, 18 ; Hottalker-
ra U, 14; Hochenklara 8, 25;
Hochenklera 227, 29; Hochklera
SO, 7.
Haultat'ueilla (Uautefueille , Alta-
foglia) 131, 17; Haiiltefueilla
130, 25; Haultefueille 129, 27;
HochenfueiUa 245, 87; 254, 3; a.
Griffon.
lieimfallen etv.: diewyl der ami-
roll (der iehensmann) tod iat,
80 sollend alle die land, so im
ziiogehorttend, von recht» wegen
OTJnem vatter wjder h. nla ober-
ster her (ala lehensberrnj 172, 27.
Heinrich, brader Karle 341, 32.
heissen n.: ich weit es bües^en na«h
beissen (nach dem befehl) disBer
ryttern 65, 23.
heitery f. »glänz (der aonne)« 239, 1.
hell adj : mit heller (lauter) gtimin
44, 22.
Bellen«, 'Meneiaua wyb' 174, 33.
helfen stv. : einem darvon h. »einen
retten« 206, 6.
herberg f. : ze h. ain 194, 11; 216,16.
herbergen swv. : absol. 170, 1 ; refl.
130, 14; 134, 4; 211, 3 (-ern).
5; 215. 12; 236, 3.
Herclin (Eraclio P. 28, 127 ; in F
fehlt der name), 'Cesar von Con-
atantinopel' , vater von Karls
mutter Bertha 341, 29.
Hercules 299, 35^
hergott m. : unser h. 1, 21.
Hermalina (Hermeline, Ermellint),
(jemahlin Oliviers 8, 24. Pulci
1, 17 nennt sie 'moglie del I>.i-
neae', d, i. Uggieri (Ogfier-<l«rgis).
Über diesen widersprach a. eini,
Hernnin (Berrain, Erminione). heid-
nischer könig 77, 22; 86, 17;
90, 10; 98, 8; 110, 6; 114,22;
125, 5.
herrschen swv , mit acc. : ich bin
nttt kommen küngkricher «eli
(pour acquerir roy»ume8)168, 13.
hert adv. 210, 18.
herz n. -mut« 80, 29; 209, 1; 218.
25; 227, 32; 286, 13; 297, 12.
heriog m. »anführer« 281, 4. 13.
üeber »hertzügc 286, 28 s. naehtr.
häasig adj. »envieuxc: ich bin b.
gsin on cinicbe gnad 323, 36.
hieby adv. : es mögend wol vyl h.
eKempell nemnien 179, 11.
hiedannen adv. »von hier weg«".
h. kommen 111, 20.
hievor ad v. 1 13, 7 ; 135, 29 ; 145. !1 ;
179, 27; 192, 16; 201, 21 u. fl
I
383
k
W{ f.: einem h. geben 133, 32 1
einem h. thiion 136, 28; dyaser,
80 du meinet, er eifr inn diner h.
(en ton aid») 224, 11.
Ivilllich adj.: einem h. sin »helfen«
12, 33; 96, 21; 175, 6; 219, 7;
I 220, 23; 239, 38; 324, 11.
hin adv. : ala zweiter teil in zu-
tiainmensetzungen mit andern
advfrbien, s. an, tbert, vor, für,
S6D0 ; trennbar zusammengesetzt
mit rerben : -gän »eii umrunde
gehen, uterbenc (?) 169, 28;
-kommen: sy wurdend eyß, daz
sy sinn (wegen ihres streites)
zuo Rengnolden hink, wettend
(qa'ellea s'en rapporteroyent k R.)
'267, 21 ; -richten »töten« : ich hab
inn wyllen, vil hinaerichten mit
der Bchniden mines achwertz 136,
34 ; -sin »verschwunden , ver-
gangen sein« : natz das innen
der zorn hin were 137, 33;
-thuoD : den büseen wyllen b.
(abiaasen von) 140, 30; got, der
da mag all zouberryen h. (zu
nichts machen) 227, 1.
hindannen adv. : einen li. jagen
143, 15.
hinder präp.: bindet sich (meist
zusammengeachrieben) »zurünk«,
häufig bei Verben der bewegnng ;
z. b. stellend ilch h. (retirez voaa)
72,27; adv.; binder g;in »unter-
gehen* (von der sonne) 165, 4.
hinder adj. : inn der hinderachten
(letzten) schlacht der A. 7, 35.
hinderwertlingen adv. »von hinten
her« 30, 27.
hinscheiden a, 8, 36; 90, ^ ; 91, 37 ;
23Ö, 18 a. ö.
hlnaß adv. : b. geben > herausgeben <
185, 18.
hin für adv. »fortan, künftigbin«
15, 6.
hinwegscheiden n. 302, 12.
hirziy n., demin. zu hirz 43, 37.
BiBpan(n)ia (Kapagne , Spagna)
79, 24; 135,5; HO, 16; 142,24
229, 16; 275, 24 ; 280, 11 ; 287, 17
290, 30; 303, 16; 313, 23; 333,19
339, 30 (das gantz H.); 341, 14
Hiachpan(n)ia 79, 24; 155, 28
Hyspannien 2, 34.
Hoal von Nantes, chriHtl. ritter
325, 14; Hoel 332, 18; 339, 27.
Hocbenklara, -klera, Hocbklera, s.
Haultaklara.
Hochenfueilla, s, Haultafueilla.
hochgeboren adj. : min aller meoh-
^igester und hochgeborncat her
292, 8.
hold adj.: absol. «verliebt« 173,22;
174, 10; 180, 38.
hön adj.: einen h. machen »er-
zürnen« 114, 14.
hdptlingen adv. »kopfüber« : Leon-
nett fiel h. über sinpfertab 29, 13,
Uottalkerra, s. Haultaklara.
hönschen (housthen 198, 32; hüe-
Bcben 196, 26) awv.: einem etwas
h. »verlangen« 60, 1.20; 143,5;
196, 24, 26; 198, 32; 283, 23,
hof m. : an der filrsten hoffen und
andern, die da häf haltend (qui
tiennent maison) 124, 9.
hofatat f. : uf tlea strytz h. 322, 21;
330, 13.
hudler m. »glouton* 121, 35 ; 216, 16.
hüenly n, , dem. zu huon : die h.
gänd niemer mit den fuchsen
269, 27.
hüerling m. »ribaud« 206, 2.
hüerrigm. »ribaudc43, 22; »niffien«
197, 14. 18.
hüeten swv. : hüettend (gebet acht)
ob allen dingen, daz . . 231, 1;
refl, ohne weiteres objekt 162, 28.
Hug von Bargiindia (Guy de Bonr-
gongne), heraog 26, 16; 32, 33 j
*
384
285, 5; 310, l; 'künig zuo Ag^re-
nant' 329, 30. S. Guy.
Hug von Nantes (Hiiyan de N.),
graf 302, 5; 3lU, 4; 329, 35.
Hugo (Hugues) von AckjrltaDia
342, 3 ; H. von Gennow 342, 7.
haiid m. : zwei hundert louffendcr
hutidsn 293, 26.
LilndiBch adj. : mit den h. Erjaten
2U8, 32.
hungerig adj.: h. nach etw. 320, 15.
huot f.: dch in h. halten 69, 12.
15; 79, 22; 147, 11.
hurtig adj. .gaillard« 192, 6; 263,29;
276, 3.
huffe Dl, : sich uif ein h. legen
231, 33; zuo h. faUen 164, 37.
böwlen bwv. »heulen« (von hun-
den) 280, 30.
J (y). ^
yet'^mal adv. »jetzt, bh dieser zeitc
24, 34; 26, 27; 166, 14 u. ö.
yll f. : in Bchneller yll 201, 14.
yllentz adv. 47, 10; 58, 28 u. ö.
im (dat. von »es«): sehr häufig
beim verhum »thuon«, um die
be Ziehung desselben auf etwas
vorher erwähntes anzudeuten
82, 26. 38; 115, 27; 129, 7;
143,21; 150,5; 168,10; 172,30;
196, 15 ; 1Ö8,20; 287, 35; 297, 31 ;
300, 12; einmal bei einem ad-
jektiv : ir sind im wyß gnoog
(weise genug dazu) 298, 14.
imbiU m.: zimbiß essen >disner<
120, 22; 182, 35 u. ö.
in präp. mit dat. oder acc: a)
räumlich ; in (auf} dem berg
186, 9 ; der sy tz, in dem M. saß
295, 18. b) zeitlich »wahrend,
bei<: im nachtessen 236,6. 13;
in Earlys rettung 285, 34 ; in
Karlys und Ruollanden luokunffc
285, 38; im zuohenzüchen 309, 9 ;
I
in der red 311, 17 ; in ainer klag
319, 7 ; im rytt 319 , 37 ; im
wyderumrytten 325, 27 (vergl.
auch »indem«); in (seit) zechen
jitren HO, 23; in kurzem (binnen
kurzer zeit) 80, 31 ; 90, 5 ; 94,34 ; _
156, 27; in kartzen tag<>n (vor ■
kurzem) 64, 10; in vaat kurtzer
zyt {depuia peu de tempa) 211,33;
esi ist jetz nüt im zyt (an der
zeit) ze blässen 319, 14. c) zweck,
absieht bezeichnend : (der !öw)
leyt sich nyder in zeichen der
demüettigkeyt 226, 22; dysse
ding schickt üch M. in frünt-
schaft zeichen 296, 31; ich wyll
üch mine gsellen in huot lassen
270,27; (er wüst nüt), ob sy in
gaottem oder in bOaaem (in g. oder
in b. absieht) kämmen 79,27. d)
instrumental ; in dysaer fonn(par
ce moyen) 332, 36. e) wann ea
mag sich im niemmen verglichen
in manheyt 185, 14 ; er Übertrift
inn manheit und redligkeyt alle
84, 33.
in adv., trennbar zusammengesctit
mit verhen; -beschließen »ein-
BchHeOen« 315, 35; -binden: al^
im ingebunden (aufgetragen, be-
fohlen) was vom keyser K. 268,4;
-geben »übergeben»: (so well «r
üch) gros stet und land i. 202, 29;
-haben linne haben« 243, 31;
282, 19; 335, 22; 340, 3 u. &|
»retenir« 116,23; -hatten »zurück-
behalten«: (pfert und schwert),
ao er im unrechtlich inhielt 113,22;
-legen: die glen 61, 38; die spar
115, 26; du hast uns ein groaw
unner ingleyt 177, 22; -nemen:
tribut 195, 35 ; R. nam die slat
und das schloa in zuo sinen ban-
den 261, 20; -Bchlachen: das er
im den (köpf) in schluog 215, 4;
(
i
-stecken : die acbwertter 1 79, 18 ;
-suchen: ftbaol. 2&4, 27.
indem (häufig getrennt geschrieben)
adv, »während dessen« 97, 21 ;
223, 4; 272, 30. 34; 276, 24;
325, 18 u. ö.
India 201, 17; 299, 30.
ingang m. »eingang* 226, 10.
ingiesaung f. »eingebung« : durch
götliche i. 52, 31 ; durch die i.
dea hejlgen geystz 159, 21.
inhalt m. 277, 14. 30.
inbaltung f. >inha]t« 64, 5.
inhar adr. : du ha«t es in hals i.
erlogen 107, 16.
inwendig adv. ; er ertzöugt sich
hüpacblich ußwendig, aber i
was er trurig 293, 6.
inwoner m. >einwohner< 45, 9
94, 15; 242, 7; 254,34; 265,12
280, 25 ; 331, 32; iawaner 44, 29,
irig adj, : daz ir all irig sin wer
den (serez tout empeaübi!) , die
zetzellen 97, 28.
isig adj. »eieern« : und het er den
kopff jBsig 186, 21.
isin adj. dasselbe: ein grosse ysainne
kuglea 189, lö; mit der yaainnen
fuat 249, 10 ; ein groBeen issennen
kolben 197,86; d. yeae huot 189,32.
Ytallia 2,35 ; 6, 6; Yttallien339,33.
iferung f. : wie man aich inn die
ytfrung der liebe leyt (comme
ile se mettront en freneaie de
TamourJ 197, 12.
Jason (Jason, Greco P. 20, 27)
Bchiffspatron, vertriebener könig
von Cornillia, von den franzu-
Biachen baronen getauft und
wieder in seine rechte eingesetzt
214, 12; 225, 8; 235, 22; 241, 29 j
243, 27; 246, 20; 299, 16.
jenent adv.: da jbänett «dort
drüben« 269, 14.
Moiguit der riet»
jener: die yeneren tand 299, 26
(a. anm. zu der stelle),
jerlich adj.: uff den jerlichen tag
(Jahrestag) siner bekrönung 200,5.
Jerusalem (Jb-) 2, 30; 5, 6; 6, 12;
249, 17; 275, 21; 338, 32.
Jesua (Jh-), der gott der Christen
12, 22; 13, 22; 86, 25; 93, 15;
117, 12; 272, 29 ; 304, 20 ; 308, 23 ;
325, 34 ; der nam Jbesum 13, 26 ;
Jhesus Krystua 145, 1 ; Jh. Kryat
214, 19; Jh. Christ 29, 16; Jbeaa
Krist 76, 14; Jhesuchrist 11, 11.
Saut Johans Port (S. Jean pied de
port] San Gianni pi^ di Porto
P. 25, 94; San Gianni di Porto
25, 170; Pi^ di Porto 27, 161).
Stadt in der nähe von Ronce-
valles 295, 7; 296, 15. 34; 297,
13. 29. 36; 298, 22; 303, 28;
312, 26; 319, 22; 325, 7; 336,
2. 6.
Joyosaa (JoyeuHe, Gioiosa), Earla
dea großen achwert 284, 14.
Jordan, fluß 334, 23.
Sant Jörg, der hl. Georg 298, 6.
Judas, der Verräter 250, 24; 279,
13 ; 290, 21.
Julius Cesar 307, 25.
junckfrow f.: die (rysaen) hattend
die für ir j. (chambriere) 181, 19.
Jupiter, beidengott 81, 23; 194, 38.
K (C, Q).
Kalyf : der gros K. von Bande«
(a. d.); der Kallyffe 317, 20.
Kallabria (C-) 6, 15 ; 339. 34.
kalle m. »glockenachwengeU, Mor-
gants waffe 19, 36; 95. 30 ; 97, 28;
122, 33; 123, 16; 210. 2. 4. 20.
30; 215, 4.
Callygant (Galigant , Galigante
P. 22, 254), heidnischer könig
270, 9.
Cailorion (Calorion, Calavrione),
25
386
heidnischer könig, brader des
Alten vom berg 245, 81 ; 246, 13;
248, 15 ; 254, 17; 257, 14; 263, 21 ;
K- 254, 24.
Garn von Cattaja (Cam de Gattaye,
Can di Gattaia P. 21, 6), heid-
nischer farst 223, 25. 34; Kamm
223, 28.
kammertbür f. 175, 12.
Kaprefol (Caprefol, CaprafoUe P.
22, 217), eine wüste, in welcher
der riese Geryon sich aofh<
264, 25; C- 267, 38.
caracter m. »zauberbachstabc : die
(ryssin) fandend sy, das sy neys-
wa.8 caracteren (characteres) inn
herd macht 231, 9.
Earador, s. Eorador.
Early, kaiser Karl der große 1, 2
u. 8. w.; Karolus 2,25. 29; 6, 2.
Earlomanus, sein bruder 341, 33.
Cartago 305, 15 ; 307, 26.
Gattaya, s. Garn.
Gafferus von Bourdyas (Cafferus,
Caffiers de Bordeaux), christ-
licher könig 310, 2; 329, 27;
Carferus 302, 3.
keybin f., Schimpfwort, von der
riesin Creonta gebraucht 228, 20.
kämelthier n^ »kamelc 299, 26.
Genonnia: Buolland, gräf zuo G.
7,9.
Oerberus, der höUenhund 24, 22.
keren swv. : refl. (Ruolland) kart
sich uß dem streich (wich dem
st. aus) 197, 37; die Zerstörung,
so sich vast bald uff uns keren
wyrt 308, 19.
kärly, dem. zu »karren« 135, 20.
ceromancia (so ist wahrscheinlich
statt »ceromacia« zu lesen) »chiro-
mancie« 306, 6.
Gesar : des grossen Herclin, Cesars
von Constantinopel 341, 29.
kybeu swv. «sich zanken«: die
zwo jnnckfrowen kyptend nmm
Ire schöne 267, 18;- do sy lang
kybet hattend 267, 20.
Gybillia (Gibile), stadt in Spanien
306, 4.
kinbagge m. 197, 10.
kindbet f.: die was nuwlingen uß
der k. gangen 96, 8.
Gypion, s. Scipion.
Cyrot (Girot, Scirocco P. 20, 27),
patron eines schiffes 214, 12. 19.
klagen swv. : sich einem kl. (s. bei
einem beklagen) 243, 14.
Klaramunt, s. Kleramunt.
Klarion, Ol- (Clarion , Fabarro P.
9, 33), Vasall Hermins 94, 11. 13.
29; 100, 27; 103, 37; 117, 34.
Glementz (Glement, Chimento P.
2, 53), böte, von Rengnold aus-
geschickt Roland zu suchen 32,84;
83, 7 (acc. Giemen tzan); vergL
auch 25, 14.
Elementza (Clemence , Clemenna
F. 8, 15), Schwester des kOnigs
Hermin 78, 16. 37; 79, 11; Cle-
mantza 101,20; Clemencal08,19.
klepfen swv. : absol. der stein fuor
für, klepffend als ein tbonner-
klapff 11, 34; trans. (Creontta)
klapfft ire zenn wyder ein an-
dren 231, 33.
Kleramunt , Gl- (Clermond , Chia-
ramonte), graf , klosterabt, aus
dem geschlechte Rolands und
Rengnolds 9, 15. 30; 13, 32;
14,20. 33; 15,17. 21.28; 16,23;
17,34; 18,18. 28; 19,4. 24.29;
20, 2; 35, 3; 36, 30 u. s. w.;
Klaramunt 10, 6.
knüpfen swv.: Rengnold knüpft
(band) Bayard an ein boum 154,
24.
koller m. »köhler«: schwartz wie
ein k. 23, 1.
kommen stv.: (Karly ist ursächer
gsin), daa sovil laodtz zuo un-
serm beiigen glonben kommen
sind 140, 19; sy was Bich ver-
wundern, wohin er mit Bayard
kommeiif were (qu'il avoit faict
de B.) 184, 34; ich will sinn
unsers zanckO an dyasen rytter
kommen (je m'en rapporte , .)
240,82 (vergL hinkommen); mich
danckt, ich sig aß einem schlÜff
kommen 325, 23 j die mere käm-
mend (gelangten zu) dem küaig
M. 155, 2; es kam innen wol
(daQ sie noch gerüstet waren)
132, 2.
commett f. >kometc 340, 14 (s. die
anm.).
CünHtant (Constant, Gostanzo), kö-
nig Ton Bella Marint^ 131, 17;
199, 4; 202, 12; 205, 25; 211, 11;
249, 27; Conatantz (dat.) 199,3.
Constantinopel 341, 29.
Conatantinus, 'der probst auo Rom'
830, 2.
contzientz f. »conacience* 323, 25 j
339^ 1.
Gepard -t (Copartj Copardo), sehn
dea amirola von Peraia, brnder
der Roßmunda 166, 25. 28. 31. 32 ;
167, 1. 8, 11. 3S; 171, 1; 181,5.
Korador, C- (Corador, Caradoro),
heidnischer könig, vater Leon-
neta und der Meridianna 20, 7.
22; 28, 4. 24; 40, 28; 58. 21;
63, 22; 77, 26; 90, 6j 118, 26;
209, 22; Karador 64, 6,
Corbant, K-{Corbant, Corbante),
heidnischer könig, von den fran-
zösischen herrcnzumchriritentiim
bekehrt, vater der Forisaenna
44, 32; 46, 19; 49, 2; 51, 3;
54, 0; 56, 30; 58, 27; Corbana,
K- (gen.) 44, 32; 54, 29.
Cordublya (Courdoube , Corduba
P. 25, 254), Cordova 306, 5.
Cormoram (Cormoran, Can di Gat-
taia P. 20, 60), haaptmann dea
kaiaera von Me8aa215, 36; 216,2.
5. 7. 13. 15. 20. 22. 24 (K-). 30.
Cornillia (Cornille, Corniglia), s.
Dyomedea.
kosten awv., ohne Preisangabe : ich
loben dir, ee daa die buqd under-
gang, müeß dich daa wort kosten
(que le mort te cousstera eher)
197, 19.
kostligkeyt f. »pracht, aufwand«
161, 1; 173, 25.
kränken awv.: so gar het er daz
hertz kräackt (tant il avoit le
coeur serrö} uß ursach der schnel-
len verrendrimg dea leidtz in
fröud 66, 85.
CreontafCreante, Creonta P. 21,25),
zanberkundige rieain, mutter von
acht rieaen 213, 13. 30; 225, 18.
20; 228, 34; 232, 26; 242, 26.
Krieche m. »Grieche (Oströmer)«
2, 20. 23.
Eriechenland 339, 32.
kriegiach adj. »zum krieg gehö-
rend«: daa ich nun die krie-
giachen sachen gaächen und er-
lernnen mög 27, 19.
kriegalouf m. : pl. wann das sind
die krjegaiSuif, eineet glückhaff-
tig, änderst ungliickhaStig eesia
71, 28.
kriegslüt pl. 94, 38 ; 96, 20; 160, 2;
249, 29; 254, l u. ö.
kriegsrächt n. : nach k. 241, 5.
kriegsvolkn. 83, 7; 160, 13 ; 161, 28;
206, 13; 258, 2; 331, 19 u. ö.
Kriat m. (sehr häufig). S. auch
Jbeaas.
Crjatianua, 'könig zao Brefctanya'
320, 28.
krumbhorn n., ein muaik Instrument
(in P entspricht »clairon«) 293,
14.
25*
^88
krutz n. »kreas (ende des rück-
grates)« 11, 86; 231, 20.
kacbjgschir a. »küchengeschirrc
21, 12.
quitt adj.: das da den kanig F.
ewigklich für quitt lassen wellest
des trybotz halb 198, 29.
kumlich adj.: die k. (geeignete)
zyt 17, 34; es ist ietz nüt k.
(il n'est pas maintenant temps),
daz ir üch an innen rächend
204, 9.
kamlichen adv. »kaum* 109, 7.
kummerlich adv. »kaum« 31, 8;
44, 6; 139, 33; 175, 24.
kunnen an. v. : (ein wärsager), der
vast wol mit der scbwartzen
kunst kond (sich sehr gut da*
rauf verstand) 147, 1; er treyt
dry böggen, mit dennen er wol
kan (gut umzugehen weiß) 272,22 ;
ich kan nüt darfür (daß ich nicht
so schön bin) 266, 8.
kuntlich adj.: so muos er mich
finden das k. zemachen (prouver),
das es war ist 239, 21.
kunthuon an. T; = kund thuon
84, 17; 171, 8 u. ö.
Cuonrat (Courant, CoranteP. 14,30),
riese 161, 8; 164, 24.
Kurthän (Courtain , Cortana) , das
Schwert des Gergis ron Danne-
marck 86, 7 (s. ein!.).
kurzlich adv. »kurze zeit« : k. dar-
nach starb sin bruoder 341, 34.
kurzum adv. »um es kurz zu sa-
gen« : k. sy wottentz nüt thuon
234, 33.
kurzwilen swv. : din buol kurtz-
willet undersich (joue de Sou-
plesse) 266, 85.
Laden stv.: mit acc. der sache
»aufladen« 16, 16. 17; mit acc.
der person »beladen« 259, 12.
Lamostant (l'Amostant , TAmo-
stante P. 12, 39), 'künig in Per-
sia' 142, 34.
Lamparten, Lombardei 6,21; Lam-
party 342, 14; Lombardia 342,8.
Lamparter m., Langobarde 342, 12.
Lamparty, s. Lamparten.
Lamprecbt (Lambert), 'künig zuo
Bourges' 302, 4; 310, 8 ; 329, 27.
Lamprecht, 'fürst in Brüssen' 6, 28
(s. einl.).
landvolk n. »les gens du paysc
97, 36.
lang adj.: nach langem »nach
langer zeit« 154, 87; 256, 2a
langest adv. »längst« 244, 2; 261,
11.
Langres: dergräf von L. (lecomte
de L.) 802, 5: 310, 4; 329,35.
Lassanna (Lausanne, Lusanns) 255,
16; s. Polydor.
lassen stv. : im fallen ließ er m
grossen schrey 11, 18; do ließ
sy ein grossen sQnfftzer 65, 20;
die ließ gros silnfftzen ab ß. hin-
scheyden, aber er ließ nach tjI
grösser 235, 18. 19; wie vil(trehen
und) sünfftzen wirst du (von
hertzen) lassen 290, 15; 308,11;
do ließ er ein grossen fürflammen
uß dem mul 231, 17; die wyl
die fisch suttend, ließ der bruo-
der win 275, 7; lassen = zurück-
lassen: der künig Hermin hat
inn zuo einem regent des landes
gelassen 93, 86.
Lateran (Lateran) : a£F dem platt,
der da heyßt L. 2, 12.
latte f. »dachlatte« 24, 1.
leben n. »lautes treiben, lärm«:
waz läbens ist daz, so ich in der
stat hör? 95, 7; waz lebens die
in der stat tribend 248, 20.
läbtag m. : das sy ir 1. rieh warend
225, 14.
389
läclienlilt pl. »lebenslente« J4Ö, 5.
läder n- : gewapnet mit gesottnem
]. (de cuür bouilly) 205, 3; 218, 15;
mit gee.<]ttiien lädern 258, 29.
legen awv. a) mit acc. der person :
By leyttend inn an ein vaat schöne
bett 4f;t, 9; er ward mer dann
in tiassend etuck geleyt 242, 3.
b) mit acc. der Bache: h&nd
legen an einen, etwas 126, 'i^;
161,19 ; 201,34; 217,20; 229,32;
247, 10 ; 326, 12; do lejt sy ir
liebe an inn 146, 19; die hat all
ir liebe an in geleyt 167, 19;
die achmach, so da faltachlichen
uff frow M, geleyt hast und iiEF
mich 122, 30; der dingen halb,
so man uff inn ieytte (ihm zur
last legte) 124, 2; die (fürsten
uß Franckrich) leyttend all ir
zyt, all ir hab und lyb und
stercky den kryatenlichen glon-
ben zemeren 264, 17. c) refl.
und ley t aich an ein bett 174, 24 ;
dennen, an die sy (die liebe) sich
leyfc 178, 10; wie man sich in
die yffrung der liebe leyt 1 79, 12,
-lei (-lein), als zweiter teil von zu-
sarnmenBetzungen; allerleyn 174,
1; drycrlein 334, 24; einicherley
107,20; 11G,23; 120,9; 170,32;
-lein 123, 36; keinerlein U^), 23;
iri7, 7 ; 268, 18 ; vyllerlein 21, 38.
leid n. : ich bin hie inn leyd be-
kleyt (trage trauerkleider) tag
und nacht 217, 37.
Leon (lll), papst 1, 12. 16; Leo
341, 17.
Leonnet (Lionnet, Lionetto), eohn
dea königs Corador, brnder der
Meridiannä 28,24; 54, 23; 65, 25;
71, 13; Lyonnet 28, 4.
Leonfant, b. Lionfant,
lärmma : yederman Bchrey 1. (cri-
pit allarme] 248, 20.
leser m. »Torleser« : er (Karl) hatt
alwegen läaser, die im die biblen
und kronicken läaaend und an-
dere gcHchichten 5, 14.
lesterer m. : du bist ein 1. (adultere)
und kätzer und geschänder der
jungckfrowen 157, 13.
Lybia (Lybie, Libia P. 25, 213),
Lybien 305, 14.
lichnam m. «körper« 323, 10; die
todten lichnam 318, 2.
lychtferig adv. »veränderlich, nn-
beatändigt: (die frowen), die die
gmüetter so L band 150, 14.
liden stv. : trans. »zulaflsen, za-
geben* 65, 17; 107, 4; 238, 16;
ich möcht liden (ich hätte gern),
das dis pfert im holtz were 17,2;
refl. das fröwly schrey im, er
aött aich liden (sich rnhig yer-
b alten} 105, 35.
lieb adj., prädtcativ gebraucht ohne
Objekt: do Gannellon gaach, das
RuoUand bo gar lieb was (eatoit
tant airaö) 7, 26; da die ver-
retter lieber sind (sont mieux
aouatenus) als die frommen 34, 8.
liebe f. »geliebte» 91, 26; 265, 27 ;
liebe zu 0, mit einem h an 64, 18. 20.
lieben (gelieben ?} bwv, : das in
(gott) geliept hat den friden ze-
raachen 117, 6.
liebhaben swv.: ay fuorterd guot
laben mit einandren als zwey
liebhabende 150, 35.
liegen (lügen) stv. : du Mgat durch
din achtuBd2l8, 34; einen heiaaen
1. »desmentir« 126, 36; 128, 5;
279, 20,
ligen stv. : am bett 1. 174, 25;
175, 14; 295, 33; am fenater 1.
172, 3; 188, 25; man hat wol
gsächen , an wemm es gelegen
geweGt ist (wer schuld daran
war) 230, 5.
390
Lyonbrun (Lionbrun, Liombruno
Vi 21,61), Vetter Marrilias 229,20.
Lyonnet, b. Leonnet.
Lionfant (Lionfant, Lionfante P.8,
87), anfObrer in Bermins beer 81,8;
84, 8; 98, 7; 117, 84; Leonfant
79, 1; 83, 4; 115, 16; 125, 6.
Lionfant (Lionfant , Leopante P.
20, 80), heidnischer amirol 219,9.
24. 26. 80.
loben 8WV. = geloben 197, 18;
222, 9 ; 261, 9.
Lombardia, s. Lamparten,
lotter m. »glouton« 197, 85.
louf m.: Baolland reyt hindersieb
den louf zenemmen 148, 87.
loufen stv. : der pris, der von üwer
manheit in aller weit loafit 71,3.
löwly, dem. zu »low«: ein kleine
wysses 1. 248, 23.
Ludwig (Loya, Lodovico P. 28, 114),
Bohn und nachfolger Karls des
großen 339, 37.
Ifiegen swr.: (die ryssin) lüeget wie
ein touber stier 227, 84.
lümbd m. : diewyl er den lümbden
hat, das er der gröst verretter
wer in aller wält 290, 86.
luogen Bwv. : so luoget sy dem end
nut (eile ne regarde pas k la fin)
171, 15; ich wyll üch umm ein
guot wol gerust pfert und umm
guotten hämisch 1. (sorgen für)
163, 21.
lust m. : dardurch der heren vil
grossen Inst nammend (prenoyent
grand plaisir) sy sächen ringen
122, 16.
lut adj. : 1. machen »einen lärm
machenc 210, 83; 232, 3; 304,
15.
Inten swv. : das ist ein sach , die
übel luttet 21, 26.
luter adj.: das wätter ward wyder
schön und lutter 282, 15.
Luttringen 340, 34 ; der bertzog von
L. 329, 33.
Lutzianna (Ludenne, Luciana P.
18, 70), tochter Marsilias 158, 3;
154, 8; 160, 12; 161,34; 172,3;
181, 5; 332, 27; 885, 10.
LntzifFer (Lndfer) 24, 17; 291,27.
Mabon (Mabon; bei P. 4, 50 fehlt
der name), pseudonym für Doon
45. 23.
Mabon (Mabon ; bei P. kommt der
name wiederum nicht vor), vetter
Marsilias 153, 23; 154, 5.
machen swv. »peindre« 218, 11;
RuoUand macht nüt vyl mit
Gannellon (gab sich nicht viel
mit ihm ab) 290, 28.
Machmet (Mahom, Macon), beiden-
gott 11, 18; 12, 88; 18, 11 ; 14,22;
28,20; 29,1. 17. 19. 20u. 8.w.;
Machemet 58, 2.
macht f. : angesechen die gros macht
volcks, soir gschicMband 287,16;
wenn Alexander, Julius Cesar
. . . und all ir machtend (s. anm.)
hie werend 307, 27.
machtlos adj. »betäubte 261, 37.
Maduyt, 'künig in Sassia' (Mauduit,
roy d'Asie; Malducco di Frasse
P. 25, 177), im beere Marsilias
309, 16; 318, 6 (s. nachtr&ge).
Magis (Maugis, Malagigi), der
zauberkundige söhn des Beffes-
von Agremunt 34, 13; 86, 4;
56, 28; 110,2; 113, 24; 116,4;
128, 28 ; 183, 32; 205, 11 ; 228, 32;
277,1; 280,31; 298,30; 304,26;
306, 28; 311, 21; 321,26; 339,15;
gen. Magyssen 313, 8.
mal n.: zum dickem mal (sehr
häufig), zum d. mallen 278, 3;
zuo mengen mallen 26, 12; meng-
mal 114, 13; 139, 12; erbat
mich sovil mallen betrüept 139,32;
391
B-weymaUen 27, 25 ; drü oder fier
m Tillen 36, 8 ; einmal (auf die Zu-
kunft gehend) 142,30 ; 246,7 ; eynß
mala »auf einmal« 3, 28; 327,35;
zeraäl »plötzlich« 293, 19.
Malprin (Malprin, Malprimo P. 25,
177), heidniacher könig im, beere
MnTsilias 302, 22; 309, 23.
Mnlpron : der wald M. (le val de
Malpioa , la valle di Malprimo
P. 17, 116} 197, 22.
Mambrin (Maiibrin, Mambrino P.
8, 15), Bcliwagerdps königs Her-
min 77, 32; 81, 32; 99, 4; 104, IL
S, Manbrin.
Mammon, höllisches wesen 24, 18
(der gittige M,); 101, 7.
Manbrin (Maubrin, Mambrino P.
3, 32), heidnischer könig 34, 23;
wol derselbe wie Mambrin.
manenswv. »(ein beer) aufbieten« :
nnd dag ic Tcrnemmend, warumm
ich üch gemantt hab 303, 13.
Mans : der gr.if Ainou von M. 829,37.
maoB^stalt f. : ander innen was ein
alter man inn einem langen bart
lind hat ein scbQne m, (avoit
belle apparenee d'homme) 1&5,33.
Mantea (Mantea, Maganza): Gan-
nellon von M.212, 23 ; dyß faltach
gachläcbt von M. (Ganelons ge-
achlecht) 136, 32.
Maram, s. Marran.
Marangia {Merengis, MaKzarigi P.
26,57), beidniacber könig im beere
Marsilias 309, 20. S. Margaris.
MarckuB (Mareen, Marcovaldo P,
12, 39), riese im beere des sol-
dana von Babilonia 142,4; 143,11 ;
Marken 146, 31.
Marckua von Sant Michel (Marc de
Sainct Michel, Marco di San Mi-
chele P. 26,78), christlicher ritter
im beere Eaik 317, 13; 329, 38
(Marcus).
Margaris (Marguaria, Maazarigi
P. 27, 8) 315, 31 ; derselbe wie
Marangis.
Margaritton (Margariton, Margari-
tone P. 25, 179), heidnischer könig
im beere Marailias 302, 24 ; 317,1 1 .
Maria, die heilige Jungfrau 145,2;
159, 2; 323, II.'
Mariot (Mariofc, Mariotto P- 18, 41),
heidnischer fürst, aohn deskaisers
von MesBa 201, 18; 204, 9; 205,2;
215, 28; 217, 30; 250, 38.
Marran (Marran, marran z. b. P.
26, 47): {im beere Marailias)
wärend vy! Marranner, die hal-
tend weder glouben nach rächt
und sind bösser dann tüffel 309, 7 ;
Marsillia, der zum dickem mal
meineyd worden ist aU ein falt-
flcber Marran 314, 11 ; (verloreiieB
wasser) ist daa, damit man ein
M. touft 334, 27; verläegnetter
Maram 315, 32.
Mars, Btern 300, 27.
Mar8(a)illia (Marcille, Marailio),
könig von Spanien 7s>, 25; 151,2
153,8; 160,12; 229,19; 275,23
280,12; 286,30; 289,9; 293,28
302, 12; 305,27; 306, 11 ; 310,19
311.18; 318,15; 325, 9; 331, 8
333, 7 ; 338, 14.
Marfuriua (Marfnrius) , anfübrer
eines aua Afrika gekommenen
beidenbeeres 6, 19,
marweleteine adj. »von raarmor«:
ein grosse hoche m. anl 49, 13.
Marx : an Sant Marxen tag (nn
jonr de la feste Sainct Marc)
1, 17.
Matbeua von Sant Mychel (Mat-
thißu de Sainct Michel, Matteo
di San MicheleP. 26, 78J, chriat-
licher ritter im beere Karls 329,
38.
Mattaffer (Mataffer, Mattafirro P.
392
26, 129), heidnischer könig im
heereMarsilias 317,20; Mattrefer
(ebenso F) 320, 23.
Mattafol (Matafol , Mattafolle P.
8, 38), heidnischer könig im
heere Hermins 81, 15; 85, 15;
106, 29.
matte f. »wiese* 16, 26; 112, 38;
113, 13; 234, 11.
matterye f. : daz wir u£F die mat-
teryen kommend (pour venir k
nostre matiere) 275, 30.
Matteselion (Matesselon , Matafel-
lone P. 11, 88), Ganelons pferd
131, 23.
Mattrefer, s. Mattaffer.
Maffredon (Maffredon, Manfredo-
nio P. 2, 59), heidnischer könig
20, 16; 24, 36; 25,6; 32, 9. 18;
54, 12; 59, 22; 63, 22; 70, 1.
Medussia (Meduse, Medusa P. 16,84),
'die durch ir schöne die mannen
Euo stein verkart' 174, 36.
Megera, eine der Furien 24, 26.
Mejiand, s. Galtier.
meinung f. »wille, absieht* 5, 1;
90, 31 ; der m. sin »willens sein*
7, 34; »weg, mittel« 173, 19;
294, 37; 301, 18.
meister m. »dienstherr« 184, 23;
formelhaft mit »herr« verbun-
den: her und m. der stat und
des lantz sin 168, 11; ebenso
211, 6; 224, 35.
meisterhaftig adj.: darumm were
er m. (faisoit du maistre) und
kestgette sy 212, 1.
meisterin f. : ich mach üch frow
und m. über mich und über all
min vermngen 169, 5.
melden swv., mit starkem part. prät.
gemelten: durch den gemeltnen
(genannten , erwähnten) keyser
2,27 ; uff den gemeltnen berg 186,
21 ; uff gemeltnen tag 297, 84.
MenelauB, der gemahl der Helena
174, 34.
mentag m. »montagc 120, 21.
mentsch n. , in edelm sinne von
einer kaiserstochter gebraacht
229, 27.
Mentz: so ist 340, 12 dasunfiber-
setzt gelassene »Magonce* der
vorläge wiedergegeben.
mer : darumm wir umm daz minder
das merer verlurend 301, 31;
temporales adv. »länger«: ver-
flüecht werd der, der dich me
anbätt260, 33; ich bit dich, das
du nach mer by mir belibest
339, 9.
mererteil (immer zusammenge-
schrieben) m. »der größere teil«
95, 1; 98, 11; 135, 21; 137, 19;
138,28; 224, 14. S. auch merteil.
Meridianna (Meridienne, Meridia*
na), tochter des königs Gorador
28,6; 31,1; 54,7; 58,33:64,31;
70, 2; 90, 14; 103, 28; 114, 6;
118,27; 125,22; 135,14; 209,15.
Merlin (Merlin; der name fehlt
P. 26, 10), Wahrsager 306, 23.
merteil m. = mererteil 70, 10;
100,27; 137,23; 138,7; 139,35;
157,20; 170,8; zweimal n. 140,16;
294, 10.
Messa (Mese, Mezza): der keysser
von M. 215, 23; 223, 10.
Michel: Sant M. (Sainct Michel,
San Michele), s. Marckus, Ma-
theuB.
Michel : Sant M., der erzengel 34 1, 9 ;
an Sant Michels erschinnang
824, 28.
Millon von Anglers (Milien d' Ang-
ler, Milon d'Anglante P. 1, 85),
Rolands vater 6,25; 7, 17; 18,33.
36; 19, 9; 236, 24; 342, 1.
minethalb adv.: du wyrst disse
nacht inn minem huß mowen
393
onTerrcttery m.fvon meiner seite)
271, 19.
mirackel n. »wunder« 326, 30.
misch len swr. : refl. mag ich mich
under dia junckfrowen m. (in
feindlicher absieht) 259, 6.
mißbrnch m, : ob er joch durch
etlicb sentzler etwaz mißbmchen
bat wellen brachen (faire ancun
outrage) 140, 21.
mißhandel in. »misRetat« 132, 12;
H3, 24; 162,29; 240, 22; 271,8.
mißfal m. : daa ist nüt der erst m.
(la prcmiere faate), den er mir
thän hat 113, 11.
mit präp. mit dat. : daakriegsvolck,
80 ay mit (bei) innen gehept
hattend 246, 23; der ryß tuckt
den köpf mit (bei) d«m streich
43, 32; mit dja«en wortten fiellen
im die trehen uG den ougen
84, 84 ; es was nüt müglich, daz
er lange zyt regieren [kond] mit
dem laben (veu la vie), so er
fuort 243,35; das unrecht, bo er
mir mit Galleranna bewysaen
hat 204, 8 ; ala ir hie bßrend mit
Rengnolden 178, 11; daramm
mag einer niit grosse liebe mit
(zuo z. 18) dem andren hau
64, 20 ; da» wüchse bild, daa waa
mit (aus) reinem wachs gemacht
231, 22 ; 0 trostlos ser vatter, der
sin Bun verloren hat mit (par)
faltschem unglück 257, 4; so
bette er all rytter mit manbeyt
fürtroffen 257, 24; und gebracht
sich mit (par) ainer lystigkeyt
gegen Arbaliater mit früntlichen
wortten 262, 3 ; und brilcht sovil
zewägen mit (par) sinec hüpschen
red 263, 4 ; mit dem (par cela)
mocht er zend aines förnemena
kommen 294, 18; der keyaer ließ
lieh gantz mit (par) einem ratt
regieren 99, 32; mit dysser wyß
(par ce moyen) werden ir frid
mit im haben 127, 3; mit mim
rät (par mon conaeil) sond ir
üwer tochter mit einem grossen
züg schicken , . 187,2; nun het
er Rengnolden gsächen mit (zu)
sinem grossen Unglück 261, 13;
das er den friden also gmacht
hat mit (zn) der Krysten nutz
und cer 297, 5; durch rät eines
huflfen mit verretter 13S, 2.
mithftlfer ra. 200, 30.
mitnacht f. 236, 21.
mitsampt präp. mit dativ 170, 36.
mittag m., himmelsgegend 338, 10.
mitteilen swv. : ich bit dich, min
gott, daa du din barmhertzig-
keyt mit der frommen Krysten
aellen m. (den aeelea zuteil wer-
den lassen) wellest 324, 13.
Monaaaa (Monaca, Monaca P. 20,
58) , heidnische stadt 215 , 12 ;
223, 1 1 ; 225, 15 ; 235» 21 ; 243, 1 1 ;
246. 22; 250, 36.
Monditier, s. Richart.
Montjoya : M. Sant Deni88eu8(Mont'
ioye Sainct Denys), kriegaraf der
Christen 284,15; 285, 33; Man-
tyoya 332, 1.
mord(t)ax f. >mordaxt< 122, 33;
123, 1.
mörder m,, gibt regelmäßig (z, h.
57,27; 233,31; 236, 17 ; 2.38, 19)
daa franzöa. »brigand« wieder.
mördery f, : do B. die gros m.
gsach, BO die Krysten an ainem
Tolck begiengend 284, 25.
Morgant (Morgan t, Morgante), der
rieae 11, 38 u. b. w,
Morycka (Moresque, Muroque; Mur-
rocco P. 21, 12) : der künig von
M. 218, 4 ; MoTucka 224, 30.
Morillon, b. Felcker.
mornend adj. > morgig« 251, 35 u. Q,
394
iiiorryOpentiintz ca. *mohrcntanz« :
nach dem tantz wiirdenm.{more8-
quea et farcea) gemacht 293, 13.
niortpiell n. »mortbeil« 227, 24.
mug1o8 adj. «obne kraft« 181, 35.
138; 2S1, 32.
uiullberyboiim m. 334, 5,
uifilljrelle f. : der acbluog eine Kenn
einen ufl' den andren , wie ein
nifilljrcUen thuot (comme latar-
quette d'un moolin) 47, 2.
Muntnbant (Montauban, Montal-
bano), Btadt und schloß Eeag'-
nolds 6,31; 8,1; lÖ, 12; 34,12;
57, 87; 77, 23; 81, 9; 90, 11;
98, 6; 107, 11 u. a. w.
Muntfiilekon (Monlfaucon), rieht-
ütiltte in der utihe von Paris
134, 19; 135, 36.
mustrenawv, itnippen beaicbtig^enc
223, 3. 18.
Muttenyß (le mont Sion), der Mont
Genie G, 21.
Nach adv., mit verben ziisammen-
geaetzt: -dringen :kein erhungert-
ten low trang nie so fräffenlicb
nach siner apyß, ala aj den hün-
den nachtrongend 207, 9; -laasen
>2ula«een, geetatten« 101, 3;
337,4; >erla63eDc: den trybnt
196, 22, 26, 27 ; -fragen : einem
221, 6 ; 261, 23.
nach ad¥. ■ ea were ein geyat,
der inn necber dann inn dry
tagen (in weniger ala drei t.)
an Kontzefal tragen wett304, 29;
den (aller-) nechsten, wobei »weg«
zu ergänzen 104,18; 111,3. 10;
151, 32; 246, 30; 300, 12.
nachar (aua nacbhar) adv. : ist
neyüwas manhejt in dir , bo
komstuwol mit den andren nachar
(vous viendrez au dessua dea
antrea) 129, 35.
Nacbbagodonaaer (Nabuchodono-
Bor. Nabncco P. 26, 15) 307, 27.
nachen (aus nachhin) adv.: ich
bring üch guotte mer, wann da
nachen kommend üwer vetter
Ruolland, Rengoold . . 103, 3.
nachmTil adv. »nocbmala« 274, 4;
nachmälB 280, 8.
nacht f.; adverbialer gen. einer
nacht 163, 6; 235, 2; 264, 20;
der aelbigen nacht 233, 12; BCt
die (in dieser) n. 233, 26 ; 252, 14;
ein nacht (in einer n.) 188, 34;
ein troumm, der iren die nacht
(= die vordrig nacht z. 18)
troumpt hat 266,11 ; uff der nacht
(pres de la miict) 20, 36.
nachteilig adj, : keiner thuot, daz
im n. aig 301, 25.
nachfräg f, ; (Karly) schickt och rett
undbotschaEfteninnaincn landen
ummbar, die zebeaechen und n.
haben, wie man aich hielt 5, 27.
name m. : inn nammen mines wyrt:
288, 24.
Nantes, a. Boal, Hug,
Nantueil, a. Doon ; Nantweil 34, 8;
341, 38; Nantteveil 242, 35.
narr m. : vor dem tisch was ein
heyd, der treib den narren (fai-
80it du fol) 247, 9.
narrachtig adj. «tSricht« 77,3;
narrechtig 152, 9,
natur f. : die n. (naturtrieb) lag
dem ryssen im geblüet, das er
ainer brüedern tod rächen vott
227, 14; die n. fordert mich d*c-
zuo serolicha zetbuon (den tod
meinea vatera zu rächen) 281,26.
Nawärra (Navarre), königreicb 325,
8; Nawerra 338, 26.
Nazareth : die statt N. 299, 28.
natzion f. »nation« : gefurcht und
entzeasen von allen natzionnen
in der weit 140, 14,
395
nebend präp. mit dsit. : vor städte-
ramen »nahe bei«, z. b. nebend
Paris 129, 21 ; '283, 2 ; n, Babil-
lonnia 201, 5; mit acc. : das sj
n. die etat B. käniend 206, 11;
nebend sich, in Verbindung mit
Verben der bewegung : -gän ; ye
mer erß (das pferd Galantin)
stach , ye mer es nebend sich
gieng (alloit de travers) 115, 35;
-stän : do atuond Olifier nebend
sich (trat auf die aeite) daa end
de8 strytz zeaächen 123,5; -treten :
der beyd hat Binltolbeniif, aber
R. trat nebend sich , aJao daa
der streich an herd fiel 198, 5.
nfi.blachtig adj, : die nacht was
vast vinater und n., und thonnret
vaBt 831, 27.
nächtig adj. »von gestern abend« :
ich fßrcht, daa n. n achtmal werd
una thur zekoufFen geben 22, 22.
neigen bwv. : zuo allem bössem
geneygt (addonnö k tout mal)
156, 25.
neißlich pron. »irgend jemand« :
(mir ist nie vorgeworfen worden),
daz ich vor neyßlichem geflochen
sig U4, lö.
neißwann adv.*irgendeininal« 198,
24.
neißwar pron. »irgend jemand«
132, 25.
Nembroth: der thurn N. (la tour
de Nembroth, la torre di Nem-
brotfee P. 25, 128) 299, 28.
nemen »tv. : sy wott keinen (zum
manne) n. , er steche aj dann
ab 171, 30; ay wurden lerrttt, das
I Roßmunda den fürst Ballant n.
^ft müeßte 181, 4 ; müe und arbeyt n.
" 2,32 ; die flucht n. 224,:i2 ; 319,28 ;
322, 3 u. ö. j er nam nach ein
streich (wiederholte den et.) 227,
13; dasselbe: Keagnold nam ain
streich wyder 226, 16; so weit
ich nüt alles daz thuon , eo ich
für mich genommen (mir vorge-
nommen) hab 83, 22; die (XX
tusaend man) nam Liitziana über
aich (übernahm L.) 160, 21. S.
noch lufit, Wollust.
Heryko (Nericos, beiP. 22. 224 fehlt
der narae) , heidnische stadt
265, 19; Nerico 265, 31.
närrisch, närsch adj.: daz er (ich
uß dyser n. yrthum (de ceate folle
erreur) thett 159, 10 ; von einem
närachen rychter schnelle urtteil
241, 8.
nider adv. , trennbar mit verben
zusammengesetzt : -gün »zu bette
geben« 69,22; 139,37; 156,30;
»untergehen« (von der sonne)
326,20; -han: daz aper n. (baissei
la lance) 105, 16; 143, 38; -sin
»KU bette gegangen eeia> 233,12.
31; »untergegangen .^ein« (von
der sonne) 156, 13; -trocken j (da
wellest) im sin hoffart n-, die er
so groß hat 113, 14.
nidergang m., bimmelsgegend 338,
11.
niennen adv. »nirgend« 183, 10.
niennerab : er thet daa, damit innen
die dry brüeder n. entzeasen (ne
as doutassent de rien) 79, 21.
niennert adv. »nirgend« (oder blos
verstärkte negation?); der bot
Rumpt sich n., byß das er , . kam
(le measager ne a'arreata tant
qu'il vint . .) 78, 14.
niennerthin: einen n. achten »für
nichta halten, verachtent 20, 11;
54, 22; 107, 31.
niennertuf; sy hat n. (auf nichts)
acht dann iren wyllen zever-
bringen 150, 19.
niennerumm »in keiner andern ab-
sieht* 147,9; 148,6; 186,5 ; 193,16.
nigroiuacia {lies -mancia?) »nigro-
mancie« ü06, 6.
Nit(h)ephorus (Nicephorua), oströ-
miBcher kaiser 2, 16. 22.
NorniaiKÜa, s. Richart.
nöten bwt. : ein pfert >zur eile an-
treiben« 30, 24; 97, 19.
nümmen adv. »nicht mehr« 102, 11 ;
178, 6; 247, 21.
nun adv. »nur« 54, 3; 89, 28;
V.i2. 31; 112. 23 u. s. w.
nun arlv., häufig in relativaatzen :
(Riiolland) gedacht alwegen an
den verretter Gannellon, der nun
ein uraach vras, daa er ab dem
häf . , vertriben waa worden
9, 4; (Ruolland) fand den ryO
Paaaemunt, der im nun vast zuo-
luoget, do er inn gsach alleinn
kommen 10, 30 ; wend ir den
lieidiscLen gloaben verlän , der
ni;n faltach and vollen trug iat
76, 7 ; ir vertribend die, ao besser
sind dann bj, daa ücb nun nüt
ein grosse vernünft ist 126, 11;
der jmbiß tvaa kostlich, das nun
zelang zeschriben were 293, 10;
das nun ein erbermkHch ding
was zuhören 332, 13.
nüt: zenütte werden 101, 18; ze-
nütte machen 322, 18.
nütsöllend udj. michtenntzig', er-
bänalicb, feige 23, 9; 83, 19;
54J6; 105,18; 106, 32 ; 113, 38 ;
120, 32; 126, 12; 157, 1; 165,1
u. a. w.
nütsölUgkeit f. »feigheitt 162, 32.
nüwimgen adv. »neulich« €0, 26 ;
96, 8.
nüwrung f. : er läpt keiner dingen
dann der thyrannj und macht
vjl n. (exactione) under ainem
volck 235, 33.
nützet: ich lab sust n. anders {von
nichts anderem) 181, 24.
Ob präp. : do Konstant und Spin-
nolla aovil volcks ob Ruollanden
gsSchend 203, 28 ; do sy ob dem
nachtessen wärend 156, 14 : ob
tisch sitzen 251, 9 ; nnn mag
ich erkennen , waz ein rjtter
ob andren wert ist 89, 4; du
hast räch begangen ob dem aller
boßhaftigesten wüettrich 93, 33.
ob adv., mit verben zusammenge-
setzt : -ligen : einem ȟberwin-
den* 268, 30; -stän : in den
(brief) schreib er, alsobBtät 112,29.
ob conj. »als ob« 65,34; ob schon
Ruolland, Rengnold und ÖUiffier
nüt hie sind 80, 27.
oberer m. : her keyser , ir der da
ist ein oberer des rächten (chef
de justice) 132, 18.
oberstin f »anF^hrerin« : eine ist
der andern aller o. 258, 30.
Occädent 338, 10.
Occient : Didiers waa uß der gegne
0. {des parties Oceanes) kommen
342, 11.
Ollyve (Olive, Uliva P, 22. 68),
tocbter des königs Gonstant von
Bella Marina 249, 26. 85. S.
nachtr.
Ollifier von Geanow (Olivier de
Gennes, ülivieri di Vienna), mark-
graf, aus dem geschl echte Reng-
nolda und Rolands 6,27; 8,18;
32, 32; 34, 5; 35, 29 u. 8. w.;
Olivier 106, 8.
ongferd adv. »von ungefähr« 9, 11,
öpfel m. lapfeU 82, 20; 160. 36.
ordnen awv. : Brunnetta ordnet
(vers^affte) im ein pfert 266, 22;
(Rengnold) ordnet sin guot under
sine brüeder und kind 339, 19;
absol. do ordnet er (Karl) siiier
kinden halb 339, 36.
Ordnung f. tachlachtordnang« 283;
16.
i
orentrager lo. »zutr&g^erc 124, 10,
Orient 281, 26; 838, 9.
Otto von Burgundia (Otton, Octe
^de Bretagne; Ottone P. 8, 93),
herzog 28-1. 17; 317, 32; 318,7;
329, 31 ; Ott 89, U. S. einl.
Öligstem., dermonat Angust 129,31 ;
130, 5.
offen adj. : ein oS^ne huor (patain
I publique) 119, 23. 28.
offnen awv. : öffnet innen den inn-
halt des briefa 297, 3 ; wenn ir
mir verheisaen wend, das ir mich
nüt oifnen (verraten) wend 250,16 ;
refl. sy offnettend sich (entdeck-
ten rieh) im 49, 17; darum oifnen
ich mich (je me declare) dea
eoldana fyend und aller siner
mithalfera 200, 29.
Offriiu, brader Ki»rli 341, 32.
P(B).
pallaathäf m, »bof dea palastee«
837. 36.
Pantaaillia (Pentaailee) , 'die den
Troyennern zehilf kam' 174,35.
pantzerrocfc m. : er was gewapnet
mit einem p. (cotte) von guldinem
tuoch voll edlem gestein 269, 37.
Paria (Paria, Parigi) 2, 2. 27; 6,9.
13 ; 7, 2. 5 ; 8, 22. 23 ; 26, 7 ;
32, 24. 29 ; 40, 20.; 57, 37 ; 80, 14 ;
85, 23; 98, 11 ; 102, 29; 187, 6 j
209, 18 ; 229, 7 ; 276, 15 ; 306, 32;
321, 29 ; 335, 10.
Parya, der räuber Helena« 174, 34.
pas m. : einem den p. vorhalten
(den durchpaß verwehrenj 287, 1.
Pa3aemuiit(Paasemond, Pasaamonte
_ P. 1, 34), riese, Morganta bruder
■ 10, 23. 30; 11, 6; 34, 32.
paaaioQ m. : min got Jha^ua, der
dea taga des schmertzenklichen
paasions die aunn vertuncklettest
24.
patron ra. : der p. eines Bchiffea 214,
12. 17. 23: 225, 8. 12; 265, 10.
20. 23.
Pauina : Sant P., der apoatel 4, 34;
15, 1.
Peyern.s. Anaea, Beringer, Gudellon
(Gwedoa).
Peppinua (Pepin , Pipino) , vater
Karls dea großen 18, 35 ; 340, 1 ;
341, 28.
peromancSa »p«romancie* (P. 25,
25Ü : piromanzia) 306, 6.
Peraia 5, 38 ; 142, 33 ; 150, 27 ;
151, l!J; 155, 18; 160,7; 161,30;
170, 10; 179, 26; 183, 15; 192,26;
218, 35; 281, 38,
peraönliclien adv. 217, 2.
peatenlentz, f. : der die niere ver-
nam von . . der p. (pestilence),
80 die Krysten inn dem land be-
gi engend 331, 17.
Fetter : Sant Petters müaster (in
Rom) 303, 36.
PhiJpertta (Philiberte, Filiberta
P. 21, 102), gemahlin dea kdnigs
Diomedea von Cornillia 242, 30.
36; 243, 27; Philbertta 241, 13;
246, 19; Fylbertta 235, 34.
philloeikus »philoaophe (F)« 340,16.
pilgrystab m. »pilgeratabc 265, 16.
Pinabel, aus GanelonE geachlecht
336, 3. 33; 337,5. 11. 12. 17.21.
Pyrrua (Pirrus, Mazzarigi F'. 26,
115), heidnischer hönig im beere
Mai-ailias 313, 10.
pyß (aus gebiß?) n. »(pFerde-)ge-
bißt 144, 6. 20.
Plutto (Pluto, Plutone P. 2, 39):
P. dem will ich all aine atral
(foudres) zerstören 24, 20.
Poljrdor, graf zuo Laasanna (Poli-
dor, comte de Lansanne ; Puli-
doro, conte di Luaanna F. 22, 121),
aus dem gescblechte Ganelons
255. 15. 26; 256, 2.
398
Polymites (Polimites, Buiaforte P.
24, 6), söhn des Alten vom berg
275,32; 302,25; 314,23; 327,11.
port n. »hafent 214, 30; 278, 38.
Portingal : der künig von P. (le
roy de Portugal; Chiariello, re
di Portogallo P. 25, 179), im
beere Marsilias 302,24; 316,26.
Pottiers (Pontiers, Pontieri), stadt
Ganelons 257, 33. 35 ; 258, 2. 7 ;
261, 25 ; 8. auch Bercbtold, Bern-
bart.
Poffant (Ponant, Ponente P. 3, 33)
34, 25; B. nachtr.
Poffyg (Pavie, Pavia P. 28, 78),
bauptstadt des königs Didiers
von Lamparten 342, 9.
prattick f. »anschlage 168, 22.
prattitzieren swv. »brasserc : trans.
verrettery pr. 64, 30 ; 165,6 ; 288,
20 (br-) ; 289, 8 (br-) ; 293, 23 ;
300,21; 315,2. 20; mit anderm
Objekt 33, 10; 246, 6; 800, 87.
presentieren swv. : einem etwas
ȟberreichen< 297, 1 ; 298, 21.
presentierung f. : und machtend ein
scbönne pr. mit Earlys lichnam
341, 19.
prettigen swv. »predigen« 95, 18.
propieren swv.: yedwedernpropiert
(esprouvoit) sin stercke 122, 16.
Proserpinna (Proserpine) , teufelin
24, 26.
Provantzia (Provence) 276, 22 ; Pro-
vanca 280, 5.
Pullia (Pouille), Apulien 6, 15.
pur m. »bauer«, übersetzt in der
regel das franz. »vilain«, so z. b.
37,3; 143,13.81; 184, 11 ; 194,1 ;
197, 14. Vergl. auch die anmm.
zu 191, 23; 212, 12.
pürisch adj. »vilain« 54,22; pürsch
87, 34; 177, 18.
püttrieb m. »wanst« 11, 86; 231,20;
b- 105, 2.
puffet n.? »buffet« : die p. warend
alle gerust mit guldinem und
silbrinem gschir 21, 14.
Rantzonnen swv. »anslösen«: sy
machend neyswas guotten ver-
trag und wend dyssen rytter n
67, 25.
raten stv. : sy versamlettend sich
uff einem platz, mit einandren
zerätten (beraten) 158, 22.
ratschlag m. »resolution« 801, 9.
rätschlagen swv. (mit st. prät.) »be-
schließen«: und ward gerat-
gschlaget, Doon müeßte Bayart
rytten 95, 33; und rättschluo-
gend, daz BuoUand und sin
scbiltner inn gftncknus geleyt
sottend werden 147, 29.
recht n.: recht zno (anrecht auf)
etwaz han 219, 24; 244, 84;
245, 2; das r. mit einem brachen
217, 17 ; ir sollend recht über inn
lassen gän (faire justice de luy)134,
18; dardurchdas r. mit den Kry-
sten möcht verhindert werden (la
justice pourroit estre empeschee)
204, 18 ; so muoß das rächt morn
ein ußleyttung nemmen (la ju-
stice sera miae h execution) 204,17.
recht adv. : Bengnold, den got äben
recht (zur rechten zeit) bar gsant
hat üch zerlössen 207, 86.
rechtgeber m. »richter« 38, 11.
rede f. : einen zuo red stellen
44, 23 ; mit dennen (den versam-
melten) thet er ein söllicbe red
303, 8.
redlich adv.: sy fuoren so r., daz
sy in Franckrich kämmen 98, 3.
regement n. : im (Ganelon) ward
das r. über als geben 142, 17.
regent m. : Hermin hat inn zuo
einem r. des landes gelassen
, 35 ; ich bin ein rengent und
verhfietter djü landea 93, 7.
Reina, Reims 3, ]0; 340, 31.
Beag'nier tod Gennow (Regnier de
Gennea), christlicher herzog am
hofe Karls 140, 3; Regnier
342, 1.
Rengnier (Regnier, Rinieti P. 21,
13), Schildknappe 225, 2; 226, 9.
Rengnold tod Muntabant (Regnaut
N de Montauban, Rinaldo di Mon-
I talbano), gcaf, söhn Amona von
^^ Dordona 6, 31; \9, U; 25, 14;
^F 86, 26 u. a. w.
reverenhz f.: einem (die) r. anthuon
263, 2; 305, 23; thuon 296, 16.
reffier f. »gegend* 200, 10.
Bichart (Richard , Ricciardetto P.
8, 31) , bruder Rengnolda , oft
»der klein R.« genannt 34, 11
77, 21; 99, 24; 115,21; 130,11
142, 27; 151,6; 171, 2; 177, 29
180, 4; 202, 22; 219, 27 ; 227, 16
301, 11; 304,22; 310, 7; 322,1
332, 5; 335, 10.
Riebart von Monditier, ira gefolge
Karls 339, 27.
Richart von Normandia (Richard
de Normandie. Riccardo di Nor-
kmantlia P. 8, 94), chriatl. herzog
am hofe Karls 6, 31 ; 80, 8 ; 89, 15 ;
135, 14; 277,2; 285,5; 309,37;
317, 31; 320, 1; 329, 32..
richten awv. : einen »hinrichten«
j 134, 33; 199, 6; 200, 6.
( richter m. »Scharfrichter, henker«
j 136, 1; 204, 32,
' Ein, Rhein 340, 13.
rinderstar m. »staar« 248, 37.
ring m, : wir stalten uns sering
[ umm ins (das pferd) 153, 16;
do kämmend ay all zering.=) umm
inü 30, 4; die Krysten scblwo-
gend ir läger aeringß darumm
(am die stadt Saragossa) 33 1 , 28 ;
Lyonfant belegret Muntabant
zerings umm und umm 81, 13.
rytfc m. : des ersten rytz stach er
Eer rytter ab 130,27; waz wjrt
uß dysaem rytt? 300, 19; im
rytt fand er leyd uff leyd 319,
37.
rytteriäch adj. »ritterlich« : Karl
ließ ay (seine söhne) jagen und
ander r. kurtzwyll triben 4,27;
ea was der aller hüpacbest r.
nnfang (commencenient de Che-
valier) 220, 37.
roden awv. »bewegen, regen, rüli-
ren« : absol. es i&t zit zeroden
136, 30; trana. das er weder hend
nach fües nut roddet 48, 4; refl.
der ryß rott sich nie darab 62, 2,
ebenao 105, 18; er fand, duz sich
Maßredon nüt rott 68, 15; das
er sich mit rodet wie ein stein
164, 26; er fiel zuo erden, also
verkert, das er aich mit rottedt
220, 29; Kuolland B()rach zuo
einem volclr, sy söttend sich nüt
roden 283, 14 ; Aatolf was der
erat, der sich rott 309, 1 1 ; Reng-
nold rott sich des ersten gegen
Aygollant 330, 22.
Rolland, a. Ruolland.
Rom 1, 7; 2, 1. 9. 26; 6, 17. 35;
292, 9; 303, 33; 330, 2.
Roraannia (Romanie) 3, 6; ö, 22.
Eomanus: 'inn Sant R. kilchen' zu
Blaffea wird Koland begraben
329, 22.
Römer m. 2, 3. 11. 16.
Rontzefal 138,22; 295,3; 298,31;
301,34; 304,23; 308,33:311,8;
319, 22; 325,6; 328,5; 331, 21;
335, 27,
rontzefallisch adj. : am r. wald
296, 1 1 (s. anm.) ; der, das r. tall
308, 28 ; 328, 10.
Kossepina (Elosepine, Rosaspiua P.
400
20, 105), mutier Alezanders 256,
20. 29; Rossiana 221, 23.
Bossillon, 8. Gerold; Rnssellon
230, 23.
Boßmanda (Rozemonde, Ohiariella
F. 12, 40), tochter des königi
Lamostant von Persien, Schwester
Goparts 143, 3; 145, 32; 148,5;
162, 5; 170, 34; 181, 4.
roßpar f. »eine von rossen getra-
gene bahre« 257, 9.
roßschwanz m. »pferdeschwanz*
81, 30.
roab m. »plünderungc : (Arbalister)
läpt nun der röben der schiffen
258, 20.
ronben swt. »plündern« : das land
r. und zerstören 181, 23.
Rubicant (Rubicant, Rubicante P.
25, 175; nach 25, 201 trägt aber
nicht dieser, sondern sein genösse
Farfarello Bichart nach Rontze-
fal), teufel 301, 21; 304,22. 36;
305, 7.
riiewig adj.: do Rengnold gsach,
daz er rüewiger künig (roy pai-
sible) des landes was 95, 17;
ähnlich 101, 20; 287, 20.
rugge m.: mit hälffinnen ruggen
gewapnet 218, 18; vergl. Lexer,
mhd. handwörterbuch II, 522.
Doch 8. anm. zu der stelle.
rümpf: einen zerumpf schlachen
»froisser, assommer« 20,1; 59,83;
153, 22.
Ruolland (Roland, Orlando), graf
zu Cenonnia, söhn Millons von
Anglers, schwestersobn Karls
6, 25; 8, 10 u. s. w.
rasten swv. : einem antwort r. 238,4.
rüstung f. »ausrüstung (eines pfer-
des)< : Rengnold ließ ein sattel
bringen und ander r., so einem
roß gehört 155,6; »Vorbereitungen
zum kriege« 287, 22.
rütter m. »reiterc 102, 35; 184,5;
8. anm.
Sabulon: in dem mer S. 195, 14;
s. anm. zu der stelle.
Sache (gen. pl. sächen 247, 7) f.
»adventure« 24, 12; 242, 25;
ob sach were (wenn ea der fall
sein sollte), das . . 187, 27 ; ähn-
lich : wenn schon s. were, das . .
119, 26.
Salamon, s. Salomon.
salb n. »salbe« 278, 15.
Salincorny (Salincorno, Salincomo
P. 8, 25], brnder des königs Her-
min 78, 35; 101, 23; 105, 7;
lOG, 19.
Salincorny (Salincorne, Salincomo
P. 17, 118), riese, einer von den
acht söhnen der Creonta 195,2;
196, 20 ; 201, 11; 204, 21 ; 205,4;
206, 24; 208, 6. 27; 213, 15.
Salomon von Brettauia (Salomon
de Bretagne , Salamon di Bret-
tagna P. 8, 93), am hofe Kark
80, 7; 89, 12; Salamon 325, 12
(S. von Brettanya oder Burgun-
dia); 327, 35; 332, 18; 339, 27.
Samburg (Samburcg, Zambugeri
P. 25, 56), söhn des königs Mar-
silia 317, 7.
Samson von Brettauia (Sanson de
Bretagne, Sansonetto P. 24, 54),
im beere Karls 280, 10; 307, 20;
310, 2; 316, 3; 325, 23.
Samson von ßurgundia (Samson,
duc de Bourgongne; Sansonetto
P. 25, 172), herzog, im beere
Karls 302, 5; 329, 32. Derselbe
wie S. von Brettauia (s. nachtr.).
Sarragossa (Sarragosse, Siragozza),
hauptstadt von Marsilias kdnig-
reich 151, 36; 1-53, 10; 164, 14;
181, 6; 289, 7; 294, 31; 301, 4;
302, 18; 310,11; 331,5; 333,9.
401
'Barragoasiacli adj. : die R. entblun-
drnng 335, 26.
Sassia (ÄBJe, FruB^e), a, Maduyt.
Sathan. teufel 24, 23; 101, 6;
226, 4; 291, 26; ich gloub (aagt
Rengnold zum drachen), du sigeat
ein Sathanas und nüt ein tbier
41, 25; a. ferner 271, 16.
SftturBua, planet 300, 29 ; Sattiimia
(ebenda).
Hdhalkheit f. »furioait^« 31, 28,
achalten atv. »schelten« 187, 23;
232, 36.
schambaftig adj. : seh. werden »sich
schämen« 123, 16; 1+4, 14.
ichanz f.: so das glück wyder uns
were, so wer die achantz (chance)
nmmkert 176, 34.
Bcbarmutz m.{?) : ich bitüch, daz ir . .
tnich «in ach. (eacarmoucbe)thuon
läasend inu Hermina läger 104, 33.
HchttfFen stv. : er friig t sy , wie ajr
ir botscbaft geschaffen het (avoit
exploictö) 174, 16; untz das er
vernemme, wie Antbea ir ding
geschaffen (auroit exploictä) vor
Paris 287, b; do er gsach, das
er am tbär nüt gacbalfen (aus-
richten) mocht 210, 24 ; zesch äffen
geben: es (die streiche) gabiren
tainder zeach. , dann bettend s;
uff ein amboO geschlagen 228, 22 ;
das kein ritter an üwerem häf
ist, dem nüt zesch. geben wnrd
mit Iren zeatritten 103, 32; da»
laß dir nut zesch. geben (de cela
ne vous aouciez paa) 187, 24 ;
Beschaffen han (mit einer frau)
76, 6 ; 77, 1 ; 156, 24.
schell ig adj. : toub oder seh. (for-
cen^) 8, 29; »betäubt« 227, 27.
scheint m. »gallant* 238, 18; *glou-
toTic 217, 36 (achölm).
acbäifelin n. »kleiner apieß« 234,16 ;
a. anm. und nachtr.
Morg»nt dcT rloae
schicken swv. : nach etwaz 152, 18;
257, 8.
schier adv. »faste 66, 24 ; 69, 1 ;
93, 17; 257, 10.
schirm m. : fPolymitea) fuor inn
schirm (alla k refuge) zum kunig
Marsillia 275, 36.
schlachen atr. : einen »erschlagen«
237, 30; das jsaen »schmieden«
78,25 ; ein läger 254, 4. 6 ; 257,33 ;
280, 17. 28; 3ü2, 34; der wind
schluogdarin (in die segel) 258,15;
dannen schlachen: einem den
köpf 33, 21; das läger »lever le
siege« 104, 15.
schlefferig adj. 12, 7; 110, 33.
schlobgrabe m. 171, 5.
achmachwort n. »achmähwortc 337,
34,
schmarackt m. : ein köstlich hals-
band, getziertt mit dyamantten,
rubin und schmarackten 296,23.
schmarotzen awv.; das ich. . müeß
inn der weit ummhar ritten
schm. under den fjenden unaers
glonbens 26, 14.
schmerzcnklich adj. »schmerzlich«
326, 24.
achmutzen awv. »tadeln« : do Rnol-
land verstuond , das inn Beng-
nold schmutzt 219, 18.
achnarchlen bwt. »ronflere (vom
pferd) 41, 6; 305, 9.
schnell adj, »ge8chickt(zvim böaen)« :
(Ganelon war) einer der achnel-
liflfcen buobeninn aller weit 179,34.
achnelligkeit f.ider^herrdeszauber-
schloBaes) will uns nejßwa.a be-
Bchiß zuo fliegen oder etwaz sehn,
(abilletd) 21, 24.
schön adj. : o du faltscher rerretter,
da wottest dich gern schön
machen (von der schuld rein
waschen) 236, 28.
schon adr. »bereits« 244, 26.
402
schöpfen swv. : gott, der uß nüt
all creaturen geschöpft hat 292, 3.
achöppe m, »schuppe* 41, 19.
schrien »tv. : einem >zurnfeti< 6S, 12 ;
71, 38; 203, 24.
«chürpfen swv. : und schnrpft (en-
tama) im ein wenig das fleJRch
71, 18.
Schwaben, a. Angeffin,
schwarzkuDstbuacb if. 299, 1.
Bchwechen ewv, »(eine frau) ent-
ehren« 15S, 12.
schwilncketi swv. »wanken« 62, 5.
Bchwermüetigkeit f. 102, 34.
•chwätzery f. »babillerie« 263, 30.
Säbel m. »dmeterre» 196, 6.
Bechen (gesechen) Btv, : (RengnoW)
gieng an ein venater inn siner
kammer, daz gaach gegen des
soldans her 180, 26.
Bächer m. »Widersacher« 95, 1.
Bägeß f. »aense« 153, 26; sägyß
259, 33.
seitenapil n.» Übersetzung des franz.
»instrument« : es wärendda trnm-
metten, krumbhörnner und alle
a., deren sich der mentsch be-
dencken tnocht 293, 15; und
ryttend vyl truxn metter und an-
dere a. vor im 218, 21 (hier
Bcbeint der Zusammenhang die
bedeutung »spielleute« zu ver-
langen, die ja auch dem einfaclien
>Bpil« zukommen kann).
selig adj.: die (schild und apeer)
wärend irs heren eelligcn (ä son
feu mary) gain 270, 32.
sältzen adj. »divers* 173,35; 223,21 ;
806, 1 (s. annrni.),
Sena (Seine), fiaß in Paris 130,36.
send (pl, von ae) »da nehmt« !
71, 27.
senftmüetig adv. »behiiteam» 49, 8.
senftzen n. 307, 36; b. anm.
setzen bwv.: trans. wir miieaaend
den atryt uff ein andren tag
setzen 179, 16; das er üch cch
Hyapannia wyder zuo üwern ban-
den B. sott 292, 12; liebe, du
hast mich wol verrütten, daz ich
min bertz zuo deren gsetzt hab,
mit deren ich nüt wannen darf
174, 27; er bat kein hoffnung
mer die zcaäcben, an die er all
sin sinn und denck gesetzt hat
180, 28; (Lutzianna) hat ir liebe
uf Rengnolden gesetzt 155, 26;
ähnlich 267, 29; (die von Reng-
nolda geschlecht) band mängmäl
irelyb und laben inn sorgen gsetst
wyder die heyden 139,12; ich wer
nüt in den Borgen, inn die ich be-
sorg, das du mich und die Krysten-
heyt gesetzt habest 325, 33; in-
trana, ob ich schon not so wol
gsetzt bin als du inn acbönne 266,7.
sider adv. »seither« 156, 19.
Bjdhar adv, dasselbe 132, 21;
133, 15; 141, 23 (-biir); 188,37.
Sydonnia (Sindonie , Sardona P.
22, 24.5), atadt 269, 19.
eigen awv. : oh sach were, das er
wider kemm geaiget 187, 27,
aiglosae f, »niederlage« 286, 10.
ajn an. v. {part. pr&t. »geweßt«
neben »gesin«) t der babat Leo
was daran (nahm teil an Karls
begräbnis) 341, 17; Ganellonwai
teglichen daran (sollicitoit tous
les joura) , das man gen Sant
Johana Port rytte298, 21; (Mor-
gant) wott an Maffredon sin
(vouloit aller sur M.) 71, 38;
(Rengnold) wott an Ollifier ge-
weßt ain (voulut courir aur 0.)
125, 29; vor etwas sin »etwas
verhindern, sich vor etwas be-
wahren« 200, 17 ; 254, 30; 277,18.
24. 29 ; einem vor etwas sin
»einen an etwas verhindern, vor
403
a
etwas bewafercn« 95,5; 150,33;
224, 6 ; 313, 7 ; 337, 7.
Sinai 299, 27.
Sirion (Sirion, Sirione P. 25, 179),
beidniecher kQnig fn Marsilias
heer 302, 26; 317, 18.
sytiniil CODJ. «da, weil« 83, 28;
149, 4; B. das 270, 34; a. nnd
90, 34; 101, 29.
sitzen slv. : nf das mer b. >ein
Bcbiff besteigen« 265, 12; 276,6;
trans. soviel ala «setzen«: dir
geliebe min seil von dysaem kör-
peH tenemmen und bj sitzen inn
die ewig fröud 323, 22.
Scipion Affrickanus 307, 26.
Scjpion (Scipion, ChiftrioneP. 20,63),
wirt in Monaasa 216, 16; Cypion
216, 22; 218, 25; Zjpion 225,3;
Tzypion 225, 16; 235, 22.
Scorpioa; Mars ist im zeychen S.
300, 28.
80 conj. , vertritt sebr bäufig ein
relativproDomen, z. b. 95, 13. 28;
171, 1; 224, 10 u. a. w. ; zeitlich
-da« 165, 14 ; 339, 8; »wann«
231,6; caueal »da« 101,8 ; 138,27;
146, 22 1 207, 21 ; eine b«dingung
einleitend »wenn« 176,33; einen
gegenaats anzeigend »während
doch« 246, 15.
sobald conj. 141,28; 166, 10; 168,
19. 38; 169, H; 191,37; 192,1;
193, 2. 19; 280,33 ; 281, 10 u. a. w.
sollen an. v. «werteein« : die (diener)
sottend wol als wenig als er
156, 33; ey (die getöteten beiden)
Bottend nüb dann inn die kucby
37,12; der daruf sitzt, sötL wenig
«öllen {ne doit gueres valoir)
240,* 9; vergl. anch »nijk«öllend.«
der sorgkliche berg (le Mont-peril-
leux, il raonte periglioao F. 23,17),
aufenthaltsort dea centaureo Spi-
Uftrd 272, 23.
Spannier m. 154, 16.
sper n. , doch einigemal auch f.,
z. b. 115, 26; 190, 32; 171, 36
u. 8. w.; vergl. anm. zu 220, 11.
sperwel m. »sperber« 39,26; 71, 1.
Spinard fEspinart, Spinardo P. 23,
16}, centaur 272, 19. 23. 27;
273, 4.
SpinoUa {Spinolle, Spinellone P.
18, 21), herzog im beere des königa
Konstant 202, 14; 203,28; Spinoll
204,6; 205, 30; 211,10; 215,29.
spyß m. »bratspieß« 43, 37 ; 44, 7.
apysen awv. : Rengnold und Anthea
apyßtend (repeurent) ire ougen
ein andren antzeaächen 174, 3.
Sporen swv.: abaoi (Tiirpin) aporet
gegen einem, amyroll 309, 34.
apötzen awv, 1 speien « : (diebegleitcr
Ganelona) apötztend im inn ein
antlyt 326, 14.
sprengen awv.: (daa wasaer) floß
Bovast, das der gantz platz dar-
von gesprängt was 295,21 ; acbönne
zält von grüenetü und brunnem
Battin, mit gold gesprängt (brochö
d'or) 305, 21.
Spruchwort n,, gewöhnlich in der
redenaart: man epricbt in einem
gemeinen sp. 97 , 33 ; 267, 27 ;
289,25; 293,31; 306, 18 ; aproch-
wort 212, 11; 289, 25.
sprützen ßwv. 171, 37 ; zno atucken
apr. (vom apeer) 39, 13; 62, 22.
Btän an. stv.: laß uns yetzmal die
hell Btän (aprecben wir nicht
mehr davon) 24, 35; es darf
darurfltän(8i pourra ettre), daz . .
55, 14; (Meridianna) fragt inn,
wie 68 umm sine gselJen atüend
96, 12, ebenso 13; 193, 13; zno
dem (OlliOei) stuond all ir ge-
müet 97, 24 ; ir sinn atuond innen,
irn Vetter zerlöäsea 137, 3.
etat (gewöhnlich »stäU gescbrie-
36«
404
ben, also mit langem a) m. »stand,
Bustand« 881, 32 n. ö.
etat f. : an etat des trybuts 307, 22 ;
327, 4.
statthär n. »Stadttor« 248, 25.
Statut n^: (Early) schickt sine rett
und botschaiften inn sinen lan-
den ummhar . . . stattutten and
satzunf^fen Besetzen und machen
nach syt and gwonheyt der lan-
den 5, 29.
stechen stv.: do Fieramunt die fier
rytter gsach, da stach er in sin
pfert und reyt zuo innen 92, 24 ;
darnach stachend die buoben, so
äff den rossen sässend, einer gegen
Orient . . 338, 8.
stecken swv. : intrans. (Ganelon)
stecket vollen verrettery 179, 35.
stftgryff m. »steigbQgel« 240,28. 29 ;
241, 1. 6.
stellen swv, : trans. diewyl Thüring
die roß statt (in den stall tat)
193, 31 *, denck nun nut, das ich
min lib stelle den stryt zethnon
175, 3; Doon stalt einen (der
fliehenden) zuo red 44, 23; ich
bytt dich (betet Karl zu gott)
das dir geliebe die sunn zestellen
(zum stehen «u bringen) 326, 26,
ebenso 35 ; ich rät üch , das ir
die räch uff dyß mal styll stellend
(einstellet) 204, 14 ; refl. die sunn
8t«lt sich styll 826, 29; sich zuo
wer st 224, 22 : (Dyogenna) stalt
sich hindersich(\rich zurück) 8,31 ;
TWgl. 1% 97.
stillon swT. : einen »beruhigen, be-
»anttigt^n« 188, 10: 2SS, 11.
stim f. : alles Tolck fieng inn einer
»tim an leschryen 159. 29.
stifkon swv.: (RoL^munda) stiffl uff
sin ierstv>rung (vK»un:hassoit sa
dt^tructionl 150, 19.
stK>l> m. »ank. sti\Ht< 341, S.
stoßen stv. : die inn bettend wellen
Ton sinem kungkrich stossen
142, 14; Geryon sties das für
inn sin hns (steckte es in brand)
272, 8.
sträl f. »blitz* 301, 32; 305, 12;
309, 16; 334, 6.
strälstein m. : as schoß ein str.
(carreau de foudre) uff ein tattel-
boum 295, 22; s. anm. zu 23.
strytplatz m. »kampfplatz« 177, 10.
stud f. »Säule« 67, 38; 338, 13;
bildlich »stütze« : die XII fürsten,
die des krystenlichens glonbens
stQd wärend 142, 22; tod ist die
stud der gereditigkeyt (es ist Bo-
land gemeint) 329, 7.
studieren swv.: absol. 147, 2. 4.
stand f.: inn kurtzer stand (in k.
zeit) 89, 31; zno st. (sogleich)
224, 4 a. 0.
sammerloobe f. »la gallerie d'nn
jardin« 325, 10.
sünftze m. »seu&er« 235, 19 ; 290, 15 ;
808, 11.
sünftzer m. dasselbe 65, 20.
suptilklichen adr. »auf sorgfältige
weise« : demnach ward er (Karl)
beschlossen rast s. und erlichen
verwartt 341, 26.
Suria (Surie, Soria), Syrien 5, 5;
83,26; 140,17; 172,23; 297,14;
302, 20: 309, 6.
T, s. auch D.
Thabor (Thabor, Taborre P. 25,128),
berg 299, 30.
tag m. : in kurtxen tagen >in kurzer
zeit« 79, 23; »Tor kurzem« 64,10;
sT wnnschiend einandren * gnot
tag 140, I ; es leg am tag, das
er schuldig were 336, 36.
tal n. 32S» 10; m. (der täll) 308.28.
tallig adr. »jetzt«: wüßte ich, daa
^
örador unncecht het , weit ich '
i1ch tallig [nüt] Latten (je De
V0U8 prieroye jn) dahin zerytten
55, 19; daliig me »nunmehr«:
ich hab dalliff me gnuog von
dir erlytten fj'ay ja trop enduri?
de toy) 88, 10.
Talwygant (Tarvagant , Trevi-
gantej, heidengott 28, 20; 31, 22;
I 52, 14; 53, 2; 54, 21; 101, 5;
170, 24; 253, 20; 304, IL
tancke m. »gedanke« 251,7 ; b. anm.
Thannemarck, s. D-.
Thariiis (DariuB, Dario P. 26, 15),
könig der Perser 307, 26.
Tarcon (Tarcon, Turcliione P. 26,
62), heidnischer könig im beere
Marsilias 309, 34. Derselbe wie
Tnrbion (b. d.).
tattelboum m. 295, 22; 334, 6.
ITaulus (Tanlas , der name fehlt
\ P, 4, 50), Pseudonym für Olifier
45, 22.
taffate adj. »von taffet«: ein t.
binden 130, 24.
teil m. oder n. : min» tejls »von
meiner Seite, wasmich anbetrifft*
149, 2Ü; 289, 15; ebenso: sina
teyls 292, 32 ; am andern teyl
(d'autre part) wasLutziana 154,4 ;
ein wüeate, die ein guotten teyll
(assez loing) von der klaß was
17» 16; zum teyl D4, 29; 294,23.
teilhaftig adj. : t. im erb sin 105, 28 ;
t. an iren diebstallcn 234, 30.
Thennemarck, b. Dannemark.
therthin adv. »dorthin« 209, 2.
tettiig f. (ftua tagedinf,'): ich wyl
dir ein hüpache t. machen (je te
feray un beau party) 92» 38.
thyraunyf. 140, 12; 156,5; 157,12.
18; 158, 23 u. a. w,
thyrannigch adj. 157, 30; adv.
273, 37.
TituB, römischer kaiaer 4, 5.
tochter f. »mädchen , Jungfrau«
7Ü,29.37; 172, 1; 181, 16; 193,32.
35; 194, 4. 21. 23; 195, 21;
269, 20. 27 u. s. w.
töcbterly n. »kleines mädchen*
248, 33. 38.
tod m. »das sterben« (ihr werdet
sehen) den gröaten tod, von dem
ir ye ghört band aagen 300, 35.
Tolletta {Toilette, Tolleto P. 25,
259), spanische stadt 306, 5.
thonnerklapf m. »donnerachlag*
11, 34; 232, 12; 324, 23 u. ö.
thonnern n. r nach djaaem grussam-
men th. 232, 14.
torechtig adj, »töricht* 93, 7;
150, 13; 195,31; d- 10, 33; adv.
73, 11.
tortech m. »torche« 296, 22.
toub adj. »enragö« 54, 20. 25 (d-);
88, 22; 95, 3 j 227, 35; 285, 29;
»forcentJ« 8,28 (t. oder Behellig) ;
197, 29; 230, 28; »deseBperö*
320, 12; »hora du sens« 203, 24.
Tragant (Dragant, Liorgnnte P.
14, 30), heidnischer riese 161, 8.
tranck n. 111, 10.
treten stv.: inn stryt t. 205, 31,
treffen stv.: der heyd traf Ruol-
landen uff sin schylt so ein hert-
ten streich 196, 8; ich wyl ein
verdingwerch mit dir träffen
(schließen) 107, 33,
trybut m. 196, 22; 198, 30; 296, 13
u. ö.j f. 195, 21, 34; 196, 25;
193, 22,
triumpf m, »triomphe« 141, 86;
triumph 306, 34.
Troya 174, 34.
Troyenner m. »Trojaner « 174, 35.
troatlich adj. : einem beholfen und
tr. sin 243, 26.
trüepfcnaa f, oder n. ? »betröbniac
327, 30.
trug m. »trug« 53, 22; 76, 8.
406
trüw f. : in gnotter truw »wahr-
lich. 140, 25.
tuggäte m. »dukaten« 188, 9.
thuon an. v.: mit persönl. accus,
daz er üch aß dyeer närryschen
yrthum thett 159, 10; daz sy die
anner nüt erkennen könnend,
darin ly thän werdend 178, 17;
mit dat. das sy im kein hilf
thettend 186, 28; daz ich üch
allen trost, hilf und bystand
thuon wyll 149, 21 ; der hertzog
Thuring thuot minem vetter gwal t
und unrecht 386, 84; wie wend
wir unsern rossen thuon (was
wollen wir mit u. r. anfangen)
805, 2; refl. thuond üch ander
unser volck 35, 18; ich bit dich,
das du dich ein wenig zitz ab
dem häf thüegest 126, 80; wie
er sich sydhar inn sin und siner
bruodern gselschaft thän hat
183, 22; absol. o Early, wie wirst
thuon, das du ein so manlichen
rytter verlürst 319, 4; darzuo
Ihuon : mich wundert, das ir nut
änderst darzuo thuond 7, 33;
wenn ir nut darzuo thuond (ai
V0U8 n'y mettez remede) 153, 29;
wenn ich inn gott vertruwtte
und nut d. thette (saus y mettre
peine), ich wurd lang on roß
sin 284, 6; vergl. auch anm. zu
38, 22 ff.
Turbion (Turbion, Turchione P.
25, 177), derselbe wie Tarcon
(8. d.).
Türcke m. 53, 11; 218, 18; der
grosse T. 45, 21.
Türcky f. 63, 27; 86, 10; 109, 28;
142, 8. 29; 151, 28; 165, 27;
171,27; 187, 86; 204, 3; 211,22;
258, 15.
turckisch adj. 149, 8.
Thüring (Thierry, Terigi), Rolands
Schildknappe 110, 13; 136, 2
146,27; 167,20; 181, 10; 192,86
199, 8; 826,85; T-134, 6; 142,24
151, 4; Türing 111, 19; 142,29
Thürig 321,84; Döring 193, 37.
Thüring von Ardannia (Thierry
d*Ardaine) , christlicher herzog
am hofe Karls 6, 33; T- 336, 3.
27. 34; 387, 5. 12. 20 (-rr-);
339, 27 ; Th. von Dardannia 277,2;
825, 14 (Dardanna); 332, 19.
Türpin (Turpin,Turpino), erzbisdiof
8, 9; 80, 7; 117, 31; 140,2
253,13; 277.1; 309,33; 317,82
319, 25; 322, 2; 332, 6; 334,22
389, 26; 340, 29; Türpin 330,83
Turpin 89, 14; 807, 15.
Tütschland (Ällemagne) 839, 32;
340, 5; vielleicht ist auch 2, 34
»das Tütschland« zu lesen.
tüf adj. : got wüst wol , daz der
amirol so t. inn sinem gloaben
was, daz er niemmer mer Erystea
wurd 168, 26.
tüfel m. : waz tüffels ist das? 226,30.
Vergl. auch »wellen«.
Tzipion, s. Sdpion.
Übel adv. »sehrc 8, 31; 14, 18;
22, 19; 42, 25; 66, 24; 85, 29
u. 8. w. ; s. die anm. zu 247, 21.
übelmögend adj. »schwach« 338,33;
889, 35.
über präp.: als ein verretter gast
du über din trüw (tu vas contte
ta foy) 205, 19; (Morgant) thet
inn über sinn willen (maögr^
luy) wider inn das grab 23,14;
über — ab : ich bin umm kein stidi
über min pfert ab gf allen 71,31;
äaa bluot luf im über die brüst
ab 196, 11 ; do du mich über das
pfert ab geschlagen hast 222, 10
(vergl. » Überabc) ; über — uß : (Bs-
r
yard) sprang über die hoyden
uß 312. 11.
überab adv. »über etwas hinunter«,
bei Verben : -ateclien : wie ein
junger rjtter Richarden und
Ollyfier im atächen überab stach
219, 28; -züchen: (Rengaold)zog
den heid überab (über das pferd
hinunter) 201, 37.
überantwiirten ewv. »übergeben«
292, 7; 296, 9.
übergeben atv. »übergebent 292, 17 ;
333, 29.
Qberhaben &iv. : refi. 011 jfier moobt
sich DÜt ü, (enthalten), daa er
EÜt inn Btrytt rytt 309, 22.
überkommen str. : umiu des ryßen
tod ntücht Bj ira vattera ungnad
deater ee übeik. 123, 27; damit
er nüt Rengnolden und der sinon
ungnad überkemme 141, 17.
übertrang m.: da wirstu gnad von
den bruodern begeren nmm den
grossen ü. (outrage), so da innen
bewyssen hast 13, 17; der (ryfl)
bat mir und minem volck vyl
flbertrangß anthän 146, 9.
überuß ady. »überaus«: ; er ist ü.
ungemeG 45, 4; do ward er U.
aer bekümmert 43, 21.
Überfall m, »feindlicher Überfall«
32, 19.
Überwegen stv. : trans. also daz
das guot daz böß überwägen
hat 341, 11.
überwinder m. »sieger« 187, 21.
Oberwindung f. 6, 34.
überzücben atr. : wie (Karl und
I Eallorion) mit einandren &an-
nellon übertzugend (mit krieg
überzogen) 254, 25>
üd (mhd. iht) adv. »irgendwie« :
ist er üd länger gfangen, so stirpt
er vaat bald 149, 37.
umm präp. a) (Ferrague) was vil
grosser umm ein guote dann
Morgant 123, 2. b) Reuguold
wußtnüt ummaj 244,16; (daaer)
nut umm sich selbs wüßt 189, 34;
umm daz (darüber) ich üchnüt »e-
sagen weyß 300, 24 ; so müeßt er
mir ein widernof thuon nmm die
reden, so er gaagt hat 112, 12;
der künig dancket im umm daz
roß und umm ain arbeit 155, 12,
ähnlich 186, 13 ; er wotfc nüt von
iand faxen, er were dann umm
sin Ion zalt 214, 15 u. a, w. c) ich
wyll mich riehen umm den über-
muot,Hodu begangen hast 224,1 7 ;
ich het nach gold und gältz
gnnog mich an imzerächenumm
das, so er und die ainen mir ge-
thän band 294, 35; ea wirt umm
sin red (par aea paroUea) weder
minder nach mer 82, 7; umm
des ryüen todmocht sy irs vattera
ungnad deater ee überkommen
123, 26; do Bengnold erkant,
daz das pfert nüt umm in (ab
im 67, 36) thuon wot 116, 7;
der den tod beg'ert umm den
grossen kummer, so er hat umm
siner gaellen tod 320, 13; ich
bin umm kein stich über min
pfert ab gfallen 71, 31; der ami-
loU bat Ruoland gfangen umm
unacbuld 155, 19 u. a. w.; vergl,
auch : umm minetwegen 169,8. d)
daz er inn Franckrich rytte umm
hilf by keyaer Karly 149, 29,
ähnlich 342, 6; darumm vyl
künig, amiroll und ander fürsten
zuo im kämmend umm früntachaft
335, 20 ; darumm du nmm die
belonung diner müe erhänckt
werden muoafc 277, 38; ich gib
ücb umm alle vergeltnuQ dyß
küngkrich und die krön, die min
ist 48, 22; umm alle verdieuBt
408
(pour tonte recompense) wyrd ich
geschulten ein verretter 279,7 a. s.
w. e) um. alle guothethand ir mich
ein verretter geschulten 815, 27.
ummhar (-här) adr. , bei verben
der bewegung: -gän 332, 19;
-ryten 261, 29; -truffen »vaga-
bonder« 261, 17 (s. anm. zu der
stelle); -fQeren 837, 32; -zuchen
261, 3 u, 8. w.
nmmhartragen n. : durch u. (au
rapport) etlicher zentzlern und
verrettern, die umm üch sind,
vertribend ir die, so besser sind
dann sy 126, 9.
unbekant part. adj. : in n. (nnbe-
kantnen 110, 2; s. unter »mel-
den«) kleidem (en habit dissi-
mu\6) 110, 2; 131, 8.
unbillich adj. »terrible« 122, 36;
153, 28. 32; 154, 8.
und : a) verbunden mit voraus-
gehendem demonstrativum oder
adverb nebensätze einleitend ;
z. b. damit und (neben »da-
mit daz« und blossem »damit«)
4, 33. 35; 5, 32; 14, 9. 12. 26;
25, 23; 33, 37; 36, 33; 43, 2;
44, 11; 50, 37; 51, 9; 64, 22;
66, 19; 74, 18; 75, 21; 77, 13;
84, 30. 35; 89,30 ; 90, l; 127, 24;
135,17; 136,7; 152,30; 176,22;
195, 19; 234, 24; 264, 28 ; 265, 32;
278, 14 ; 297, 11 ; 301, 17 ; 303, 11 ;
304, 15; 310, 27; 315, 5. 18;
318,28; demnach und »nach-
dem« 4, 22; 15,2; diewil und
»während« 32, 4; ee und »be-
vor« 27, 37 ; 28, 1 ; 46, 27 ; 1 89, 23 ;
nachdem und »nachdem«
24, 5; 110, 6; 132, 21; 201, 21;
223, 12; 225, 22; 292,30; 295, 11 ;
8 y t u n d (neben »syt das«) »seit-
dem« 24,13; 25, 18; »da, weil«
21, 32 ; 8 y t m ä 1 und (neben
»sytmäl das« und einfachem »syt-
mäl«) »da, weil« 29, 28; 38, 11;
90, 34; 101, 29; 108, 30; so
lang und »so lange als« 13,7;
sovyl und »soviel als« 10, 1
u. 8. w. b) concessivsätze ein-
leitend »da doch, während doch,
obgleich«: nun erkenn ich, daz
du voll verrettery bist, daz da
dyssem rytter also den tod zuo-
füegen wilt, und (obgleich) bed
eines gloubens sind 185, 25; das
wer mir kein manheyt (sagt
Roland zu seinem gefallenen
gegner), wenn ich dich ertodte,
und du gfallen werest (man er-
wartet »bist«) 198, 9; wo bysto,
min bruoder Bengnold, und dn,
min vetter BuoUand, und ir wol
wussend, inn was nötten wir
sind? 205, 8; der enbüt üch by
mir, . . das ir im nüt vertrüwet
hand , • • . und im verheyssen
band . . 287, 19; Rengnold fra-
get inn, wer er wer, der mit im
redte, und inn nüt gsäch 304, 27;
dardurch sich BuoUand ser ver-
wundert, daz er inn (den hämisch
der Anthea) nüt entgünnen mocht,
und iren doch so hert streich
gab 178, 34; vergl. auch: ach,
ich bin übel zuogerüst sy zer-
lössen, und ich bin von des sel-
bigen wegen har kommen (und
ich bin doch . . , obgleich ich . .)
183, 18; 8, auch noch 168, 36. c)
causalsätze einleitend: die Kry-
stenheyt hat vyl under dem keyser
Nytephorus erlitten, und (ä cause
que) sy die Kriechen nüt be-
schirmpt hattend und entschüt
inn vyl zytten har 2, 22. d)
scheinbar beiordnend: das er
denke und mir min schwert und
pfert wyder schicke 111, 31.
409
under präj). : der ratt miner Schwe-
ster Cleiacnca ist urs^ch, daz ich
nnder allen minen geschilttten bin
(au deeisouB de ioua mes atfairea)
108, 19. — adv. under sin »unter-
gegangen sein« (von der sonne]
165, 20; -irncken 308, 7.
vinderatän str. : (Karl) ht als allein
zuo Paria, die wyrt er n. zever-
hüetten 187, 7.
onderwisung f.: (die französischen
herren) hattend üch zum dickern
mal gStltch underwiaaungen (vi-
siona dirines] 264, 19.
nndienstbar adj. »nicht dienstwil-
lig« : ich will nüt u. sin umm
die guothet, so ir mir bewissen
band 96. 32,
undultig adj. »ungeduldig« öl, 38.
nneinigkeit f. 172 21; a. mit einem
haben 111, 24; in u. kommen
125, 15; u, machen zwüschend . .
142, 7.
uner f. : u. sagen von einem (mea-
dire) 188, 20.
unerberlicben ad*'. 273, 34.
unerkant part. adj. »unerkannt«
203, 6; »undankbar« 163,23;
238, 3.
ungCBch&tfen adj.: daz ist ein un-
gachalfen ding (laide chose), daz
ein künig so groß leid fßert
101, 25.
ungeschickt adj. » unpassend, unge-
bührlich« 323, 28.
UQgestumme f. »stürme: darnach
erhuob sich ein groß n. 2l't, 16.
ungeatumigkeit f. »ungestüm, hef-
tigkeit« IÜ8, 4.
nngefelligadj. »unglücklich« 108,12.
unglückbafti g adj. dasselbe 71, 22.
28; 75, 7; 101, 16 u. ö.
unmentschbeit f. »unmenschliche
tat. 270, 1.
luimuot m. : do Boamnnda gsacb,
das ir vatter inn u. (eamoi) was
ein rytter zefinden . , 162, 38.
unreclitlicb adv. »wider recht«
123, S5; 206, 7; 245, 34.
nnraewig adj. »unruhig« 60, 22 ;
203, 19.
unstate f.: zuo nnstatten kommen
(zum schaden gereichen) 8, 9.
untröwlich adj, »treulos« 123, 25,
unvermäagetpart adj. »unversehrt«
230, 36.
unflät m, »glouton« 123, 12.
nnz präp,: der atryt hat geweret
untz von (seit) dem morgen 179,13.
unzalbarlichen adv. »unzählbar«
340, 34.
urlob m. , einigemal noch in der
allgemeinen bedentung »erlaub-
ni.'i«, z. h. 150, 21; url. geben
»erlauben« 122, 27; 206, 3,
Ursachen swv. r trana. ir band mich
geursacht (veranlaßt, genötigt)
(loh übel zetrfiwen 313, 1.
ursächer m. »Urheber« 2, 33; 9,4;
18, 22; 109, 26; 152, 5; 181, 2;
188, 8, 31 n. ö.
uraächerin f. »urheberim 167, 22;
170, 35; 182, 27.
urteil (urttel 245, 2) f. : zeletzt aind
wir ej'ß worden an üwere artt^yl
zekommen (euer urteil zo ver-
langen) 267, 25.
urteilen swv.: einen 134, 18. 22.
30.
uQ präp. : (Maffredon) was schier
uß aller hoifnung (hora d'espe-
rance) 69,1 ; uß (auf) des soldans
geheiü 167, 19 u. a. w. — adv. :
Doon ertzalt im uß und uß (tout
au long) 68, 23; do er ay uß und
uß besächen hat 85, 2 ; trennbar
mit Verben zusammengesetzt :
-geben: sich ußg. filr 66, 16;
147, 14; 148,27; -gießen: iob
bekenn, das ich zum dickern
410
mal vyl Bcbaltwortten über dich
ußgossen hab 323, ä5; -lasaen
«freilassen« 150, 2. 6; löl, 21 ;
211, 26; •lesen »zu ende lesen«
113,3; 116,3; -löscbenClöuBchen):
die flünd u. 323, 8 ; -macLen : ge-
denckend die saeb uO Kemacben
(den streit zu beendigten) 252, 13 ;
•nemen »(soldaten) ausbeben« :
der künig Corador nara uß in
allem sinem kungtrich 96, 22;
-schlacben : icb besorgt mir wol,
es ward una übel ußacbl. (einen
bösen ausgang für uns nehmen)
333, S3; -sin; do das grebtnus
nfl {su ende) waa 257, 26 ; -aitzen :
sj wärend vast bald an dem
port , da sj aßa. (aassteigen)
wottend 265, 18] -spreiten >(nacb-
ricbten) ausbreiten« 160, 8; 199,
10; -strecken: do die fenly uß-
gefitreckt wärend 304, 16; -suo-
chen: (Karl) ließ die Krjsten
under den hejden uQb. 329, 23 ;
-teilen: do teylt er (Karl) uü
all sine schütz den armen 340, 7;
-tbuon: refl. «sich anhetBcbig
machen« : icb thuon mich uß,
daz ich aj all dry mit einem
seil binden wjl 60, 38; die
thetten sich nüt nß sestächen
89, 13; darnacli tbnon ich mich
iiß , das ich verschaffen will,
daa . . 127, 1; -zucken; das
Bcbwert uflz. 125, 31; 169, 26;
228, 19; 240, 17.
UBBenthalb präp. > außerhalb« 143,
11,
usaem swv. : reä. dardurch zum
dickem miil die besten ritter
sich ab dinem bäf geussert (ent-
fernt) band 290, 4.
uBsert präp. mit dat. »außerhalb«
183, 37; 192, 30.
ußhar adv. »her au«« ; bei t erben:
das im daa blaot ußbar trang
215, 8.
ußleitung f.: wend ir mir volgeti,
80 mnoG daa r&cht morn ein ußl,
nemmen (1a justice aera mise ä
execution) 204, 17.
uOrileffen n. 104, 26.
ußsprach m. »der entacbeidende
Spruch« 240, 34.
uf prflp. a) mit dativ: do es uff
der nacht was (bei einbrechender
nacht) 20, 36; (Rengnold) wu
stet uflf einer red (setzte seine r.
fort) 157, 22; do mine gBellen
eraäcbend , daa sovil volck uff
mir wärend (mich bedrängten)
37,9 (s. auch 261,38); roubery und
diebatal, so sy utf tiwern under-
thännen begänd 129,5 ; vil, wenig
uf einem han, halten (a. han, hal-
ten), b) mit accus. : daz wir uff die
matteryen kommend 275, 30; sy
machtend sich uff die sträanff das
mer (dem meere zu) 214, 6; sy
kämmend uä' das mer (za dem
m.) 214, 8; sy atifft uff sin aer-
atörnng 150, 12; daruram bit
ich üch, das ir mir rattend uff
dysse sach 278, 30 ; und im ver-
beysaen band, rüewyger kunig
inn Hyapanniazeläasen uff (gegen)
etlich trybut 287, 20; uff (ge-
stützt auf) den selbigen fryden
hab ich im vertruwet 287, 27;
er ließ inn utf sin trüw ledig
gun 167, 10 ; der rüstung halb
sag ich üch uff min eer 287,23;
uff den hüttigen tag 72, 17;
124,11; 127,9; 134, 31 u. 8.w,;
uff difl mal 71,30; LSo, 9 n. ö.;
uff sechs manot zalt 155, 22;
daz ay uff zwo mil gen Munfca-
bant kämmend 104,29; uö hej-
dischen sytten 214, 7; off fran-
tzüadscheo sytten 221, 17; »y
411
I
I
wärend uffvortteil beryUen70,30,-
beim aui)erL r verschaß'end, das
üwer volck gerüat eigend undufTs
ntegefat habend, ao üch miiglich
iRt zefinden 297, 37.
uf ady., trennbar mit verben zu-
sammengeeetzt : -brnden: (Än-
tbea) ließ uQrüeffeu,daa jeder man
aine kleinott uff bunde (troasi^at
sea bagues] 289 , 3 ; -entbalten :
trana. ierbalten< 5, 18; >aii8bal-
ten« 271,24 ; -enth an : trans. «auB-
halten« 261,37 ; reB. »sich aufredit
erbalteni 256,16; -geben: vor-
sehend all üwer kriegalut n. geben
mir die uff (übergebt mir sie) !
96, 21 ; got den ^eiet ufg. 208, 12
a. 0. ; -ban, -lialieD, -heben (alle
drei durcheinander gebrancTot) :
den eegel ufb, (bei der abfahrt)
258, 15; das läger ufb. 180, 12.
19 ; einem etwa« ufb. »vorwerfen«
144, 15. 17.19 ; 180,37; es wurde
UDB für verrettery utfgehept
140,28; sich ufhan »aufeteben«
208, Säi -hören: RengnoM ließ
ußrüeffen , daa yederman Tom
tödenufhörtte 169, 38; -kommen
»aufstehen. 245, 16; 249, 9;
-nemen : al«o dai bj all willig
wären Eengnolden zuo künig uf
zenenimen 95, 17; ich nim den
atrjt uf (anj 220,1 ; (Thuring) het
vyl ee den tod ufgenommen
(ealeu), dann daa er sinem heren
ein untriiw ertzeigt het 110, 14;
-achlachen : (der wind) Bchluog
die thüren und venster uf und
zuo 232, 2 ; -schriben 324, 26 ;
.aetzen : bj den nfgeaetzten buos-
sen 5, 31 ; -ein »aufgestanden
Bein« (vom boden) 247, 32 ; (aus
dem bette) 291, 31; »aich auf-
machen« 298,23; -springen »zu-
rückspringen«: daa Schwert
sprang uff, ala ob er uff einambaß
geschlagen het 41, 18 ; -stän »aich
auf die hinterbeine stellen« (vom
pferd) 153,21 ; 154,19; -stellen:
refl> dasselbe wie »ufstan«, vom
löwen gebraucht 115, 38; -thuon :
abaol. 233, 24 ; Gannellon tbet
(setzte) sin hälm wider nf 268, 20 ;
refl, (das scbloßtor) tbet sich
wjder uf von im sei ha 228, 27 ;
-werfen : die nassen hat er (Karl)
ein wenig ufigworffea 3, 20:
-zeichnen : wenn Karly nüt inn
geschafften was, so leyt er ain zyt
an, etwaz nüwß zeachriben und
uff zuo zeichnen 4, 33.
ufenthalter m. j>beachntzer« 329,11.
ufhebung f. »Vorwurf« : ich sorg
mir, ich werd nach dinem hin-
scheiden vyl nffhebungen haben
91, 37 ; vergl. nf-hehen.
nfnenawv. »äufnem; (derachöpfer)
uftiie dich in allen eren ! 93, 32.
uf recht adv. : uft, ofstän 154, 29 ;
sich ufr. stellen ^ ufstan (a. d.}
226, 12; sich ufr. beheben 231, 27.
ufrecbtlicb ad 7. : so könd ich niit
ufr. (droictement) urtejllen 37,34.
ufrechtigklichen adv.: (bewißen),
daa ich inn nüt mit verrettery
ertödt bah, ßunders uffr. (loyalle-
ment) und vor vyl fürsten und
beren 251, 30.
ufruor f. 36, 32. 34; m. 36, 36;
95, 8.
F. V.
fachnng f. »gefangennehmnng«
132, 38.
Falckon (Faulcon.FalconeP. 17,83),
heidnischer könig 192,12 ; 193,29 ;
199, 1.
Falaeron (Falseron , Falserone P.
24,149), vaaall Marsiliae 287,7;
289,7; 294,25; 301,8; 302,19;
I
i
I
d
412
309, 28; 312, 20; 827, 13; Far-
seron 289, 11.
fantasig f. : do er gnnog trachtet
hat, do kam er inn ein sOUiche
f., daz er nut wast, waz erthet
69, 2; darnmm ich mich gantz
verwandern, wannen har djsse
f. minem vatter und miner muot-
ter kommen sig 121, 32.
faren atv. : syt gläck nüt verhängen
wyll, das ich in miner liebe far
(que je jouysse de mes amonrs),
80 muos ich gedalthaben73, 87;
darumm ist es nüt muglich, das
wir in der liebe gegen einandren
faren mOgen (que nous puissions
jouyr de Tamour Tun de l'autre)
76, 4; 8. >verfarenc.
Faspianas, Vespasianus 4, 5.
feiß adj. : wir thuond hie nüt dann
uns f. machen wie die süwen
17, 19.
Feicker von Morillon (Fouques de
Morillon), von Rengnold getStet
136, 15.
feien swv.: unpers. (Early schreib
Qannellon), es müeßte nüt f., er
wette sich u£F den geordnetten
tag zuo Sant Johans Port finden
lassen 297, 28 ; mit persSnl. Sub-
jekt : als ich wüssen mag, mögend
sy (die planeten) nüt f. 300, 31 ;
ich hab gef. in minem fnrnemmen
(mein vorhaben ist mislungen)
100, 9 ; ich sag üch, daz vyl mech-
tiger gfelt band, daz Bayard
innen ward (ont failly de Tavoir),
dann ir sigend 152, 12; darumm
feilend nüt, Buolland lasse sich
finden . . im Rontsefal . . , und
ir och nüt feilend , das ir üch
finden lassend . . 296, 32. 34;
sag im, ich well im nüt f. 239, 27 ;
(der besiegte Astolf) entschuldiget
sich mit siuem pfert, das het im
gfelt (den dienst versagt) 230, 3;
Anthea falt im öch nüt 178,35;
doch 8. anm.
feien n., in der redensart : an (alles)
f. »ganz sicher. 113, 17; 297,35
u. ö.
Felitzia (Feiice, Filisetta P. 22, 255),
christliche königin von Sidonnia
270, 14.
feltschen swv. : eyd f. (brechen)
140, 10; zuosagen f. 196> 34.
Venus, «die göttin der liebe' 174, 32.
Verachtung f. : (absol.) er sprach mit
grosser v. 120, 26 ; ein heyd greyf
Galantin an inn v. 240, 10.
Feramnnt, s. Fieramunt
verbalsamen swv. >einbalsamieren<
215,21; 829, 21; verbalmsamen
249, 35.
verbannen n. »Verbannung« 128,16,
verbinden stv. : refl. ich kan nät
leugnen , daz ich mich nüt lao
Bengnolden verbunden hab 135,1.
verbolwerchen swv. : eine stat t.
»durch boll werk befestigen« 258,3.
verdienen swv. : umm alle ver-
gältung weiß ichs nüt änderst
zeverdiennen (zu vergelten), dann
allein . . 91, 7; (gott tue mir
die gnade), das ichs umm dich
V. mög (de le vons rendre) 230, 19.
verdienst n. oder m. ? : es ist vär,
das Astolf inn üwer gfancknnß
lyt durch sine verdienst (deme-
ntes) wie ein sträßröuber 134, 14 ;
ich hoff, er werd in kurtzem ge-
straft umm sine verdienst (de
ses dementes) 156, 27 ; ähnlich
157, 17.
verdingwerch n- >vertrag« : ein t.
mit einem treffen, machen 107,32;
173, 13.
verdrieß m. >verdruß« 157,5; einem
V. anthuon 124« 32; zuo T. (en
despit) der wortten 112, 35.
413
Verdruß m. : zuo v. (en deapit) der
wortten 205, 23.
■vereinbaren swv. : refl. durnach
Terreinbarttend ay sich (kamen
sie überein), sj wettend mit ein-
andren uff glück faren 272, 6;
sich V. mit einem »»ich vertragen,
sich vergleichen, im einverständ-
l.nisse Bein» 154,2; 208,32; 289,5;
296,14; sich v.zuoeinero (dasselbe)
132, 29.
Vereinbarung f. : eine v. macben
mit einem »sieb vergleichen«
195, 20.
vereinen swv. : refl. *aich ent-
achliel^en« : das wir uns verreinind
Franckrich entscliütten 246, 17 ;
der kejser Karly bette sich ver-
eint das küngkrich Hjapania zer-
oharn 276, 7 ; nach dem stritt
mit dem kunig Ajgotlant ver-
eintt sich Karly gen Sarragossa
zuo zfichen 331, 7.
yerendern swv. : (der stich der liebe)
verrendert im all sin geblüet im
Hb 185,35; indem (briefe) fand
er, wie Magia durch ein (zanber-)
kunsb die pfert und acbwerter
verejidert (vertauscht} hat 116,5,
verendrung f. : nÜ ursacb der achnel-
len V. des leydta in fröud6tj, 36,
vergelten afcv. : (ihr habt uns so-
viel ehre und freundschaft be-
lesen), das vrir das kumerlich
omm lieh (man erwartet den
blossen dativ) vergälten mögen
90,22 ; einen v. »belohnen ( 134, 13.
vergeltnuß f. »belohnung« 48, 22;
einem v. thuon 18, 12.
Vergeltung f. »belohnang' Dl, 6.
ferggen awv. : das ich von stund
an all min ziig wider heim f.
(nach hause schicken ) wjll 2ä3,26 ;
daz er sin züg nüb so bald l'ergen
mocht 302, i 36.
verglichen swv. : aich einem v.
»einem gleichen« 69, 31; 125, 10 ;
185, 14; kein roß mocht sich
zuo Bayard v. mit stercke nach
mit louffen 57, 20 ; ähnlich 108, 6.
vergoumen awv. »hüten, bewachen« :
die Krysten vergoumpten alle thär
331, 34.
verhalten atv.: refl. »a'embuscher«
136, 6.
verbanden : die fragt er, waz nüwa
in der atat für gieng oder v,
were 135, 33; es ist ilch nach
bössera v. (ateht euch bevor)
228, 12; ich sag Qch, das neyß-
waz grosser verrettery v. aind
301. 10.
verheiasen n. »versprechen« ; einem
ein v. thuon 200, 9.
verbancknuß f. lerlauhnJa« 300, 24.
verhörung f.: du gybst die urtte!
on V. beder teyi 245, 3.
verhüeten awv. : einem v. (mit ab-
hängigem aatz) »einen zurück-
halten, verhindern« 121,11; 230,7.
verhßeter ra. : ich bin ein rengent
and V. dyß landes 93, 8.
verirren awv.: o Karly, wie biatu
80 gar veryrt an dem verretter
(abusiJ de ce traistre] 290, 9.
verjechen stv. : darumm das ich dir
grosse fniutBohaft vergich 64, 8 ,
verkeren awv. i bistu der, der min
bruoder also verkert (atournü)
hat 197, 12 ; (er fiel zur erde)
also verkert , daz er sich nüt
rottedt 220, 29 ; do aich der Alt
alao verkert gsach, do bat er
forcbt aesterben 189, 85.
verlieren atv. : abaol. »au gründe
gehen« , in der redensart : in
sorgen zeverlieren sin (eatre en
danger de perdition) 48 , 20 ;
109, 25 i 124, 34; zu »sy fiengend
an fast v.< 316, 1 vergl. die anni,
414
verlieniDg f. »Terlost« 277, 25;
>Terderbenc 202, 33.
verlougnen sw. : Ammalacken, das
rind Terlongnet Krysten (Chr.,
welche ihren glauben Terlängnet
haben) 286 , 3 ; verlüegnetter
Maram 315, 82.
verlnnt m. »verlost« 37, 12 ; 80,82;
108, 82 ; 189, 1 ; 316, 2 n. ö.
vermachen swt. : refl. »sich ver-
bergen, 8. einschließen« 332, 18.
vermögen n. : sy thettend all ir
vermögen (was sie vermochten)
221, 3.
vemnten swv. : einen >fur nichts
achten« 117.2; 142,20; 247,25;
290, 13 ; 232, 36 (schalten nnd v.) ;
321, 31.
verpüntnus n. «bfindnis« 166, 6.
verpflicht f. ? : dardarch ich grOß-
lichen in v. gegen ücfa stän91,8.
Fer(r)agu8 (Ferragus, Vegiirto P.
10, 130), riese, von Corador an
Karls hof gesandt 119, 37 ; 122, 4.
13. 22. 32 ; 123, 1. 4. 17.
verrettersch adj. »verräterisch« 77,
9; 121,9; 279,14; adv. 251,25;
273, 34 (-ysch) ; 318, 4 ; verret-
t«r8cht 165, 2.
verrüempt part. adj. »berühmt«
19,2 ; superl. verüemptist 119,22;
verüempst 188, 4.
verrüefen swv. : er riett Karly,
Bengnold söt ab dem häf ver-
rüeft (verbannt) werden 127, 25.
versag m. «abacblägige antwort«
75, 32 ; 239, 14.
Versager m. »verleumdet« 262, 13.
versamlen swv. »versammeln« 276,
19; 277,9; 280,9; 284,27u.ö.;
refl. 312, 19.
versamlung f. »Versammlung« 158,
26; diewyldiev.beschach 160,11 ;
eine V. thuon 276,26 ; ob ir wüssend
inn etlichen landen krieg oder
ver8amlnngen(qDelqae gaerreon
quelques joQstes on tonrnoy) 20,3.
verschaffen swv.. »bewirken« : a)
mit acc. der sadie: (Ganelon bat
Magis), das er sin erlOssaog ver-
schaffette gegen Anthea nnd einen
vettern 211, 21; magstn sovil
zewägen bringen, das du den
fryd verschaffest 262, 35. b)mit
abbAngigem satz : (ich will) v.,
das er kommen muoß für üch
nider knuwen 127 , 1 ; ver-
schaffend, das mir min hämisch
werd und ein pfert 166, 22 ; vergl.
ferner 185, 1 ; 297, 36 ; 801, 10.
c) einem etwaz versch. 263, 31.
verschenken swv. : ich wot Bayard
nie verkouffen nach verschäncken
92, 31 ; ebenso z. 32.
verschlucken swv. 47, 22.
verschütten swv. : so gar hat er
daz hirny verschüt (le cerveau
vide) uß mangel essens 150, I.
verschweren atv.: refl. »falsch schwö-
ren« 67, 33.
verschwigen stv. : refl. es sind drü
ding, die sich kummerlich ver-
8chw. mögend (se peuvent celer)
175, 25.
versorgen swv. : das yedermann
stett und Schlösser versorgte (mit
kriegsvolk und proviant) zum
basten, so sy möchten 80, 37.
versprechen stv. »entschuldigen«
18, 8.
veratän stv. »hören, vernehmen«
(allgemein) ; einem etwaz zever-
stän geben 121, 22 ; 248, 16 ; ich
gloub nut, daz ir verstandend
(damit einverstanden seit) , das
seralich Sachen inn üwerem land
geschächen sollend 194, 25.
verstentnusf. «verstand«: (ich) weyß
nüt, wo ich bin, so gar bin ich
von miner v. kommen 176, 19.
415
veretopfen awv. : din trnren und
groß zäntzleryen band den keyser
ver9topfFtunt»har,da9 bringt dem
Franekrich und aller Krystenhejt
grossen nacliteyl 279, 12; Reng-
nold was also inn siner torhejt
rerstopfft, dos er Riiollanden nüt
rechte antwurt gab 178, 7; do
der heid gsacb, da» Beringer so
verstoptftfoigensinnig) waa 88,29 ;
do wanl im das hertz so ver-
»topfft. das er üüt ein einga wort
reden mocbt 14, 15,
versuochen swv. : sich v. an, mit
einem (im kämpf) 188,2; 191,4.
Terträasig adj. »überdrüaaig« : ay
wurdend uiemmer raer miicd und
vertr., by einandren üesinn50,2l,
vertriiwen bwv. : inn got vertr.
234, 6; ich vertritw mir bo gar
(habe so großes vertrauen zn)
diner manheit 79, 8 ; danimm
wy]] ich dir einer sach vertrü-
gen 262, 9; ich vertrttw dir
diner fromm keyt 289, 24.
vertunkeln awv. : dieannn v. 326,24.
verfaren atv. : er gedächt, ay wur-
dend ureächer sin, das er mit
einer liebe nüt verf. mocbt (ne
joujroit pas de ses amours), ala
er im ainn hat 68, 36; a. unter
»faren«.
verfellen bwv. : du und dine bruo-
der sind wol ungemeß, das ir
also die jungen töcbtern nem-
mend und sy verfellend (schändet)
195, 27.
verfüerung f. : (der heidenglaube)
were faltach und böG und vollen
V. und trug 58, 21.
verwarenawv,:{der leicbnam Karls}
ward beacblossen vaat auptil-
klichen und erlichen verwart 341,
26.
verwilgen bwv, : etwaz v. »bewilli-
gen. 165, 22 ; 200, 12 ; einem v.
156, 1 ; v. (einwilligen) in etwas
99,27; 150, 21 Kiio etwai 118,1.
4 ; 156, 36.
verwilgung f. »bewilligung, ein-
willigung. 2, 15| 73,32; 99,22;
211, 6; 225, 4. 13.
verwisaung f.: Olliffier sagt zuo
Bengnold inn verw. (en l'impro-
perant) 125, 17,
verwundern awv. : unpers. der ym-
biü ward gerüat mit ho grosser
kostligkeyt,da8ay all verwundert
(wunder nahm), wo . . 173, 35.
verzeigen bwv, : band kein aorg,
das ir von mir vertzeigt (ver-
raten) werdind! 137, 34.
verziehen stv. : einem »verzeihen«
8, 33 ; einem etwaa v. 268, 18.
verzicher m. : ich weyß , daa ich
ein grosser aünder bin, aber du
(gott) byst nach vyl ein gröaeern
V. 324, 4.
verzichung f. »Verzeihung« 17, 34;
263, 31.
verzßchen stv. : refl. ea wurd sich
nüt lang v. (hinziehen) 183, 16.
verziigm. : on (im) v. »unverzOglicb«
85, 26 ; 124, 19 ; 247. 30 ; 328, 3 ;
on langem v. 95, 24; t34, 31.
vest n. ; der low macbet im veat
(luy faisoit feste) 41, 30 j tribend
nüt mit mir veat (ne faictea feate
& moj) 199, 17, ebenso 222, 18;
alles volck zuo Pari» fuort fröud
nnd vest (menoit joye et feste)
umm den friden 141, 37.
vetter m. meffe« 6, 25 ; 7, 29 ;
13, 25 u. 8. w. ; »onkel« 51, 16;
308, 6 u. 8. w. (Roland heißt aebr
häufig der vetter Karls und um-
gekehrt dieser der vetter Ra.).
FJdasHo (Fidftaao, Brnabacca P.
26, 129) , heidnischer fürst im
beere Marsiliaa 317,20; 318, 10,
416
Fietamiint (Fieremont, Fieramonte
P. ö, 18), bruder des königa Her-
min 92, 23; S3, 16 j 107, 22;
118, 1 ; Fieremunt 92, 21.
Fieramunt (Fieremont, Fieramonte
P, 25, 179), heidnischer könig
im beere Marsiliaa 316, 27 ; Fera-
munt (Ferramont) 302, 25.
vil adv. »oft« 132, 11.
Fylbertta, s. Ph-,
filz m.»g]outoia. 43,22; 82,15; 93,5.
Finadueto (Finaduato, Finadnsso
P. 25, 177), schwaraer riese im
beere Marsilioa 302, 21 ; Fima-
duato 310, 29.
vingfcejt f. »feindsohaft« 110, 4.
Vivianiifl f Vivien, Viviano P, 22, 18.
13(5), vaaall Karls 246, 1 ; Fiffia-
nua 256, 7. 10. 11; 257, 33.
Flamberga (Flam berge, Fnisberta
P. 3 , 55) , Rengnolds schwort
36, 27; 41, 17; 111,5; 184, 13;
208, 33.
fleißcheadj. :=fieiHchin »vonfleiach«
27, 35.
flyG in. : mitfl. »absichtlich« 105^31 ;
165, 3.
Florentina (Florence; bei P. 21, 14
fehlt der name), die tochter Sei-
piona, mit Jason vermählt 225, 4.
11.
flacht f. : die fl. nemen (b. nemen) ;
einen in die ä. schlaclien 285, 11
bringen 274, 18; 313,37; sich in
die fl. machen 33, 15 ; 256, 12 u. ö.
fliichtig adj. : eo ist kein eo grosse
gsel Schaft niit, die er nüt fl, vor
im macht 298, 5.
folgen BWT., mehrfach in der Ver-
bindung rätz, rät folgen »einen
rat befolgen« : du hast nüt rättz
wellen f. 306, 30; du hast nüt
wellen rätt f. 307,6; Tergl. ferner
307. 14 ; 325, 32.
vollstrecken awr. : dariimm er sin
angefangne verrettery v. wott
296, 3.
von präp. a) von der veratentnuj
kommen (den verstand verlieren)
176, 19; man muoß eagen, du
Bigeat von der Vernunft 177, 36.
b) er was von (durch) im fry
geworden uü einer grossen dienst-
barkeyt 198, 36 ; er sprang von
fröuden 210, 6; mit weinnen
von fröuden 116,25; von forcht
zyttren 61, 34 u. s. w.
vor adv. «vorher, früher» 98, 10;
141,8; 258,25.35; 312,37; 341.8
u. ö. ; trennbar mit verben zusam-
mengesetzt : -geben (gen) »nach-
geben« 33, 29; -halten: einem
den paa v. (den durclipass ver-
wehren) 287 , 2 ; -ain ; das ir
kunst den ryttern nüt hat mögen
vor ain, inn ir schloß zekommen
230, 27 ; s. unter »sin«.
voranhar adv.: v. gän »voraus
gehen« 42, 5 ; s. auch »anhar«.
voranben adv. »voraus«, bei verben
der bewegung : -gän 58 . 29 ;
-kommen 97, 10; -ritten 103, 19;
106, 8.
vordannen adv. (daeaelbe), bei ver-
ben der bewegung : -ritten 70,30;
97, 18; 193, 1. 2; 223, 29; -Rü-
chen 250, 4 ; vergl. : mach dich
vor mir dannen! 162,25; darumm
er vorhin vor Muntabant dannen
zoch 258, 1.
fordern swv. : die natur fordert
mich darzuo , semlicha zetbuon
281, 26.
vorhin adv. a) räumlich : v. gün
226, 10. b) zeitlich »vorher«
2i, 29; 28, 2; 41, 13; 62, 13;
102,21; 137,14; 258, 1; 314,1;
324, 30. 33.
vorhuot f. »vortrab des heerea«
161, 33.
417
forin adj, ;^ vorhin »von föbren« :
in dem forinnen boltz 136, 15.
Foris.senna (Forisene, Foriaena P.
4, 47), tochter des königs Cor-
bant 49, 1; 53, 16; 56, 2. Sl ;
59, 9; 76, 26.
vormals adv. »ehedem, früher«
276, 13.
forschen (v-) bwv. : irans. »ver-
langen« 15, 33; 26, 26; 31, 9;
70, 23; 96, 7. 20 n. «. w.
vorKuo adv,: Gannellon traf in
vorzuo (vorn), Berchtold inn die
syfcten 255, 27.
Franckrich 2, 7; 3, 5; 6, J 8; 7, 2.
18 u- a. w.
Frantzosaem. 2,20; 81, 16; 160,18 u.ö.
frantzösaiach adj. 90, 8 u. ö.
Fregetton (Flegeton, Flegeton P.
2, 89) 24, 21.
fremd adj. : ich bring üch die aller
frtjmtesten ((teltsamaten) mere
153, 12.
fräffea adj. »kühn, verwegen* 1 1,29.
fräffenlich adj. : (Karl hatte) ougen
"wie ein low mit fr. an Sachen
(kühnem, unerschrockenem aus-
druck) 3, 22.
fräifenlich adv. 207, 9.
fry adj. »froh« : mit frjem maot
(de grand conrage et allegrease)
rjtten sy gegen den fyenden
308, 36.
friden bwv. : trana. (Rengnold weinte
vor freuden), da« sy (ihn und
Boland) got durch sin gnad ge-
frydet (versöhnt) bat 116, 26.
Frießland, a. Gßdfrjd.
friach adj. »keck, beherzte 68, 11;
70, 18; 21 9,. 3; 223, 8; 239,18;
253, 25; 314, 7 u. ö.
friacheyt f. »kühnheitc 217, 10.
friachlich adv. >keck, kühn* 61,33,
fröudftir n. »freudenfeuer« : pl,
fröudfurer 117, 29.
Murgant der rie*<j
iroua
frow f. »herrin, herracherin« I6d, 5;
295, 15; 276, 18.
frowengmüet n. »gemiit einer frau«
150, 17.
fröwly n. »damoiaelle* 73, 28;
103, 30 ; 105, 18. 34.
frtind ra. , die regelmäßige ilber-
Betzung von »parent*,z. b. 7, 16;
39, 38; 92, 22 ti. a. w.
fräntaohaft f. »parentage« 7, 18
u, ö.
fliegen bwy. : refl. der erst, zaa dem
er sich fuogt (dem er begegnete),
das was euo gräf Oliffier 63, 32.
fSeren swv. : do er gaach, das inn
(den rieaen) Morgant so übel
fuort(traktierte)mitsinem käUen
123, 5 ; ir liebe fuorfcten ay also,
das die tochter inn kurtzer zyt
schwanger ward 76, 28, ähnlich
221, 31; gstalten f. (annehmen)
231, 7 ; kla^ f. »kliigen« 101, 25;
leid f. 42, 15; IUI, 26; 235, 5;
fröud und veat f. 141, 3-7 n, a. w.
fnnfzyt num. »fünfzig« 340, 13.
fnorlüt pl. »ächitfslente« 214, 18.
fuoß m. : f. für f. gän (aller le
petit pas} 240, 7 ; einem f. halten
»stand halten« 180, 9.
für n : (er hat geaoliworen), er wel
Muntabant inn f. suo Joimel
schicken (in flammen aufgehen
lassen) 104, 10.
für präp. : (ein brucler hat uns ge-
sagt), Buolland sig für inn ge-
rytten 51, 18 ; der amiroll fuor
für Cjpions huß (an — vorbei)
218, 25 ; ay bette inn , das er
für sy heim füere (auf dem
beimwege bei ihr vorspräcshe)
209, 30. — adv.: für und für
(immerfort) 9, 29; trennbar mit
verben zusammengesetzt: -gän
»vorübergehen« 193,32; 293, 5;
»aich ereignen« 135, 33; 'kom-
27
418
tuen: so bald sy ein wenig ffir
(voraus) kämend 193, 2; land
den ymbiß für k. (achevons le
disner) 247, 25; do kam im ein
engel für 264, 20; im were ein
troumm für kommen 306, 21
Q.8. w.; -riten »vorwärts reiten«
328, 25; »vorbei-, vorfiberreitenc
52, 6; 146,86; -treffen: einen f.
in etwaz 28, 9 ; 87, 17 mit etwaz
20, 18; 257, 24; -faren »vorbei-
fahren, -ziehen« 11, 33; 128,23.
27; 258, 21; 259, 7; 264, 26
u. 8. w.; -wandlen »vorbei wan-
dern« 330, 8; ^fichen »vorbei
ziehen« 264, 29 u. a. w.
fjirhin adv. , in der Verbindung:
nan f. »von nun an, künftighin«
6,12; 13,10. 29; 14,32; 15,13.
29, 22; 117, 14; 119, 29; 139, 25;
145, 11; 339, 1 u. s. w.
farnemen n. »vorhaben« 64, 16;
100, 10; 150, 21; 168, 16; 222, 33
U. 8. W.
fürflamme m. : do ließ er ein grossen
f. nß dem mul 231, 18; der
(track) warf so groß f. 41, 4.
Waldbruoder m. «einsiedler« : die
waldbrüeder (wäldbrnodern) inn
den wüestinnen 224, 3ö; 159, 30.
waldstat f. »wahlstatt« 30, 32.
Wandel m. : (Rengnold verlor) all
sin Wandel (contenance), so bald
er die gsicht verloren hat (An-
thea aus den augen verloren hatte)
174, 22.
wankelmüetigkeit f. 327, 24.
wannen (wonen) swv. : (Anthea)
mit deren ich nüt w. (umgang
haben) darf 174, 28.
warheit f. : der (künig) kam in das
wirtzhus, die w. (den wahren ver-
lauf) der thät zevernemmen 194,8.
warten swv. (mit sti part. prät.) :
(ich) byt üch, daz mim pfert
wol gwartten (für mein pf. gut
gesorgt) werd 149, 15.
Wasser n. »gewässer« 274, 36.
wächay adj. ^ wehsin * von wachs«
232, 9; wachse 231, 21. 30.
weg m.: einem w. - geben (platz
machen, zurückweichen) 224, 26;
zewegen bringen (zu stände br.)
111,4; 118,23; 127,17; 142,15;
144, 15; 148, 32; 149, 32; 160, 6
u. 8. w.; eyßwegs »unverzüglich«
93, 38; 216, 27. S. auch anm.
zu 233, 35.
weißlin n. »waise« 329, 11.
wellen an. v. (part. prät. gwellen.
69, 14): einem übel w. 74, 35;
136, 13. 33; 137, 23; 148, 10;
nachher ein inf. mit »ze< 115, 32.
üeber »wetten tüffel« 197, 33 s.
nachtr.
wellich pron. relat. 2, 27 ; 6, 35 ;
172, 16.
weit f. : all weit (tout le monde)
312, 7.
wändung f. »abweudung«: do der
kunig uß Engelland gsach , das
kein w. was, das Rengnold nüt
uß Franckrich erkent wurd (daß
die Verbannung Rs aus F. nicht
abzuwenden, rückgängig zu ma-
chen war) 128, 10.
wer n. »waffe« 310, 38 (gwer z. 30).
werden stv.: unpers. dardurch aller
Krystenheyt vyl zelyden ward
288, 22.
werfen stv.: der (track) warf so
groß für flammen 41, 4; er warf
ein sünftzen 221, 5.
wesen n. »zustand, läge« 176, 28;
229, 1 ; »lärm« : "die (teufel) tri-
bend ein semlichs w. 232, 6 ; do
der soldan vernamm, das das w.
gestyllet was 203, 35; die stil-
tend das w. 33, 26.
419
wider adv. : do ertziickt Ruolland
syn Schwert wjder (zog R. aein
achw. zurück) 226, 23.
widergältiing f. >gegenleifltung«
189, 17.
widern a-w v, ! refl. »eich widersetzen •
9, 34; 128, 24.
widerruof m. »widerruf« : einen w.
fchiion 112, 11; 113, 19.
widerriiofen atv. : ein wort »zurück-
nehmenc 16&, 4.
widereäclier m. »Widersacher« 122,
37.
widerBpil u. * gegen teile 241, 2. 13 j
251, 33; 274, 4 ; 295, 38; daz w.
zaatwnrfc geben (verkehrt ant-
worten) J49, 38.
widerstand m.: w. tbuon 90, 4.
widerschnellen swt, »zurückspring-
en«: (Sengnold gab der riesin
mit seinem schwert einen atreicb
auf den köpf) , aber es wyder-
schnalt, ala ob er uff ein amboß
geschlagen het 228, 3.
widerumm adv; »zurück« : w. ritten
2W, 29.
widerummrytten n . > zurückreiten c
335, 27.
widrig adj. »feindlich gesinnt«
118,23; 137,10; 170,30; 205,38
u. ö.; wyderrig 1, 8.
Wien (Vienna, Turpin c. XXXII)
340, 31.
wie wol conj. »obschon* 118, 12;
133, 24; 199,36; 200,22; 225,5
u. ö.
wil f. : der w. haben (zeit haben)
256, 13.
Wyl]aFrancka(Vil]efranche, Tilla-
franca P. 22, S9), hanptstadt des
königa Adilknt 246, 31.
wille m. : mit willen {ä la requeste)
etlicher zentzlern and verrettern
139, 15; (ich) thiion uch zewüssen,
daB ich ffants inn üwerm willen
bin (vollständig zu eurer Ver-
fügung stehe) 17, 33; alao wirt
ay unser retter dann inn sinem
wyllen haben fkann machen mit
ihr, was er will) 176, 32; in
willen ein i willens aein« 26,27;
66, 28; 72, 33; 86, 37; 90, 25;
117, 14; in w. haben (dasselbe)
10, 28; 136, 33 u. ö., auch hloa:
w. haben 24,30 ; 71 ,35 ; 288,22 n. S.
willfaren awv, : das (damit) er den
heydiBchen kiingen, ainen nach-
püren, wyllfarrette (faire plaiftir),
bernofft er iren vyl 200, 4.
willwänkykeit f. »Veränderlichkeit«
125, 12.
wirtzhus n. 193, 30; 194, 8;
217, 3.
wyß (wise) f. ; mit dyeser w. (auf '
dieae weise) werden ir frid mit
im haben 127, 3; in zusammen-
aetznngen (in der hs. immer ge-
trennt geschrieben) : bekleyt in
Bchiltnoraw. (nach art eines Schild-
knappen) 130,23 ; sobald er etwar
in zornßw. angsach 3, 24 ; er wett
mit im reden in rätzw. 98, 30;
(Rengnold) sagt inn spotzw. 232,
33 ; er schickt ein kunig inn
botachafiftzw. zuo Karly 276, 13;
wie 011y6er inn botschaftzw.
zuo Anthea reyt 280, 3; das ein
mechtiger flrat inn botschaftzw.
zuo im kemme 290, 33; (tribut),
den ir im jerlichen geben wellend
in früntachafftzw. 295 , 5 ; do
Bpracb er inn klagsw. 321, 14.
wytnea adv. »von weitem, aus der
ferne«: Ry wurfPond inn mitsperen,
steinnen . . von w. här 30, 16 ;
w. bar wurffen sy ire wer gegen
jm 70, 18 ; da ay inn w. eraäcbend
209, 33 ; daa ich so w. bar kom-
men wer 282, 28.
wo conj. »wenn, so ferne« 33, 24;
420
116, IB; 118,2; 172,82; wo daz
%ät (wenn das nicht geschehen
würde, geschieht) 162, 8. 17.
troUost f. : ein w. nenen ab etwaz
129, 19; 214, 1; 236, 18.
wollnstigen swt. : refl. RnoUand
'wollustiget sich an der heiden
tod 284, 22.
woh-edend a^j.: (ein rytter) vust
alt und w. 170, -17.
wflSettig 1 (== wuotf) »raserei» :
darnmm mag ich aageta, daz die
liebfe ein tingemesse w. ist 179,5.
wüettlrig f. »wüterei, tyrannei«
118, 2.
wunder n.: w. triben »wunderbare
taten vollbringfiil«, z. b. der tript
w. : er schlecht rytter und.pfert
ntder 130, 82; der (kiinig C<h)-
stdnt) treib W. mit den heyden
205, 36; (Sallincorny) treib w.
mit lüt und roß äyder schlahen
208, M; w. satgen 234, 6.
wflUsohen ayrv. : do Bengnold -den
giMotz Terttnond, «o im Hermin
wünscht 107, 16.
Wöbst m. »flnrat« 384, 29 ; 837, 35.
wtifmhut f. »cuir de serpent« 189,
Zal f.: vyl von irem gschlächt
wapnetten sich und kämend
innen zehilf : Gergis von T. und
Baldowin von B. und etlieh ander
fromm rytter wärend der zal (w.
darunter) 137, 17.
zall'en swv.: (der eine patron des
schifles) wott iiüt von land faren,
er were dann umm sin Ion zalt
214, 15 ; refl. (Morgant) schrey,
das der wirt kemme sich der
ürtten zallen (se vint payer)
22, 6; es wirtt sich als ziallen
(tout se payera) zeletst 305, 33.
zalluog f.: kumpt nieinmen umm
die z. mines wyrtz (ponr le paye-
ment de mon hoste) 21, 38.
zalt 261, 1 ; 8. anm. und nachtrage.
zanck xa, »streit« 240, 32; 267, 23;
zangk 279, 31.
zanußruofFer (ao ^ ou) m. »zahn-
auszieher« 196, 21 ; zen- 196, 30.
zeit f. »zelt< 305, 20. 36; 832, 30
(unbestimmbar ist das geschlecht
319, 11); dafür erscheint einige»
mal zeig f., z. b. 160, 33{ l&l, 1.
4; weitaus am häufigsten aber
«eil f., z.b. 58,19; 60,11; 62,7;
63, 13; m, 18. 38; 68, 3. 6;
114,30; 143,10; 165,-24^; 166,33;
179, 21 ; 191, 16; 208, 5; 210, 10 ;
281, 9; 286, 20 u. s. w.
zent präp. mit dat.: wir werdend
die klussen müessen verläceen
und zent der ««It ummhär .gän
gen bätlen (aller mendier.parmy
le monde) 10, 15; (Karl) luogt
BSnt dem sal - Cparmy -la salle)
87, 2; die xaere worden bald zent
dem pal last (par le palais) ge-
sagt 91, 10; do schickt der künig
Gonstantsine herolden zent sinem
land hin (par tout son pays)
umm volck 201, 1 ; der keysser
gebot, das Öanelon zent der etat
hin (par toute la ville) gfüert
wurde 337, 30. Vergl. Schweiz,
Idiotikon I, 316.
zentumhar adv. : als Rengnold z.
(auf dem ganzen turnierplatz
umher) reyt 131 , 22; ebenso
z. 29.
zenzlen n. »schmeicheln« : (Ganelon)
was ser trurig, daz er nüt torffc
zehäf kommen mit sinem z. umm-
gän 142, 9.
zenzlerm. »Schmeichler«: (Ganelon
war) ein schönner reder und
grosser z. 8, 8; s. ferner 26, 22;
262, 13 u. ö.
421
zenfilery i, »echmeicbelei« 26, 13;
85, 7; 142, 15j 279, 11 u. ö.
zerbrechen etv. : nun ist unser für-
nemmen und g'asel seh äfft zer-
brochen 235. 7.
zergen^en swv. : Rengttold forabt,
daz wild pfert aergangte (tötete)
im daz «in 154, 31.
zerhacken ewv. : got wejfit, wie ay
die heyden zerhacktend 207, 8.
zerklintsen ( klintschen?) bwv.: het
er (der streich des riesen) Reng-
nolden troi^en, so het er inn gar
zerklintät (briaä et casaä) 43, 32.
zerknitflohen -knisdien awv. »zer-
echmettern , zermalmen': (der
rie»e) buob ein gronse etang uf
inn damit zerknitecheu 227, 9 ;
alle wiudend aerknitst luider den
fiteinnen 210, 32 ; ich hab willen,
ich welle mit disem kaUen die
helliachen faünd all zerkni€ofacn
24, 31.
zermuosen swv. »zerBcbraettern« :
mit dem (kallen) gab er ao ein
grossen streich uö' b'eragus hopt,
daz er im den gantzeti köpf zer-
muoaset 123, 18.
zerrennen ewv.: darnach ^errant ay
die (aper) im ertrich , also daz
die atack inn lufft aprutztend
171, 36.
zerriieren bwt.: Rengnoldhat gros-
sen Verdruß, darumm daz er (der
beide) die spyß also zerruortt
36, 17; a. anm.
zerschießen stv. : ag schoß ein aträl-
stein uff ein tattelboum inn
Böslicher gatalt , das ay (1. er)
inn .gentilicb zerschoß 295, 24;
ein tattelboum , den die aträl
zuo stucken zerschosaen hat 334. 7.
zerschlagen stv. : dardurch ir fur-
nemmen zerächlageo (vereitelt)
ward 233, 14.
sersobmelzen stv.-. ey wurdend so
leidig , das sy all inn trehern
zerachmaltzend 323, 2.
Zerses, (Serxes, Serse P. 26, 15),
der Perserköniß 307, 27.
Zerstörer m.: ein z, der axmcn
157, 14.
zerthuon an. v. : reÖ. die (fier rytter)
battend grosse arbeyt die rysöin
sebaben, also sartbet sy sich
232, 8.
zerfallen stv, : trans. (der hirte)
fiel ab und zerfiel *wey rypp
1S3, 5.
zerwinden stv. : trans. (die riaain)
Kfirwand ire arm und schÜDckel
231, 34; refl. 231, 32.
zesammen odv.. 314, 2 ; 2ammen
233. 17; ssämman 207, 6.
zefriden adj. »zufrieden« (mit gen.)
128, 25; 218. 10 ; 338, 17. 21 u. ö. ;
einen z. stellen (bezahlen) 194,^1.
zit n. and f. : es ist yetz nüt im
zyt (der richtige aeitptmkt) ze-
bläsaen 319, il4; do Roßmitnda
ir ayt gBach^(vit son poinct), do
giengsyinndiegftLncknuß 148,17;
wenn Ruolland sin zyt gaächen
wyrt , 80 wirt er üch kommen
belegren inn Sarragosaa 294, 30;
do daa tranck sin zjt (die es j
brauchte, um so wirken) ver-
brächt 111, 10, — die vergangen
zit (in der v. z.) 224, 16 ; in
kurtzan zitten (binnen kurzer z.)
127, 38; in (seit) .vast kartzer
zyt 211, 33; vor zytten lliS, 27.
zitterhaftig adj.: daz dritt mal
(daß Rotandseinborn bliealmiicht
mir die sei im lyb a. 325, 27.
wicht f.; (Rengnold) wsis so frö-
lich, dos er nüt 2. halten ,(tenir
contenance) kond 230, 26.
züg m. >heer€ 1, 6; 2, .8; ,180,. 23
a. s. w. (sehr häufig).
422
ZOO prftp. : zuo allen ortten (über-
all) 315, 36; er nam sin schwertt
zuo beden henden 29, 34; und
bettend die beiden vast zuo ein
myl (plus d'une grande Heue)
gejagt 322, 30 (der accus, »ein
m.< ist aufföUig). »zumc sehr
häufig vor Superlativen: zum
(aller) beltisten 107. 10; 109, 12;
250, 7; zum basten 114, 33;
zum minsten 91 , 16. 34; zum
meyesten 5, 1 1 ; zum aller styl-
lesten 134, 6; zum aller beim-
licbesten 137, 29; zum aller frne-
gesten 270, 27 u. s. w. — adv.,
trennbar mit verben zusammenge-
setzt : -gän »vor sich gehen, sich
ereignen« 112, 1; 228, 30 n. ö.;
-geben »beigeben , mitgeben« :
(Leonfant) gab im sins volcks
zuo, die inn beleytind84, 7; der
kunig gab im sin diener zuo
154, 12; vergl. ferner 209, 23;
259, 8. 11 ; -hören »angeborene
255, 17; -losen 157, 19; -luogen
10, 31; 123,8; 210, 28; 240,30;
266, 3; -muoten 90,30; 121,31;
-rüsten: einen »zurichten« (im
kämpf), z. b. die tOfflinnen und
all hellische tbierer will ich inn
söUicher gstalt z., das sy niem-
mand kein leyd niemmer mar
anthuon müessend 24, 27; den
ersten, der sich zuo mir nachet,
wyll ich inn söUicher gstalt z.,
das er kein mentsch mer fachen
muoß 126, 27, s. ferner 221, 7;
234, 20; 259, 6; ich bin übel zuo
gerüst (mal en poinct) sy zeer-
lössen, und ich bin von des sel-
bigen wegen har kommen 183,18;
Gannellon hat Karly also zuo
gerüst durch sin schön reden und
tzäntzlery , das er nüt anders
gloupt den siner red, und duocht
inn, es wer daz evangillio 85, 6;
ein verrettery z. 99, 1 ; die stat
Paris mit lütten und spis z.
(ausrüsten, versehen) 81, 1 ; dem-
nach als er sin arm hat lassen
z. (in Ordnung bringen), macht
er sich uff die sträs 261, 19 ;
•sagen: einem z. (mit abh. satz)
»versprechen« 222, 25; »ver-
sichern« 217, 22 ; 247, 20 ; 259, 5 ;
einen friden z. 276, 14; 289, 15;
-schrien: einem »zurufen« ohne
weiteres objekt 284,30 mit abhäng,
satz 284, 27; 286, 6. -stän »zu-
stehen, -kommen« 238, 33 ; -stif-
ten : (ich) hab nie kein ding zuo-
gestyfft, die zuo üwern unneeren
dienttend 279, 6; -thuon: refl.
(das schloßtor) thet sich von im
selbs zuo 228, 25.
zuogegenadv. »anwesend, zugegen«
108, 36; 125, 23; 218, 29.
zuogehörig adj. : bed einem fursten
z. und eines gloubens 115, 7.
znogehört f. : uff das übergyt üch
der gemelt Ruoiland und über-
antwurt üch wyder alle gerech-
tigkeyt und z. , so er haben
möcht an dem gemelten küngk-
rich 292, 18.
zuogehörung f. : darumm kum ich
üch die stat abfordern . . und
öch all ander z. dyß küngkrichs
172, 29.
zuohenzüchen n. »heranziehen«
309, 9.
zuosag f. »zusage, versprechen«
187, 24; 196, 33.
zuosagung f. dasselbe 174 , 18 ;
278, 28 ; 282, 4. 7 ; 312, 1.
zuosatz m. »besatzung« : do sy (das
kriegsvolk) versamlet warend,
do ordnet sy Ruoiland inn die
stet und festinnen inn z. 280,17.
zuschickung f. »schfckung, fügung« :
4S8
durct die z. des obersten gottes
38, 22; durch götliche Ordnung
and z. 52, 2'2 ; vergl. ferner 52,6;
168, 25.
zuotrag-ung f.; durch z. etlicher
zentzlern und Versager bin ich
ab einem häf verbaat und ver-
jagt 262, 12; das du die fürt
abgsch lagen hast durch 'i. filan-
chardijaa 213, 19.
zwyfacht adj. >doppelt* 285, 15 ;
286, 9; zwejfacht 219, 19.
NACHTRÄGE UND BERICHTIGUNGEN^.
1^^ UJO w
Zu 1, 11 nach »Jarc ist das komma ausgefallen.
27, 14 liea »kriege
34, 25 PoffantJ Ponant, Ponente (P. 3, 33). D laa jedeafalU Pöuant
(Fo\rant); vergl. Befifea — Beuves 9, 16; PoÖyg — Pavie 342, 9.
44, 6 nach »blatten« boH statt des punktes ein komma stehen,
55, 19 nach »tallig« ist >nüt« einzuschieben.
92, 22 Hermina fründ] auch F hat »parent« ; genauer wäre »bruoder«
(vergl. 93, 8. 34 u. a.).
105, l9boßheyt] laschet^, ^vaa dem Zusammenhang besser entspricht.
197, 33 wetten tüffel] »wetten« ist als »(ich) wett denc zu lesen,
wobei »den«, wie auch sonst, für den nom. »der« stehen dürfte. Das
ganze ist eine der zahlreichen, mit 'teafel^ gebildeten elliptischen fluch-
formeln. Vergl. das ähnliche »wett tausent teufel«! bei M. Holüwart,
Saul (1571).
199, 16 die tochter des königa Conatant heiüt auch in D später
(249, 26) Ollyve ^ Olive F (gegenüber Helie an unserer stelle), üliva P.
222, 3 dag kommti nach »Thannemarck« ist zu tilgen.
234, Iti schäffelin] die erkläriing aus scheftelin ist unnßtig; seh.
ist das mhd. schavelin , scbevelln (Lexer II, 674); s. oben zu 34, 25.
Darnach ist auch die anm. zu 324, 5 zu berichtigen.
238, 38 der Strichpunkt ist nach »üilnd« zu setzen.
261, 1 zalt niderst] man könnte auch an einen Schreibfehler fOr
salr (= ze aller) n, denken.
265, 34 nach »schön« ist das komma ausgefallen.
2B6, 28 von dem hertzüg Gergis] du duc Ogier; hertzüg ist also
= herzog und daraus durch Schwächung des zweiten compoaitionateiles
entstanden ; eine form 'herzug' belegt Lexer I, 1277. Gegen die annähme,
es liege da« mbd. herziuc -ges im sinne von >heer< vor (s. gloasar anter
»züg«), spricht außer der vorläge auch die Wortstellung.
302, 5 Samson von Burgundia] daß dieser mit dem früher erwähn-
ten S. von Brettania identisch ist, ergibt sich aus folgenden gründen:
1) bei Puki heißen beide gleich, nämlich Sansonetto. 2) S16, 3 wird
die tötung Samsona von Brettania durch Qrandon erzählt, in der totea-
484
Rsto 8C9, 9t encheiat irar 6. Ton Bargmtdlia. 7«rgl. ferner 301, 85 ff.
taft 2«>, 9 ff.
809, 16 f. Madiiyt, der hier darch die band Ange^ns fällt, er>
scheint 318, 6 ff. nocbtoals mid wird dort von Roland getötet. Der-
■eHM widerspnidi findet sich in F, dem D folgt. Bei Pald 26, 64 f.
ist der kämpf «wischen Maldneeo und Angiolino ohne tötlichen ausgang.
881, 5 die] vergl. 187, 6.
842, 3 Hugo] Unnldo P. 28, 73.
Zum g 1 0 8 8 a r. Ab : -feilen 72,21. — an: am tag (bei tagesanbrach)
288, 6; 332, 20; an (auf) einem weg 284, 20. — etwann adv. »irgend woc
239, 35. — heatsche in. »handsehnhc (allgemein). — herz : einem ein
h. geben (mut machen) 297, 12. — isin: mit dem yßnen häntschen
271, 12. — unlang adv. »vor knrzem< 287, 19. — uf : Ruolland reytt
uff Brissebarra 285, 18. — wyß f.: inn pilgris wyß 889, 50.
mk
ÜBEBSIOHT
Aber die
einnalimen und ausgaben des litterarischen yereins
im 41sten Terwaltongsjahre vom 1 Januar 1888 bis 31 December 1889
Einnahmen.
A. Keste.
I. Kassenbestand am Schlüsse des 40steii verwal-
tungsjalires
II. Ersatzposten
III. Activausstände
B. Laufendes.
I. Für verwerthete vorräthe früherer veryvaltungs-
jahre
II. Actienbeiträge
in. Für einzelne publicationen des lanfenden Jahr-
ganges
IV. Zinse aus zeitlichen anlehen
V. Ersatzposten
C. Vorempfänge von actienbeiträgen für die folgenden
Verwaltungsjahre
Ausgaben.
A. Reste
B. Laufendes.
I. Allgemeine verwaltnngskosten , einschliesslich
der belohnung des kassiers und des dieners .
II. Besondere kosten der herausgäbe und der Ver-
sendung der Vereinsschriften
1. Honorare
2. Druck- und umschlagpapier
3. Druckkosten
4. Buchbinderkosten
5. Versendung
6. Provisionen an bnchhändler
III. Außerordentliches
C. Vorauszahlungen
Somit kassenbestand am 31 December 1889
Anzahl der actien im 41 verwaltungsjahre 356.
19858
49
7280
80
1200
109
280
^
Ol
28§56
1666 93
05
46
52
2669
il78
5071
163
233
72
20
11075
17781
50
25
05
98
25
44
40
12
426
Von mitgliedern sind mit tod abgegangen:
Seine majestät Kaiser Wilhelm I.
Seine königliche hoheit herzog Max in Bayern.
Seine dnrchlaucht fürst Hngo Karl Altgraf von Salm.
Seine gnaden Bmno Wenceslaus Bayerl, abt des prämonstra-
tenser Stifts Tepl nnd landesprälat.
Seine gnaden dr Johann Botter, abt des Benediktiner-stifts
Brannan und landesprälat.
Seine excellenz dr A. von Steichele, erzbischof von München.
Herr G. Askenasy, bankherr in Frankfurt a. M.
Herr Johann Peter Backes in Köln.
Herr geheimerath dr Karl Bartsch in Heidelberg.
Herr hoirath professor dr Alois von Brinz in München.
Herr Karl freiherr von Cotta in Stuttgart.
Fran geheimeräthin Lilla Deichmann-Schaafhansen in Köln.
Herr dr Max Huttier in Angsburg.
Herr Wilhelm Mankel in Straßburg im Elsaß.
Herr G. F. Meyer, oberjustizrath in Hannover.
Neaeingetretene mitglieder sind:
Seine Majestät der Kaiser.
Seine gnaden dr Bruno Ctvrtecka, abt des Benediktinerstifts
Braunau und landesprälat.
Berlin: Bibliothek des Reichspostamts.
Berlin: k. germanisches Seminar der Universität.
Chicago: the Newberry-library.
Herr dr Hermann Fischer, professor in Tübingen.
Herr Heinrich Hanau in Frankfurt am Main.
Herr Franz Harras, stud. philos. in Heidelberg.
Hildesheim: Beverin'scbe bibliothek.
Herr Joseph Jolowicz, buchhändler und antiqnar in Posen.
Herr Karl Jügels nachfolger, buchhändler in Frankfurt am Main.
Lahr : Stadtbibliothek.
Ostenwalde bei Melle: Bibliothek.
Paris: Ecole normale sup6rieure.
Herr Emil Paulus (J. Ullrich) buchhändler in Stuttgart.
Herr gerichtsassessor Ring in Berlin.
Herr Theodor Schön in Stuttgart.
Herr Edward Schröder, professor in Marburg i./H.
Herr dr Robert Steinhäuser in Wien.
427
Tepl bei Marienbad: Bibliothek des Prämonstratenser-stifts.
Herr dr Eonrad von Zwierzina in Wien.
Tübingen den 14 Febmar 1890.
Der kassier des litterarischen Vereins
kanzleirath Roller.
Die richtigkeit der rechnnng bezeugt
der rechnungsrevident
Oberamtspfleger WOmer.